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Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik

Analyse der Vor- und Nachteile der Reduzierung der Einspeisevergütung aus Sicht der Bürger, der Unternehmen und der Politiker sowie unter Aspekten der Sinnhaftigkeit und Volkswirtschaft

Hausarbeit 2010 24 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Photovoltaik Informationen
1.1 Funktionsweise Photovoltaik
1.2 Einsetzbarkeit von Photovoltaik
1.3 Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik
1.3.1 Erneuerbare Energien Gesetz
1.3.2 Degression der Einspeisevergütung

2 Staat in der Volkswirtschaft
2.1 Magisches Sechseck
2.1.1 Entwicklungstendenzen der Beschäftigungsstruktur in der Solarbranche
2.1.2 Umweltschutzziel
2.2 Staat als Regulierer der Vergütungshöhe
2.3 Sinnhaftigkeit der Einspeisevergütung

3 Sichtweisen der Wirtschaftssubjekte
3.1 Sichtweise der Bürger
3.2 Sichtweise der Unternehmen
3.3 Sichtweise der Politiker
3.4 Fazit zur Reduzierung
3.5 Ausblick

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

Abbildung 1 Aufbau einer Solarzelle

Abbildung 2 Photovoltaik Zubau in Deutschland 2009

Abbildung 3 Zubau im Zeitraum 2001 bis 2006

Abbildung 4 Windenergieanlagen in Deutschland

Abbildung 5 Entwicklung der Anzahl von Biogasanlagen 1990-2006

Abbildung 6 Stromerzeugungskosten

Abbildung 7 CO2 -Ausstoß bei der Stromerzeugung

Abbildung 8 CO2 -Einsparung durch Solarstromförderung

Abbildung 9 Entwicklung der Modulpreise 2006-2008

Einleitung

Durch permanente technische Fortschritte in der Solarzellenherstellung und der damit einhergehenden effizienteren Nutzungsmöglichkeiten und verbesserten Einsatzmöglichkeiten ist Photovoltaik auch wirtschaftlich interessant geworden. Führend in der Solarzellenproduktion sind USA, Japan und Deutschland.

Deutschland stellt einen Anreiz durch das 100.000-Dächer-Programm[1] im EEG[2] dar: diese Förderprogramme bieten eine hohe Einspeisevergütung auf Solarstrom.

Nun kommt die Frage auf, inwiefern Photovoltaik wirtschaftlich in Deutschland genutzt werden kann und welche Vorteile Photovoltaik im Vgl. mit herkömmlicher Energieerzeugung aufweist.

Welche Auswirkungen hat die Einspeisevergütung auf den Markt bzw. welche Vorteile bestehen hieraus für die Wirtschaftssubjekte? Inwiefern darf der Staat gemäß des Magischen Sechsecks in den freien Markt eingreifen bzw. diesen regulieren? Stellt ein Eingriff nicht einen Verstoß gegen die Ordnungspolitik dar und kann dadurch das Ziel des Umweltschutzes weiterhin gewährleistet werden?

Welche Sichtweisen vertreten die Bürger, Unternehmen und Politiker zu der getätigten Reduzierung der Einspeisevergütung? Wie wird sich in Zukunft die Solarbranche weiterentwickeln?

1. Photovoltaik Informationen

1.1 Funktionsweise Photovoltaik

Photovoltaik ist die umweltschonende Umwandlung von Sonnenergie in elektrische Energie mittels einer Solarzelle (s.Abb.1). Die Einspeisung in das Stromnetz erfolgt durch einen Wechselrichter, welcher die von der Solarzelle generierte Gleichspannung in Wechselspannung[3] umwandelt.

1.2 Einsetzbarkeit von Photovoltaik

Neben den geographischen Unterschieden (s.Abb.2) bzgl. Photovoltaik bestehen Unterschiede in der facettenreichen Einsetzbarkeit, welche sich ebenso positiv auf den Zubau von Photovoltaik auswirken. Die flexible Einsetzbarkeit der Solarzelle (auf Dächern, an Brücken etc.) mit einhergehender breiter Streuung und die gestiegene Anzahl an Photovoltaik-Anlagen (s.Abb.3) gewährleisten eine sichere Stromversorgung.

1.3 Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik

Die vielen Vorteile (s.1.3.1) haben den Photovoltaik-Zubau gestärkt (s.Abb.3), welcher durch die Einspeisevergütung seitens der Regierung gefördert wurde. Hierdurch konnte Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit optimiert werden (s. Abb.4 und 5).Einziger Nachteil sind die hohen Photovoltaik-Gestehungskosten[4] im Vgl. mit herkömmlicher Energie (s.Abb.6).

1.3.1 Erneuerbare Energien Gesetz

Das StromEinspG[5] (im EEG) beruhend auf dem Mindestpreissystem[6] legt die staatliche Investitionszulage für Solarstrom fest. Diese wird auch als Einspeisevergütung bezeichnet. Die Höhe der Einspeisevergütung ist abhängig von Anlagenart und –größe[7]. Die Verabschiedung des EEG mit diesen vorteilhaften Konditionen hat zu einer erhöhten Nachfrage geführt und somit einen Photovoltaik Boom ausgelöst (s.Abb.3)[8].

1.3.2 Degression der Einspeisevergütung

Entgegen der positiven Entwicklung von Photovoltaik auf Grund der hohen Einspeisevergütung ist eine Degression[9] bzgl. der Einspeisevergütung getätigt worden[10].

Es fand eine Degression in der Höhe der Einspeisevergütung statt: laut dieser vom Bundeskabinett beschlossenen Formulierungshilfe wird die Einspeisevergütung einmalig von Dachanlagen um 16%, bei Freiflächenanlagen um 11%, bei sonstigen Flächen um 15% ab dem 01.07.2010 reduziert. Solarparks[11] sind von dieser Reduzierung nicht betroffen, ebenso sollen Anlagen auf Ackerflächen nicht mehr gefördert werden.[12]

Die Absicht der Politiker ist hiermit, dass die Unternehmen ihre Produkte preiswerter und effizienter gestalten, um somit die Branche dynamisch und wettbewerbsfähig zu

formen sowie die Gesamtkosten für die Stromkunden einzudämmen[13] - ohne weitere Förderung des Solarstroms...(s.3.3).

2 Staat in der Volkswirtschaft

2.1 Magisches Sechseck

Die Aufgabe des Staats besteht in der Ordnungs- und Prozesspolitik. Die Aufgabe der Ordnungspolitik ist es, einen funktionierenden Preismechanismus und die Wettbewerbsbedingungen zu sichern[14]. Diese Ziele soll der Staat unter Berücksichtigung des Magischen Sechsecks[15] realisieren. Magisch ist es, da es schwierig ist die richtige Balance der sechs zum Teil diametralen Ziele zu finden.

Zwei weitere wichtige Ziele des Magischen Sechsecks sind das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz[16], welche einen hohen Beschäftigungsstand (s. 2.1.1) und ein stetiges angemessenes Wirtschaftswachstum anstreben.[17] Ebenso soll das Umweltschutzziel gewährleistet werden (s. 2.1.2).

2.1.1 Entwicklungstendenzen der Beschäftigungsstruktur in der Solarbranche

Die Einspeisevergütung für Photovoltaik führt zu einem hohen Beschäftigungsstand in der Solarbranche und stärkt somit das Wirtschaftswachstum und Deutschlands Markstellung[18] Entgegen der positiven Beschäftigungsstruktur der Solarbranche liegt das Risiko in der hohen Subventionierung von diesen Arbeitsplätzen[19]: energieintensive Betriebe, welche nicht so stark subventioniert werden, können unwirtschaftlich werden.[20]

Diese negative Entwicklungstendenz verdeutlicht die Relevanz der getätigten Reduzierung der Einspeisevergütung seitens der Politiker gemäß des Ordnungspolitik-Prinzips- der Wahrung der Wettbewerbsbedingungen und gemäß des Ziels eines stetigen und angemessenen Wirtschaftswachstums[21].

2.1.2 Umweltschutzziel

Ebenso ist das Umweltschutzziel[22] eine wichtige Komponente des Magischen Sechsecks, welches bei der Entscheidung über die getätigte Reduzierung eine wichtige Rolle gespielt haben sollte.

Solarstrom ist wegen seiner Co2 neutralen Eigenschaft und seiner absoluten Emissionsfreiheit umweltschonender im Vgl. zur konventionellen Stromerzeugung (s.Abb.7). Durch die Förderung von Solarstrom bis 2030 kann ein hoher Betrag an Co2 durch Solarstrom eingespart werden (s.Abb.8)[23]. Diesen umweltschonenden Aspekt durch Photovoltaik sollte der Staat bei der Entscheidung über die Reduzierung der Vergütung in Betracht gezogen haben.

2.2 Staat als Regulierer der Vergütungshöhe

Den oben genannten befürwortenden Aspekten (s.2.1.2) der hohen Einspeisevergütung steht die antizyklische Stabilisierungspolitik entgegen. Diese fordert den Staat dazu auf, in konsum- und investitionsschwachen Zeiten die Ausgaben zu erhöhen bzw. umgekehrt.

Diese Politik verlangt eindeutig nach einer Reduzierung der Einspeisevergütung, da der Staat demnach in konsumstarken Zeiten, welche durch eine stetig steigende Nachfrage[24] in Deutschland nach Photovoltaik-Anlagen Realität geworden sind, investieren muss. Ebenso verlangt das Ziel des Umweltschutzes[25], dass der Staat eingreift und die Reduzierung, wie sie beschlossen worden ist, durchführt.

Nachdem nun die Reduzierung unter Aspekten des Magischen Sechsecks und das staatliche Handeln in der Volkswirtschaft genauer betrachtet worden sind, stellt sich die abschließende Frage nach der Sinnhaftigkeit der Einspeisevergütung (s. 2.3).

2.3 Sinnhaftigkeit der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung war sinnvoll unter dem Aspekt, dass hierdurch Erneuerbare Energien gemäß EEG gefördert werden und somit das Umweltschutzziel (s.2.3) durch eine umweltschonende Energieerzeugung eingehalten wird[26].

Ebenso stellt sie einen Anreiz für die Unternehmer dar, in Photovoltaik-Anlagen zu investieren und gewährleistet auf Grund der Einspeisevergütungs-Garantie für die folgenden 20 Jahren[27] eine Investitionssicherheit für die Gewerbetreibenden. Somit konnte sich Deutschland die Position als Marktführer – als Produzent von Windkraft- und Biogasanlagen[28] - sichern. Demnach wird sich die bereits getroffene Entscheidung der Reduzierung der Vergütung nicht negativ auf die Volkswirtschaft auswirken und ist demnach sinnvoll.

Nun stellt sich die Frage, ob eine Reduzierung der Einspeisevergütung unter den vorhandenen Rahmenbedingungen realisierbar ist.

3 Sichtweisen der Wirtschaftssubjekte

Bisher ist die Einspeisevergütung für Solarstrom unter wirtschaftlichen bzw. theoretischen Aspekten betrachtet worden. Die Wirtschaftssubjekte (Bürger, Politiker und Unternehmer) spielen aber ebenfalls eine wichtige Rolle in: ohne ihr Handeln wäre es nicht zur praktischen Realisierung bzgl. der Einspeisevergütung gekommen. Deshalb müssen verschiedene Sichtweisen zum besseren Verständnis der bereits getätigten Reduzierung betrachtet werden.

[...]


[1] fördert die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen; 100.000-Dächer-Programm (26.06.2003)

[2] Erneuerbare Energien Gesetz; Art. 12 G des EEG (22.12.2009)

[3] Netzspannung aus der Steckdose

[4] Gestehungskosten sind die Kosten, die bei der Produktion von Solarstrom anfallen

[5] §2 StromEinspG (01.04.2000)

[6] gesetzlich festgelegte Mindestpreise sowie Abnahmepflicht von Solarstrom mittels Anlagenbetreiber kennzeichnen das Mindestpreissystem

[7] E Concept GmbH, (04.06.2010), http://www.e-concept.de/photovoltaik/anlagengroee/index.html

[8] Photon, (14.05.2010), http://solarmedia.blogspot.com/2009/06/vor-gewaltigem-boom.html:

[9] Degression: festgesetzte Satzhöhe für die Einspeisevergütung von neu installierten Anlagen, welche jährlich um einen bestimmten Prozentsatz sinkt

[10] BMU, (15.05.2010), http://www.solarserver.de/news/news-12296.html

[11] Ansammlung von mehreren Solarmodulen an einem Ort

[12] Vgl. manager magazin,(17.05.2010) http://www.managermagazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,690412 mit BMU, (15.05.2010) http://www.solarserver.de/news/news-12296.html

[13] BMU, (15.05.2010), http://www.solarserver.de/news/news-12296.html

[14] Schenk,H.: 2009, S. 11

[15] Schenk,H.: 2009, S. 14ff.

[16] 1963: Gesetz über die Bildung eines Sachverständigenrates zur Begutachtung des gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

[17] Schenk H: 2009, S.13

[18] BMU, (15.05.2010), http://www.solarserver.de/news/news-12296.html

[19] durchschnittlich ca. 177.000 €/ Arbeitsplatz

[20] Vgl. Krause, K.P., (15.05.2010), http://kpkrause.de/?p=869

[21] 1963: Gesetz über die Bildung eines Sachverständigenrates zur Begutachtung des gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

[22] Vgl. Schenk, H: 2009. S.104

[23] Solar World AG, (20.05.2010), http://konzernbericht2009.solarworld.de/konzernlagebericht/prognosebericht2010/chancen/chancen aus-der-entwicklung-der-rahmenbedingungen.html

[24] Photon, (14.05.2010), http://solarmedia.blogspot.com/2009/06/vor-gewaltigem-boom.html

[25] Vgl. Schenk, H: 2009. S.104

[26] §1, EEG, (1.1.2009)

[27] §21, Abs.2, EEG (1.1.2009)

[28] Frost and Sullivan, (28.05.2010), http://www.klimaktiv.de/article156_9737.html

Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656399766
ISBN (Buch)
9783656400868
Dateigröße
845 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211797
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen – SRH FernHochschule Riedlingen
Note
2,3
Schlagworte
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Titel: Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik