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Die wichtigsten Stationen des Ministerium für Staatssicherheit und seine Bedeutung

Hausarbeit 2013 10 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Das MfS und die DDR

Aufbau und Vorgehensweise des MfS

Das Ende des MfS

Die „Stasi-Akten“

Mitarbeiter und Opfer

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Dezember 1989 stürmten die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) die Bezirksstellen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS oder auch Stasi). Die Wut der Menschen entlud sich bei dem Feindbild, mit dem sie ihre Regierung verbanden. Mit diesem Sturm endete unter anderem eine Zeit der Unterdrückung, Angst und Bespitzelung. Es kamen Informationen zu Tage, die viele Menschen schockten und sie in ihren Befürchtungen bestätigten. Diese Arbeit soll einen Überblick über die wichtigsten Stationen des MfS und seine Bedeutung geben.

Das MfS und die DDR

Das MfS wurde am 08. Februar 1950 mit der Bestätigung des Gesetzes über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit gegründet.[1] Der erste Leiter als Minister für Staatssicherheit war der Funktionär Wilhelm Zaisser[2], gefolgt von Ernst Wollweber[3] und anschließend von Erich Mielke.[4] Mielke baute das MfS zu einem enormen Machtapparat aus. Die Bespitzelung konnte mitunter bis ins Private gehen, so dass niemand in der DDR davor gefeit war. Aus diesem Grund wurde das MfS

auch gerne der „Mielke-Konzern“ genannt.[5]

Die Aufgaben der Behörden lagen vorrangig im Bereich der Überwachung zum Schutz vor den „imperialistischen-kapitalistischen“ Kräften. Die Überwachung betraf die Bevölkerung und auch das Ausland mit besonderem Fokus auf die Bundesrepublik Deutschland. Als geheimer Nachrichtendienst war sie im In- und Ausland gefürchtet.[6]

Das Verhältnis zwischen der Regierungspartei „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“ (SED) und dem MfS war bedingungslos. Oft wurde die Stasi auch als

„Schild und Schwert“ der Partei bezeichnet. Doch trotz allem war sie der SED weisungsgebunden. Gerade nach der Wende gab es sehr oft die Aussage, dass das MfS ein „Staat im Staate“ war. Dies führte zu zahlreichen Diskussionen über die eigentliche Machtverteilung. Viele ehemalige Parteispitzen stritten darum, weil es gleichermaßen eine Diskussion über die Schuld war. Faktisch war es aber so, dass die Staatssicherheit ihre Befugnisse nicht überschritt und sich dem Willen der Partei unterordnete. Auch waren Beschattungen in der Partei weites gehend tabu. Das würde bedeuten, dass zumindest der Staatssekretär und die engsten Funktionäre über die Arbeit und Wirkungsweise des MfS informiert und weisungsberechtigt waren. Diese Hierarchie bestätigt das Selbstverständnis als „Schild und Schwert“. Jedoch hatte die Staatssicherheit innerhalb der gesetzten Grenzen eine enorme Machtfülle, die sich in der Frage der Ressourcenverteilung und den Einfluss auf

politische Entscheidungsprozesse wiederspiegelt. Da könnte man von einem „Staat im Staat“ sprechen[7], doch die Aussage „Stasi-Staat“ muss in Bezug auf das Mächteverhältnis im Staat korrigiert werden. Das MfS war allgegenwärtiger als die SED, dennoch unterlag sie den Anweisungen der Regierung und „machte“ nur in ihrem eigenen Bereich eine eigene Politik. 8 9 10

Aufbau und Vorgehensweise des MfS

Das Gesetz, dass die Gründung des MfS beschloss, bestand lediglich aus zwei Paragraphen. In diesen Paragraphen wurde besagt, dass alles, was das MfS betrifft durch interne Richtlinien und Dienstanweisungen geregelt würde. Dies hat natürlich enorme Vorteile. So konnte das Aufgabengebiet und die Kompetenzen schneller

[...]


[1] Vgl. Gesetzesblatt der Deutschen Demokratischen Republik Nr. 15/1950 vom 21. Februar 1950.

[2] GIESECKE, J.: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit. Kurzbiographien des MfS- Leitungspersonals 1995 bis 1989. IN: SUCKUT, S. / NEIBERT, E. / VOLLNALS, C. / Süß, S. / ENHELMANN, R. (hr.): Anatomie der Staatssicherheit. Geschichte, Struktur und Methoden – MfS- Handbuch -.Berlin. 1995. S. 80.

[3] Vgl. ebenda. S. 78.

[4] Vgl. ebenda. S. 49.

[5] ANDERSEN, U.; WICHARD, W. (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003.

[6] GILL, D.; SCHRÖTER, U.: Das Ministerium für Staatssicherheit: Anatomie des Mielke-Imperiums. Rowohlt Berlin GmbH. Berlin. 1991. S. 31.

[7] GIESEKE, J.: Der Mielke-Konzern: Die Geschichte der Stasi 1945-1990.Deutsche Verlags-Anstalt. München. 2001. S.103.

[8] KLEIN, T.: SED-Parteikontrolltätigkeit in den vierziger Jahren. IN: SUCKUT, S. / Süß, W. (Hr.): Staatspartei und Staatssicherheit. Zum Verhältnis vin SED und MfS. Berlin. 1997. S. 89 f.

[9] FRICKE, W.: Das MfS als Instrument der SED am Beispiel politischer Strafprozesse. IN: SUCKUT, S. / Süß, W. (Hr.): Staatspartei und Staatssicherheit. Zum Verhältnis vin SED und MfS. Berlin. 1997. S. 199ff.

[10] HERTLE, H.-H.: Wußte der eine, was der andere tat? IN: SUCKUT, S. / Süß, W. (Hr.): Staatspartei und Staatssicherheit. Zum Verhältnis vin SED und MfS. Berlin. 1997. S. 271ff.

Details

Seiten
10
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656392941
ISBN (Buch)
9783656394709
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211378
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Geschichte
Note
1,8
Schlagworte
ministerium staatssicherheit

Autor

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