Lade Inhalt...

Darstellung und Würdigung des Goodwill-Impairment-Tests nach IAS 36

Seminararbeit 2012 14 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen
2.1 Derivativer Goodwill
2.2 Impairment-Test

3. Folgebewertung des Goodwills durch den Impairment-Test nach IAS
3.1 Impairment-Only-Ansatz
3.2 Impairment-Test des Goodwills
3.3 Ermittlung der Buchwerte zahlungsmittelgenerierender Einheiten
3.2.1 Strukturierung zahlungsmittelgenerierender Einheiten
3.2.2 Verteilung des Goodwill auf zahlungsmittelgenerierendeEinheiten
3.4 Ermittlung des Nettoverkaufspreises
3.5 Ermittlung des Nutzungswertes

4. Kritische Würdigung des Goodwill-Impairment-Tests nach IAS

Ehrenwörtliche Erklärung

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

TABELLEN- UND ABILDUNGSVERZEICHNIS

Tabelle I: In Anlehnung an: Wulf, I (2008), S. 93.

1. Einleitung

Unternehmenskäufe spielen in der heutigen globalisierten Weltwirtschaft eine entscheidende Rolle. Für die Konzernrechnungslegung im Rahmen der IFRS ist es dabei von besonderer Bedeutung, die Firmenwerte akquirierter Unternehmen, die in der internationalen Rechnungslegung auch als Goodwill bezeichnet werden, in der Konzernbilanz korrekt abzubilden. Um die Darstellung des Goodwills korrekt vorzunehmen, muss zunächst geklärt werden, wie dieser bilanziell zu bewerten ist.

In den IFRS ist die Bewertung eines solchen derivativen Firmenwertes in IFRS 3 geregelt. Dieser Standard wurde im Januar 2008 vom IASB veröffentlicht und bildet den Abschluss der zweiten Phase des Projektes „Business Combinations“. Der IFRS 3 regelt die Bewertung von Firmenwerten sowohl im Einzel- als auch im Konzernabschluss, wobei der Goodwill im Einzelabschluss im Zuge eines Asset Deals entsteht und auf der Ebene des Konzernabschlusses durch einen Share Deal.[1]

Da die Bewertung des Goodwills zum korrekten Zeitwert erfolgen muss, ist es notwendig; Abschreibungen des Goodwills vorzunehmen.

Wie die Abschreibungen des Goodwills vorzunehmen sind ist, in IFRS 3.55 geregelt. Dieser Standard sieht anstatt der planmäßigen Abschreibung des Goodwills vor, das bilanzierende Unternehmen dazu zu verpflichten, den Goodwill mindestens einmal jährlich durch einen Impairment-Test nach IAS 36 auf eventuelle Wertminderungen zu testen.[2]

Wie der Goodwill-Impairment-Test nach IAS 36 durchzuführen ist und welche spezifischen Anforderungen dieser an die Konzernrechnungslegung nach IFRS stellt, ist Thema dieser Arbeit. Dazu werden zunächst die beiden Begriffe Goodwill und Impairment-Test erläutert, um dann in den folgenden Kapiteln die genaue Durchführung des Goodwill-Impairment-Tests darzustellen und zu analysieren.

2. Begriffsbestimmungen

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS genau unter dem zu bilanzierenden Goodwill und der Bewertungsmethode des Impairment-Tests zu verstehen ist, werden diese beiden Begriffe in den folgenden zwei Kapiteln weitergehend erläutert.

2.1 Derivativer Goodwill

In der internationalen Rechnungslegung bezeichnet der Goodwill den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert. Dieser bildet sich aus der Differenz zwischen dem erzielten Kaufpreis für ein Unternehmen und dem gesamten Vermögen abzüglich der Schulden, also dem Reinvermögen. Der daraus resultierende Betrag muss aktiviert werden. Die Erfassung des Goodwills bildet dabei ein gedankliches Konstrukt, durch das versucht wird, die immateriellen geschäftswertbildenden Faktoren des betroffenen Unternehmens zu erfassen.[3]

Trotz der immateriellen Eigenschaft des Goodwills, zählt dieser nicht zu den immateriellen Vermögensgegenständen nach IAS 38. Vielmehr spiegelt sich der Charakter immaterieller Vermögensgegenstände in der Abschreibungsmethode des Goodwills wider, da die Folgebilanzierung des Goodwills nach der Methode der Folgebewertung immaterieller Vermögensgegenstände mit unbestimmter Nutzungsdauer durchgeführt wird.[4]

Folglich ist die Nutzungsdauer des Goodwills nicht genau zu bestimmen ist. Daher sind Unternehmen im Rahmen der Konzernrechnungslegung nach IFRS dazu gezwungen, den Goodwill mindestens einmal im Jahr, auch bei eindeutigen äußeren Einflüssen, einem Impairment-Test zu unterziehen, um den genauen Wert des Vermögenspostens zu ermitteln. Allerdings sind in IAS 36 auch bestimmte Umstände benannt, unter denen die Notwendigkeit eines Werthaltigkeitstest entfällt. Diese Umstände werden in dem nachstehenden Kapitelen genauer erläutert.

2.2 Impairment-Test

Um Vermögensgegenstände im Zuge der internationalen Konzernrechnungslegung den IFRS entsprechend darstellen zu können, ist es notwendig, diese zu ihrem Fair Value zu bewerten. Aus diesem Grund geben die IFRS vor, alle Sachanlagen, immaterielle Anlagegüter und den Goodwill mindestens einmal jährlich durch einen Impairment-Test auf eine mögliche Wertminderung hin zu testen. Das Wort Impairment steht dabei für die Wertminderung, die nach einer außerplanmäßigen Abschreibung verlangt.[5]

Allerdings sind neben der Verpflichtung, den Impairment-Test der Vermögengegenstände einmal jährlich durchzuführen, auch noch weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen, die der Auslöser einer Wertminderung sein können und somit eine Feststellung des Fair Values durch den Impairment-Test nach sich ziehen.

Im Zuge dessen werden durch den IAS 36 externe und interne Faktoren genannt, die auf eine Wertminderung hinweisen können. Ist zum Beispiel festzustellen, dass es im Laufe des Geschäftsjahres zu bedeutenden Veränderung in der Unternehmensumwelt mit direkter Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert der entsprechenden Vermögensgegenstände gekommen ist, wird dies zu den externen Faktoren gezählt. Eindeutige Hinweise auf einen Schaden oder eine Überalterung des Vermögensgegenstandes werden hingegen zu den internen Faktoren gezählt.[6]

Allerdings kann es auch dazu kommen, dass die Notwendigkeit des Impairment-Test entfällt, falls sich seit der letzten Durchführung des Impairment-Tests die Werte des Vermögens und der Schulden der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit nicht wesentlich verändert haben, sich bei der letzten Feststellung des Nettoverkaufspreises beziehungsweise des Nutzungswertes ein wesentlicher Überhang der beiden Werte über dem Buchwert der ZGE ergab oder sich die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Wertminderung unter den gegebenen Umständen als zu vernachlässigen bewerten lässt.[7]

3. Die Folgebewertung des Goodwill durch den Impairment-Test nach IAS 36

Nachdem die grundlegenden Begriffe geklärt wurden, wird in den nächsten Kapiteln der Impairment-Test des Goodwills nach IAS 36 detailliert dargestellt.

3.1 Impairment-Only-Ansatz

Der durch IFRS 3 vorgegebene Impairment-Only-Ansatz bildet die Grundlage für die bilanzielle Erfassung des Goodwills im Rahmen der internationalen Konzernrechnungslegung. Dieser schreibt vor, dass der Goodwill ausschließlich außerplanmäßig abzuschreiben ist. Somit ist die Erfassung der Wertminderung durch eine planmäßige Abschreibung des Goodwills über seine voraussichtliche Nutzungsdauer nicht zulässig.

So sind die Unternehmen dazu verpflichtet, den Goodwill nach seiner erstmaligen Konsolidierung mit seinem anfänglichen Wertansatz zu aktivieren, bis ein durch IAS 36 geregelter Impairment-Test eine Wertminderung ergibt, eine solche Wertminderung ist dabei simultan auch in der GuV zu erfassen.[8]

3.2 Impairment-Test des Goodwills

Die im Rahmen des Goodwill-Impairment-Tests anzuwendende Systematik wird durch die nachfolgende Grafik dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung I: In Anlehnung an Wulf, I. (2008), S. 93.[9]

Im ersten Schritt des Goodwill-Impairment-Tests ist der Buchwert der ZGE dem Wert des erzielbaren Betrages gegenüberzustellen. Die Höhe des erzielbaren Betrages resultiert dabei aus der Höhe des Nettoverkaufspreises beziehungsweise des Nutzungswertes. Wie im Rahmen der Konzernrechnungslegung der Nettoverkaufspreis und der Nutzungswert des Goodwills bestimmt werden, wird in den Kapiteln 3.4 und 3.5 weitergehend erläutert.

[...]


[1] Vgl. Buchholz, R. (2011), S. 135.

[2] Vgl. Hayn, S. u.a. (2006), S. 64.

[3] Vgl. Hüttche, T. (2010), S. 203.

[4] Vgl. Grünberger, D. (2008), S. 364.

[5] Vgl. Weißenberger, B.E. (2007), S. 130.

[6] Vgl. Wengel, T. (2007), S. 25.

[7] Vgl. Kirsch, H. (2012), S. 190.

[8] Vgl. Pellens, B. u.a. (2011), S. 766.

[9] Vgl. Wulf, I. (2008), S. 93.

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656393115
ISBN (Buch)
9783656394372
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211228
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Schlagworte
darstellung würdigung goodwill-impairment-tests

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Darstellung und Würdigung des Goodwill-Impairment-Tests nach IAS 36