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Confederation Poets. Kanadas internationale Rolle in William Wilfred Campbells "The Lazarus of Empire" und Duncan Campbell Scotts "To a Canadian Aviator Who Died for His Country in France"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 19 Seiten

Literaturwissenschaft - Kanada

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einfuhrung

2. Die Werke
2.1. The Lazarus Of Empire
2.1.1. Das Gedicht
2.1.2. Die Form
2.1.3. Die Formen der Darstellung von Kanadas international Rolle
2.1.4. Die Funktion der Darstellung von Kanadas internationaler Rolle
2.2. To A Canadian Aviator Who Died For His Country In France
2.2.1 Das Gedicht
2.2.2. Die Form
2.2.3. Die Form der Darstellung von Kanadas internationaler Rolle
2.2.4. Die Funktion der Darstellung von Kanadas internationaler Rolle

3. Schlussfolgerung

4. Bibliographie

1. Einfuhrung

William Wilfred Campbell und Duncan Campbell Scott gehorten zu den bekanntesten Vertretern der Gruppe der "Confederation Poets". Ihr teilweise gemeinsames Wirken umfasste Lyrik uber Themen der Natur, des Menschen, der Natur in der Koexistenz mit dem Menschen, spirituell beeinflusste Werke wie auch politische.

Zu den politisch-historischen Werken der Autoren gehoren auch Campbells "The Lazarus of Empire" und Scotts "To A Canadian Aviator Who Died For His Country In France". Beiden Werken liegt eine eigene Sichtweise auf das Mutterland der Autoren zugrunde.

Genau dieser Weg, der sich in verschiedenen Formen zeigt, bildet die Grundlage der Fragestellung dieser Arbeit: wie zeigt er sich und warum haben die Autoren diesen gewahlt? Welche Intention steckte dahinter?

Anhand der Erlauterung der dargelegten Werke und ihres sowie der Autoren Hintergrunds will ich zeigen, dass sich in den mehr als zwanzig Jahren, die zwischen den Veroffentlichungen lagen, einiges in Kanada getan hat, so dass die beiden Autoren in ihren Werken vollkommen andere Sichtweisen auf die Thematik offenbaren. Unterschiede, die sich vor allem durch die Veranderungen in ihrem Heimatland in dieser Zeit begrunden lassen.

2. Die Werke

2.1. The Lazarus OfEmpire

2.1.1. Das Gedicht

William Wilfred Campbell schrieb 'The Lazarus Of Empire' im Herbst des Jahres 1894, ein Stuck, welches als Teil seiner nationalpatriotischen und den britischen Imperialismus verherrlichenden Werke angesehen wird.1

Wenn man Campbells vorangegangenes Werk 'Lazarus' berucksichtigt, kann man den im Titel vorkommenden Lazarus auf die Figur des Lukasevangeliums ('Der Arme Lazarus und der Reiche Mann') beziehen und nicht auf den im Johannesevangelium von Jesus von Nazareth wiedererweckten Lazarus von Bethanien.2

2.1.2. Die Form

'The Lazarus Of Empire' gliedert sich in mehrere Strophen. In der Buchform von 1904 wird das Gedicht durch einen Seitenwechsel durchtrennt, die ersten vier Zeilen finden sich auf einer Seite, der Rest wird auf der folgenden fortgefuhrt. Diese Trennung konnte absichtlich sein, lasst die Seite in Campbells "The Collected Poems Of Wilfred Campbell" doch genugend Platz fur den Rest der ersten Strophe.3 Die Version der Canadian Poetry Press, hinter der sich die University Of Western Ontario verbirgt, fugt diese Trennung in ihrer Onlineausgabe zusammen. Ich werde mich in diesem Werk auf die Ausgabe desAutors beziehen und daher von vier Strophen ausgehen.

Die Form der Strophen variiert. Hat die erste nur vier Zeilen, gehen die zweite und dritte uber acht, wahrend die vierte und letzte Strophe ganze zwolf Zeilen umfasst.

Die Verse reichen von sieben bis zwolf Silben, beinhalten aber meist acht, wobei das VersmaR meist aus drei aufeinander folgenden Anapaest besteht, was jedoch in der freien Form nicht konsequent und einheitlich beibehalten wird. Das Reimschema ist ebenso uneinheitlich.

Die erste Strophe folgt im Endreim einem ABCBD - Schema. (place/race)

Die zweite Strophe beinhaltet im zweiten und vierten Vers einen Binnenreim (lip/ship und last/vast), wahrend die Strophe im gesamten einem E F E G H I H - Schema folgt.

Die dritte Strophe beinhaltet nur im siebten Vers einen Binnenreim (last/vast in der Wiederholung) und folgt im gesamten einem J KLKMHGH - Schema.

Die letzte Strophe hat nur im elften Vers einen Binnenreim (wieder last/vast in der Wiederholung) und folgt ansonsten einem NOPOQRSRTVWV- Schema.

Der Wortschatz ist klassisch allgemein und leicht verstandlich, ebenso wie die Syntax, die sich groRen Verschachtelungen enthalt und klar die intendierte Erzahlung des Gedichts nachverfolgen lasst.

2.1.3. Die Formen der Darstellung von Kanadas internationaler Rolle

"The Celt, he is proud in his protest,

The Scot, he is calm in his place,"4

In der ersten Strophe werden gleich zwei Volksgruppen aufgezahlt, die Teil des britischen Empire sind. Mit dem Kelten konnten der Waliser gemeint sein, allerdings macht es mehr Sinn den Protest, den Campbell hier anfuhrt, auf die 'Home Rule Bills' im Irland des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu beziehen.

"For each has a word in the ruling and doom
Of the empire that honors his race:"

Hier will Campbell zeigen, dass sowohl der aufruhrerische Ire als auch der ruhige Schotte Grund zu seinem Tun oder Nichttun hat, denn sie besitzen Mitspracherecht in der Regierung und dem Schicksal des Imperiums.

"And The Englishman, dogged and grim,
Looks the world in the faces as he goes,
And he holds a proud lip, forthe sails his own ship,
And he cares not for rivals nor foes;"

Klar bewundernde Tone Campbells fur den Englander; das stolze Mundwerk soil hier wohl auf die interventionistische Art des Kernstaates eingehen, der es sich erlauben kann uberall unerschrocken mitzuwirken. Dieses 'uberall' wird ihm gerade durch das eigene Schiff ermoglicht, das ein Sinnbild fur Mobilitat und, gerade im ausgehenden kolonialen Zeitalter, fur Macht darstellt.

"But lowest and last, with his areas vast,
And horizon so servile and tame,
Sits the poor beggar Colonial
Who feeds on the crumbs ofherfame."

Mit "her" wird hier weiterhin das britische Empire gemeint sein, oder ihre Konigin Victoria, die zu der Zeit sinnbildlich dafur stand. Die niedrigste und letzte Stellung, die Campbell hier dem Koloniebewohner, er meint wohl den Kanadier an sich, attestiert, spricht fur sich. Gute ressourcenrelevante Vorraussetzungen werden mit den weiten Gebieten erwahnt, auRenpolitische Sicherheit mit dem zahmen und unterwurfigen Horizont symbolisiert. Dies konnte eine direkte Bezugnahme auf die Anerkennung der kanadischen Staatsgrenzen durch die in den Jahren zuvor als bedrohlich empfundenen Vereinigten Staaten von Amerika sein. Dass der Kolonielle sich von den Krumeln des Ruhms des Empires ernahrt, wird wohl eine klare Bezugnahme aufdie international eher passive Politik Kanadas sein.

"He knows no place in her councils,
He holds no part in the word
That girdles the world with its thunders,
When the fiat of Britain is heard;"

[...]


1 Boone, Laurel, "Wilfred Campbell reconsidered" in Canadian Literature No. 94, Toronto 1982, S. 77

2 Campbell, Wilfred, The Collected Poems Of Wilfred Campbell, Toronto 1904, S. 238

3 Campbell, Wilfred, The Collected Poems Of Wilfred Campbell, Toronto 1904, S. 238

4 Campbell, Wilfred, The Collected Poems Of Wilfred Campbell, Toronto 1904, S. 238

Details

Seiten
19
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656393269
ISBN (Buch)
9783656394419
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211144
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Englisches Seminar
Note
3.0
Schlagworte
Canadian confederation poetry william wilfred campbell duncan campbell scott

Autor

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