Lade Inhalt...

Kritisch-kommunikative Didaktik in der Berufsschule

Hausarbeit 2011 12 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1 Der kritische Aspekt
2.2 Der kommunikative Aspekt

3. Probleme und Möglichkeiten in der Praxis, bezogen auf berufsbildende Schulen mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik
3.1 Anwendung der kritisch-kommunikativen Didaktik im Berufsschulunterricht
3.1.1 Positive Aspekte in der Berufsschulpraxis
3.1.2 Negative Aspekte in der Berufsschulpraxis
3.2 Übertragung auf die Arbeit der zukünftigen Erzieher

4 Ausblick

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

Der bereits in der siebziger Jahren entwickelten Unterrichtsform „Kritisch-kommunikative Didaktik“ wurde bis jetzt wenig Freiraum in den Lehrplänen gelassen. Weltweit wird Demokratie propagiert, in der Schule ist sie aber noch nicht angekommen. Die hierarchische Struktur der Schuladministration zu verändern (nicht nur zu kritisieren) trauen sich nur wenige. Natürlich hat sich schon einiges verändert; Schülersprecher und Eltern haben mittlerweile mehr Einfluss auf die Schulpolitik. Nicht aber auf den Unterricht, was ja der Sinn der Schule ist. Boettcher formuliert dazu:

„Jede Diskussion und Entscheidung über schulische Lernziele bleibt in schwerwiegender Weise Verkürzt, wenn sie nicht auch die ,Unterrichtsstile‘ diskutiert, die die Erreichung dieser Lernziele unterstützen oder hemmen.“[1]

Obwohl bekannt ist, dass Frontalunterricht eine der ungeeignetsten und veraltetsten Methoden ist, wir er immernoch (wohl auch aus Bequemlichkeit) zu oft angewandt.

Die Kritisch-kommunikative Didaktik demokratisiert den Unterricht, das bedeutet, die Schüler haben direkten Einfluss auf die Form der Unterrichtsweise und die Inhalte. In der Schulischen Allgemeinbildung ist es natürlich nicht Sinnvoll den Schülern volle Entscheidungsfreiheit für den Unterrichtsinhalt zu geben, da diese pauschal gesehen noch nicht wissen, welches Wissen für sie und ihre Zukunft wichtig ist. Dennoch ist es wichtig sich an ihren Interessen zu orientieren, da bekannter Weise Bildung am besten durch positive Motivation funktioniert.

2. Begriffserklärung

Der Name erklärt sich nicht zwingend von alleine, deswegen wird er im Folgenden näher besprochen.

2.1 Der kritische Aspekt

„Kritisch ist diese Didaktik, weil sie die vorhandenen Wirklichkeiten, die Ist- Werte unserer Gesellschaft, eben nicht unkritisch akzeptiert, sondern – sofern es die Schule überhaupt kann – über entsprechende Analyse permanent zu verbessern trachtet, in Sollens-Werte zu überführen sucht.“[2]

Inhalte werden also ständig hinterfragt und verbessert. Wissen wird nicht vermittelt, sondern entwickelt. Schüler und Lehrende entscheiden gemeinsam was sie wie behandeln werden, um effektiv zu lernen. Inhalt, Methoden und eigenes Verhalten wird beobachtet und analysiert, dann werden Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert und ausprobiert. Diese Schritte wiederholen in regelmäßigen Abständen. In der kritischen Didaktik galt diese Analyse und Änderung der Praxis in erster Linie dem Lehrenden. Nun, mit der Verbindung mit der kommunikativen Didaktik werden auch die Lernenden mit einbezogen – und das ist nur durch Kommunikation möglich.

2.2 Der kommunikative Aspekt

Der kritische Aspekt ist abhängig von einer störungsfreien Kommunikation. Kommunikation bedeutet in erster Linie Verständigung[3] und gemeinsames kritisches Arbeiten kann nur durch Verständigung funktionieren. Kommunikation funktioniert nicht durch das einfache Sprechen in der Gruppe. Es muss sich verstanden werden, Verstanden im Sinne von Vokabular, aber auch im Sinne von Sympathie. Denn nur durch ein ausgeglichenes Klima und allgemeinem Verstehen kann ein Konsens gefunden werden. Für diese Klima ist ein komplementärer Unterrichtsstil nicht wirkungsvoll. Symmetrische Kommunikation, also wenn Lehrende und Schüler sich auf einer Ebene bewegen ist Grundlegend für ein demokratisches Arbeits- oder Lernverhältnis mit emanzipatorischer Entwicklungswirkung[4] Dabei muss der Lehrende sich nicht vollständig in die Gruppe integrieren, er behält weiterhin eine leitende, oder besser anregende Funktion. Bei Problemen dient er als Mediator.

[...]


[1] W. Boettcher 1976, S. 261 in Kommunikative Didaktik, Hrsg.: W. Popp.

[2] G. Rinschede 2007, S. 64, Allgemeindidaktische Grundlagen, in: Geographiedidaktik, Hrsg.: H. Heineberg.

[3] K. Aschersleben 1983, S. 132-136, Die kommunikative Didaktik, in: Didaktik.

[4] Vgl. W. Boettcher 1976, S. 262 in Kommunikative Didaktik Hrsg.: W. Popp.

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656391098
ISBN (Buch)
9783656391562
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210974
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Schlagworte
kritisch-kommunikative didaktik berufsschule Sozialpädagogik

Autor

Zurück

Titel: Kritisch-kommunikative Didaktik in der Berufsschule