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Begriff der Ousia / Substanz bei Aristoteles

Seminararbeit 2012 10 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

Inhalt

1. Abkürzungsverzeichnis

2. Einleitung

3. Die Ousia in der Kategorienschrift
3.1. Bedeutung der ersten Kategorie
3.2. Bedeutung der weiteren Kategorien
Quantität
Qualität
Relation
Ort, Raum
Zeit
Situation
Haben
Aktivität
Passivität
3.3. Art und Gattungsbestimmung

4. Rangordnung der Substanzen

5. Bestimmung der Substanz als Art und Gattung

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis

Rechts- und Genderhinweis

Vorliegende Arbeit wurde von mir selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet. Alle Stellen, die wörtlich oder inhaltlich den angegebenen Quellen entnommen wurden, sind als solche kenntlich gemacht.

Aus sprachlichen Gründen werden geschlechtsbezogene Bezeichnungen manchmal nur in einer Form verwendet. Damit ist keinerlei diskriminierende Wertung verbunden.

1. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Einleitung

Das vorliegende Paper entstand im Rahmen des Kurses „Theoretische Philosophie – Grundlagen und Anwendungen“. Im Rahmen dieses Papers möchte ich mich mit dem aristotelischen Begriff der Ousia bzw der Substanz auseinandersetzen, wie er diesen in seiner Kategorienschrift (Organon) verwendet hat. Wie in der Literatur nachzulesen ist, verwendet Aristoteles verschiedene Bedeutungen von „Substanz“. In der Kategorienschrift bilden die Arten von Seiendem die Zweite Substanz und das konkrete Einzelding die erste. Wohingegen er die Art bzw das Wesen in den metaphysischen Schriften als Erste Substanz einführt.[1]

Aristoteles geht es um die korrekte begriffliche Erfassung von Dingen, um damit den Wissenschaften stabile Arbeitsgrundlagen verfügbar zu machen. Mehrdeutige Namen will er zB in eindeutige Begriffe umwandeln, womit logische Untersuchungen bzw Syllogismen erst möglich werden.[2]

Ich werde mit der Erklärung der Kategorien beginnen und versuchen den Unterschied zwischen den Ersten und Zweiten Substanzen zu erläutern. Weiters werde ich darstellen, wie wir zu Art- und Gattungsbegriffen gelangen und wie diese vom eigentlich Seiendem abhängig sind.

3. Die Ousia in der Kategorienschrift

Bei den Schriften des Aristoteles handelt es sich nicht um durchgängige Bücher über ein Thema, wie wir dies heute kennen. Bei seinen Werken handelt es sich um Traktate und Notizen für mündliche Vorlesungen, welche von Editoren oder Bibliothekaren unter bestimmten Ordnungstiteln zusammengefasst wurden. Die Kategorienschrift ist seit der Aristoteles-Ausgabe des Andronikos von Rhodos unter dem Namen „Organon“ bekannt. Der Text des Organon bringt den Eindruck mit sich, als dass der Autor oder spätere Editoren Korrekturen, Ergänzungen oder Ausmerzungen vorgenommen haben. Er ist als unabgeschlossenes Werk überliefert. Es ist die erste logische Schrift des Aristoteles und dürfte bereits in jener Zeit verfasst worden sein, als er noch an der platonischen Akademie studierte bzw tätig war.[3]

Das fünfte Kapitel beinhaltet eine ontologie Abhandlung der „Ousia“. Der Begriff Ontologie leitet sich vom griechischen „onta, das Seiende“ sowie vom griechischen „logos, Lehre“ her. Bei der Ontologie handelt es sich also um die „Lehre vom Seienden“ als solchem, von den allgemeinsten Seinsbegriffen, Seinsbedeutungen und Seinbsbestimmungen. Ousia bedeutete in der griechischen Umgangssprache soviel wie „Besitz“ oder „Anwesen“.[4]

Aristoteles teilte alles Seiende in zehn Kategorien, wobei die erste Kategorie die eigentliche Ousia ist. Die Ousia bzw erste Substanz ist das grundlegende Substrat an der sich alle anderen Kategorien verwirklichen. Bei diesen weiteren Kategorien handelt es sich um Akzidenzien bzw kontingente Eigenschaften.[5]

Eine vollständige Auflistung der Kategorien führt Aristoteles lediglich im vierten Kapitel der Kategorienschrift an. In seinen nachfolgenden Schriften werden diese bereits als allgemein bekannt angenommen und ihr Umfang nur angedeutet. Auch in seinen metaphysischen Schriften werden nur drei Kategorien explizit erwähnt. Da ich nicht von der allgemeinen Bekanntheit von rund 2.300 Jahre alten aristotelischen Kategorien ausgehe, werde ich die genannten Kategorien auflisten:[6]

1. Seiendheit (Substanz)[7]
2. Irgendwieviel (Quantität)
3. Irgendwie (Qualität)
4. In-bezug-auf (Relation)
5. Irgendwo (Ort, Raum)
6. Irgendwann (Zeit)
7. Liegen (Situation)
8. Haben (Eigenschaft)
9. Tun (Aktivität)
10. Erleiden (Passivität)

[...]


[1] Fonfara, Die Ousia-Lehren des Aristoteles. S 37. Hilt Annette, Ousia – Psyche – Nous. Freiburg 2005; in: Röck, Das Problem der Veränderung. S 34.

[2] Röck, Das Problem der Veränderung. S 36.

[3] Fonfara, Die Ousia-Lehren des Aristoteles. S 17. Craemer-Ruegenberg, Die Naturphilosophie des Aristoteles. S 15, 23. Ermano, Substanz als Existenz. S 45f. Röck, Das Problem der Veränderung. S 35.

[4] Kirchner / Michaelis, Wörterbuch der Philosophischen Begriffe. Ontologie. S 472. Fonfara, Die Ousia-Lehren des Aristoteles. S 1.

[5] Fonfara, Die Ousia-Lehren des Aristoteles. S 17.

[6] Fonfara, Die Ousia-Lehren des Aristoteles. S 17. Ermano, Substanz als Existenz. S 46.

[7] Der Begriff Seidendheit (Ousia) kennt zahlreiche terminologische Entsprechungen, wie zB Wesen, Essenz, Substanz, Entität, Wesenheit, Seyn, ..., wobei immer ein anderer Aspekt betont wird. Ermano, Substanz als Existenz. S 46.

Details

Seiten
10
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656384731
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210906
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Christliche Philosophie
Note
1
Schlagworte
Aristoteles Substanz Ousia Wesen Forma Natur Kategorien Organon

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Titel: Begriff der Ousia / Substanz bei Aristoteles