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Der Einfluss unserer Ernährung auf die Umwelt?

Hausarbeit 2012 13 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
Warum dieses Thema?

2. Hauptteil
2.1. Der Planet als Umwelt
2.2. Die Menschen als Umwelt
2.3. Die Tiere als Umwelt

3. Fazit
Komplexität des Themas und mögliche Auswege

4. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Der Gang durch den Supermarkt gleicht einer Weltreise: Tomaten aus Spanien, Pistazien aus dem Iran oder Kalifornien, Möhren aus Holland, Kiwis aus Neuseeland, Orangen aus Italien, Marokko, der Türkei oder Griechenland, Bananen aus Brasilien, Costa Rica, Indonesien, Mexiko oder Ägypten, Mangos aus Pakistan, Indien, Thailand oder Israel. Und dies ist nur eine kleine Auswahl von Lebensmitteln. All diese Produkte werden zu uns nach Deutschland oder in andere europäische Länder geliefert. Sie werden eingeflogen, per Lkw eingefahren oder per Schiff transportiert. Jeder weiß, dass somit schädliche Treibhausgase in die Umwelt abgegeben werden. Und jeder weiß auch, dass Länder wie Indien, Pakistan, Costa Rica oder Indonesien zu den Entwicklungsländern zählen[1], dass dort also Armut herrscht und Menschen Hunger leiden. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger oder an den damit verbundenen Krankheiten[2]. Alle vier Minuten verliert jemand das Augenlicht wegen Vitamin-A-Mangels[3]. Gleichzeitig könnten wir schon heute zwölf Milliarden Menschen ernähren[4] (momentan leben knapp über sieben Milliarden Menschen auf der Erde). Und rund 50 Prozent aller Lebensmittel landen im Müll[5].

2008 wurden 12,4 Kilogramm Rind- und Kalbfleisch in Deutschland pro Kopf konsumiert[6]. Weil eine artgerechte Tierhaltung teuer ist und den hohen Fleischbedarf nicht decken kann, gibt es die konventionelle Massentierhaltung. Doch welche Auswirkung hat unser Fleischkonsum auf die Tiere? Und wie kann es sein, dass wir Lebensmittel aus Ländern konsumieren, die ihren eigenen Bedarf absolut nicht decken können? Wieso ist ein Siebtel der Menschheit unterernährt[7], wo wir doch so viel im Überfluss produzieren? Und welche Folgen hat die Ernährung für unsere Erde? Zusammengefasst könnte man fragen: Inwiefern beeinflusst unsere Ernährung die Umwelt? Unter dem Begriff „Umwelt“ werden in dieser Arbeit folgende Teilbereiche untersucht: 2.1. Der Planet (die Erde) als Umwelt, 2.2. Die (Mit-)Menschen als Umwelt, 2.3. Die Tiere als Umwelt.

2. Hauptteil

Im Folgenden sollen die Auswirkungen, die unsere Ernährung auf die verschiedenen oben genannten Teilbereiche hat, getrennt voneinander untersucht werden. Hierbei überschneiden sich ggf. einige Aspekte, da eine klare Abgrenzung nicht immer möglich ist.

2.1. Der Planet als Umwelt

„Die Erde ist unsere Ernährerin. Gegen sie zu arbeiten, macht keinen Sinn.“ Mit diesen Worten bringt es der mexikanische Bauer Eleazar Garcia, in dem Film „Zukunft pflanzen“ von Marie-Monique Robin eigentlich auf den Punkt[8]. Doch halten wir uns daran? Ein kleiner Einblick in unsere derzeitige konventionelle Landwirtschaft: Diese Form der Landwirtschaft setzt auf Monokulturen, d. h., dass immer nur eine Pflanzenart angebaut wird. Dadurch entsteht unter anderem die Schädlingsproblematik. In der konventionellen Landwirtschaft werden Pestizide zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, die das Grundwasser verseuchen, die Artenvielfalt bedrohen oder die Umwelt verschmutzen (Flüsse und Meere)[9]. Schädlinge werden schnell resistent gegen eingesetzte Pestizide, deshalb werden oft mehrere Pestizid-Sorten verwendet oder eine Kombination derer. Die Verarmung der Böden geht mit der konventionellen Landwirtschaft einher[10]. Auch ist diese Form der Landwirtschaft an endliche Rohstoffe wie etwa Erdöl gebunden, welches der Herstellung von Dünger dient[11].

Durch den erhöhten Fleischkonsum (der weltweite Fleischkonsum hat sich in den letzten 50 Jahren verfünffacht[12] ) entsteht der Bedarf an Weidefläche, Land für Futteranbau, Wasser zu Produktionszwecken sowie auch an Trinkwasser für die Tiere. Die Rodung des Regenwaldes, z. B. am Amazonas, für die Gewinnung von Futteranbauflächen für die Tiere ist extrem. So wurden z. B. innerhalb eines Jahres 25.000 Quadratkilometer (entspricht ungefähr der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern) wegen des Anbaus von Soja für die Fleischindustrie zerstört[13]. Der CO2-Ausstoß, der durch die Fleischindustrie in die Atmosphäre gelangt, ist immens. Gerade Kühe und Rinder stoßen eine große Menge an Methan, Stickstoff und Ammoniak aus, die übrigens auch als hauptverantwortlich für das Waldsterben gelten[14]. Laut der Welternährungsorganisation FAO trägt die Fleischproduktion 18 Prozent zum globalen Ausstoß von Treibhausgasen bei. Das ist mehr als der Autoverkehr[15]. Ein Kilogramm Rindfleisch beispielsweise verbraucht 13,3 Kilogramm CO2[16] und 21.000 Liter Wasser (zum Vergleich: ein Kilogramm Weizen verbraucht 210 Liter Wasser)[17] – womit sich eine weitere Gefahr für die Erde zeigt. Gärfutter verursacht 200-mal mehr Verschmutzung als Abwasser und der Wasserverbrauch für die Fleischproduktion ist immens (zum Vergleich: Der deutsche Durchschnittsbürger verbraucht umgerechnet gerade mal 0,7 Kilogramm Rindfleisch, wenn er ein Jahr lang jeden Tag duscht[18] ). Kurz gesagt: Wenn alle so viel Fleisch essen würden wie wir, bräuchten wir zwei Erden[19]. Darüber hinaus sind Kühe auch die „Grundlage“ für die Produktion von Milchprodukten, demnach wirkt sich also auch der Konsum dieser Produkte negativ auf das Klima aus.

Der erhöhte CO2-Ausstoß ist aber nicht nur Folge der Fleischindustrie, auch die Transportwege unserer Lebensmittel sind teilweise enorm. So legt z. B. ein Kilogramm südafrikanische Trauben ca. 10.000 Kilometer zurück[20], bevor es in den Regalen deutscher Supermärkte liegt. Die Energie, die für die ständige Kühlung von Lebensmitteln benötigt wird, darf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Da heutzutage fast alles einzeln verpackt ist, nimmt auch die Masse an Verpackungsmüll stetig zu[21].

Die Fischerei stellt sich als besondere Bedrohung für die Erde dar. Nach der FAO waren bereits im Jahr 2006 52 Prozent der Weltfischbestände völlig ausgebeutet, 28 Prozent überfischt, erschöpft und schutzbedürftig und nur noch 20 Prozent befischbar[22]. Nach neueren Schätzungen der EU-Kommission gelten heute sogar 88 Prozent der europäischen Fischbestände als überfischt[23]. Durch das Aussterben vieler Fischarten bricht das Ökosystem der Weltmeere zusammen, was fatale Auswirkungen auf den Planeten haben könnte (wie sich diese im Detail äußern, ist noch unklar). Eins steht aber fest: Die Nahrungskette wird an vielen Punkten zusammenbrechen.

Es zeigt sich anhand dieser Ergebnisse also klar, dass unsere Ernährung eine große, bedauerlicherweise negative, Auswirkung auf die Erde hat. Was sich daran ändern lässt, wird im Fazit abschließend behandelt.

[...]


[1] vgl. BMZ, 2011, http://www.bmz.de/de/ministerium/zahlen_fakten/DAC_Laenderliste_Berichtsjahre_2011_2013.pdf (Stand: 10.11.12)

[2] vgl. Gehrs in „fluter“ Heft 33, 2009, S. 5

[3] Ebenda

[4] Ebenda

[5] vgl. Kaiser, 2011, http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1562584/ (Stand 09.11.12)

[6] vgl. „fluter“, 2009 S. 27

[7] vgl. Welzer, „Spiegel“ Heft 28, 2011, S. 113

[8] Robin, 2012

[9] vgl. Kaiser, 2011, http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1562584/ (Stand: 09.11.12)

[10] vgl. Bonakdar, 2012 http://www.ndr.de/kultur/kino_und_film/diezukunftpflanzen101.html (Stand 09.11.12)

[11] vgl. alverde, 2012, S. 54

[12] vgl. „fluter“, 2009, S. 34

[13] vgl. Hickman, 2004, S. 38

[14] vgl. Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus, 2011, S. 6 http://www.vegetarismus.ch/pdf/b05.pdf (Stand: 11.11.12)

[15] vgl. Grimm in „fluter“, 2009, S. 21

[16] vgl. Internationale Energie Agentur in „fluter“, Heft 35, 2010, S. 26

[17] vgl. Hickman, 2004, S. 38f

[18] vgl. Unbekannt, 2012, http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserverbrauch (Stand 10.11.12)

[19] vgl. Kaiser, 2011, http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1562584/ (Stand: 09.11.12)

[20] vgl. Unbekannt, 2007, http://marktcheck.greenpeace.at/4471.html (Stand 10.11.12)

[21] vgl. Hickman, 2004, S. 30

[22] vgl. Kreutzberger/Thun, 2011, S. 125

[23] Ebenda, S.126

Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (Buch)
9783656440307
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210198
Note
15 Punkte
Schlagworte
Ernährung Umwelt Landwirtschaft Bio Produkte Nachhaltigkeit ökologische Landwirtschaft Welthunger Lebensmittel Müll Verbraucher Ethik Tiere Verantwortung

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