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Propheten im Kampf um den Klimathron – Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird

Fachbuch 2013 307 Seiten

Politik - Internationale Politik - Klima- und Umweltpolitik

Leseprobe

INHALT

Wie mit unseren Ängsten gespielt und mit der Klimahysterie um Geld und Macht gefeilscht wird
Zum Autor und seiner Motivation

Generelle Einführung
Die internationale Klimakrise und ihre vielen Brandstifter

Weltweite Warnungen vor dem Klimagespenst
Politisches Vorspiel zum globalen Klimakrieg
Mit Ängsten gegen die Daseinsangst
Mensch - Herdentier und Gewohnheitswesen
Ein Gespenst geistert um die Welt

Ringen um die Wissens- und Meinungshoheit
Welt der Natur - Welt des Verstandes
Zwischen Neugier und unbändiger Erklärungswut
Gnadenloser Kampf um die Gedankenhoheit
Der Mensch, eine Kreatur in der Natur
Angst, Führungs- wie Verführungsinstrument

Der natürliche Kampf um die Klimahoheit
Von der Evolutions- zur Genforschung
Fallstricke menschlicher Erkenntnis
Mit einem Schnitt beginnt der Kampf ums Klima
Zivilisationskrankheit Bewusstseinsspaltung
Wir denken nicht, wie wir glauben zu denken
Der Mensch, von Natur ein Klimajongleur

Naturwissenschaften und Naturverständnis
Galilei, der Beginn der Experimentaphysik
S. Arrhenius, Erfinder der CO2-Klimaschaukel
Zum Wert des Ehrenkodex der Wissenschaft
Gedanken zum „Weltwettertag“
Klimadefinitionen, diffus und unklar

Reale Wettervielfalt oder virtuelle Klimaeinfalt
Was sich bei Klimaveränderungen ändert
Mit Klimaschutz kein Schutz des Klimas
Wetter und Klima – zwei ungleiche Kinder
Der Wetter bestimmt die Klimaverhältnisse

Virtuelle Traumwelten der Klimaexperten
Bilder, Trugbilder und viel fauler Zauber
Aus Wetterbeobachtungen werden Klimawerte
Zur Herrschaft von Experten und Räten
Menschliche Ohnmacht - Macht des Wetters
Politische Indoktrination – wissenschaftliche Spekulation

Von der Wetterkomplexität zum Globalklima
Wetterwirklichkeit und Klimascheinrealität
Abstraktion Globalklima und Wettervielfalt
Ursachen des Klimawandels sind unklar
Das Wetter bringt Leben in die Klimastatistik

Klimawandel mit und ohne Industrialisierung
James Watt, der erste große Klimasünder?
Parteien sägen am Ast Industriegesellschaft
Technik, die Mutter der Naturwissenschaften
Vom Wetterchaos zur Abstraktion Klima

Modelle als Gehäuse politischer Hörigkeit
Zum Siegeszug mechanischer Sensoren
Treibhaus – Gewächshaus und Zuchthaus
Naturentfremdung infolge Modellgläubigkeit

Geologischer Exkurs in die Klimageschichte
Geologen rekonstruieren Klimageschichte
Das Ende der letzten Eiszeit, ein Rätsel
Das Klima war noch nie „normal“
Klimaänderungen – ganz ohne uns Menschen
„Atlantis“, die Suche nach dem „Paradies“
Was die Erd- und Klimageschichte uns sagt

Klimawandel zwischen Realität und Virtualität
Spekulationen mit Klimawandelprognosen
Viele Szenarien ohne konkrete Hinweise
Weite Spanne zwischen Wissen und Phantasie
Steckbrieflich gesucht, das Klimagespenst

Gesellschafts- und Wirtschaftsklima im Wandel
Adam Smith und das Wirtschaftsklima
„Nova Atlantis“ versinkt im Ökopessimismus
Siegeszug der Abstraktionen über Wirklichkeit
Globaler Wettkampf um Geistesverwirrung

Medien als Wandler des politischen Klimas
Wissenschaftler als Angstproduzenten
Die Medien und das Meinungsklima
Medien im Spagat zwischen Information und Manipulation

Globalisierung und die Suche nach einer Art Weltreligion
Vom Es zum Ich zum sozialen „Über-Ich“
Der Kommunismus und das „globale Ökologieproblem“
Der „Club of Rome“ und seine Grenzen des Wachstums
Evolution zum feindlichen Parasit der Erde?
Reine Statistik – Soziologie und Klimatologie

Erziehung zum Klima-Gutmenschen
Wie Kinder ideologisch manipuliert werden
Kommerzialisierung von Klimaängsten
Al Gore - Scheinkampf gegen die Klimakrise
Die Klimapolitik, eine merkwürdige Springprozession
Das allgegenwärtige Klimagespenst

Vereinte Nationen und der globale Klimakrieg
Supermächte machtlos gegen Klimagespenst
Bali – ein Paradies der Götter und Dämonen
Das Klimaschutzkarussell auf Hochtouren
Klimagipfelspiele – immer das gleiche Theater
Experten produzieren Wissen, die Medien verkaufen es bestens

Generalstabspläne für Sieg beim Klimakrieg
Organisation des Kampfes gegen das Klimagespenst
Im Gleichschritt gegen den Klimawandel
„Earth Hour“ oder wie man den Klimawandel ausgeknipst
Ökoinquisition stellt Industrienationen an den Klimapranger

Untergangsprediger und Weltherrschschaft
Potpourri apokalyptischer Hiobsbotschaften
Eine Sammlung von Pressesplittern
Ein Berg von Klimahypothesen, umhüllt von Wolken
Eine Bundestagsdebatte zum Klimaschutz
Klimakatastrophe, Krönung aller Untergangsszenarien
Von den bunten Ökobewegungen zur einen Partei „Die Grünen“

Nachrichtendienste im Dienste der Klimarettung
Eine Mixtur von Information wie Desinformation
Der CIA – der „Central Intelligence Service“
Agitation und Propaganda der Geheimdienste
Das Klima – eine unendliche Geschichte

Geistige Bewegungen – politischer Aktionismus
Stockholm und der Aufruf ”Only One Earth”
Achtung Lebensgefahr, die „CO2-freie Zukunft“!
„Ökologisches Gleichgewicht“ - lebensbedrohende Vision
Klimaschutzkarawane – von Gipfel zu Gipfel
Stopp des Klimawandels ist unmöglich

Ideologische Sehnsucht nach einer Welt im Stillstand
Das Gespenst Klima und seine vielen Köpfe
Vom dynamischen zum statischen Weltbild
Innere Überzeugungen – schwere Gepäckstücke
Kluft zwischen subjektivem Geist und objektivem Wissen
Mit doppelsinnigen Worten in den Irrgarten der Lügen

Wissenschaftler wecken Allmachtsträume
Die Ökologie fordert Führungsanspruch
„Wir Wettermacher“ – nichts als Größenwahn
Zur Wirklichkeit, die keine Wirklichkeit ist
Wissenschaften im Würgegriff von Ideologien
Fixe Ideen und die unbändige Kraft menschlicher Idealismen
Vom Gleichheitswunsch zur Gleichgewichtsideologie
Gehirnwäsche von Intellektuellen für Intellektuelle
Erdgöttin Gaia und die globale Klimareligion
Von der Manipulation mit Worten zur „linguistischen Therapie“
Das Wiederaufleben heidnischer Mythen
Die Ökoreligion ernährt sich von der Angst vor dem Weltuntergang
Das Treibhaus, globaler Tempel der Klima-Religion
Hoffnung auf die Meinungsklimawende

Wie mit unseren Ängsten gespielt und mit der Klimahysterie um Geld und Macht gefeilscht wird

Zum Autor und seiner Motivation

Sonniges Hochdruckwetter herrschte in Ostpreußen, als ich am 4. März 1943 in Rastenburg das Licht der Welt erblickte. Nach Einschulung 1949 und bestandener Reifeprüfung Anfang März 1962 in Bergheim/Erft studierte ich an der Universität Köln wie der Freien Universität Berlin die Fächer Meteorologie, Geophysik, Physik, Mathematik und Geographie und erhielt nach mit „sehr gut“ bestandener Prüfung im Sommersemester 1967 den akademischen Grad Diplom-Meteorologe. Nach Referendariat und Zweiter Staatsprüfung widmete ich mich im Zentralamt des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach/Main der synoptischen Meteorologie, also der Wetteranalyse, Wetterdiagnose und Wetterprognose. Von 1971 bis 1986 war ich nebenberuflich Wettermoderator beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Im Mai 1974 wechselte ich ins Landesamt für Umweltschutz des Landes Rheinland-Pfalz in Oppenheim/Rhein. Ich leitete die Abteilung Ökologische Grundsatzfragen, führte stadt- und geländeklimatische Messungen durch und erstellte entsprechende Gutachten.

Der ständige Kontakt zur Politik ließ mich im Winter 1981/82 ein Zweitstudium in Soziologie, Politischer Wissenschaft und Geographie aufnehmen. Dieses schloß ich im März 1986 mit der Promotion zum Doktor der Philosophie ab. Danach ging ich für die Konrad-Adenauer-Stiftung nach Rio de Janeiro/Brasilien und spezialisierte mich dort in den Bereichen der Sozial- und Umweltpolitik. Nach Rückkehr wurde ich im Sommer 1990 ins Ministerium für Umwelt von Rheinland-Pfalz nach Mainz berufen und mit der Leitung des Referates „Naturwissenschaftlich-technische Grundsatzfragen der Umweltpolitik“ beauftragt. Im April 2008 wurde ich in den Ruhestand versetzt.

Unter den vielen umweltpolitischen Problemen nahm die Klimaproblematik mit den Fragen des Klimawandels wie des Klimaschutzes eine zentrale Rolle ein. Bei der Arbeit auf diesem Gebiet stellte ich fest, dass auch Worte Konjunkturzyklen kennen, Karriere machen und Menschen in ihren Bann ziehen können. Insbesondere das Wort „Klima“ hat einen Konjunkturaufschwung ohnegleichen erfahren und taucht heute in allen möglichen Wortkombinationen auf. Das Wort „Klima“ ist ein wahres Chamäleon unter den Begriffen: es ist bunt, schillernd, vielseitigst interpretierbar und nicht zu fassen. „Klima“ ist von allseitigem Interesse, sei es aus ethischer, politischer, religiöser, sozialer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher oder ganz persönlicher Sicht. Das „Klima“ stand ganz im Schatten des Wetters, von dem es abgeleitet ist. Inzwischen hat sich das Abstraktum Klima ganz vom Wetter emanzipiert und führt ein vagabundierendes Eigenleben. Al Gore umschreibt es als verkleidetes abstraktes Gespenst. Hierin liegt seine Harmlosigkeit, aber auch seine Angst einflößende Gefahr.

In dem folgenden Buch werde ich mich diesem Klima-Gespenst an die Fersen heften, um ihm die Maske vom Gesicht zu reißen. Wichtiger ist es diejenigen aufzuspüren, die das Klimagespenst erst zu dem gemacht haben, was es heute ist, ein weltpolitisches Werkzeug, mit dem das politische, soziale und wirtschaftliche Klima in der Welt umgestaltet und eine neue Weltordnung errichtet werden soll. Machen Sie sich mit mir auf die Suche nach dem Gespenst und tauchen Sie mit mir ein in ein finsteres Labyrinth unterschiedlichster Interessen und Weltbilder. Doch am Ende taucht ein Lichtschein auf und entzaubert das Gespenst.

Von Wissenschaftlern erwartet die Öffentlichkeit keine nebulösen Spekulationen, sondern vor allem Klarheit – den klaren Blick auf die Wirklichkeit, das klare Beobachten, Messen wie Zählen, die klare Methode, die klare Erkenntnis. Ausgerechnet das Fehlen von Klarbeit ist der allergrößte Mangel bei der gesamten Gilde der modernen, im Dienste der Politik stehenden Klimaexperten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Generelle Einführung

Die internationale Klimakrise und ihre vielen Brandstifter

Wir wandeln das Klima und das Klima wandelt uns. Klimaschutz ist daher im doppelten Wortsinn ein Zauberwort. Es setzt in uns Glückshormone frei, beruhigt uns und schafft ein Wohlfühlklima, doch gerade das ist gefährlich, weil die Sicherheit eine trügerische ist. Nichts ist im Leben nämlich volatiler als das Klima. Neigungen können sich ständig ändern, auch ohne unser Zutun. Im täglichen „Kampf ums Dasein“ sind Klimakatastrophen daher ganz normal und können jeden Menschen unverhofft treffen. Unser ganzes Denken und Tun ist darauf gerichtet, in gutem Klima wie angenehmer Atmosphäre leben zu können. Klimaschutz stößt daher auf allgemeine Zustimmung, ob in Gesellschaft, Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Jeder will Nutznießer sein, verspricht seinen Beitrag zur Verbesserung des Klimas. Viele wollen am Klima verdienen, andere Mahner, Gelehrte und Retter sein. Es ist Hochkonjunktur für die Gattung „Gutmensch“. Sie kostet das Katastrophenklima weidlich aus.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in Berlin glaubte vor dem Klimagipfel in Kopenhagen ganz besonders originell zu sein mit der Forderung „Geburtenkontrolle hilft Klima“. Mag der Klimawandel auch völlig normal sein, so lässt sich mit ihm dennoch Angst und Schrecken verbreiten, wenn man ihn als blitzartig hinstellt. Plötzliche Blitzeinschläge mögen wir gar nicht. Sie stören unser Sicherheitsbedürfnis. Wir wollen alles kontrollieren, unter Kontrolle haben, doch manchmal entwickeln Dinge eine Eigendynamik und geraten außer Kontrolle. Die für die Politik wohl schlimmste Klimakrise war der plötzliche Kollaps des Finanzklimas. Das Platzen einer Spekulationsblase hatte einige Banken in den Abgrund gerissen und es stellte sich ein Klima der Apokalypse ein. Das Konjunktur- und Wirtschaftsklima, das Investitions- und Börsenklima, das Konsum- und Arbeitsmarktklima verschlechterten sich dramatisch. Das Sozialklima drohte in den Abgrund gezogen zu werden.

Daneben gibt es ein Klima, das uns zu keiner Zeit interessiert hat, weil es im täglichen Leben keine Rolle spielt. Aus unbekanntem Anlass begannen vor fünfzig Jahren Wissenschaftler dieses zum Problemfall zu erheben. 1975 wurde zuerst in den Vereinigten Staaten von Amerika vor der „vulnerability to climatic change“, von Ängsten vor der „man-made climatic catastrophe“ gesprochen. Diese Befürchtung äußerte der amerikanische „National Research Council“ in der Studie „Understanding Climatic Change – A Program for Action“. Die Angst vor der vom Menschen gemachten Klimakatastrophe griff über auf die Weltorganisation für Meteorologie in Genf sowie die Vereinten Nationen und entfachte auf Expertenebene eine Art Klimaschutzpandemie. In Hamburg wurde 1975 das Max-Plank-Institut für Meteorologie ins Leben gerufen. Nach der 1. Weltklimakonferenz 1979 in Genf häuften sich in den Medien Meldungen wie „Erde hat Fieber“, „Weltklima in Gefahr“, „Klimawandel bedroht Milliarden Menschen“, sogar ein Klimakollaps, eine weltweite Klimakatastrophe seien nicht auszuschließen. Der Höhepunkt? Die „Erde hat nur noch 13 Jahre“, so das Resümee des UN-Klimaberichts 2007. Soll der für 2020 prognostizierte Weltuntergang noch abgewendet und die Erderwärmung gebremst werden, dann seien, so der Rat der Klimaexperten, die Emissionen des Klimagiftes CO2 sofort zu reduzieren.

Angesichts des nahenden Weltuntergangs mit Endgericht wurde der Klimaschutz in die religiöse Dimension gehoben, zum Schöpfungsschutz erklärt. Die christlichen Religionen seien für alle Umweltsünden verantwortlich aufgrund des Befehls „Macht euch die Erde untertan“! Schlechten Gewissens übernahmen sie diese Floskel der Umweltbewegung. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlichte vor Beginn des UN-Klimagipfels im März 1995 in Berlin als Gehorsamsgeste die Studie: „Gefährdetes Klima – unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung“. Die Kirche verweist zwar auf die Verlässlichkeit des Noah-Bundes, „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ und betont, dass Gott Wort gehalten habe. Der Mensch hat diesem ständigen Wechsel des Wetters im Laufe der Tages- und Jahreszeiten getrotzt, den drohenden „Wetterwolken“ zum Trotz. Warum war in der Genesis zwar von Wetter, aber nicht von Klima die Rede?

Nach dem 1. UN-Klimagipfel vom März 1995 sagte Bundesumweltministerin Angela Merkel: „Der Klimaschutz ist eine der größten umweltpolitischen Herausforderungen heute und in Zukunft“. Der Direktor des Weltklimaforschungsprogramms der UN in Genf, Hartmut Graßl, assistierte der Ministerin. In einer gemeinsamen Publikation der Konrad-Adenauer-Stiftung stellten beide die sorgenvolle Frage: „Ist unser Klima noch zu retten?“ Zu diesem Zeitpunkt war das Wort „Klima“ so weit verinnerlicht und hatte eine solche Eigendynamik, dass kein Verantwortlicher in Kirche, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mehr zu fragen wagte, wo das Wort „Klima“ herstammt, was es bedeutet und wie es definiert ist. Zur Rettung des Klimas sagte Hartmut Graßl: „Die Umsetzung der Klimakonvention wird auch daher noch unsere Kinder und Enkel beschäftigen. Wir müssen davon ausgehen, dass die Klimakonvention vielleicht im Jahr 2050 ein erstes grobes Etappenziel erreicht hat.“ Diese Ruhe des UN-Klimabeauftragten hätte misstrauisch machen müssen. Wenn wirklich Gefahr im Verzuge war, warum spielt dann plötzlich der Faktor Zeit keine Rolle mehr?

Inzwischen wurde in Kopenhagen bereits der 15. Klimagipfel bestiegen, ohne dass das Wetter auch nur die geringsten Anstalten gemacht hat, sich den Klimavorgaben anzupassen. Kaum ein Mensch vermutet, welch undurchsichtiges Spiel dabei von Politik und Wissenschaft getrieben wird. Nur Wenigen kommt der Verdacht, dass mit imaginären Gefahren Ängste geschürt werden, um Neigungsverhältnisse zu verändern, um zu einer Neuverteilung von Herrschaft und Macht zu kommen und neue Steuerquellen zu erschließen. Die sich wie eine Pandemie ausbreitende Erhebung von „Ökosteuern“ erweckt den Eindruck, als handele es sich um eine Variante des mittelalterlichen Ablasshandels, der den Mönch Martin Luther auf den Plan rief und zur Kirchenspaltung, zur Reformation führte.

Derartige Fragen wurden unterdrückt, aber harren der Antwort. Die Politik wäscht ihre Hände in Unschuld und verweist auf die Wissenschaft und deren Konsensmeinung. Diese hat die Politik mehrheitlich „abgesegnet“, so dass sich alle Akteure gegenseitig exkulpieren können. Insbesondere das internationale Schiedsgericht IPCC geriert sich als oberste Wissensinstanz, die sich jedwede Einzelkritik verbietet. Als fachkundiger Meteorologe und Soziologe erlaube ich mir, in die Rolle eines unbefangenen Kindes zu schlüpfen und offen zu sagen: „Der Kaiser ist ja nackt!“ Es gibt kein Globalklima. Doch wer den Mut aufbringt, sich dem das Meinungsklima prägenden Zeitgeist zu widersetzen, der gerät in Neigungskonflikte mit der Obrigkeit und hört so stereotype Antworten wie, Mehrheiten haben immer Recht, die weltbesten Klimaexperten können nicht irren. Und ob sie irren können! Auch wenn das Treibhausgebäude aus einer betonharten Mischung aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten gebaut und von hohen Schutzmauern umgeben ist, es hat fundamentale Schwachstellen, die zwar gut kaschiert, aber dennoch mit scharfem Auge sichtbar sind.

Vorliegendes Buch will diesen Blick auf Bausünden schulen und geht daher durchaus unkonventionelle Wege. Als Autor vertraue ich meinem Fachwissen und halte mich an den Imperativ des Königsberger Philosophen Immanuel Kant „Sapere aude“. Dies war der Leitspruch der Aufklärung. Wer nicht die Zivilcourage besitzt, den Mut aufzubringen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, der wird nach Kant niemals zu einem eigenen Urteil kommen, der wird sich nie aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien. Hierzu gehört der Rat von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, wonach am Beginn jedweder wissenschaftlichen Tätigkeit die Arbeit am Begriff steht. Wörter sind unser wichtigstes Ausdrucks- und Verständigungsmittel, doch nur dann, wenn ihre Bedeutung offen gelegt wird. Unklare Wörter wie vieldeutige Begriffe können ablenken, irreführen, manipulieren, als Waffen missbraucht werden. Wörter können sogar „töten“!

Das Wort „Klima“ entstammt dem Griechischen, bedeutet „Neigung“ und entzieht sich einer Definition, denn es sagt nichts über Stärke und Richtung der Neigung wie deren Veränderlichkeit aus. Unser ganzes Leben ist ein Kampf um Neigungen, ums Klima. Wörtlich ist es eine Klimakatastrophe, wenn gänzlich unverhofft die Neigung umkippt, Liebe in Hass, Zuneigung in Abneigung umschlägt. Jeder Politiker ist ein Wortakrobat, ein Wortkünstler, denn er muss um die Klimagunst der Wähler buhlen, ihre Zuneigung gewinnen. Zum modernen Klimaspiel gehört das Jonglieren mit Ängsten und Gefahren, um sich als Retter anpreisen und aufspielen zu können.

„Klima“ ist nicht nur Ausdruck einer Neigung, sondern auch ein Begriff, der, obgleich wissenschaftlich definiert, in der Praxis nicht erfahrbar ist. Jeder Klimawert ist ein statistisch errechneter und damit ein abstrakter Wert ohne Wirklichkeit. Er ist breit auslegbar und interpretierbar. Geologen und Paläontologen verstehen unter „Klima“ und „Klimawandel“ etwas völlig anderes als Meteorologen und Klimatologen. Die Weltorganisation für Meteorologie versteht unter Klima das „mittlere Wetter“ an einem Ort über eine festgesetzte 30jährige Periode. Da man Mittelwerte nicht fühlen kann, gibt es zwar das Phänomen Wetterfühligkeit, aber keine Klimafühligkeit. Mittelwerte sind keine Richtwerte. So wie sich die Lebensdauer keines einzigen Menschen nach der statistisch errechneten mittleren Lebenserwartung richtet, so richtet sich das Wetter nicht nach dem Klima als mittlerem Wetter. Klima ist ein örtlich wie zeitlich abstraktes Konstrukt. Über die Abstraktion der Abstraktion der Abstraktion in Raum und Zeit kommt man zum Globalklima, von dem man mühselig die Globaltemperatur berechnet hat.

Die Klimaschutzpolitik ist psychologisch äußerst intelligent eingefädelt. Ihre Aussagen können nach Sir Karl Popper weder verifiziert noch falsifiziert werden. Wenn ganz allgemein künftig die Zunahme an „Wetterextremen“ behauptet wird und ohne Orts- und Zeitangaben eine Zunahme von Hitze- und Dürreperioden, von Kälte- und Nässeperioden, von Stürmen und Unwettern angekündigt wird, dann kann der Prophet zwar nie falsch liegen, aber man sollte zumindest misstrauisch werden. Die Klimaexperten sind wahre Reduktionskünstler, naturwissenschaftliche Phantasten. Sie kapitulieren vor der Wetterdynamik, überlassen die undankbaren Wettervorhersagen den Meteorologen und üben sich speziell darin, der Welt zuerst deren Untergang zu prophezeien, um uns dann das Paradies auf Erden mit ewigem „Wetter- und Klimagleichgewicht“ zu versprechen.

Mit dem vom Wetter abgeleiteten Konstrukt „Klima“ ist der Mensch in die Rolle eines „Schöpfers“ geschlüpft. Er hat sich eine „zweite Wirklichkeit“ neben der natürlichen erschaffen. In dieser fühlt er sich als Gott, der den Schutz seiner Schöpfung fordert! Man kann den Übergang vom Wetter zum Klima mit dem Übergang von der gegenständlichen zur abstrakten Malerei vergleichen. Wassily Kandinsky malte 1911 das erste abstrakte Bild. Die Höhe des Abstraktionsgrades bestimmt der Künstler. Beim Klima macht es der Experte. Die Klimatologie war eine beschreibende Wissenschaft im Rahmen der Erdkunde, wie die Klimaeinteilung der Erde in den Klimaatlanten zeigt. Mit der Datenverarbeitung per Computer gelang es, neben der Wetterwirklichkeit eine zweite, die „Klimawirklichkeit“, zu schaffen und den Menschen einzureden, diese sei die „Überwirklichkeit“, die über uns Klimasünder zu Gericht sitzt und als Höchststrafe mit der „Klimakatastrophe“ droht. „Azorenhoch“ und „Islandtief“ sind solche statistischen Scheingebilde, die keine Realität haben und damit keinerlei Einfluss auf das Wetter ausüben können.

Auf die große Gefahr, dass Abstraktionen ein Eigenleben in uns entwickeln und die Trennlinie zwischen Physik und Metaphysik oder Realität und Virtualität aufheben, hat Werner Heisenberg 1966 in seinem Buch „Das Naturbild der heutigen Physik“ hingewiesen. Der Physiknobelpreisträger warnte vor der Situation, wenn der Mensch die Natur in Modelle seines Denkens auflöst und sich dann einbildet, mit den Modellen die Natur zu beherrschen, ihr seinen Willen aufzwingen zu können. Dieser Versuchung sind die Klimaexperten erlegen. Sie haben die Komplexität der Natur in simple Modelle abgebildet und glauben nun, ohne Wetter das Klima für beliebig lange Zeiten berechnen zu können. Einen größeren Irrglauben gibt es nicht. Die gehorsamen Computer spiegeln jedoch nur ihre Modellphantasien wider, sonst nichts. Die Klimaexperten beleben die uralte Kunst der Wahrsagerei und erwecken den Anschein, als könnten sie wie die „Spökenkieker“ mit ihrem „zweiten Gesicht“ in eine „zweite Wirklichkeit“ in ferner Zukunft schauen.

Mit der Neuschöpfung „Klimaphysik“ wurde das überholte „mechanistische Weltbild“, die Figur „Laplace‘scher Dämon“ aus der Versenkung geholt. Mit diesem Dämon feiert der Glaube, das Universum laufe wie ein Uhrwerk und alles sei kausal determiniert eine Wiederauferstehung. Die Umweltbewegung als neue „Ökoreligion“ hat sich dieses Dämons bemächtigt und erhebt einen Führungsanspruch über die sieben großen Weltreligionen. Sie hat den Klimaschutz zum Schöpfungsschutz deklariert und alle haben untertänig genickt. Das „Treibhaus“ ist sozusagen der Tempel, der geistige Überbau, in dem die Ökopriester die „geheiligte Handlung“ Klimaschutz zelebrieren. Nicht der Schöpfergott, der Schöpfermensch oder Übermensch bestimmt über Schicksal und Zukunft der Erde. Wer Freiheit nicht mit globalem Bürokratismus und Dirigismus tauschen will, der sollte sich rechtzeitig mit diesen neuen Klimaherrschern befassen.

Die Kunst der Abstraktion hat in vielen Lebensbereichen Einzug gehalten. In der Politik zeigt sich der Trend darin, dass das Wohlbefinden der Gesellschaft über Wohl und Würde des Einzelnen gestellt wurden. Die Politik beglückt die „größte Zahl“. Ihr Zauberwort heißt „soziale Gerechtigkeit“. Dem soziologischen Weltbild von Auguste Comte liegt die Vorstellung vom „Mensch als Maschine“ zugrunde, die zu bedienen die „Gesellschaftsingenieure“ berufen seien. Und so werden rund um die Uhr alle Hebel der modernen Medien- und Unterhaltungsindustrie betätigt, um uns zu guten „Sozialwesen“, die auf Befehl gehorchen, zu machen. Wer sind die Programmierer?

Dabei wird unsere größte Schwäche ausgenutzt, die von Natur in uns steckende Angst. Der Geburtsschrei ist Ausdruck der Angst, nicht genug Zuneigung zu bekommen, zu verhungern. Das Kind bedarf der elterlichen Hut und des Schutzes, bevor es in den „Kampf ums Dasein“, dem „Kampf ums Klima“ entlassen werden kann. Von der Angst ums Überleben gepeinigt, ist jeder Mensch emotional und ohne rationale Prüfung für Schutzangebote dankbar. Hauptsache ist, das ängstliche „Bauchgefühl“ wird ruhig gestellt. Das Wort „Klimaschutz“ erzeugt im Unterbewusstsein ein emotionales Hochgefühl. Wer mich zu schützen vorgibt, dem vertraue ich! Dabei merkt das Unterbewusstsein nicht, dass nur mit Gefühlen und Neigungsreflexen gespielt wird. So hilfreich das „Bauchgefühl“ sein mag, ihm ist nicht der kühle Verstand gegeben zu bemerken, dass das „Klima“ nur ein Spukgespenst ist und missbraucht wird, um individuell wie kollektiv künstlich Ängste zu erzeugen, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Die Politiker und die Klimaexperten waren schlau genug, keineswegs Wetterschutz zu versprechen. Es sind Nebel und Eisregen, die den Flug- und Straßenverkehr lahm legen können. Wetterschutz heißt Schutz vor dem Wetter und nie Schutz des Wetters. Das Wetter bedarf unseres Schutzes nicht, es macht ohnehin, was es will. Ob Sonnenschutz, Regenschutz, Kälte- oder Windschutz, damit werden nie Sonne, Regen, Wind und Frost geschützt. Umso erstaunlicher ist, dass der dialektische Trick, Klimaschutz diene dem Schutz des Klimas, der „Wissensgesellschaft“ unentdeckt geblieben ist. Dies ist ein Beweis, wie ängstlich wir von Natur aus sind und wie blind wir vermeintlichen Hirten folgen. Man hat sich etwas dabei gedacht, als man sich den „Klimaschutz“ ausdachte.

Was auch immer auf dem 15. Klimagipfel in Kopenhagen von den 192 Staats- und Regierungschefs dieser Welt auch alles an Klimaschutzmaßnahmen beschlossen wurde und beim 16. Gipfel im mexikanischen Cancún verhandelt werden wird, am irdischen Wetterverhalten wird sich nichts ändern. Das Wetter wird der Menschheit das bleiben, was es schon immer war, ein Rätsel. Und das ist auch gut so!

Weltweite Warnungen vor dem Klimagespenst

Politisches Vorspiel zum globalen Klimakrieg

Ich glaube nicht, dass die Glaubwürdigkeit

des IPCC beschädigt werden kann. Wenn es

das IPCC nicht gäbe, warum sollte sich dann

irgendjemand um den Klimawandel sorgen?

Rajendra Pachauri

Rechtzeitig vor dem 15. Klimagipfel 2009 in Kopenhagen meldete sich der irdische Klimagott Al Gore höchst persönlich aus dem Götterhimmel und wandte sich mit sehr eindringlich warnenden Worten an die Menschenkinder. Der Träger des Friedensnobelpreises 2007 präsentierte sein neuestes Buch „Wir haben die Wahl“. Darin schreibt er in geradezu göttlicher Zuversicht: „Wir besitzen alle Werkzeuge, um die Klimakrise zu lösen.“ Nur ein Schraubenschlüssel aus dem Klima-Zauberkasten von Al Gore hätte „Toyota“ als dem größten Automobil-Konzern der Welt genügt, um sich zu retten. Ohne Werkzeug musste sich der Autogigant Toyota wegen des anhaltend „schlechten Wirtschaftsklimas“ notgedrungen aus der Motorsport-Königsklasse, der „Formel 1“, verabschieden. Seine Konkurrenten BMW und Honda hatten vorher schon kapituliert, auch wegen des miserablen Finanz- und Wirtschaftsklimas in 2009.

Der Hoffnungsträger im globalen Krieg gegen die Klimakrise, Al Gore, ergänzte in einem Spiegel-Interview „Ich bin sehr optimistisch“ vom 2. November 2009: „Der Mensch ist ständig in Gefahr, das nie Dagewesene für undenkbar zu halten… Die Klimakrise hat sich aber als eine abstrakte Bedrohung verkleidet. Die Zeit zwischen ihrem Entstehen und ihrer vollen Sichtbarkeit ist sehr lang.“ Dennoch bleibt Al Gore zuversichtlich beim Aufbau seiner Armee, die er erfolgreich in den Krieg gegen dieses abstrakte und verkleidete Klimamonster zu schicken gedenkt. „Allein die Klimakrise hat dazu geführt, dass mehr als eine Million Basis-Organisationen sich neu gegründet haben, die meisten davon im Netz.“ Vor derart vielen Bataillonen müsse das Gespenst doch kapitulieren. Ist Al Gore sich sicher, dass diese Heerscharen sich nicht bereits in den sehr fein gesponnenen Netzen des Klimagespenstes verfangen haben?

Die Klimakrise hat keine Opfer gefordert, doch manche nutzen allein die Drohung geschickt aus, um sich als Retter aufzuspielen und flotte Gewinne zu machen. Das Aussprechen unbequemer Wahrheiten hat seinen Preis. Dies zeigen die Honorare, die Bußprediger und Prophet Al Gore kassiert. Er zählt zweifelsohne zu den Spitzengewinnern im Klimageschäft. Aber es gibt noch Andere, die sich in dem Klimakrisensumpf wohl fühlen und auf Beute lauern, die Finanzhaie. Ein solcher ist George Soros. Er gab bekannt, dass er eine Milliarde Dollar in den Klimawandel zu investieren gedenkt und eigens dazu die Beratungsorganisation „Project Syndicate“, der 430 Zeitungen aus 150 Ländern angehören, gründen will. Soros: „Das Problem der globalen Erwärmung ist zum jetzigen Zeitpunkt vorrangig ein politisches. Die Wissenschaft zweifelt schon längst nicht mehr an dem Fakt, aber wie erreichen wir nun unsere Ziele?“ Die Klimawissenschaft kann gar nicht zweifeln, wenn sie nicht selbst den staatlichen Geldhahn zudrehen und sich ihr eigenes Grab schaufeln wollte.

Wann der Klimakrieg so richtig beginnen und wie lange er dauern wird, das weiß kein ensch. Auch beim Klimagipfel in Kopenhagen wurde keine offizielle Kriegserklärung abgegeben. Das Gespenst ist ja nicht nur abstrakt, sondern zudem verkleidet und ob dafür die Welt schon gerüstet ist, zumal die bevölkerungsreichsten Länder wie China und Indien eine abwartende Haltung einnehmen und gerne an vorderster Stelle die reichen Industrienationen sehen. Prognosen für den Zeitpunkt des Sichtbarwerdens des Klimagespenstes gibt Al Gore nicht. Doch was auch immer geschehen mag, die Welt wird ihr politisches Gesicht verändern. Es wird abstrakter. Ein Verlierer zeichnet sich heute schon ab. Es ist der gesunde Menschenverstand, die Vernunft. Bleibt als Sieger nur die Unvernunft übrig? Der Sieg imaginärer intellektueller abstrakter Fiktionen über die Realitäten der Natur? Beugen wir uns vor lauter Klimaängsten, gleich ob eingeredet oder eingebildet, der „Weltherrschaft der Unvernunft“?

Können wir diese noch abwehren? Wissen wir, die große schweigende Mehrheit, die Waffe der Vernunft noch einzusetzen? In der Vergangenheit hat sie auf Dauer immer noch über alle Ideologien, Mythen und Utopien gesiegt. Auch das Klimagespenst ist besiegbar und zwar sehr leicht – theoretisch! Wir Menschenkinder müssten nur ein wenig von unserer politischen wir wissenschaftlichen Hörigkeit ablegen und unserem eigenen Verstand benutzen. Wir müssen nur wieder lernen, unserem eigenen Wissen wie unseren eigenen Erfahrungen und Sinnen zu vertrauen und nicht blind irgendwelchen Experten zu glauben. Eine der Leitfiguren des IPCC, Sir John Hougthon sage 1994: „Solange wir keine Katastrophen ankündigen, wird uns keiner zuhören.“ Hören wir doch einfach mal weg!

Schon vorher hatte 1989 der Chefautor des IPCC, Stephen H. Schneider, seinen Kollegen ans Herz gelegt: „Deshalb müssen wir Schrecken einjagende Szenarien ankündigen, vereinfachende, dramatische Statements machen und wenig Erwähnung irgendwelcher Zweifel, die wir haben mögen, äußern. Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische Statements und keine Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entscheiden, wie weit er eher ehrlich oder eher effektiv sein will.“ Die meisten in der Klimaszene entschieden sich für „effektiv“. Dieser Maßstab „Effizienz“ ist bis nach Indien vorgedrungen, wie die Neue Zürcher Zeitung am 21, November 2009 in „Der Klimawandel wird Indien teuer zu stehen zu kommen“ schreibt. In einer groß angelegten Studie für den Subkontinent stellten Klimaexperten fest: „In den letzten 50 Jahren litt Indien unter 15 schweren Dürren.“ Dann die Prognose: „Schwere Dürren, die momentan alle 10 Jahre verzeichnet werden, werden laut der Prognose bis 2030 im Abstand von nur noch drei Jahren auftreten.“ Kann das stimmen?

Nein, aber so effizient arbeiten Klimawissenschaftler. Sie verfäl-schen eine Zahl, sagen das voraus, was ohnehin „normal“ ist und konstruieren daraus ein Horrorszenario, eine Katastrophe! Das, was an Daten und Korrespondenz am 19. November 2009 aus dem für das IPCC tätige Klimadatenzentrum der University East Anglia (GB) ans Tageslicht befördert wurde, erhärtet den Verdacht, dass natürliche Datenreihen auf sehr effektive Weise manipuliert und an künstliche Modellvorstellungen adaptiert werden. Das Gespenst Kommunismus manifestierte sich in der „Diktatur des Proletariats“, das Gespenst Klimakrise bereitet die „Diktatur der Intellektuellen“ vor.

Am 6. Dezember 2009, dem Vortag des Klimagipfels in Kopenhagen, rief die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung dazu auf: „Rettet erst das Klima, dann die Welt“. Am 16. Dezember 2009 ließ die BILD auf ihre Art die Alarmsirenen heulen: „CO2-Alarm! So gefährlich ist der Klima-Killer wirklich. USA stufen das Treibhaus-Gas offiziell als gesundheitsschädlich ein – wichtiges Signal für Gipfel in Kopenhagen.“ Zur Erklärung wurde hinzugefügt: „Klimakiller CO2 – man sieht es nicht, man riecht es nicht, doch es ist unser größter Feind.“ Welcher Bildzeitungsleser hat in diesem Moment daran gedacht, dass alles Leben auf Erden von diesem „Klimakiller“ abhängt?

Diese größte, teuerste und überflüssigste aller UN-Konferenzen endete ohne konkrete Beschlüsse. Man hörte keine Jubelgesänge, aber auch keine ehrliche kritische Bilanz. Der Südkurier vom 19. Dezember 2009 brachte es auf den Punkt: „Klima und Weltherrschaft sind nicht mehr zu trennen.“ Er hätte sagen sollen: Der Griff zur Weltherrschaft ist an Klimadissonanzen gescheitert! Man tanzte um den Altar mit dem verkleideten „abstrakten Gespenst“, doch noch hatte keiner den Mut zu dem befreienden Satz: Unter der Verkleidung ist ja gar nichts!

Mit Ängsten gegen die Daseinsangst

Wer sich der Wirklichkeit verweigert,

indem er sie nicht erforschen und

verstehen will, ist schon an ihr

gescheitert.

Hubert Markl

Der Mensch ist ein Mängelwesen, doch ob seines Verstandes wie seiner Mobilität ein ausgezeichneter Anpassungskünstler im Kampf ums Dasein. Dabei spielt die Angst als Ausdruck seines Überlebenstriebs eine zentrale Rolle. Ängste erhöhen die Aufmerksamkeit wie die Wachsamkeit und helfen, das eigene Leben wie das der Familie und Gruppe, aber auch das Leben der Nachkommen, das genetische Überleben an sich zu sichern. Ausdruck der Überlebenstüchtigkeit ist die optimale Anpassung des Verhaltens an die permanent wechselnden natürlichen Umweltverhältnisse. Hinzu gekommen ist im Laufe der technischen und zivilisatorischen Entwicklung der Anpassungsdruck an die immer komplexeren kulturellen Außenwelten, die sich vielfach unserem Verständnis entziehen. Wir wittern Gefahren, reagieren mit Ängsten, aber beides spielt sich weniger auf der Verstandesebene als im emotionalen Unterbewusstsein ab.

In unserer Wahrnehmung wird die Kluft zwischen Außenwelt und Innenwelt immer breiter. Beide waren noch nie deckungsgleich, doch deren Schnittmengen werden immer kleiner. Dies erzeugt bisher unbekannte und diffuse Ängste, zumal wir ohnehin in unserem Bewusstsein Wirklichkeiten aufbauen können, denen keinerlei Realität in der Außenwelt entspricht und die wir daher als Hirngespinste bezeichnen. Wie häufig sagen wir: Du siehst wohl Gespenster! Auch wenn diese nicht real existieren, so haben solche virtuellen Hirngespinste eine reale Wirkung, indem sie Ausdruck unserer geheimen Ängste oder Wünsche sind. Sie spiegeln Facetten unseres Innenlebens wider, geben so Einblick in unsere Begierden und Neigungen. Wir müssen uns damit abfinden: Ängste, Begierden, Neigungen sind anthropologische, dem Menschen zugehörige Konstanten, so dass sich auch die Wünsche und Phantasien der meisten Menschen in sehr ähnlichen Bahnen bewegen. So wie sich alle Menschen nach paradiesischen Urzuständen sehnen, so begrüßen sie auch spontan alle Versprechungen eines künftigen harmonischen Klimagleichgewichts.

Jeder Mensch ist zwar ein Individuum, aber nur durch seine Mitmenschen als Mensch im sozialen Verbund überlebensfähig. Er ist sozusagen ein Herdenwesen, das auf den Schutz von Herden wie die Weisungen von Hirten angewiesen ist. Die Herde wird in hohem Maße durch Angst zusammengehalten, die Angst, sich bei Verlassen der Herde zu verirren und vom „bösen Wolf“ gefressen zu werden. Wir Menschen stecken immer in dem Zwiespalt, uns entweder für Autonomie und Freiheit oder für Kollektiv und Sicherheit zu entscheiden. Beides ist mit Gefahren verbunden. Wir stehen zwischen der Angst von innen und der Angst von außen, müssen einen Spagat machen - zwischen „der rationalen und der sozialen Freiheit“. Dieses unauflösbare Spannungsverhältnis schildert Irenäus Eibl-Eibesfeldt in seinem Buch „Der Mensch - das riskierte Wesen. Zur Naturgeschichte menschlicher Unvernunft“ (1988). Die „Gefährdung durch Angst“ ist eine der Facetten des Daseinskampfes. Der „Kampf ums Dasein“ wird meistens unblutig ausgefochten und spielt sich individuell ab als „Kampf ums Klima“, als Streit um die Neigungshoheit oder Klimadominanz.

In „Welt Kompakt“ vom 20. März 2009 finden wir folgende Schlagzeilen: „Die Angst geht um in Europa – Wenn der Ozean explodiert – Die Eisbären verschwinden – Konferenz der Arktis-Anrainerstaaten sieht größte Gefahr in Klimawandel“. Jede der Meldungen erzeugt eine andere psychische Reaktion, wirkt anders auf uns ein, aktiviert in den Tiefen des Unterbewusstseins andere Bilder. Der fiktive Idealzustand gerät in uns in Konflikt mit der garstigen Wirklichkeit. Dabei bleibt meist unbewusst, dass der „Idealzustand“ nichts als eine „Abstraktion“, ein rein theoretischer Wunschzustand ist. Jede Abweichung kann als lebensbedrohende Gefahr dargestellt werden, kann Ängste unterschiedlichen Grades hervorrufen. Wenn über viele Jahrzehnte die Gefahr einer drohenden globalen Klimakatastrophe an die Wand gemalt wird, und zwar aus Professorenmunde, dann wird aus der eingeredeten Gefahr eine eingebildete Gefahr, die vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein aufsteigt und als reale Gefahr angesehen wird.

Wie wirkt folgender Text auf Sie? „Nur wenige Themen bewegen uns so stark wie Wetter und Klima. Seit besorgte Wissenschaftler vor einer drohenden Klimaerwärmung warnen, beschäftigen Szenarien über den Ablauf einer solchen Veränderung des Klimas und ihrer katastrophalen Folgen die Öffentlichkeit. Sie haben unseren individuellen Wetter- und Klimaerfahrungen einen noch wichtigeren Stellenwert in unserer Alltagswahrnehmung, in unseren Gesprächen und möglichen Lebensängsten gegeben.“ Teilen Sie die Sorgen der besorgten Autoren? Haben Sie schon negative Erfahrungen mit dem Klima gemacht? Halten Sie folgende Aussage für möglich? „Während man die bisherige Geschichte der Zivilisation als die einer Emanzipation der Gesellschaft von der Natur (einschließlich des Klimas) verstanden hat, kommt es nach dieser Vorstellung zu einer dramatischen Wende, in der die Natur wieder zunehmend den Menschen beherrscht. Die Natur wird als Strafe dafür, dass der Mensch mit dem ökologischen Gleichgewicht gespielt hat, krank und macht krank: „Die Natur schlägt zurück.“ Die Frage ist natürlich, ob die Natur sich ändert oder, als Resultat unserer Forschungsbemühungen, unsere Betrachtungsweise der Natur.“

Ist dies aus einem Science-Fiction-Roman? Will sich hier ein Wissenschaftler mit einem Drang zur Weltverbesserung ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit drängen, um so Fördermittel zu generieren? Beide Texte stammen aus dem 1999 erschienenen Buch „Klima, Wetter, Mensch“. Autoren sind der Soziologe Nico Stehr und der Klimaforscher Hans von Storch. Beide treiben ein psychologisch sehr ausgeklügeltes Verwirrspiel um Worte. Man müsste mit Konfuzius ausrufen: „Dulde keine Unordnung in der Sprache!“ Als erstes wird das „Klima als alltägliche Erfahrung des Menschen“ hingestellt, denn „die kürzesten Zeiträume der Klimavariabilität umfassen nur wenige Tage“. Dies erklären sie dann wie folgt: „Solche ‚Wetterschwankungen‘ zeigen sich in Form von vorbeiziehenden Stürmen oder andauernden Hochdrucklagen.“ Wer dieses Wortspiel gedankenlos konsumiert, akzeptiert ganz gewöhnliche „Wetterschwankungen“ als „alltägliche Klimaerfahrungen“ und merkt nicht, wie die prinzipiellen Unterschiede zwischen Wetter und Klima verwischt werden. Nun wird doziert: „Klima ist die Statistik der lokal erfahrbaren Wetterschwankungen“, „Klima ist Statistik“, das „durchschnittliche Wetter“, aber „das letztere ist ein mathematisches Artefakt, das in der Realität nicht vorkommt“.

Halt: Wie soll man „alltägliche Klimaerfahrungen“ gewinnen, wenn Klima in der Realität nicht vorkommt? Wer hat diese sublim verpackten Widersprüche erkannt? Tatsache ist, das Klima ist ein „mathematisches Artefakt“. Deswegen kann man endlos darüber reden, schreiben und spekulieren, über Jahrzehnte hinweg. Man kann sich als Klimaretter aufspielen und Nobelpreise erzielen. Ist die mentale Barriere zwischen Wetter und Klima erst einmal eingeebnet, dann sind wir dem Spiel der Statistik ausgeliefert, die uns alles und nichts beweist. Wer die statistische Deutungshoheit über Raum und Zeit erobert hat, der ist im „Zeitalter der Globalisierung“ angekommen. Mit ihrem Hinweis, dass der nach 30jähriger Beobachtung errechnete Normalzustand eine imaginäre Größe ist, „da es erdgeschichtlich kein ‚normal‘ gibt. … Es ist ein mathematisches Konstrukt. … Dabei handelt es sich um keine Naturkonstante, sondern um eine gesellschaftlich konstruierte Konvention, die ungefähr dem Zeithorizont menschlicher Erfahrung entspricht“, betreiben die beiden Wissenschaftler Imagepflege, um dann um so unverfrorener mit den Lesern „Katz und Maus“ zu spielen.

Für einen kritischen Leser mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen und gesundem Menschenverstand ist das Büchlein ob der zahlreichen Widersprüche ein Genuss. Er muss schmunzeln über die Banalität: „Morgens vor Sonnenaufgang ist es am kältesten.“ Dann folgt das nächste Fettnäpfchen: „Würde zwischen der Sonne und der Erde, die die Wärmestrahlung empfängt, ein Vakuum herrschen, müsste die mittlere Lufttemperatur der Erde etwa -10° C betragen.“ Haben Sie etwas gemerkt, gestutzt? Nun, ein Vakuum ist ein luftleerer Raum. Gibt es keine Luft, dann kann es gar keine Lufttemperatur geben! Und was wollen die Autoren mit folgendem Satz sagen? „In der klassischen Tradition erschließt sich die Kenntnis vom globalen Klima aus der Kenntnis aller regionalen Klimate.“

Wie dieser Erkenntnisweg funktionieren soll, bewahren sie als Geheimnis, aber der Hinweis auf die „klassische Tradition“ soll den Leser einschläfern, beruhigen, das Gefühl von Seriosität aufkommen lassen. Die Summe lauter „mathematischer Artefakte“ gibt einen Super-Artefakt, sonst nichts. Kein klassischer Klimatologe, der mit unendlich viel Mühe die Vielzahl regionaler Klimate aus Daten herausdestilliert und einen Klimaatlas erstellt hat, hat je von einem Globalklima gefaselt. Alle waren sich stets dessen bewusst, dass Klima nur eine Fiktion, eine imaginäre Größe ist, die „in der Realität nicht vorkommt“, aber bei der Beschreibung der Vegetationsvielfalt der Erde nützlich ist. Ein letztes Beispiel aus dem gemeinsamen Werk von Klimaexperte und Soziologe: „Tatsächlich sind nur die allergrößten Strukturen für die Ausgestaltung des globalen Klimas von Belang - das Verschwinden des australischen Kontinents wirkt sich, zumindest in der Kalkulation eines Klimamodells, nicht verändernd auf das globale Klima aus.“

Warum also regen wir uns auf, warum haben wir Angst vor der Klimakatastrophe durch Abholzen des Amazonaswaldes, durch Abschmelzen des Grönlandeises, wenn das Verschwinden Australiens keine Rolle spielt? Zugegeben, Australien ist mit 7,7 Millionen Quadratkilometern der kleinste der Kontinente, aber die Europäische Union bringt es trotz ihrer 27 Mitgliedsstaaten nur auf eine Fläche von knapp 4,4 Millionen Quadratkilometer. Wenn das Verschwinden Australiens keinerlei Auswirkungen auf das globale Klima hat, warum spielen wir Europäer uns so auf? Ja, und welchen Einfluss hat die Fläche Deutschlands?

Noch mit einer anderen Überraschung warten die Autoren auf: „Ohne CO2 gibt es keine Photosynthese und damit keine Pflanzenwelt. Insofern ist es unsinnig, von Kohlendioxid als ‚Klimakiller‘ zu sprechen.“ Dies ist in höchstem Grade politisch unkorrekt, aber wahr. Der Vollständigkeit halber hätte hinzugefügt werden müssen, dass Kohlendioxyd damit auch kein Umweltgift ist. Anrüchig ist im „Zeitalter der Gleichstellung“ folgende Feststellung: „Im Altertum waren die Götter für das Wetter verantwortlich. … Im Mittelalter galten böse Geister als für Wetter und Wetterextreme verantwortlich. Frauen wurden als Wetterhexen denunziert und verbrannt. … Die Hexenverfolgung war, wenn man so will, eine Art Klimapolitik jener Zeit.“ Wir Menschen können es nicht lassen und suchen immer nach Schuldigen. Die Klimaexperten haben gewürfelt und die Schuldigen ausgemacht: Das Los fiel auf die reichen Industrienationen.

Mensch - Herdentier und Gewohnheitswesen

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Marie von Ebner-Eschenbach

Wer nicht mit klagt, wer also aus

dem Rudel ausbricht, schließt sich

aus der Gemeinschaft der Leidenden,

mithin der moralisch Hochwertigen aus.

Erich Wiedemann

Die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann veröffentliche in Heft 1/1975 von „Bild der Wissenschaft“ einen Aufsatz „Die Schweigespirale - was ist eigentlich öffentliche Meinung?“ Sie schreibt darin, dass der Mensch dazu neige, sich der in seiner Umwelt herrschenden Meinung anzuschließen oder ihr zumindest nicht zu widersprechen. Durch dieses Verhalten entsteht eine „schweigende Mehrheit“. Gleichzeitig kann aus dem Vorstellungsmodell einer Spirale erklärt werden, wie aus einer Minderheitenmeinung durchaus eine „öffentliche Meinung“ werden kann. Anscheinend ist diese Anpassung eine Konstante der menschlichen Natur und eine Bedingung menschlichen Zusammenlebens. Es ist anzunehmen, dass die Furcht, sich zu isolieren, die auch Zweifel an der eigenen Urteilsfähigkeit enthält, Bestandteil aller Prozesse öffentlicher Meinung ist. Dies ist der Punkt, an dem das Individuum verletzlich ist, hier gewinnen gesellschaftliche Gruppen Möglichkeiten der Bestrafung, wenn Konformität verweigert wird. Die Begriffe „öffentliche Meinung“ und „Sanktion“, „Strafe“ sind eng miteinander verbunden.

Nach dreißigjähriger Indoktrination der Öffentlichkeit durch eine kleine Gruppe von Klimaexperten hat sich der Glaube an den anthropogenen Treibhauseffekt wie die Angst vor der Klimakatastrophe so fest in der „öffentlichen Meinung“ verankert, dass ein schnelles Umschwenken schwer vorstellbar ist. Was kann schon ein einziger und weitestgehend verheimlichter Artikel in der Prawda bewirken, wenn in Brüssel fleißig weiter die Alarmglocken geläutet werden? Am 27. Februar 2009 wurde über die Nachrichtenagentur Reuters ein neuer Bericht der EU-Kommission bekannt. Danach sind die Mittelmeerländer Griechenland, Italien und Spanien am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen. Hitzewellen und Waldbrände könnten die Einnahmen aus Tourismus und Lebensmittelanbau drastisch reduzieren. Stavros Dimas als EU-Umweltkommissar kommentierte dies besorgt und bezeichnete den Klimagipfel in Kopenhagen als „letzte Chance für die Welt“.

Von Entwarnung ist noch nicht die geringste Spur zu erkennen. Im Gegenteil, die „Klimakarawane“ hat Fahrt aufgenommen und geht unbeirrt ihren Weg, ganz dem Gesetz der kollektiven Trägheit folgend. Sind auch nur die geringsten Anzeichen von Ermüdung festzustellen, spucken die wahrsagenden Computer der Klimarechenzentren neue Hiobsbotschaften aus. Die Lage sei ernster als bisher angenommen, so die neuesten Prophezeiungen. So meldete am 16. Februar 2009 die reaktionsschnelle Tageszeitung BILD: „Klimawandel! Brennen bald Regenwälder?“ Chicago - Vor einer dramatischen Erderwärmung warnt Chris Field vom Weltklimarat IPCC: „Aus den auftauenden Böden der Polarregionen könnten bis zu einer Billion Tonnen Klimagase entweichen - der Mensch hat bisher ‚nur‘ 350 Milliarden Tonnen freigesetzt. Riesige Waldbrände drohen durch austrocknende Regenwälder. Grund: der stetig steigende CO2-Ausstoß.“

„Mehr Treibhausgas als bisher erwartet - Forscher: Tundra und Regenwälder in Gefahr“, so überschrieb die Allgemeine Zeitung Mainz am gleichen Tag die Meldung der Nachrichtenagentur „dpa“ aus Chicago: „Hiobsbotschaft der Klimaforscher: Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre ist in den Jahren 2000 bis 2007 noch weitaus schneller vorangeschritten als von Experten prognostiziert. Durch den erhöhten Energieverbrauch in den Schwellenländern seien die CO2-Emissionen durchschnittlich um 3,5 Prozent pro Jahr gestiegen. Das sei dreimal so schnell wie in den Jahren 1990 bis 1999, sagte der US-Forscher Christopher Field von der Universität Stanford und dem Carnegie-Institut am Samstag in Chicago.

„Wir haben es in der Zukunft mit einem Klima zu tun, das weit über alles hinausgeht, was wir auf der Grundlage von Simulationen bisher ernsthaft erwogen haben“, warnte Field. Sorge bereite ihm, dass die vom Menschen ausgelöste Erderwärmung enorme Mengen von CO2 und Methan in der auftauenden arktischen Tundra freisetzen könnte. Ebenso könnten tropische Regenwälder austrocknen und durch Brände in CO2-Quellen verwandeln. Als problematisch hätten sich inzwischen auch die Biotreibstoffe erwiesen: Für den Anbau von Getreide für Biosprit habe es weiträumige Rodungen im brasilianischen Regenwald gegeben.“ Die Angst, Schrecken und Panik verbreitenden Hiobsbotschaften reißen nicht ab.

Ein Gespenst geistert um die Welt

Die ich rief, die Geister,

werd’ ich nun nicht los.

Johann Wolfgang von Goethe

Ein unheimliches Gespenst geht um in der Welt und verbreitet Angst und Schrecken. Niemand hat das Gespenst je zu Gesicht bekommen, doch hellseherische Experten wollen seinen heißen Atem bereits spüren und lassen weltweit alle Alarmglocken Sturm läuten. Diese Experten haben dem Gespenst einen einprägsamen Namen gegeben. Sie nennen es Klimakrise und sich selbst Klimaexperten! Sie beschuldigen die Industrienationen, mit ihrer Gier nach Wohlstand und Wachstum die Emissionen von giftigen Klimagasen derart in die Höhe getrieben zu haben, dass das von Natur aus friedliche Klimagespenst aus dem Gleichgewicht gebracht und in Rage versetzt wurde. Nun habe es zum Gegenschlag ausgeholt, der in einer Klimakatastrophe zu enden drohe. Doch das Klimagespenst kämpft nicht selbst, es lässt kämpfen und bedient sich als Waffe des Wetters. Das Wetter ist ohnehin von Natur aus schnell veränderlich, ja heimtückisch und unberechenbar. Auch neigt es leicht zu Gewalttätigkeiten, zu Wutausbrüchen. Es wird zum Unwetter. Die Klimaexperten sind sich einig: Das Klimagespenst bedroht weltweit die Menschheit mit einem Krieg, der unsere Vorstellungskraft übersteigt und alle bisherigen Kriege in den Schatten stellt.

Das politische Urteil ist gefällt: Es sind allein die reichen Industrienationen, die das Gespenst aufgeweckt und bis zur Weißglut gereizt haben. Nun droht dieses mit einem globalen Gegenschlag, der ohne Vorwarnung Schuldige wie Unschuldige treffen, jeden Flecken der Erde verwüsten und zu Flüchtlingsströmen gewaltigen Ausmaßes führen kann. Es ist ein gezielter Rachefeldzug eines unheimlichen, bisher noch nicht fassbaren Gegners. Lange waren die Geheimdienste vieler Staaten dem Gespenst dicht auf der Spur. Sie tappten jedoch weitgehend im Dunkeln und kamen über vage Vermutungen nicht hinaus. Es waren Wissenschaftler der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e. V., die das Gespenst auf die Welt losließen und am 22. Januar 1986 bei einer Pressekonferenz in Bonn der Öffentlichkeit die „Warnung vor der drohenden Klimakatastrophe“ präsentierten.

Spätestens seit dieser epochalen Pressekonferenz ist der Klimaschutz in aller Munde, die Angst vor der Klimakatastrophe in allen Herzen. Auf besonders eindringliche Weise hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auf diese Warnung reagiert und auf seiner Titelseite am 11. August 1986 den Kölner Dom langsam in der blauen Nordsee versinken lassen. Dieses Bild hat in uns das uralte Bild von der Sintflut wiederbelebt und eine Pressekampagne ohnegleichen ausgelöst. Auch die Politik hat schnell auf diese Warnung reagiert und eigens einen neuen Politikzweig ins Leben gerufen: die Klimapolitik. Der Deutsche Bundestag zog reflexartig die politischen Konsequenzen und etablierte im Jahre 1987 eigens eine Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“, um mit Hilfe zahlreicher Experten die Gefährlichkeit des Gespenstes zu erforschen und zur Milderung der Gefahren der Klimakatastrophe Abwehrstrategien zu entwickeln. Doch nicht nur Deutschland bildete einen Generalstab zwecks Abwehr des Klimakrieges. Andere Länder sahen auch die Gefahren und so kam es zu einer globalen Mobilmachung. Im Jahre 1988 gründeten die Vereinten Nationen das Schiedsgericht „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC).

Ringen um die Wissens- und Meinungshoheit

Welt der Natur - Welt des Verstandes

Weil wir glauben, alles einzelne berechnen

zu können, verfallen wir dem

Aberglauben, dass auf diese Weise auch das

Ganze zusammengerechnet werden könnte.

Friedrich A. Beck

Wenn wir auch glauben, dass wir „Herr des Verstandes“ sind und unser Verstand es ist, der unsere Meinung über Menschen, Dinge, Ereignisse, über „Gott und die Welt“ bildet und erschafft, so wissen wir dennoch nicht, ob wir alles verstanden haben, was der Verstand zu wissen vorgibt. Häufig ist es nämlich gar nicht der Verstand, der uns leitet, sondern ein „Wesen“, das wir aus purem Unwissen mit „Bauchgefühl“ umschreiben, das dem unser Denken vorangestellten Unterbewusstsein entspringt. Können wir rational oder verstandesgemäß nachvollziehen, wie in uns das Gefühl einer drohenden Klimakatastrophe entstanden ist? Sind es konkrete Klimaereignisse, die uns zu diesem Schluss geführt haben? Letzteres ist absolut auszuschließen, denn die Natur kennt keinen Vorgang namens „Klima“! Seitdem „Adam und Eva“ aus dem „Garten Eden“ ausgewiesen wurden, um sich im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot zu verdienen, sind wir auf „Gedeih und Verderb“ dem Wetter ausgesetzt. Permanent war die Angst, dass das Wetter die Ernte vernichten und eine Hungersnot auslösen könnte. Das Wetter ist ein unabwendbares Naturereignis, mit dem der Mensch leben, an das er sich anpassen, dem er sich fügen und unterordnen muss.

Diese an ihn gestellte Herausforderung hat der Mensch mit Bravour gemeistert. Er hat sich so geschickt dem Wetter angepasst, dass er in allen Klimazonen dieser Erde leben und überleben kann. Aus Überlieferungen der Ahnen wie aus eigener Erfahrung lernte der Mensch seine Ansprüche, seine Ernährung und Lebensweise an die natürlichen Begebenheiten anzupassen. Er wusste auch um das Risiko, das er einging, wenn er sich in Regionen niederließ, in denen er gelegentlich unter Wetterextremen zu leiden hatte. Naturereignisse werden erst dann zu Katastrophen, wenn Güter und Menschen betroffen sind. Was gewöhnlich als ganz normal angesehen wurde, die im Herbst und Winter unregelmäßig auftretende Sturmtiefs oder Orkane, wird heute in den Medien gerne als Vorbote der nahenden Klimakatastrophe verkauft.

Wenn wir fest davon überzeugt sind, das Wetter spiele immer verrückter und werde immer katastrophaler, dann kann diese Meinung nicht aus eigenem Erleben wie eigener Erfahrung erwachsen sein. Sie wurde uns über die Medien souffliert. Wir geben sie nur unkritisch weiter. Auf diesem Fundament gründet die Angst vor der Klimakatastrophe, haben wir das Gefühl, bereits die Vorbeben eines Klimakrieges zu erleben. Was wir als eigene Meinung ausgeben, wurde uns eingeredet. Wenn Klima in der Realität nicht vorkommt, dann kann es keine erlebte Erfahrung geben. Auch wenn sich am generellen Wettergeschehen absolut nichts ändert, über die allgegenwärtige Berichterstattung kann der Eindruck hervorgezaubert werden, es würde alles immer katastrophaler. Mit den Mitteln der Kommunikation kann eine geschickte Informationspolitik den Eindruck erwecken, es würde alles schlimmer und die Apokalypse sei nahe. „Wir haben nur noch fünfzehn Jahre“ ist Ausdruck solch einer künstlichen Endzeitstimmung.

Kein Mensch kann beurteilen und ermessen, in welch hohem Maße diese Überzeugung von und durch die Medien, deren sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft äußerst virtuos bedienen, in uns hineingetragen wurden. Da unsere geistige Aufnahmefähigkeit begrenzt ist, sind es im Wesentlichen die Schlagzeilen, die uns ins Auge fallen, bildhaft gespeichert werden und Bewusstsein wie Unterbewusstsein zugleich prägen. Zwar hat unser Verstand ein individuell sehr verschiedenes Aufmerksamkeitsraster gebildet, er filtert die für ihn unwichtigen Informationen heraus, doch der Informationsflut ist er, zumal wenn sie sich über Jahre hinweg über uns ergießt, auf Dauer nicht gewachsen. Ob Agitation, Information oder Propaganda, alles wirkt nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Das Aufmerksamkeitsraster kann man sich als eine Art Schablone oder Schutzmechanismus vorstellen, als eine unbewusst tätige und vergleichende Prüfinstanz. Im Unterbewusstsein sind auch alle Himmelsbilder gespeichert, anhand derer die Hirten auf dem Felde ihr Kurzfristvorhersagen machten, die zu den vielen Bauernregeln führten. Das Wetter war und ist auch heute nicht ohne Grund unser häufigster Gesprächsstoff.

Die permanent dem Wetter und seinen Veränderungen zugeneigte Aufmerksamkeit, Wetterberichte und Wettervorhersagen sind Bestandteil aller Nachrichten, wurde in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr auf das Klima gelenkt, indem sein Wandel und seine Gefahren erörtert und damit in die Bewusstseinsebene gehoben wurden. Das nur in der Abstraktion existierende Klima wurde uns als ein „Ding“ präsentiert, das, wenn es auch real nicht existiert, so doch die Macht hat, das Wetter so zu beeinflussen, dass sich dessen Extreme ins Unerträgliche häufen und unsägliche Schäden an Mensch und Material verursachen. Alle Klimaszenarien gehen davon aus, dass sich Stürme, Dürren, Hitzeperioden, Starkniederschläge und Überschwemmungen in Zukunft häufen. Selbst Kälteperioden mit Blizzards und Schneeverwehungen seien Folgen der Erderwärmung. Wenn auch vielen bewusst ist, dass hier in wissenschaftlich unerlaubter Weise Ursache und Wirkung vertauscht werden, ist die Suggestionskraft des Bildes der vielen sich zur Klimakatastrophe verdichtenden Wetterkapriolen so mächtig, dass wir dies ohne Widerrede hinnehmen.

Nehmen wir zur Kenntnis, bei vielen Menschen ist die drohende Klimakatastrophe zur realen Gefahr, zur festen Überzeugung geworden, von der sie so schnell nicht ablassen werden, trotz handfestester Gegenargumente. Dennoch erfordert es die Pflicht zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit, gegen die bewusst geschürte Angst vor der kaum abwendbaren Klimakatastrophe unbeirrt mit sachlichen Argumenten vorzugehen. Wenn die Tageszeitung BILD am 28. April 2007 in einer Schlagzeile schreibt: „Klimawandel – Die Ängste der Deutschen“ und dann eine Allianz-Studie zitiert, wonach 91 Prozent der Deutschen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und schwere Stürme befürchten und erstaunliche 66 Prozent glauben, dass sie den Klimawandel beeinflussen können, dann ist das Indiz, dass die Klimaängste gegriffen haben, ein unkontrolliertes Eigenleben in uns führen.

Ein völlig anderes Ergebnis hat die Umfrage einer australischen Zeitung ergeben, obwohl zu gleicher Zeit in Südaustralien, dem trockensten Teil des Landes mit mehr als 60 Prozent Wüste, schwere Brandkatastrophen durch Hitze und Dürre wüteten. Auf der Webseite von Australiens größtem Fernsehsender erschien am 9. Februar 2009 das Ergebnis der Umfrage: Glauben Sie das die „Globale Erwärmung“ ein Mythos ist? Danach gaben 95 Prozent an, dass es sich um einen Mythos handle. Dieser Unglaube muss die Mediengewaltigen so geschockt haben, dass die Umfrage flugs vom Bildschirm verschwand.

Zwischen Neugier und unbändiger Erklärungswut

The rain is raineth every day

upon the just and unjust fella,

But chiefly on the just because

the unjust have the just’s umbrella.

Samuel Butler

Der schleichende Wandel von der beschreibenden Klimatologie hin zur numerischen Klimaforschung vollzog sich relativ unauffällig in den Vereinigten Staaten im Laufe der fünfziger Jahre mit dem Aufkommen elektronischer Rechenanlagen. Diese wurden zuerst für die numerische Wettervorhersage eingesetzt. Doch dann boten sich progressive Meteorologen, unter ihnen Richard Lindsen und Stephen Schneider, an, die Wettervorhersagemodelle für Klimavorhersagen umzuschreiben. Sie nutzten das Interesse der CIA aus, die glaubte Informationen zu haben, dass die UdSSR schon Methoden hätte, um das Klima zu beeinflussen. Gelänge es den Sowjets, ihre Weizenproduktion massiv zu erhöhen, dann hätte das enorme Konsequenzen für die USA als wichtigstem Getreideexporteur in der Welt. Die Erforschung des Klimas wurde zuerst in den USA finanziell massiv gefördert, standen doch gewaltige wirtschaftliche Interessen dahinter. Zudem versprach die Klimaforschung einen Blick in die Zukunft, den Wettervorhersagen nie erfüllen können. Mit der weltweiten Ausbreitung der Computer begannen überall auf der Welt Wissenschaftler, sich mit der Klimaforschung zu befassen. Ein uralter Traum aller Futurologen schien Wirklichkeit zu werden, der Blick in die ferne Zukunft.

Vorbei sei die Zeit der Unwissenheit, der Orientierung am „Hundertjährigen Kalender“. Man denke an Griechenland vor gut zweieinhalb Jahrtausenden und das berühmte „Orakel von Delphi“. Was sich dort abspielte, beschreibt Dietrich Schwanitz in seinem Buch „Bildung – Alles, was man wissen muss“. Ich zitiere aus der Ausgabe 2002: „Zum religiösen Mittelpunkt ganz Griechenlands wurde das Apollon-Orakel von Delphi. Wurde es befragt, fiel eine Priesterin nach der Einnahme von Drogen in Ekstase und stieß unzusammenhängende Worte aus, die ein Priester zu vieldeutigen Sprüchen zusammensetzte. Aus ihnen konnte dann der Ratsuchende sich eine Vorhersage heraus deuten, die so widersprüchlich war wie die Empfehlung einer modernen Expertenkommission.“

Über den Ursprung der Götter, und davon quoll der griechische Götterhimmel geradezu über, schreibt Schwanitz: „Es fing damit an, dass Uranus mit seiner Mutter Gäa, auch bekannt als „Mutter Erde“ Inzest beging. Daraus entstanden erst die Zyklopen und dann die Titanen.“ Unterbrechen wir hier und machen einen Zeitsprung zu Prometheus und der Büchse der Pandora. Schwanitz: „Der Schöpfer des Menschen war Prometheus. Er war ein Titan und Bruder des Atlas. Aber schlauer als dieser, hatte er den Sieg des Zeus (über seinen Vater Kronos) vorausgesehen und sich auf dessen Seite geschlagen. Doch dann verstieß er gegen dessen Herrschaftsinteressen und brachte den Menschen das Feuer. Zur Strafe schuf Zeus Pandora, die schönste der Frauen, und stattete sie mit einem Kasten aus, der alle Plagen der Menschheit enthielt: Alter, Krankheit, Wahnsinn, Laster und Leidenschaften. Dann schickte er sie mitsamt ihrem Behälter zu Prometheus’ Bruder Epimetheus. Der aber ahnte Übles und warnte ihn davor, die Büchse der Pandora zu öffnen. Zur Strafe schmiedete Zeus Prometheus an einen Felsen des Kaukasus und bestellte zwei Adler, die jeden Tag an seiner Leber fraßen. Prometheus aber wurde als Lichtbringer, also als Aufklärer, zum Urbild des Revolutionärs.“

Nun ein gewaltiger Sprung in die Neuzeit. Alexander von Humboldt und sein Bruder Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835) wurden von ausgezeichneten Privatlehrern im klassischen Sinne erzogen. Beide sprachen schon früh fließend Griechisch, Latein und Französisch. Als Alexander von Humboldt als Ergebnis seiner vielen Forschungsreisen die neue Wissenschaft „Klimatologie“ taufte, da wusste er mit Sicherheit um die Bedeutung des Wortes Klima. Neigungen können jederzeit unsere Stimmung verändern und somit kann Klima unsere Sinne „afficiren“. Von Humboldt war jedoch kein Hellseher um vorauszuahnen, dass plötzlich eineinhalb Jahrhunderte später, trotz der Aufklärung, das Abstraktum Klima als Synonym für das mittlere Wetter zu einer eigenständigen Naturerscheinung werden und sich gespenstisch zum Herrn über das Wettergeschehen erheben könnte. Diese ideologische Verblendung und Vereinnahmung von Wissenschaftlern zum Zwecke der Änderung gesellschaftlicher Verhältnisse nicht geahnt zu haben, kann man Alexander von Humboldt nicht zum Vorwurf machen. Wenn wir nur den Begriff Klimaschutz hören, zucken wir schuldbewusst und rufen „ja selbstverständlich“. Wenn der Begriff Klimakatastrophe fällt, denken wir schuldbewusst an den Weltuntergang. Wenn wir den Begriff Klimakiller hören, dann senken wir unser Haupt und flehen um Gnade, um milde Bestrafung. Diese Spontanreaktion durch langjährige Agitation und Propaganda erinnert an die eingedrillten Reflexe bei den „Pawlow‘schen Hunden“.

An all dies dachte Alexander von Humboldt mitnichten. Er dachte an die Anfänge der Naturforschung der Griechen und die grandiose Idee, die Erde in Zonen gleichmäßiger Beleuchtung einzuteilen. Durch die Kopernikanische Wende wandelte sich das Bild der Erde von der Scheibe zur rotierenden Kugel. Nun bekam alles seinen Sinn: Vom Sonnenaufgang bis zum Untergang ändert sich permanent der Einfallswinkel, Neigungswinkel oder Klimawinkel der Sonnenstrahlen. Mit dieser Änderung des Klimas ändert sich die Menge der auf eine horizontale Einheitsfläche eingestrahlten Energie. Je schräger der Einfallswinkel, desto größer ist die Fläche, desto niedriger die Temperatur. Die Wanderung der Sonne am Firmament bestimmt den Tagesgang der Bodentemperatur. Überlagert wird der Tagesgang durch die Änderung des Höhenwinkels infolge der Schiefe der Ekliptik im Jahresverlauf. Bei seinen Forschungsreisen führte Alexander von Humboldt neben vielen anderen Messinstrumenten immer auch ein „Inklinatorium“ wie ein „Deklinatorium“ mit sich, um stets die Neigungswinkel auch der Topographie bestimmen zu können. Er betrieb Geländeklimaforschung. Sucht man nach günstigen Standorten für den Weinanbau, so wählt man keinesfalls die Nordhänge, sondern bevorzugt die zur Sonne geneigten Südost-, die Süd- und Südwesthänge. Erreicht die Sonne im Zenit eine Höhe von 50 Grad, so fällt bei einem Steilhang von 40 Grad die Sonne senkrecht in den Rebenbestand ein. In dem lateinischen Wort „inclinatio“ wie dem Ausdruck „sol se inclinavit“ steckt das griechische Wort Klima.

Gnadenloser Kampf um die Gedankenhoheit

Ihr seid im Dunkel,

und im Dunkel werdet ihr bleiben.

Morgen wird nicht Tag werden,

die Finsternis wird euer Los sein.

Bereut und bekundet eurem Schöpfer

Achtung. Das ist mein letzter

Fingerzeig vor der Apokalypse.

Eric-Emmanuel Schmitt

Sprache ist ein Mittel der Kommunikation, der gegenseitigen Verständigung unter Menschen. Sprache lebt und jedes Volk hat eine andere Sprache, die in sich derart ausdrucksstark, charakteristisch und reichhaltig ist, dass exakte Übersetzungen in andere Sprachen nahezu unmöglich sind. Nach Martin Heidegger (1889 - 1976) ist die Sprache die Welt, in der der Mensch lebt. Alles Begreifen, Denken und Wissen vollzieht sich in sprachlichen Strukturen. Nach Heidegger ist Sprache „das Haus des Seins“. Und jedes Volk hat sein eigenes Haus, seinen heimatlichen Sprachraum. Verständigung über die Grenzen hinweg ist erlernbar, muss aber möglichst wortgetreu erfolgen, um Missverständnissen oder gar Misshelligkeiten zuvor zu kommen und keine Klimaverwerfungen auszulösen.

Am 22. November 1859 reichte Charles Darwin (1809 - 1882) ein Manuskript zum Druck ein. Es trug den Titel: „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“. Aus dem englischen “Struggle for Life” wurde im Deutschen “Kampf ums Dasein“. Auch diese Übersetzung ist fast schon entstellend, denn Leben und Dasein sind vom Verständnis her nicht gleichzusetzen. Unter dem Dasein versteht man einen passiven der Zeitlichkeit unterworfenen Seinszustand. Das Leben dagegen ist ein aktiver das Dasein mit Vitalität erfüllender Prozess. Es ist nicht leicht mit den Worten. Ein Wort zur falschen Zeit und es kann zur Rauferei kommen. Worte sind Waffen und können töten. Worte können Unfrieden stiften und Zwietracht säen. Worte können ängstigen, können trösten. Ein Blick kann Liebe entflammen, ein Wort diese Flamme wieder löschen. Ein Wort kann Zuneigung in Abneigung, kann Liebe in Hass umschlagen lassen, eine zwischenmenschliche Klima- oder Neigungskatatsrophe auslösen.

Wer die Sprache dominiert, der hat die Meinungshoheit und kann Menschen seine Gedanken aufzwingen. Deswegen haben in einer demokratischen Gesellschaft insbesondere die Politiker eine Affinität zu der Klasse der Meinungsmacher, die bisweilen zur Anbiederei und Unterwürfigkeit verkommt. Andererseits werden Journalisten auch in die politische Pflicht genommen, bekommen nur dann Informationen oder Einladungen zu Klimaschutzkonferenzen an attraktiven Orten, wenn sie die Politiker in günstigem Licht präsentieren. Die Medien haben eine ungeheure Macht im Kampf um die Gedanken- und Meinungshoheit. Ununterbrochen, rund um die Uhr, sind wir einem ständigen Bombardement von Nachrichten, Meinungen und Kommentaren ausgesetzt. Unsere Sinne sind ständigen Reizen ausgeliefert, sei es durch die Druckmedien, die Hörmedien, die Fernsehmedien. Nichts ist selbst erlebt. Alles wird uns fertig zubereitet serviert, wobei wir die Rezepturen nicht kennen. Insbesondere mit Bildern werden wir emotional aufgeheizt. Die Wirklichkeit erfahren wir nicht. Wir können sie erahnen, falls unser kritisches Bewusstsein noch funktioniert. Alles wird in fernen Redaktionsstuben vorgedacht, konsumgerecht serviert.

Auch das Klima tauchte als Problemfall in fast allen Medien gleichzeitig auf. Seitdem scheint die Klimakrise allgegenwärtig und lässt uns nicht los. Es hat sich eine milliardenschwere Klimaindustrie etabliert, die großzügig mit Steuergeldern alimentiert wird. Da werden alle denkbaren apokalyptischen Reiter aufgeboten, alle propagandistischen Register gezogen, um uns in Angst und Schrecken zu versetzen. Wer Jahrzehnte mit der Klimakatastrophe droht, der hat ständig Angst vor einem Gewöhnungseffekt, vor Gleichgültigkeit und vor Kindern, die mit dem Finger auf den „Kaiser“ zeigen und laut rufen: „Der ist ja nackt!“ Die staatlich geförderten Klimaforschungsinstitute stehen unter Dauerstress. Die Experten müssen stets neue Sensationen liefern, für die Medien.

Das einflussreiche deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel“ brachte in der Nummer 1/2009 unter dem Strichwort Klima gleich zwei Beiträge. Erstens: „Freie Fahrt am Nordpol“. Zweitens: „Dass ein Farbiger je Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden könnte, war für die Menschen vor hundert Jahren vermutlich ähnlich undenkbar wie die Vorstellung, dass ein Schiff einmal gemütlich den Nordpol umfahren könnte. In beiden Fällen hat eine Art Klimawandel das Undenkbare möglich gemacht … Die freie Fahrt am Nordpol weckt freilich kaum uneingeschränkte Begeisterung: Den Forschern gilt sie als Fanal für einen immer rasanter fortschreitenden Klimawandel.“ Die Forscher müssen sich dumm stellen und das Spiel mit der Angst vor dem bösen Klimawandel weiter spielen. Sie müssen den wahren Täter, das Wetter, ausblenden. Was die Nordostpassage entlang der Nordküste Russlands betrifft, so wird diese bereits seit dem 16. Jahrhundert immer wieder zu befahren versucht. Die erste Gesamtdurchfahrt dieses etwa 6500 km langen Seeweges zwischen Weißem Meer und Beringstraße gelang mit einer Überwinterung Nordenskiöld 1878/79. Dem Eisbrecher „Alexander Sibirjakow“ gelang 1932 die erste Durchfahrt ohne Überwinterung. Im Sommer 1940 durchquerte das deutsche Handelsschiff „Komet“ die N-O-Passage. Hierfür benötigte die russische „Sibir“ 1978 nur noch 18 Tage. Ein alter Hut, der da dem „Spiegel“ aufgesetzt wurde. Aber wer merkt es schon? Ähnliches gilt für die Nordwestpassage entlang der Nordküste Kanadas, nach der seit 1473 gesucht wird. Ihre Passage gelang erstmals Roald Amundson in den Jahren 1903 bis 1906. Weitere Passagen gelangen 1944, 1969, 1985, 1993 und 2003. So sieht Desinformation aus.

Dann bringt der „Spiegel“ einen Artikel von Gerald Traufetter: „Dünger aus der Eiswüste“. Wir lesen: „Die schmelzenden Eisberge in der Antarktis bremsen die globale Erwärmung. Sie lassen Algen blühen, die Treibhausgase aus der Luft filtern.“ Was war Auslöser für diese Meldung? Forscher untersuchten einen Eisblock unter einem Elektronenrastermikroskop und fanden winzige Eisenpartikel. Diese Partikel hätten die Steinzeitmenschen garantiert auch schon gefunden, wenn sie die technischen Möglichkeiten gehabt hätten. Doch dann machten die Forscher das Normale zur Sensation. Sie rechneten und schätzten hoch, dass derzeit die Eisbergdüngung 120 000 Tonnen betrage und das Plankton zusätzlich 2,6 Milliarden Tonnen CO2 bei der Photosynthese aus der Atmosphäre verschwinden lasse. Damit werde die globale Erwärmung gebremst. Diese Spekulation griffen, nach entsprechendem Fingerzeig, clevere Ökounternehmer auf und propagierten spontan die Idee, aus großen Tankern das Meer rund um die Antarktis mit Eisensulfat zu düngen und schnellen Profit zu machen. Ganz umsonst sei der Weltuntergang nicht abzuwenden. Gegen dieses forsche Geschäftsgebaren opponierte die Bürokratie. Sie brachte das Argument, dass so etwas nicht ohne Aufsicht und Kontrolle geschehen könne. Sie forderte die Einrichtung einer eigenen Behörde bei den Vereinten Nationen, die alle Projekte der Eisendüngung zur Rettung des Klimas überwachen solle, unter wissenschaftlicher Kontrolle. Die Klimaforscher sind eine nützliche Spezies und dürfen nicht arbeitslos werden.

Im Wissenschaftsteil der Nummer 2/2009 bringt der „Spiegel“ ein Interview mit dem indischen Ingenieur, Vegetarier und als Chef des Uno-Weltklimarats auch Friedensnobelpreisträger, Rajendra Pachauri, 68, über Fleischkonsum und Erderwärmung. Überschrift: „Esst einen Tag in der Woche kein Fleisch!“ Daraus nur eine Frage nebst Antwort. Spiegel: „Fleischverzicht hilft gegen den Klimawandel? Pachauri: Ganz genau. Grob gesprochen gilt folgende Regel: Wenn ich meinen Fleischkonsum halbiere, spare ich genauso viel Kohlendioxid ein, wie das der Fall wäre, wenn ich nur noch halb so viel mit dem Auto fahren würde. Das ist doch ziemlich beeindruckend! Und aus diesem Grund können die Menschen wirklich mit relativ wenig Aufwand ihren Kohlendioxid-Fußabdruck auf dieser Erde erheblich verkleinern.“ Als Vegetarier sollte Herr Pachauri seinen riesigen Vielflieger-Fußabdruck dadurch verkleinern, dass er eine Stunde in der Woche die Luft anhält und kein Kohlendioxyd ausatmet.

Der Kulturteil brachte ein Essay „Lust an der Apokalypse“ von Thea Dorn. Nach einem Rückblick auf diverse Schwanengesänge „vom baldigen Ende der Menschheit“ fasst die Autorin zusammen: „Es ist also nichts neues, wenn in unseren Tagen wahlweise die Vogelgrippe, der Millennium-Bug, die demographische Entwicklung, die Erderwärmung oder aktuell die Wirtschaftskrise als Reiter der Apokalypse besungen werden. Das Geschäft mit der Angst dürfte das in Wahrheit älteste Gewerbe der Welt sein. Neu ist allerdings, dass sich die Apokalypsen in immer rasanterem Wechsel ablösen.“ Hinter der Katastrophenrhetorik stecke die Sehnsucht, dass der Mensch zur radikalen Umkehr finden möge. „Die Katastrophe rüttelt das saturierte Individuum auf. Und gleichzeitig erlaubt sie ihm, sich zum Retter aufzuschwingen.“ Als Al Gore nach der misslungenen Wahl zum Präsidenten der USA die Wendung zum Klimaretter vollzog und seinen globalen Ökokreuzzug startete, gehörte er zum dem erlauchten Kreis der saturierten Individuen.

Das Fazit von Thea Dorn: „Die Menschheit wird sich von dem schlechten Gewissen, das sie plagt, seit Prometheus den Göttern das Feuer geklaut und Eva und Adam vom Baum der Erkenntnis gekostet haben, nicht befreien, indem sie alle fünf Minuten den nächsten Weltuntergang herbei phantasiert und dabei doch nur heimlich hofft, den Schleichweg zurück ins Paradies zu finden. Alle Wege dorthin sind verbaut. … Der Mensch ist aus krummem Holz gemacht. Jeder Versuch, aus ihm etwas gänzlich Grades zu zimmern, hat bislang nur einen Ort geschaffen: die Hölle auf Erden.“

Der Mensch, eine Kreatur in der Natur

Kann es sein, dass die Zivilisation dem menschlichen

Fortschritt abträglich ist? ... Wird die Zivilisation am

Ende eine solch überspezialisierte, so organisierte

und künstliche, so von den Gefühlen getrennte

Entwicklung des Intellekts sein, dass sie unfähig

wird, weiter zu bestehen?

Charles Lindbergh

Wenn wir auch Meister der Sprache wie der Tarnung sind, Worte können sehr viel über unsere Absichten, unser Innenleben aussagen. Man muss weder magische Kräfte besitzen oder Gedanken lesen können. Worte sind verräterisch, geben auch Raum für Interpretationen wie Spekulationen. Man kann auch einem die Worte im Munde verdrehen und damit bewusst falsche Fährten legen. Dies auch, um ihn besser angreifen, beschuldigen und verurteilen zu können. Welch hitzige Debatten sind mit dem Aufkommen des Umweltschutzes und der Suche nach Schuldigen über die Aussage von 1. Mose 1,28 geführt worden: „Macht euch die Erde untertan“. War dies das göttliche Startsignal, der Befehl zur Knechtung und Ausbeutung der Natur? Wie ist dieser Befehl zu interpretieren mit dem der Vertreibung aus dem Paradies, den mit Unkräutern übersäten Garten Eden zu hegen und zu pflegen, im Schweiße des Angesichts zu bebauen, um Getreide ernten und Brot essen zu können?

Jedenfalls wurde die Natur von den allgegenwärtigen heidnischen Göttern befreit. An ihre Stelle trat der allmächtige Schöpfergott als Herr des Himmels und der Erde. Auf dieser trieben die Menschen ihre Spielchen, allerdings mit der Mahnung, die Gebote Gottes einzuhalten, wenn sie sich nicht versündigen und im schlimmsten Falle mit der Hölle bestraft werden wollten. Die Naturgötter, die konkret mit Blitz und Donner straften, wurden entmachtet und damit der Zugriff auf die Natur erleichtert. Dieser Prozess setzte mit der Renaissance ein, einer Epoche, in der der Mensch zu so viel Selbstbewusstsein gekommen war, dass er sich vom Schöpfergott löste, sich selbst neu erschuf, um alles besser zu machen. Schritt für Schritt wurde die Natur zur bloßen Materie herabgewürdigt. Es war René Descartes (1596 - 1650), der die Substanzen Geist und Materie trennte in den denkenden Geist, den „res cogitans“, und die Materie, die „res extensa“. Er ist Vater des analytischen Denkens. Hatte Francis Bacon, der Begründer des Empirismus, noch die Erfahrung und mit ihr das Experiment als grundlegende Quelle aller nötigen Naturerkenntnis angesehen, so vertrat Descartes die Ansicht, alle Erkenntnis könne rein rational, allein durch die Vernunft gewonnen werden.

Diese Trennung ist häufig kritisiert, aber eigentlich nie wirklich vollzogen worden. Als natürliches und in die Naturabläufe eingebundenes Wesen kann der Mensch sich zwar intellektuell haushoch über die Natur erheben, er bleibt ihr aber tatsächlich untertan. Das Wetter lässt uns diese Tatsache Tag für Tag spüren. Diese Schmach kompensieren wir psychologisch, indem wir uns zu Herren des Klimas aufschwingen, ohne jedoch das Wetter ändern zu können. Diese schizophrene Unlogik hat System! Die Deutsche Meteorologische Gesellschaft e. V. empfahl zu Weihnachten 2008 das Buch: „Warnsignal Klima: Gesundheitsrisiken – Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen“. Einer der Autoren war Hartmut Graßl, Klimaschutzkoordinator der UN. Darin liest man: „Trotz der Bemühungen das Klima zu schützen, werden wir in diesem Jahrhundert in einem warmen Klima mit Temperaturwerten leben, die die Menschheit noch nicht erlebt hat.“ Was soll diese Angstmache? Die Menschheit hat schon viele Warmzeiten erlebt und sich von vorangegangenen Kaltzeiten mit ihren Hungersnöten erholt. Warum wird das Klima dämonisert, uns als abstraktes Gespenst präsentiert? Ständig ertönen Warnsignale, doch kein Mensch hat die Bestie Klima je zu Gesicht bekommen, noch ihren heißen Atem im Nacken gespürt. Die Bestie Klima ist ein Hirngespinst, das zu sehen allein den Hohen Priestern der Ökoreligion vergönnt ist.

Seit Urzeiten macht der Mensch nichts anderes, um ein für sein Wohlbefinden günstiges Klima zu schaffen. Nackt ins Dasein geworfen, musste er zuerst eine Hülle erfinden, um sich vor Überhitzung und Unterkühlung zu schützen und seine Körpertemperatur konstant zu halten. Er entwicklete die Kleidung als Überlebensschutz, als Klimagehäuse. Er suchte Schutz unter dem Blätterdach von Bäumen, später Zuflucht in Höhlen. Er lernte, Hütten und Häuser zu bauen, weil er wiederum gelernt hatte, dass er mit einem Lagerfeuer sich zwar einseitig erwärmen und Fleisch grillen konnte, aber nur geschlossene Räume beheizbar waren. Er lernte, Häuser nach seinen Wünschen zu beheizen und zu belüften, zu klimatisieren. Die Römer kannten bereits eine ausgefeilte Heizungs- und Klimatechnik. Heute wird mit Fühlern oder Sensoren gearbeitet, denen man das Attribut intelligent zuspricht, obgleich sie nichts anderes machen können, als Temperaturen zu messen und nach Vorgaben die Zentralheizung ein- oder auszuschalten. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun. Intelligent waren die Ingenieure, die den Thermostaten konstruiert haben.

Im Januar 2009 flatterte mit den Tageszeitungen ein buntes Prospekt ins Haus: „Wohnen mit Glas - Für mehr Licht in Ihrem Leben – Energie gewinnen durch Wintergärten – Energiespeicher Wintergarten“. Darin lesen wir: „Ein Wintergarten ist wie eine zweite Haut für Ihr Haus. Lichtdurchlässige Anbauten sorgen für eine Verbesserung der Energiebilanz und erhöhen die Wohnqualität … Isolierglas hat ganz besondere Eigenschaften. Es ist nicht nur hoch isolierend gegen Wärmeverluste, sondern lässt die Energie des Lichtes in Ihr Haus hinein. Abhängig von der Himmelsrichtung ist ein Wintergarten ein Energiespeicher für das ganze Haus … Wohlfühlklima das ganze Jahr hindurch - Bringt die Sonne an heißen Sommertagen einmal zu viel Energie, wird eine unangenehme Überhitzung durch aktive und passive Be- und Entlüftungen in Kombination mit geregelten Sonnenschutzeinrichtungen kontrolliert verhindert.“ Wintergärten sind ein angenehmer Luxus. Zweifelhaft sind die Werbeversprechungen, denn mit Wintergärten kann man keine Energie gewinnen. Im Hochsommer muss man sie kühlen, im Winter bei Frost sind sie trotz Isolierglas kalt und unbewohnbar und müssen beheizt werden. Beides geht nicht ohne Energieaufwand. Wo ist da die Energiegewinnung?

Was will der Mensch eigentlich? Ist er nie und nimmer zufrieden? Kaum bremst das Wetter die angebliche Erderwärmung, kühlt die erhitzten Gemüter, da wird auch gejammert. Am Morgen des 6. Januar 2009 brachten die Medien Schlagzeilen wie: „Winter hat erneut kalt zugeschlagen“ oder „Winter hat Deutschland fest im Griff“. Da tritt der Winter als gewalttätiges Monster auf, das kalt zuschlägt und Deutschland in den Würgegriff nimmt. Der Winter ist eine Abstraktion, die über Väterchen Frost menschliche Züge bekommt. Der Winter ist eine der vier astronomisch bedingten und durch die Schiefe der Ekliptik von 23,5 Grad verursachten Jahreszeiten und umfasst die Zeitspanne vom 21. Dezember bis zum 21. März. Alles Wetter in dieser Zeit ist Winterwetter, auch das Tauwetter zu Weihnachten. Diese Aussage gilt allerdings nur für die Nordhemisphäre. Zeitgleich herrscht auf der Südhalbkugel Sommer.

Die Natur, das Wetter, der Winter, der Herbst, alles sind abstrakte Begriffe, doch in uns nehmen sie Gestalt an, sind voller Leben! Die Sprache verrät es als Ausdruck unseres Innenlebens. Man geniest nicht mehr, sondern rückt Nachteile in den Vordergrund. Wetter wird zu Unwetter, schon bei geringem Unwohlsein. Was ist an den Wintern anders, dass wir sie zu Monstern machen, die uns gewalttätig in den Würgegriff nehmen, selbst nicht vor Mord zurückschrecken? Die Hitzewelle des Sommers 2003 in Europa führte nach Schätzungen zu 50 000 zusätzlichen Sterbefällen. Sollte man nicht gleich das Wetter abschaffen, um das Sterben abzuschaffen? Da sich das Wetter weder abschaffen noch schützen lässt, ist der Mensch auf die listige Idee verfallen, es per Klimaschutz zu bändigen.

Wer es dennoch wagt, die Klimaschutzbemühungen zu bezweifeln, den trifft der Bannstrahl der Wissenschaft, der wird zum Klimaskeptiker abgestempelt und aus der Gemeinschaft der Gutmenschen ausgeschlossen. Warner haben im derzeitigen Meinungsklima keine Chance, mögen ihre Argumente auch noch so stichhaltig und überzeugend sein. Ihnen geht es wie einst dem Meteorologen Alfred Wegener (1880 - 1930), der am 6. Januar 1912 nach der Vorstellung seiner Kontinentalverschiebungstheorie vor der Geologischen Vereinigung in Frankfurt/Main, zeitlebens verlacht wurde. Wer Leben und Leistung Alfred Wegeners nachvollziehen will, der lese von Ulrich Wutzke „Der Forscher von der Friedrichsgracht“ (1988). Wegener fiel nicht dem Klima zum Opfer, sondern dem Wetter bei dem extrem waghalsigen Versuch, Grönland ausgerechnet zu Beginn des Winters zu durchqueren. Aufzeichnungen kurz vor seinem Tod gegen Mitte November 1930 ergeben folgende Wetterbedingungen: „Ein erneuter Temperatursturz ließ die Temperatur auf unter -50° C sinken, und an keinem der folgenden Tage war das Temperaturmittel höher. Die ausgeatmete Feuchtigkeit gefror augenblicklich mit knisterndem Geräusch zu winzigen Kriställchen, die, da die Luft bei dieser Temperatur mit Wasserdampf übersättigt war, die Karawane ständig in eine kilometerlange Wolke hüllten.“ Ähnliche Bedingungen müssen gegeben sein, damit sich hinter Flugzeugen in eisiger Luft Kondensstreifen am Himmel bilden können.

Angst, Führungs- wie Verführungsinstrument

Wir bestimmen die Form unserer Gebäude,

und anschließend formen die Gebäude uns.

Winston Churchill

Jeder Mensch betritt die irdische Bühne mit einem starken Lebenstrieb, aber auch einer starken Todesangst. Beides entzieht sich über viele Entwicklungsjahre hinweg dem Bewusstsein, der Erkenntnis und damit einer weitgehend rationalen Beeinflussung und Steuerung. Wir können es nicht ändern, die Angst ist unser ständiger Begleiter und verfolgt uns von der Geburt bis zum Tode. Doch wo kommt die Angst her, wo hat sie ihren Ursprung? Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, sieht vorrangig den Ursprung des Angstmotivs in der griechischen Mythologie. Nach Freuds Hypothese liegt der Angst ein Familiendrama zugrunde. Aus Rache an ihrem Mann, dem bösen Tyrann Uranos, stattete dessen Frau Gaia, die Mutter Erde, ihren Sohn Kronos mit einer Sichel aus, mit der er den eigenen Vater entmannte. In dieser Entmannung des Uranos durch den eigenen Sohn Kronos sah Sigmund Freud das Motiv für den Ursprung der Angst. Doch die Kastrationsangst kann mit ihrer perspektivischen Blickverengung auf einen rein geschlechtsspezifischen Aspekt das universale Phänomen der Angst nur rudimentär bis gar nicht erklären. Freud war Opfer eines allzu rigorosen Reduktionismus, der wichtige Aspekte der Wirklichkeit einfach ausblendete.

Die Angst entspringt eher in der Angst vor dem Tod und korrespondiert mit dem Lebens- und Selbsterhaltungstrieb. Jedes Jungtier flüchtet zur Mutter und sucht Schutz, wenn Gefahr droht und es Angst hat. In ähnlicher Weise suchen auch Erwachsene bei Angst Schutz durch eine Flucht zueinander. Angst bindet Artgenossen und gibt ihnen durch das Auslösen einer kollektiven Aggression die Kraft zur Selbstverteidigung. Die Angstbindung ist bei den Wirbeltieren die wohl älteste Bindung überhaupt. Die Angst hat eine verbindende Kraft und wird seit Urzeiten von geistlichen wie weltlichen Herrschern als Machtinstrument genutzt. Politiker aller Völker haben zu allen Zeiten geschickt mit der Angst des Menschen gespielt, um vor beabsichtigten Kriegen Feindbilder aufzubauen und Ängste zu schüren. Ob mit der Apokalypse, dem Chaos, dem Weltuntergang oder der Klimakatastrophe gedroht wird, immer werden im Unterbewusstsein der Menschen von Herrschern Urängste aktiviert, um sich in die Rolle von Schutzengeln zu erheben und eine Ordnung mit Angstfreiheit und Sicherheit zu versprechen.

Wie das uralte Bild von Hirt und Herde zeigt, hat die Herde ein Bedürfnis nach Schutz, Führung und Orientierung. Gemeinsam gehen wir, gemeinsam sind wir stark. Bereits das kleine Kind fragt unentwegt seine Eltern, was es tun und was es lassen soll. Es erwirbt so soziale Orientiertheit und damit auch Sicherheit. Die Angstbindung in der Gemeinschaft spielt auch in allen Religionen dieser Erde eine große Rolle. Die Befreiung von der Erbsünde, die Drohung mit Fegefeuer, Hölle und Sintflut dienen dazu, Menschen zu vereinen, zum Gehorsam anzuleiten und sich untertan zu machen. Bindung über Angst und Schrecken ist eine erfolgreiche Strategie aller Gewaltherrscher und Tyrannen aller Zeiten. So wie selbst geschlagene Hunden ihrem Herrn zu Füßen kriechen und die Hände lecken, die die Peitsche halten, so haben sich schon immer auch gefolterte Menschen grausamsten Herrschern gebeugt und Treue geschworen, bis zum Tode. Haben die Schafe Angst, so ist ein Leichtes, sie in ein Gatter zu treiben und einzusperren. Nichts anderes sollen die Klimaängste bewirken. Mit ihnen sollen die Menschen in das Treibhaus als Haus der Hörigkeit gelockt werden.

In seinem Buch „Die Wiedergeburt der Welt – Ökonomie, Ökologie und ein neuer Optimismus“ von 1983 überschreibt René Dubos ein Kapitel mit „Weltprobleme und die allgegenwärtige Depression“. Darin heißt es: „Es gibt heute große Tragödien auf der Welt. Paradoxerweise ist die gegenwärtige Depression nicht auf wirklich erfahrene Schwierigkeiten zurückzuführen, sondern auf Katastrophen, die noch nicht eingetreten sind und vielleicht nie eintreten werden. … Wir sind gemeinsam besorgt, weil wir voraussetzen, dass sich die Lebensbedingungen verschlechtern werden, wenn die Erdbevölkerung und die Technik weiter mit der jetzigen Geschwindigkeit wachsen. Die Erde wird bald übervölkert und ihre Ressourcen erschöpft sein; es wird eine katastrophale Nahrungsmittelknappheit geben; die Umweltverschmutzung wird unsere Lungen zersetzen, unsere Sehkraft trüben, uns verseuchen, das Klima verändern und die Umwelt zerstören. … Die Ausgaben der „Grenzen des Wachstums“, die 1972 vom Club of Rome veröffentlicht wurden, verdienen in dieser Hinsicht besondere Beachtung, weil sie die ersten waren, die eine scheinbar wissenschaftliche Grundlage für die pessimistische Atmosphäre, die jetzt im überwiegenden Teil der Welt vorherrscht, geschaffen haben. Sie wurden gelesen oder zumindest als absolutes Evangelium von Millionen von Menschen zitiert, die sich mit den Voraussagen eines Jüngsten Gerichts mit Massenhunger, Ressourcenverknappung, überwältigender Umweltverschmutzung und politischem Chaos irgendwann im nächsten Jahrhundert abgefunden haben. … Der letzte und gewaltigste Beitrag zu dieser Art Weltspiel ist ein 800 Seiten langer Bericht, der „Global 2000 Report to the President“ vom Bundesausschuss für Umweltfragen an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. … Solche grimmigen Warnungen sind bis zum Erbrechen seit den Prophezeiungen der Apokalypse wiederholt worden.“

Das Gehäuse, in dem sich die Angst des Menschen so richtig gemütlich und wohnlich einrichten konnte, ist das vergleichende Bild der Erde mit einem Raumschiff. Der Bild der Erde als Raumschiff ist das Erfolgsgeheimnis des 1975 von Herbert Gruhl (1921 - 1993) publizierten Umwelt-Bestsellers „Ein Planet wird geplündert – Die Schreckensbilanz unserer Politik“. Herbert Gruhl wollte aufräumen mit einem Dutzend Grundirrtümern, deren erster lautete: „Der Irrtum, die Welt sei unendlich!“ Diesem Irrtum war kein Mensch erlegen, doch gegen diese ungeheuerliche Unterstellung ging kaum jemand öffentlich vor. Herbert Gruhl wollte missionieren und vertraute instinktsicher auf Wolfgang von Goethe, der sagte: „Und auf vorgeschriebenen Bahnen zieht die Menge durch die Flur, den entrollten Lügenfahnen folgen alle – Schafsnatur!“ Zwei weitere Zitate sind interessant: „Es wird eine umfassende Bewegung entstehen, und die Massen werden begreifen, dass die Welt begrenzt ist“. Der Autor ist Sicco Mansholt. „Die moderne Kultur ist in ihrer gegenwärtigen Entwicklungsphase eine Kultur ohne Weisheit, ohne Vernunft. Das ist eine Neuerung unter den Weltkulturen, und eine Neuerung, die nicht dauern wird.“ Der Autor ist Carl Friedrich von Weizsäcker.

Diese Neuerung dauert an, sie wächst sogar. Das liegt an der selektiven Wahrnehmung der Medien, die alles weitgehend ausblenden, was Vernunft und Weisheit zum Durchbruch verhelfen könnte. Das irdische Gleichgewicht schwankt, mit diesem Worten beginnt 1985 Herbert Gruhl sein nächstes Buch „Das irdische Gleichgewicht – Ökologie unseres Daseins“. Gruhl unterstellt: „Der Mensch ist sich über die Voraussetzungen seines Daseins völlig im unklaren.“ Gruhl will diese nicht gegebene Unklarheit beseitigen und ruft zu einem quasireligiösen Feldzug auf, endlich die Eskalation der ökonomischen Schamlosigkeit zu stoppen. In die Politik setzte er kein Vertrauen, denn „die Politik ist zu einem orientalischen Basar heruntergekommen, auf dem alle Mittel der Taktik und des psychologischen Falschspiels gebräuchlich sind.“ Doch exakt dieser Mittel bedient sich der Politiker Gruhl, indem er den Mensch als Satan der Natur bezeichnet, dessen Uhr abläuft. Zur Untermauerung solch apokalyptischer Visionen bemüht er Leonardo da Vinci mit dem Zitat: „Wahrlich, es hat den Anschein, als wolle die Natur das Menschengeschlecht ausrotten, wie etwas Unnützes auf der Welt, das alles Geschaffene nur vernichtet.“

Die drei Bilder vom Raumschiff Erde, vom irdischen Gleichgewicht und vom exponentiellen Wachstum besitzen eine ungeheure soziale Sprengwirkung. Sie erzeugen Angst und lähmen die Vernunft. Die Antike setzte Mensch gleich erkennende Vernunft. Jeder hat zwar seine eigene Vernunft und soll sie anwenden, aber im Ideal bestehe Aufgabe und Leistung der Vernunft für alle in der gleichen Erkenntnis der gleichen Wahrheit. Da die Freiheit des eigenen Vernunftgebrauchs diesen Idealwunsch auf ewig vereitelt, sehen es moderne Demagogen und Ideologen aller Art als ihre vorrangige Aufgabe an, objektive Wahrheiten in Bild und Wort vorzufabrizieren, um sie dann als unstrittige Glaubenssätze unters Volk zu bringen. Schon im Jahre 1835 hatte Alexis de Tocqueville (1805 - 1859) in seinem Buch „Demokratie in Amerika“ die „Vision eines demokratischen Despotismus“. Max Weber (1864 - 1920) griff 1906 diesen Gedanken auf und schrieb die prophetischen Worte: „Überall ist das Gehäuse für die neue Hörigkeit fertig, …“. In diesem Zusammenhang ist das Buch von Oskar Schatz „Auf dem Weg zur hörigen Gesellschaft?“ von 1973 wichtig und äußerst aufschlussreich. In Anlehnung an George Orwells „1984“ schreibt Schatz: „Der Weg zur hörigen Gesellschaft ist ganz gewiss mit der Sprache gepflastert.“ Daher ist es ständige Aufgabe, Worte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen: „Die Hörigen verstanden nämlich zu keiner Zeit die Sprache ihrer Beherrscher.“

Dies ist deswegen so eminent wichtig, weil sich die Menschheit insgesamt in einem Krieg befindet und diesen gewinnen muss, will sie die Klimakatastrophe noch abwenden. Und wir wissen, dass die Wahrheit das erste Opfer eines Krieges ist. Arthur Ponsonby (1871 - 1946) schreibt 1930 in seinem Buch „Lügen in Kriegszeiten“. Der Mensch, heißt es, ist „kein Wahrheit redendes Tier, aber seine Gewohnheit zu lügen, ist bei weitem nicht so merkwürdig, wie seine verblüffende Bereitwilligkeit zu glauben. In der Tat ist es die menschliche Leichtgläubigkeit, welche die Lüge so fördert.“ Dann sein vernichtendes Urteil: „Die Besudelung der Seele des Menschen ist schlimmer als die Zerstörung seines Körpers. Dies müssen wir uns unbedingt klarer vergegenwärtigen.“

Wir befinden uns in einem Zweifrontenkrieg, zum einen gegen unsere grenzenlose Leichtgläubigkeit, zum anderen gegen die Unzahl von professionellen Lügen mit amtlichem, politischem, publizistischem wie wissenschaftlichem Charakter. Am gefährlichsten sind die wissenschaftlichen Lügen, weil wir von Kindesbeinen an erzogen wurden, unseren Lehrern zu gehorchen, ihnen zu glauben und zu vertrauen. Doch mit dem „sapere aude“ hat uns Immanuel Kant den Weg gewiesen, durch den Mut zum eigenständigen Denken, doch noch einen Ausweg aus dem selbstverschuldeten Zustand der Unmündigkeit zu finden.

Der natürliche Kampf um die Klimahoheit

Von der Evolutions- zur Genforschung

Das Klima ist mächtiger als Blut

und Herkunft.

Jean Baptiste Dubos

Durch sein Werk „On the Origin of Species“ begründete Charles Darwin im Jahr 1859 die moderne Evolutionslehre. Motor des Artenwandels sei danach die natürliche Auslese, bei der die jeweils am besten an ihre Umgebung angepassten Individuen die größeren Überlebenschancen haben und so ihre Merkmale vererben können. Was den homo sapiens sapiens von allen Tieren unterscheidet und zum menschlichen Wesen macht, ist der Verstand wie der Gebrauch der Sprache. Schauen wir zurück, dann können wir die heutige Gesellschaft zwar als Wissensgesellschaft, aber nicht unbedingt als Verstandesgesellschaft bezeichnen, denn wenn wir auch vieles erklären, haben wir es dann auch wirklich verstanden?

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2009 zum „Internationalen Jahr der Astronomie“ erklärt. In „Welt Online“ vom 10. April 2009 befand Norbert Lossau unter der Überschrift „Wann geht das Universum zugrunde?“ zum Wissensstand der Astronomie: „Die Apokalypse ist unvermeidlich. Es sind Astronomen, die uns die Botschaft verkünden, nicht nur mehr Philosophen und Theologen. Aus den Erkenntnissen der Astrophysik und Kosmologie leiten Forscher ab, dass das Universum nicht nur einen Anfang - den Urknall - hatte, sondern auch unweigerlich ein Ende haben wird. Das erst 13,7 Milliarden Jahre alte Weltall wird in den nächsten Billionen von Jahren noch viele neue Sterne, Galaxien, Planeten und möglicherweise auch neue Formen von Leben hervorbringen. Doch zumindest die Ära des irdischen Lebens geht vergleichsweise bald ihrem Ende entgegen. Die sich im Innern eines Sterns abspielenden Prozesse sind gut verstanden. Physiker können deshalb vorhersagen, dass unsere Sonne bereits in einer Milliarde Jahre zehn Prozent heller leuchten wird als heute. Das reicht für die ultimative Klimakatastrophe. Die Temperaturen werden dann im Mittel 50 Grad Celsius betragen.“

Da ist es wieder, das Gespenst Klimakatastrophe! War dieses Weltuntergangsszenario eine Auftragsforschungsarbeit? Sind solche allein von spekulativen Modellannahmen abhängenden und damit je nach Zeitgeschmack gut variierbaren Vorhersagen noch dem Bereich Astronmie oder nicht doch der Astrologie zuzuordnen? Sollten sie nicht ehrlicher als Nonsens-Forschung oder Voodoo-Forschung bezeichnet werden? Oder gilt „science-fiction“ im Zuge der Erregung öffentlichen Medieninteresses auch als Wissenschaft? Da Wissenschaftler bei der Suche nach Geldgebern in zunehmendem Maße am Tropf öffentlicher Geldgeber hängen, ist es nicht abwegig, hinter dieser Apokalypsenvariante das Endlosspiel Angst zu vermuten.

Mit weitaus geringerer Resonanz in der Öffentlichkeit wurden 1865 die Ergebnisse der Kreuzungsexperimente mit Erbsenpflanzen durch Johann Gregor Mendel (1822 - 1884) aufgenommen. Mendels Vererbungsregeln wurden die Grundlage für die heutige Genforschung, die Genetik. Auf Mendels Arbeiten beruht die Theorie der Mutation, die spontane Veränderungen des Erbgutes als Hauptantrieb der Evolution ansah. Im Jahre 1953 entdecken James Dewey Watson und Francis Harry Crick (1916 - 2004) das Doppelhelix-Modell des Erbmoleküls DNA. Die Abfolge der Basen in diesem Kettenmolekül ist der genetische Code aller Kreaturen auf dieser Erde. Im Jahr 2000 wurde dann im Rahmen eines internationalen Humangenomprojektes das menschliche Genom entschlüsselt.

Damit ist aber keineswegs die Menschwerdung an sich erklärt, wenn auch dieser Blick in die DNA-Schaltzentrale der Evolution neue Erklärungsmuster offenbart. Ein Gen namens MC1R soll dabei Aufschluss geben über die Geschichte der Nacktheit, die den Primaten Mensch von allen anderen Primaten unterscheidet. Über eine komplexe Signalkette steuere das MC1R-Gen die Produktion von Melanin. Dieses Hautpigment wiederum schützte die Haut vor der krebserregenden UV-A-Strahlung. Vor dann etwa 1,2 Millionen Jahren, so lasse sich aus der statistischen Analyse von Genomdaten folgern, verbreitete sich unter den Urmenschen in Afrika eine ganz bestimmte MC1R-Variante. Zu diesem Zeitpunkt, so eine Hypothese, verlor der Mensch sein Fell. Der senkrecht einfallenden und daher besonders intensiven Tropensonne war der „nackte Affe“ schutzlos ausgeliefert. Überleben konnte er nur dank der Selektion des einen guten UV-Schutz bietenden MC1R-Gens.

Der schon zitierte René Dubos beschreibt die Ausbreitung des Menschen wie folgt: „Unsere biologische Wiege, unser Eden, war eine subtropische Savanne mit wenigen großen Bäumen, aber einer mannigfaltigen Vegetation und jahreszeitlichen Veränderungen. Anders als die wilden Tiere haben wir Menschen uns jedoch über die ganze Erde verbreitet, und die meisten von uns leben nun in einer Umgebung, an die sie biologisch nicht angepasst sind. Aus bisher nicht ganz geklärten Gründen zogen die Vertreter des Homo erectus, des unmittelbaren Vorgängers des Homo sapiens, vor mehr als einer Million Jahren aus ihrem Ursprungsgebiet heraus. Seitdem unterschied sich das menschliche Dasein immer mehr von dem der Tiere. Anstelle eines Lebens in der Natur verändern wir natürliche Umgebungen zu künstlichen Lebensräumen, die den biologischen Attributen, die wir während der Steinzeit erwarben, entgegenkommen und die wir überall auf der Erde beibehalten - selbst dann, wenn wir uns in den Weltraum begeben. … Wo wir auch siedeln, schaffen wir um unsere Körper eine subtropische Umgebung - entweder durch schützende Bekleidung oder mittels Heiz- und Kühlanlagen in unseren Behausungen. … Nach einem Zitat des Apostels Paulus leben wir zwar noch in der Natur, aber nicht mehr länger völlig mit der Natur.“

In dem aus dem Russischen übersetzten und im Jahre 1949 von Walter Hollitscher herausgegebenen Buch „Natur und Mensch“ ist ein Aufsatz vom M. Plisezki „Die Abstammung des Menschen“ enthalten. Darin lesen wir: „Der Mensch ist ein verhältnismäßiger Erdenbewohner. Durch seine Tätigkeit hat er jedoch die Bedingungen seines Daseins stark verändert. Das charakteristische Merkmal der Tiere ist die Anpassung an die umgebenden Naturbedingungen. Tiere, die sich der Natur nicht anpassen, sterben aus. Allein der Mensch versuchte seit seiner Entstehung die Bedingungen für sein Leben künstlich zu beeinflussen, indem er Arbeitswerkzeuge herzustellen begann. Kleidung, Wohnung und Feuer gaben dem Menschen die Möglichkeit, sich über die Erde auszubreiten und in verschiedenen klimatischen Verhältnissen zu leben. … Seiner Abstammung und Körperbau nach selbst ein Tier, verwandelte er sich in einen Herrn, in den Beherrscher der Natur, in der er so tiefgreifende Veränderungen vornahm, dass die Ergebnisse seiner Arbeit nur mit dem Untergang der Erde selbst verschwinden können.“

Mögen die Beschreibungen auch einigermaßen dem wirklichen Geschehen entsprechen, so gibt die Evolutionstheorie keinerlei Hinweis für die Beantwortung der Frage: Wann und warum legte der Affe sein Fell ab und mutierte als nackter Affe über diverse Stadien zum homo sapiens? Der Mensch gehört zu den gleichwarmen Lebewesen, deren Kerntemperatur ziemlich konstant bei 37° C liegt. Die Konstanthaltung erfolgt durch eine Thermoregulation, bei der körpereigene Wärmeproduktion und externe Wärmeaufnahme mit der Wärmeabgabe in Einklang gebracht werden. In dem „Taschenatlas der Physiologie“ von Stefan Silbernagel und Agamemnon Despopoulos von 1991 werden Wärmeabgabe und Temperaturregulation wie folgt beschrieben: „Wärmestrahlung: Die durch Strahlung abgegebene Wärmemenge ist u. a. von (der vierten Potenz) der Temperatur des Strahlers abhängig. Das gilt einerseits für die Hautoberfläche, andererseits aber auch für Menschen oder Gegenstände der Umgebung. Ist ein Gegenstand der Umgebung heißer als die Haut, nimmt der Körper von dort Wärme auf, ist er kälter, kann die Haut in diese Richtung Strahlungswärme abgeben. Strahlung benötigt kein Vehikel zur Wärmeübertragung und wird außerdem durch die Temperatur der Luft (Luft selbst ist ein schlechter Strahler!) kaum beeinflusst. So kann z. B. trotz dazwischen befindlicher, warmer Luft an eine kalte Zimmerwand Wärme abgegeben und andererseits von der Sonne (trotz luftleerem Weltraum) oder von einem Infrarotstrahler (trotz kalter Luft) ausgesandte Strahlung aufgenommen werden.“ In diesen Sätzen ist alles Wesentliche gesagt, um das ganze Treibhauskonstrukt mit wenigen Fakten zusammenstürzen zu lassen. Doch obgleich dieses zum essentiellen Grundwissen eines jeden Mediziners gehört, hat bisher die gesamte Ärzteschaft zu dem ganzen Unsinn der Klimaexperten geschwiegen.

Weiter heißt es im „Taschenatlas der Physiologie“, dass jeder Körper ein offenes System ist, das auf den Austausch von Wärme, Sauerstoff, Nahrungs- und Abfallstoffen sowie von Informationen mit seiner Umgebung angewiesen ist: „Der Hypothalamus ist das Steuerungszentrum der Thermoregulation. Hier finden sich temperaturempfindliche Fühler, die die Kerntemperatur registrieren. Zusätzliche Informationen erhält der Hypothalamus von den Thermorezeptoren der Haut und des Rückenmarks. … Sinkt die Körpertemperatur unter den Sollwert, wird nicht nur die Wärmeabgabe gedrosselt, sondern auch die Wärmeproduktion (bis zum vierfachen des Grundumsatzes) erhöht, willkürliche Muskelbewegungen und Muskelzittern sind dabei die Hauptmechanismen. Das Neugeborene kühlt durch sein hohes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen sehr leicht aus(!). ... Die Behaglichkeitstemperatur hängt nicht nur von der Umgebungstemperatur, sondern auch von Kleidung, körperlicher Aktivität, Wind, Luftfeuchtigkeit und Strahlung ab. In einem Raum (Wand- = Lufttemperatur) mit 50% rel. Luftfeuchtigkeit beträgt sie im Sitzen bei leichter Kleidung in Ruhe 25° C und nackt 28° C.“

Was jeder schon selbst unzählige Male an seinem eigenen Körper gespürt hat, ist eine physiologische Grundtatsache: Die Luft selbst ist kein Strahler und für die infrarote Wärmestrahlung transparent! Sowohl unsere Wärmestrahlung als auch die der Erdoberfläche und aller Körper geht bei klarem Nachthimmel praktisch ungehindert ins Weltall - durch das stets offene atmosphärische Strahlungsfenster. Die instinktive Sehnsucht aller Menschen nach einem Klima, wie es der offenen subtropischen Savanne entspricht, ist medizinisch-physikalisch leicht erklärbar. Doch erstaunlich ist, dass gerade ob des Problems, dass Neugeborene extrem schnell aus- und unterkühlen, kein Evolutions- und Verhaltensforscher explizit die Frage gestellt und zu beantworten versucht hat, wie der nackte Affe dieses Problem gelöst hat. Er war ja weitaus nicht so weit wie die Gottesmutter Maria, die das Jesuskind in einem Stall gebar, in Windeln hüllte und in eine mit Stroh ausgelegte Krippe bettete. Im Freien unter einem mit Sternen übersäten Nachthimmel in der ostafrikanischen Savanne hätte das Jesuskind die erste Nacht nicht überlebt.

Hätte der homo erectus, der vor etwa 1 Million Jahren auszog, um die ganze Welt zu besiedeln, der These der Klimaexperten von der wärmenden Gegenstrahlung geglaubt und sich entsprechend verhalten, schon den homo sapiens hätte es nicht gegeben. Zum Glück hat die Natur uns Menschen, nachdem des schützenden und die Körperwärme regulierenden Fells beraubt war, so ausgestattet, dass wir Menschen uns instinktiv stets richtig verhalten und unseren Sinnesorganen mehr vertrauen als intellektuellen physikalischen Irrlehren.

Noch einmal: Senkt man die Umgebungstemperatur, so kompensiert der Organismus die erhöhte Energieabfuhr durch verstärkte Stoffwechsel- und Verbrennungsvorgänge. Es gibt da den schönen Spruch: „Frier dich schlank!“ Erhöht man dagegen die Raumtemperatur über normale Werte, etwa in der Sauna, so erfolgt die Gegenreaktion des Körpers. Er schwitzt und kühlt sich über die Verdunstungskälte. Beides dient dazu, den Sollwert von etwa 37 Grad Celsius einzuhalten. Bei der Verdunstung werden dem Körper pro Liter verdunsteter Flüssigkeit 2428 kJ oder 580 kcal an Wärme entzogen. Natürlich kann sich der Sollwert von 37° C im Fall einer Infektion verändern und die Körpertemperatur auf einen höheren Wert zur Abtötung der eingedrungenen Keime klettern, auf 40° C. Die Temperatur wird also um drei Grad erhöht, der Mensch hat Fieber und ist krank. Steigt das Fieber um weitere drei Grad, dann ist der Mensch nicht, wie manche Wirtschaftswissenschaftler nunmehr extrapolieren würden, doppelt so krank, sondern längst tot. Der Mensch steht in ständigem Austausch mit seiner Umgebung, er ist ein offenes System und kein geschlossenes, wie die Erde auch.

Fallstricke menschlicher Erkenntnis

Irren ist menschlich! -

Errare humanum est! -

Die Natur ist die beste

Führerin des Lebens.

Cicero

Die Klima- und die Sozialforschung haben als Wissenschaften eines gemein, ihren Forschungsgegenstand gibt es nicht von Natur aus. Er muss immer erst statistisch errechnet werden, ist eine Abstraktion. Beide Wissenschaften beschwören die extreme Komplexität der Welt und geben vor, diese durch die Reduktion von Komplexität erklären und vorhersagen zu können. Sie bedienen sich dabei bevorzugt der Mittel der rhetorischen Dialektik, indem sie sich unstatthafter Vergleiche bedienen, wie etwa der Gleichsetzung von Wetter und Klima. Wenn wir auch felsenfest überzeugt zu sein scheinen, dass das Wetter verrückt spielt, das Klima kann prinzipiell nicht verrückt spielen und die Welt auf den Kopf stellen. Dieser Aberglaube entspringt der philosophischen Idee, dass es im Kopf eines Menschen, des homo sapiens, nochmals ein Wesen gebe, ein Menschlein oder Homunculus, das Reize wahrnehmen könne, beispielsweise Klimareize. Dies ist nichts als eine erkenntnistheoretische Hilfskonstruktion, aber sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der abendländischen Philosophie. Derzeit leben wir in einer Anarchie der gleichberechtigten Erkenntnismodelle. Es gilt das Motto: „Anything goes!“ - Alles geht!

Was Klima ist, dass dürfte inzwischen völlig unstrittig sein. Es ist sozusagen als Homunkulus in unsere Sinne eingepflanzt worden und dirigiert nun unseren Verstand. Es hat dort die Gestalt eines Gespenstes angenommen, das wir nun, ob real oder nicht, bis aufs Messer bekämpfen, um uns vor dem Untergang zu retten. Das Klima kam in unsere Sinne nach dem von John Locke (1632 - 1704) gebrauchten Spruch „nihil est in intellectu, quod non antea fuerit in sensu.“ - Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war. Unsere Sinne sind vollgestopft mit allerlei Bildern und Phantastereien ohne Wirklichkeitsbezug. Dass wir beim Bemühen um Klimaschutz die überaus tragische Rolle des Don Quichotte spielen und gegen Windmühlen kämpfen, das ist nur den Wenigsten bewusst, wenn es auch der Rest an gesundem Menschenverstand in uns noch gelegentlich vermutet. Doch diese Vermutung kämpft vergeblich gegen die Macht der Klimaexperten wie den Zeitgeist, der auch ein Gespenst ist.

Was ist das Soziale? Eine Definition dieses Substantivs sucht man vergebens. Auskunft gibt auch nicht die Katholische Soziallehre, die auf die Enzyklika „Rerum Novarum“ des Papstes Leo XIII. von 1891 zurückgeht. Diese ging von dem Grundgedanken einer gottgewollten Ordnung, einer sozialen Ordnung als Ideal sozialer Gerechtigkeit aus. Es war die Reaktion der Kirche auf die seit etwa 1850 als Folge sozialer Missstände, die mit der Industriellen Revolution einhergingen, immer dringendere soziale Frage. Aus dieser Tradition heraus gaben die deutschen Bischöfe am 12. Dezember 2003 eine von der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen erarbeitete Schrift heraus: „Das Soziale neu denken.“ Darin stehen die abstrakten Forderungen, dass der Sozialstaat soziale Sicherungssysteme zu schaffen, die Sozialpolitik für stabile Sozialbeziehungen zu sorgen, die soziale Marktwirtschaft für eine gerechtere Gesellschaft einzutreten habe. Konkreter wird die Schrift nicht. Die Frage, was das Soziale ist, bleibt offen und damit ein ewiger Streitpunkt für alle möglichen politischen und unpolitischen Interessengruppierungen!

Wir alle kennen den Spruch, dass ein Bild mehr als tausend Worte zu sagen vermag. Die Augen vermitteln uns ein Bild von der Umgebung und gestatten uns eine Einordnung, eine Positionsbestimmung. Gefällt uns die Umgebung nicht oder nicht mehr, so streben wir eine Ortsveränderung an. Dass der Mensch von Natur aus den eigenen Augen mehr als Berichten vertraut, ist selbstverständlich und gibt Bildern eine Macht, die Worte nicht erreichen können. Häufig sind Bilder auch die einzigen Zeugnisse, die sich dauerhaft ins Gedächtnis einprägen. Optische Eindrücke sind demnach wirkungsvoller als akustische Eindrücke und so ist auch der Versuch, über gefälschte oder inszenierte Bilder Menschen zu manipulieren, keineswegs eine neue Idee. Schon unsere Urahnen wussten, dass sich das Auge auf vielerlei Arten täuschen lässt, dass Bilder eine gewaltige Macht haben, Wut erzeugen, Liebe in Hass umschlagen und damit Klima- oder Neigungskatastrophen provozieren können. Die Programme der Bildverarbeitung machen Bildmanipulationen zum Kinderspiel. Per Mausklick kann jeder Fotos fälschen; wir leben in einer digitalisierten Welt! Es wird in modernen Filmen immer schwieriger, Realität und Fiktion zu unterscheiden.

So lässt sich das Bild der Hölle in unseren Sinnen nahtlos in das Bild des Treibhauses überführen. Auch die damit verbundenen Ängste lassen sich suggestiv übertragen und so wirkmächtig werden lassen, bis sie ganz von uns Besitz ergriffen haben, wir von ihnen besessen sind. In dieser Besessenheit werden bereits Skeptiker der Klimakatastrophentheorie öffentlich an den Pranger gestellt, gar hinter Schloss und Riegel gewünscht. Ganz so wünschen sich die Sozialisten die Kapitalisten enteignet, weil sie sich mit ihrem Reichtum gegen das Soziale versündigen. Solch ein Hass macht blind und lässt vergessen, dass die bösen Kapitalisten mit Fleiß und unternehmerischem Wagemut erst das Geld erwirtschaften und an den Staat abführen, damit dieser die Rolle eines soziale Wohltaten verschenkenden Weihnachtsmannes spielen kann.

Die Nobelpreise könnten nicht verliehen werden ohne den Unternehmer Alfred Nobel (1833 - 1896). Er erarbeitete insgesamt 335 Patente, häufte ein stattliches Vermögen an und verfügte in seinem Testament: „Das Kapital … soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preis denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben … ein Teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat“. Den Nobelpreisen in Chemie, Medizin oder Physik liegen immer Entdeckungen oder Erfindungen zugrunde. Was haben die Friedensnobelpreisträger Al Gore und Rajendra Kumar Pachauri, der Vorsitzende des Weltklimarates, an wichtigen Entdeckungen vorzuweisen? Nicht einmal das Treibhaus haben sie entdeckt oder erfunden. Pachauri war von dem Wissenschaftsmagazin „Nature“ 2007 der Titel „Nachrichtenmacher des Jahres“ zuerkannt worden. Es sind Konjunkturritter, die sich geschickt des Klimas bedienen, die Rolle von Mediatoren spielen. Sie wissen, wie man die Psyche von Menschen konditioniert, wie man auf der Klaviatur von Reizen und Reflexen spielt. Damit steigen wir erneut hinab in die psychologischen Abgründe der menschlichen Seele. Der russische Nobelpreisträger für Medizin des Jahres 1904, Iwan Petrowitsch Pawlow (1849 - 1936), war fest davon überzeugt, dass das Verhalten auf Reizen und Reflexen beruhe. Bei Versuchen an Hunden entdeckte er das Prinzip der Klassischen Konditionierung. Dies wurde auch an Menschen getestet, erfolgreich. Die künstlich über die Medien entfachten Klimaängste und die allgemeine weltweit erzeugte Klimahysterie sind ein Beweis, dass auch der Mensch über konditionierte Reflexe manipuliert und gefügig gemacht werden kann, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen.

Besteht ein Mensch aus zwei sich nicht kennenden Menschen? Dies könnte man glauben, wenn man den „Record-Breaking Bestseller“ von Stephen Hawking „A brief history of time – From the Big Bang to Black Holes“ von 1988 liest. Darin heißt es: „We now know that every particle has an antiparticle, with which it can annihilate. There could be whole antiworlds and antipeople made out of antiparticles. However, if you meet your antiself, don’t shake hands! You would both vanish in a great flash of light.” Den Beweis für den Antihawking im Hawking liefert er auch. Hawking schreibt: „Another prediction of general relativity is that time should appear to run slower near a massive body like the earth. This is because there is a relation between the energy of light and the frequency: the greater the energy, the higher the frequency. As light travels upward in the earth’s gravitational field, it loses energy, and so its frequency goes down.” Doch der Antihawking schweigt wider besseres Wissen zu der Hypothese eines natürlichen Treibhauseffektes durch Gegenstrahlung! Mit einem Satz entzaubert Hawking die Elite an Klimaexperten: Die abgehende Wärmestrahlung verliert Energie, soll aber mit mehr Energie zurückkommen, um die Erde zu erwärmen.

Existiert also doch im Menschen ein Menschlein? Johann Wolfgang von Goethe hat das antike Motiv des Homunculus mit der Idee eines erfolgreichen Naturwissenschaftlers verknüpft, den modernen Klimaexperten sozusagen vorausgeahnt, und lässt in seinem Faust II a, 17. Dezember 1826 Wagner sprechen:

Es leuchtet! Seht! – Nun lässt sich wirklich hoffen,

Dass, wenn wir aus viel hundert Stoffen

Durch Mischung – denn auf Mischung kommt es an –

Den Menschenstoff gemächlich komponieren,

In einen Kolben verlutieren,

Und ihn gehörig kohobieren,

So ist das Werk im Stillen abgetan,

Es wird! Die Masse regt sich klarer!

Die Überzeugung wahrer, wahrer:

Was man an der Natur geheimnisvolles pries,

Das wagen wir verständig zu probieren,

Und was sie sonst organisieren ließ,

Das lassen wir kristallisieren.

Im Goetheschen Sinne geben sich die Klimaexperten als überaus seriöse, erfolgreiche Naturwissenschaftler, obgleich die Klimaphysik eher eine Variante der Metaphysik ist. Es ist ganz so, wie Nico Stehr und Hans von Storch es in ihrem Buch „Klima, Wetter, Mensch“ beschrieben haben: „Die Wissenschaft formuliert das Problem der Klimaänderungen für Politik und Gesellschaft: Die Entdeckung der globalen Klimaveränderung, des Treibhauseffekts und des Temperaturanstiegs ist kein Alltagsproblem, das die Wissenschaft aufnimmt. Es sind die wissenschaftlichen Formulierungen des Problems, die Art und Ausmaß der politischen Folgen mitbestimmen. Den Wissenschaftlern ist dies bewusst. Sie spielen eine besondere Rolle bei der Ausformung und möglichen Veränderung des Allgemeinverständnisses von Klima. Dabei verfolgen sie neben ihren wissenschaftlichen Interessen auch politische, ideologische und andere, von wissenschaftlichen Zielen abweichende Interessen. Dazu haben gerade zu drastischen Formulierungen neigende Wissenschaftler in bestimmten Medien ausreichend Gelegenheit.“

Das heißt im Klartext: Das Wissen hat die Macht fest im Griff! Die Politik ist ganz in der Hand des Wissens. Die Politik wird geradezu lächerlich gemacht, hat aber Macht, weil sie sich auf demokratische Mehrheiten beruft. Die Wissenschaftler agieren, formulieren Probleme und Lösungen zugleich. Die Politiker reagieren, doch in Wirklichkeit agieren sie, indem sie den Wissenschaftlern über die Vergabe von Forschungsgeldern die Richtung weisen. Die Politik vollzieht nur ein Schauspiel auf der Bühne. Sie spielt die Rolle des Siegfried, der in einem martialischen Schaukampf den Drachen besiegt. Nach außen überträgt sie das Schreiben des Drehbuches Wissenschaftlern, bestimmt aber Ablauf und Dramaturgie des Spektakels. Die Wissenschaftler sind aktive Erfüllungsgehilfen, denn wenn die Politik den Geldhahn zudreht, dann ist es aus mit den Rechenspielereien. So einfach ist das Rollenspiel nicht, hier Macher dort Marionette. Doch von all den Absprachen, die sich hinter der Bühne abspielen, davon erfährt das tumbe Volk nichts. Diesem Manko könnte investigativer Journalismus abhelfen, doch diesen Mut bringen nur ganz wenige Redakteure auf. Noch lebt die überwiegende Mehrheit in dem Wahn, über den Schutz des Klimas die Welt vor dem Untergang zu retten. Der Preis ist enorm. Die Rechnungen werden immer höher!

Mit einem Schnitt beginnt der Kampf ums Klima

Der große Mann geht seiner Zeit voraus,

der Kluge geht mit ihr auf allen Wegen,

der Schlaukopf beutet sie gehörig aus,

der Dummkopf stellt sich ihr entgegen.

Eduard von Bauernfeld

Bis zur Geburt durchlebt jeder Mensch eine geradezu paradiesische Zeit. Er wird rundum versorgt und braucht sich um nichts zu kümmern. Selbst das Atmen, die Versorgung mit Sauerstoff, besorgt die Mutter. Ohne eigene Anstrengung wächst der Embryo eingebettet im Mutterkuchen heran und wird über die Nabelschnur von der Mutter mit allem versorgt, was zum Heranreifen lebensnotwendig ist. Es ist ein ebenso sorgenfreies wie sorgloses Dasein, das Leben in der Fruchtblase. Auch die Temperatur ist ideal und liegt konstant bei Werten um 37° C. Ob in diesen neun Monaten im Unterbewusstsein die Erinnerung an paradiesische Zustände mit Milch und Honig heranreift und die Gestalt eines zeitlebens anzustrebenden Idealzustandes annimmt?

Jedenfalls wird dieser Zustand einer bewusst nicht erfahrbaren Glückseligkeit mit der Geburt abrupt beendet und zwar in dem Moment, in dem die Nabelschnur durchschnitten wird. Derart unsanft ins wirkliche Leben entlassen und zum Leben verurteilt, beginnt der Kampf ums selbständige Weiterleben, der im Grunde nicht mehr ein Kampf ums Dasein ist, sondern fortan ein Kampf ums Klima. Es ist primär ein Kampf um die Zuneigung der Mutter. Erfolgte bisher die Grundversorgung des Embryos kontinuierlich, so muss das Neugeborene darum kämpfen und sich bemerkbar machen, wenn es Durst, Hunger und sonstige Bedürfnisse hat. Hierzu hat der Säugling kein anderes Organ als seine Stimme – er schreit! Dies tut er solange, bis die Mutter sich ihm zuneigt und seine Wünsche erfüllt. Ist die geschehen, dann ist der kleine Schreihals ruhig, satt und schläft zufrieden. Er hat mit Erfolg sein Ziel erreicht, das Klima zu seinen Gunsten beeinflusst, nicht wissend, dass auch er das Produkt eines günstigen Klimas ist, und zwar der Zuneigung von Vater und Mutter beim Akt der Zeugung.

Ganz zu Beginn seines Lebens ist jeder Säugling ein ausgesprochener Klimaegoist, ja ein Tyrann, der solange rebelliert, bis das ihm gemäße Wohlfühlklima herrscht. Das geschieht nicht aus Böswilligkeit, sondern ist von Natur aus vorgesehen. Man muss nur einmal in ein Vogelnest schauen, dann wundert man sich, mit welcher Brutalität und Rücksichtslosigkeit dort um Nahrung gekämpft wird. Von Mitleid keine Spur. Wer zu schwach ist, geht über Bord und verendet. Jedes Baby ist bemüht um ein für sich optimales Klima. Kinder erziehen so in hohem Maße ihre Eltern. Sie sind wahre Meister der Klimamanipulation. Kleinkinder entwickeln sich zu wahren Klimajongleuren, die mit einer Virtuosität ohnegleichen auf der Klimaklaviatur spielen.

Die heranwachsenden Klimakünstler tun dies nicht aus wohlüberlegter Absicht. Der ihnen innewohnende Lebenstrieb ist gekoppelt mit Angst als Ausdruck absoluter Hilfs- und Wehrlosigkeit. Das Kleinstkind ist zwar nicht lautlos, aber sprachlos und damit verbal nicht kommunikationsfähig. Es lebt ganz den Augenblick, den Zustand des Wohlseins. Es strebt ein gutes Klima an und genießt es, wenn die Eltern es in den Schlaf wiegen. Das Schaukeln hat eine beruhigende Wirkung, weil ständig mit der Neigung das Klima wechselt. Kaum sind Kinder flügge und können auf den Spielplatz, dann stürzen sie sich zuerst auf die Schaukeln und Wippen. Nun spielen sie aktiv mit dem Klima, erfreuen sich an den wechselnden Neigungen, können aber auch ebenso schnell böse werden, wenn ihnen die Neigung nicht behagt. Ich spiel nicht mehr mit dir, dies signalisiert einen plötzlichen Klimaumschwung, eine meist kurzfristige Klimakatastrophe. Der Wunsch nach einem stets optimalen Klima gehört von Geburt an zur Bedürfnisbefriedigung.

Das ganze Leben ist ein Spiel mit bisweilen äußerst labilen, weil von vielen Zufällen abhängenden Neigungsverhältnissen. Wenn ein Kind gut behütet aufwächst und die Gunst eines freundlichen Klimas geniesst, dann ist ein tragfähiges Fundament gelegt, dass es auch im späteren Leben nicht zu den böswilligen Klimafrevlern gehören wird. Als solche kann man Menschen ansehen, die immer und überall Missgunst, Neid, Streit und Unzufriedenheit erzeugen, um für sich ein günstiges Klima zu schaffen. In Beruf und Schule nennt man dieses Phänomen Mobbing. Das Wort kommt aus dem Englischen „to mob“ und bedeutet anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen. Es steht für Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Kollegen zu isolieren, fertig zu machen, hinauszuekeln, um den Platz an der Sonne zu besetzen.

Kommt das Kind in die Schule, so hängen seine Leistungen entscheidend vom Klassenklima und Unterrichtsklima ab. Diese sind wiederum abhängig vom schulischen, sozialen wie gesellschaftlichen Klima, vom politischen Klima. In den Berufsschulen, den Universitäten und Ausbildungsstätten, immer ist das dortige Klima mitentscheidend für Erfolg und Leistung. Wer über das Beschäftigungsklima klagt und kein gutes Arbeitsklima im Betrieb oder der Behörde vorfindet, wird sich nie richtig wohl fühlen und am Arbeitsplatz glücklich werden können. Nichts im Leben ist unabhängig vom Klima. Das Wirtschaftsklima hängt von Konjunkturklima wie vom Konsumklima ab und alle drei Bereiche beeinflussen wieder das Arbeitsmarktklima und damit das Investitionsklima wie das Börsenklima. Obgleich das griechische Wort Klima auf Deutsch Neigung heißt, wird es in der Urbedeutung belassen. Dies liegt daran, dass das Wort Klima neutral ist. Das Wort Neigung kann nicht neutral sein, weil automatisch nach den Grad und der Richtung der Neigung gefragt wird. Der Begriff Konsumklima lässt völlig offen, ob Konsumabneigung oder Konsumzuneigung gemeint ist. Das Konsumklima kann schlecht sein, obgleich die Leute kaufen möchten. Es wird beeinträchtigt vom Beschäftigungsklima.

Von Kindesbeinen an sind sie Bilder von Schaukel und Wippe so tief im Unterbewusstsein verankert und mit Klimaschwingungen verknüpft, so dass erwachsene Menschen häufig stottern, wenn sie aufgefordert werden, den Begriff Klima zu erläutern. Sie denken an Wetter, aber nicht an Neigung! Dies liegt an der genetischen Konstruktion unseres Gehirns. Aufgrund der Unmengen an Informationen ist dem rationalen Bewusstsein als Filter und Entscheidungshilfe das selektierende Unterbewusstsein vorgeschaltet. Alles, was wir in uns aufnehmen, wird zuerst vom Unterbewusstsein vorgefiltert und geprüft. Viele Entscheidungen trifft das Unterbewusstsein, bevor der Verstand überhaupt aktiviert wird. Hört das Unterbewusstsein den Begriff Klimawandel, dann gibt es dem Gehirn den Befehl, der Sache nachzugehen. Hört das Ohr den Begriff Klimaschutz, dann springt das Signal auf grün und ohne weitere Überlegung wird zugestimmt.

An diesem Punkt setzt die externe Manipulation ein, indem man dem Wort Klima plötzlich einen anderen Bedeutungsinhalt unterschiebt. Das Innere hört Klimaschutz, zerlegt den Begriff in die Worte Klima und Schutz und sagt spontan ja. Nach dieser Vorprüfung ist der Verstand praktisch lahm gelegt. So wie es im Gebirge Klimascheiden gibt, die je nach Neigung das abfließende Wasser dem Rhein oder der Donau zuführen, so gibt es auch Wortscheiden. Das alte und so vertraute Wort Klima bedeutet plötzlich nicht mehr Neigung, sondern beschreibt als Wettergesamtheit etwas, worunter wir uns praktisch nichts vorstellen können. Die Umschreibung mittleres Wettergeschehen bleibt ebenso unklar. Da wir schon immer das Klima selbst beeinflusst und nach unserem Gutdünken verändert haben, reagieren wir zunächst auch betroffen und fühlen uns ertappt, wenn wir als Klimasünder hingestellt werden. Wir fassen dann den Klimaschutz als eine Art Wiedergutmachung auf und die staatlich verhängten Klimaschutzabgaben als eine Art Bußgeld. Dies alles sind reflexartige Reaktionen, die weitgehend im Unterbewusstsein unterhalb der Verstandesebene ablaufen. Wir sitzen in einer Falle und merken es nicht.

Würden wir in ein Lexikon schauen, ein Erdkundebuch oder das Internet bemühen, so könnten wir nachlesen, wie Klima definiert ist, wie Klimadaten berechnet werden und wie viele Klimaklassifikationen es gibt. Wir würden feststellen, dass es neben der Meteorologie, die sich mit dem Wetter als physikalischer Erscheinung in der Atmosphäre befasst, noch die Klimatologie gibt. Während man das Fach Meteorologie als eigenständiges Fach studieren und mit Diplomprüfung abschließen kann, geht dies für das Fach Klimatologie nicht. Ist dieKlimatologie keine Wissenschaft? Zumindest ist die Klimatologie keine Naturwissenschaft, die sich mit Vorgängen in der Natur befasst, sondern eine Hilfswissenschaft im Rahmen der Geographie, der Erdbeschreibung. Deren Genauigkeit hängt wiederum vom Maßstab ab, so dass man Mikro-, Meso- und Makroklima unterscheidet. Per definitionem ist die Klimatologie auf die Erhebung und Messung meteorologischer Daten angewiesen, die von ihr für bestimmte Zeiträume statistisch ausgewertet und auf abstrakter Ebene zu Klima verdichtet werden. Während das Wetter ein dynamischer Vorgang ist, ist das Klima ein statisches und praktisch zeitloses Abbild des durchschnittlichen Wettergeschehens in einem Raum. Das Azorenhoch und das Islandtief sind solche Gebilde, die jedoch nur eine Scheinrealität haben und nicht wirklich existieren. Aber was geben wir nicht alles für den Schein, nicht nur den Sonnenschein. Dies gilt auch für das Scheinversprechen eines zukünftig guten, weil geschützten Klimas, das uns von aller Wetterunbill befreit. Wenngleich wir dazu angehalten werden, mehr zu sein als zu scheinen, im wirklichen Leben ist es umgekehrt. Da gilt Kleider machen Leute, da dominiert der Schein das Sein. In seinem 1508 geschriebenen Buch „Das Lob der Torheit“ schreibt in immerwährender Gültigkeit Erasmus von Rotterdam: „Der Geist des Menschen ist nun einmal so angelegt, dass der Schein ihn mehr fesselt als die Wahrheit.“ Die Wahrheit des alltäglichen Wetters deprimiert uns offenbar so sehr, so dass wir uns nach dem Schein des sonnigen Azorenhochs sehnen.

Während also der Kampf ums Klima zwecks Bewältigung des Daseins im Sinne eines mitmenschlich guten und sozialverträglichen politischen Klimas eine stets erstrebens- und wünschenswerte, weil das friedliche Miteinander förderliche Aufgabe ist, ist der Schutz des Globalklimas und der Kampf gegen den Klimawandel so sinnlos und vergeblich wie Don Quichottes Kampf gegen die Windmühlen. Mögen auch dem intellektuellen Hochmut, der Hybris und dem theoretischen Machbarkeitswahn des sich autonom fühlenden Menschen keinerlei Grenzen gesetzt sein, ein intelligenter naturverbundener Mensch kennt seine Grenzen und diese liegen in der Ehrfurcht vor der Allmacht der Natur. Die Machbarkeit des Wetters liegt jenseits dieser Grenzen, auch wenn der Titel „Wir Wettermacher“ unserer Eitelkeit schmeichelt.

Zivilisationskrankheit Bewusstseinsspaltung

Es ist schlau und auch ein bisschen gemein,

Leute davon zu überzeugen, dass sie etwas

haben, von dem sie bisher gar nicht

wussten, dass es existiert.

Jacques Leibowitch

Im „Stern“ vom 14. Mai 2009 erschien eine Anzeige der Deutschen Telekom mit der Überschrift: „Wir können alles ändern. Außer das Wetter“. Im Text heißt es: „Die Deutsche Telekom versteht sich als Teil der Lösung und engagiert sich deshalb in zahlreichen nationalen und internationalen Initiativen für den Klimaschutz.“ Warum, das sagt am gleichen Tage „Bild“: „Klimawandel ist die größte Gefahr für die Gesundheit“. Die Warnung britischer Wissenschaftler: „Durch die Erderwärmung können neue Infektionskrankheiten auftreten, Tropenkrankheiten wie Malaria oder Denguefieber werden sich ausbreiten. Es drohen Hungersnöte, Wassermangel, verheerende Unwetter und Hitzewellen. Betroffen seien Milliarden Menschen weltweit.“

Die Aussage der Telekom ist einfach dümmlich, weil in sich unlogisch. Die Warnung der britischen Wissenschaftler ist effekthaschrisch, doch reine Hellseherei oder Wahrsagerei. Mit solchen Warnungen werden genetische Relikte wiedererweckt, die Neigung zum Aberglauben, zur Leichtgläubigkeit, zu spekulativer Esoterik. Je mehr Rationalität im Berufsleben von uns verlangt wird, desto stärker ist auch ein Rückfall in den Irrationalismus zu beobachten. Dies führt zu der schwindenden Fähigkeit, wissenschaftliche Aussagen von pseudowissenschaftlichen Phantasien zu unterscheiden. Astronomie wie Meteorologie sind geachtete Naturwissenschaften. Die auf der statistischen Bearbeitung von Wetterdaten aufbauende Klimatologie verlässt den Rahmen der Seriosität und wird zur Pseudowissenschaft, wenn sie ganz natürliche und tausendfach in der Erdgeschichte aufgetretene Wetterereignisse samt Folgen zu einer Fotomontage zusammenklebt, daraus Untergangsszenarien ableitet, Ängste in uns weckt und diese politisch zu instrumentalisieren versucht.

In seinem weltgeschichtlichen Panoptikum „Lügen haben lange Beine“ aus dem Jahr 1959 beschreibt Friedrich Alfred Beck in einer Betrachtung „Homer: Nichts Menschliches war ihm fremd“ unsere chronische Wortgläubigkeit und wie wir gelehrt wurden, viele Lügen unserer Lehrer als Weisheiten zu glauben. Beck: „Richtiges Lügen ist eine großartige Erfindungs- und Verwandlungskunst, ist Zauberei und Hexerei par excellence. Wenn man sagt, die Welt will betrogen sein, so meint man, dass sie belogen sein will. Belügen und betrügen: wo ist da der Unterschied? Weshalb will die Welt, weshalb wollen wir das? Wir meinen, naiv wie wir sind, dass Wahrheit auch Wahrheit ist. Deshalb begreifen wir auch nicht, was höhere Wahrheit sein soll. Und: was dem einen recht ist, muss dem anderen billig sein. So verlangt es nicht nur die Demokratie. Aber das Demos verlangt trotzdem, belogen und betrogen zu werden, wenn er selbst auch der grausamste Sittenrichter und brutalste Ankläger ist. Unbegreiflicher Widerspruch! Der lügenhafte Betrug, die betrügerische Lüge: sie sind die unersetzlichen hilfreichen Medikamente, die über die Krisis, ausgelöst durch die Daseinsmonotonie, hinwegbringen. … Man lügt nicht mehr wie gedruckt, obwohl man seine Lügen noch drucken lassen muss, um sie kapitalisieren zu können. Man lügt wie gewünscht. Man muss sogar so lügen, wenn das Lügen sich noch auszahlen soll.“

Waren zu allen Zeiten die Dichter aus der Pflicht zur Wahrheit entlassen und genossen den Schutz der dichterischen Freiheit, so trat die Wissenschaft von Beginn an im weißen Mantel der Wahrheit auf. Sie wollte mit dem alten Aberglauben aufräumen und Glauben durch Wissen ersetzen. Doch viele Wissenschaftler lernten schnell, dass die Wahrheit weniger einträglich ist als Wunschlügen. Wie das Beispiel der englischen Wissenschaftler zeigt, erregen Horrorszenarien Aufmerksamekit, erzeugen die notwendige Öffentlichkeit, die zur Erlangung von staatlichen Forschungsgeldern unverzichtbar ist. Der Zeitgeist honoriert seine Verstärker und nicht seine Widersacher!

Das Problem der Naturwissenschaften ist, dass sie sich von Beginn an den Heiligenschein der Unfehlbarkeit zugelegt haben. Sie würden nur überprüfbare Aussagen machen, die experimentell abgesichert seien. Die Geschichte der Naturwissenschaften lehrt uns jedoch etwas ganz anderes. Sie stellt sich dar als eine Geschichte von Irrtümern. Auch die Wissenschaft ist nicht frei von Aberglauben, Mythen und Irrtümern, wie es die Phlogiston-Theorie zeigt. Wahre Wissenschaft weiß ganz genau, dass all ihre Theorien hypothetischen Charakter haben und immer nur vorläufig gelten nach dem Motto: Wir irren uns von Fortschritt zu Fortschritt empor. Eine weitere Krankheit der Wissenschaft ist ihre steigende Spezialisierung, auch Fachidiotie genannt. Diese Krankheit ist sehr ernst, weil es in den modernen Massenuniversitäten eine steigende Zahl gelehrter Dummköpfe gibt, die dies überspielen durch forsches Auftreten, Selbstüberschätzung, Allwissenheitsgehabe und durch politische Korrektheit zu kompensieren und zu vertuschen suchen. Dies wird erleichtert dadurch, dass es Mode geworden ist, Hypothesen an Computermodellen zu testen und nicht durch Experimente zu verifizieren.

Alois Reutterer kommt in seinem 2005 erschienenen Buch „Die globale Verdummung“ zu der Folgerung: „Wissenschaft kann nicht alles erklären. Sie kann nur alles Erklärbare erklären. Sie kann alle zulässigen Fragen beantworten, wobei die Wissenschaft selbst als bestimmende Kontrollinstanz der Zulässigkeit fungiert.“ Doch diese wichtige interne Kontrollinstanz funktioniert nicht mehr, denn ansonsten würden die Klimatologen den Klimaexperten untersagen, Spekulationen über das Verhalten des Klimas, einer vom Wetter abgeleiteten statistischen Größe, zu machen, ohne jedwede Kenntnis vom zukünftigen Wetter zu haben. Zurück zu Reutterer: „Es ist jedenfalls unser beschränkter Verstand, der uns daran hindert, die Natur vollständig zu ergründen. So wenig eine Ameise den Mond als Himmelskörper zu erkennen vermag, so wenig wird der Mensch je imstande sein, die Natur ganz und gar zu begreifen.“ Die Bestätigung dessen kann jeder tagtäglich bei den Wetterberichten verfolgen. Für den Großraum Mainz-Wiesbaden-Worms wurde für den 15. Mai 2009 folgendes Regionalwetter angekündigt: „Die Sonne verschwindet häufig hinter Wolken. Stellenweise fällt Regen, unter den sich ab den Mittagsstunden auch Gewitterschauer mischen können. Mit den Wolken kommen die Höchstwerte über 16 bis 19 Grad nicht hinaus.“ Abgesehen von den sprachlichen Defiziten tritt offen zutage, wie wenig wir über das Wetter und selbst sein kurzfristiges Verhalten wissen. Wer selbst auf engstem Raum so wenig vom Wetter weiß, dass er mit schwammigen Sprechblasen operieren muss, sollte erst recht zur Klimaentwicklung schweigen. Dies wäre wissenschaftlich zwar seriös und ehrenhaft, aber dumm, weil nicht einträglich.

Die Wissenschaft dient schon längst nicht mehr der reinen und wahren Erkenntnis, sie dient dem herrschenden Zeitgeist und seinen Doktrinen. Sie will Geld verdienen und ist damit lenk- und verführbar. Er ist immer noch ein von der Wissenschaft gepflegter und verbreiteter Irrglaube, sie diene selbstlos nur einem Ziel, der Erkenntnis. Nein, die Wissenschaft ist von Beginn an mit der Macht verknüpft, denn Wissen ist Macht, und deswegen dient sie gleichzeitig mehreren Herren. Sie ist eingebunden in ein äußerst komplexes Flechtwerk ökonomischer, ökologischer, politischer, wirtschaftlicher Interessen und operiert und taktiert mit gespaltenem Bewusstsein. Albert Einstein drückt etwas Wahres aus, wenn er sagt: „Was mich erschreckt, ist nicht die Zerstörungskraft der Bombe, sondern die Explosionskraft des menschlichen Hanges zum Bösen.“ Diese plötzlichen Meinungsschwankungen, diese kaum vorhersehbaren abrupten Klima- und Stimmungsumschwünge sind weitaus schlimmer als alle Naturereignisse, die als Drohungen für den nahenden Weltuntergang missbraucht werden. Kein Wetterereignis kann so eine Schreckensbilanz aufweisen wie der Dreißigjährige Krieg, die Revolutionen von 1789 und 1917 und die beiden Weltkriege.

Die beiden Wissenschaftstheoretiker Sir Karl Raimund Popper (1902 - 1994) und Thomas Samuel Kuhn (1922 - 1996) haben anhand diverser Umwälzungen und Paradigmenwechsel gezeigt, dass Wissenschaft eine viel menschlichere Angelegenheit ist, als früher vermutet wurde. Sie ist viel subjektiver, viel beschränkter und sehr viel mehr von Geschichte und Gesellschaft abhängig, als es das alte Klischee von der Unfehlbarkeit und dem unablässigen und geradlinigen Fortschritt der Wissenschaft ahnen ließ. Insofern ist auch der Idealtypus einer werturteilsfreien Wissenschaft durch Max Weber (1864 - 1920) nichts als ein theoretisches und damit wirklichkeitsfremdes Konstrukt, wenngleich sich Wissenschaftler immer gerne dahinter verschanzen, um ihre Selbstlosigkeit und Unabhängigkeit zu beteuern.

Wir denken nicht, wie wir glauben zu denken

Alles glauben einem die Menschen,

aber die Wahrheit glauben sie zuletzt.

Bradford Lancaster

Was den Menschen von allem anderen Leben unterscheidet, ist ein Gehirn, das fähig ist zu denken und zu verstehen. Zudem sind wir mit fünf Sinnen ausgestattet für Spontanreaktionen, für deren Auslösung der Verstand zu spät käme. Doch trotz aller erkenntnistheoretischer Fortschritte und unserer technischen Wunderwerke wird am Verstand zunehmend gezweifelt. Sind wir ein Auslaufmodell der Evolution und im Laufe der Entwicklungsgeschichte dümmer geworden, wenngleich wir uns für ach so schlau halten? Sind wir zu dumm zum Überleben? Dieser Eindruck zwingt sich auf, wenn man alle Krisen- und Untergangsszenarien vor dem geistigen Auge vorbeiziehen lässt. Alois Reutterer meint: „Jedenfalls ist Homo sapiens zum größten Katastrophenbeschleuniger in der Natur geworden. … Seine notorische Dummheit in den existentiellen Dingen könnte für sein Verschwinden die wahrscheinlichste Ursache sein … Wir Menschen führen einen ökologischen Weltkrieg gegen das Leben auf der Erde und zerstören - Gipfel der Dummheit - unsere eigenen Lebensgrundlagen.“

Sind alle Menschen dumm oder nur die Visionäre des Pessimismus? Wer nicht den Mut aufbringt oder das Wissen nicht hat, um gegen die zahlreichen unbewiesenen und unhaltbaren wissenschaftlichen Annahmen zu opponieren, muss nicht dumm sein, denn Allwissenheit gibt es nicht. Dumm bedeutet nicht unwissend. Auch ohne Bildung können Menschen recht schlau und sehr lebenstauglich sein. Zuerst ist es wichtig, auf seine Sinne zu hören und die Signale richtig zu deuten. Untrüglich ist die Erfahrung des Frierens. Auch weiß jeder, dass er um so heftiger friert, je größer die Diskrepanz zwischen Körper- und Umgebungstemperatur ist. Die Menschen begriffen schnell, dass man ein Feuer entfachen muss, um sich und andere Körper zu erwärmen. Sie haben auch die Erfahrung gemacht, dass die Erwärmung nicht lange anhielt, wenn das Feuer erloschen war. Das heißt: Um einen Körper zu erwärmen, benötigt man Energie. Die Abkühlung erfolgt von ganz alleine. Kein Körper erhitzt sich von selbst und auch die Erde kann sich grundsätzlich nicht selbst erwärmen, wie immer auch ihre Lufthülle zusammengesetzt sein mag. Dies macht einzig und allein, tagein und tagaus, die Sonne, indem sie während der Tagesstunden die während der Nacht abgekühlte Erdoberfläche wieder aufwärmt und die atmosphärische Maschine mit frischer Energie versorgt. Nur wer das leugnet, ist dumm.

Die Sinne liefern uns Informationen, der Verstand verarbeitet diese. Er ist zum Denken da, um Abäufe und Vorgänge zu verstehen, auch um seinen Lebensraum zu kultivieren. Doch wie das Denken abläuft, ist immer noch weitestgehend unerforscht. Wie Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) in seinem Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ schrieb, haben es alle Philosophen gewusst: Die Welt findet im Kopf statt. Gertrud Höhler und Michael Koch schrieben 1998 in ihrem Opus „Der veruntreute Sündenfall - Entzweiung oder neues Bündnis?“ hierzu: „Das größte und wichtigste Geschlechtsorgan des Menschen ist – das Gehirn. Dort liegen - bis gestern unsichtbar - auch des Menschen erregbarste erogene Zonen, dort kann es in entlegenen seelischen Landschaften zu blühen, zu glimmen beginnen, können die Lunten der Liebe und der Leidenschaft gezündet werden, noch ehe eine Hand zum Streicheln ansetzt.“ Dort können die größten Klimakatastrophen ausgedacht werden, zu denen der Mensch fähig ist. Dort kann nicht nur Liebe und Glück, sondern auch Hass und Neid entstehen. Dort kann liebevolle Zuneigung in abgrundtiefe Abneigung umschlagen und Tragödien auslösen. So entstanden alle blutigen Familien- und Stammesfehden, die Kriege unter Völkern. Das Repertoire an Motiven für Konflikte ist schier unendlich.

Die unbeantwortete Frage ist: Was an Informationen gelangt in das Gehirn und wie werden diese verarbeitet? Die derzeit beste Antwort geben Gertrud Höhler und Michael Koch: „Die Sinnesorgane des Menschen sammeln pro Sekunde so viele Eindrücke ein, dass man ihre Menge kaum fasst: Es ist etwa das Zehntausendmilliardenfache von einer Milliarde Milliarden Bit. Davon werden nur 100 Bit pro Sekunde durch die Schaltstation Thalamus weitergeleitet, erreichen also das Großhirn. Das Tor zum Bewusstsein ist also ein Nadelöhr.“ Doch selbst von diesen wenigen Reizen wird nur ein Bruchteil bewusst wahrgenommen. Knapp 85 Prozent verlaufen sich unbemerkt im Neuronennetz und nur 15 bis 20 bit werden uns wirklich bewusst und können verarbeitet werden. Diese Zahlen sind nur unsichere Richtwerte, aber beeindruckend.

Höhler und Koch: „Einer der komplexesten Züge der menschlichen Gehirnorganisation ist die unterschiedliche Aufgabenverteilung auf seine beiden Hirnhälften, die Hemisphären. … Jede Hemisphäre … hat ihre eigenen privaten Gefühle, Wahrnehmungen, Gedanken und Ideen, alle getrennt von den entsprechenden Erfahrungen der anderen Hirnhälfte … eigene Erinnerungen und Erlerntes, unerreichbar für den Zugriff der anderen Hälfte des Gehirns. … Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für die Wortbehandlung, die rechte für Bildverarbeitung und räumliche Orientierung. Die linke Gehirnhälfte scheint mehr analytisch und sequenziell zu arbeiten, die rechte eher in Simultanprozessen. Das macht, dass die rechte Hemisphäre eher Bilder zusammenfügt, Stimmungen und Musikeindrücke aufnimmt, die linke sich eher mit exakten Zahlen und Rechengängen befasst.“ Die Phantasie ist mehr rechts- als linkshirnig. Dazu gibt es fünf Arten von Gedächtnis, das Gegenwartsgedächtnis, das Ereignisgedächtnis, das semantische Gedächtnis, die unterschwellige Wahrnehmung und Speicherung von Bildern, das Gedächtnis für Bewegungsabläufe. Ohne Gedächtnis wäre der Mensch orientierungslos in Zeit und Raum. Er wäre unfähig, Ereignisfolgen zu verstehen, Ursache- und Wirkungsbeziehungen logisch herzustellen. Er wäre ohne Ich-Gefühl, ohne Persönlichkeit. Jede der vielen Milliarden unaufhörlich und unkontrolliert auf uns einströmenden Informationen kann zu winzigen Neigungsänderungen in dem komplexen Gefühlshaushalt eines Menschen und damit zu unmerklich, leichten, ja schweren bis katastrophalen Umschwüngen unseres inneren Klimas führen.

Aber das ist noch keineswegs alles, tragen wir doch des Weiteren ein über Millionen von Jahren angehäuftes Evolutionsgepäck mit uns herum. Folgen wir der Argumentation von Höhler und Koch: „Die ersten Hominiden waren klein und völlig ungefährlich für ihre Welt. Am Ende des Miozäns gab es bereits aufrechtgehende Affen - der zweibeinige Gang kam also vor der Gehirnentwicklung. … Die Hominiden blieben mangels Nahrung klein: Sie aßen Früchte und allenfalls Kleingetier. … Der Australopithekus amanensis etwa war aufgerichtet, nur etwa 1 bis 1,2 Meter groß, recht primitiv und schmächtig. Seine Rolle war die des Gejagten: Er war Beute aller mittelgroßen und größeren Raubtiere. … Der Mensch erschien keineswegs sogleich als der große, effektive Sammler und Jäger auf der Bühne des Lebens. … Es war für die Hominiden also eine Welt, in der Wachsamkeit, Fliehen, Klettern, das Sich-Wehren, am besten mit Stöcken, Knochen und Steinen, daher auch Kraft und Körpergröße immer wichtiger wurden. Das muss einen selektiven Evolutionsschub für Schnelligkeit und Geschicklichkeit, also Muskeln und Kraft, Kopf und Hände zugleich gebracht haben: Die Hominiden wurden zügig größer und stärker, aggressiver und klüger. Das war die notwendige Folge eines harten Auslesedrucks, dem sie viele Millionen Jahre ausgesetzt waren, ganz sicher etwa die letzten 10 Millionen Jahre vor dem Schritt zum Homo erectus und habilis. … Der anhaltende Druck der Lebensangst war es, der bei diesen Lebewesen schrittweise das Erproben ihrer eigenen Wehrmöglichkeiten anstieß. … Dabei trug die Idee der planvollen Verteidigung sicher schon bald den Keim des planvollen Angriffs in sich. So entstand das neue „Raubtier“ Mensch. … Die Urangst der Beute wird schrittweise umgesetzt in aggressive Energie; sie macht den Gejagten zum Jäger. … Daher werden Angst und Aggression im Menschen wohl niemals voneinander zu trennen sein.“

Noch ein paar Worte zum Faktor Zeit, für den uns Vergleichs-maßstäbe fehlen. In dem Kapitel „Vorläufer der Primaten“ heißt es: „Die Vorgeschichte dieser vielfach ineinander verflochtenen Vorgänge einer Selbstorganisation ist etwa 4 000 Millionen Jahre lang. Um der Vorstellung von einer solchen Zeitspanne auf die Sprünge zu helfen: Mit einem Tempo von 2 Zentimetern pro Jahr, also etwa 0,8 Millimeter pro Monat oder 0,03 Millimeter am Tag - einem Drittel der Dicke eines Haares - bewegen sich die Kontinentalplatten Amerikas und Europa-Afrikas unmerklich auseinander. In den letzten 200 Millionen Jahren wurden daraus die 4 000 Kilometer des Atlantiks, die heute die Kontinentalblöcke voneinander trennen.“ Auch diese Trennung blieb nicht ohne Folgen für das Wetter und damit langfristig für das Klima, vor allem im west-, mittel- und nordeuropäischen Raum. Es wurde „atlantisch“. Im Winter dient der Golfstrom als eine Art Warmwasserheizung!

Der Mensch, von Natur ein Klimajongleur

Seit Kopernikus scheint der Mensch

auf eine schiefe Ebene zu geraten -

er rollt immer schneller nunmehr aus

dem Mittelpunkt weg - wohin?

Ins Nichts?

Friedrich Nietzsche

Um das Jahr 1440 verfasste Nikilaus von Kues (1401 - 1464) seine Schrift „De docta ignorantia“ – „Über die belehrte Unwissenheit“. Er vertrat die Auffassung, wissen sei vergleichen. Vergleichen kann man aber nur etwas Unbekanntes mit etwas Bekanntem mit dem Ziel, dass das Unbekannte in eine Proportion mit dem Bekannten kommt und dadurch bekannt wird. Erst dann kann es begriffen werden. Kann aber Wetter mit Klima oder Klima mit Wetter verglichen und damit begriffen werden? Nein, solch ein Vergleich ist nicht statthaft. Es müsste zuerst eine Vergleichbarkeit vom Grundsatz her gegeben sein. Eine wirkliche Größe wie das Wetter und eine abstrakte Größe wie das Klima sind nicht vergleichbar. Eine gemessene Temperatur ist spürbar, eine berechnete nicht. Man kann nur Wetter mit Wetter oder Klima mit Klima vergleichen, so wie man Menschen mit Menschen oder Gesellschaften mit Gesellschaften vergleichen kann. Wer dennoch Wetter- und Klimaexperten für identisch hält, bezeugt nichts als seine „belehrte Unwissenheit“.

Kann man „Klima“ mit „Neigung“ vergleichen? Nein, denn Klima heißt Neigung, ist Neigung. Neigungen zu verändern, zu eigenem Nutzen zu manipulieren, darin ist der Mensch wahrlich Spitze. Im Spiegel vom 26. September 2009 befasste sich Jörg Bleck mit dem „Geheimnis der Gesundheit“. Er berichtete, dass der Evolutionsmediziner David Haig von der Harvard University der Meinung sei, dass die Interessen im Leib einer Schwangeren schon mal auseinander gehen können: „Der Fötus und seine Mutter buhlen um die Ressourcen – da findet ein Tauziehen statt.“ Der Fötus verlangt mehr Nährstoffe von seiner Mutter, als diese ihm geben will. Seinen Anspruch versucht der ungeborene Nimmersatt mit Hormonen anzumelden, die er heimlich in den Körper der Mutter abgibt, um deren Stoffwechsel zu manipulieren. Dies erklärte Haig wie folgt: „Der Blutdruck im Leib der Mutter steigt, wodurch sogleich ein Gefälle entsteht: Das Blut fließt nun vermehrt in die Plazenta, weil dort der Widerstand geringer ist – und der Fötus erhält die ersehnten Nährstoffe.“ Wenn die Neigung nicht optimal ist, dann muss man nachhelfen und sie optimal machen. Das heimliche oder offene Jonglieren mit dem Klima ist dem Menschen angeboren, liegt in seiner Natur, zeigt sich im Spieltrieb, ist Ausdruck seiner Lebenstauglichkeit.

Genauso sieht es auch das im Jahr 1975 in Hamburg gegründete Max-Planck-Institut für Meteorologie. Auf seiner Internetseite steht: „Der Begriff „Klima“ ist von „klinein“, dem griechischen Wort für „neigen“ abgeleitet, denn Sommer und Winter sind Folge der Neigung der Erdachse relativ zur Bahnebene der Erde um die Sonne, der so genannten Ekliptik. Gegenwärtig beträgt die Neigung 23,5 Grad, wodurch während des Nordsommers die Nordhalbkugel und während des Südsommers die Südhalbkugel stärker von der Sonne bestrahlt werden. Die im Jahresgang und im Mittel unterschiedliche Einstrahlung der Sonne am Äquator und am Pol sorgt für wärmere und kältere Oberflächen und damit horizontale Temperaturunterschiede in der unteren Atmosphäre, wodurch Luftdruckunterschiede und daraus Strömungen entstehen.“ Diese Erklärung hätte zwar prägnanter und verständlicher formuliert werden können, gibt die Grundzüge der Allgemeinen Zirkulation aber korrekt wieder.

Es ist im Grunde keine Notwendigkeit gegeben, so dubiose Dinge hinein zu interpretieren wie die Treibhausgase. Es ist einzig die Sonne, die die Erde erwärmt. Sich abkühlen tut sie automatisch. Der Wechsel der Jahreszeiten orientiert sich nicht am CO2-Gehalt der Luft. Wenn Treibhausgase die Höhe der Temperatur bestimmen würden, dann müssten im Winter die Temperaturen ansteigen und zum Sommer abfallen. In den „Beiträgen zur Berliner Wetterkarte“ vom 15. September 2009 hat Horst Malberg den „Langfristigen Klimawandel auf der globalen, lokalen und regionalen Klimaskala und seine primäre Ursache“ untersucht. Malberg kam zu dem Ergebnis: „Temperatur und Sonnenaktivität verlaufen grundsätzlich synchron.“

Horst Malberg wurde in seiner Wertung noch konkreter: „Die globale Klimareihe beginnt zu einer Zeit mit den lebensfeindlichsten Klimaverhältnissen nach der Kleinen Eiszeit. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Klimabedingungen so ungünstig, dass als Folge der Kälteperiode in Mitteleuropa Missernten und Hungersnöte auftraten und Menschen verhungert sind. Wer diese lebensfeindliche Klimaepoche für Mensch und Natur zum Referenz- oder Normalklima erklärt, indem er die aktuelle Erwärmung dramatisiert und als Klimakatastrophe darstellt, der stellt die Klimarealität auf den Kopf und schürt bewusst eine Klimahysterie. Man fragt sich unwillkürlich: cui bono?“ Malberg bekennt: „Es liegt in der Natur statistisch-klimadiagnostischer Analysen, dass sie die physikalischen Einzelprozesse nicht aufzulösen vermögen.“ Über das Wetter im Einzelnen weht der Schleier des Verborgenen.

Malberg: „Der Zusammenhang zwischen Klima- und Temperaturentwicklung in den letzten Jahrhunderten und den Änderungen des solaren Antriebs in dieser Zeit sind statistisch auf dem 99,9%-Niveau abgesichert.“ Daraus folgt: „Die in den bisherigen Klimamodellen dem solaren Effekt zugewiesene Statistenrolle widerspricht der Klimarealität. Dem solaren Einfluss kommt die dominierende Rolle beim langfristigen Klimawandel zu.“ Damit ist die Frage von Hermann Flohn, die er 1977 in der Umschau 77 stellte, „Stehen wir vor einer Klimakatastrophe?“ und mit dem Treibhauseffekt zu begründen sich abmühte, eindeutig beantwortet: Das Klima liegt in solarer Hand! Wie lächerlich klingt diesbezüglich der Werbespot der Deutschen Post: „Fürs Klima setzen wir auf GOGREEN und auf stramme Waden!“

Diese und alle anderen Ausführungen lassen nur einen einzig logischen Schluss zu: Alles, was die Staaten mehrheitlich je an Reduktionsmaßnahmen beschließen mögen, wird nichts an dem natürlichen Klimawandel und schon gar nichts an dem eigenmächtigen Handeln des Wetters ändern. Die Menschheit wäre klug beraten, ihrem altbewährten Erfolgsrezept zu folgen und sich optimal den jeweiligen Wetter- und Witterungsverhältnissen anzupassen. Den Staats- und Regierungschefs der 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen sei dringend empfohlen, nicht weiter an artifiziellen Treibhauskonstrukten zu arbeiten, sondern auf der Erde ein gegenseitiges Klima der Toleranz zu schaffen und damit zur Friedfertigkeit zwischen den Staaten beizutragen. Wenn „The Wall Street Journal“ titelte: „Barack Obama gewinnt den Nobelpreis: Wofür?“, dann wurde der orakelnde Präsident Obama nicht verstanden. Er sagte vor den Vereinten Nationen am 23. September 2009 in nebulöser Vieldeutigkeit: „Jetzt ist es an der Zeit, dass wir alle unseren Teil der Verantwortung für eine globale Antwort auf globale Herausforderungen übernehmen.“

Naturwissenschaften und Naturverständnis

Galilei, der Beginn der Experimentaphysik

Wie alles sich zum Ganzen webt,

eins in dem andern wirkt und lebt!

Wie Himmelskräfte auf und nieder

steigen und sich die goldnen Eimer

reichen! Mit segenduftenden

Schwingen vom Himmel durch die

Erde dringen, harmonisch all das

All durchklingen! Welch Schauspiel!

Aber ach! Ein Schauspiel nur!

Wo fass’ ich dich, unendliche Natur?

Johann Wolfgang von Goethe

Der Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) schrieb in seiner berühmten „Farbenlehre“, dass unter denen, welche Naturwissenschaft betreiben, sich vorzüglich zweierlei Arten von Menschen unterscheiden lassen. „Die ersten, genial, produktiv …, bringen eine Welt aus sich selbst hervor, ohne viel zu fragen, ob sie mit der wirklichen übereinkommen werde. … Entspringt aber in so einer tüchtigen genialen Natur irgendein Wahnbild, das in der allgemeinen Welt kein Gegenbild findet, so kann ein solcher Irrtum … um sich greifen und die Menschen Jahrhunderte durch hinreißen und übervorteilen … Die von der zweiten Art, geistreich, scharfsinnig, behutsam, zeigen sich als gute Beobachter, sorgfältige Experimentatoren, vorsichtige Sammler von Erfahrungen; aber die Wahrheiten, welche sie fördern, wie die Irrtümer, welche sie begehen, sind gering. Ihr Wahres fügt sich zu dem anerkannten Richtigen oft unbemerkt; ihr Falsches wird nicht aufgenommen, oder, wenn es auch geschieht, verlischt es leicht.“

Es geht hier nicht um den heftigen Streit, den Wolfgang von Goethe mit Isaac Newton (1642 - 1727) in Bezug auf die Natur des Lichtes ausgefochten hat, es geht um die Beschreibung der zweierlei Charaktere von Naturwissenschaftlern, um die „genialen“ Ideenproduzenten und die „geistreichen“ Experimentatoren. Letzteren verdankt die Physik als exakteste aller Naturwissenschaften zu gelten. Betrachtet man die Gesetze der Physik näher, so stellt man fest, dass sie fast immer die Form einer mathematischen Gleichung haben. Fast nie werden Naturgesetze verbal formuliert, außer in Schlagworten wie „Erhaltung der Energie“. Außerdem werden physikalische Theoreme meist vereinfacht dargestellt und gelten streng nur für gedachte Zustände unter Idealbedingungen. Insofern ist ein einziges richtiges, nachvollziehbares und damit überprüfbares Experiment imstande, die schönste Theorie zu widerlegen. Man geht also keineswegs fehl, wenn man Galileo Galilei (1564 - 1642) nicht nur als „Vater der Experimentalphysik“ bezeichnet, sondern mit ihm auch die moderne Physik beginnen lässt. Er vertrat die Auffassung, dass die Erfahrung die Wurzel des Ganzen ist, und die Mathematik das geeignete Instrument, um Erfahrung quantitativ zu beschreiben. Galilei lässt allein Erfahrung und analytisches Denken als Wahrheitskriterien gelten.

Die Physik hat zwei Säulen, Experiment und Theorie. Einer Theorie verleiht erst das geglückte Experiment die notwendige Tragfähigkeit. Im übertragenen Sinne gilt das, was Immanuel Kant (1724 - 1804) wie folgt umschrieben hat: „Begriffe ohne Anschauungen sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“ Vom Menschen formulierte Naturgesetze haben noch eine ganz besondere Eigenschaft, worauf Sir Karl Popper (1902 - 1994) hingewiesen hat. Auch nach Karl Popper ist die Prüfung eines Naturgesetzes ausschließlich Sache des Experiments. Popper machte allerdings die Einschränkung, dass ein Experiment kein Naturgesetz und keine Theorie bestätigen könne, sondern sich entweder damit in Übereinstimmung befinde oder nicht. Anders ausgedrückt: Naturgesetze und Theorien sind nicht verifizierbar, sondern immer nur falsifizierbar.

Nach der Hypothese von Goethe muss ein guter Physiker sowohl genial als auch geistreich und scharfsinnig sein. Dieses Kriterium trifft auf Sir Isaac Newton zu, dem der Physiknobelpreisträger Emilio Segrè in seinem Buch „Die großen Physiker und ihre Entdeckungen“ 1997 ein Kapitel „Der Zauberberg: Newton“ gewidmet hat. Nach Segrè sind die „Aufklärung der Dynamik der Planetenbewegung und die Entdeckung der universalen Gravitation“ die Leistungen Newtons, die das öffentliche Bewusstsein am tiefsten beeindruckt haben. Neben seinem Werk „Principia“ ist auch die „Optik“ als Werk ganz anderer Art zu erwähnen. Es ist nicht deduktiver, sondern überwiegend experimenteller Natur. „Die Schlussfolgerungen sind durchaus nicht sattelfest, und Folgerichtigkeit gehört nicht zu den Stärken des Werkes“, so Segrè. Er bezeichnet Newton sogar als „hochgradigen Neurotiker“ und das erklärt wohl auch die heftige Auseinandersetzung mit Goethe. Jedenfalls hat Newton experimentell die spektrale Natur des Sonnenlichts entdeckt und damit die Entstehung der „Regenbogenfarben“ erklärt. Und ein weiteres elementares Naturgesetz hat Newton abgeleitet, das weniger Achtung und Erwähnung findet, das von ihm im Jahre 1701 abgeleitete Newtonsche Abkühlungsgesetz.

Paul A. Tipler beschreibt in seinem Lehrbuch „Physik“ aus dem Jahre 1994 das Newton’sche Abkühlungsgesetz so: „Die Abkühlungsgeschwindigkeit eines Körpers ist näherungsweise proportional zur Differenz der Temperaturen von Körper und Umgebung.“ Mit ihm kann die Kriminalpolizei den Todeszeitpunkt einer Leiche zurückberechnen, wenn die Raumtemperatur wie die Temperatur der Leiche beim Auffinden gemessen werden und man annimmt, dass die normale Körpertemperatur 37° C vor Eintritt des Todes betragen hat.

Das ein Schattendasein führende Abkühlungsgesetz von Isaac Newton beschreibt im Grunde nichts als eine generelle menschliche Lebenserfahrung, ein Naturverhalten. Um einen Körper, sei er fest, flüssig oder gasförmig, zu erwärmen, muss man Energie aufwenden. Wird die Energiezufuhr gestoppt, dann hört die Erwärmung sofort auf und der Körper kühlt sich ab. Die Abkühlung erfolgt umso schneller, je größer die Temperaturdifferenz zwischen Körper und Umgebung ist. Wenn die Differenz zwischen seiner Körpertemperatur und der Umgebungstemperatur ein bestimmtes Maß überschreitet, dann beginnt der Mensch zu frieren. Wie oft haben wir uns schon geärgert, dass der heiße Kaffee in der Tasse viel zu schnell abkühlt. Die Geschwindigkeit der Abkühlung wird wesentlich bestimmt von der Temperatur des Kaffees und ist auch nicht zu verhindern, wenn man eine Käseglocke drüber stülpt, ihn in ein Treibhaus stellt. Auch die die von der Sonne erwärmte Erdoberfläche kühlt über Nacht stetig ab. Dieser Prozess wird erst beendet, wenn kurz nach Sonnenaufgang die Einstrahlung die Ausstrahlung überwiegt und die Erdoberfläche wieder erwärmt wird. Wichtig ist, immer daran zu denken, dass die Wärmestrahlung eines Körpers ein immerwährender Prozess ist und einzig und allein von dessen Temperatur abhängt.

Die Wärmestrahlung eines Körpers ist proportional der vierten Potenz seiner absoluten Temperatur. Sie erfolgt rund um die Uhr, bei Tag und Nacht, während die Zufuhr von Licht und Wärme durch die Sonne auf die Tagesstunden beschränkt ist. In diesem Zusammenhang ist eine Entdeckung erwähnenswert. Thomas Wedgwood (1711 - 1805) entdeckte im Jahr 1792, dass alle Körper beim Erhitzen bei derselben Temperatur rot werden. Wenn man Eisen erhitzt, beginnt es irgendwann dunkelrot zu glühen, also auch sichtbares Licht auszusenden. Dies ist etwa bei 500 Kelvin oder 780 Grad Celsius der Fall. Bei weiterer Erhitzung folgen auf die Rotglut erst die Gelbglut und dann die Weißglut. Bei Erhitzung von 500 auf 1000 Kelvin steigt die Energieabstrahlung aufgrund des Potenzgesetzes um das 16-fache. Damit wird verständlich, warum die glühende Lava, die aus einem Vulkan ausströmt, so schnell abkühlt und oberflächlich rasch schwarz wird, also nur noch unsichtbare Wärmestrahlung abgibt.

Wenn von unsichtbarem Licht oder Wärmestrahlung die Rede ist, dann darf ein Name nicht unerwähnt bleiben, der von Friedrich Wilhelm Herschel (1738 - 1822). So wie von Isaac Newton vorgemacht, ließ Herschel im Jahre 1800 das Sonnenlicht durch ein Prisma fallen und spaltete es so in seine Regenbogenfarben auf. Doch dabei beließ er es nicht und machte ein anderes Experiment, das von weitreichenden Konsequenzen ist, insbesondere bei der Fernerkundung der Erde durch Satelliten wie der berührungslosen Temperaturmessung. Herschel legte beim violetten Licht beginnend unter jede Farbe ein Thermometer und notierte dessen Temperatur. Dann legte er auch in den „dunklen“ Bereich jenseits des roten Lichts das Thermometer und stellte mit Erstaunen fest, dass dieses die höchste Temperatur aufwies. Diese für das menschliche Auge unsichtbare Energie- oder Wärmestrahlung nennt man heute Infrarotstrahlung. Er schloss daraus, dass die Sonne nicht nur sichtbares Licht ausstrahlt, sondern auch unsichtbare Wärmestrahlung zur Erde sendet. Damit wurde der Tagesgang der Bodentemperatur wie der Lufttemperatur physikalisch erklärbar als Wechselwirkung zwischen Aus- und Einstrahlung.

S. Arrhenius, Erfinder der CO2-Klimaschaukel

Kinderspiele sind’s, die wir da spielen.

An überflüssigen Problemen stumpft

sich die Schärfe und Feinheit des

Denkens ab; derlei Erörterungen helfen

uns ja nicht, richtig zu leben, sondern

allenfalls, gelehrt zu reden.

Seneca an Lucilius

Wissen ist Macht! Wenn in einer Demokratie auch behauptet wird, alle Macht gehe vom Volke aus, geht dann auch alles Wissen vom Volke aus? Diese Annahme wäre absolut naiv. Schaut man sich die Hierarchie des Bildungssystems an, so wird Wissen von oben nach unten weitergegeben, von den Professoren an die Lehrer und von diesen an die Schüler. Doch wer kontrolliert das von oben nach unten gelehrte Wissen auf seine Richtigkeit hin? Das Volk ist dazu wohl kaum in der Lage. Dessen repräsentative Vertreter, die Parlamentarier, sind dazu auch nicht in der Lage. Das Wissen unterliegt keiner politischen Kontrolle. Die Politik hofft, dass die Wissenden sich selbst kontrollieren und dies glaubt der Staat sichergestellt zu haben, indem er die Freiheit von Forschung und Lehre grundrechtlich abgesichert hat.

Der Begriff Wissen ist eine reine Abstraktion, die ebenso wenig wie das Wetter unter Schutz gestellt werden kann. Wissen wird ständig neu produziert und modifiziert, Wissen „lebt“ als sich ständig verändernde Summation allen Wissens. Wissen ist nicht statisch, sondern immer dynamisch. Dies lehrt ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte. Wissenschaft ist insbesondere keine demokratische Veranstaltung, in der wechselnde Koalitionen und Mehrheiten bestimmen, was Stand der Wissenschaft ist. Wenn dennoch Politik und Wissenschaft sich zusammentun und wissenschaftliche Meinungen demokratisch absegnen, dann ist Argwohn angebracht, höchste Vorsicht angesagt. Wissen ist zeitgebunden, relativ und kann nicht demokratisch dekretiert werden. Dennoch ist genau dies geschehen, ohne sichtbaren Protest und Widerstand aus der Gemeinschaft der Wissenschaftler. Nachdem 1986 die Deutsche Physikalische Gesellschaft die „Warnung vor der drohenden Klimakatastrophe“ publiziert hatte und sich 1987 die Deutsche Meteorologische Gesellschaft dieser Warnung angeschlossen und in der Politik die Neigung überhandnahm, reagieren und handeln zu müssen, da erwuchs die Idee, im Parlament eine Enquete-Kommission zu installieren, um einen Wissenskonsens als Basis für die Politik zu erarbeiten. Dieser sollte von allen Parteien getragen werden, so als ob es um die Bewältigung eines nationalen Notstandes ging. Dem Volk wurde also über dessen Repräsentativorgan von einer Expertenkommission ein Bericht vorgelegt und im Parlament zur Abstimmung gestellt. Da die überwiegende Mehrheit der Volksvertreter gar nicht imstande war, den Bericht kritisch zu werten, um ihn notfalls zu falsifizieren, stimmte sie ihm zu. Die Erde war fortan ein „Treibhaus“ und der „Klimaschutz“ Bürgerpflicht. Dieses Vorgehen war ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die offizielle Übertragung der „Wissensmacht“ auf das Volk erfolgte am 3. Dezember 1987 durch einen hoheitlichen Staatsakt. Der Präsident des Deutschen Bundestages konstituierte die Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“. Den Auftrag der Kommission formulierte der Deutsche Bundestag wie folgt: „Zur parlamentarischen Diskussion möglicher Vorsorgemaßnahmen gegen die vom Menschen verursachten Veränderungen in der Erdatmosphäre und deren Auswirkungen auf Weltklima und Umwelt wird eine Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ gemäß § 56 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages eingesetzt.“

Mit der Drucksache 11/3246 vom 2. November 1988, also nach nur elf Monaten, legte die Enquetekommission, die aus neun beratenden Experten der Wissenschaft und elf von den Parteien benannten Abgeordneten bestand, den Ersten Zwischenbericht dem Parlament vor. Den Vorsitz in der Kommission hatte der Abgeordnete Bernd Schmidbauer von der CDU/CSU-Fraktion. Stellvertreterin war die Abgeordnete Liesel Hartenstein von der SPD. Unter den Wissenschaftlern waren die Professoren Wilfried Bach, Paul Crutzen, Klaus Heinloth, Peter Hennicke, Klaus Michael Meyer-Abich, Hans Michaelis, Wolfgang Schikarski, Wolfgang Seiler, Reinhard Zellner. Dieser Erste Zwischenbericht war eine gewaltige Fleißleistung mit einem Umfang von 300 Seiten. Er wurde am 4. November 1988 förmlich dem Präsidenten des Deutschen Bundestages übergeben.

In dem Kapitel „Treibhauseffekt und Klimaänderung“ heißt es: „In vorgeschichtlicher Zeit hat sich das Klima häufig relativ rasch geändert. Temperaturänderungen von 3 bis 5° C in einem Zeitraum von einhundert Jahren oder weniger konnten in der vergangenen Eiszeit gut fünfzehn Mal nachgewiesen werden.“ Ergänzend liest man: „Die geschilderten abrupten Klimaänderungen, zumindest die in früheren Zeiten, hängen nicht mit anthropogenen Einflüssen zusammen. Sie müssen an dieser Stelle aber erwähnt werden, da sie verdeutlichen, in welchem Ausmaß sich Klimaänderungen auch ohne Einfluss des Menschen vollziehen können.“ Diese Beschreibung ist weitestgehend korrekt, auch der Hinweis, dass der Mensch auf keine Klimaänderungen jemals Einfluss genommen hat. Doch was diese ausgelöst und verursacht hat, das ist unbekannt. Man verschweigt, dass man es nicht weiß, die wirklichen Gründe nicht kennt. Umso erstaunlicher ist, wenn es nahtlos im Text weitergeht: „Als Treibhausgase werden die Gase in der Atmosphäre bezeichnet, die ihre wesentlichen Absorptionsbanden im Wellenlängenbereich der Wärmestrahlung, im Infrarotbereich aufweisen, die also bei Anstieg ihrer Konzentrationen den Treibhauseffekt der Atmosphäre verstärken und damit eine Erhöhung der Temperatur an der Erdoberfläche bewirken können. Auf diesen Zusammenhang wies bereits der schwedische Physikochemiker Arrhenius im Jahre 1895 hin.“ Plötzlich wird wie die Taube aus dem Hut eine Erklärung herbeigezaubert. Haben die Treibhausgase bei den fünfzehn Klimaänderungen während der Eiszeit „geschlafen“, waren sie inaktiv und haben sich um den Treibhauseffekt nicht gekümmert?

Einige Seiten später wird endlich den Volksvertretern erklärt, was sie unter dem Treibhauseffekt zu verstehen haben: „Dem Treibhauseffekt, der in der jetzigen Warmzeit natürlicherweise in der Atmosphäre vorhanden ist aufgrund von wärmeisolierenden Spurengasen, verdanken wir eine Temperaturdifferenz von etwa 30° C zwischen Strahlungstemperatur des Systems Erde-Atmosphäre von -19° C und der Temperatur in Erdbodennähe von etwa +15° C. Dieser Treibhauseffekt macht erst das Leben auf der Erde möglich, denn ohne ihn wäre die Erde weitgehend vereist. Der Treibhauseffekt wird dadurch wirksam, dass durch IR-Absorption der Spurengase die effektiv strahlende Schicht der Atmosphäre, also jene Schicht, in der die IR-Rückstrahlung der atmosphärischen Gase und Wolken in den Weltraum maximal ist, kälter ist als die Erdoberfläche.“ Wenn er in der jetzigen Warmzeit „natürlicherweise“ vorhanden ist, warum war er in der Kaltzeit „natürlicherweise“ nicht da?

Sie haben die Erklärung aufmerksam gelesen und wissen nun, was der Treibhauseffekt ist und wie er wirkt. Wenn Sie nicht spontan die Wirkweise erklären können, dann lesen Sie den Text bitte noch einmal. Wenn Sie immer noch zögern, dann stellt sich die Frage, wie das Volk seine Volksvertreter verstehen soll, wenn die Enquete-Kommission sich verklausulierter ausdrückt als jedes Orakel. Es wird uns gesagt: Ohne Spurengase wäre es auf der Erde mit -19° C eiskalt. Mit Spurengasen haben wir eine bodennahe Lufttemperatur von +15° C. Die Differenz von 34° C ist dem „natürlichen Treibhauseffekt“ zu verdanken. Die nun darüber hinausgehende Erwärmung der Erde durch den „zusätzlichen anthropogenen Treibhauseffekt“ soll dadurch zustande kommen, dass sich infolge der Absorption der Wärmestrahlung der Erde die obere rückstrahlende Schicht in der Atmosphäre nicht erwärmt, sondern abkühlt, also „kälter ist als die Erdoberfläche“. Die Erklärung scheint auf den ersten Blick plausibel, doch jedem Naturwissenschaftler müssten dabei die Haare zu Berge stehen: Durch eine Erhöhung der Treibhausgase kommt es zu einer Erhöhung der Rückstrahlung. Je intensiver die kältere Rückstrahlung ist, desto stärker wird die wärmere Erdoberfläche erwärmt. Nach dieser Logik führt die weitere Zunahme der Treibhausgase in der Luft unweigerlich in die Klimakatastrophe.

Warum lässt sich eine „Wissensgesellschaft“ so etwas bieten, warum rebelliert nicht der gesunde Menschenverstand? Ich wiederhole die Hypothese der Expertenkommission: Je höher die Treibhausgaskonzentration, desto kälter ist es in der „Reflexionsschicht“ und desto höher steigt die Temperatur der Erdoberfläche. Nach diesem kurzen Ausritt in die Gefilde der deutschen Klimaphysik sollten wir uns schleunigst wieder der klassischen Experimentalphysik zuwenden.

Nach der von dem Physiknobelpreisträger Max von Laue (1879 - 1960) im Jahre 1946 geschriebenen „Geschichte der Physik“ zog bereits im Jahre 1791 Pierre Prévost (1751 - 1839) anhand von Experimenten den Schluss, dass jeder Körper unabhängig von seiner Umgebung Wärme ausstrahlt. Die ihm durch Strahlung zugeführte Wärmemenge ist die Differenz zwischen dem, was er von der Umgebung empfängt, und dem, was er ausstrahlt. Max von Laue bezeichnet dies als einen bemerkenswerten Satz, „dem bei der Wärmeleitung nichts entspricht“. Hat der ausstrahlende Körper, die Erdoberfläche, eine Temperatur von +15° C und die rückstrahlende Atmosphärenschicht, eine Temperatur von -18° C, dann ist die Ausstrahlung natürlicherweise größer als die Rückstrahlung, und eine Erwärmung der Erde nicht nur ausgeschlossen, sondern prinzipiell unmöglich. Der natürliche Treibhauseffekt, den die Klimaexperten zum Glaubenssatz erhoben haben, an den selbst die Gruppe der Klimaskeptiker glaubt, ist in Wirklichkeit ein intellektuelles Artefakt, das allen physikalischen Erkenntnissen Hohn spricht. Der natürliche Treibhauseffekt ist gänzlich unnatürlich. So wie Wärme nur von warm nach kalt fließt und nicht umgekehrt, so kann auch kein kälterer Körper durch Strahlung einen wärmeren Körper erwärmen!

Zum Wert des Ehrenkodex der Wissenschaft

Manche Menschen sehen die Dinge,

so wie sie sind - und fragen: Warum?

Ich erträume Dinge, die es noch nie

gegeben hat, und frage:

Warum eigentlich nicht?

George Bernhard Shaw

Ist Svante August Arrhenius (1859 - 1927), auf den der Treibhauseffekt zurückgeführt wird, im Sinne von Johann Wolfgang von Goethe nun ein „genialer“ oder ein „geistreicher“ Wissenschaftler? Eines kann man uneingeschränkt schon festhalten, ein guter Physiker war er auf gar keinen Fall. Dennoch strebte er 1901 den Nobelpreis für Physik an, vergeblich. Er erhielt im Jahre 1903 den Nobelpreis für Chemie für seine „Theorie über die elektrolytische Dissoziation“. Seine den Glauben an den CO2-Treibhauseffekt begründende Arbeit hatte Arrhenius 1896 unter dem Titel „On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground“ veröffentlicht. Seine Hypothese, die das Kommen und Gehen der Eiszeiten erklären sollte, wurde von keinem Nobelpreiträger der Physik je diskutiert. Man überging diese physikalische Peinlichkeit des Herrn Kollegen mit Stillschweigen. Umso größere Aufmerksamkeit erregt Arrhenius heute.

Warum hat kein einziger der vielen Nobelpreisträger der Physik des vergangenen 20. Jahrhunderts, angefangen 1901 mit Wilhelm Conrad Röntgen (1845 - 1923), sich jemals herabgelassen, über diese Hypothese überhaupt zu sprechen? Weil sie aller Naturerfahrung widerspricht, insbesondere den Experimenten und Erkenntnissen der von Gustav Kirchhoff (1824 - 1887) und Wilhelm Bunsen (1811 - 1899) gemeinsam entwickelten Spektralanalyse. Deren erste Arbeit, veröffentlicht im Jahr 1859, zeigte das Sonnenspektrum mit den dunklen Fraunhoferschen Linien und die Spektren von Kalium, Natrium, Lithium, Strontium, Calcium und Barium. Die Spektralanalyse öffnete die Tür in die Atomphysik und erlaubte völlig neue Erkenntnisse. Die Spektroskopie wurde insbesondere zu einem Instrument der Astronomie. Sie begründete die Astrophysik, denn nun war es erstmalig möglich, per Ferndiagnose die gasförmige Zusammensetzung von Sternatmosphären zu analysieren.

In jedem geläufigen Schulbuch der Physik kann man bei ein wenig analytisch-logischem Nachdenken die Begründung finden, warum es den „natürlichen Treibhauseffekt“ prinzipiell nicht geben kann. Ob man das „Lehrbuch der Physik“ von Karl Hahn (1949), das Buch „Physik II“ von Grimsehl (1968), das Buch „Physik“ von Dorn (1972), das Buch „Einführung in die Physik“ von Bergmann/Schröder (1979) zu Rate zieht, immer wieder findet man die dieselben Aussagen: Feste und flüssige Körper senden kontinuierliche Spektren aus, Gase und Dämpfe dagegen Linienspektren, die aus einzelnen, farbigen Linien bestehen und so die Identifizierung der Gase erlauben. Was besagt das? Eine diskontinuierlich absorbierende Gashülle kann einen kontinuierlich strahlenden Körper nicht an seiner Abkühlung hindern. Kein Körper erwärmt sich aus der ihm eigenen inneren Energie, er muss erwärmt werden, mit Energieaufwand. Erhitztes Wasser kühlt automatisch ab, wenn man die Herdplatte abstellt. Ein anderer Vergleich: Wenn man einen Eimer mit Wasser füllt, dieser aber als Boden ein Sieb hat, dann läuft der Eimer mit der Zeit leer, aber nie über. Den Löchern im Sieb entspricht in der Atmosphäre das „offene Strahlungsfenster“.

Genauso äußerte sich 1988 die Enquete-Kommission, der nicht nur neun Experten angehörten, sondern die weiteren Sachverstand einholte, namentlich von den Professoren Dr. Flohn, Dr. Schönwiese und Dr. Graßl. In dem Bericht heißt es: „Die Gase absorbieren die IR-Strahlung der Erdoberfläche in den meisten Spektralbereichen stark, in einigen dagegen nur geringfügig, wie etwa im Spektralbereich 7 bis 13 µm. In diesem Bereich stammt der größte Anteil der IR-Strahlung von der Erdoberfläche. Er wird als „offenes atmosphärisches Strahlungsfenster“ bezeichnet, da hier am wenigsten Wasserdampf- und Kohlendioxidabsorption stattfindet. 70 bis 90 Prozent der Abstrahlung von der Erdoberfläche und von den Wolken gelangen hier direkt in den Weltraum.“ Besser konnte die Enquete-Kommission sich selbst nicht ad absurdum führen.

Ob sich unsere Volksvertreter je bewusst waren, was sie da parlamentarisch nahezu einhellig abgesegnet haben? Sie haben ohne eigene Verstandesaktivität, sozusagen im kollektiven Herdentrieb, dem „natürlichen Treibhauseffekt“ die demokratische Weihe verliehen, aber ihm gleichzeitig die Existenz abgesprochen, und zwar mit physikalisch völlig korrekter Begründung. Gäbe es dieses „stets offene atmosphärische Strahlungsfenster“ nicht, könnte die Abwärme der Erde nicht auf elektromagnetischem Wege in die unendlichen Weiten des Weltalls abgestrahlt und damit entsorgt werden, dann hätte sich die feurige Erde nie abgekühlt, wären weder Kontinente noch Ozeane entstanden. Wäre die Erde wirklich ein „Treibhaus“, dann gäbe es auf ihr kein Leben.

Dass das Ökosystem Erde „offen“ ist, beweisen die zahlreichen die Erde umkreisenden Satelliten. Seit 1977 sind alle Wettersatelliten zusätzlich zu den normalen Kameras mit Infrarotkameras ausgerüstet, die speziell die von der Erdoberfläche emittierte unsichtbare Temperatur- oder Wärmestrahlung empfangen. Anhand der Wellenlängen werden die Temperaturen berechnet und daraus Wärmebilder konstruiert. Diese Infrarotaufnahmen ergeben ein lückenloses Bild nicht nur der Erdoberflächentemperaturen, sondern auch aller Gegenstände auf ihr, seien es feststehende Anlagen oder bewegliche Ziele. Man nennt diese Art Luftaufklärung Fernerkundung durch „berührungslose Temperaturmessung“. Die Temperaturen werden nicht direkt gemessen, sondern anhand der Wellenlängen errechnet, also indirekt ermittelt. Die 1896 von Svante Arrhenius in die Welt gesetzte Idee der durch den Kohlendioxydgehalt verursachten Eis- und Warmzeiten wird durch jede Infrarotfotographie der Erde aus dem Weltraum widerlegt. Doch das Bild der Erde als Treibhaus wird, wenngleich ein Truggebilde, noch lange Zeit in unserem Unterbewusstsein für Unruhe sorgen. So irrig die Behauptung auch ist, zu viele politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen leben wie die „Made im Speck“ vom „Treibhaus-Schwindel“ und können ihm nicht plötzlich entsagen. Dieser abrupte Glaubwürdigkeitsverlust würde in Politik und Wissenschaft eine Vertrauenskrise ohnegleichen auslösen. Man wird diese Hypothese mit aller Macht verteidigen, so dass eine Welt ganz ohne Klimaängste kurzfristig wohl nicht zu haben sein wird.

Dennoch ist es aus wissenschaftlichem Ethos vonnöten, an der Entängstigung weiter zu arbeiten. Auf diesem Wege hilft es, wieder einen Blick in den schon mehrfach zitierten Enquete-Bericht zu werfen. Dort wird nüchtern und wertfrei dargestellt: „Nur 4 Prozent des jährlich emittierten CO2 sind anthropogen.“ Auf diese wird unser Blick fokussiert, doch nicht auf die auf natürlichem Wege freigesetzten 96 Prozent. Hierüber wird bewusst geschwiegen, weil der minimale CO2-Gehalt der Luft von 0,04 Prozent nirgends auf der Welt einen Bezug zur Lufttemperatur aufweist. Wir Menschen sind von Natur aus Sünder, doch „Klimasünder“ sind wir mit absoluter Sicherheit nicht, weil wir uns nicht am Wetter versündigen können. Um nicht weiterhin der Manipulation durch die „Klimaexperten“ ausgesetzt zu sein, sollten die Bundestagsabgeordneten das Buch „Der Sündenfall – Betrug und Fälschung in der deutschen Wissenschaft“ von Marco Finetti und Armin Himmelrath aus dem Jahre 1999 als Pflichtlektüre verordnet bekommen. Insbesondere sollten sie den „Ehrenkodex für gutes wissenschaftliches Verhalten“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingehend studieren. Warum hat die DFG geschickt alle externen Kontrolle abgelehnt und vehement auf der „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ beharrt? Offensichtlich soll Niemand sehen, was sich alles hinter den Kulissen des Wissenschaftsbetriebes abspielt.

Die vom Staat finanzierte Klimaforschung, die ganz auf den „Nachweis“ der durch die Emissionen von Treibhausgasen verursachen Klimakatastrophe fixiert ist, generiert zu viele Forschungsgelder, als dass sich die „scientific community“ durch Selbstkontrolle den Geldhahn zudrehen würde. Wer zur „Klimaelite“ gehört, wird auf diese Pfründe freiwillig nicht verzichten und sich politisch korrekt verhalten. Auch die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG) hat auf ihrer Vorstandssitzung am 22. März 1998 in Regensburg einen „Verhaltenskodex“ für ihre Mitglieder verabschiedet. In dem Fünf-Punkte-Katalog heißt es unter anderem, ihre Forschungsergebnisse „müssen reproduzierbar sein, nachvollziehbar dokumentiert sowie vor der Publikation ausreichend kommuniziert“ werden. Diese Art Selbstkontrolle funktioniert perfekt, nämlich nicht. Die Klimaphysiker wissen es selbst am besten: Jede Klimamodellrechnung ist ein einmaliger Akt und ist nicht „reproduzierbar“, nicht wiederholbar, um überprüfbar zu sein. Dies folgt aus den Erkenntnissen der Chaostheorie mit ihrem „Schmetterlings-Effekt“.

Gedanken zum „Weltwettertag“ 2009

Auch wenn man glaubt, das Wettergeschehen

begriffen zu haben, so hat man längst nicht

das Wettergeschehen „im Griff“ – was sich

dadurch zeigt, dass das Begriffene dennoch tut,

was es will.

Wolfgang Thüne

Der 23. März ist weltweit ein Gedenktag, der „Tag der Meteorologie“, der an die Gründung der WMO, der Weltorganisation für Meteorologie 1950 in Genf erinnert. Die WMO forderte als „Tagesbefehl“ eine intensivere Erforschung von Klima und Wetter. Sie verfälschte damit ihren Gründungsauftrag, denn von der „Erforschung des Klimas“ war nicht die Rede. Es ging der WMO darum, durch konsequenten Ausbau des Wetterbeobachtungsstationsnetzes bessere Wetteranalysen zu erstellen und damit die Wetterprognosen zu verbessern. Der Deutsche Wetterdienst passte sich der WMO an und wählte das Motto „Wetter. Klima und die Luft, die wir atmen“. Das Klima rückt zwar an die zweite Stelle, aber auch hier wird der Eindruck zu erwecken versucht, bei Wetter und Klima handele es sich um verschiedene, aber gleichwertige Naturvorgänge, die sich wechselseitig bedingen.

Mit der Verdichtung des weltweiten Wetterbeobachtungsnetzes, der Vereinheitlichung der Instrumente, sollten die Anzahl und die Qualität der Wetterdaten verbessert werden. Mehr und längere Wetterbeobachtungsreihen ergeben natürlich auch eine bessere Abgrenzung der verschiedenen Klimazonen, präzisere Klimaatlanten. Diesem Vorhaben sollte die Welt-Wetter-Wacht dienen. Die meteorologische Datenerfassung ist eine internationale Aufgabe, zu der sich alle 182 angeschlossenen nationalen Wetterdienste verpflichtet haben. Genauere und längerfristigere Wettervorhersagen sind von hohem Nutzen für die Volkswirtschaft und bei der hohen Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft unverzichtbar.

Im Mittelpunkt steht ausschließlich und allein das Wetter. Das Wetter an sich ist zwar nicht messbar. Quantitativ messbar sind einzelne Wetterelemente wie der Luftdruck, die Lufttemperatur, Windrichtung und Windgeschwindigkeit, die Luftfeuchtigkeit, der Niederschlag, die Sonnenscheindauer, usw. Die an den Wetterstationen erhobenen Daten werden international ausgetauscht und erlauben die Analyse von Wetterkarten, die Diagnose der Wetterlage und die Prognose des Wetters bis zu einer Woche. Nach langjähriger, von der WMO auf 30 Jahre festgesetzter Beobachtungszeit werden statistisch aus den Wetterelementen „Klimadaten“ gewonnen. Man orientiert sich an international festgelegten Normen, den „Klimanormalperioden“. Hierauf einigte man sich erstmals 1935 in Warschau und bestimmte die Zeitspanne 1901 - 1930 als erste „Klimanormalperiode“. Sie sollte eine Art Maßstab sein, um Änderungen feststellen und beschreiben zu können. Solch ein willkürlich herausgegriffener Zeitraum ist natürlich alles andere als eine „Norm“ für die Natur. Dennoch sah man die Klimawerte als „normal“ an und bezeichnete fortan alle Abweichungen als „Anomalien“. So wurde der Mensch zum Lehrer und begann, dem Wetter Schulnoten zu erteilen, es als „gut“ oder „schlecht“ zu benoten.

Seit der ersten „Klimanormalperiode“ sind bereits die Perioden 1931 - 1960 und 1961 - 1990 vergangen. Derzeit leben wir in der 4. Klimanormalperiode 1991 - 2020. Die Berechnung des kleinsten Klimabausteins, der Tagesmitteltemperatur wurde im Jahre 1780 festgelegt. Beobachtet wurde täglich zu den „Mannheimer Stunden“, um 7 Uhr, um 14 Uhr und 21 Uhr mitteleuropäischer Ortszeit. Doch daran halten sich längst nicht alle Staaten, so dass selbst die Tagesmitteltemperaturen, obgleich „mathematische Artefakte“, kaum vergleichbar sind. Doch bei den Maßstäben von Klimakarten spielt das keine Rolle. Entscheidend ist sich zu merken: Klimawerte können nicht gemessen werden. Es sind berechnete Werte, wenn ihnen auch gemessene Werte zugrunde liegen. Wer von der gemessenen Globaltemperatur spricht, ist wissenschaftlich ein Scharlatan.

Beim Deutschen Wetterdienst galten die „Mannheimer Stunden“ nur bis zum 31. März 2001. Ab dem 1. April 2001 werden infolge der automatischen Datenerhebung alle 24 Stundenwerte zur Berechnung der Mitteltemperatur herangezogen. Fallen die Messwerte an drei und mehr Messterminen aus, dann wird die Tagesmitteltemperatur aus den Werten zu den synoptischen Hauptterminen um 0 Uhr, 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr berechnet. In welchen Ländern das praktiziert wird, ist unbekannt. Österreich beobachtet nur an zwei Terminen um 7 und um 19 Uhr, addiert dazu aber die Höchst- und Tiefsttemperatur und mittelt wie folgt: Tm = ¼ (T7 + T19 + Tmin + Tmax). Frankreich addiert die Maximum- und die Minimumtemperatur und dividiert die Summe durch zwei. Bei ein und demselben Tagesgang der Temperatur ergeben sich rechnerisch recht unterschiedliche Mittelwerte. Bei allem muss man sich immer vergegenwärtigen, Klimawerte sind berechnete und damit unnatürliche Werte. Die Dynamik des Wetters wird in ein statisches Klimakorsett gezwängt. Die Klimawelt ist eine fiktive Welt, die mit der realen Welt nichts zu tun hat. Wer sich mit dieser Materie genauer befassen will, der lese das Lehrbuch „Allgemeine Klimageographie“ von Joachim Blüthgen und Wolfgang Weischet (1980).

Auf welche Art und Weise man die Tagesmitteltemperatur auch berechnet, es ist und bleibt eine künstliche Rechengröße. Sie kann als solche nicht beobachtet, gespürt und gemessen werden, wenngleich ihr zu bestimmten Uhrzeiten gemessene Temperaturen zugrunde liegen. Der Tagesmittelwert macht keine Aussage über den Tagesgang der Temperatur. Umso weniger ist dies der Fall bei Monats- oder Jahresmittelwerten und erst recht nicht bei 30jährigen Mittelwerten, denn nur diese können den Anspruch erheben, Klimawerte zu sein. In einem Klimawert stecken 30 Jahre Wetterhistorie. Neben der zeitlichen gibt es aber auch die räumliche Mittelung. Nimmt man alle Messwerte des Deutschen Wetterdienstes, kann man die mittlere Temperatur für Deutschland berechnen. Sie beträgt für die „Klimanormalperiode“ 1961 - 1990 8,4 Grad Celsius. Doch was sagt dieser Wert über den Ablauf des Wettergeschehen dieser 30 Jahre in Deutschland? Diese Frage kann kein Klimaexperte beantworten, prinzipiell nicht. Ein Mittelwert, ob zeitlich, räumlich oder beides, lässt sich zwar aus Einzelwerten berechnen, aber nicht wieder in seine Einzelwerte zerlegen. Noch sehr viel weniger sagt eine über Raum und Zeit hinweg berechnete „Globaltemperatur“ etwas über den Wetterverlauf der einzelnen Regionen der Erde aus, nämlich rein gar nichts!

Klimadefinitionen, diffus und unklar

Die Definitionsmacht ergibt noch keine

Macht über die Dinge. Auch wenn wir

alles einzelne berechnen könnten, so

dürften wir nicht der irrigen Meinung

verfallen, auf diese Weise auch das

Ganze berechnen zu können. Die

Weltberechnung geht nicht auf, weil

sie das Unberechenbare nicht in ihre

Rechenoperationen einbeziehen kann.

Wolfgang Thüne

Macht man sich mal die Mühe oder den Spaß und gibt in der Suchmaschine ‚Wikipedia’ den Begriff Klima ein, so gerät man von einer Konfusion in die andere. Eine kurze und klare Definition des Begriffes findet man nicht. Verstehen Sie diese Definition? „Das Klima steht als Begriff für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.“ Haben Sie es gemerkt, der Autor weiß selbst nicht einmal, was er zu erklären versucht. Der Begriff Klima umschreibt nicht die Ursachen von möglichen Wetterzuständen, er ist Ausdruck des tatsächlich eingetretenen Wetters. Eine höhere mittlere Windgeschwindigkeit besagt nur, dass in dieser Periode ein stärkerer Wind wehte als zu einer anderen Periode.

Verstehen Sie das? „In der meteorologischen Klimatologie wird Klima nach M. Hendl wie folgt definiert: Klima ist die örtlich charakteristische Häufigkeitsverteilung atmosphärischer Zustände und Vorgänge während eines hinreichend langen Bezugszeitraumes, der so zu wählen ist, dass die Häufigkeitsverteilung atmosphärischer Zustände und Vorgänge den typischen Verhältnissen am Bezugsort gerecht wird.“ Oder diese? „Als Klima galt bis in die Neuzeit nur der Anteil meteorologischer Vorgänge, wie Temperaturverlauf und Niederschlagsmenge, der über viele Jahre hin charakteristisch für einen Ort oder eine Region war. Gemeint war mit Klima (griech.: ich neige) der unterschiedliche Einstrahlungswinkel der Sonne als Ursache für die verschiedenen Klimagürtel der Erde: heiß in den Tropen, kalt im Polargebiet und gemäßigt in den mittleren Breiten.“ Auch hier wieder verschwommene Formulierungen, um zu verschleiern, dass man sich nicht präzise ausdrücken kann. Was ist an der Klimatologie meteorologisch? Ist eine Klimakarte etwa eine sich stündlich ändernde Wetterkarte?

Die Absicht, das Wetter über lange Zeiträume zu beobachten, dann Mittelwerte zu berechnen, in Karten einzutragen, um die mittlere Luftdruck- oder Temperaturverteilung der verschiedenen Regionen der Erde vergleichen zu können, geht auf die klimatologische Arbeitshypothese von Alexander von Humboldt (1769 - 1859) zurück. Im Jahre 1923 definiert der Klimatologe Wladimir Köppen kurz und knapp: „Unter Klima verstehen wir den mittleren Zustand und gewöhnlichen Verlauf der Witterung an einem gegebenen Orte.“ Doch was sagte Alexander von Humboldt selbst? Er schrieb 1845 in seinem Buch „Kosmos“: „Der Ausdruck Klima bezeichnet alle Veränderungen in der Atmosphäre, die unsere Organe merklich afficieren: die Temperatur, die Feuchtigkeit, … die Größe der elektrischen Spannung …“. Bei Humboldt verwundert, dass er dem Klima quasi Eigenschaften des Wetters andichtet, denn nur dieses kann unsere „Organe merklich afficiren“. Einen Franzosen affiziert eine Mitteltemperatur von 15° C nicht, wohl aber das morgendliche Minimum von 5° C und das mittägliche Maximum von 25° C. Diese begriffliche Ungenauigkeit erklärt sich wohl daraus, dass Humboldt mehr Naturphilosoph denn Physiker war; die Meteorologie als Lehr- und Studienfach gab es noch nicht.

Zur Etymologie des Wortes Klima wird erklärt: „Das Wort Klima ist eine Übernahme des altgriechischen Wortes, to klima, dessen erste Bedeutung hier in diesem Zusammenhang „Krümmung“ ist, und zum Verbum „klinein“, „neigen, biegen, krümmen, anlehnen“ gehört. Siehe auch: lat. clino und das Fremdwort Deklination.“

Bei dem bisherigen Definitionswirrwarr ist es nicht verwunderlich, dass die Bürger das Klima als ominöses Gespenst wahrnehmen, das zu allem fähig ist und vor dem man tunlichst Angst haben sollte. Wenn wir lesen, dass das Klima einmal, als es noch von dem „Einstrahlungswinkel der Sonne“ abhing, zwar unterschiedlich, aber friedlich war, dann sind wir beruhigt, denn die Vergangenheit haben wir ja nicht erlebt. Wenn wir nun von Experten hören, dass das Klima „für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen“ steht, dann kann das doch nur heißen, das Klima ist verantwortlich für das Wetter. So wird die Natur auf den Kopf gestellt, wird Verwirrung und Angst erzeugt. Kann aber Klima Ursache von Wetter sein, wenn jeder Klimawert von gemessenen Wetterparametern abhängt? Dies ist zwar unmöglich, aber wer legt schon Definitionen aus Lehrbüchern auf die Goldwaage? Das aufgezeigte Verwirrspiel ist beabsichtigt.

Unsere Verwirrung wird auch nicht beseitigt, wenn wir uns die Definition des von den Vereinten Nationen eingesetzten Schiedsgerichts „Intergovernmental Panel on Climate Change“ ansehen: „Climate in a narrow sense is usually defined as the ‘average weather’, or more rigorously, as the statistical description in terms of the mean and variability of relevant quantities over a period of time ranging from months to thousands or millions of years. The classical period is 30 years, as defined by the World Meteorological Organization (WMO). These quantities are most often surface variables such as temperature, precipitation, and wind. Climate in a wider sense is the state, including a statistical description, of the climate system.”

Diese Definitionen ist weitaus klarer, aber warum wird nirgends deutlich gesagt: das Klima ist ein Artefakt, ein rechnerisches Kunstprodukt ohne Realität. Das Klima als Zustand eines klimatischen Systems zu bezeichnen, ist eine Nullaussage. Was soll dieser Eiertanz? Klima im engeren Sinne ist ein Ausdruck für das mittlere Wettergeschehen. Klima im weiteren Sinne ist Ausdruck des Zustandes des Klimasystems. Bedient man sich der letzteren Definition, dann liegt der Umkehrschluss nahe, dass das Klimasystem nicht von den meteorologischen Zuständen abhängig ist, sondern diese steuert. Die Sünden am Klima durch den Menschen führen dann dazu, dass dieses aus Rache mehr Wetterextreme verursacht. In dieser Situation bieten die Klimaexperten Medikamente an, um das Klimagespenst wieder zu beruhigen.

Wenn die seit Jahrzehnten angekündigten und immer schrecklicher werden sollenden Wetterkatastrophen ausbleiben und die Bürger die pausenlos auf sie einhämmernden Warnungen nicht mehr ernst nehmen und gelangweilt wegschauen, dann läuft die ganze Panikmache ins Leere. Die Klimaexperten haben jetzt schon Ausreden, wenn die Prognosen nicht eintreffen, aber wie stehen dann die ihnen blind vertrauenden Politiker da? Die Experten können immer wieder vorbringen, mein Modell war nicht so perfekt, hat nicht die ganze Wirklichkeit abgebildet. Außerdem sind wir missverstanden und von den Journalisten falsch interpretiert worden, denn eigentlich haben wir in Wahrheit nie Klimaprognosen abgegeben, sondern immer nur Szenarienrechnungen präsentiert. Wenn wir noch mehr Forschungsgelder bekommen und Jahrzehnte weiter forschen, dann haben wir mit Sicherheit bessere Modelle. Man kann aber auch anders taktieren. Dies verriet der Klimaexperte Hans von Storch am 22. März 2009 über Spiegel Online in einem Artikel „Klimawandel – Am Ende des Alarmismus“.

„Steigende Temperaturen, steigende Meeresspiegel, steigende Not – das Erdklima wird sich dramatisch ändern. Aber auch die Wahrnehmung der Menschen: Vom Alarmismus müde, werden sie wieder vernünftig und pragmatisch mit dem Thema umgehen. … Es wird klar werden, dass sich der Klimawandel über die pessimistischsten Perspektiven zwar etwas verlangsamt, sich dabei aber dennoch auf absehbare Zeit ziemlich stetig weiter entfalten wird. … In der Zwischenzeit wird sich der menschengemachte Klimawandel deutlich herausgeschält haben, mit den Attributen einer generellen Erwärmung, einer polwärtigen Verschiebung der Klimazonen und einem verstärkten hydrologischen Zyklus. Ich erwarte keine dramatischen Überraschungen - abgesehen von Phasen, in denen die Erwärmung mal schneller, mal langsamer vonstatten geht. Aber Erwartungen können falsch sein… Die Aufgabe der Szenarienerstellung wird von einer wissenschaftlichen Herausforderung zur rein technischen Herausforderung dege-nerieren… Die bisherige Hype der Klima-Angst wird durch eine andere Angst ersetzt werden… Das Klimathema wird nicht mehr wirklich ernst genommen werden, sondern vor allem zur Motivation für eine allgegenwärtige Regulierung fast aller Lebensbereiche instrumentalisiert werden.“

Aus diesen Worten sprechen die ganze Selbstgerechtigkeit, die eitle Überheblichkeit und der bizarre Zynismus der gesamten Klimaexpertengilde. Wenn das Experiment mit Klimaängsten zwecks Gesellschaftsveränderung nicht mehr zieht, dann wird eben eine „neue Sau durchs Dorf“ gejagt.

Reale Wettervielfalt oder virtuelle Klimaeinfalt

Was sich bei Klimaveränderungen ändert

Alles fließt und nichts bleibt bestehen,

alles vergeht und nichts bleibt an

seinem Ort. Man kann nicht zweimal

in denselben Fluss steigen, denn immer

neue Wasser führt er herbei. … Im

Wandel finden die Dinge zur Ruhe.

Heraklit

Diese Aussage gilt erst recht für die bewegliche Lufthülle, die Atmosphäre. Wir atmen nicht zweimal dieselbe Luft, auch das Wetter läuft nach stets anderem Muster ab. Dies sagte schon der Hundertjährige Kalender: „Die Wetterküche, das ist klar, kocht nichts so wie im letzten Jahr.“ „Das Wetter geht uns alle an“, so lautet die Überschrift des Vorwortes aus dem BLV Wetterführer von Günter Roth „Wetterkunde für alle“ von 1977. Wir lesen: „Jahraus, jahrein erleben wir in unseren Breiten meist recht wechselhafte Witterung. Die Jahreszeiten sorgen für Abwechslung: Schnee, Matsch und Glatteis im Winter, im Frühjahr das bekannte „Aprilwetter“ mit Kälteeinbrüchen und schauerartigen Niederschlägen, oft als Schnee. Dann kommt der Sommer, häufig mit weniger Badewetter, als es sich die meisten von uns erwarten. Dafür mit unbeständigem Gewitterwetter, das die Bergwanderer oft schon mittags überrascht, nachdem ein blauer Himmel am Vormittag falsche Hoffnungen geweckt hatte. Auch Landregen ist im Sommer in West- und Mitteleuropa gar nicht so selten, bestimmen doch in dieser Jahreszeit viele Westwetterlagen die Witterung. Der „Altweibersommer“ im September dagegen verspricht etwas länger sonniges Wetter und ist nicht selten die Einladung für den „Goldenen Oktober“. Aber die Tage sind bereits recht kurz, die Sonneneinstrahlung lässt spürbar nach. Die Tage im Herbst können klar sein, bringen aber auch gefürchtete Bodennebellagen und tagsüber andauernden Hochnebel. Die Herbststürme sind auf dem Meer und an der Küste eine Gefahr für die Schifffahrt. Sie tragen das Regenwetter und erste Schneeschauer ins Binnenland.“

Diese volkstümliche und verständliche Einführung besagt eigentlich schon alles: Beim Wettergeschehen ist man nie sicher vor Überraschungen. Jahr für Jahr ändert sich der Wetterablauf und bisher kann kein Mensch sagen, warum dies so ist, trotz des gleichmäßigen Rhythmus der Jahreszeiten. Alle Versuche der Wetterdienste, eine ungefähre Vorhersage des Wetterablaufs für das nächste Jahr zu erstellen, sind bisher fehlgeschlagen. Selbst für Mitteleuropa, verlässliche Monatsvorhersagen gibt es nicht. Die mathematisch-physikalisch ehrliche Antwort lautet: Bisher ist es nicht gelungen, das Problem des deterministischen und des stochastischen Chaos bei der numerischen Lösung nichtlinearer Differentialgleichungen zur Wettervorhersage zu überwinden.

Die Klimaexperten mit ihren Superrechnern zwar behaupten zu wissen, wie die Globaltemperatur in 50 oder 100 Jahren sein wird, doch warum schweigen sie sich aus, wenn es um die nahliegende und volkswirtschaftlich wünschenswerte Vorhersage für das nächste Halbjahr oder das kommende Jahr geht? Diese Frage überhören die Klimaexperten beharrlich. Sie haben nie etwas anderes als in verschiedenen Rottönen gefärbte Karten mit mutmaßlichen Erwärmung- und Abkühlungszonen veröffentlicht. Das Produkt jeder numerischen Wettervorhersage, die Höhenströmungs- und Bodendruckvorhersagen, ist ihnen völlig fremd. Die Politik fragt nicht danach, weil sie weiß, dass Klimavorhersagen reine Hochstapelei sind.

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Details

Seiten
307
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656387961
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v209758
Note
Schlagworte
propheten kampf klimathron urängsten geld macht

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Titel: Propheten im Kampf um den Klimathron – Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird