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Selbstevaluation in der Schülernachmittagsbetreuung. Eine Darstellung nach Joachim König

von Dominik Amersdorffer (Autor)

Seminararbeit 2011 21 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Leistung der Schülernachmittagsbetreuung ausgehend vom Angebot der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim

3 Die Abhandlung der zehn Arbeitsschritte der Selbstevaluation nach J. König
3.1 Der erste Arbeitsschritt: Die Ziele der Selbstevaluation
3.2 Der zweite Arbeitsschritt: Die nötigen Bedingungen
3.3 Der dritte Arbeitsschritt: Die Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands
3.4 Der vierte Arbeitsschritt: Die Operationalisierung des Gegenstands
3.5 Der fünfte Arbeitsschritt: Die Entwicklung von Bewertungskriterien
3.6 Der sechste Arbeitsschritt: Die Festlegung von Informationsquellen
3.7 Der siebte Arbeitsschritt: Beispiele für Methoden zur Datenerhebung
3.8 Der neunte Arbeitsschritt: Die Beurteilung der Selbstevaluation
3.9 Der zehnte Arbeitsschritt: Die Verwertung der Ergebnisse

4 Schluss

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll das Prinzip der Selbstevaluation nach Joachim König beispielhaft anhand des Angebots der Schülernachmittagsbetreuung dargestellt werden.

Zunächst sollen dazu nötige Begriffe geklärt werden, wobei die genannte Leistung der Schülerbetreuung erst im Anschluss an die Einleitung erläutert wird. Zu beachten ist, dass die Beschreibung dieser Leistung anhand des Angebots der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim unter Punkt 2 zwar als Anhaltspunkt für die folgende Ausführung dient. Das Beispiel ist jedoch aufgrund verschiedener Abwandlungen und Fokussierungen teilweise nicht mehr deckungsgleich mit den realen Sachverhalten und Vorgängen. Das widerspricht dennoch nicht der Themenstellung einer beispielhaften Darstellung auf theoretischer Ebene, da in dieser Arbeit die Thematik der einzelnen Schritte der Selbstevaluation im Mittelpunkt stehen soll. Folglich ist dies schon aufgrund der nicht bestehenden Möglichkeit der Erhebung realer Daten in Kombination der von diesen Daten teilweise abhängigen Gestaltung einzelner Arbeitsschritte eine rein hypothetische Abhandlung.

Der Begriff der Evaluation beschreibt einen Vorgang der Bewertung. Übertragen auf die Soziale Arbeit, und das vorliegende Beispiel ist ein Teil derselben, bedeutet das die Erhebung von Daten über qualitative und quantitative Verfahren, ihre Verwertung und die Bildung von Rückschlüssen auf die Qualität der untersuchten sozialarbeiterischen Handlungen. Die Problematik der Definition von Qualität sozialer Arbeit[1]soll in dieser Arbeit bei der Formulierung der Ziele der Selbstevaluation nicht weiter ausgeführt werden, da dies den Rahmen der Abhandlung sprengen würde.

Unter dem Begriff der Selbstevaluation ist ein Verfahren der internen Evaluation zu verstehen. Hier soll folgende Definition Joachim Königs als Grundlage dienen: „Selbstevaluation meint die Beschreibung und Bewertung von Ausschnitten des eigenen alltäglichen beruflichen Handelns und seiner Auswirkungen nach (selbst) bestimmten Kriterien“[2]. Somit lässt sich dieses Verfahren einerseits durch die Deckung der forschenden und der, im Sinne der untersuchten Leistung, handelnden Tätigkeit von der Fremdevaluation und aufgrund der Durchführung durch Mitarbeiter, nicht aber durch von außen herangezogene Fachkräfte, von den Verfahren der externen Evaluation abgrenzen. Das zieht die nötige Beachtung einiger speziell bei der Selbstevaluation auftretender Phänomene nach sich, beispielsweise die Rolle der „individuelle[n] Werthaltung der Akteure“[3]und die „Zusatzbelastung“[4]der forschenden Mitarbeiter. Diese von Joachim König genannten Kriterien sollen in der vorliegenden Abhandlung als feste Bestandteile der Selbstevaluation in die jeweiligen Gedankengänge mit einbezogen werden.

Der Beschreibung der Leistung unter Punkt 2 folgt die Abhandlung der von König festgelegten zehn Arbeitsschritte einer Selbstevaluation[5]unter Einbezug von Methoden und definitorischen Ergänzungen durch an jeweiliger Stelle genannte Autoren. Die Arbeitsschritte werden dabei im Verlauf ihrer Anwendung an späterer Stelle detailliert beschrieben. Der achte Arbeitschritt wird aufgrund des ausschließlich theoretischen Charakters der Abhandlung ausgelassen. Dabei handelt es sich um die Erhebung und Auswertung der Daten, welche aus der im Folgenden beschriebenen Selbstevaluation nur im Falle einer Umsetzung in die Praxis hervorgehen. Zwar müssen dabei die von König aufgestellten Kriterien erfüllt werden, da diese Arbeit jedoch eine Anwendung und Umsetzung der zehn Arbeitschritte anhand des genannten Beispiels ist, soll die reine Wiederholung der Beschreibung des achten Arbeitsschrittes anhand des Leitfadens von König aufgrund der eben hier nicht vollzogenen Umsetzung weggelassen werden. Aus letzterem Grund wird auch auf den neunten und den zehnten Arbeitsschritt nur sehr knapp eingegangen, doch dazu in den jeweiligen Kapiteln.

2 Die Leistung der Schülernachmittagsbetreuung ausgehend vom Angebot der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim

Zuallererst soll das zur Darstellung der vorliegenden Selbstevaluation dienende Beispiel kurz in Hinblick auf Ziele, Zielgruppen, Struktur und Finanzierung erläutert werden.

Die Leistung der Schülernachmittagsbetreuung wird angeboten von der Nachbarschaftshilfe der Stadt Unterschleißheim. Diese Einrichtung ist Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband. Gegründet 1971, setzt sich die Nachbarschaftshilfe, und somit auch das Angebot der Schülerbetreuung, folgende Ziele: Die Beachtung der vielseitigen Würde des Menschen, sowie „die Förderung der Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit der Menschen“[6]. Dabei sieht sich die Nachbarschaftshilfe als „unabhängig von Parteien und Konfessionen“[7].

Die verschiedenen Leistungen finanzieren sich aus „Mitgliedsbeiträge[n] (20 € im Jahr), Spenden, Zuschüsse[n] von der Stadt Unterschleißheim, dem Landkreis München und der Regierung von Oberbayern sowie durch Abrechnungen mit Kassen, Kursgebühren und Leistungsentgelte[n]“[8]. Weiter ins Detail soll die Beschreibung der Haushaltung nicht gehen, da in dieser Arbeit nur die Finanzierung von außen als Ursache des Wunsches nach Legitimation gegenüber Kostenträgern, nicht aber die unterschiedlichen monetären Ströme in ihrer Vielfalt eine Rolle spielen. Doch zu den hier schon anklingenden Beweggründen der Selbstevaluation später.

Angeboten wird montags bis freitags zwischen 13 Uhr und 16:30 Uhr eine sogenannte „Offene Ganztagsschule am Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim“[9]. Genauer ist das die Kombination aus Hausaufgabenhilfe sowie eines betreuten Freizeitangebots am Gymnasium der Stadt Unterschleißheim. Die Adressaten sind Schüler der 5. bis 10. Jahrgangsstufe[10], unabhängig von ihren schulischen Leistungen oder persönlichen Auffälligkeiten. Die Mitarbeiter setzen sich aus Schülern höherer Jahrgangsstufen, aus ehemaligen Schülern, aus Eltern sowie pensionierten Lehrkräften zusammen, wobei die Leitung und Koordinierung vor allem bei den Vorsitzenden des Elternbeirats liegt. Daraus ergibt sich als Aufgabenbereich der Mitarbeiter neben der Beaufsichtigung auch die unterstützende, anleitende und lehrende Tätigkeit der Mitarbeiter in der Zeit der „Erledigung der schriftlichen und mündlichen Hausaufgaben“[11].

3 Die Abhandlung der zehn Arbeitsschritte der Selbstevaluation nach J. König

Vor Beginn der eigentlichen Evaluation stellt sich die Frage, ob eine solche überhaupt sinnvoll und notwendig ist[12]. Dazu bietet sich ein Schnelltest an, um den Grad der Beschäftigung mit Qualitätsmanagement im Allgemeinen und die bisherigen auf Ergebnissen der Selbstevaluation vorgenommenen Innovationen im Speziellen zu ermitteln[13]. In der vorliegenden Arbeit wird der Test, wie schon in der Einleitung angedeutet wurde, nicht mit realen Daten erhoben. Es soll aber von einem Testergebnis ausgegangen werden, welches die Selbstevaluation anrät, denn nur dann ist es sinnvoll, die folgenden Schritte zu gehen.

3.1 Der erste Arbeitsschritt: Die Ziele der Selbstevaluation

Als erster Arbeitsschritt müssen die Ziele der Selbstevaluation festgelegt werden. Dabei lässt sich eine Einteilung in fünf grundlegende Kategorien vornehmen: Erfolgskontrolle, Aufklärung, Qualifizierung, Legitimierung und Innovation[14]. Zwar kann sich ein Zielkatalog so gestalten, dass alle fünf dieser Kategorien zu Zielen formuliert werden, da im vorliegenden Beispiel jedoch aus Platzgründen nur drei Ziele genannt und davon zwei bearbeitet werden, sind die Kategorien nicht vollständig abgedeckt. Daher soll hier der jeweils stellenweise vorgenommene Hinweis auf den Einbezug der genannten Aspekte ausreichen, die Kriterien nicht aber detailliert ausgeführt werden.

Zwei der Ziele der Selbstevaluation im vorliegenden Beispiel ergeben sich aus dem Wertekodex der Anbieter, also der oben genannten Nachbarschaftshilfe: Die wachsende Selbstständigkeit sowie eine erweiterte Sozialkompetenz der Schüler[15]. Diesen beiden Aspekten übergeordnet ist das Ziel eines hohen Wirkungsgrades, was die Verbesserung der schulischen Leistungen der Adressaten aufgrund der Teilnahme an der Schülernachmittagsbetreuung betrifft.

Die Erläuterung der Ziele wird nach dem Grad der Vorrangigkeit, also der Kombination aus zeitlicher Dringlichkeit und inhaltlicher Wichtigkeit[16], geordnet. Als in diesem Sinne wichtigstes und vorangestelltes Ziel soll hier die Verbesserung der Effizienz des Programms herangezogen werden. Die Teilnahme der Schüler an dem Programm soll sich in möglichst hohem Maße positiv auf die schulischen Leistungen auswirken. Denn mit positiven Ergebnissen einer diesbezüglich ausgerichteten Erhebung lässt sich der Anspruch auf finanzielle Unterstützung und somit die Weiterführung des Angebots legitimieren. Kategorisch fällt dieser Bereich in die Erfolgskontrolle, da hier beispielsweise „Erfolg und Misserfolg auf der fachlichen […] Ebene“[17]sichtbar gemacht wird.

Des Weiteren ist als Ziel die Selbstständigkeit der Schüler zu nennen, beziehungsweise die wachsende Unabhängigkeit der Adressaten von Hilfestellungen durch die Betreuungspersonen. Des Weiteren gilt als Ziel die Ausbildung der sozialen Kompetenz der Schüler, welche im weiteren Verlauf der Eingrenzung und Operationalisierung verdeutlicht wird.

[...]


[1]Vergleiche König 2007, S.27ff.

[2]Ebenda, S.41

[3]Ebd.

[4]Ebd.

[5]Vgl. ebd., S.61ff.

[6]Nachbarschaftshilfe 2011 a

[7]Ebd.

[8]Ebd.

[9]Nachbarschaftshilfe 2011 b

[10]Vgl. ebd.

[11]Ebd.

[12]Vgl. König 2007, S.63

[13]Vgl. ebd., S.159

[14]Vgl. ebd., S.64f.

[15]Vgl. Nachbarschaftshilfe 2011 a, Nachbarschaftshilfe 2011 b

[16]Vgl. König 2007, S.67

[17]Ebd., S.64

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656374824
ISBN (Buch)
9783656376187
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v209728
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,3
Schlagworte
Evaluation Selbstevaluation Soziale Arbeit Joachim König König Nachbarschaftshilfe Schülerbetreuung Hausaufgabenbetreuung

Autor

  • Autor: undefined

    Dominik Amersdorffer (Autor)

    2 Titel veröffentlicht

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Titel: Selbstevaluation in der Schülernachmittagsbetreuung. Eine Darstellung nach Joachim König