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Chinas Rolle in Zeiten der Globalisierung

Facharbeit (Schule) 2012 19 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Gliederung

1. China und die Globalisierung

2. Definition der Globalisierung, historische Entwicklung und Folgen

3. Einordnung Chinas in Globalisierungsprozess seit den 80-ern

4. Rolle und Mitwirken Chinas an der Globalisierung der Gegenwart

5. Beispiel der Globalisierung an einer chinesischen Firma (Li & Fung)

6. Fazit und Ausblick in die Zukunft

1. China und die Globalisierung

„China wird zum zweitgrößten Pharmamarkt der Welt“ [i], „Chinas Unternehmen streben nach Europa“[ii], „Evonik setzt auf asiatische Märkte“[iii], „Weltbank: China strebt an die Spitze“[iv]

Ein Auszug von Schlagzeilen aus der Frankfurter Allgemeine im Februar 2012 über China. Das Reich der Mitte ist als ein fernes Land im Osten zu einem der wichtigsten Länder der Welt geworden. Sei es als Exportland, günstiger Produzent oder politische Macht. Die größten Gewinne werden im fernen Osten erzielt und jedes größere Unternehmen sieht sich gezwungen die Fertigung nach Asien zu verlagern um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Welt ist vernetzter und dadurch ein Stück kleiner geworden. Von all dem profitierte China am meisten und steht nun als Land mit dem zweitgrößten Bruttoinlandsprodukt [v] und einer Bevölkerung von ca. 1,3 Milliarden Menschen [vi] an der Spitze der mächtigsten und größten Länder.

In dieser Facharbeit wird untersucht, wie China diesen „Sprung nach vorn“ schaffte. Maßgeblich zu diesem Prozess hat die Globalisierung beigetragen.

Um die Globalisierung verstehen zu können, muss man zuerst nach den Ursachen suchen. Aus diesen kann man auf die Bedeutung der Globalisierung schließen und erklären, auf welche Weise sie ihre Wirkung hat. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Wirkung der Globalisierung auf China gelegt.

Wie auch die Globalisierung entwickelte sich China in derselben Zeit weiter. Wie und auf welche Weise wird ab den 1980-ern beleuchtet. Mit dem Wissen über Globalisierung und China kann man nun sich der heutigen Rolle Chinas in der Globalisierung widmen. Bei dieser Aufgabe bietet es sich an, diese Rolle an einem konkreten Beispiel einer chinesischen Firma zu erläutern.

Abschließend versuche ich eine Prognose zu geben, wie sich China in den nächsten Jahren entwickeln wird und welche Rolle China in der Zukunft zugeteilt wird. Wird China in den kommenden Jahren weiter wachsen oder ist der Zenit schon erreicht?

2. Definition der Globalisierung, historische Entwicklung und Folgen

Bevor detailliert auf die Globalisierung eingegangen wird, erfolgt eine Definition:

„Globalisierung ist ein komplexer Begriff für mehrere zusammenhängende, aber

unterschiedliche Strukturveränderungen des internationalen Systems aufgrund einer vertieften weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung, Spezialisierung, Integration und Vernetzung, einer zunehmenden politischen Interdependenz sowie einer verstärkten kulturellen Durchdringung von bislang national geprägten Gesellschaften.“[vii]

Nach dieser Definition ist die Globalisierung auf weite Teile des Lebens wirksam. Und so verhält es sich auch: Jeder Bereich in unserem Leben wird beeinflusst durch die Globalisierung. Sei es die Arbeit, die Kleidung, die Lebensmittel oder gesellschaftliche Strukturen. Alles unterliegt der Globalisierung und wir gestalten selber die Globalisierung mit, indem wir Produkte aus anderen Ländern kaufen, Aktien erwerben oder beruflich selber im Ausland bzw. für das Ausland tätig sind.

Interessant ist auch die Frage nach den Ursachen.

Nachdem Zweiten Weltkrieg herrschte der Kalte Krieg zwischen der USA und der Sowjetunion. Dabei verhängten die beiden Staaten Embargos, die den Import von Waren des jeweiligen Gegners verboten.

Erst mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90 und der folgenden Auflösung der Embargos seitens der Amerikaner und Sowjets, konnten

alle Staaten weltweit exportieren und importieren. Insbesondere die Entstehung von Demokratien in den Ostblockstaaten brachte zahlreiche Verbesserungen wie die Einräumung der Menschenrechte, zum Beispiel die Presse- und Meinungsfreiheit sowie das Recht auf Freizügigkeit. Das Freizügigkeits- Recht trägt zum demografischen Wandel bei. Dadurch kann der Arbeitnehmer einen überregionalen Arbeitsplatz annehmen, da sich ihm die Option bietet in die Nähe des Arbeitsplatzes zu ziehen.

Ein weiterer Faktor war der Wechsel von der Zentralverwaltungswirtschaft zur freien Markwirtschaft, welcher zur Privatisierung der Wirtschaft führte und einer Erhöhung des internationalen Konkurrenzkampfes.

Mit dem Verlauf wurden die Zölle gesenkt, um den Export zu fördern. Auch die EU schuf ihren Beitrag, indem die Grenzen geöffnet wurden und eine einheitliche Währung eingeführt wurde.

Des Weiteren stieg die Mobilität und Erreichbarkeit der Menschen durch das Internet, Computer und Smartphones. Früher dauerte es zwei Tage bis ein Brief sein Ziel erreicht hatte. Heutzutage kann man über die ganze Welt in Echtzeit Nachrichten schreiben und telefonieren. Dabei ist man jederzeit erreichbar, da man das Telefon jederzeit mit sich trägt.

Eine weitere Ursache ist die Verlängerung der Transportwege bei gleichzeitiger Beschleunigung der Transportgeschwindigkeit.

Der Ausbau von Straßen- und Bahnnetz sowie Einsatz von Frachtschiffen und

-flugzeugen macht die Logistik schneller und günstiger. Durch die Ausbreitung des Internets kann mittlerweile Kommunikation in Echtzeit erfolgen. Überdies wurde die Standortabhängigkeit geringer. Geschäfte können mittlerweile von jedem Punkt der Erde abgehandelt werden. Die Ursachen finden sich nicht nur im technologischen Fortschritt.

Die Folgen der Globalisierung für die Welt sind die Verlagerung von Produktionsstandorten in das Ausland (Outsourcing). Das hat den Vorteil einer billigeren Produktion, die sich im Preis niederschlägt und von der letztendlich auch der Verbraucher profitiert. Dagegen spricht jedoch wie diese billigen Produktionskosten geschaffen werden. Zum Beispiel lässt der chinesische Zulieferer Foxconn [viii] die im Durchschnitt 19- bis 20- jährigen Arbeiter 12 Stunden in Akkordarbeit täglich unter schlechtesten Arbeitsbedingungen für die Fertigung des iPad arbeiten[ix], damit später Apple diese jeweils für ca. 600€ verkaufen kann.

Ein generelles Problem ist die Arbeitsplatzrationalisierung. Da Kapitalismus und Globalisierung einhergehen, ist es immer ein Ziel die Kosten zu drücken. Das erreicht man mittels Lohndumping und Ersetzung der Arbeitskräfte durch leistungsfähigere Maschinen. Aufgrund des Konkurrenzkampfes müssen die anderen Firmen nachziehen, um auch wettbewerbsfähig zu bleiben und entlassen schlussfolgernd hiesige Arbeitskräfte und verlagern auch die Produktion in andere Länder.

[...]


[i] „China wird zum zweitgrößten Pharmamarkt der Welt“, FAZ; Nr. 46, 23.02.12, S.15 (siehe Anhang)

[ii] „Chinas Unternehmen streben nach Europa“, FAZ; Nr. 38, 14.02.12, S.09 (s. A.)

[iii] „Evonik setzt auf asiatische Märkte“, FAZ; Nr. 48, 25.02.12, S.18 (s. A.)

[iv] „Weltbank: China strebt an die Spitze“, FAZ; Nr. 40, 28.02.12, S.10 (s. A.)

[v] http://www.google.de/publicdata/explore?ds=d5bncppjof8f9_&met_y=ny_gdp_mktp_cd&idim=country:CHN&dl=de&hl=de&q=china+bip#!ctype=c&strail=false&bcs=d&nselm=s&met_c=sp_pop_totl&scale_c=lin&ind_c=false&met_y=ny_gdp_mktp_cd&scale_y=lin&ind_y=false&idim=country:CHN&ifdim=country&hl=de&dl=de (Stand: 25.02.12; 16:58)

[vi] http://www.google.de/publicdata/explore?ds=d5bncppjof8f9_&met_y=ny_gdp_mktp_cd&idim=country:CHN&dl=de&hl=de&q=china+bip#!ctype=c&strail=false&bcs=d&nselm=s&met_c=sp_pop_totl&scale_c=lin&ind_c=false&met_y=sp_pop_totl&scale_y=lin&ind_y=false&idim=country:CHN&ifdim=country&hl=de&dl=de (Stand: 25.02.12; 16:59)

[vii] „Globalisierung – eine Begriffsklärung“ (07.12.06), URL: www.fes-online-akademie.de/download.php?d=begriffsklaerung.pdf (Stand: 12.04.12 ), zitiert nach Brockhaus, 21. Auflage, 2005

[viii] vgl. Ben Schwan: „Inspektion deckt Missstände bei Apple-Auftragshersteller Foxconn auf“ (30.03.12), URL: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Inspektion-deckt-Missstaende-bei-Apple-Auftragshersteller-Foxconn-auf-1487122.html (Stand: 30.03.12)

[ix] vgl. Hannes Koch: „Hier herrschen Befehl und Gehorsam" (10.05.11), URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,760931,00.html (Stand: 27.03.12)

Details

Seiten
19
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656376644
ISBN (Buch)
9783656377078
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v209644
Institution / Hochschule
Gustav-Hertz-Gymnasium Leipzig
Note
14
Schlagworte
China Globalisierung Wirtschaft Outsourcing

Autor

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