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Formen und Vor- und Nachteile des Crowdsourcing

Die Nutzung der Energie von Beitragswilligen

Hausarbeit 2012 17 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsherkunft

3 Ausprägungsformen und Praxisbeispiele
3.1 Crowd Wisdom
3.2 Crowd Creation
3.3 Crowd Voting
3.4 Crowdfunding

4 Vor- und Nachteile von Crowdsourcing

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetquellen

1 Einleitung

Kann man sich seine Weltreise durch eine Vielzahl von fremden Menschen in einer Internetcommunity finanzieren lassen? Können Unternehmen für Produktinnovationen tatsächlich die breite Masse im Internet nutzen? Auf diese und weitere Fragen gibt die vorliegende Arbeit Antworten. Denn tatsächlich haben vor allem immer mehr Unternehmen erkannt, dass man über das Internet eine Masse von Menschen erreichen kann. Hinter diesen Trend verbirgt sich der Begriff Crowdsourcing.

Um nun die Potentiale von Crowdsourcing zu erkennen und richtig einzusetzen, sollte zunächst verstanden werden, was hinter dem Begriff steckt. Demnach beschäftigt sich die vorliegende Arbeit zuerst mit dem Begriff und den Grundlagen von Crowdsourcing. Im weiteren Verlauf beschreibt die Arbeit die Ausprägungsformen mit Praxisbeispielen und stellt die Vor- sowie Nachteile beim Einsatz von Crowdsourcing vor. Abschließend fasst die Hausarbeit die wichtigsten Aspekte von Crowdsourcing zusammen und wird einen kurzen Ausblick zum Thema geben.

2 Begriffsherkunft

Zum ersten Mal wurde der Begriff Crowdsourcing von Jeff Howe in dem Artikel „The Rise of Crowdsourcing“ im Wired Magazin im Juni 2006 erwähnt und wird in seinem Buch „Crowdsourcing-Why the Power of the Crowd is Driving the Future of Business”, welches 2008 erschienen ist, weiter beschrieben. Nach Howe ist Crowdsourcing: “Technological advances in everything from product design software to digital video cameras are breaking down the cost barriers that once separated amateurs from professionals. Hobbyists, part-timers, and dabblers suddenly have a market for their efforts, as smart companies in industries as disparate as pharmaceuticals and television discover ways to tap the latent talent of the crowd. The labor isn’t always free, but it costs a lot less than paying traditional employees. It’s not outsourcing; it’s crowdsourcing. “1

Demnach ist Crowdsourcing ein Prozess, in dem Freiwillige und Amateure als Quelle für Innovationen dienen. Maßgeblich für diese Entwicklung sind gesunkene Transaktions- und Produktionskosten, die es auch dem Laien ermöglicht an preisgünstige Profiausrüstung zu gelangen und diese zu benutzen.2

Im Zuge des Crowdsourcing ziehen Unternehmen für knifflige Probleme mittlerweile auch ihren Konsumenten zu Rate. So tat es auch der Schweizer Bergsportausrüster Mammut, der lange nach einer Alternative zum herkömmlichen Reißverschluss nachdachte. Die ultimative Lösung brachten erst zwei deutsche User der Ideenplattform atizo.com hervor, nachdem Mammut sich dort mit seinem Problem an die Mitglieder wandte. Die beiden Deutschen entwickelten ein Verschlusssystem, das dem von Gefrierbeuteln gleicht und laut Mammut auch kostengünstiger und effizienter als der normale Reißverschluss sei.3 Demnach wird auch Brabhams Definition von Crowdsourcing bestätigt, wonach sich die Crowd in einem Problemlösungsprozess hauptsächlich über das Internet einbringt.4

Wie grenzt sich nun Crowdsourcing von Outsourcing und Open Source ab? Der Unterschied liegt vor allem bei den Teilnehmern, respektive den Auftragnehmern. Outsourcing bezeichnet die Abgabe von Aufgaben des Unternehmens an Drittunternehmen. Das Motiv der Drittunternehmen ist finanziell und die Vorgaben durch den Auftraggeber sind sehr genau und lassen dem Auftragnehmer nur einen geringen Spielraum das Endprodukt mitzugestalten. Beim Crowdsourcing hingegen werden die Aufgaben an die breite Öffentlichkeit gestellt und im Kollektiv eine Problemlösung gefunden und mittels Online-Communties an das Unternehmen weitergeleitet. Die Motive der Teilnehmer sind zum einen Spaß und das Gefühl einen Beitrag geleistet zu haben und zum anderen finanzielle Beweggründe. Denn auch Unternehmen, die Crowdsourcing betreiben, bezahlen bei einigen Projekten ihre Teilnehmer. Hingegen richten sich Open Source Projekte an beide: an Unternehmen und an den Einzelnen. Da das Endergebnis von Open Source aber ein Allgemeingut ist und kostenlos zur Verfügung steht, hat eher der Einzelne statt ein Unternehmen ein Interesse an den Projekten mitzuwirken. Der Anreiz bei den Projekten mitzumachen ist intrinsisch, das heißt er liegt vor allem am Spaß und dem Gefühl einen ideellen Beitrag zu dem Endprodukt geleistet zu haben. Bei Open Source Projekten sind die Vorgaben für das Endprodukt sehr vage und lassen deshalb den Teilnehmern einen sehr hohen Grad an Gestaltungsspielraum. Die Software Linux, Wikipedia oder der Google Image Labeler sind zum Beispiel typische Open Source Projekte. Demnach reiht sich Crowdsourcing zwischen Outsourcing und Open Source ein.5

3 Ausprägungsformen und Praxisbeispiele

Grundsätzlich folgt das Prinzip von Crowdsourcing dem Bottom-up- Ansatz, also der Ideengenerierung durch die Crowd. Die Transaktionskosten sind aus Unternehmenssicht verschwindend gering und Crowdsourcing kann nach Gaida demnach als eine kosteneffektive Ideenfindungsmethode genutzt werden.6 Im Folgenden wird nun näher auf die verschiedenen Anwendungsbereiche des Crowdsourcing eingegangen.

3.1 Crowd Wisdom

Bei Crowd Wisdom werden die User dazu ermuntert ihr Wissen zu teilen. Es wird also im Grunde die Expertise der Crowd genutzt, um beispielsweise Ideen zu erzeugen oder ein vorhandenes Produkt zu verbessern. James Surowiecki beschäftigt sich in seinem Buch „The Wisdom of the Crowd“ aus dem Jahr 2004 näher mit dem Phänomen der Weisheit der Vielen. Nach Surowiecki sei die Meinung einer heterogenen Crowd unter bestimmten Voraussetzungen repräsentativer als die Meinung eines Einzelnen respektive eines Experten.7

In der Praxis findet Crowd Wisdom angefangen vom betrieblichen Vorschlagswesen bis hin zu Plattformen wie InnoCentive seine Anwendung. Nach Sloane nutzt InnoCentive die wissenschaftliche Expertise der User, um hochtechnische Probleme zu lösen.8 Dabei fungiert InnoCentive als Intermediär für andere Unternehmen, die auf der Plattform ihr technologisches Problem mit einer festen Lösungsprämie ausschreiben. Der Erfolg spricht dabei für sich, denn etwa ein Drittel der ausgelobten Probleme wird tatsächlich erfolgreich gelöst.9

Manchmal stellen Unternehmen aber auch ihre eigene Ideenplattform auf die Beine.

[...]


1 Vgl. http://www.wired.com/wired/archive/14.06/crowds.html, S. 1, Stand 03.Jun 2012.

2 Vgl. Unterberg in Michelis/ Schildhauer, 2012, S. 134.

3 Vgl. Gassmann/ Friesike, 2012, S. 65.

4 Vgl. http://firstmonday.org/htbin/cgiwrap/bin/ojs/ index.php/fm/rt/printerFriendly/2159/1969, S. 5, Stand 03. Jun 2012.

5 Vgl. Unterberg in Michelis/ Schildhauer, 2012, S. 139 f.

6 Vgl. Gaida, 2011, S. 93.

7 Vgl. Unterberg in Michelis/ Schildhauer, 2012, S. 138.

8 Vgl. Sloane, 2011, S. 18.

9 Vgl. Franke in Albers/ Gassmann (Hrsg.), 2011, S. 695 f.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656373346
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v209475
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Crowdsourcing Crowdfunding Crowd Voting Crowd Wisdom

Autor

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