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Indexaktien - börsengehandelte Indexfonds

Hausarbeit 2000 23 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Begriffsbestimmung eines Aktienindex
2.2. Die Bedeutung von Aktienindizes
2.3. Grundlegendes zum indexorientierten Investieren

3. Indexfonds
3.1. Definition Investmentfonds
3.2. Indexfonds als passives Investment
3.2.1. Definition Indexfonds
3.2.2. Kosten und Gebühren
3.2.3. Langfristige Entwicklung aktiver und passiver Fonds

4. Indexaktien – börsengehandelte Indexfonds
4.1. Einführung
4.2. Indexaktie versus Indexfonds
4.3. Indexaktie versus Indexzertifikat
4.4. Zusammenfassung der drei Indexanlagetypen
4.5. Aktuelle Bedeutung von Indexaktien
4.5.1. USA – „Spiders“, „Diamonds“ und „Cubes“
4.5.2. Europa – „Leaders“ im Handelssegment XTF
4.6. Wir tun alles für Ihr (unser) Geld – oder warum
Indexaktien in Deutschland fast unbekannt sind
4.7. Indexaktien und Steuern

5. Indexorientiertes Investment – Geldanlage für Jedermann ?

6. Resümee

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Aus zahlreichen Börsenzeitschriften springt es einem regelrecht entgegen: „Die 100-Prozent-Chance“, oder „Die besten Aktien für die nächsten Monate“. Es ist kaum verwunderlich, dass viele Anleger, die wenig Erfahrung mit Aktien haben, eine völlig falsche Vorstellung gewinnen. Manche dieser Neulinge sehen den Aktienkauf als Geldanlage mit hundertprozentigem Erfolg, und das auf sehr kurze Sicht. Das dem nicht so ist, wird erst bei einem Blick auf langfristige Charts klar, denn am Aktienmarkt ist unter hohen Schwankungen eine durchschnittliche Jahresrendite von zehn bis 15 % die Regel. Seit 1995 ist diese jedoch auf 30 bis 40 % p.a. gestiegen, eine Entwicklung, die sich unter keinen Umständen in die Zukunft fortschreiben lässt.[1]

Die Hausse der letzten Jahre und die übersprudelnden Geldquellen der „Erbengeneration“ haben einen regelrechten Aktienboom entfacht. Privatanleger begannen, ihr Wissen über Dividendentitel und auf ihnen basierende Finanzprodukte zu erweitern. Vor allem in der zur Zeit vorherrschenden Baisse wird vielen Anlegern klar, man kann sich nicht durch Hochrechnen vergangener Renditen reich rechnen. Wer langfristig vom Aktienmarkt profitieren möchte, muss aus einer Vielzahl von Produkten das für sich Beste heraussuchen. Aber was ist das Beste ? Welche Kriterien sind wichtig ? Welche Maßstäbe sind anzulegen ?

Bei der Beantwortung dieser Fragen, zu der diese Arbeit beitragen will, kommt man zwangsläufig auch zu den Indexanlageprodukten. Auf Struktur und Besonderheiten dieser Kapitalanlagemöglichkeiten soll hier näher eingegangen werden, um auf diesem Weg zum eigentlichen Thema „Indexaktien“ vorzustoßen.

Um dieses innovative, in Deutschland noch recht neue Finanzprodukt zu erfassen, sind einige Grundlagen erforderlich, auf die an dieser Stelle ebenfalls eingegangen werden soll.

2.Grundlagen

2.1. Begriffsbestimmung eines Aktienindex

Ein Index ist ein künstliches Gebilde, um die Entwicklung an Wertpapiermärkten darzustellen. Bei Wertpapierindizes sind neben Rentenindizes vor allem Aktienindizes die häufigste Erscheinungsform.

Ein Aktienindex stellt die gewichtete Kurs-/Performanceentwicklung ausgewählter Aktien dar.[2]

Ziel eines Aktienindex ist es, die aktuelle Börsensituation wiederzugeben und die langfristige Entwicklung der Gesamtheit der im Index enthaltenen Aktien zu dokumentieren.[3]

Entscheidend für die Aussagekraft eines Index sind die Aktien, die in ihm enthalten sind und deren Gewichtung.

Aktienindizes können Kursindizes sein, also nur die Entwicklung der Kurse einbeziehen, oder als Performanceindex konstruiert sein, d.h. ausgeschüttete Dividenden werden rechnerisch wieder in den Index und somit in die enthaltenen Aktien investiert.

Der wohl bekannteste Kursindex ist der amerikanische S&P 500, ein bedeutender Performanceindex ist der Dow Jones Euro Stoxx 50.

2.2. Die Bedeutung von Aktienindizes

Indizes versuchen die durchschnittliche Entwicklung in einer bestimmten Region und/oder einer bestimmten Branche sichtbar zu machen. Diese Entwicklung wird dann als sogenannte Benchmark verwendet, an der sich sämtliche Anleger orientieren, die in dem Markt anlegen, den der Index abbildet. Die Entwicklung des Index spiegelt somit die des Gesamtmarktes wieder.

Zur Veranschaulichung von Unterschieden auf verschiedenen Märkten (z.B. Euro-Land und USA) sind Aktienindizes ebenfalls sehr sinnvoll.[4]

Anlageprodukte, die eine höhere Rendite erzielen als der Index (in einem bestimmten Zeitraum) werden als „Outperformer“ bezeichnet, diejenigen mit gleicher Rendite sind „Marketperformer“. Produkte die den Index nicht erreichen werden „Underperformer“ genannt.

Ziel einer jeden aktiven Kapitalanlage ist es besser zu sein als der vom Index repräsentativ dargestellte Durchschnitt (=outperformen).

2.3. Grundlegendes zum indexorientierten Investieren

Indexorientiertes Anlegen ist ein Investmentansatz, der als Ziel nicht die Outperformance sondern die Marketperformance hat. Man begnügt sich also mit der Rendite, die der Gesamtmarkt abwirft. Dieser Ansatz reduziert das Risiko den Markt doch nicht zu übertreffen, auf Null, kappt jedoch auch jede Chance, ihn zu schlagen.

Indexorientiertes Anlegen wird auch als „Indexing“ oder „passives Portfoliomanagement“ bezeichnet und ist das Gegenstück zum aktiven Anlagemanagement.

Dieses aktive Portfoliomanagement bezeichnet die Strategie, Aktien, die man aus bestimmten Gründen für unterbewertet hält, zu kaufen, abzuwarten, bis die Börse einen, nach diesen bestimmten Kriterien, fairen Preis bietet, und dann wieder zu verkaufen.

Passives Anlagemanagement macht dagegen keinerlei Versuche, diese unterbewerteten Titel zu erkennen, sondern es kauft den Markt in Form des Indexes, respektive der im Index enthaltenen Aktien, und begnügt sich somit mit der durchschnittlichen Marktrendite.[5]

Diese Form der Finanzanlage hat interessante Vorteile gegenüber dem „herkömmlichen Aktivismus“, weshalb es auch mehrere Finanzprodukte gibt, die sich mit dem Indexing beschäftigen.

3. Indexfonds

3.1. Definition Investmentfonds

Ein Fonds wird von einer Kapitalanlagegesellschaft (=KAG) emittiert und verwaltet. Diese KAG legt das ihr zur Verfügung gestellte Kapital als Sondervermögen nach dem Grundsatz der Risikomischung in verschiedenste renditeträchtige Investments an.[6]

Der Anleger erhält vom Fonds für sein eingesetztes Kapital Investmentzertifikate, die seinen Anspruch auf einen Teil des Sondervermögens der KAG verbriefen.

Investmentfonds können offen (Open-End-Funds) oder geschlossen (Closed-End-Funds) sein, d.h. sie geben entweder je nach Wunsch Zertifikate aus und nehmen sie auch zurück, oder sie geben eine bestimmte Anzahl von Zertifikaten aus, beenden die Ausgabe und nehmen bis zu einem vorbestimmten Termin auch keine wieder zurück.[7]

Die hier relevanten Aktienfonds sind i.d.R. offene Fonds.

[...]


[1] vgl. http://www.indexinvestment.de/ - Fortgeschrittene - 14. Was tun, wenn der Börsen-Crash da
ist ?

[2] vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (elektronische Version), 1993; Stichwort: „Aktienindex“

[3] vgl. Wolfgang Grill, Hans Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 33. Auflage, 2000;
S. 270-271

[4] vgl. Wolfgang Grill, Hans Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 33. Auflage, 2000;
S. 270-271

[5] vgl. http://www.indexinvestment.de/ - Grundlagen - 1. Was ist indexorientiertes Investieren ?

[6] vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (elektronische Version), 1993; Stichwort: „Investmentfonds“

[7] vgl. Wolfgang Grill, Hans Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 33. Auflage, 2000;
S. 245-248

Details

Seiten
23
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638112888
ISBN (Buch)
9783638637701
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2092
Institution / Hochschule
Hochschule Schmalkalden, ehem. Fachhochschule Schmalkalden – Fachbereich Wirtschaft
Note
1,3
Schlagworte
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