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Gesetzliche Vorgaben für die Gliederung des Jahresabschlusses

Hausarbeit 2012 14 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gliederungsgrundsätze nach Größenklassen
2.1 Kapitalgesellschaften
2.1.1 Kleine Kapitalgesellschaften
2.1.2 Mittelgroße und Große Kapitalgesellschaften
2.2 Konzerne

3. Gliederung des Jahresabschlusses
3.1 Bilanz
3.2 Gewinn- und Verlustrechnung
3.3 Anhang
3.4 Lagebericht
3.5 Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Segmentberichterstattung

4. Gliederungsgrundsätze nach Rechtsformen
4.1 Handelsgesetzbuch
4.1.1 Personenhandelsgesellschaften und Einzelkaufleute
4.1.2 Kleine, Mittelgroße und Große Kapitalgesellschaften
4.1.3 Konzerne
4.2 Publizitätsgesetz

5. Schluss

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In Zeiten der Finanzkrise haben es Unternehmen aller Größenordnungen schwer, sich sowohl am nationalen als auch am internationalen Markt zu behaupten. Dies bedarf guter Planung und ausreichendem Controlling. Wie eine Studie der Universität Mannheim ergab, geht eine Vielzahl von Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand auf fehlendes Controlling zurück[1]. Um solchen finanziellen Schwierigkeiten vorzubeugen stellt neben zahlreichen Controllinginstrumenten der Jahresabschluss ein effektives Überwachungs- und Informationswerkzeug dar. Mit Hilfe der Aufstellung eines Jahresabschlusses können Unternehmen nicht nur eventuelle finanzielle Schwierigkeiten kontrollieren, sondern unter anderem auch ihren ausschüttungsfähigen Gewinn feststellen[2].

Da in Jahresabschlüssen alle Geschäftsvorfälle eines Geschäftsjahres erfasst werden[3], eignet er sich nicht allein als Informationsträger für die Unternehmen selbst, sondern auch für externe Personen[4]. Somit ist eine jährliche Kontrolle der Unternehmensfinanzen gewährleistet und eventuell eintretende Engpässen oder Fehlkalkulationen können frühzeitig erkannt und diesen gegebenenfalls vorgebeugt werden[5]. Sowohl das Handelsgesetzbuch als auch das Publizitätsgesetz befassen sich ausführlich mit der Gliederung von Jahresabschlüssen und verschiedenen Abstufungen, nach denen Unternehmen in Größenklassen gegliedert werden und folglich ihre Jahresabschlüsse vorzulegen haben.

Um über die gesetzlichen Vorgaben für die Gliederung von Jahresabschlüssen einen Überblick zu verschaffen, wird in Kapitel 2 Gliederungsgrundsätze nach Größenklassen die Untergliederung in verschiedene Größenklassen nach dem HGB beleuchtet, welche für dieses Thema von großer Wichtigkeit ist. Anschließend werden in Kapitel 3 Gliederung des Jahresabschlusses kurz die einzelnen Bestandteile eines Jahresabschlusses aufgeführt, um in Kapitel 4 Gliederungsgrundsätze nach Rechtsformen die Unterschiede zwischen Handelsgesetzbuch und Publizitätsgesetz bezgl. der Unterscheidung nach Größenklassen und Aufstellungspflichten aufzuzeigen. Kapitel 5 fasst die Ergebnisse noch einmal kurz zusammen und bildet den Abschluss der Arbeit.

2. Gliederungsgrundsätze nach Größenklassen

2.1. Kapitalgesellschaften

2.1.1 Kleine Kapitalgesellschaften

Anfangs soll nun ein Überblick gegeben werden, nach welchen Größenklassen Unternehmen laut Handelsgesetzbuch untergliedert werden. In dieser Arbeit kann lediglich nach den groben Größenklassen unterteilt werden, die das HGB vorgibt; einzelne Unternehmensformen der jeweiligen Größenklassen finden keine weitere Beachtung.

Neben Personenhandelsgesellschaften und Einzelkaufleuten, deren Eigenschaften in diesem Kapitel nicht näher beleuchtet werden, trifft das HGB folgende Eingränzungsmerkmale für Kapitalgesellschaften. Zur Kategorie der kleinen Kapitalgesellschaften zählen solche Unternehmen, die zwei der drei folgenden Merkmale in zwei Jahre nacheinander an den Abschlussstichtagen erreichen[6]. Die Bilanzsumme darf 4,84 Mio. € nicht überschreiten, die Umsatzerlöse der vergangenen zwölf Monate vor dem Abschlussstichtag dürfen nicht höher sein als 9,68 Mio. € und die Zahl der Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt erreicht höchstens fünfzig[7]. Werden diese Kennzahlen erreicht bzw. unterschritten, gilt ein Unternehmen laut HGB als kleine Kapitalgesellschaft.

2.1.2 Mittelgroße und Große Kapitalgesellschaften

Um mittelgroße Kapitalgesellschaften von großen Kapitalgesellschaften abgrenzen zu können, wurden Grenzbeträge, bzw. -zahlen angesetzt. Die Grenzen zwischen mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften liegen bei einer Bilanzsumme von 19,25 Mio. €, einem Umsatz von 38,50 Mio. € und einer durchschnittlichen Angestelltenzahlen von 250[8]. Auch hier gilt wieder der Grundsatz, dass zwei dieser drei Merkmale in zwei aufeinanderfolgenden Jahren eingehalten werden müssen[9].

2.2 Konzerne

Im Gegensatz zu den großen, kleinen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften, die in der vorangegangenen Aufstellung als Einzelunternehmen zu betrachten sind, stellen Konzerne Verbindungen zweier oder mehrerer solcher rechtlich selbstständiger Unternehmen dar[10]. Wirtschaftlich sind diese Unternehmen von einem Mutterunternehmen abhängig, somit bleibt diesen Unternehmen zwar ihre rechtliche Selbständigkeit erhalten, sie verlieren jedoch ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit[11].

3. Gliederung des Jahresabschlusses

3.1 Bilanz

Ein Jahresabschluss wird generell von Unternehmen aufgestellt, um durch den rechnerischen Abschluss einen Überblick über die Ausgangslage für das neue Geschäftsjahr zu erlangen, indem das Vermögen und die Schulden des Unternehmens gegenübergestellt werden[12]. Obwohl zur Aufstellung eines Jahresabschlusses viele Schritte gehören, wie beispielsweise die Inventur, wird sich diese Arbeit auf die im Folgenden aufgelisteten Bestandteile beschränken. Welche der im Folgenden aufgeführten Bausteine eines Jahresabschlusses für die Aufstellungen der jeweiligen Unternehmen vorgeschrieben sind, hängt von den bereits betrachteten Größenklassen der Unternehmen sowie der angewandten Rechtsformen ab und wird in Kapitel 4 genauer beleuchtet.

Den Anfang eines Jahresabschlusses bildet immer die Bilanz, die das Vermögen und das Kapital eines Unternehmens systematisch gegenüberstellt[13]. Zusammen mit der GuV, welche im nächsten Abschnitt behandelt wird, bildet sie den Mantel des Jahresabschlusses[14]. Die Bilanz stellt eine Zeitpunktrechnung dar[15], die in Kontoform aufzustellen ist[16] und dem Grundsatz der Kontinuität ihrer Gliederung unterliegt[17]. Im Rahmen der Bilanz werden das Vermögen auf der Aktivseite und das Kapital des Unternehmens auf der Passivseite gegenübergestellt; hierbei stellt das Vermögen die dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Mittel dar, das Kapital gibt die Herkunft der Mittel an[18]. Die detaillierte Aufstellung der Aktiv- und Passivseite nach HGB § 266, Abs. 2-3 wird hier nicht näher aufgezeigt.

3.2 Gewinn- und Verlustrechnung

Den zweiten Teil des Jahresabschlusses bildet die Gewinn- und Verlustrechnung, welche als Zeitraumrechnung auftritt[19]. Hier werden die Erträge und Aufwendungen eines jeden Jahres gegenübergestellt und so der Jahresüberschuss oder Fehlbeträge ermittelt[20]. Die GuV kann in Staffelform oder in Kontenform[21] entweder nach dem Gesamtkostenverfahren oder nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt werden, welche sich hinsichtlich der Form ihrer aufzustellenden Posten unter dem Punkt des Betriebsergebnisses unterscheiden[22]. Auf Grund ihrer teilweise abweichenden Posten eignet sich das Umsatzkostenverfahren besser für marktorientierte Unternehmen, da es intern leichter verständlich ist, für externe Parteien hingegen undurchsichtiger konzipiert ist; zudem können damit Produktgruppen, Verkaufsgebiete und Kundengruppen analysiert werden, was den Unternehmen einen weiteren Vorteil im Vergleich mit dem vorher beschriebenen Verfahren einbringt[23].

3.3 Anhang

Nachdem die essentiellen Bestandteile des Jahresabschlusses beleuchtet wurden, wird nun auf den zusätzlich für Kapitalgesellschaften anzufertigenden Anhang zum Jahresabschluss eingegangen[24], welcher zusammen mit der Bilanz und der GuV eine Einheit ergibt[25]. Die in der Bilanz und der GuV aufgelisteten Posten werden mit Hilfe des Anhangs genauer erläutert und detaillierter ausgeführt, was für eine Bilanzanalyse von Wichtigkeit ist[26].

Laut §§ 284 und 285 HGB muss der Anhang neben den bereits erwähnten ergänzenden Informationen zur Bilanz und der GuV unter anderem Angaben über allgemeine Grundsätze der Bilanzierung, Bewertung und Währungsumrechnung machen; zudem werden Informationen zum Aufsichtsrat und dem Vorstand, bzw. der Geschäftsführung des Unternehmens erwartet[27].

[...]


[1] Universität Mannheim

[2] Vollmuth, S. 21

[3] Hutzschenreuter, S. 330

[4] Buchholz, S. 5

[5] Heesen, Gruber, S. 22

[6] HGB, §267 Abs. 4

7 Schildbach, S. 74

8 Ebd.

9 HGB, §267 Abs. 4

[10] Buchholz, S. 153

[11] Ebd.

[12] Heesen, Gruber, S. 22

13 Hutzschenreuter, S. 330

14 Buchholz, S. 12

15 Vollmuth, S. 112/113

16 HGB, § 266 Abs. 1

17 HGB, §265 Abs. 1

[18] Hutzschenreuter, S. 331

[19] Vollmuth, S. 112/113

[20] Hutzschenreuter, S. 335

[21] Vollmuth, S. 113

[22] HGB, §275 Abs. 2 – 3

[23] Vollmuth, S. 119

[24] HGB, §264 Abs. 1

[25] Hutzschenreuter, S. 330

[26] Vollmuth, S. 121

[27] HGB, §§ 284, 285

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656364290
ISBN (Buch)
9783656364825
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v208988
Institution / Hochschule
AKAD-Fachschule München
Note
1,0
Schlagworte
gesetzliche vorgaben gliederung jahresabschlusses

Autor

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