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Selbstbild und Berufsverläufe von Absolvent/innen der Europäischen Ethnologie

Eine empirische Erhebung. Durchgeführt unter den Absolvent/innen des Innsbrucker Instituts für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Jahrgänge 1979-2009.

Magisterarbeit 2012 97 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung
3.1. Sample
3.2. Methodik

4. Selbst- und Fremdwahrnehmung der Absolvent_innen für Europäische Ethnologie

5. Von der "Uni" in den Arbeitsmarkt

6. Beschäftigungsmöglichkeiten für Absolvent_innen der Europäischen Ethnologie

7. Geschlechtsspezifische Berufs- und Karriereverläufe

8. Fazit und Abschließende Betrachtungen

9. Literatur- und Abbildungsverzeichnis
9.1. Literaturverzeichnis
9.1.1. Literatur
9.1.2. Weiterführende Literatur
9.1.3. Internet
9.2. Abbildungsverzeichnis
9.2.1. Tabellenverzeichnis
9.2.2. Verzeichnis aller aufgeführten Diagramme

10. Die Ergebnisse der Erhebung

1. Vorwort

Es gehört wohl einiges an „Offenheit“ dazu, seinen Kinder in Zeiten, in denen wir nichtunbedingt mit positiven Wirtschaftsmeldungen überhäuft werden, die Wahl des Studiumsfreizustellen. Dies umso mehr, als wir, die Folgen der letzten Wirtschaftskrise noch deutlichvor Augen, uns allem Anschein nach schon wieder geradewegs auf dem Weg in die nächsteRezession befinden. Meine Eltern, bei denen ich mich an dieser Stelle für die langjährigeUnterstützung recht herzlich bedanken möchte, haben diesen „Mut“, obwohl oder vielleichtgerade weil ihnen diese Wahl selbst nicht offenstand, aufgebracht. So musste etwa mein Vater,obwohl er viel lieber Koch geworden wäre und für einige Jahre auf einem Schiff gearbeitethätte, bereits im Alter von 15 die Hotelfachschule in Innsbruck besuchen, da er daheim einmalden väterlichen Betrieb übernehmen sollte. Meine Mutter wiederum wurde trotz ihresausgeprägten künstlerischen Talents und ihres Wunsches, einmal Grafikdesign in Wien zustudieren, auf die heimische Handelsschule in Imst geschickt. Vordergründig weil sie, wenn sieerst einmal verheiratet ist, dann mit ihrer Ausbildung ohnehin nicht mehr sehr viel anfangenkönne. Und da sei es doch besser, zumindest, wenn es nach der Meinung meiner Großelternging, sie gleich etwas „Anständiges“ lernen zu lassen. Hat sie doch auf diese Weise schoneinmal etwas in der Hand, womit sie ihren zukünftigen Ehemann tatkräftig unterstützen kann.Nun, ihre Buchhaltungskenntnisse mögen ihr sicher dabei geholfen haben, die Jahresabschlüssefür den mit meinem Vater gemeinsam geführten Betrieb zu erstellen. Ob sie darin auch ihre„berufliche Erfüllung“ gefunden hat, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Vielleicht haben sich meine Eltern ja auch deshalb dafür entschieden, mir nichtvorschreiben zu wollen, was ich zu lernen bzw. zu studieren habe. Das einzige, was ich ihnennach dem erfolgreichen Abschluss des Gymnasiums daher versprechen musste, war mirrechtzeitig darüber Gedanken zu machen, was ich nach meinem Studium einmal machenmöchte. Das war aber auch das mindeste, was sie von mir verlangen konnten. Immerhin konnteich mir ja von ihnen nicht erwarten, dass sie sich ewig um mich kümmern würden. Und ir-gendwann will man ja auch einmal auf seinen eigenen Beinen stehen und nicht mehr gleich fürjeden ausgegebenen Euro die Erlaubnis seiner Eltern einholen müssen. Ohnehin wird die Zeitbis zum Einstieg in den Beruf durch ein Studium überdurchschnittlich lange hinausgezögert.Da kann es nicht schaden, sich schon rechtzeitig ein paar Gedanken über seine berufliche Zukunft zu machen. Vielleicht hat mich ja auch das erst auf die Idee gebracht, mich näher mit dem Thema dieser Magisterarbeit zu beschäftigen.

Dies war aber auch allein schon deshalb notwendig, weil sich nur ein kleiner Teilmeiner Verwandten und Bekannten etwas unter dem, was ich da zu studieren vorhatte,vorstellen konnte. Zwar hatten die meisten von ihnen schon einmal in ihrem Leben - diemeisten wohl noch in ihrer Schulzeit - das Volkskunstmuseum in Innsbruck besucht, denwenigsten dürfte aber, als ich ihnen von meinem Wunsch erzählt habe, Europäische Ethnologiezu studieren, klar gewesen sein, worum es dabei geht. Ich musste mir daher schon im eigenenInteresse ein paar gute Argumente einfallen lassen, um meine Verwandten von der Wahl meinesStudiums zu überzeugen. So waren etwa bei Weitem nicht alle gleich von Anfang an auchdavon überzeugt, dass man mit dem in einem solchen Studium erworbenen Wissen auch einmalseinen Lebensunterhalt verdienen könnte.

Eine Skepsis, die durchaus nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, wird doch in denMedien immer noch häufig das Bild der arbeitslosen Akademiker_in verbreitet. Dabei zeigtdoch ein Bild auf die Statistik ganz deutlich, dass ein Studium immer noch der beste Schutzvor Arbeitslosigkeit und atypischer Beschäftigung ist. Zwar finden sich in den Führungsetagengroßer Unternehmen immer noch wenige Absolvent_innen eines geisteswissenschaftlichenStudiums, dieser Umstand lässt sich aber zum Teil durch den in diesen Disziplinen traditionellsehr hohen Frauenanteil erklären, was nicht bedeuten soll, dass Frauen für diese Tätigkeitenetwa weniger geeignet seien als ihre männlichen Kollegen. Es ist vielmehr, wie auch dieErfahrung zeigt, immer noch so, dass Frauen, gerade wenn es etwa um die Besetzung vonhöheren Stellen geht, ihren männlichen Kollegen häufig noch nachgezogen werden. VieleUnternehmen trauen den Absolvent_innen eines geisteswissenschaftlichen Studiums abereinfach auch nur zu wenig zu; ganz anders etwa als im Angelsächsischen Raum, wo diese inetwa die gleich guten Chancen auf einen ihrer Ausbildung entsprechenden Arbeitsplatz habenwie die Abgänger_innen von - im Vergleich dazu - stärker spezialisierten Disziplinen.

Es ist jedoch fraglich, wie lange es sich die heimischen Unternehmen noch leistenkönnen, einen so großen Teil des am Arbeitsmarkt frei verfügbaren „Humankapitals“ einfachbrach liegen zu lassen; gewinnen doch die spezifisch geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in einer Zeit, in der sich der Gesamtbestand an Wissen beinahe zu alle fünf Jahre um mehr als verdoppelt, zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus werden Absolvent_innen geisteswissenschaftlicher Studienrichtungen aufgrund ihrer häufig sehr breiten Sprach- und Kulturkenntnisse sowie der Fähigkeit, sich schnell in neue Aufgabengebiete einzuarbeiten, gerade auch von international tätigen Unternehmen gerne beschäftigt. Ein Trend, der sich durch die zunehmende internationale Verflechtung der Wirtschaft sowie die Ausdehnung der weltweiten Handelswege, in Zukunft sicher noch verstärken dürfte. So haben Absolvent_innen geisteswissenschaftlicher Studienrichtungen gerade bei international tätigen Unternehmen gute Aufstiegs- und Weiterbildungschancen. Hier kommt ihnen auch ihre Fähigkeit, über den „Rand‟ ihrer eigenen Disziplin hinaus denken zu können, zugute.

Es gibt also keinen Grund, warum sich gerade die Absolvent_innen dieserStudienrichtungen unter ihrem Wert „verkaufen“ sollten; tragen doch gerade die im Studiumerworbenen, spezifisch geisteswissenschaftlichen Kompetenzen häufig zur Lösung von bisherungelösten Problemen bei. Man sollte daher die Entscheidung für ein bestimmtes Studiumnicht ausschließlich von der derzeitigen Arbeitsmarktsituation oder den aktuellen Prognosendes AMS abhängig machen, sondern sich zunächst einmal fragen, ob denn die im Studiumvertretenen Inhalte überhaupt mit den eigenen Interessen und Begabungen übereinstimmen.Nur so ist auch garantiert, dass die Wahl eines bestimmten Studiums, etwa weil sich dieAnforderungen des Arbeitsmarktes geändert haben oder man doch viel lieber etwas anderesmachen möchte, nachher nicht bereut wird.

Abschließend möchte ich hier noch die Gelegenheit nützen, um mich bei all jenen,welche die Realisierung meiner Arbeit überhaupt erst ermöglicht haben, bedanken. Meinbesonderer Dank gilt hier insbesondere dem Betreuer meiner Magisterarbeit, Univ. Prof. DrIngo Schneider, ohne dessen tatkräftige Unterstützung sich diese Erhebung sicher um einigesbeschwerlicher gestaltet hätte. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle aber auch bei HerrnDr. Rampold, der mir nicht zuletzt dabei behilflich war, die von mir angelegte Datenbank mitden Adressen der Absolvent_innen des Innsbrucker Instituts1 für Volkskunde/Europäische

Ethnologie2auf den neuesten Stand zu bringen.3Mein besonderer Dank gilt aber auch auch all meinen Freunden und Bekannten, die mir während meines Studiums mit Rat und Tat zur Seite standen und auch in schweren Stunden den Glauben an mich nicht verloren haben. Mein Dank gilt hier insbesondere meinen Eltern, die mich während meines Studiums nicht nur finanziell, sondern auch moralisch, so gut wie es ging, unterstützten. Bedanken möchte ich mich hier aber auch ganz besonders bei meiner Großmutter. Ohne ihre finanzielle Unterstützung und die vielen aufmunternden Worte wäre es sicher nicht so leicht möglich gewesen, das Studium in der dafür zur Verfügung stehenden Zeit abzuschließen. Schließlich möchte ich mich hier aber auch noch bei all jenen bedanken, die durch ihre Teilnahme an der vorliegenden Erhebung das Zustandekommen derselben überhaupt erst ermöglicht haben.

2. Einleitung

Für viele Studierende der Europäischen Ethnologie dürfte sich wohl irgendwann imLaufe des Studiums einmal die Frage stellen, was sie danach damit anfangen können. EinUmstand, der, wenn man bedenkt, dass die Arbeitslosenquoten in diesem Bereich nichtwesentlich über denen von Abgänger_innen anderer Studienrichtungen und immer noch unterdenen von Personen mit einer vergleichbar niedrigeren Qualifikation liegen4, durchausverwundern könnte. Dennoch ist das in der Öffentlichkeit weit verbreitete Bild von der zwar„schönen“, nichtsdestotrotz aber „brotlosen Kunst“ nicht ganz aus der Luft gegriffen, wie auchdie Ergebnisse der vorliegenden Befragung zeigen. So gestaltet sich nicht zuletzt die Suchenach einem der Ausbildung entsprechenden Arbeitsplatz aufgrund der Breite der im Studiumerworbenen Qualifikationen und der nur schwachen disziplinären Ausrichtung auf einenbestimmten Tätigkeitsbereich für viele Absolvent_innen der Europäischen Ethnologie alsschwer. Ist der Berufseinstieg jedoch erst einmal geschafft, so fällt es den Absolvent_innen der

Europäischen Ethnologie für gewöhnlich nicht schwerer, sich an ihrem Arbeitsplatz zu behaupten, als den Abgänger_innen irgendwelcher anderer Studienrichtungen auch.5

Dies mag auch daran liegen, dass es den Absolvent_innen der Europäischen Ethnologieaufgrund der Breite der im Studium erworbenen Qualifikationen leichter als denAbgänger_innen von stärker spezialisierten Studienrichtungen fällt, über die Grenzen ihrereigenen Fachdisziplin hinauszudenken und sich somit auch schneller in für sie bis dahinunbekannte Sachverhalte einzuarbeiten. Eine Eigenschaft, die von Personalentscheider_innenauch Abgänger_innen anderer geisteswissenschaftlicher Studienrichtungen durchauszugesprochen wird. In der „Breite“ und „relativen Offenheit“ der Geisteswissenschaftengegenüber anderen Disziplinen liegt aber auch schon die größte „Schwäche‟ der unter diesemBegriff zusammengefassten Studienrichtungen. So fällt es den Absolvent_innen dieserStudienrichtungen häufig sehr schwer, die zukünftige Arbeitgeber_in von den eigenenQualitäten zu „überzeugen“. Um nichts anderes geht es aber in den in vielerlei Hinsicht anmoderne „Verkaufsgespräche‟ erinnernden „Vorstellungsgesprächen“. Auch hier soll einepotenzielle „Käufer_in“, nämlich die zukünftige Arbeitgeber_in, von den „Vorteilen“ des„eigenen Angebots“ überzeugt werden, wobei es manchmal zweckdienlich, wenn nicht garunumgänglich sein kann, das „eigene Produkt“ über dem eigentlichen „Marktwert‟ zuverkaufen.

Treffend trägt dann auch ein Tagungsband der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde,der sich mit „Selbstvermarktungsstrategien“ von freiberuflich tätigen Volkskundler_innen undKulturwissenschaftler_innen beschäftigt, den Titel „Die Volkskunde zu Markte tragen“6.Angesichts der Aktualität des Themas, insbesondere in Zeiten einer sich zunehmendverschärfenden Arbeitsmarktsituation, verwundert es einen dann doch ein wenig, dass bishernicht mehr Arbeiten, die sich explizit mit dem beruflichen Verbleib von Absolvent_innen derEuropäischen Ethnologie beschäftigen, erschienen sind. Ein Grund hierfür mag die starkeBetonung qualitativer Forschungsansätze in der geisteswissenschaftlichen Forschung sein.Diesem Umstand will die vorliegende Magisterarbeit mit einem „Mix“ aus offenen, halb

offenen und geschlossenen Fragen begegnen. Dabei kann sie auf eine, wenn auch nicht allzu große Anzahl von bereits geleisteten Vorarbeiten7zu diesem Thema sowie auf die aktuellen Erhebungen des Arbeitsmarktinstituts8zurückgreifen.

Besonders möchte ich hier auf eine in diesem Jahr bereits in 2. Aufl. erscheinendeVerbleibstudie des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität in Berlinverweisen.9 Mehr dem Fachverständnis sowie der Studiensituation an den verschiedenendeutschsprachigen Instituten ist ein vom Seminar für Volkskunde an der Universität Münsterherausgegebener Sammelband gewidmet.10 Wer sich über die verschiedenenTätigkeitsbereiche, in denen die Studierenden der Europäischen Ethnologie nach ihremStudium unterkommen, ein genaues Bild machen will, der ist mit dem vom Institut fürKulturanthropologie an der Universität Frankfurt veröffentlichten Sammelband „Kultur alsBeruf“ gut beraten.11 Auch für Absolvent_innen anderer geisteswissenschaftlicherStudienrichtungen nicht uninteressant dürften die von Bettina Beer u. a. im Sammelband„Berufsorientierung für Kulturwissenschaftler“ gesammelten Erfahrungsberichte sein.12

Schließlich möchte ich in diesem Zusammenhang noch auf eine an der UniversitätWien durchgeführte Absolventenbefragung verweisen.13 Aufschlussreich ist diese Erhebungvor allem deshalb, weil sie als Grundlage für die Ausarbeitung der neuen Bachelor- undMasterstudiengänge am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien verwendet wurde.14 Im Unterschied zu anderen Absolventenbefragungen geht die in Wien durchgeführteErhebung aber auch stärker auf den sozialen Hintergrund der befragten Absolvent_innen ein.So werden diese etwa nach dem höchsten erreichten Schulabschluss ihrer Eltern, wobei hiernoch einmal zwischen dem Schubschluss der Mütter und der Väter unterschieden wird, befragt.In Kombination mit anderen demographischen Daten wie der geographischen Herkunft derbefragten Absolvent_innen lassen sich so etwa Aussagen über deren schicht- undbildungsmäßige Zugehörigkeit treffen. Leider unterlässt es die Wiener Verbleibstudie dann aberauch die Absolvent_innen nach ihrer derzeitigen Einkommenssituation zu befragen, so dasssich nur schwer sagen lässt, ob sich durch das Studium die soziale Situation, gerade auch deraus eher bildungsferneren „Schichten“ stammenden Absolvent_innen, verändert hat.15

Es gibt wohl nur wenige Begriffe, die auf eine derart schillernde Karriere verweisenkönnen wie der der „Kultur“. Dies zeigt sich nicht nur an der Umbenennung der vielen vormalsrein sprach- bzw. literaturwissenschaftlichen Disziplinen, die sich nun alle - gleichsam ineinem gemeinsamen Kraftakt - dem Begriff der Kultur verschrieben haben, sondern auch undvor allem an der Zuwendung der unter diesem Begriff vereinten Wissenschaften zu neuen, vorallem massen- und breitenkulturellen Phänomenen. Für die Studierenden der EuropäischenEthnologie ergibt sich daraus die Notwendigkeit, sich bereits während des Studiums auf einennach Möglichkeit nicht allzu großen Tätigkeitsbereich zu spezialisieren. Gerade Letzteres fälltihnen aber aufgrund der Breite der im Studium behandelten Themen sowie der großen Vielzahlder sich daraus ergebenden beruflichen Möglichkeiten zunehmend schwerer. Damit verstehtsich die vorliegende Arbeit nicht zuletzt auch als praktische Handreichung, welche denStudierenden die Orientierung an einem immer unübersichtlicheren, weil sich raschwandelnden, Arbeitsmarkt erleichtern soll.

Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung

3. Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung

3.1. Sample

Im Unterschied zu vielen anderen Instituten im deutschsprachigen Raum dürfen dieAdressen der Absolvent_innen des Innsbrucker Instituts allein schon aus datenschutzrechtli-chen Gründen in keinem zentralen Register verzeichnet werden. Zwar verfügt die Universitäts-bibliothek über eine Auflistung aller der am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologieseit den frühen achtziger Jahren verfassten Diplomarbeiten und Dissertationen16. Allerdings istes hier bei Namensänderungen wie insbesondere nach Heiraten häufig sehr schwer, die aktuelleAnschrift einer bestimmten Person heraus zu finden, da die Mädchennamen ja nur in den sel-tensten Fällen von den gängigen Internet-Suchmaschinen erfasst werden. Damit gestaltete sichdie Suche nach den für diese Erhebung erforderlichen Informationen von Anfang an sehrschwer.17 Ich war daher sehr dankbar, als sich auf Anfrage meines Betreuers Herr Joseph Ram-pold, langjähriger Mitarbeiter des Tiroler Landeskonservorats und selbst einer derAbsolvent_innen unseres Instituts, bereit erklärt hat, mir beim Vervollständigen meiner Listezu helfen. Da Herr Rampold selbst erst vor Kurzem ein Treffen mit den Ehemaligen unseres In-stituts organisiert hat und mit vielen von ihnen auch persönlich im Kontakt steht, war es für ihnein Leichtes, mir beim Komplettieren meiner Liste zu helfen.

Auf diese Weise konnten von den 96 Absolvent_innen, die im Zeitraum von 1979 bis2009 ihr Studium an der Leopold-Franzens-Universität abgeschlossen hatten, die Adressen voninsgesamt 68 Absolvent_innen ermittelt werden. Diese wurden Mitte November 2011 mit derBitte, sich an der Befragung zu beteiligen, postalisch angeschrieben. Dem Schreiben war einBrief von Univ. Prof. Ingo Schneider beigelegt, in der Hoffnung, auf diese Weise einen mög-lichst hohen Rücklauf zu erzielen. Es dauerte keine 14 Tage, bis die ersten ausgefüllten Frage-bögen mit der Post retourniert wurden. Bis zum vorläufigen Abschluss der Erhebung sollten je-doch noch gut drei weitere Monate vergehen. Am Ende waren es dann 32 mehr oder wenigervollständig ausgefüllte Fragebögen, die auf diese Weise zustande kamen. Drei weitere Fragebö- Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung gen wurden retourniert, nachdem die Empfänger derselben noch einmal persönlich darauf angesprochen wurden. Und in lediglich zwei Fällen wurde ein Fragebogen, dessen Empfänger nicht eruiert werden konnte, zurückgesandt, was den Schluss nahe legt, dass wir mit den von uns ermittelten Adressen gar nicht einmal so falsch lagen.

Da sich mit der postalischen Befragung18für gewöhnlich jedoch ohnehin nicht eine so hohe Rücklaufquote wie bei anderen Formen der Erhebung erzielen lässt, sind wir mit den hier erreichten 55%19durchaus zufrieden. Allerdings sollten die Ergebnisse aufgrund der insgesamt sehr niedrigen Fallzahlen mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. So setzen viele statistische Verfahren Stichproben mit einem bestimmten Umfang voraus, um überhaupt sinnvoll durchgeführt werden zu können. Es soll daher im Folgenden auch mehr darum gehen, aufgrund der vorhandenen Datengrundlage gewisse Meinungsbilder und Tendenzen herauszulesen, als darum, „absolut sichere“ Voraussagen zu treffen; falls dies überhaupt mit irgendeinem statistischen Verfahren sinnhaft möglich ist.

Über die Gründe, warum sich nicht mehr dafür entschieden haben, an der Befragungteilzunehmen, lässt sich hier nur spekulieren. Bei vielen wird es einfach am mangelndenInteresse oder an der für die Beantwortung der Fragen sicherlich notwendigen Zeit gelegenhaben. Einem guten Teil wird auch der Nutzen, der sich aus einer solchen Befragung für dieeigene Lebenssituation ziehen lässt, nicht ganz bewusst gewesen sein. Und schließlich dürfenwir hier auch diejenigen nicht vergessen, die sich nur ungern an ihr eigenes Studium zurückerinnern oder mit den im Studium erworbenen Qualifikationen danach nicht allzu vielanzufangen wussten und sich daher gegen eine Teilnahme an der Befragung entschieden. Kaumeine Rolle dürfte hingegen die Frage, ob sich die angesprochenen Personen auch in der Lagegesehen haben, die ihnen gestellten Fragen auch angemessen zu beantworten, gespielt haben;waren die Fragen doch genau auf die Zielgruppe der von befragten Absolvent_innenzugeschnitten. Damit konnten wir im Vorhinein von einer sehr hohen Motivation der an derBefragung teilnehmenden Personen ausgehen. Nachteilig wirkte sich hier vielleicht auch der Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung Umstand, dass die Befragung fast genau in die Weihnachtszeit fiel und sich so Personen, die, hätten wir sie zu einem anderen Zeitpunkt befragt, wohl dafür entschieden hätten, daran teilzunehmen, dies dann doch nicht getan haben.

Tab. 1 Statistische Verteilung der Abschlussjahrgänge nach Jahren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eingeschränkt wird die Repräsentati-vität der Befragungzudem noch dadurch,dass gerade für dieweiter zurückliegen-den Jahrgänge nur re-lativ wenig vollstän-dig ausgefüllte Frage- bögen vorliegen. So entfallen allein 75% aller retournierten Fragebögen auf Absolvent_innen,die ihr Studium an der Leopold-Franzens-Universität in der Zeit zwischen 1999 und 2009 ab-geschlossen haben. Die Ergebnisse dieser Jahrgänge müssen daher auch mit der entspre-chenden Vorsicht behandelt werden.20 Dennoch wollten wir in dieser Erhebung nicht gänzlichauf sie verzichten; verfügen doch gerade Absolvent_innen, deren Studium schon längere Zeitzurückliegt, häufig auch über mehr Berufserfahrung, die sie an ihre jüngeren Kolleg_innenweitergeben können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fraglich bleibt auch, warum gerade die älterenJahrgänge in der vorliegendenErhebung so wenig vertretensind. An der Form der Erhebungwird es auf jeden Fall nichtgelegen haben. So wird es wohlkaum einer Absolvent_inschwer gefallen sein, den etwa sieben Seiten langen Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung Fragebogen entweder händisch oder per Schreibmaschine21 auszufüllen. Schon eherwahrscheinlich ist dagegen, dass die Absolvent_innen, die schon länger im Berufsleben stehen,den engen Bezug zum Institut verloren haben und sich die Motivation, an der Befragungteilzunehmen, von daher eher in Grenzen22 hielt. Möglich ist aber auch, dass sich insbesonderejene Absolvent_innen, die einen konkreten beruflichen Nutzen aus ihrem Studium ziehenkonnten, für eine Teilnahme an der vorliegenden Befragung entschieden. Dafür spricht in etwaauch die große Anzahl an mehr oder weniger facheinschlägig beschäftigten Absolvent_innender Europäischen Ethnologie.

Tab. 2 Durchschnittliches Alter beim Abschluss des Studiums

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieser Umstand darf je-doch nicht darüber hin-wegtäuschen, dass sich unterden von uns befragten Absol-vent_innen gerade auch sehrviele ältere Studienabgänger_in-nen befinden. Damit wird im

Absolventenbefragungen23bekannte hohe Altersdurchschnitt der Studierenden der Europäischen Ethnologie bestätigt. Bleibt abzuwarten, ob sich durch die mit der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge gestiegenen Studienanforderungen an diesem Umstand etwas verändern wird; scheinen doch die zuweilen sehr niedrigen Studienanforderungen24neben dem sicher auch vorhandenen Interesse an den Inhalten des Fachs25mit einer der Hauptgründe gewesen zu sein, warum sich in der Vergangenheit gerade so viele ältere Studierende für ein Studium der Europäischen Ethnologie entschieden haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung Das Abschlussalter der von uns befragten Absolvent_innen kann uns aber auch einen ersten Hinweis darauf geben, warum sich diese für ein Studium der Europäischen Ethnologie entschieden haben. So könnenwir etwa bei jenen Studierenden, die ihr Studium bis zum 32. Lebensjahr abgeschlossen haben, noch mit einer gewissenBerechtigung davon ausgehen, dass diese die im Studium erworbenen Kompetenzen auch einmal beruflich verwerten wollen.Dagegen handelt es sich bei der Gruppe der 33 bis 45jähirgen hauptsächlich um Studierende,die selbst schon einmal eine Zeit lang berufstätig waren und daher im Studium eher eine guteMöglichkeit der privaten wie beruflichen Weiterbildung sehen. Am wenigsten ausgeprägtdürfte das Interesse an einer beruflichen Verwertbarkeit der im Studium erworbenenKompetenzen wohl bei der Gruppe der 46jährigen gewesen sein. Hier scheinen andere Motivewie die eher geringen Anforderungen im Studium der Europäischen Ethnologie26 oder derWunsch, kulturelle wie gesellschaftliche Phänomene erklären und verstehen zu können27, denAusschlag für die Wahl des Studiums gegeben zu haben. Damit nimmt das Interesse an einerberuflichen Verwertbarkeit der im Studium erworbenen Kompetenzen mit zunehmendem Alterder von uns befragten Absolvent_innen ab. Eine Beobachtung, die sich übrigens auch mit denErgebnissen von zahlreichen anderen Absolventenbefragungen deckt.28

3.2. Methodik

Wenig überraschend wurden dann auch nicht alle Fragebögen mit derselben Sorgfaltausgefüllt. Besonders Fragen, bei denen es darum ging, möglichst offene, eigenständigeAntworten zu kreieren und nicht nur irgendwelche vorgegebenen Antwortkategorienanzukreuzen, wurden dann von den von uns befragten Absolvent_innen auch erwartungsgemäßseltener ausgefüllt. Gerade diese Fragen sind es dann aber auch, deren Auswertung undInterpretation häufig die meiste Zeit für sich beanspruchen; liegen doch die Antworten hier oftnur in recht loser und wenig systematisierter Form vor. Während sich stärker standardisierteFragenformate mittels der statistischen Standardsoftware, wobei bei dieser Befragung vorallem mit SPSS gearbeitet wurde, relativ leicht und mühelos auswerten lassen, ist dies beioffeneren Frageformaten nicht der Fall.

Hier müssen die noch ungeordnet daliegenden Daten erst in eine gewisse Ordnunggebracht werden, bevor mit deren weiterer Auswertung begonnen werden kann. Häufig gebendabei so genannte „Signalwörter“, das sind immer wieder vorkommende Floskeln undRedewendungen, einen ersten Hinweis auf eine möglicherweise dahinter liegende Struktur.Diese müssen dann nach der Nennung ihrer Häufigkeit in eine bestimmte Reihenfolge gebrachtwerden, die sich dann im Idealfall zu einem semantischen Gitter verdichten lässt. Dabei ist esgar nicht immer so einfach, die gegebenen Antworten auch immer genau jeweils einer dervorgefundenen Antwortkategorien zuzuordnen. So werden viele Fragen von denTeilnehmer_innen etwa nur sehr ausweichend und zögerlich beantwortet. Andere wiederumwerden zwar beantwortet, können aber nicht ausgewertet werden, weil sie sich nicht auf denInhalt der Fragen beziehen, sondern eher dem entsprechen, was den Befragten dazu gerade soeingefallen ist. Damit werfen gerade die offenen Fragen einige besondere methodischeProbleme auf, die es mittels bestimmter Kunstgriffe zu lösen gilt. Die hierbei wohl amhäufigsten verwendete Methode besteht darin, diese systematisch auf Gemeinsamkeiten undUnterschiede hin abzusuchen und Antworten, die einander in einem gewissen Sinn ähneln, zuübergeordneten Kategorien zusammenzufassen. Im Idealfall ist so wie bei stärkerstandardisierten Frageformaten auch die Angabe von ersten Mengen- und Prozentwertenmöglich.

Zur Vorgehensweise der Statistischen Erhebung

Der große Vorteil von eher offenen Formen der Befragung liegt sicher darin, dass damitAspekte einer Fragestellung, die bei stärker standardisierten Verfahren vielleichtunberücksichtigt blieben, aufgedeckt werden können. Außerdem haben die an der Befragungteilnehmenden Personen hier auch eher die Möglichkeit, ihre eigene Meinung zumbetreffenden Sachverhalt kundzutun und gewinnen damit auch an Einfluss auf die letztendlicheGestaltung der Ergebnisse. Der Nachteil dieser Form der Erhebung liegt nicht zuletzt darin,dass deren Auswertung und Interpretation häufig sehr zeit- und kostenaufwendig sind. Darüberhinaus hängt die Qualität der Ergebnisse nicht selten auch von der persönlichen Qualifikationder einzelnen Forscher_in, diese richtig zu interpretieren, ab. Deshalb empfiehlt es sich beiBefragungen wie bei der Folgenden, bei der nicht nur irgendwelche x-beliebigendemographischen Daten abgebildet, sondern auch Gefühle, Meinungen undStimmungsschwankungen eingefangen werden sollen, immer beide Formen der Befragungmiteinander zu kombinieren.

4. Selbst- und Fremdwahrnehmung der Absolvent_innen fürEuropäische Ethnologie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Bild vom „weltfremden Studenten“, der sich in seiner„Studierstube“ verkriecht und von derWelt um sich herum nicht sehr vielmitbekommt, trifft wohl auf kaumeine andere Studienrichtung so wenigzu wie auf die der EuropäischenEthnologie; beschäftigt sich diesedoch nicht mit irgendwelchen abstrakten chemischen Formeln oder den Spitzenprodukten der so genannten „Hochkultur“; alsvielmehr mit dem Leben und Alltag breitester Bevölkerungskreise und deren sich in vielfältigerWeise manifestierenden kultureller Produktion. Dadurch unterscheidet sich die Volkskundenicht nur von der sich seit jeher mehr für die kulturellen Erzeugnisse einer kleinen gesell-schaftlichen Elite interessierenden Kunstgeschichte, sondern auch von allen anderen Kultur-und Geisteswissenschaften, die kulturelle Phänomene primär mit einem Blick „von oben“

beurteilen. Die Volkskunde wird damit nicht umsonst häufig auch als jene Disziplin, die das „außergewöhnlich Normale“29thematisiert und somit sonst kaum hinterfragte Bereiche unseres Lebens zu ihrem Gegenstand macht, bezeichnet.30

Eine Bezeichnung, der im Übrigen auch gut 43% der von uns befragtenAbsolvent_innen so ohne Weiteres zustimmen würden. Übertroffen wird diese„Selbstbeschreibung“ der Volkskunde als einer Disziplin, die sich dem Leben und Alltagbreitester Bevölkerungskreise verpflichtet fühlt, nur noch von jenen gut 46% der Befragten, dieden eher historisch-komparativen Ansatz in den Vordergrund rücken würden.31 Hier wird aberauch die lange Zeit vorherrschende sehr stark „traditionelle Ausrichtung‟32 des InnsbruckerInstituts für Volkskunde/Europäische Ethnologie deutlich. Es fällt auf, dass in Innsbruck wieauch an anderen Instituten, in denen der Beschäftigung mit historischen „Quellen“33 und„Themen“ in der Vergangenheit ein breiter Raum im Studium eingeräumt wurde, das„Museum“ als eines der möglichen Betätigungsfelder für Absolvent_innen der EuropäischenEthnologie angegeben wird, während es die Absolvent_innen der so genannten„Reforminstitute“, womit hier vor allem jene in Marburg, Frankfurt, Berlin und Tübingen ge-meint sind, viel eher in andere Tätigkeitsbereiche wie die Erwachsenenbildung oder denJournalismus zieht.34

Ähnlich wie in der Geschichtswissenschaft dient die historische Rekonstruktion vonvergangenen Ereignissen und Begebenheiten aber auch in der Volkskunde keinem reinenSelbstzweck. Vielmehr soll damit der „Blick“ für die gegenwärtigen kulturellen Veränderungengeschärft und somit sonst kaum zu überwindende Denkstereotype- und Gewohnheitendurchbrochen werden. Unterschwellig wird damit aber auch eine gewisse Skepsis gegenüber jeglicher Art von wie auch immer postulierter Kontinuität35 zum Ausdruck gebracht. So werdenÄußerungen wie jene, wonach sich die immer noch in weiten Teilen Tirols großer Beliebtheiterfreuenden Perchten- und Krampusumzüge auf die Fruchtbarkeitsriten der „alten Germanen“zurückführen lassen, heute mit einer großen Vorsicht gebraucht. Dagegen werden die sozialenDimensionen solcher Bräuche - etwa das zwischen den Teilnehmer_innen eines solchenUmzugs entstehende Zusammengehörigkeitsgefühl oder die Versuchung, unter dem Schutzeiner solchen Maske auch einmal über die eigene Stränge schlagen zu können, ohne deshalbgleich sein „Gesicht“ verlieren zu müssen - heute stärker betont. Dass die Erwähnung solcherFruchtbarkeitsriten immer noch nicht aus den Broschüren der führenden Tourismusverbändeverschwunden ist, zeigt, wie hartnäckig sich solche, von Volkskundler_innen zum Teil selbst indie Welt gesetzten Vorstellungen zuweilen halten.

Umso wichtiger ist es, solchen zuweilen auch ideologisch nicht ganzunproblematischen Vorstellungen durch die Dekonstruktion ansonsten nur wenig hinterfragterDenkstereotype zuvor kommen zu können. Dabei kann es nicht darum gehen, einen Mythos -hier eben jenen von der germanischen Volksgemeinschaft - so lange in seine einzelnenBestandteile zu zerlegen, bis dieser auch noch den letzten Rest an Plausibilität verloren hat;kann dieser doch in einer Zeit wie der Deutschen Romantik, in der es vor allem darum ging,aus einer großen Anzahl von vormals getrennten Fürstentümern eine geeinte Nation zuschweißen, durchaus eine gewisse Berechtigung gehabt haben.36 Vielmehr muss es hier darumgehen, die sozialen Bezüge, in denen ein Mythos seine spezifische Funktion erfüllt,offenzulegen. Wenn sich der Kontext, in den ein Mythos eingebunden ist, ändert, muss sichdamit aber notwendigerweise auch die Funktion, die dieser erfüllt, verändern.37

Statt von einem Verhältnis der Über- und Unterordnung, der Super- und Inferiorität zusprechen, sollte man hier also lieber von einem der wechselseitigen Bedingtheit vongesellschaftlicher Basis und ideologischem Überbau38 ausgehen. Eine Gesellschaft ohne gemeinschaftsbildende Mythen wäre und hierfür müssen wir nicht einmal Max Webersberühmtes Diktum von „der Entzauberung der Welt“39 bemühen, ein kalter, unwirtlicher Ort, andem niemand so recht leben möchte. Ein Mythos, der nicht in irgendeiner Weise an dieökonomische Basis der Gesellschaft zurückgebunden bleibt, würde aber genauso schnell zumrein inhaltsleeren Zeremoniell erstarren. Wenn die Kluft zwischen der gesellschaftlichen Basisund dem sie legitimierenden ideologischen Überbau zu groß wird oder überhaupt keinZusammenhang mehr zwischen den beiden besteht, können beide ihre Aufgabe nicht mehr sorecht erfüllen. Eine enge Korrelation zwischen gesellschaftlicher Basis und ideologischemÜberbau ist somit der beste Garant für die Wahrung der gesellschaftlichen Stabilität.40 Diesbedeutet nun nicht, dass die Volkskunde diese mit allen Mitteln zu verteidigen hätte; würdedies ihr doch eine legitimatorische Funktion, die sie in Wirklichkeit gar nicht besitzt,zuschreiben. Vielmehr muss sie, will sie ihrer Aufgabe als kritischer und damit manchmal auchunangenehmer Disziplin gerecht werden, auf Strukturbrüche und Diskontinuitäten inbestehenden Bräuchen und Riten aufmerksam machen, etwa indem sie darauf hinweist, wiesich die Funktion eines bestimmten Brauchs im Laufe der Zeit gewandelt hat.

Nüchtern betrachtet stellt ein „Mythos“ eine neben vielen anderen möglichenInterpretationen der Welt dar. Als solcher kommt ihm die Funktion, Dinge, deren unmittelbarePlausibilität sich dem einzelnen Beobachter entzieht, in eine klare und leicht verständlicheSprache zu überführen; also eine Erklärung für das sonst nicht oder nur schwer Erklärbare zufinden. In diesem Sinne stellt der Mythos eben keine, wie dies früher oft fälschlicherweiseangenommen wurde, vorwissenschaftliche Form der Erklärung dar. Es handelt sich dabeivielmehr um einen veränderten Blick auf die Welt, der als solcher aber genauso vielPlausibilität für sich beanspruchen kann wie die moderne, an den Naturwissenschaftenangelehnte Form der Erklärung. Statt Wissenschaft und Mythos wie zwei einanderentgegengesetzte Begriffspaare zu behandeln, wäre es also besser, in beiden eine Möglichkeitzu sehen, ein- und denselben Gegenstand auch aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektivenzu betrachten. Dies mag nun zwar keine besonders neue Idee sein - so hat doch bereits Ernst der der Modernen Gesellschaft. Bd. I 1. Aufl. Frankfurt am Main 1993 (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft; 1091), S. 17-21.

Cassirer zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auf den Verweisungscharakter der modernenNaturwissenschaften hingewiesen41 - wurde in dieser Form und Eindringlichkeit jedoch erstvon den Theoretikern des so genannten Cultural Turns und der Postmoderne formuliert42.

Der Volkskunde als einer Disziplin, die sich dem Leben und Alltag breitesterBevölkerungskreise verschrieben hat, kommt hier insbesondere die Aufgabe zu, zumNachdenken über sonst nur wenig hinterfragte Bereiche unseres Lebens anzuregen.43 So beruhtvieles von dem, was von uns für scheinbar alltäglich und selbstverständlich gehalten wird, aufeinem Zusammenspiel von äußert vielschichtigen und komplexen Mechanismen. Indem dieVolkskunde uns einen Blick hinter die Kulisse des uns ach so vertrauten Alltags werfen lässt,hilft sie uns, manche Dinge klarer und anders zu sehen, als wir dies sonst vielleicht gewohntsind. Damit unterscheidet sie sich aber auch ganz deutlich von der sich immer noch mehr fürdas Leben und den Alltag gewisser außereuropäischer, häufig schriftloser Kultureninteressierenden Völkerkunde. Allerdings ist es im Zuge der Globalisierung und demzunehmenden Bedeutungsverlust enger nationalstaatlicher Grenzen zu einer gewissenAnnäherung zwischen den beiden Disziplinen gekommen. Diese macht sich auch daranbemerkbar, dass sowohl Volks- als auch Völkerkundler_innen zunehmend zu Themen forschen,die vormals der jeweils anderen Disziplin vorbehalten waren.44

Gerade, was die außereuropäische Ethnologie betrifft, hat dies aber auch vielfach damitzu tun, dass sich die häufig sehr kostenintensiven Forschungsreisen in Zeiten, in denen ohnehinviele öffentliche Ausgaben dem Sparstift anheimfallen, immer weniger mit dem dafür zurVerfügung stehenden Etat bestreiten lassen. So werden Forscher, die sich nicht ausschließlichauf Schreibtischarbeit beschränken wollen, häufig auch aus ganz zweckmäßigen Erwägungendazu veranlasst, sich für Studienziele in der Nähe ihres Heimatortes zu entscheiden. Es wäredaher falsch, nur weil sich die beiden Disziplinen auch „dank‟ äußerer Umstände in den letztenJahren einander angenähert haben, gleich davon auszugehen, dass die Grenzen zwischen ihnenschon bald ganz der Vergangenheit angehören würden. Dagegen spricht auch die immer nochsehr stark am Europäischen Raum hin ausgerichtete Fokussierung vieler Volkskunde-Institute.

So beschäftigt sich etwa ein Großteil der am Innsbrucker Institut verfassten Diplom-, Magisterarbeiten und Dissertationen mit einschlägig regionalspezifischen Themen, auch wenn dabei mitunter Querbezüge zu überregional vergleichbaren Fällen angestellt werden.

Allerdings hat sich das Spektrum der behandelten Themen seit der Zeit, als noch KarlIlg Institutsvorstand der Europäischen Ethnologie war, radikal verändert. Dies zeigt sich inetwa auch daran, dass gerade einmal 7% der Befragten der Behauptung, in der Volkskundeginge es vornehmlich um die Erforschung von Trachten, Sagen, Märchen und Bräuchen, alsovon „Volkskultur“ in einem eher traditionellen Sinn, so ohne Weiteres zustimmen würden.Dabei mag es sich wohl nicht zufällig um jene 7% handeln, die ihr Studium noch zu einer Zeitabgeschlossen haben, als die Volkskunde tatsächlich noch etwas von dieser „volkstümelndenDisziplin“ hatte, als welcher sie in der Öffentlichkeit bis heute noch oft wahrgenommen wird.Über 32% der Befragten sind sich allerdings einig, dass es sich bei der von ihnen studiertenDisziplin um eine moderne Kulturwissenschaft handelt, wobei im Einzelnen nicht genau gesagtwerden kann, was denn genau unter einer solchen verstanden wird.45 Am ehesten stimmen dievon den Absolvent_innen gegebenen Antworten noch mit dem von Clifford Geertzverwendeten Kulturbegriff überein.46 So hat etwa eine Absolventin auf die Frage, wie sie denneinem Freund erklären würde, worum es in der Europäischen Ethnologie geht, geantwortet,darum, wie menschliches Zusammenleben mit kulturellen Codes geordnet wird.47

Dabei sollte man sich aber davor hüten, von der „Kultur“ als solcher zu sprechen.48 Dieswürde nicht nur einem völlig veralteten Kulturbegriff entsprechen, sondern darüber hinausauch noch die Vorstellung nahe legen, dass es sich bei Kulturen um quasi statischemonolithische Gebilde mit fest umrissenen Grenzen zur Außenwelt handelt. Welche Gefahrenein solcher Kulturbegriff in sich birgt, zeigt nicht zuletzt auch das Erscheinen von SamuelHuntington's wohl bekanntestem Werk „The clash of Civilizations“. Zu einem solchen Clashkann es aber nur kommen, wenn es sich bei „Kulturen“ tatsächlich um klar voneinanderunterscheidbare kulturelle Großräume, wie dies von Samuel Huntington u. a. behauptet wird,handelt.49 Wie nicht zuletzt auch aus zahlreichen jüngeren ethnographischen Studien

hervorgeht, sind „Kulturen“ jedoch weder derart starre Gebilde, noch handelt es sich dabei um eindeutig voneinander abgrenzbare homogene Großräume. Vielmehr befinden sie sich mit den an sie angrenzenden und sie in ihrer Wirkung teilweise sogar noch verstärkenden Räumen in einem regen wechselseitigen Austausch.50Es ist daher nicht unproblematisch, wenn, wie dies häufig gemacht wird, die Volkskunde als Wissenschaft vom „Eigenen“ in Abgrenzung zum „Fremden“ bezeichnet wird; umso mehr als dies einen Kulturbegriff, von dem sich diese selbst schon seit Langem verabschiedet hat, unterstellt.51

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dennoch kann eine Ein- schränkung auf einen bestimm-ten Raum - hier etwa jenen des Europäischen Kontinents - durchaus auch eine gewisse Be-rechtigung haben, solange dabeidie zahlreichen kulturellen Ein-flüsse, die diesen geformt habenund immer noch formen, nichtaußer Acht gelassen werden.Dies geht auch aus den Ergeb-nissen der vorliegenden Umfra-

ge hervor, wo von etwa 21%52 der Befragten der spezifisch Europäische Zuschnitt der Diszi-plin betont wird.53 Wenn hier vom spezifisch europäischen Zuschnitt der Disziplin die Rede ist,dann ist hier jene Art des Denkens, Fühlens und Hoffens gemeint, die durch einen gemeinsa-men historischen Kontext geschaffen wurde.54 Damit befindet sich die Volkskunde durchausauf der Höhe der aktuellen diskurstheoretischen Überlegungen; wird doch der Diskurs etwa imSinne Foucaults auch als sich selbst reproduzierender Sinnzusammenhang verstanden. Dabeibestimmt der Diskurs nicht nur, wie wir uns über einen bestimmten Gegenstand zu äußern ver-mögen, er legt auch all unsere anderen Handlungen und Sprechweisen fest, indem er diese ineinen durch gemeinsame Normen und Werte miteinander verbundenen Sinnhorizont einfügt, York 2003, S. 40-55.

den wir für gewöhnlich nicht zu überschreiten vermögen. Wir können zwar versuchen, durchunser Handeln die Grenzen des gegenwärtigen Diskurses zu erweitern, wir können uns aber, sosehr wir uns auch noch so darum bemühen, nie außerhalb desselben bewegen. Dies umso mehr,als wir immer Teil einer in gewisser Weise historisch gewachsenen Diskursgemeinschaft sind,von der wir uns niemals vollständig zu lösen vermögen.55 Wir mögen nur einmal versuchen,uns außerhalb der durch gemeinsame Traditionen und Werte verbrieften Grenzen zu bewegen;schon bald werden wir die Folgen unseres Handelns schmerzlich zu spüren bekommen.56

Wenn uns dies nicht so erscheint, dann nur deshalb, weil wir die für unsere Gesellschafttypischen Handlungsnormen so sehr internalisiert haben, dass sie zu einem Teil von uns selbstgeworden sind. Diese Erkenntnis war schon Emile Durkheim, einem der „Gründerväter“ dermodernen Soziologie bewusst, als er sie zum Ausgangspunkt seiner 1911 erschienenenMonographie „Die Regeln der soziologischen Methode“ bestimmt hat. Wie sehr wir die fürunsere Kultur so typischen Regeln und Handlungsabläufe internalisiert haben, wird uns immerdann bewusst, wenn diese auf einmal nicht mehr zu gelten scheinen, wie dies zum Beispiel beider Begegnung mit einer anderen Kultur der Fall ist.57 Nicht umsonst etwa werdenMitarbeiter_innen, die sich auf einen langfristigen Auslandseinsatz vorbereiten, oft schonWochen oder Monate im Voraus mit dem, was sie dann vor Ort erwartet, vertraut gemacht.Dennoch lassen sich gewisse „traumatische“ Erlebnisse - trotz gründlicher Vorbereitungszeit -nicht immer ganz vermeiden, so dass nach der Rückkehr aus dem jeweiligen „Gastland“ eineebenso lange Nachbereitungszeit notwendig wird. Der „Schock“, der dann von vielen, die eineentsprechende Erfahrung gemacht haben, geäußert wird, besteht ja genau darin, dass alles, wasbisher für selbstverständlich gehalten wurde, auf einmal nicht mehr zu gelten scheint.

[...]


1 Anmerkung: Durch die 2009 mit dem Institut für Geschichte erfolgte Zusammenlegung hörte das Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie als eigenständige Organisationseinheit auf zu bestehen. Der Einfachheit halber und um die Übersichtlichkeit der Arbeit nicht zu gefährden, wird im Folgenden aber an der altenBezeichnung festgehalten.

2 Anmerkung: Die beiden Begriffe Volkskunde und Europäische Ethnologie werden, ohne dass damit eine

bestimmte inhaltliche Konnotation verbunden wäre, im Folgenden synonym verwendet.

3 Zur Geschichte der Europäischen Ethnologie in Innsbruck siehe: Bodner, Reinhard/Schneider, Ingo: Volkskunde in Innsbruck: Ein Fall für die Historiker? In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde. LX/109(2006), Heft 3, S. 175-191. Vgl. Auch: Simon, Christoph: Innsbruck: Institut für Europäische Ethnologie, in:Zimmermann, Harm-Peer (Hrsg.): Empirische Kulturwissenschaft - Europäische Ethnologie - Kulturanthropologie - Volkskunde. Leitfaden für das Studium einer Kulturwissenschaft an deutschsprachigen Universitäten. Deutschland - Österreich - Schweiz. Marburg 2005, S. 147-156, hier S. 153f.

4 Vgl. Kampl, Christine/Muralter, Doris: Jobchancen Studium. Kultur- und Humanwissenschaften. 7. aktual. Aufl. Wien Oktober 2009, S. 55f. Vgl. Auch: Bollig, Michael/Brumann, Christoph: Ethnologen im Beruf: EineUntersuchung des Kölner Instituts für Volkskunde, in: Zeitschrift für Ethnologie, 123 (1998), S. 257-277, hier S. 261f.

5 Vgl. http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article1919647/Fast-alles-Koenner-mit-Weitblick.html Stand 20.03.2012

6 Vgl. Ramming, Jochen: Die Volkskunde zu Markte tragen. Freiberufler und ihr Verhältnis zur akademischen Fachdisziplin. Vorträge einer Fachtagung der Sektion der Freiberufler in der dgv. und des Instituts für Volkskunde der Universität Würzburg. Würzburg 2003. (Veröffentlichungen zur Volkskunde undKulturgeschichte; 95).

7 Vgl. Luge-Ehrhardt, Birgit/Itter, Marc von/Sökefeld, Martin: Vom Studium in den Beruf. Ergebnisse einer Befragung der Absolventen/innen des Studiums der Europäischen Ethnologie an der Universität Hamburg.Hamburg 2001. Vgl. Auch: Leinauer, Claudia/Schmoll, Friedemann: Kaum kalkulierbar. In einer Umfragewurden 160 Wege von EKW-AbsolventInnen ins kulturwissenschaftliche Berufsleben ermittelt, in: TübingerKorrespondenzblatt, 49 (1998), S. 3-13.Vgl. Auch: Bollig, Michael/Brumann, Christoph: Ethnologen imBeruf: Eine Untersuchung des Kölner Instituts für Volkskunde, in: Zeitschrift für Ethnologie, 123 (1998), S.257-277.

8 Vgl. Kampl, Christine/Muralter, Doris: Jobchancen Studium. Kultur- und Humanwissenschaften. 7. aktual. Aufl. Wien Oktober 2009.

9 Vgl. Bialek, Katrin/Schwenzer, Victoria: Verbleibstudie des Institutes für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu. Berlin 2003.

10 Vgl. Hoppe, Jens/Schimek, Michael/Simon Michael (Hrsgg.): Die Volkskunde auf dem Weg ins nächsteJahrtausend. Ergebnisse einer Bestandsaufnahme. Münster/New York/München/Berlin 1998 (MünsteranerSchriften zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie; 1).

11 Vgl. Schilling, Heinz/Peter, Klös (Hrsgg.): Kultur als Beruf. Erfahrungen kulturanthropologischer Praxis. Frankfurt am Main 2004 (Schriftenreihe des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Frankfurt am Main; 73).

12 Vgl. Klocke-Daffa, Sabine/Lütkes, Christiana/Beer, Bettina (Hrsgg.): Berufsorientierung fürKulturwissenschaftler. Erfahrungsberichte und Zukunftsperspektiven. Berlin 2009.

13 Vgl. Liesenfeld, Gertraud: "Vieles von dem, was ich gebrauchen konnte." Verbleibstudie 1962-2006 desInstituts für Volkskunde Europäische Ethnologie der Universität Wien. Mitteilungen des Instituts fürEuropäische Ethnologie der Universität Wien Bd. 17 Wien 2007.

14 Vgl. Liesenfeld, "Vieles von dem, was ich gebrauchen konnte.", S. 5.

15 Vgl. Ebd., S. 10-14.

16 Vgl. http://sowibib.uibk.ac.at/cgi-bin/xhs_suche.pl Stand 20.03.2012

17 Anmerkung: Mit einem ähnlichen Problem sahen sich auch die Autoren der am Kölner Institut fürVölkerkunde durchgeführten Verbleibstudie konfrontiert. Siehe hierzu insbes. Bollig/Brumann, Ethnologen imBeruf, S. 257-277, hier S. 259.

18 Vgl. Diekmann, Andreas/Jann, Benn: Anreizformen und Rücklaufquoten bei postalischen Befragungen. EinePrüfung der Reziprozitätshypothese. Institut für Soziologie der Univ. Bern.

www.socio.ethz.ch/people/andreasd/working_papers/TELEFO2.pdf Stand 20.03.2012

19 Anmerkung: Eine ähnlich hohe Rücklaufquote wurde auch von den an der Freien Universität Berlin sowie amInstitut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Universität Wien durchgeführten Verbleibstudien erreicht.Siehe hierzu insbes. Bollig/Brumann, Ethnologen im Beruf, S. 257-277, hier S. 259. Sowie: Liesenfeld,"Vieles von dem, was ich gebrauchen konnte.", S. 7f.

20 Siehe Frage 36 im Anhang der Arbeit, S. 94.

21 Anmerkung: In drei der insgesamt 35 Fälle wurde der Fragebogen tatsächlich per Schreibmaschine ausgefülltund an die beigelegte Adresse retourniert.

22 Vgl. Bialek/Schwenzer, Verbleibstudie des Institutes für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zuBerlin, S. 10f.

23 Vgl. Bollig/Brumann, Ethnologen im Beruf, S. 257-277, hier S. 259f. Vgl. Auch: Liesenfeld, "Vieles von dem,was ich gebrauchen konnte.", S. 9f. Vgl. Auch: Kampl/Muralter, Jobchancen Studium, S. 147f. Vgl. Auch:Byll, Quo Vadis EthnologiestudentInnen, S. 15.

24 Siehe Frage 8 im Anhang der Arbeit, S. 76.

Vgl. Auch: Hoppe/Schimek, Die Volkskunde auf dem Weg ins nächste Jahrtausend, S. 44.

25 Siehe Frage 6 im Anhang der Arbeit, S. 75.

26 Siehe Frage 8 im Anhang der Arbeit, S. 76. Vgl. Auch: Hoppe/Schimek, Die Volkskunde auf dem Weg ins nächste Jahrtausend, S. 44.

27 Siehe Frage 6 im Anhang der Arbeit, S. 75.

28 Vgl. Bollig/Brumann, Ethnologen im Beruf, S. 257-277, hier S. 260f. Vgl. Hoffe/Schimek, Die Volkskunde aufdem Weg ins nächste Jahrtausend, S. 27f. Vgl. Auch: Liesenfeld, "Vieles von dem, was ich gebrauchenkonnte.", S. 8f.

29 Siehe auch Frage 11 im Anhang der Arbeit, S. 78-80.

30 Vgl. Kampl/Muralter, Jobchancen Studium, S. 145f.

31 Siehe Frage 5 im Anhang der Arbeit, S. 73-75.

32 Anmerkung: Allerdings hat sich der Schwerpunkt der in Innsbruck angebotenen Lehrveranstaltungen im Laufeder letzten 20-30 Jahre von den eher traditionellen Kernbereichen des „volkskundlichen Kanons“ und derFachgeschichte der Europäischen Ethnologie hin zu neuartigeren Themenbereichen wie der Jugendkultur- oderder Migrationsforschung verlagert, so dass heute neben dem sicher weiterhin wichtigen regionalen Fokus einegroße Bandbreite von anderen Themengebieten im Studium der Europäischen Ethnologie behandelt werden.Zur Fachgeschichte der Europäischen Ethnologie in Innsbruck siehe Simon, Innsbruck: Institut fürEuropäische/Ethnologie, S. 147-156, hier S. 153f.

33 Anmerkung: Der Begriff der historischen Quelle wird hier in einem durchaus sehr weiten Sinn gebraucht. Sowerden darunter alle „Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnenwerden kann“ verstanden. Zit. nach: Kirn, Paul: Einführung in die Geschichtswissenschaft, bearbeitet vonJoachim Leuschner. 5. Auflage. Berlin 1968 (Sammlung Göschen, 270), S. 29.

34 Vgl. Hoppe/Schimek, Die Volkskunde auf dem Weg ins nächste Jahrtausend, S. 57-64.

35 Vgl. Kaschuba, Wolfgang: Einführung in die Europäische Ethnologie. 3. Aufl. Berlin 2003, S. 168f.

36 Vgl. Kaschuba, Einführung in die Europäische Ethnologie, S. 34-36.

37 Vgl. Barthes, Roland: Mythen des Alltags. Frankfurt am Main 1964, S. 85f.

38 Anmerkung: Wenn hier von Überbau und Basis die Rede ist, dann soll hier nicht irgendeiner Form von(neo-)marxisitischer Theoriebildung das Wort geredet werden - genauso gut könnten etwa im Anschluss anLuhmanns Systemtheorie die beiden Begriffe „gepflegte Semantik“ und „semantischer Apparat“ verwendetwerden. Gemeint ist hier vielmehr jenes allgemeine Verhältnis zwischen der ökonomischen und der politisch-institutionellen Grundlage der Gesellschaft auf der einen und der sie theoretisch reflektierenden Metaebene aufder anderen Seite. Vgl. Luhmann, Niklas: Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie

39 Vgl. Weber, Max: Wissenschaft als Beruf (1919), in: Hardtwig, Wolfgang (Hrsg.): Über das Studium derGeschichte. Orig. Ausg. München 1990 (Dtv; 4546: Dtv-Wissenschaft), S. 195-227, hier S. 207-209.

40 Vgl. Becker, Frank: Einleitung: Geschichte und Systemtheorie - ein Annäherungsversuch, in: Ders. (Hrsg.): Geschichte und Systemtheorie. Exemplarische Fallstudien, Frankfurt am Main/New York 2004, S.7-28, hier S. 12-17. Vgl. Auch: Müller-Funk, Wolfgang: Kulturtheorie. Einführung in Schlüsseltexte derKulturwissenschaften. Tübingen und Basel 2006, S. 273-275.

41 Vgl. Cassirer, Ernst: Substanzbegriff und Funktionsbegriff. Untersuchungen über die Grundfragen derErkenntniskritik. Berlin 1910, S. 353-374. Vgl. Auch: Müller-Funk, Kulturtheorie, S. 52-56.

42 Vgl. Müller-Funk, Kulturtheorie, S. 157-159.

43 Siehe Frage 5 im Anhang der Arbeit, S. 73-75.

44 Vgl. Kaschuba, Einführung in die Europäische Ethnologie, S. 110f.

45 Siehe Frage 5 im Anhang der Arbeit, S. 73-75.

46 Vgl. Kaschuba, Einführung in die Europäische Ethnologie, S. 122-125.

47 Frage 5 im Anhang der Arbeit, S. 73-75.

48 Für eine ausführliche Diskussion des Kulturbegriffs siehe Müller-Funk, Kulturtheorie. Einführung inSchlüsseltexte der Kulturwissenschaften, S. 1-21.

49 Vgl. Huntington, Samuel P.: The clash of civilizations and the remaking of world order. Illustr. Neuaufl. New

50 Vgl. Eisenstadt, Shmuel: Die Vielfalt der Moderne. Weilerswist 2000, S. 9f.

51 Vgl. Kaschuba, Einführung in die Europäische Ethnologie, S. 107f.

52 Siehe Frage 5 im Anhang der Arbeit, S. 73-75.

53 Vgl. Kaschuba, Einführung in die Europäische Ethnologie, S. 108-110.

54 Vgl. http://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/institut/ethnologie.html Stand 20.03.2012

55 Vgl. Foucault, Michel: Die Ordnung des Diskurses. Aus dem Französischen von Walter Seitter. Mit einem

Essay von Ralf Konersmann. 10. erw. Aufl. Frankfurt am Main 2007 (Fischer-Taschenbücher; 10083: FischerWissenschaft), S. 10f sowie S. 27-30.

56 Vgl. Durkheim, Emil: Die Regeln der soziologischen Methode, hrsg. und eingeleitet von René König.Darmstadt und Neuwied 1984 (Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, 464), S. 106.

57 Vgl. Durkheim, Die Regeln der soziologischen Methode, S. 105-109.

Details

Seiten
97
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656363606
ISBN (Buch)
9783656365181
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v208895
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
Note
2,00
Schlagworte
selbstbild berufsverläufe absolvent_innen europäischen ethnologie eine erhebung durchgeführt innsbrucker instituts volkskunde/europäische jahrgänge

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Titel: Selbstbild und Berufsverläufe von Absolvent/innen der Europäischen Ethnologie