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Interpretation des Gedichts "Die Ballade vom Wasserrad" von Bertolt Brecht

Referat / Aufsatz (Schule) 2003 4 Seiten

Didaktik - Deutsch - Erörterungen und Aufsätze

Leseprobe

Thema:

Eine Interpretation des Gedichts „Die Ballade vom Wasserrad" von Bertolt Brecht

A Das Gedicht „Die Ballade vom Wasserrad", wurde 1934 von Bertolt Brecht

(1898-1956) verfasst und 1951 in einer zweiten Version, bei der der Refrain der dritte Strophe geändert wurde, unter dem Titel „Das Lied vom Wasserrad" herausgegeben. Es handelt sich um ein gesellschaftskritisches Gedicht, für das die Ballade bzw. das Lied als volksnahe literarische Gattungen gewählt wurden, um einen unmittelbaren Zugang zum Leser herzustellen. Zentrales Thema des Gedichts ist das Verhältnis von Mächtigen und Beherrschten, sowie der Aufruf des lyrischen Ichs zur Revolution.

I. Das vorliegende Gedicht ist aus 3 Strophen zu je 12 Versen aufgebaut, wobei

1. Vers 1-4 einer jeden Strophen die Herrscher thematisieren und Vers 5-8 das Volk; Vers 9-12 bilden schließlich den Refrain. Inhaltlich lässt sich das Gedicht dem Aufbau entsprechend in drei Abschnitte und den Refrain gliedern
2. In der ersten Strophe ist von den „Großen" (V. 1) die Rede und ihrem Schicksal im Spiegel der „Heldenlieder" (V. 2), die sie als auf-und untergehende „Gestirne" (V. 3) darstellen. Das Geschichtsbild wird aus der Perspektive der rühmenden Heldenlieder gezeigt. Indem der Autor eine neue Stil- und Sprachebene einleitet, kommt die Sprache auf das Volk, das hier bereits ein kritisches Bewusstsein entwickelt, und seine Rolle als Ernährer der Großen erkennt. Das lyrische Ich kommentiert die Situation des Volkes, und stellt fest: „Nur: für uns, die wir sie nähren müssen / Ist das leider immer ziemlich gleich gewesen" (V. 6f). Zusammenfassend kann man sagen, dass zwischen den Großen und dem Volk ein Produktionsverhältnis herrscht, wobei sich die Situation für das Volk nie ändert, es „trägt [stets] die Spesen" (V. 8), während „es das Rad halt ewig treibt" (V. 12)
3. In der zweiten Strophe wird die Bestimmung ihres Wesens aus der Sicht des Volkes, also aus der Perspektive von unten, als „Herren" (V. 13) thematisiert und ihre Rolle in der Vergangenheit als Herrschende dargestellt, indem zur Beschreibung ihrer guten bzw. schlechten Eigenschaften Tiervergleiche angestellt werden, so spricht das lyrische Ich respektvoll von „Tiger[n]" (V. 14) und verächtlich von „Hyänen" (V. 14). Auch hier zeigt sich wieder das ökonomische Verhältnis: „Doch wir nährten den und jenen." (V. 16). Beim Volk hingegen wächst allmählich das revolutionäre Bewusstsein und das lyrische Ich fordert nun die Abschaffung von Herrschaft überhaupt und behauptet, „Daß wir keine andern Herren brauchen, sondern keine!" (V. 20). Dieser Ausruf stellt, wie sich bereits am Aufbau erkennen lässt, da er in der Mitte des Gedichts als längster Satz hervorragt, die Quintessenz dar, d.h. die einzige Lösung die das lyrische Ich sieht, und dient als propagandistische Anstiftung zur Revolution. Das Verhältnis zwischen Volk und Machtinhabern wird hier als ein Herrschafts-verhältnis dargestellt, das aus nächster Perspektive entsteht, und das das Volk nun direkt zu spüren bekommt: „Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer / Und uns trat er" (V.18f).

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Details

Seiten
4
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783656361473
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v208660
Schlagworte
Bertolt Brecht Die Ballade vom Wasserrad

Autor

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Titel: Interpretation des Gedichts "Die Ballade vom Wasserrad" von Bertolt Brecht