Lade Inhalt...

J. Robert Oppenheimer und der Bau der Atombombe

Essay 2012 5 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

1. Vorwort

„Wir wussten, die Welt würde nicht mehr dieselbe sein. Ein paar Leute lachten, ein paar Leute weinten, die meisten waren still. Ich erinnerte mich an eine Zeile aus der Hindu-Überlieferung, der Bhagavad Gita. Vishnu versucht den Prinzen zu überzeugen, dass er seine Pflicht zu tun habe und um ihn zu beeindrucken nimmt er seine vielarmige Gestalt an und sagt: »Jetzt bin ich der Tod geworden, der Zerstörer von Welten.« Ich denke, auf die ein oder andere Weise dachten wir das alle.“[1] Julius Robert Oppenheimer äußerte sich mit diesen Worten am 16. Juli 1945 zum „Trinity-Test“. Dieser Test war die erste jemals durchgeführte Kernwaffenexplosion, der die Menschheit verändern sollte.

Oppenheimer war wissenschaftlicher Leiter des sogenannten Manhattan-Projekts in Los Alamos (New Mexico), wo er die Arbeiten an der ersten Atombombe zu ihrem erfolgreichen Abschluss führte. Folglich gilt Oppenheimer als „Vater der Atombombe“[2], der jedoch die Zerstörungskraft seiner Atombomben schnell erkannte und aufgrund seines schlechten Gewissens ein entschiedener Gegner von Edward Tellers Plan, die Wasserstoffbombe zu bauen, wurde. Daraus folgt, dass Oppenheimer einer der bedeutendsten Wissenschaftler ist, der zum einen eine zerstörerische Waffe baute und zum anderen seine Arbeit später kritisierte und sich sogar gegen den Bau solcher Waffen engagierte.

2. J. Robert Oppenheimers Lebenslauf

Julius Robert Oppenheimer wurde am 22. April 1904 in New York geboren. Bereits in frühen Jahren interessiert er sich für die Chemie. Die Vorfahren seines Vaters waren Juden und lebten ursprünglich in Hanau (Hessen; Westdeutschland). Roberts Vater, Julius S. Oppenheimer, wanderte 1888 nach New York aus und wurde finanzstarker Geschäftsmann. Roberts Mutter, Ella Friedman, absolvierte eine Malerausbildung in Paris ab und besaß anschließend ein Atelier in New York.

1922 begann Oppenheimer sein Studium an der Harvard-Universität, das er nach nur drei Jahren mit dem „summa cum laude“ abschloss. Nach seinem Studium arbeitete er am Cavendish Laboratory im englischen Cambridge unter der Leitung von Ernest Rutherford. 1926 veröffentlichte Oppenheimer mehrere Arbeiten über die quantenmechanische Behandlung komplexer Fragen der Atomstruktur. Daraufhin wurde Max Born auf Oppenheimer aufmerksam und bot ihm einen Platz als Doktorand in Göttingen an. 1927 promovierte Oppenheimer mit Auszeichnung bei Max Born über theoretische Untersuchungen von Spektren. Mit nur 25 wurde Oppenheimer 1929 zum Professor an der Universität von Berkeley berufen. Des Weiteren lehrte er in den Jahren von 1929 bis 1945 Physik am California Institute of Technology in Pasadena.

Robert Oppenheimer arbeitete nun auf dem Gebiet der Atomphysik und der Quantentheorie. Er machte sich einen Namen als engagierter Wissenschaftler auf den Gebieten der kosmischen Strahlen, Positronen und Neutronensternen. In der Zeit von 1943 bis 1945 war er Direktor der Forschungslaboratorien in Los Alamos und leitete das amerikanische Manhattan-Projekt. Dieses Projekt hatte als Ziel die Entwicklung der Atombombe. Am 6. August 1945, warfen die Amerikaner die weltweit erste Atombombe auf die japanische Hafenstadt Hiroshima ab. Drei Tage später bombardierte die US-amerikanische Luftwaffe die japanische Hafenstadt Nagasaki mit einer Atombombe.

Von 1947 bis 1966 leitete Oppenheimer das Institute for Advanced Studies in Princeton in New Jersey. 1947 bis 1956 war er Präsident des General Advisory Committee der Atomic Energy Commission (AEC), der amerikanischen Atomenergiebehörde. Danach besaß er lediglich eine Beratertätigkeit auf diesem Gebiet. Der Physiker war über die Verwüstungen der Atombomben so entsetzt, dass er sich weigerte die Wasserstoffbombe zu entwickeln.

Daraufhin wurde Oppenheimer verdächtigt, den Kommunisten anzugehören. Er musste etliche Verhöre vor dem McCarthy-Ausschuss über sich ergehen lassen. Seine konsequente Verweigerungshaltung führte zu seinem Ausschluss aus weiteren Projekten.

Im Jahr 1954 erfolgte unter Dwight D. Eisenhower seine Entlassung aus allen Ämtern. 1963 wurde er mit dem Enrico-Fermi-Preis, dem höchsten Preis der Atomenergiebehörde, ausgezeichnet. Im hohen Alter befasste sich Oppenheimer mit der Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem „Science and the Common Understanding“ (1954, zu deutsch: „Wissenschaft und allgemeines Denken“).
Julius Robert Oppenheimer starb am 18. Februar 1967 in Princeton, New Jersey.

[...]


[1] http://www.quotez.net/german/robert_oppenheimer.htm

[2] http://www.stern.de/wissen/mensch/atomphysik-julius-robert-oppenheimer-der-vater-der-atombombe-522990.html

Details

Seiten
5
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656357070
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v208286
Note
13 Punkte (1-)
Schlagworte
robert oppenheimer atombombe

Teilen

Zurück

Titel: J. Robert Oppenheimer und der Bau der Atombombe