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Das Kooperative Lernen als eine Methode für das Interkulturelle Lernen

Seminararbeit 2012 18 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interkulturelles Lernen im Kontext Schule
2.1. Vorurteile
2.2. Das Kooperative Lernen als Methode für das Interkulturelle Lernen
2.3. Das Grundprinzip des Kooperativen Lernens

3. Die Placemat-Methode
3.1 Der spezifische Ablauf der Placemat-Methode

4. Unterrichtsmodell (Schema) nach der Placemat-Methode

5. Zusammenfassung der Ergebnisse

6. Literaturverzeichnis
6.1. Internetquellen
6.2. Abbildungen
6.3. Weiterführende Literatur

Anhang

Abbildung

1. Einleitung

Die Tatsache, dass seit Jahren das Thema Integration unseren Alltag prägt und dass die Kinder der Gastarbeiterfamilien, die nun in der 2. und 3. Generation bereits hier leben, einen zum Teil sehr hohen Schüleranteil bis zu 100% stellen, hat mich dazu bewegt, mich mit diesem Thema genauer auseinanderzusetzen.

Im Lehramtsstudium wird zum Bereich des „Interkulturellen Lernens“ leider viel zu wenig, oder sogar gar nichts, vermittelt, obwohl es dazu eigentlich einschlägige Literaturangebote und Forschungsarbeiten gibt. Dies trägt dem Umstand sorge, dass diesem wichtigen Thema, der den Lehreralltag im starken Maße prägt, leider nur sehr wenig Beachtung geschenkt wird. Es wird mehr über dieses Thema diskutiert, als dass wirkliche Lösungsvorschläge gemacht werden.

Hinzu kommt, dass die meisten Menschen davon ausgehen, dass Kinder mit Migrationshintergrund aus bildungsfernen Familien stammen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, und somit eh einen unteren Rang in der sozialen Skala einnehmen. Selbiges betrifft auch die Sprachkenntnisse. Wenn z. B. türkischstämmige Kinder code-switching zwischen der deutschen und der türkischen Sprache betreiben und keine im deutschen grammatikalisch korrekten Sätze bilden, hat das oftmals nichts damit zu tun, dass sie die deutsche Sprache nicht beherrschen, sondern dass sie Teil zweier verschiedensprachiger Kulturen sind.1 Im türkischen Sprachgebrauch gibt es z. B. kein Wort für Hartz4 oder Dosenpfand etc. Des Weiteren gibt es auch keine Artikel und es ist eine rein agglutinierende Sprache, die davon lebt, das Suffixe an das Verb angehängt werden.2 Im Türkischen wären viele inkorrekte deutsche Sätze richtig. Und genau hierin sehe ich das Problem.

Es müssen auch vermehrt die (angehenden) Lehrkräfte im Umgang mit Heterogenität3 geschult und für verschiedene Kulturen sensibilisiert werden. Es sollte zumindest ein Grundverständnis für die jeweilige Kultur vorhanden sein und die Breitschaft sich mit dieser offen auseinandersetzen zu wollen.4 Hinzu kommt, dass dies auch einen wichtigen Beitrag gegen Rassismus leistet, der ja

leider wieder verstärkt in den Fokus rückt. SchülerInnen werden für das Thema Interkulturalität sensibilisiert und sollen dies nicht mehr als Nachteil, sondern als Chance begreifen.

Nichtsdestotrotz will ich die Tatsache nicht verschleiern, dass Schulleistungsstudien mehrmals verifiziert haben, „dass Schülerinnen und Schüler aus zugewanderten Familien deutlich geringere Bildungsabschlüsse erzielen als Kinder und Jugendliche der autochthonen Bevölkerung.“ 5

In dem zitierten Werk von Frau Schründer-Lenzen (Hrsg.) werden Kinder mit Migrationshintergrund als „Sorgenkinder“6 tituliert und einer Risikogruppe zugeordnet. Dieser Begriff ist nicht optimal gewählt, da sie diese Kinder einer Stigmatisierung aussetzt, so wie es der Begriff „leistungsschwächerer“ Schüler vermittelt. Dennoch wird deutlich, dass die Beherrschung der Verkehrssprache Deutsch eine wesentliche Rolle für den beruflichen und aber auch den sozialen (Schwerpunkt: Integration) Erfolg spielt.

„Die IGLU-Studie hat für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache bereits für das Ende der 4-jährigen Grundschule einen substantiellen Lernrückstand dokumentiert (Bos et al. 2003), so dass die Chance, eine Empfehlung für höherqualifizierende Bildungsgänge zu erhalten, für Kinder mit Migrationshintergrund im Vergleich zu monolingual deutschen Kindern geringer ist. Die Benachteiligung der Kinder aus zugewanderten Familien reduziert sich aber deutlich, wenn sie über eine ähnliche Lesekompetenz verfügen wie Kinder ohne Migrationshintergrund, so dass die Beherrschung der Verkehrssprache für den Schulerfolg von Kindern mit Migrationshintergrund zentral ist.“7

Und genau hier soll diese Arbeit ansetzen. Hierbei steht primär die Frage im Raum: Welche Unterrichtsmethode eignet sich vorzugsweise für den Bereich des Interkulturellen Lernens? Da in diesem Bereich die Sozialkompetenz eine große Rolle spielt, soll das Kooperative Lernen, als eine sehr stark sozial geprägte Unterrichtsmethode, genauer in Bezug auf diesen Aspekt hin untersucht werden.

[...]


1 Diese Annahme wurde in einem Seminar an der Universität Potsdam im WS 2011/2012 geäußert.

2 Ersen-Rasch, Margarete (2001): Türkische Grammatik. München. S. 1ff.

3 Vgl. hierzu Schader, Basil (2000): Sprachenvielfalt als Chance.Handbuch für den Unterricht in mehrsprachigen Klassen. Zürich. S.49f.

4 Vgl. hierzu Auernheimer, Georg (2007):Einführung in die Interkulturelle Pädagogik. 5. Auflage. Darmstadt. S. 165-169. Durch den Beschluss der KMK über die Inklusion an deutschen Schulen, wird dieser Umstand noch wichtiger.

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656355779
ISBN (Buch)
9783656356370
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207899
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Schlagworte
kooperative lernen methode interkulturelle

Autor

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Titel: Das Kooperative Lernen als eine Methode für das Interkulturelle Lernen