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Essay zu Martha Nussbaum: Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L.?

Essay 2012 5 Seiten

Ethik

Leseprobe

Essay:

Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L. [1] ?

Erläuterung der Fragestellung

Um die Fragestellung zu erläutern, werde ich zu nächst erklären, was die Umstellungsbegutachtung ist: Ende 2010 hatte die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales den Hilfebedarf aller geistig und körperlich behinderten Heimbewohner in Berlin überprüfen und nach neuen Kriterien beurteilen lassen. Die Begutachtungen sind die Grundlage einer neuen einheitliche Preisgestaltung und Personalbemessung in den Wohnheimen der Berliner Behindertenhilfe.[2] Die genauen Folgen der Umstellungsbegutachtung sind noch nicht geklärt. Es steht jedoch fest, dass Personalkürzungen dazu gehören.

Seit dem Tod seiner Mutter vor drei Jahr wohnt der 60 jähirge Herr L. in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe in Berlin und wurde somit ebenfalls begutachtet. Herr L. hat Autismus in Verbindung mit einer geistigen Behinderung. Das Krankheitsbild wird hier kurz vorgestellt, da es im späteren Verlauf noch eine Rolle spielt. Autismus gehört nach dem ICD-10 zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (F 84).[3] Der Begriff kommt aus dem griechischen und bezeichnet die extreme Selbstbezogenheit, die auch als Flucht in eine „Innenwelt“ geschrieben wird.[4] Typische Aspekte des Autismus, die auch Herr L. aufweist sind: auffälliges Kontakt- und Sozialverhalten, Veränderungsängste, weshalb der Umzug für Herrn L. Und das Leben in der Einrichtung eine große Herausforderung darstellt, Fixierung auf bestimmte Themen, für Herrn L. Ist die DDR sehr bedeutend, in sich gekehrt und Autoaggression, sprich selbstverletzendes Verhalten.[5]

Herr L. hat es in den drei Jahren geschafft sich dem Gruppengeschehen anzupassen, bei Überforderung nicht autoaggressiv zu reagieren, spontane Ideen und Handlungen verhältnismäßig häufiger umzusetzen und einer externen Tätigkeit nachzugehen. Hierbei ist eine ständige Begleitung und Assistenz erforderlich, um Herrn L. zu unterstützen. Trotz der zusätzlichen geistigen Behinderung verfügt Herr L. über eine „Inselbegabung“, eine ausgeprägte Begabung in einem bestimmten Teilbereich. Sie liegt darin zu jedem Datum den Wochentage benennen zu können, sowohl in der Zukunft, als auch in der Vergangenheit.[6]

[...]


[1] Zur Wahrung der Anonymität wurden die Namen des Falls abgekürzt.

[2] Vgl.: Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales

[3] Vgl.: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information 2010

[4] Vgl.: Walter, 2008, S.19

[5] Vgl.: Remschmidt, 2008, S.8f

[6] Vgl.: Aarons/ Gittens, 2007, S.14

Details

Seiten
5
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656352594
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207794
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, Horb, früher Berufsakademie Stuttgart; Horb
Note
1,9
Schlagworte
Ethik Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung Umstellungsbegutachtung Sozialdemokratismus Autismus Martha Nussbaum

Autor

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Titel: Essay zu Martha Nussbaum: Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L.?