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Spieltheoretische Analyse des Atomkonflikts zwischen dem Iran und der USA

Essay 2012 8 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Situationsstruktureller Ansatz nach Michael Zürn

3. Spieltheoretische Analyse des Atomkonflikts zwischen 5 dem Iran und den USA

4. Ausblick 7

1. Einleitung

Schon 1960 erkannte der Schah Mohammad Reza Pahlavi die Kostbarkeit des iranischen Erdöls zur Gewinnung von Kernenergie. Bis 1992 sollten 15,5 Prozent des im Land benötigten Stroms aus Atomkraft gewonnen werden. 1959 legten die USA den Grundstein für dieses Vorhaben. Präsident Dwight D. Eisenhower schenkte der Universität Teheran seinen ersten Forschungsreaktor. Das Ziel des Irans war eine eigenständige Atomindustrie aufzubauen. Heute stemmt sich der Westen gegen eine Urananreicherung des Irans. Die USA will dem Iran die Fähigkeit nehmen eine Bombe bauen zu können. Als Instrument dienen harte Sanktionen. Der iranische Präsident Ahmadinedschad hingegen beharrt auf seinem Recht, das Atomprogramm weiter fortzusetzen, um die technologische Entwicklung des Landes voranzutreiben. Dieser Konflikt führt zu folgender Theorie:

Die Akteure USA und Iran befinden sich in einer Konfliktsituation, die bis auf weiteres unlösbar zu sein scheint.

Bereits 1944 analysierten John von Neumann und Oskar Morgenstern wirtschaftliche Fragestellungen an Hand einer Spieltheorie in ihrem Werk „Theory of Games and Economics Behaviour“. Der Politikwissenschaftler Michael Zürn hat den Gedanken eines simultanen Spiels aufgegriffen und in seinem Buch „Interessen und Institutionen in der internationalen Politik: Grundlegung und Anwendung des situationsstrukturellen Ansatzes“ (1992) manifestiert. Zürn beschäftigt sich mit der Anwendung des situationsstrukturellen Ansatzes auf reale Situationen der internationalen Politik. Das Essay behandelt zunächst den situationsstrukturellen Ansatz nach Michael Zürn und geht auf drei, für den vorliegenden Konflikt, relevante Spielvarianten näher ein: das Sicherheitsdilemma, die Eskalationsspirale und das Deadlock-Spiel. Im Anschluss wird spieltheoretisch dargestellt welcher Konflikt zwischen den USA und dem Iran vorliegt und warum dieser bis auf weiteres unlösbar zu sein scheint. Zum Schluss werde ich ein einen Ausblick geben.

2. Situationsstruktureller Ansatz nach Michael Zürn

Der situationsstrukturelle Ansatz nach Michael Zürn setzt sich zunächst aus drei Bausteinen zusammen: Aus mindestens zwei Akteuren, ihren Handlungsmöglichkeiten und ihren Interessen, die sich in einer Präferenzordnung wiederspiegeln (vgl. Zürn 1992: 137). Hierbei untersucht dieser Ansatz „Verhaltensweisen, die im Falle eines Konflikts auftreten“ (Zürn 1992: 139). Ein Konflikt, so Zürn (1992: 139), „konstituiert sich durch eine unvereinbare Positionsdifferenz zwischen mindestens zwei Akteuren in bezug [sic!] auf ein Konfliktobjekt.“. Um das Verhalten der Akteure erklären zu können, benötigt man ihre subjektive Bewertung: Die Präferenzordnung, die in einer 2x2 Auszahlungsmatrix dargestellt wird (vgl. Scharpf 2000: 128ff.). Zürn (1992: 155) schreibt: „Politische Akteure wählen nicht notwendigerweise die am meisten rationale Verhaltensweise.“ - auch wenn die Akteure als einheitlich und rational handelnde Staaten beschrieben werden (vgl. Gehring: Foliensatz). Die bestmögliche Lösung, die ein Akteur während eines simultanen Spiels erreichen kann, wird als dominante Strategie bezeichnet (vgl. Hühnert 2010: 20). Eine weitere Kombination ist das Nash- Gleichgewicht. Hier erzielen die Spieler keinen Vorteil durch Abweichung von der dominanten Strategie. Zusätzlich existiert noch die Pareto-Effizienz. Diese wird erreicht, wenn sich kein Akteur besser stellen kann, ohne damit sein Gegenüber schlechter zu stellen (vgl. Urbanski: Foliensatz).

Laut Zürn (vgl. 1992: 153), gibt es „völlig konfliktfreie Spiele“, bei denen zwischen den Spielern eine vollständige Interessenübereinstimmung vorliegt. Hier erreichen beide Akteure ihre präferierte Lösung. Im Gegensatz zum Koordinationsspiel steht das Nullsummenspiel: „Der Gewinn des einen, ist unmittelbar der Verlust des anderen.“, so Zürn (1992: 153). Hier herrscht also ein vollständiger Interessengegensatz vor. Zwischen diesen Extremen liegen die sogenannten „mixed-motive Games“ (Zürn 1992: 153). Diese dienen einer realistischen Modellierung in internationalen Konfliktsituationen (vgl. Hühnert 2010: 20). Aus diesem Grund werde ich im Folgenden auf das Sicherheitsdilemma, auf die Eskalationsspirale und auf das Deadlock-Spiel eingehen.

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656349280
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207595
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Schlagworte
spieltheoretische analyse atomkonflikts iran

Autor

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Titel: Spieltheoretische Analyse des Atomkonflikts zwischen dem Iran und der USA