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Konzepte der Nachhaltigkeit

Seminararbeit 2012 25 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Bilderverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte der Nachhaltigkeit

3 Definitionen nachhaltige Entwicklung

4 Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung
4.1 Ein- Säulen- Konzept
4.2 Drei- Säulen- Konzept
4.3 Vier- Säulen- Konzept
4.4 Schwache Nachhaltigkeit
4.5 Starke Nachhaltigkeit
4.6 Mittlere Position zwischen der starken und schwachen
Nachhaltigkeit
4.7 Substanzielle und prozedurale Nachhaltigkeit

5 Fazit der Dimensionen der Nachhaltigkeit

Literaturverzeichnis

Bilderverzeichnis

Bild 2.1: Vorstellungen von nachhaltiger Entwicklung, Quelle: Koplin,
J. 2006, S. 21.

Bild 3.1: Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit als „magisches Dreieck“, Quelle: Eigene Darstellung

Bild 3.2: Porsche 997 GT 3 R hybrid, Quelle: O.V., 2011

Bild 3.2: Die vier Säulen der Nachhaltigkeit, Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Clement, R. 2012, S. 274.

Bild 3.4: Steingeröll auf Nauru, Quelle: Deutsch-Nauruische-Gesellschaft, 2012

Bild 3.5: Ofen- Effekt auf Nauru, Quelle: Atmospheric Radiation
Measurement (ARM) Climate Research Facility, 2010

1 Einleitung

Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der deutschen Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit bedeutet in der Forstwirtschaft, dass ein Wald nur soweit genutzt wird, dass das Holz, also der Ertrag, nicht abnimmt. Konkret umgesetzt bedeutet dies, dass nur so viel Wald abgeholzt wird, wie wieder nachwachsen kann, sodass auch die zukünftige Generation noch diesen Wald nutzen kann. Überträgt man diesen Gedanken auf die Wirtschaft, so bedeutet dies, dass von dem „Naturkapital“ nur so viele Zinsen abgeschöpft werden, dass das vollständige Kapital erhalten bleibt.[1]

Im Rahmen des ersten Kapitels wird zunächst auf die geschichtliche Entwicklung des Begriffs der Nachhaltigkeit seit 1972 durch den zukunftsweisenden Bericht des Club of Romes eingegangen.

Im dritten Kapitel werden verschiedene Definitionen der nachhaltigen Entwicklung vorgestellt.

Das vierte Kapitel führt die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit auf. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der schwachen und der starken Nachhaltigkeit. Dabei wird auch auf die Insel Nauru, einem Negativbeispiel für die schwache Nachhaltigkeit, eingegangen.

Im fünften und letzten Kapitel erfolgt ein Fazit und der Konkretisierung von welcher Nachhaltigkeitsdefinition innerhalb der nachfolgenden Bachelorarbeit ausgegangen wird.

2 Geschichte der Nachhaltigkeit

1972 erschien der Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, welcher im Auftrag des Club of Rome entstand. Der Bericht kam zu dem Ergebnis, dass es, wenn die damaligen Trends in Bevölkerungswachstum, Ressourcenausbeutung und Umweltverschmutzung im Laufe der Jahre so weiterlaufen würden, würde es innerhalb der nächsten hundert Jahre zu einem ökologischen Kollaps kommen und in dessen Folge müsse es zu einem wirtschaftlichen Niedergang kommen müsse.[2] Der Bericht war methodisch und konzeptionell sehr angreifbar und viele seiner Aussagen bewahrheiteten sich nicht. Dennoch führte der Bericht zu einer intensiven Auseinandersetzung über die Zusammenhänge zwischen Produktions- und Lebensstilen, Wirtschaftswachstum und der Endlichkeit von natürlichen Ressourcen. Diese Überlegungen sind auch vor dem historischen Kontext zu sehen. Im Jahr 1973, also kurz nach Erscheinen des Berichtes des Club of Rome, kam es zur ersten Ölkrise.[3] Die Ölkrise zeigte den Industriestaaten, dass sie zu abhängig von der Ressource Öl waren und dringender Handlungsbedarf herrschte.

Im Jahr 1972 wurde auf der ersten Umweltkonferenz der UN das Umweltprogramm der Vereinten Nationen begründet (UNEP). Eine Folge dieser Konferenz war die Schaffung von eigenständigen Umweltministerien in vielen Ländern.[4] Im Jahr 1980 arbeiteten die International Union for the Conservation of Nature (IUCN) und verschiedene UN- Organisationen, wie z.B. UNEP zusammen und entwickelten in Folge dessen die „World Conservation Strategy“. Nach dieser Strategie ist eine dauerhafte ökonomische Entwicklung ohne eine Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme nicht möglich. Mit Ökosystemen ist in diesem Fall speziell das Landwirtschafts-, Wald-, Küsten- und Frischwassersysteme gemeint.[5]

Die Erde dient dem Menschen als natürliche Ressourcenquelle und Rohstofflager sowie „Deponie“ (oder Senke) für Abfälle und Emissionen. Dies führte in den 1980er Jahren dazu, dass neben der Ressourcenproblematik, auch die Senkenproblematik zunehmend in das gesellschaftliche Bewusstsein rückte. Der Verbrauch von Ressourcen führt zu Emissionen, sodass die Ressourcen- und Senkenproblematik in direktem Zusammenhang stehen. Dies wird zum Beispiel durch den Verbrauch von fossilen Energieträgern in Form von Autos, die mit Verbrennungsmotoren fahren und dem Ausstoß von Treibhausgasen deutlich. Problematisch ist dabei auch die Rolle der Industriestaaten. Die praktizierte Produktions- und Lebensstile der Industriestaaten können nicht langfristig auf die übrigen 80 % der Weltbevölkerung übertragen werden.[6]

1983 nahm die UN- Kommission für Umwelt und Entwicklung unter der Leitung von Gro Harlem Brundtland ihre Arbeit auf. Die Brundtland- Kommission hatte das Ziel Handlungsempfehlungen zur Erreichung einer dauerhaften Entwicklung zu erarbeiten.[7] Die Kommission stellte 1987 drei Grundprinzipien in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen und prägte den Begriff der nachhaltigen Entwicklung.[8] Demnach ist nachhaltige Entwicklung: „Sustainable Development is a development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.”[9] Demnach bedeutet nachhaltige Entwicklung, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.[10]

1992 wurde eine UN- Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio abgehalten.[11] Es wurden verschiedene Dokumente unterzeichnet, u.a. auch Agenda 21. Die Agenda 21 stellt ein Aktionsprogramm für Ziele, Maßnahmen und Instrumente zur Umsetzung des Leitbilds dar. Dabei werden unterschiedliche Schwerpunkte für Industrie- und Entwicklungsländer gesetzt. Des Weiteren wurden entwicklungs- und umweltpolitische Grundprinzipien zur Armutsbekämpfung, zur Bevölkerungspolitik, zum Recht auf Entwicklung für die Entwicklungsländer und zur Anerkennung der Industriestaaten als Hauptverursacher der Umweltprobleme dokumentiert. Darüber hinaus wurden Klimakonventionen mit dem Ziel zur Stabilisierung der Treibhausgase auf einem Niveau, das keine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verursachen würde, beschlossen. Zudem wurde eine Biodiversitätskonvention verabschiedet, u.a. mit dem Ziel der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Es wurde zusätzlich eine Walderklärung verabschiedet, die u.a. das Ziel hatte einen Beitrag zur Bewirtschaftung, Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der Wälder zu leisten.[12] Die Dokumente von Rio enthielten allerdings keine überprüfbaren Verpflichtungen für die Vertragsstaaten. Um die Nachhaltigkeitsziele dennoch umzusetzen, wurden Folgeaktivitäten vereinbart, zu der auch die Klimakonferenz in Kyoto gehörte, aus der 1997 das Kyoto- Protokoll entstand. Im Rahmen der Kyoto- Konferenz wurde eine Vereinbarung von Mengenzielen für die Emission der Treibhausgase für die Industrieländer getroffen.[13] Diese Vereinbarung trat im Februar 2005 in Kraft, allerdings ohne die beiden größten Emittenten USA und China.

Im Jahr 2000 wurden die UN- Millenniumsziele in der United Nations Millennium Declaration verabschiedet. Zu den UN- Millenniumszielen gehören die Beseitigung von extremer Armut und Hunger, die Sicherstellung einer für allen zugänglichen Grundausbildung, Förderung der Chancengleichheit zwischen Mann und Frau, Reduktion der Kindersterblichkeit, Verbesserung der Gesundheit von Müttern, Zurückdrängung epidemischer Krankheiten wie z.B. AIDS, Sicherstellung der ökologischen Nachhaltigkeit und eine Etablierung von einer globalen Partnerschaft für Entwicklungsangelegenheiten.[14] 2002 war Johannesburg der Ort für den zweiten Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung. In Johannesburg wurden neue Ziele und Umsetzungsprogramme für weltweiten Umweltschutz und weltweite Armutsbekämpfung beschlossen. Zum Beispiel soll der Anteil der Weltbevölkerung ohne Zugang zu sanitärer Grundversorgung, insbesondere zu sauberen Trinkwasser bis 2015 halbiert werden. Eine Minimierung der gesundheits- und umweltschädlichen Auswirkungen soll bis 2020 erreicht werden. Ebenso soll der weltweite Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieversorgung deutlich erhöht werden. Des Weiteren sollte eine deutliche Verlangsamung des Rückgangs der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 erreicht werden. Allerdings wurden all diese Ziele sehr vage gehalten, sodass es zu einem Konsens aller beteiligten Länder kommen konnte.[15]

[...]


[1] Vgl. Luks, F. 2002, S. 20 f.

[2] Vgl. Meadows et al. 1972, S. 17.

[3] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 17.

[4] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 17 f.

[5] Vgl. IUCN/ UNEP/ WWF 1980, zitiert nach Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 17 f.

[6] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 18 ff.

[7] Vgl. Hauff 1987, S. 1 ff.

[8] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 20 f.

[9] Vgl. WCED 1987, S. 43, zitiert nach Koplin, J. 2006, S. 20.

[10] Vgl. Hauff 1987, Vorwort, S. XV.

[11] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 20 f.

[12] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 23.

[13] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 24.

[14] Vgl. http://www.un.org/milleniumgoals/, zitiert nach Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 25.

[15] Vgl. Grunwald, A./ Kopfmüller, J. 2006, S. 25 f.

Details

Seiten
25
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656347200
ISBN (Buch)
9783656347392
Dateigröße
958 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207394
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
1,0
Schlagworte
konzepte nachhaltigkeit

Autor

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