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Ausländer in den österreichischen Kriminalstatistiken (1990 – 2009)

Wissenschaftlicher Aufsatz 2012 17 Seiten

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug

Leseprobe

Inhaltverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Erfassung der Albaner in der österreichischen Kriminalstatistik

3. Ankunft der Albaner in Österreich

4. Polizeilich bekannt gewordene strafbare Handlungen 1990 – 2009

5. Verurteilungen nach Alter und Staatsangehörigkeit in der Zeitperiode 1985 – 2009

6. Vergleich der Polizeibeamten sowie der schweren Verbrechen im Kosovo und in Österreich am Anfang des 21. Jahrhunderts

7. Vergleich bestimmter Straftaten zwischen Österreich (2003), Kosovo (2005) und Albanien (2002)

8. Beteiligung der österreichischer und nicht-österreichischer Staatsbürger an strafbaren Handlungen 1985 – 2009

9. Rechtskräftig verurteilte Personen in Österreich nach ihrer Staatsangehörigkeit 2009

10. Resümee

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Frage, ob und wie die Albaner an der österreichischen Kriminalitätsstatistik beteiligt sind, war Gegenstand dieses wissenschaftlichen Aufsatzes. Das Jahr 1990 galt auch für Albanien und den Kosovo als ein Jahr der Wende, des Zusammenbruchs des Kommunismus in Albanien und der Aufhebung der Autonomie des Kosovo durch Serbien. Diese Umstände waren Gründe für Hunderttausende Albaner aus dieser Region, in nach Westen auszureisen. So Beispiel in Österreich einige Jahre nach ihrer Ankunft sind Berichten zufolge auch die Kriminalitätsraten gestiegen. Auf Grund dessen habe ich mich in dieser Arbeit bemüht ein klares Bild darüber zu schaffen. Um eine vergleichende Analyse zu erreichen, habe ich die Beteiligung der Ausländerkriminalität in Österreich allgemein dargestellt. Grundlage für solche "Daten" sind mehrere Statistiken über dieBeteiligung der nicht-österreichischen Staatsbürger an strafbaren Handlungen entnommen worden.

2. Die Erfassung der Albaner an der österreichischen Kriminalstatistik

Es ist schwer zu beurteilen, wie hoch ist die Beteiligungsrate der Albaner in den österreichischen Kriminalstatistiken ist, denn spezielle Angaben darüber sind nicht zu finden. Bis im April 2008 wurden in Österreich Personen aus dem Kosovo als Serben oder als ehemalige Jugoslawen, registriert. Seit April 2008 wurden Serben und Kosovaren getrennt erfasst. Eine besondere Beteiligung der albanischen (kosovarischen) Staatsangehörigen an der österreichischen Kriminalstatistik ist aber nicht erkennbar. Um ein vollständiges Bild der Beteiligungsrate der Albaner zu erhalten, ist es zweckmäßig, zunächst die Zahl der in Österreich lebenden oder aufgegriffenen ehemaligen jugoslawischen Staatsbürger und Serben zu überprüfen, um dann albanische und kosovarische Staatsangehörige getrennt davon zu bewerten[1]. Die neuste Zählung zu dieser Herkunftsgruppe am Stichtag des 1. Januar 2011 fasste jedoch die Staatsbürger aus Serbien, Montenegro und Kosovo (209.000) wieder zusammen[2]. Aus diesem Grund bin ich gezwungen worden, einzelne Fälle und andere Kriminal-und Polizeistatistiken zu analysieren, um eine Hypothese zur Beteiligung der Albaner an der allgemeinen Kriminalstatistik in Österreich vertreten zu können.

3. Die Ankunft der Albaner in Österreich

Das Jahr 1990 galt auch für Albanien und den Kosovo als ein Jahr der Wende, des Zusammenbruchs des Kommunismus in Albanien und der Aufhebung der Autonomie des Kosovo durch Serbien. Diese Umstände waren Gründe für Hunderttausende Albaner aus dieser Region, in nach Westen auszureisen. Einige Jahre nach ihrer Ankunft sind Berichten zufolge auch die Kriminalitätsraten gestiegen. Laut Medienservicestelle „ in Österreich lebende AlbanerInnen kommen vor allem aus dem Kosovo und Albanien, aber auch aus Mazedonien. Die Zahlen variieren jedoch sehr stark: Die Angaben reichen von 35.000 bis gar 80.000 Personen albanischer Herkunft. 2.800 bis 4.000 Personen kommen demnach aus Albanien, 30.000 bis 60.000 Personen aus dem Kosovo und etwa 2.000 aus Mazedonien. Laut Januz Saliuka von der MA 17 in Wien leben 80.000 AlbanerInnen in Österreich (davon 35.000 in Wien). Zekerija Sejdini von der Albanischen Islamischen Gemeinschaft in Wien spricht von 40.000 AlbanerInnen.[...].“[3].

4. Polizeilich bekannt gewordene strafbare Handlungen 1990 - 2009

Nach Medienberichten werden Albaner sehr oft, als „gräflich organisierte Straftäter“ bezeichnet. Das österreichische Bundeskriminalamt (BK) spricht über illegale albanische Organisationen. Nach dem Zerfall Jugoslawiens hatte sich ein Großteil der albanischen Straftäter mit Schlepperei von Personen aus den Balkanländern beschäftigt, um Kosovo-Albaner in den EU-Raum zu bringen[4]. Andere kriminelle albanische Gruppen befassten sich mit Aktivitäten wie Handel mit Suchtmitteln, Prostitution, Diebstahl, Hehlerei, Raub, Vermittlung von Scheinehen und Vermittlung illegaler Beschäftigung[5].

Die folgende Tabelle zeigt alle bekannt gewordenen strafbaren Handlungen in der Zeit von 1990 – 2009 in Österreich[6]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In dieser Tabelle (Quelle: BMI. Statistik AUSTRIA) wird deutlich, dass seit dem Jahr 1999 die Kriminalitätsrate der Ausländer ansteigend ist.

In den Berichten des österreichischen Bundeskriminalamtes sollten die Aktivitäten der albanischen Kriminellen nicht gesondert erscheinen, wenn Österreich nur als Durchgangsland für den Drogen-, Menschen-und Warentransport benutzt wurde[7]. Laut Angaben des BK sind viele albanische Straftäter auf den Fahndungslisten[8]. Sie stehen im Verdacht, Straftaten wie Vergewaltigungen oder versuchten Mord durch Messerangriffe verübt zu haben. Das BK hat jedoch viele Probleme bei der Fahndung nach den Straftätern, denn um das Auffinden zu erschweren, verwenden die Flüchtigen im Ausland meist Alias-Namen oder gefälschte Ausweise und wollen sich auf diese Weise der österreichischen Strafverfolgung entziehen. In solchen Fällen kommen die Zielfahnder zum Einsatz[9].

[...]


[1] Vgl. URL: http://www.bmi.gv.at/cms/BK/publikationen/files/JAHRESBERICHT_2008_Final_Version .pdf [Stand: 04.04.2011].

[2] Vgl. URL: http://derstandard.at/1308680443118/Integrationsbericht-2010-Fast-die-Haelfte-der-Zuwanderer-geht-wieder Integrationsbericht 2010 [Stand: 06.07.2011].

[3] Das Portal für JournalistInnen zu Migration und Integration. Siehe auf der Homepage: http://medienservicestelle.at/migration_bewegt/2012/11/26/albanische-community-in-osterreich/ [Stand: 30.12.2012].

[4] Schlag gegen Schlepper-Mafia, In: Die Presse, Wien 3. November 2003.

[5] Operationalisierung von Security Sektor Reform (SSR) auf dem Westlichen Balkan intelligente kreative Ansätze für eine langfristig positive Gestaltung dieser Region, Institut für Europäische Politik e. V, Berlin 2007, S. 26.

[6] Vgl. URL: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/kriminalitaet/anzeigen_polizeiliche _kriminailstatistik/020114.html [Stand: 17.04.2011]. STATISTIK AUSTRIA, Letzte Änderung: 04.06.2010.

[7] Vgl. URL: http://evakreisky.at/onlinetexte/mafia_albanien.pdf [04.04.2011].

[8] Vgl. URL: http://www.bmi.gv.at/cms/BK/fahndung/pers_fahndung/start.aspx [Stand: 04.04.2011].

[9] Vgl. URL: http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_Presse/_news/BMI.aspx?id=36434D425A46537451706B3D& page=0&view=1[Stand: 08.04.2011].

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656342670
ISBN (Buch)
9783656342960
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207179
Institution / Hochschule
Universität Wien – Strafrecht und Kriminologie
Note
Schlagworte
albaner kriminalstatistiken

Autor

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