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Spielerischer Umgang mit Heterogenität

Referat (Ausarbeitung) 2009 5 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Einleitung

Die Ergebnisse von Studien wie PISA machen es deutlich: Deutschland gehört in Sachen Bildung nicht zur Elite. Besonders die skandinavischen Länder werden immer wieder herangezogen, wenn es gilt, das perfekte Schul-, Bildungs- und Unterrichtssystem ausfindig zu machen.

Ein häufiger Kritikpunkt am Unterricht in Deutschland ist das weitgehende Fehlen von einer Binnendifferenzierung. Das heißt, es wird nicht auf individuelle Besonderheiten und Lernunterschiede der Schülerinnen eingegangen, sondern „ein Unterricht für alle“ gemacht. Dass ein Mensch dem anderen niemals genau gleicht und, besonders was Bildung, Motivation und Interesse angeht, überaus große Unterschiede bestehen, wird außer acht gelassen - auch deshalb, weil eine Binnendifferenzierung überaus zeitaufwändig für die Lehrkräfte zu sein scheint und die Angst herrscht, das Niveau sinke, wenn man schwächeren Schülerinnen ihrer Leistung entsprechende Aufgaben gibt. Im Gegensatz hierzu beruht der skandinavische Umgang mit Heterogenität darauf, dass die Unterschiede allen nützen können. So sollen mit verschiedenen Methoden die Schülerinnen dazu angeregt werden, einerseits sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst zu werden und andererseits den anderen zu helfen und zu lernen, Hilfe anzunehmen.

Im Folgenden soll beispielhaft an einer Methode gezeigt werden, wie mit Heterogenität von Gruppen umgegangen werden kann. Es sollen Vor- und Nachteile der Methoden dargestellt werden und sowohl die theoretischen Grundlagen als auch Praxiserfahrungen diskutiert werden, um herauszufinden, ob sich diese Methoden wirklich eignen, die Arbeit mit heterogenen Gruppen zu erleichtern.

Macht-Shuffle

Einführung und Ablauf

Beim Macht-Shuffle, handelt es sich um eine Methode von Harrison Simms, die sehr gut zum Kennenlernen eingesetzt werden kann. Sie eignet sich außerdem gut zur Unterbrechung und Auflockerung des Unterrichts, da die Teilnehmerinnen sich im Raum bewegen müssen.

Im Vorfeld muss sich der Lehrer/die Lehrerin eine Reihe von Aussagen überlegen. Im Spiel müssen dann diejenigen, auf die die jeweilige Aussage zutrifft, aus der Gruppe heraustreten und auf die andere Seite des Raumes gehen.

Die Aussagen können zum Beispiel sein:

„Geht bitte auf die andere Seite des Raumes, wenn ihr

-nicht in Deutschland geboren seid
-nicht mehr zuhause wohnt
-schon illegale Drogen konsumiert habt.“

Diese Aussagen sind nur beispielhaft und sollten der Gruppe entsprechend verändert werden. Insgesamt sollte ein Aussagenkatalog über circa 20 Aussagen verfügen.

Der Ablauf des Macht-Shuffle ist folgendermaßen: Die leitende Person liest die erste Aussage vor und wartet, bis sich die entsprechenden Teilnehmerinnen auf die andere Seite begeben haben. Dann stellt sie die Aufgabe, darauf zu achten, wer bei wem steht und wer nicht. Die nächste Aufgabe der Spielteilnehmerinnen ist, sich zu fragen, was sie dabei fühlen. Danach soll wieder die ganze Gruppe zusammen kommen. Dieses Prozedere ist bei jeder Aussage durchzuführen.

Danach sucht sich jede(r), ohne zu reden, eine(n) Partnerin, mit dem er/sie über das Erlebte und Empfundene sprechen soll. Im Anschluss daran wird ein Stuhlkreis gebildet, in dem jede(r) mitteilen kann, was er/sie am interessantesten, schwierigsten oder einfach mitteilungswert findet, ohne dass darüber diskutiert werden soll.

Durch das Macht-Shuffle soll sich jede(r) der Differenzen, die in der Gruppe vorhanden sind, bewusst werden. Dies soll zum Aufbrechen verschiedener Grüppchen dienen und Gemeinsamkeiten mit bis zu diesem Zeitpunkt ignorierten oder ausgegrenzten Teilnehmerinnen verdeutlichen.[1]

[...]


[1] Vgl. Thomas, Christina: Macht-Shuffle. In: Becker, Gerold u. a. (Hrsg.): Heterogenität - Unterschiede nutzen ? Gemeinsamkeiten stärken. Erhard Friedrich Verlag, 2004 (=Jahresheft 2004), S. 114f.

Details

Seiten
5
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656342380
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207169
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Institut für Erziehungswissenschaft und Psychologie
Note
2,0
Schlagworte
Pädagogik Individualität Binnendifferenzierung Macht-Shuffle Unterricht Spiel Simms Praxis

Autor

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Titel: Spielerischer Umgang mit Heterogenität