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Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich: USA und Deutschland

Bachelorarbeit 2012 54 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II. Tabellenverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. REITs in den USA
2.1 Historie
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2.1. Gründung
2.2.2. REIT-spezifische Bedingungen
2.3 Besteuerung von REITs
2.3.1. REIT-Gesellschaft
2.3.2. Anleger
2.4 Anlageklassen in den USA

3. REITs in Deutschland
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.1.1. Gründung
3.1.2. REIT-spezifische Bedingungen
3.1.3. Vorschriften des AktG
3.2 Besteuerung von REITs
3.2.1. REIT-AG
3.2.2. Anleger
3.3 Exit-Tax
3.4 Abgrenzung zu anderen Immobilienanlageformen
3.4.1. Offene Immobilienfonds
3.4.2. Geschlossene Immobilienfonds
3.4.3. Immobilien-AG

4. Tabellarische Gegenüberstellung und Würdigung

5. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Marktkapitalisierung von US-REITs in Mio. Dollar

Abbildung 2: Prozentuale Marktkapitalisierung nach Ressorts

Abbildung 3: Anzahl der REITs nach Ressorts

Abbildung 4: Investmentrentabilität relativ zum Verschuldungsgrad

II. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Körperschaftsteuersätze USA

Tabelle 2: Persönliche Einkommensteuersätze USA

Tabelle 3: Persönliche Kaptitalertragsteuersätze USA

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Nach der Finanzkrise im Jahr 2007 und auch heute mit der Staatsschulden- und Bankenkrise suchen viele Anleger sichere Investitionsmöglichkeiten und verzichten dabei auf eine höhere, aber auch risikobehaftete Rendite. Die Investition in Immobilien gilt als relativ sicher, jedoch werden hier in der Regel keine großen Profite erwirtschaftet. Dabei gibt es in diesem Sektor ein großes Potential. Deutschland besitzt den größten Immobilienmarkt Europas mit einem Immobilienvermögen von etwa 9.000 Mrd. €[1], aus dem eine Bruttowertschöpfung von 390 Mrd. Euro in der Immobilienbranche und 251 Mrd. € bei der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft hervorgeht.[2] Dabei haben deutsche Unternehmen, speziell der Mittelstand, im internationalen Vergleich eine sehr hohe Eigentumsquote von bis zu 70% beim Immobilienvermögen.[3] Durch diese hohe Bindung des Kapitals können Investitionen zur Wertsteigerung des Unternehmens unterbunden bzw. gehemmt werden. Natürlich ist ein gewisses Maß an Immobilienanlagevermögen für Unternehmen dienlich, da es z.B. auch zur Sicherung von Krediten genutzt werden kann. Durch den Verkauf der Immobilienbestände und dem anschließenden Zurückmieten (sale & lease back) könnten große Mengen an liquiden Mitteln für die Unternehmen freigesetzt werden. Dies ist eines der Hauptgeschäftsfelder von Real Estate Investment Trust (REIT) Gesellschaften.

Neben den bestehenden Anlagevehikeln der offenen und geschlossenen Immobilienfonds sowie der Immobilien-AG wurde im Jahr 2007 in Deutschland der Real Estate Investment Trust als weitere Immobilienanlageform eingeführt, der eine Mischform zwischen den anderen darstellt.[4] Besonders die hohe Steuertransparenz und die problemlose Investition über die Börse machen diese Form der Geldanlage reizvoll. Auch die Überführung von bisherigem Immobilienbetriebsvermögen in einen REIT wird durch den Gesetzgeber steuerlich begünstigt, indem unter bestimmten Voraussetzungen nur 50% der aufgedeckten stillen Reserven versteuert werden müssen. Die REIT-AG selbst ist von der KSt und der GewSt befreit und die Besteuerung erfolgt ausschließlich auf Ebene der Anleger mit deren persönlichem Steuersatz. Generell können REITs in drei Untergruppierungen aufgeteilt werden: Equity-, Mortgage- und Hybrid-REITs. Equity-REITs generieren ihre Umsätze aus dem Besitz von Immobilien, also i.d.R. Mieteinnahmen. Mortgage-REITs haben sich auf das Hypothekengeschäft spezialisiert und Hybrid-REITs stellen eine Mischform dar. Des Weiteren gibt es drei Arten einen REIT zu führen: traditional, UPREIT und DOWNREIT. Beim traditional REIT besitzt die REIT-Gesellschaft alle Immobilien und wickelt auch alle anfallenden Geschäfte selbst ab. Beim UPREIT hingegen wird eine Betreibergesellschaft gegründet, bei der eine Personengesellschaft Immobilienvermögen und die REIT-Gesellschaft das nötige Kapital einbringt. Dies hat den Vorteil, dass einem REIT effektiv Immobilienvermögen zugehführt werden kann, ohne dabei stille Reserven aufdecken zu müssen.[5] Der DOWNREIT hingegen stellt sich wie folgt dar: die REIT-Gesellschaft verwaltet das Immobilienportfolio, kümmert sich also um die Akquisition von neuen Immobilien und beteiligt sich an einer Personengesellschaft, die das Immobilienmanagement der Bestandsimmobilien übernimmt. Ferner wird für jede steuerprivilegierte Zuführung von Immobilienvermögen eine neue Gesellschaft begründet, an der sich der REIT beteiligt.[6]

REITs gibt es im Ausland schon seit längerer Zeit und sie erfreuen sich dort auch großer Beliebtheit. Angetrieben durch „die Initiative Finanzstandort Deutschland, bestehend aus zehn deutschen Finanzinstituten, der Deutschen Börse, der Deutschen Bundesbank und dem Bundesfinanzministerium“[7] wurde innerhalb von 3,5 Jahren die Einführung von REITs in Deutschland ermöglicht. Bisher werden jedoch nur vier Firmen an der Deutschen Börse in Frankfurt gehandelt, die zusammen eine Marktkapitalisierung von etwa 1.040 Mio. € haben.[8] Zwei weitere Unternehmen sind beim Bundeszentralamt für Steuern als Vor-REITs registriert und warten auf ihre Börsenzulassung.[9]

2. REITs in den USA

2.1. Historie

Anders als in Deutschland ist die Anlageform REIT in den USA nicht nur schon lange bekannt und ebenso erfolgreich, sie wurde dort auch weltweit zuerst eingeführt. Im Jahr 1960 wurde unter Präsident Eisenhower im Rahmen des excise tax bill der Real Estate Investment Act erlassen. Sinn der Einführung dieser Art der Geldanlage war es, auch kleinen und privaten Anlegern die Möglichkeit zu geben, sich mit geringem Geldeinsatz an „großen, professionell gemanagten Immobilienportfolios zu beteiligen“[10]. Allerdings wurde die Anlageform nicht in das amerikanische Gesellschaftsrecht aufgenommen, sondern wurde Teil des Einkommensteuerrechts, dem Internal Revenue Code (IRC).

Die Akzeptanz dieser neuartigen Anlageform war von Anfang an gut, jedoch nicht überragend. Dies änderte sich erst als im August 1993 mit dem Omnibus Budget Reconciliation Act (OBRA) in Sec. 8149 neue Regelungen getroffen wurden, so dass die von Pensionsfonds gehaltenen Anteile an REITs den Begünstigten direkt zugeordnet wurden. Somit konnten die Pensionsfonds die gesetzlichen Regelungen bezüglich des Streubesitzes von maximal 5% pro Anteilseigner einhalten und in diese investieren. Die Marktkapitalisierung von REITs stieg in den folgenden Jahren erheblich, wie es auch die folgende Grafik verdeutlicht.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Marktkapitalisierung von US-REITs in Mio. Dollar

Quelle: Eigene Abbildung nach NAREIT: REITWatch - A Monthly Statistical Report on the Real Estate Investment Trust Industry, 15. Juni 2012, http://returns.reit.com/reitwatch/rw1204.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 26

Wie der Abbildung zu entnehmen ist, hat der REIT unter der Immobilienkrise 2007 sehr stark gelitten. Allerdings hat sich der Markt innerhalb von drei Jahren wieder erholt und steht besser als je zuvor da.

Den Höchststand an börsennotierten REITs gab es im Jahr 1994 mit insgesamt 226 gelisteten Gesellschaften, nachdem der OBRA 1993 erlassen wurde. Aktuell sind 160 REITs börsennotiert, mit einer Marktkapitalisierung von etwa $ 450.500 Mio. Während der letzten Jahre stellte sich die Verteilung auf die einzelnen Arten von REITs in etwa wie folgt dar: 90% Equity-, 8% Mortgage- und nur ungefähr 2% Hybrid-REITs. Seit 2010 allerdings gibt es in den USA keine Hybrid-REITs mehr und so ist der Anteil der Mortgage-REITs im Jahr 2011 auf 9,5% gestiegen[12].

Bereits 1971 folgte Holland und im Jahr 1972 auch Australien dem amerikanischen Beispiel. Beide ermöglichten die Einführung von REITs mit ähnlichen gesetzlichen Be­stimmungen und einem ebenfalls großen Erfolg.

2.2. Rechtliche Rahmenbedingungen

2.2.1. Gründung

Es gibt für die Gründung eines REITs gemäß §856 (a) IRC drei zulässige Gesellschaftsformen: die corporation, den trust oder die association, vergleichbar mit den deutschen Formen der Kapitalgesellschaft, einer Mischform aus Kapitalgesellschaft und Konzern und einem Verband. Ein REIT ist somit keine eigene Gesellschaftsform, sondern lediglich eine selbst auferlegte Verpflichtung gewisse Regeln einzuhalten, um den steuerlichen Sonderstatus zu erlangen. Der REIT-Status muss hierbei von der Gesellschaft beantragt werden und wird nicht automatisch erreicht. Danach wird der REIT-Status der Gesellschaft jedes Jahr aufs Neue erteilt, insofern die Bedingungen, die an den REIT-Status geknüpft sind, von der Gesellschaft erfüllt werden.[13] Die Bedingungen hierfür sind in den §§856 - 859 IRC aufgelistet. Anders als in Deutschland muss ein REIT in den USA nicht zwangsläufig an der Börse gehandelt werden, er muss nicht einmal öffentlich zugänglich sein.

Beim börsennotierten REIT, dem public traded REIT, handelt es sich um den mit dem deutschen REIT am ehesten vergleichbaren Trust. Gleichzeitig ist er auch der am häufigst vorkommende Trust mit derzeit 160 börsennotierten Gesellschaften[14]. Er unterliegt strengen Informationspflichten, wird von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC überwacht und der Wert der einzelnen Aktie ergibt sich aus dem täglichen „Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage über die Börse“[15].

Der größte Unterschied des nicht an der Börse gehandelten REIT, dem non-exchange traded REIT, zum börsengehandelten REIT ist die beschränkte Informationspflicht. Die Aktien werden zu einem festen Kurs gehandelt und sind somit nicht den starken Schwankungen der Börse ausgeliefert.[16] Allerdings stehen auch diese Gesellschaften unter der Aufsicht der SEC. Der Anteil der non-exchange-traded REITs beträgt mit 63 Gesellschaften etwa 28,2%. Dass es für diese Gesellschaften schwieriger ist an Eigenkapital zu gelangen, ist durch Zahlen belegbar. Trotz ihres ansehnlichen Marktanteils entfallen auf die nicht-börsengehandelten REITs relativ gesehen nur 15,9% des gesamten Eigenkapitals, jedoch auch nur 14,5% der Verbindlichkeiten.[17]

Zu guter Letzt gibt es in den USA noch private REITs, die - wie der Name schon vermuten lässt - nicht gelistet und auch nicht öffentlich zugänglich sind. Da die Informationspflichten sehr beschränkt sind und sie auch nicht der Kontrolle der SEC unterliegen, sind diese private REITs dazu verpflichtet, extern beraten und gemanagt zu werden.[18] Jedoch ist der Anteil der private-REITs mit nur 17 Gesellschaften gering. Gründe hierfür liegen wahrscheinlich in den hohen Beteiligungskosten und der Schwierigkeit, die erworbenen Anteile später weiterzuveräußern.

2.2.2. REIT-spezifische Bedingungen

Die Regelungen der §§856 - 859 IRC sind sehr detailliert, wie man es auch aus den US-GAAP für die Rechnungslegung kennt. So gibt es z.B. in §856 (c) (5) (H) IRC spezielle Regelungen für Real Estate Investment Trusts, die dem holzverarbeitenden Gewerbe zuzurechnen sind. Es ist im Rahmen dieser Arbeit weder möglich noch sinnvoll, derart detailliert in das Gesetz einzusteigen. Vielmehr werde ich auf die wichtigsten Rahmenbedingungen, die allen REITs zugrunde liegen, eingehen. Generell gelten alle Vorschriften, ungeachtet der gewählten Gesellschaftsform, gleichermaßen.

Die folgenden Anforderungen an die Organisationsstruktur des REITs müssen an jedem einzelnen Tag des Jahres eingehalten werden. Ein REIT muss von einem oder mehreren trustees (Treuhänder) oder directors (eine Mischform zwischen Vorstand und Aufsichtsrat) gemanagt werden.[19] Des Weiteren muss das wirtschaftliche Eigentum durch übertragbare Aktien oder Zertifikate nachgewiesen und gewährleistet werden können.[20] Zudem muss es sich um eine US-amerikanische und steuerpflichtige Gesellschaft handeln[21], die aber weder ein Finanzinstitut noch eine Versicherungsgesellschaft ist.[22]

An lediglich 335 Tagen des Jahres müssen die Anteile an der REIT-Gesellschaft von mindestens 100 verschiedenen Personen gehalten werden und maximal 50% der Anteile dürfen von fünf oder weniger Anteilseignern besessen werden.[23]

Zur Erlangung des REIT-Status werden an die Gesellschaft auch Anforderungen bezüglich des Bruttoeinkommens gestellt. Mindestens 75% des Bruttoeinkommens (Definition gross income §61 IRC) müssen kumuliert von Immobilien-Mieteinnahmen, Hypothekenkreditzinsen, dem Verkauf oder anderen Veräußerungsgeschäften von Immobilien, den Dividenden oder dem Verkauf von Anteilen an anderen REITs und Freibeträgen oder Rückerstattungen von Grundstücksbesteuerungen stammen.[24]

„Zu den 75% müssen weitere 20% des Bruttoeinkommens unter anderem aus Gewinnen von Veräußerungsgesellschaften und Dividenden von TRS stammen“[25], so dass insgesamt 95% des Bruttoeinkommens aus immobilienbezogenen Quellen stammen müssen. Bei einer TRS handelt es sich um eine steuerpflichtige Tochtergesellschaft eines REIT, die meist als Betreibergesellschaft fungiert.

Auch an die Bilanzstruktur werden Anforderungen gestellt. So müssen mindestens 75% der Bilanzsumme aus Immobilienanlagegütern, wie z.B. Grundstücken, Gebäuden, Wegerechten und Hypotheken auf Grundstücke oder aus Bargeld, anderen liquiden Mitteln, zu denen auch Forderungen gehören, und Staatsanleihen bestehen.[26] Jedoch dürfen nicht mehr als 25% der Bilanzsumme auf Wertpapiere entfallen, auch wenn es sich hierbei um eine TRS handelt.[27] Des Weiteren darf „ein einzelner Aktivposten nicht mehr als 5% des Gesamtvermögens ausmachen sowie nicht mehr als 10% der stimmberechtigten Wertpapiere oder des Gesamtvermögens betragen“.[28]

Nicht gesetzlich geregelt ist, wie hoch die Fremdkapitalquote respektive die Eigenkapitalquote sein dürfen bzw. sein müssen. Auch eine gesetzliche Mindesteinlage oder ein Mindesteigenkapital ist nicht vorgeschrieben.

Darüber hinaus ist der US-amerikanische REIT dazu verpflichtet, mindestens 90% seines steuerpflichtigen Einkommens als Dividenden auszuschütten.[29]

2.3. Besteuerung von REITs

2.3.1. REIT-Gesellschaft

Generell ist der REIT nicht von der amerikanischen KSt, der corporate tax, befreit, auch wenn alle im letzten Abschnitt genannten Voraussetzungen erfüllt werden. Es ist der Gesellschaft allerdings erlaubt, die ausgeschüttete Dividenden vom steuerpflichtigen Einkommen als Betriebsausgabe abzuziehen, bevor die zu zahlende Körperschaftsteuer berechnet wird.[30] Es wird also faktisch nur der nicht ausgeschüttete, zurückgehaltene Gewinn besteuert.

Anbei eine Auflistung der Körperschaftsteuersätze in den USA - Stand 2012:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Körperschaftsteuersätze USA 2012

Quelle: Wikipedia: Corporate tax in the United States, 15. Juni 2012, http://en.wikipedia.org/w/ index.php?title=Corporate_tax_in_the_United_States&oldid=494134739, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

Auf die Körperschaftsteuer wird i.d.R. noch eine bundesstaatliche Steuer aufgeschlagen, die zwischen 0% und 12% liegen kann, meist auch wieder gestaffelt nach dem steuerpflichtigen Einkommen.[31]

2.3.2. Anleger

Da der REIT selbst zumindest von den ausgeschütteten Dividenden steuerbefreit ist, erfolgt die Besteuerung der Erträge auf Ebene der Anleger. Da es hier zu keiner steuerlichen Doppelbelastung kommt, spricht man vom Durchflussprinzip. Genau wie in Deutschland werden in den USA Kapitalerträge separat von der eigentlichen Einkommensteuer behandelt. Allerdings richtet sich in den USA der auf diese Erträge zu zahlende Steuersatz nach dem persönlichen Einkommensteuersatz, während dies in Deutschland nur bei einem persönlichen Einkommensteuersatz von unter 25% und nur auf Antrag der Fall ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Persönliche Einkommensteuersätze USA 2012

Quelle: Wikipedia: Income tax in the United States, 15. Juni 2012, http://en.wikipedia.org/w/index.php? title=Income_tax_in_the_United_States&oldid=497477545, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

In den USA gibt es, wie Tabelle 2 zu entnehmen ist, ein Stufenmodell für die Einkommensteuersätze, das gestaffelt von 10% bis zu einem Spitzensteuersatz von 35% reicht. Ab dem Jahr 2013 wird der Eingangssteuersatz allerdings auf 15% und der Spitzensteuersatz auf 39,6% steigen.[33]

Die Besteuerung der kurzfristigen Kapitalgewinne erfolgt bei Gewinnen aus Aktien und Anlagen, die weniger als ein Jahr gehalten wurden und richtet sich nach dem persönlichen Einkommensteuersatz, auch nach der bevorstehenden Steuererhöhung.[34] Die langfristigen Kapitalgewinne sind steuerbegünstigt und ergeben sich aus Anlagen, die länger als ein Jahr gehalten werden.[35] Derzeit liegt der maximale Steuersatz hierfür bei 15%. Die niedrige Besteuerung von langfristig gehaltenen Aktien wird in den amerikanischen Medien seit einiger Zeit als sehr kritisch gesehen. Der amerikanische Großinvestor Warren Buffett ist seit Jahren ein Verfechter der These, dass auch diese Investitionen stärker besteuert werden müssen. Warren Buffett gab an, dass im Jahr 2010 sein effektiver Steuersatz lediglich 17,4% betragen habe, bei einem Einkommen von knapp $ 40 Millionen.[36]

Ab dem Jahr 2013 wird eine neue Stufe für Kapitalerträge eingeführt. Diese Anteile oder Aktien müssen dann für mindestens fünf Jahre gehalten werden, um einen vergünstigten Steuersatz von 8% oder 18% für die gezahlten Dividenden in Anspruch nehmen zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Persönliche Kaptitalertragsteuersätze USA

Quelle: Wikipedia: Capital gains tax in the United States, 15. Juni 2012, http://en.wikipedia.org/ w/index.php?title=Capital_gains_tax_in_the_United_States&oldid=493258040, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

2.4. Anlageklassen in den USA

Auch heute wird noch häufig proklamiert, dass eine breitere Streuung der eigenen Investitionen das Risiko insgesamt minimiert und zu einer langfristig höheren Rendite führt. Dass im Falle REIT aber auch eine Spezialisierung in einzelne Immobilienbereiche hocheffektiv sein kann, haben die Daten in den USA über Jahrzehnte bewiesen.[37]

[...]


[1] Vgl. Huesmann, Matthias: German REITs: Einführung von Real Estate Investment Trusts in den deutschen Kapitalmarkt, Berlin 2005, S. 15

[2] Vgl. Deutsche Finance AG: Fast 9 Billionen Euro Immobilienvermögen in Deutschland, 15. Juni 2012, http://deutsche-finance.de/236/355/de/aktuelles/news/news/fast-9-billionen-euro-immobilienvermoegen-in-deutschland.html, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[3] Vgl. Ernst & Young: Die Eigentumsquote ist zu hoch und bindet zu viel Kapital, 15. Juni 2012, Frankfurter Allgemeine Zeitung, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/arbeiten/mittelstand -zu-viele-immobilien-im-bestand-1742560.html, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[4] Vgl. Amort, Matthias; Blum, Hannes: Real Estate Investment Trusts (REITs): Alternativen und Besteuerung, In DStR, 2009, S. 1772

[5] Vgl. Dr. Volckens, Hans Volkert; Panzer, Andreas:Der US-amerikanische Real Estate Investment Trust - Rechtliche Rahmenbedingungen und Funktionsweise, In: IStR, 2005, S. 105

[6] Vgl. Dr. Volckens, Hans Volkert; Panzer, Andreas:Der US-amerikanische Real Estate Investment Trust - Rechtliche Rahmenbedingungen und Funktionsweise, In: IStR, 2005, S. 105

[7] Krieger Helena, Ausgestaltung von REITs nach dem Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften

[8] Vgl. Deutsche Börse: RX REIT Index (Performance), 15. Juni 2012, http://www.boerse-franfurt.de/de/aktien/indizes/rx+reit+index+performance+DE000A0MEN66/zugehoerige+werte, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[9] Vgl. Bundeszentralamt für Steuern: Registrierte Vor-REITs, 15. Juni 2012, http://www.bzst.de/ DE/Steuern_National/Vor_Reit_Registrierung/Vor_Reits_Liste.pdf?__blob=publicationFile, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[10] Simon, Gunnar: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich USA - Europa - Deutschland, E-Book 2004, S. 1

[11] U.S. Government Printing Office: Omnibus Budget Reconciliation Act of 1993, 15. Juni 2012, http://www.gpo.gov/fdsys/pkg/BILLS-103hr2264pp/pdf/BILLS-103hr2264pp.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 381ff.

[12] Vgl. NAREIT: REITWatch - A Monthly Statistical Report on the Real Estate Investment Trust Industry, 15. Juni 2012, http://returns.reit.com/reitwatch/rw1204.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 26

[13] Vgl. §856 (c) (1) IRC

[14] Vgl. NAREIT: REITWatch - A Monthly Statistical Report on the Real Estate Investment Trust Industry, 15. Juni 2012, http://returns.reit.com/reitwatch/rw1204.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 41

[15] Simon, Gunnar: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich USA - Europa - Deutschland, E-Book 2004, S. 9

[16] Vgl. Simon, Gunnar: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich USA - Europa - Deutschland, E-Book 2004, S. 10

[17] Vgl. NAREIT: REITWatch - A Monthly Statistical Report on the Real Estate Investment Trust Industry, 15. Juni 2012, http://returns.reit.com/reitwatch/rw1204.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 41

[18] Vgl. Simon, Gunnar: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich USA - Europa - Deutschland, E-Book 2004, S. 10

[19] Vgl. §856 (a) (1) IRC sowie Dr. Schäfer, Jürgen; Dr. Knepel, Helmut; Lange, Christian A., Körfgen, Thomas; Barkow, Peter; Borsche, Johannes K.; Dr. Just, Tobias; Dr. Kater, Ulrich; Kiss, Patrick; Knoflach, Barbara; Leibold, Stefan; Puhl, Oliver; Rackensperger, Frank; Stanislawek, Ireneus; Völker, Ewald; Dr. Volckert, Hans Volkert; Voelker, Ewald: REITs Real Estate Investment Trusts - Praxisleitfaden, München 2007, S. 197

[20] Vgl. §856 (a) (2) IRC

[21] Vgl. §856 (a) (3) IRC

[22] Vgl. §856 (a) (4) IRC

[23] Vgl. §856 (b) i.V.m. §856 (a) (5) und (6) IRC

[24] Vgl. §856 (c) (3) (A) – (E) IRC

[25] Simon, Gunnar: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich USA - Europa - Deutschland, E-Book 2004, S. 4

[26] Vgl. §856 (c) (4) (A) i.V.m. §856 (c) (5) (A) – (C) IRC

[27] Vgl. §856 (c) (4) (B) (i) + (ii) IRC.

[28] Simon, Gunnar: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich USA - Europa - Deutschland, E-Book 2004, S. 4

[29] Vgl. §857 (a) (1) (A) IRC

[30] Vgl. §857 (b) (2) (B) IRC

[31] Vgl. Wikipedia: Corporate tax in the United States, 15. Juni 2012, http://en.wikipedia.org/ w/index.php?title=Corporate_tax_in_the_United_States&oldid=494134739, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[32] Darf nicht verheiratet sein; muss mindestens die Hälfte der für den Haushalt anfallenden Kosten getragen haben wie z.B. Hypotheken, Miete, Instandhaltungen und Essen; und eine Person, für die eine gesetzliche Freistellung vorliegt lebt im Haushalt des Head of Household. Vgl. Wikipedia: Head of Household, 15. Juni 2012, http://en.wikipedia.org/w/index.php?title= Head_of_Household&oldid=495028522, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[33] Trend-Invest.de / Werner Peters: Auszug amerikanisches Steuerrecht, 15. Juni 2012, http://www. trend-invest.de/wordpress/wp-content/uploads/jt27vpauszugsteuern3239.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 2

[34] Vgl. §1222 (1) IRC

[35] Vgl. §1222 (3) IRC

[36] Vgl. Süddeutsche Zeitung: "Buffett-Steuer" für Millionäre - Das 6.938.744-Dollar-Problem, 15. Juni 2012, http://www.sueddeutsche.de/politik/steuerpolitik-in-den-usa-obama-schlaegt-buffett-steuer -fuer-millionaere-vor-1.1145384, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00

[37] Vgl. NAREIT: REITWatch - A Monthly Statistical Report on the Real Estate Investment Trust Industry, 15. Juni 2012, http://returns.reit.com/reitwatch/rw1204.pdf, abgerufen am 15. Juni 2012, 16:00, S. 14 und 18

Details

Seiten
54
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656353638
ISBN (Buch)
9783656354222
Dateigröße
854 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207168
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Calw
Note
2,2
Schlagworte
REIT Real Estate Investment Trust Real Estate Investment Trusts REITS REIT AG Vergleich USA Amerika Deutschland

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Titel: Real Estate Investment Trusts (REITs) im Vergleich: USA und Deutschland