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Weil Sterben ein Teil des Lebens ist

Das Hospiz

Studienarbeit 2011 26 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Begriffsbestimmung

3. Geschichte der Hospizarbeit
3.1 Mittelalter bis 2. Weltkrieg
3.2 Nach dem 2. Weltkrieg
3.3 Heutige Situation
3.3.1 Stationäre Hospize
3.3.2 Teilstationäre Hospizarbeit
3.3.3 Ambulante Hospizarbeit

4. Ziele der Hospizarbeit

5. Die Prinzipien des Hospizes

6. Grundsätze der Hospizarbeit

7. Die Schwerpunkte der Hospizarbeit

8. Die Begleitung Sterbender

9. Was brauchen Sterbende?
9.1 Das Recht auf den heutigen Tag
9.2 Das Recht auf den eigenen Tod
9.3 Das Recht zu sein, wie man ist
9.4 Bedürfnisse des Körpers
9.5 Bedürfnisse nach Sicherheit
9.6 Bedürfnisse nach Liebe
9.7 Bedürfnisse nach Achtung
9.8 Bedürfnisse der Selbstverwirklichung

10. Kinder und Hospiz
10.1 Angebote des Kinder-Hospiz-Dienstes

11. Schluss

12. Literaturverzeichnis

Wenn der Tod naht

"Wenn der Tod naht, so sollte er niemanden

überrascht antreffen. Er sollte ein Teil Dessen sein,

was wir von einem Vollen Leben erwarten."

(Muriel Spark)

1. Einleitung:

Hospiz - weil Sterben ein Teil des Lebens ist. Dieser Gedanke ist tief greifend und für viele Menschen nur schwer nachvollziehbar. Hauptursachen sind jedoch nicht nur die Trennung der Familien, sondern auch die fühlbare psychische und physische Überforderung vieler Angehöriger mit der Pflege eines Sterbenden.

Heutzutage stellen Sterben und Tod in unserer Gesellschaft Tabuthemen dar. Es scheint ein unheimliches Unbehagen auszulösen sich länger als nur unbedingt nötig mit diesen Themen, die doch jeden von uns betreffen auseinander zu setzen. Jeder kann selbst diese Beobachtung machen, wenn er einmal diese Themen anspricht, gerade so, als seien sie etwas ganz Alltägliches. Dabei lassen sich nämlich sehr interessante Reaktionen beobachten. Menschen werden nervös, verziehen erschrocken das Gesicht oder versuchen möglichst schnell ein anderes Thema zur Sprache zu bringen. Sterben und Tod rühren an die Grundmauern unseres Selbstverständnisses, unserer Kultur und unserer Gesellschaft. Abgedrängt in Krankenhäuser und Altenheime, wird die Endlichkeit menschlichen Lebens immer weniger wahrgenommen. Welchen Beitrag leistet die Hospizbewegung gegen diese Entwicklung? Die Hospizidee hat die Welt erobert und ein revolutionäres Umdenken über Tod und Sterbebegleitung eingeleitet. Hospiz, ist nicht ein Gebäude, sondern Einstellungen und Fähigkeiten, mit denen wir Sterbenden erst wirklich als Menschen begegnen können. Jeder, der sich darauf einlässt, Sterbende zu begleiten, muss sich den Fragen nach den Grundlagen seiner Arbeit stellen. Die spirituelle Grundüberzeugung ist, dass mit dem Tod mehr weitergeht, als nur die Erinnerung. Eine Brücke zu bauen in diese andere Wirklichkeit, den Tod zu umarmen und die Kunst des Sterbens neu zu leben, soll auf kreative Weise für viele ermöglicht werden. In meinem Referat beschäftige ich mich mit dem Stellenwert und den Leistungen der Hospizbewegung in der heutigen Gesellschaft.

Ich habe mir das Referat zum Thema Sterben und Tod, Hauptthema Hospiz ausgesucht, weil ich schon oft in Situationen gekommen bin, womit ich nicht so recht umzugehen wusste. Zur Einstimmung habe ich ein kleines Gedicht ausgesucht, sowie eine Definition für den Begriff "Hospiz". Danach möchte ich gerne auf die "Geschichte der Hospizbewegung" eingehen. Darauf folgen die Prinzipien, Ziele und Grundsätze der Hospizarbeit. Nachdem gehe ich auf das Thema „Die Begleitung Sterbender“ und "Was brauchen Sterbende" ein. Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Arbeit mit Kindern im Hospiz eingehen und mein Referat dann mit einem Gedicht beenden.

„Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!“ (Marcus Aurelius)

2. Begriffsbestimmung

Lateinisch „Hospitium“ bedeutet Herberge, Gastfreundschaft.

Die Bezeichnung "Hospiz" steht nicht für krankenhausähnliche Häuser für Sterbende, sondern für ein bestimmtes Konzept medizinischer, pflegerischer und spiritueller Fürsorge, eine bestimmte Einstellung zum Tod und der Fürsorge für den sterbenden Menschen. Mit der tödlichen Krankheit wird so umgegangen, dass der Patient bis zu seinem Tode angenehm leben kann, umsorgt von Familie und Freunden. Die Angehörigen werden in der Phase der Trauer weiterbegleitet. Hospizarbeit will einerseits dem Sterbenden zu einem menschen-würdigen, möglichst schmerzfreien sterben verhelfen, andererseits will sie aber auch durch Öffentlichkeitsarbeit das Sterben als zum Leben gehörend wieder in das Bewusstsein unserer Gesellschaft bringen. (vgl. Hospiz Elias)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“

(Cicely Saunders)

3. Geschichte der Hospizarbeit

Um die Hospizidee richtig verstehen zu können, muss man sich ihre geschichtliche Ent-wicklung vor Augen führen. Die moderne Hospizbewegung des 20. Jhd. führt ihr Verständnis von Hospizarbeit zunächst auf die mittelalterlichen Hospize und Hospitäler zurück.

3.1 Mittelalter bis 2. Weltkrieg

-> Gastfreundschaft, Bewirtung, gastliche Herberge

Seit den Anfängen des Christentums war die Tugend der Gastfreundlichkeit gegenüber Hilfsbedürftigen jedem Christen selbstverständlich. Vor allem zählten die meisten Orden dies zu ihren karitativen Aufgaben: z.B. Benediktiner, Franziskaner, Malteser- und Johanniter-orden. Vor allem im Mittelalter zur Zeit der Kreuzzüge (12. Jhd.) schufen sie Herbergen, wo Pilger nicht nur Unterkunft und Verpflegung erhielten, sondern wo auch Kranke und Sterbende gepflegt wurden. In Deutschland hat z.B. die Hl. Elisabeth von Thüringen in Eisenach und Marburg Häuser eingerichtet, wo Hungernde, Kranke und alte Menschen ein Zuhause fanden.

Die ersten Hospize der Neuzeit gründete in Dublin Mitte des 19. Jhd. die irische Nonne Mary Aikenhead von den "Irischen Schwestern der Barmherzigkeit", um Sterbende zu pflegen. Sie gab ihrem Haus den Namen "Hospiz" um deutlich zu machen, dass der Tod nicht die Endstation ist, sondern nur ein Durchgang. Daher war der mittelalterlich geprägte Begriff Hospiz sehr passend. In den USA wurden ähnliche Häuser von den Dominikanerinnen in New York speziell für Krebskranke gegründet.

3.2 Nach dem 2. Weltkrieg

1967 gründete die Ärztin Cicely Saunders in London das "St.Christopher´s Hospice". Sie verwirklichte damit ihre Vorstellungen von einem Ort, an dem sterbenskranke Menschen unter Berücksichtigung ihrer körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse bis zum Tode betreut werden können.

1969 veröffentlichte die schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in den USA das Buch "On Death and Dying" ("Interviews mit Sterbenden") und rückte damit das Tabuthema Tod und Sterben ins Licht der Öffentlichkeit. Diese beiden Frauen brachten den Stein der modernen Hospizbewegung ins Rollen. In Deutschland dauerte die Entwicklung etwas länger. Die erste Hospizinitiative war - der "Christophorus Hospiz Verein" - 1885 in München gegründet und das erste stationäre Hospiz war das "Haus Hörn" in Aachen.

"Am Ende sind wir immer allein, aber es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen uns bei unserem Sterben umgeben, und auch nicht, wie viele Jahre wir erlebt haben. Es ist die Qualität des Lebens und der Mut und die Stärke, die wir gezeigt haben, welche uns letzten Endes die Kraft verleihen, diese letzte Reise allein und mit Würde anzutreten." (Elisabeth Kübler-Ross)

3.3 Heutige Situation

Inzwischen gibt es in Deutschland ca. 102 stationäre Hospize, 1156 ambulante Hospizdienste und ca. 40000 Ehrenamtliche in der Hospizbewegung. Hier einige Begriffserklärungen:

3.3.1 Stationäre Hospize

Sind eigenständige Häuser, die meist von Hospizgruppen getragen werden. Hier können sterbenskranke Menschen, bei denen eine Krankenhausbehandlung nicht erforderlich, eine Betreuung zu Hause jedoch nicht möglich ist, ihre letzte Lebenszeit verbringen. Die "Gäste" werden hier von fest angestellten Pflegekräften in Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialarbeitern, Physiotherapeuten und ehrenamtlichen Hospizhelferinnen ihren speziellen Bedürfnissen entsprechend betreut. Die medizinische Behandlung erfolgt durch Hausärzte.

Die Einrichtungen im stationären Hospiz orientieren sich an dem Konzept des wohl berühmtesten Hospizes, St. Christophers in London, das seinen Namen der Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Dr. Saunders verdankt. Deren Ziel war es, einen Raum zu schaffen, in dem Sterbende und schwerkranke während ihrer letzten Lebenswochen ärztlich und pflegerisch gut versorgt, möglichst ohne Schmerzen, zusammen mit Angehörigen leben konnten. Diese Menschen sollten noch einmal die Chance bekommen, ihre Wünsche und Gewohnheiten auszuleben. Sie knüpfte an die mittelalterliche Tradition mancher Ordensgemeinschaften an, die für Pilger und Menschen, die unterwegs waren, an besonders gefährlichen Stellen Häuser errichteten. Alle Hospizgründungen in Europa orientieren sich an diesem Konzept. Im stationären Hospiz werden schwerkranke und sterbende Menschen aufgenommen, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, etwa weil sie austherapiert sind, oder weil sie keine lebensverlängernden Maßnahmen wünschen. Es werden Patienten aufgenommen, die keine Angehörigen mehr haben, oder bei denen ein Sterben zu Hause, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich ist. Die wichtigste ärztliche Maßnahme für diese Patienten ist die PALLIATIVE MEDIZIN, eine Medizin, die Schmerzen lindert und Maßnahmen zur Erleichterung anwendet. An Kliniken und Krankenhäusern sind oft Palliative Abteilungen angeschlossen. Hier werden die Patienten so lange mit schmerzlindernden Maßnahmen behandelt, bis sie stabil sind. Ein bleiben bis zum Sterben ist aufgrund der Konzeption auf diesen Stationen allerdings nicht möglich, im Gegensatz zum Hospiz.

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Details

Seiten
26
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656340461
ISBN (Buch)
9783656340706
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206961
Institution / Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Note
1,3
Schlagworte
weil sterben teil lebens hospiz

Autor

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Titel: Weil Sterben ein Teil des Lebens ist