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Externe Effekte in der Umweltökonomie

Seminararbeit 2013 18 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungs-und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung (Umwelt und Ökonomie)

2. Externe Effekte, eine makroökonomische Betrachtung
2.1 Arten von externen Effekten
2.1.1 Positive externe Effekte
2.1.2 Negative externe Effekte
2.1.3 Wer ist Verursacher eines externen Effektes?

3. Externe Effekte als Bedeutung für die Produktionsentscheidung
3.1 Entscheidung ohne Bedeutung externer Effekte
3.2 Entscheidung mit Bedeutung externer Effekte

4. Beleuchtung eines Internalisierungsinstrumentes

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

- Abbildung 2. Allokative Wirkung positiver e.E in Anlehnung an Peistrup

- Abbildung 2.1 Allokative Wirkung negativer e.E in Anlehnung an Peistrup

- Abbildung 3. Marktlösung ohne Berücksichtigung e.E in Anlehnung an Pätzold

- Abbildung 3.1 Marktlösung mit Berücksichtigung e.E. in Anlehnung an Pätzold

1. Einleitung

In einer hoch technologischen Welt spielt das Thema Umwelt in den letzten Jahren eine so bedeutende Rolle, wie nie zuvor. Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Relevanz dieser Thematik in nächster Zeit reduzieren wird. Die mit der Umweltproblematik verbundenen Fragen und deren Dringlichkeit zur Lösung, führten zum Aufkommen zahlreicher umweltökonomischer Literatur, die versucht, Klarheit in die umfangreiche Problematik zu bringen1.

Die Umweltökonomie befasst sich vornehmlich mit Lösungsmöglichkeiten von Umweltproblemen. Hauptproblem ist hierbei, dass freie Güter wie Luft, Wasser oder Natur als natürliche Ressourcen frei zugänglich für jeden, in einer Form genutzt werden, dass sie nicht mehr als unbegrenzt anzusehen sind.

Hier greift die Problematik der sogenannten externen Effekte ein. Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit genau diesen externen Effekten in der Umweltökonomie und deren Wirkung auf Unternehmen. Im nachfolgenden Kapitel werden zunächst externe Effekte in erster Art betrachtet und definiert.

Anschließend werden Arten von externen Effekten vorgestellt und deren Wirkungsweise aufgezeigt. Darauf aufbauend werden negative und positive externe Effekte präsentiert und anhand von Graphiken differenziert.

Besonders die Produktionsentscheidung von Unternehmen wird durch Berücksichtigung externe Effekte stark verändert. In Kapitel drei wird deswegen genau geprüft, inwieweit sich eine Produktionsentscheidung ohne Berücksichtigung und mit Berücksichtigung externer Effekte, auf die Kostenplanung des Unternehmens auswirkt.

In Kapitel vier wird dann ein passendes Internalisierungsinstrument vorgestellt, dessen Wirkungsweise in Form einer Steuer dazu führt, dass Unternehmen innovationsfreudiger am Markt agieren. Zu gleich führt dieses Instrument aber auch zu einer Art von „Kostensperre“, besonders im Bereich der Produktion, in der geringe Änderungen der Deckungsbeiträge enorme Auswirkungen auf die Preiskalkulation haben. Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit in Kapitel 5.

2. Externe Effekte, eine makroökonomische Betrachtung

Befindet sich eine Ökonomie in einem Preis-Gleichgewicht, bei dem alle Märkte geräumt sind, so ist die dabei durchgesetzte Allokation unter bestimmten Voraussetzungen in dem Sinne effizient, dass durch eine Reallokation kein Individuum besser gestellt werden kann, ohne ein anderes schlechter darzustellen.2 Mit der Betrachtung von externen Effekten fällt diese „erste Regel“ der Wohlfahrtsökonomie weg und es öffnet sich schnell ein umfassendes Problemfeld sowie ein weites Betätigungsfeld für die Umweltökonomie.3

Es gilt zu klären, was man genau unter externen Effekten versteht und wie sie wirken.

Eine häufig verwendete Definition externer Effekte ist die von Baumol und Oates(1988):

Man spricht von einer Externalität, wenn in die Präferenzordnung, bzw. die Technologie eines Wirschaftssubjektes reale Variablen eingehen, die durch Aktivitäten anderer Wirtschaftssubjekte festgelegt werden, ohne dass sich diese besonders dieses Effekts bewusst werden.“4

Pigou führt hierzu an:

„Here the essence of the matter is that one person A, in the course of rendering some service, for which payment is made, to a second person B, incidentally also renders services or disservices to other persons C, D and E, of such sort that technical considerations prevent payment being extracted from the benefited parties or compensation being enforced on behalf of the injures parties “ 5

Folglich werden externe Effekte als eine Art “Nebenwirkung” angesehen. Entweder entstehen diese bei der Produktion von privaten Wirtschafsgütern eines Unternehmens oder sie entstehen bei dem Konsum einzelner Konsumenten. Diese externen Effekte führen entweder zu einer wirtschaftlichen Situation, die anderen Wirtschaftssubjekten positiv (Gewinnsteigerung) oder negativ nutzen (Gewinnminderung).6

Die erste Betrachtung externer Effekte zeigt, dass diese einen hohen Stellenwert in der Wirtschaft einnehmen. Umso wichtiger ist es, dass sich die Umweltökonomie mit dem Problemfeld der externen Effekte beschäftigt und diese kritisch beleuchtet.

2.1 Arten von externen Effekten

Im Folgenden werden verschieden Arten von externen Effekten (e.E) vorgestellt. E.E können in unterschiedlichen Formen auftreten. Erstens können sie innerhalb der Gruppe der Produzenten auftreten. Zweitens lediglich zwischen einzelnen Konsumenten oder drittens zwischen Konsumenten und Produzenten.7 Beim Auftreten zwischen Konsumenten spricht man auch von Konsumexternalitäten, tauchen e.E zwischen Produzenten auf, spricht man analog von Produzentenexternalitäten.8 Ein Beispiel für eine Konsumexternalität ist folgendes: Ein Freund ruft seine Freundin permanent auf ihrem Mobiltelefon an und hindert sie somit, sich auf eine wichtige Prüfungsleistung vorzubereiten.

Ein Beispiel für eine Produzentenexternalität: Eine Papierfabrik benutzt Wasser aus einem benachbarten See. Zur Kühlung von Aggregaten leitet die Fabrik das Kühlwasser anschließend wieder in den benachbarten See zurück. Andere Produzenten wie Fischer werden dadurch in ihrer Produktivität eingeschränkt, weil sich ihre Erträge reduzieren.9 E.E können auf verschiedene Arten wirken. Im Folgenden werden drei Arten von e.E vorgestellt. Man differenziert zwischen „pekuniären e.E“, „psychologischen e.E“ und „technologischen e.E“.10

Pekuniäre e. E sind indirekter Natur und eine Folge von Marktbeziehungen. Sie wirken über den Preismechanismus und entstehen durch das Angebots- und Nachfrageverhalten anderer Marktteilnehmer.11 Ein Beispiel für einen pekuniären e.E ist die Nachfrage nach Kaffeemaschinen. Geht diese zurück, ist der Hersteller gezwungen, den Preis zu senken. Bewerten kann man diese pekuniären Effekte als eine Art Ausdruck von veränderten Knappheitsrelationen, es kommt zu einer effizienten Allokation jedoch zu keinem Marktversagen.12

Psychologische e.E treten aufgrund des Konsum oder Nutzenniveaus durch einen Dritten auf. Dritte können einen Einfluss ausüben, ohne direkt beteiligt zu sein. Ein Beispiel ist der Kauf einer neuen Uhr einer nicht direkt beteiligten Person. Entweder freut man sich für ihn (altruistisch- wohlmeinend) oder man gönnt es ihm nicht (neidisch-böswillig).13 Diese psychologischen Effekte sind allerdings kein Kriterium für ein Marktversagen. Den höchsten Stellenwert nehmen die technologischen e.E ein. Hier herrscht ein direkter Zusammenhang zwischen den Gütern- und den Nutzenfunktionen mehrerer Akteure. Es kommt weder zu einer Vermittlung durch den Preismechanismus des Marktes noch zu einer

Kompensation.14 Beispiele für technologische Effekte: Abgase einer Fabrik führen zur Erkrankung der Anwohner. Weiteres Beispiel: Ein Gärtner pflanzt Blumen. Der Ertrag des benachbarten Imkers steigt dadurch.15 Bewertet man diese e.E kommt man zu der Schlussfolgerung, dass nicht alle Kosten/Nutzen, die von einer wirtschaftlichen Situation verursacht werden, berücksichtigt werden. Technologische e.E führen zu einer negativen Allokation und sind die Hauptursache für Marktversagen.16 Im Folgenden werden sich alle angesprochenen Punkte und Beispiele auf technologische e.E beziehen.

2.1.1 Positive externe Effekte

Die Umweltökonomie beschäftigt sich größtenteils mit der Wirkung negativer e.E.

Es wurde schon deutlich, dass e.E auch positiv wirken können. Das erwähnte Beispiel des Imkers hat dies verdeutlicht. E.E können also auch von externem Nutzen für Produzenten und Konsumenten sein. Von positiven e.E wird gesprochen, wenn die Auswirkungen ökonomischer Aktivitäten das Nutzenniveau anderer Wirtschaftssubjekte erhöhen. Generell verleiten positive e.E die Menschen dazu, ein sogenanntes „Trittbrettfahrer-Verhalten“ anzunehmen. Es wird darauf gehofft, dass andere ein Gut erstellen und dass man anschließend kostenlos von diesem profitiert.17 Ein Paradebeispiel hierfür ist der technische Fortschritt. Gibt es keine Patentrechte, können andere Unternehmen kostenlos auf die Ergebnisse zurückgreifen, die forschungsintensive Unternehmen erarbeitet haben.18 In einigen Großunternehmen gibt es sogenannte „copy cats“, die gezielt nach kostenlosen Ergebnissen forschungsfreudiger Unternehmen suchen und diese für das eigene Unternehmen nutzen. Folgende Abbildung stellt das oben erwähnte Beispiel grafisch dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Allokative Wirkung positiver e.E. In Anlehnung an Peistrup.

Der Nutzenstifter berücksichtigt nicht alle durch die Produktion anfallenden Nutzen (NI < NII). Er produziert weniger als gesamtgesellschaftlich optimal (xtat < xopt) und realisiert einen Preis, der unterhalb des gesamtgesellschaftlich optimalen Preise liegt(ptat < popt). Der Nutznießer hingegen hat durch die positiven Externalitäten insgesamt geringere Grenzkosten (PGKI < PGKII). Er erhöht die Produktion auf ein Maß oberhalb des gesamtwirtschaftlich Optimums (ytat > yopt) und realisiert einen Preis, der unterhalb des gesamtgesellschaftlich optimalen Preises liegt (ptat < popt).19

2.1.2 Negative externe Effekte

Negative e.E nehmen in der Umweltökonomie einen höheren Stellenwert ein. In einer Marktwirtschaft werden zahlreiche Güter produziert, deren Produktion Gewinne generieren. Oft ist es jedoch so, dass nicht alle Kosten die mit der Produktion eines Wirtschaftsgutes entstehen, mit in die Kostenkalkulation aufgenommen werden. Ein Beispiel hierfür ist die Produktion von Strom mit Hilfe von Kohle.

Wenn Schwefeldioxidemissionen ungefiltert in die Luft geleitet werden können, ohne dass dieser Effekt in der Kostenkalkulation als direkte Kostenstelle erwähnt wird, kommt es zu einer Überversorgung von Elektrizität.20 Die Kosten die für die Stromproduktion in die Kalkulation eingeflossen sind, bezeichnet man als private Kosten. Wohingegen die Kosten die durch die Nichtberücksichtigung, von Filteranlagen, als externe Kosten bezeichnet werden.21 Dieses Beispiel ist ein Garant für Umweltverschmutzung und weiterhin ein Paradebeispiel für negative e.E. Folgende Abbildung stellt das erwähnte Beispiel grafisch dar.

[...]


1 Vgl.Weiman,1990 S.1

2 Vgl. Weimann, 1990 S,18

3 Vgl. Wiesmeth, 2003 S.55

4 Zitiert nach Baumol/Oates , 1988 S.17

5 Zitiert nach A.C Pigou, 1929 S.67

6 Vgl. Pätzold,1996 S.30

7 Vgl. Sturm B, 2011 S.2

8 Vgl. Vogt C, 2011 S.2

9 Vgl. Sturm B,2011 S.2

10 Vgl. Fritsch, 2007 S. 91

11 Vgl. Ewers, 2007 S.24

12 Vgl. Peistrup M,2010 S.5

13 Vgl. Sturm B,2011 S.2

14 Vgl.Peistrup M,2011 S.7

15 Ebenda

16 Ebenda

17 Vgl. Bofinger, 2007 S.274

18 Vgl. Fees, 2007 S.42

19 In Anlehnung an Peistrup, 2010 S.16

20 Vgl. Cezanne, 2005 S.34

21 Ebenda

Details

Seiten
18
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656338567
ISBN (Buch)
9783656339724
Dateigröße
668 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206674
Institution / Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
2,0
Schlagworte
Externe Effekte Internalisierung Pekuniäre externe Effekte technologische externe Effekte positive externer Effekte negative externe Effekte Pigou Steuer externe Effekte eine makroökonomische Betrachtung

Autor

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