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Kreuzzüge ins Heilige Land zwischen 1095 und 1291. Eine kleine Einführung aus christlicher Sicht

Zusammenfassung 2011 10 Seiten

Archäologie

Leseprobe

Geschichte/Archäologien Europas - 1. Fachsemester

1.)"Wer allein aus Frömmigkeit und nicht um Ehre oder Gewinne willen nach Jerusalem eilt, um die Kirche Gottes zu befreien, der kann mit dieser Reise alle Bußen abgelten."[1] So lautete das Ergebnis eines Kirchenkonzils im November 1095 unter dem erst kürzlich heiliggesprochenen Papst Urban II.. Dieser Ruf zu den Waffen wurde begeistert aufgenommen, denn diese „heiligen Kämpfe“ galten als gleichwertig zu strengen Bußübungen. So folgten sehr viele begeisterte Gläubige mit dem Schlachtruf „Deus lo vult“ (Gott will es) einer „(...)urtümlichen religiösen Nostalgie(...)[2], die Stadt Jerusalem als Zentrum des christlichen Glaubens ansehend, denn diese war im Jahre 628 nach Christi Geburt endgültig für die Christenheit verloren gegangen.

Demzufolge umreißt der Begriff des Kreuzzugs einen „Krieg auf Gottes Geheiß, autorisiert von einer legitimen Macht, dem Papst, der kraft der ihm als Stellvertreter Christi verliehenen Gewalt das Ziel des Krieges bestimmte und denen, die sich auf den Zug machten, den vollen Erlass der Bußen für gebeichtete Sünden und eine Reihe damit verbundener weltlicher Privilegien gewährte, darunter den Schutz der Kirche für die Familie und das Eigentum und eine Immunität gegen Anklagen von Zinszahlungen auf Schulden.“[3] Weiterhin symbolisierte der Kreuzfahrer sein Gelübde durch die rituelle Annahme des Kreuzes, welches gesegnet, sowie auf seiner Kleidung angebracht war und ein rechtsverbindliches Gelübde symbolisierte, dass den Ritter an seine Pflicht band. Nach dem ersten, äußerst erfolgreichen Kreuzzug (1095-1099) wurde der Begriff ausgeweitet. Wo der Kreuzzug doch grundlegend auf das Heilige Land (Israel) abzielt, wurden nun auch andere Kriege gegen die Feinde der Kirche überall in Europa legitimiert, finanziert und unter diesen Banner gestellt. Diese Arbeit befasst sich jedoch ausschließlich mit den althergebrachten Kreuzzügen im eigentlichen Sinne, das bedeutet gen Jerusalem und das Heilige Land.

1.1.) Nach dem begeisternden Aufruf Papst Urban des II. war eine große Zahl an Menschen davon überzeugt, dass es ihre Pflicht vor Gott sei, den Islam aus dem Heiligen Land zu vertreiben. So „wurden die Kreuzzüge sowohl als Erfüllung des Willen Gottes, als auch zur persönlichen Buße angesehen.“[4] Viele Berichte über schändliche Gräueltaten islamischer Machthaber gegenüber der wehrlosen christlichen Bevölkerung nährten diesen Glauben. Außerdem war ein Monument christlicher Bibelgeschichte, die Grabeskirche zu Jerusalem, im Jahre 1009 wie viele andere religiöse Stätten von Muslimen verwüstet beziehungsweise zerstört worden. Im Verlauf der Kreuzzüge traten jedoch finanzielle Interessen als Ausgangspunkt der Fahrten in den Vordergrund.

1.2.) “Wie alle Heere wurden auch die Kreuzfahrerarmeen durch (…) Geld zusammengebracht und mittels Gefolgschafts- und Abhängigkeitsverhältnissen, Schwüren und bei Pflichtverletzungen durch gesetzlichen Zwang zusammengehalten.“[5]

2.) Der erste Kreuzzug verlief also zwischen 1095 und 1099. Treibende Kraft in der Ausübung der Kreuzzüge war eine Militäraristokratie, „(...)die durch Erbschaft, Gewalt und Gesetze die Herrschaft über lokale Ressourcen ausübte.“[6] So stand schnell eine große Zahl an Kreuzfahrern bereit, die sich der Sündhaftigkeit ihres verschwenderischen Lebensstils bewusst waren. Da nutzte Papst Urban II. 1095 die gerade durchgeführte Teilung des Türkischen Reiches in Syrien, Irak und Palästina aus und rief den Adel in Europa auf, das Heilige Land zurück zu erobern. Er konnte in Italien, Frankreich, Westdeutschland und dem Nordseegebiet viele verbündete Herzöge, Barone und Grafen finden, die sich seiner Idee anschlossen. So konnten schätzungsweise 30-50.000 bewaffnete und unzählige zivile Kreuzfahrer nach und nach den Treffpunkt Konstantinopel erreichen. Bereits im August 1096 hatten alle Einheiten Konstantinopel erreicht. Um Verpflegung, Truppenkontingente und Einheimische als Reiseführer gestellt zu bekommen, mussten die adligen Anführer der Heere dem Kaiser von Konstantinopel, Alexios I., einen Lehenseid schwören. So brach man gemeinsam Anfang 1097 in Richtung Jerusalem auf. Nicäa fiel als erstes und schon bald konnte die Stadt Antiochia erobert werden. Dort fand man eine Reliquie, die den Kampfeswillen der Truppen um ein vielfaches steigern sollte. Die Lanze des Longinus.

Über Edessa siegend und mit der Longinuslanze bewaffnet, sah sich das Heer immer mehr als eine unbesiegbare Waffe Gottes an, betitelte den Koran als „häretische(n) Ableger des Christentums“[7] und gewann so auch die Schlacht bei Mosul 1098 gegen eine weit überlegene muslimische Streitmacht. Nach diversen kriegerischen und politischen Siegen bei Tripolis, Jaffa und Bethlehem erreichte das Heer am 7. Juni 1099 Jerusalem.

2.1.) Es wurde mit einer einfachen Belagerung begonnen, die die Beschützer der Stadt aushungern sollte. Jerusalem allerdings war gut vorbereitet, nahezu alle Christen waren aus der Stadt vertrieben worden und so war die Lage der Kreuzfahrer aufgrund von Wasser- und Nahrungsmangel eher schlecht. So umringten etwa 1500 Ritter und 12000 gesunde Fußsoldaten die Stadt. Ein Teil der Streitmacht belagerte die nördlichen Mauern bis zum Davidsturm, ein anderer den Berg Zion. Ein Sturmangriff am 13.Juni „(...)scheiterte kläglich, da (die Kreuzfahrer) nicht über genügend Sturmleitern und anderes Belagerungsgerät verfügten.“[8]

Allerdings erreichte eine christliche Flotte den Hafen von Antiochia und so wurden schnell Wasser und Holz herangeschafft. Eine dringliche Botschaft überkam die Kreuzfahrer Ende Juni. Ein Fatimidisches Heer marschierte aus Ägypten heran. Eine Planänderung musste also erarbeitet werden. Einem christlichen Priester kam die Eingebung, dass man die Stadt so erobern könnte, wie einst Josua Jericho. Es sollte 3 Tage gefastet und dann ein Umzug um die Stadt vollzogen werden. Danach wäre es möglich, mit Gottes Hilfe, die Stadt binnen 9 Tagen einzunehmen. So fand die „barfüßige Prozession“[9] statt.

[...]


[1] Christopher Tyerman, Die Kreuzzüge - Eine kleine Einführung, Oxford University 2004, Seite 25

[2] Christopher Tyerman, Die Kreuzzüge - Eine kleine Einführung, Oxford Univerisity 2004, Seite 28

[3] Christopher Tyerman, Die Kreuzzüge - Eine kleine Einführung, Oxford Univerisity 2004, Seite 28

[4] Sonja Filip, Die Kreuzzüge - Ein historischer Abriss, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2005, Seite 3

[5] Christopher Tyerman, Die Kreuzzüge - Eine kleine Einführung, Oxford Univerisity 2004, Seite 130

[6] Christopher Tyerman, Die Kreuzzüge - Eine kleine Einführung, Oxford Univerisity 2004, Seite 34

[7] Nikolas Jaspert, Die Kreuzzüge, Darmstadt 2003, Seite 8

[8] Peter Thorau, Die Kreuzzüge, München 2004, Seite 69

[9] Vgl. mit Peter Thorau, Die Kreuzzüge, München 2004, Seite 69

Details

Seiten
10
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668171077
ISBN (Buch)
9783668171084
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206667
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas
Note
2,7
Schlagworte
kreuzzüge heilige land eine einführung sicht

Autor

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Titel: Kreuzzüge ins Heilige Land zwischen 1095 und 1291. Eine kleine Einführung aus christlicher Sicht