Lade Inhalt...

Die Bewegung des vierten Mai – Ablegung des Konfuzianismus, Neudefinierung Chinas Identität

Essay 2012 11 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Japanologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrund
2.1 Politischer Hintergrund der 4. Mai Bewegung
2.2 Sozialer sowie wirtschaftlicher Hintergrund der 4. Mai Bewegung

3. Ausbruch und Entwicklung der 4. Mai Bewegung
3.1 Der Vertrag von Versailles
3.2 Die Bewegung des 4. Mai und dessen Folgen

4. Kritik am Konfuzianismus
4.1 Chen Duxiu und seine Kritik am Konfuzianismus
4.2 Die Kritik zusammengefasst - Modernisierung Chinas nur ohne Konfuzianismus

5. Weitere Entwicklung

6. Fazit

Anhang:

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Seminararbeit möchte ich mit Hilfe von zwei ausgewählten Werken die Problematik der 4. Mai Bewegung in China behandeln. Im Laufe der Arbeit werde ich auf die Gründe, Folgen und einzelnen Vorgänge der Bewegung eingehen. Ich möchte auch versuchen meine Kernfragen zu beantworten. Ich habe von Herrn Professor Doktor Hans Kühner die folgenden Werke vorgeschlagen bekommen: „Chinas kulturelle Revolution“ von Wolfgang Franke, sowie „The Crisis of Chinese Consciousness“ von Lin Yü-Sheng.

Ich möchte somit anfangs auf den Hintergrund der Bewegung eingehen. Weiterhin wird dann die Behandlung des Ausbruchs und der Entwicklung der 4. Mai Bewegung folgen, in diesem Teil werde ich auch auf meine zentralen Fragen eingehen. Ich möchte hier klären warum der Konfuzianismus in die Kritik gezogen wurde. Was stellt die Kritik am Konfuzianismus dar? Was wird konkret an ihm kritisiert und soll berichtigt werden? Weiterhin möchte ich dann eine Auswertung geben, was sich nun gewandelt hat in China. Schlussendlich werde ich ein Fazit niederschreiben und auf die Rezensionen der einzelnen Bücher eingehen, auf die sich meine Arbeit stützen soll. Ich werde für meinen Essay die einzelnen Abschnitte mit Hilfe von Zitaten aus der Literatur unterstützen, um so die einzelnen Schwerpunkte hervorzuheben.

Die Quellen mit denen ich zu tun habe, beziehe ich aus der Bibliothek, Rezeptionen beziehe ich aus dem Internet (JSTOR). Die Quellenlage zu der Thematik ist natürlicherweise sehr hoch, wie von Herrn Kühner aber geraten, beschäftigte ich mich vor allem mit zwei ausgewählten, hoch angesehenen Werken wenn es zur Behandlung der 4. Mai Bewegung kommt. Die Hauptliteratur wurde weiter oben schon genannt, ich habe jedoch auch andere Werke eingesehen, um mein Verständnis für die Problematik zu erweitern. Das Material was ich zur Verfügung habe liegt auf Englisch und Deutsch vor.

2. Hintergrund

Es gibt mehrere Hintergründe zu der 4. Mai Bewegung. Politische sowie wirtschaftliche und soziale Hintergründe definieren die Entstehung der Bewegung und geben ihr eine gewisse Basis. Man kann sogar von einem Grund sprechen. Mit diesem Abschnitt wird klar, dass die einzelnen Aufstände, kleinen Revolutionen nur Vorzeichen waren, bis es zu einer weiteren, noch größeren Zäsur in der chinesischen Gesellschaft und der chinesischen Kultur kam. Der Feind wurde damit dann am Ende deutlich definiert, er lautet „Konfuzianismus“.

2.1 Politischer Hintergrund der 4. Mai Bewegung

Bereits im Jahre 1911 fand in China eine Revolution statt. Sie hieß Xinhai Revolution. Hauptgegenstand dieser Revolution war der Umsturz Chinas letzter kaiserlichen Dynastie, der Qing Dynastie. Das Ergebnis dieses geschichtlichen Ereignisses war letztendlich die Errichtung der Republik China. Hauptziele der Revolutionären war es, eine Han-Regierung zu schaffen und somit die Sicherstellung einer vereinigten Regierung zu ermöglichen. Der wohl wichtigste Mann der diesen Umsturz ermöglichte war Sun Yat-Sen. Er gilt als Pionier der Republik China und als wird als Vater der Nation betitelt. Nach der Revolution 1911 aber kam es innerhalb Sun Yat-Sens Partei zu Unstimmigkeiten. Dies führte zu einem politischen Kraftverlust der Partei. Als bei der zweiten Revolution der eine Teil der Partei unter der Führung von Sun Yat-Sens in einer militärischen Auseinandersetzung eine Niederlage gegen eine Gruppe von Yüan Shih-k’ais Leuten einfuhr und der andere Teil in Peking blieb, kam es dann letztendlich zu einer Spaltung. Danach wurde die Partei dann 1913 verboten und Sun Yat-Sen zog sich nach Japan zurück um eine weitere Gruppe zu gründen, welche sich um seine Person und Ideen drehte. Deren Name war: „Chinesische Revolutionspartei“. Gegen Ende 1916 wurden mehrere Politiker, welche wegen Yüan aus Peking fliehen mussten, in Kanton vereint. Diese Vereinigung wurde von einer Bewegung ausgeführt, welche sich gegen die monarchistischen Pläne Yüans widersetzten. Im Jahre 1917 wiederum gab es einen Versuch die Manchu-Monarchie wiederherzustellen, welcher erfolglos blieb. Nach diesem Versuch wurde in Kanton 1918 eine Gegenregierung mit dem Namen „Militärregierung zum Schutze der Gesetze“ gebildet. Sun Yat-Sen wurde als Hauptvorsitzender dieser Kantoner Militärregierung eingesetzt.

Als Fazit muss man aber ziehen, dass diese Regierung und ihre unterstützenden Kräfte letztendlich nicht viel verschieden von der von 1912 sind. Sun Yat-Sen hatte nur eine kleinere Gruppe von Menschen denen er wirklich trauen konnte, welche sich nicht für die ausbeuterische Politik einsetzten. Ansonsten bestand seine Truppe hauptsächlich aus Söldnern, welche nur des Geldes wegen dort waren und sich weder für das Land noch für irgendeine Idee einsetzten. Alles in allem gab es einen großen Macht- und Interessenkampf um Kanton. Sun Yat-Sen selbst musste mehrmals aus Kanton fliehen, die Weiterführung der Revolution blieb somit im Hintergrund und es gab im Süden sowie Norden des Landes eigene, private Konflikte. Letztendlich litt nur das Volk darunter. Beamte versuchten sich so viel eigene Macht und finanzielle Mittel wie möglich anzueignen. Daraus kann ganz einfach geschlossen werden, dass politisch wurde nicht viel in die Gänge gesetzt wurde. Von Reformen überhaupt gar nicht erst zu sprechen.

2.2 Sozialer sowie wirtschaftlicher Hintergrund der 4. Mai Bewegung

Die Handelsverträge Chinas mit dem Ausland waren äußert unvorteilhaft für Chinas landeigene Industrie gestaltet. Ausländische Waren konnten eben wegen diesen ungleichen Verträgen, welche zum Beispiel niedrige Importzölle bestimmten, günstig in das Land geholt werden. Der eigenen, gerade aufstrebenden Industrie wiederum kam dies zu Schaden. Einzelne Militärmachthaber und Beamte unterstützten dies nicht gerade. Sie versuchten so viel wie möglich aus den einzelnen eigenen Industrien herauszupressen. Das geschah via Binnenzölle, welche recht hoch angesetzt waren. Niemand nahm Rücksicht auf die volkseigene wirtschaftliche Entwicklung, jede der ranghöheren Kräfte versuchte so viel Gewinn herauszuholen wie nur möglich. Es wurde eine „starke nationale Regierung“ benötigt, welche in der Lage war solche Willkür und die ständigen Machtspiele von einzelnen Gruppen beziehungsweise Personen zu unterbinden. Die Arbeiter waren allgemein schlechten Löhnen, grenzwertigen hygienischen Bedingungen, Sicherheitsvorkehrungen unterworfen. Auch gab es keine Einschränkungen für Frauen- und Kinderarbeit und ein Verbot des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses.

Letztendlich kam es zum Entstehen von Geheimgesellschaften. In diesen Verbindungen organisierten sich die Leute, die unzufrieden waren. Industriearbeiter, Seeleute und kleine Händler fanden in dort einen Platz, in dem sie sich sammelten und ihre eigenen Interessen und Ideen austauschten. Diese Geheimgesellschaften waren schlussendlich der Nährboden für eine Massenbewegung, welche von der Intelligenz ausging.

Somit waren gute Voraussetzungen für die 4. Mai Bewegung in China geschaffen, da es durch die Missstände in den einzelnen Bereichen eindeutig geworden war, dass es so für die Menschen nicht weitergehen konnte.

3. Ausbruch und Entwicklung der 4. Mai Bewegung

Im Jahre 1917 kämpfte die Regierung Pekings an der Seite der „Triple Entente“1. Die Bedingung dafür, dass China daran teilnahm war wie folgt: „Alle deutschen Interessenbereiche (zum Beispiel: Shandong) sollen wieder an China zurückgegeben werden“. Jedoch gliederte sich auch Japan in die „Triple Entente“ ein und somit bestand ein Interessenkonflikt. Japan annektierte deutsche Interessenbereiche als der Krieg endete.

[...]


1 War ein Militärbündnis zwischen dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Russland, Entente 200übersetzt: guter Willen

Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656339328
ISBN (Buch)
9783656340386
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206655
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Schlagworte
China chinesische revolution mai vierter bewegung sinologie regionalstudien afrika konfuzianismus asien 4.mai bewegung 4.mai chinesisch chinese May Fourth Movement intellectual movement revolt culture industrial industrial revolution history historical resistance xinhai xinhai-revolution xinhai revolution democracy mao mao zedong 毛澤東 毛泽东 1919 五四运动
Zurück

Titel: Die Bewegung des vierten Mai – Ablegung des Konfuzianismus, Neudefinierung Chinas Identität