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Von der Bedeutung Nietzsches "Jenseits von Gut und Böse". Nietzsche und die Moral

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 26 Seiten

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Ein Wort zum Geleit

1. Auf dem Weg Zur Moralkritik Nietzsches

2. Die Verwandtschaft der Schriften Nietzsches: Eine kleine Geschichte über seinen Feldzug gegen die Moral
2.1. Du sollst!
2.2. Kritik der Vernünftigkeit
2.3. Die Moralisierung der Welt
2.4. Der Prozesscharakter Nietzsches Moralkritik

3. "Von den Vorurteilen der Philosophen“
3.1. Philosophen als Dogmatiker
3.2. Philosophen als Betrüger
3.3. „Wahrheitswahn“ der Philosophen

4. Sklaven- und Herrenmoral
4.1 Etymologie der Inbegriff der Moral
4.2 Sklaven-Moral
4.3 Herren-Moral

5. Ein persönliches allzu persönliches Resümee

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Der Refenztext zu den Nietzsches Schriften umfasst einzelne Ausschnitte, daher wird beim Zitieren aus besagter Quelle statt der jeweiligen Seitenzahl, die Nummer der Abhandlung und der jeweilige Aphorismus genannt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand der Komplexität der Sekundärliteratur wurden in dieser Hausarbeit die Abkürzungen zum Primärliteratur verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein Wort zum Geleit

Jenseits von Gut und Böse ist eine Schule des Gentilhommes, sagt Nietzsche in seinem selbstbiographischen Werk Ecce Homo. Seine Selbstwertschätzung für sein eigenes Buch äußert sich durch seine metaphoristische Sprache als „der Müßiggang Gottes“, nach seinem großen Werk „ Also Sprach der Zarathustra“:

„(…) war es Gott selber, der sich als Schlange am Ende seines Tagewerks unter den Baum der Erkenntnis legte: er erholte sich so davon, Gott zu sein… Er hatte Alles zu schön gemacht… Der Teufel ist bloß der Müßiggang Gottes an jedem siebenten Tage (…)“[1]

Die Sprache verwandelt sich in Nietzsches Händen auf einem gefährlichen Handwerkzeug, mit dem er ‚ein Buch für Alle und keinen‘ oder ‚ein Vorspiel einer Philosophie der Zukunft‘ etc. verfasst hat. Die Systematik, mit der er die verschiedenen Bedeutungsvarianten ordnet, ist nicht immer die gleiche: Metaphorik, Rekonstruktion, Optikwechsel, Anführungszeichen, etc. können als Beispiele aufgeführt werden. Vorausgesetzt, dass die Sprache bei Nietzsche mehr oder weniger oft Instrument, aber manchmal Verwendungszweck ist. Man muss allerdings die hoch literarische Form der Texte Nietzsches beachten. Die Beobachtung seines Sprachgebrauchs ist der Schlüssel von Nietzsches Texten, weil seine Terminologie bei der Rezeption seines Denkens eine wichtige Rolle spielt, durch seine Rezeption erhält ein Begriff einen zentralen Wert. Nietzsches Denken entwirft Figuren, die im Zwischenreich von Musik und Sprache eine Freiheit und innere Lebendigkeit gewinnen, die nur in der wechselseitigen Durchdringung von Reflexion und Kunst gelingen kann.[2] Auch diese Begleitmusik seines Denkens muss man in seinen Sätzen mithören. Wie R. Eden festgestellt hat, dass Nietzsches Sprachgebrauch in seinen Werken differiert. Seine Art und Weise, die sein Konzept großer Politik umsetzt, lässt sich, nach Eden, unterschiedlichen genera dicendi zuordnen[3]. Edens Zugang zu Nietzsche beginnt mit der Form der Texte Nietzsches: „Da sind zum einen Texte journalistisch-propagandistischen und polemischen Charakters einladen. Daneben stehen raffinierter angelegte Texte, die sich in ihren Aufbau an Regeln politisch-machiavellistischer Taktik orientieren“.[4] Die Sprache gewinnt bei Nietzsche eine Bedeutung der Musik, da sich durch ihr eigenes Systematik etwas mehr in spielerisch- leichter als in ernsthafter Weise tut.[5] Im Gegengewicht dazu, dass die Heuchelei der Sprache immer wieder dahinter kommt. Insofern kann man eine Erinnerung an Spinoza einrichten.[6] Omnis determinatio est negatio[7]; jede Bestimmung ist eine Negation, jede Definition ist eine Negation. Nietzsche wandte diese Aussage in verschiedenen Zusammenhängen an. Die Diskussion über die Beziehung zwischen Nietzsches Philosophie und ihrer Wortfelder soll hier offengelassen werden, da die Einleitung nicht der richtige Ort ist, um diesen zu diskutieren.

In dieser Hausarbeit soll die Moralkritik Nietzsches in seinem Werk „Jenseits von Gut und Böse“ behandelt werden. Im spezifischen Sinne geht es in dieser Hausarbeit Nietzsches Rekonstruktion der herkömmlichen Moral. Den Themen, sowie den Vorurteilen der Philosophen und einer kleinen Geschichte dieser Rekonstruktion und Herren- und Sklavenmoral ist diese Hausarbeit gewidmet. Aufgrund der Größe seiner Rekonstruktion der Moral, nämlich was Nietzsche unter dem Inbegriff der Rekonstruierung der Moral versteht, soll das Thema allein begrenzt werden. Obwohl sein Wagnis viele Stationen seines Fußpfades beinhalten, beginnt es mit der Herausforderung an die Moral selbst. An diesem Punkt soll etwas betont werden: Das Ziel dieser Hausarbeit ist es daher auch keineswegs, eine gesamte Auswertung von Nietzsches Gedanken zu ergründen, sondern die Hausarbeit besteht darin, eine Anzahl Bestandteilen aus seinem Werk „ Jenseits von Gut und Böse“ zur Verfügung zu stellen, mit denen die wichtigsten Punkte der Moralkritik angeführt werden. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den bestimmten Themen wie der Perspektivierung der Moral und der Rekonstruktion der Moral, der Schlussteil der Arbeit stellt ein persönliches allzu persönliches Resümee dar. In dieser Hausarbeit soll insbesondere auf die 1., 2., und 5., Teile seines Werkes Jenseits von Gut und Böse eingegangen werden. Es wird versucht, Nietzsches Begriff der Moral zu durchleuchten und auf seine Perspektivierung der Moral einzugehen. In dieser Hausarbeit bezeichnet die moralische Perspektivierung in erster Linie die menschlichen Triebe. Den Gedanken einer Perspektivierung der Philosophie und damit auch eine Betrachtung der Moral erwähnt Nietzsche das erste Mal in der fröhlichen Wissenschaft. Zu beachten ist zusätzlich, dass manche Zusammenhänge, sowie der Wille zur Macht oder die ewige Wiederkehr des Gleichens, der oben genannten Begriffe absichtlich ausgeschlossen wurden. Zum Schluss wird auf Nietzsches Typisierung der Moral in eine Herren- und Sklavenmoral eingegangen.

Jenseits von Gut und Böse ist, in eine Vorrede, neun Hauptstücke und einen Nachgesang aufgeteilt. Insgesamt setzt sich das Werk aus 296 unterschiedlich langen Aphorismen zusammen. Es ging aus Plänen und Studien hervor, durch die Rekonstruktion der historisch gewordenen, gegebenen Moral aufgeführt wird. Dieses Buch ist der Meilenstein Nietzsches Denkens, da mit ihm eine neue Phase seiner Aufgabe beginnt.[8] Seinem Werk einen Charakter zu zuschreiben, dass Nietzsche eine neue Moral begründet, sei irreführend, denn er versucht nicht den gleichen Fehler, der schon von den älteren Philosophen gemacht wird, zu begehen, nämlich ein absolutes Moralprinzip aufzustellen. Nietzsche ist ein Philosoph, der „aus dem Rahmen“ üblicher Bilder vom Philosophen herausfällt, der Philosophen, die darauf aufmerksam machen, die Moral begründet zu haben. Stattdessen untersucht Nietzsche die Entstehung von moralischen Systemen. Zu beachten ist zusätzlich, dass Nietzsche kein gewöhnlicher Philosoph ist, der es wagt, die Moral zu kritisieren. Des Weiteren sei dieses Buch als ein Vorspiel ‚wie man mit dem Hammer philosophiert‘ zu verstehen . Dadurch kann und konnte dieses Buch als eine Streitschrift, ein Manifest, interpretiert werden.

1. Auf dem Weg zur Moralkritik Nietzsches

Der erste Teil der vorliegenden Hausarbeit ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil„ Die Verwandtschaft der Schriften Nietzsches: Eine kleine Geschichte über seinen Feldzug gegen die Moral“ beschäftigt sich mit der Recherche dem Prozesscharakter von Nietzsches Moralkritik in seinen verschiedenen Schriften. In diesem Teil der Hausarbeit wird eine kleine Geschichte Begriffes „Moralkritik“ in der Philosophie Nietzsches vorgestellt. Es will damit betont werden, dass die Spuren seiner Moralkritik nicht nur im Werk Jenseits von Gut und Böse verfolgt werden kann. Nietzsches Moralkritik beginnt weder mit diesem Werk noch mit ihm beendet. Aus dieser Position ist es auch einen einzelnen Zettel schwer zu finden, in dem Nietzsche nicht die Moral kritisiert. Ein moral-kritischer Bezug auf Nietzsches Philosophieren ist im Kern in einem ihm selber unverzichtbaren Zustand verankert. Andererseits ist es auch unmöglich in einer Hausarbeit, alle Details dieser Kritik aufzuzeigen. Wenn beim Blick auf die Nietzsches Moralkritik nicht dasselbe Maß an die Schriften Nietzsches investiert worden ist, so hat dies vor allem den Grund, dass zu Nietzsches moralischer Diskussion umfangreiche Darstellungen in seinen Werken vorliegen. Sie sind für einen Außenstehenden oft nur schwer zugänglich und finden deshalb in der folgenden Hausarbeit keine vollständige Berücksichtigung.

Es gibt bei Nietzsche viele Definitionen von dem Begriff „Moral“ und nebenbei „Moralkritik“ - nur keine definitive. Der Zugang des ersten Teils der Hausarbeit zur Nietzsches Moralkritik ist durch eine Verbindung von seinen großen Schriften; Morgenröte, Also sprach Zarathustra, Jenseits von Gut und Böse, Zur Genealogie der Moral bestimmt. Er hat die moralkritische Behauptung aufgestellt, es bestehe ein innerer Kontrast zwischen den Moralsystemen der herkömmlichen Philosophen, vor allem zwischen ihrer als Inbegriff des Rationalismus charakterisierten Lehre vom Willen zur Begründung der Moral auf der einen und der Wahrhaftigkeit der Philosophen sowie der Gewissheit des im Dogmatismus auf der anderen. Unter diesen Vorzeichen ist es aus der Perspektive der Philosophen, die behaupten, dass ein „Trieb zur Erkenntnis“ der Vater der Philosophie ist, nicht nur abkömmlich, sondern sogar überflüssig und schädlich.

In dem zweiten Teil „Von den Vorurteilen der Philosophen: Von welcher Rolle die Philosophen zwischen der Philosophie und der Moral (oder der Moralbegründung) spielen“ geht es um die von Nietzsche mit dem „Hammer“ geschärften Vorurteile der Philosophen. Der zweite darstellende Abschnitt ist Nietzsches Perspektivierung der Moral gewidmet. Hier hat vor allem die Rezeption Nietzsches Verständnis für den philosophischen Rang der traditionellen Philosophen geschärft. Ein selbständiges Gegengewicht dazu bilden die vielfältigen Wortfelder Nietzsches, in denen er seine ewige Kritik auf die Philosophen erschließen will, aber jeweils mit der anderen sorgfältigen Beachtung seines Philosophierens. Man findet mit Nietzsche zu einer hermeneutischen Philosophie, die an die französische Postmoderne anknüpft, sich aber zugleich auch kritisch davon unterscheidet. Dieser Ansatz trifft völlig die radikale Hermeneutik. Seine radikale Hermeneutik beginnt mit dem Satz:

„ Es gibt gar keine moralischen Phänomene, sondern nur eine moralische Ausdeutung von Phänomenen…“[9]

2. Die Verwandtschaft der Schriften Nietzsches: Eine kleine Geschichte über seinen Feldzug gegen die Moral

Bevor auf die Frage, wie Nietzsche mit dem Begriff der bisher historisch gewordenen, „gegebenen“ Moral operiert, näher eingegangen wird, soll hier zunächst ein wichtiger Punkt seiner Moralkritik aufgezeigt werden. Vor allem darf man nicht die Verwandtschaft der Schriften Nietzsches übersehen, da sie miteinander und aneinander sehr eng verbunden sind. Sie sollen in ihrer Familienähnlichkeiten überdacht werden. Nach G. Colli werden in Jenseits von Gut und Böse zentrale Themen aus der Zeit von Menschliches, Allzu menschliches bis zur Fröhlichen Wissenschaft vor allem in Hinblick auf die Moralphilosophie wieder aufgenommen und verarbeitet[10]. Colli stellt eine weitere Behauptung darauf, dass manche Aussage Nietzsches in Jenseits von Gut und Böse als die Klärung und die begriffliche Entwicklung einiger Themen dargestellt worden sind, die in Also sprach Zarathustra symbolisch, lyrisch oder nur in Andeutungen behandelt worden waren.[11] Daneben bearbeitet Nietzsche darin „gut“ und „böse“, die in J enseits von Gut und Böse als zentrale Themen stattfinden; wobei der Zusammenhang zu seiner ein Jahr später verfassten Schrift Genealogie der Moral deutlich wird. Es wäre ein vergeblicher Versuch, dass man in seinem Werk Jenseits von Gut und Böse eine Definition von diesen Begriffen suchen würde, weil sich das Werk außerhalb dieser moralischen Welt stellt. Nietzsche setzt keine Definition zum „gut“ und „böse“ in diesem Werk. Mit seiner Art und Weise tut zwar das Werk in die Zirkulation der Begriffe hinein, aber weist es sich nicht in die Begriffe ein. Dieser Punkt wird meistens von den Deutern Nietzsches übersehen. Es gibt eine innere Affinität zwischen seinem Grundgedanken der Moralkritik und diesem Ansatz Nietzsches. Mit anderen Worten bleibt das Werk seinem Ausgangspunkt treu. In seiner Moralkritik lässt sich jene transzendentale Kritik zeigen. Diese Besonderheit gehört auch zur Form des Jenseits von Gut und Böse. In dem späteren Werk Ecce Homo plädiert Nietzsche allerdings für die inhaltliche Selbständigkeit des Werkes:

„Man wird in allen Stücken, vor allem auch in der Form, eine gleiche willkürliche Abkehr von den Instinkten finden, aus denen ein Zarathustra möglich wurde. Das Raffinement in Form, in Absicht, in der Kunst des Schweigens, ist im Vordergrunde, die Psychologie wird mit eigenständiger Härte und Grausamkeit gehandhabt, -das Buch entbehrt jedes gutmütigen Worts“[12]

Man könnte seine Schriften als die Glieder einer großen Kette interpretieren, wenn man seine große Strategie andenken würde. Mit seiner metaphoristischen Art und Weise ist es klar, dass man seine Schriften in verschiedenen Perspektiven auswerten könnte, als ob sie ein großes Buch, in dem die Gesamt- und Grundgefühle seines Philosophierens gezeigt werden wären. In dem Sinne wird mit seiner großen „Strategie“ bezeichnet, worauf die Schriften Nietzsches abgezielt haben. Gewiss ist, dass sein Krieg gegen die Moral vor langer Zeit anfing, mit Nietzsches Worten, „mit diesem Buch (Morgenröte) beginnt mein Feldzug gegen die Moral“[13]. In der Vorrede von Morgenröte deklariert Nietzsche den Kern seiner Moralkritik:

„ (…) ich begann ein altes Vertrauen zu untersuchen und zu untergraben, auf dem wir Philosophen seit ein paar Jahrtausenden wie auf dem sichersten Grunde zu bauen pflegten, - immer wieder, obwohl jedes Gebäude bisher einstürzte: (…)[14]

2.1 Du sollst!

In den ersten Aphorismen von Morgenröte führt Nietzsche seine Moralkritik an die Autorität der Sitte, in der es nur eine moralische Regel gibt: Gehorsam. Zu betonen ist zusätzlich, dass die Kritik auf den Imperativ „du sollst!“ der historisch gewordenen Moral in allen Schriften Nietzsches deutlich gesehen wird.

„(…) sie verlangte, dass man Vorschriften beobachtete, ohne an sich als Individuum zu denken.“[15]

Es distanziert sich von jedem Begriff „individuell“, „willkürlich“, „unvorhersehbar“, „frei“, „ungewohnt“. In den späteren Werken Nietzsches verschärft sich die Distanz zwischen dem Begriff der Moral und dem Individuum. Diese Begriffe werden in seiner Denkungswiese als Gegenteile angenommen. Morgenröte meint eine Entstehung eines Denkens, das einen Humanismus -aber nicht den üblichen- sucht, um mit seiner Hilfe die dem Denken ursprünglich chaotische Wirklichkeit unmoralisch überschaubar zu machen. Das Werk beginnt mit dem Thema, das eine Kritik der Modernität auftritt, nämlich mit dem Hinweis auf Jenseits von Gut und Böse, näher hin, mit dem Versuch, die unmoralische Erfahrung der Welt festzuhalten. Nietzsche gibt zwar keine überzeugenden Antworten auf die Frage, wie man die Welt unmoralisch erfahren kann, aber er erschließt neue Wege zur Moral, sowie einer Moral der Affekte, die als einzigartiger Quell der Handlungsmoral bestimmt wird. Die Auswertung der Komplexität des Lebens motiviert Nietzsche zu einer Destruktion utilitaristischer Moral. Dabei stützt er sich auf den Begriff menschlicher Handlung. Die Interessen seiner Moralkritik, die an bestimmte Gültigkeiten der Handlungstheorien anknüpfen, verschärfen sich in seinen späteren Werken. Vor allem in der Genealogie der Moral zeigt Nietzsche, dass ein Handlungsvorgang aus einer rational nicht beherrschbaren, d.h. weder kausal noch teleologisch interpretierbaren Verbindung aus Lust- und Unlustempfindungen hervorgeht.[16] Die Antwort auf die Frage, was die moralische Quelle der menschlichen Handlungen ist, mit anderen Worten: wie möglich ist, die menschlichen Handlungen moralisch auszuwerten? hat in der Nietzsches Moralkritik gleichen Preis: es hat keinen oder einen bestimmten. Aufgrund des vielfaltigen Prozesses der menschlichen Handlung ist die moralische Analyse bei Nietzsche unmöglich anzunehmen.

[...]


[1] EH, S. 43

[2] Reckermann, Alfons, Lesearten der Philosophie Nietzsches, Berlin, 2002, S.177

[3] Ebd. S.263

[4] Ebd. S. 264

[5] Schlechta, Karl, Werke in drei Bänden, erster Band; Über Musik, München Wien, 1999, S. 34: „die Musik kann tändeln“

[6] Die Frage, wie Nietzsche Spinoza ließ, wurde zweckentfremdet.

[7] Schnepf, Robert, Metaphysik im ersten Teil der Ethik Spinozas, Würzburg: Neumann, 1996, S. 51

[8] EH, 1 (Unter dem Titel „Jenseits von Gut und Böse“): „Nachdem der jasagende Teil meiner Aufgabe gelöst war, kam die nein-sagende, nein-tuende Hälfte derselben an die Reihe: die Umwertung der bisherigen Werte selbst, der große Krieg.“

[9] JGB, 108

[10] JGB, Nachwort, S. 421

[11] JGB, Nachwort, S. 421

[12] EH, 2 (Unter dem Titel „Jenseits von Gut und Böse“)

[13] EH, 1 (Unter dem Titel Morgenröte)

[14] M, Vorrede: II.

[15] M, 9

[16] Reckermann, Alfons, Lesearten der Philosophie Nietzsches, Berlin, 2002, S.118

Details

Seiten
26
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656345930
ISBN (Buch)
9783656346654
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206314
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Philosophie
Note
2,3
Schlagworte
Nietzsche Moral Moralkritik Jenseits von Gut und Böse

Autor

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