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Möglichkeiten und Grenzen des Prinzips "Ein Land - zwei Systeme" Schwerpunkt Hong Kong

Studienarbeit 2012 53 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Entstehung des marktwirtschaftlich geprägten Hong Kongs

3. Vergleich der marktwirtschaftlichen Situation zwischen China und Hong Kong
3.1 Ökonomische und politische Notwendigkeit von Sonderwirtschaftszonen
3.2 Volkswirtschaftliche Indikatoren
3.2.1 Bruttoinlandsprodukt
3.2.2 Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerungen
3.2.3 Importe
3.2.4 Exporte
3.3 Wirtschaftsbeziehungen zwischen Festlandchina und Hong Kong

4. Politische und soziale Situation im Vergleich
4.1 Teildemokratisches System und soziale Situation Hong Kongs
4.2 Das autoritäre Regierungssystem Chinas sowie dessen soziale Situation
4.3 „Wai – di – ren“ – Wanderarbeiter

5. Fazit und mögliche zukünftige Entwicklung

6. Quellenverzeichnis
6.1 Graphischen Darstellungen
6.2 Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Sonderwirtschaftszonen in China [1]

Abb. 2: BIP Chinas in Mrd. $ [2]

Abb. 3: BIP Hong Kongs in Mrd. $ [3]

Abb. 4: BIP Hong Kongs in Mrd. $ in Zahlen [4]

Abb. 5: Jährliches Wachstum des realen BIP in China [5]

Abb. 6: Jährliches Wachstum des realen BIP in Hong Kong [6]

Abb. 7: Jährliches Wachstum des realen BIP in Hong Kong in Zahlen [7]

Abb. 8: BIP pro Kopf Chinas in US - Dollar (USD) [8]

Abb. 9: BIP pro Kopf Hong Kongs in USD [9]

Abb. 10: Monatliche Importe Chinas in Milliarden (Mrd.) US – Dollar [10]

Abb. 11: Monatliche Importe Hong Kongs in Mrd. Hong Kong Dollar [11]

Abb. 12: Monatliche Exporte Chinas in Mrd. US – Dollar [12]

Abb. 13: Monatliche Exporte Hong Kongs in Milliarden HKD [13]

Abb. 14: Hong Kongs Re-Exporte nach Warenart [14]

Abb. 15: Einkommensverteilung nach Regionen in China [15]

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

In dieser Arbeit werden verschiedene Indikatoren bezüglich der Eigenschaften des Prinzips ein Land – zwei Systeme herausgearbeitet, dargestellt und analysiert.

Die Arbeit bietet einen Einblick in die verschiedenen politischen Systeme zwischen Festlandchina und Hong Kong. Darüber hinaus wird detailliert die Zusammensetzung der Regierungen beschrieben und heraus gearbeitet wie es bei der zentralen und sehr restriktiven Gesetzgebung Chinas möglich ist, eine Finanzmetropole und Wirtschaftsblüte wie Hong Kong aufrecht zu erhalten.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt der Arbeit ist die Darstellung der sozialen Situation beider Bevölkerungen.

Neben den volkswirtschaftlichen Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt, werden auch dessen Wachstum sowie die Im- und Exporte beider Regionen verglichen.

Auch die allgemeinen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Volksrepublik China und Hong Kong machen einen maßgeblichen Teil dieser Arbeit aus.

Zudem wird auch das Problemthema der Wanderarbeiter aufgegriffen und deren oftmals schwierige Situation dargestellt.

Das Ende dieser Studienarbeit bildet das Fazit über den gesamten Inhalt sowie die eigene Meinung zu der möglichen Entwicklung der Beziehung zwischen China und Hong Kong und deren Entwicklung im Einzelnen.

Das Recherchieren für diese Arbeit gestaltete sich in manchen Bereichen, durch die deutlich spürbare Zensur Chinas, schwieriger als erwartet. Dennoch wurden so viele Quellen wie möglich miteinander verglichen und Inhalte selbiger im Detail analysiert.

Diese Studienarbeit basiert auf verschiedensten Internetquellen aus Bereichen von Reiseratgebern bis hin zu renommierten Tageszeitungen und fachspezifischen Zeitungen. Auf Literatur wurde, auf Grund der Wichtigkeit von Aktualität dieses Themas, verzichtet.

In digitaler Form befindet sich diese Arbeit auf dem Datenträger im Anhang.

2. Entstehung des marktwirtschaftlich geprägten Hong Kongs

Die Frage nach der Entstehung des marktwirtschaftlich geprägten Hong Kongs reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Maßgebende Entscheidungen begannen allerdings in den Anfängen des 19. Jahrhunderts, in dem britische Kaufleute den Süden Chinas auf der Suche nach einem sicheren Hafen für Handelsschiffe erkundeten.[1] Schnell stellte sich die Insel Hueng Kong mit ihrem großzügigen Naturhafen als ideal heraus.

Kanton, das heutige Guangzhou, war zu dem Zeitpunkt die einzige Stadt Chinas die Handel mit dem Ausland betrieb. Schwerpunktmäßig wurde hier Opium der Engländer umgeschlagen, trotz kaiserlich-chinesischen Verbots.[2] Bereits 1839 jedoch wurde eine große Menge dieses Handelsgutes vom Staat beschlagnahmt und in einer Handlung die Briten aus Kanton verbannt. Infolge dessen schickten die Briten einige Kriegsschiffe auf ihre Reise nach China, womit der erste Opiumkrieg begann.

1942 endete dieser mit dem Vertrag von Nanking, der u.a. besagte, dass die Insel Hong Kong an Großbritannien abgetreten werden muss. Somit hatten die Briten ihre eigene Insel im Süden Chinas.

Das Bevölkerungswachstum Hong Kongs unter englischer Führung war enorm. Bereits zehn Jahre später lebten 40.000 Menschen auf der vorher fast leeren Insel. So war es kein Wunder, dass es am Ende des 19. Jahrhunderts bereits an nutzbarem Platz mangelte, dies führte dazu, dass die Briten das nördlich angrenzende Gebiet des Festlandes von China pachteten. So entstanden 1898 die New Territories. Allerdings wurde ein Pachtvertrag auf Zeit geschlossen, der lediglich für 99 Jahre, also bis 1997, gelten sollte.

Die Bevölkerungszahlen schossen weiter in die Höhe. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten bereits 1,6 Millionen Menschen in der britischen Kolonie.

Der Zweite Weltkrieg war auch für Hong Kong sehr schwer. 1941 eroberte Japan die Kolonie und hielt diese bis zum Kriegsende besetzt. Dennoch schafften es die Inselbewohner während der Nachkriegszeit sich schnell zu erholen. Ganz im Gegensatz dazu steht China, das mit einem Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Nationalisten zu kämpfen hatte. Auch das war ein Auslöser für einen weiteren Auswanderungsstrom vieler Chinesen nach Hong Kong, welcher noch überboten wurde von einem weiteren Einwanderungsschub in die Kolonie bedingt durch die offizielle Gründung der Volksrepublik China durch Mao Zedong. Während dieser Zeitperiode haben auch viele Unternehmen, Banken und internationale Handelshäuser dem ehemaligen Konkurrenten Hong Kongs, Shanghai, den Rücken zugekehrt und sich auf der südchinesischen Insel bzw. dessen angrenzendes Gebiet auf dem Festland niedergelassen.

Da damit der Grundstein für Industrien jeglicher Art geschaffen war, wuchsen diese stetig. Nicht zuletzt durch die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen, zum Beispiel (z.B.) Shenzhen, direkt angrenzend an Hong Kong, die eben diesen Kronkolonien Konkurrenz machen sollten, entstand ein Ballungsraum von über 50 Mio. Menschen. Somit wuchs auch der Handel zwischen Hong Kong und China zwischen 1978 und 1997 um durchschnittlich 28% jährlich.[3] In Punkt 3.3 dieser Arbeit wird auf die Wirtschaftsbeziehungen beider Regionen noch näher eingegangen.

Als dessen Folge rückte die Rückgabe der New Territories immer näher und eine Entscheidung wurde erwartet. Großbritannien unter Margaret Thatcher hoffte auf einen Erhalt dessen Kolonie im Süden Chinas, dennoch wurde aber 1984 eine Rückgabe Hong Kongs an China für den 1. Juli 1997 durch Deng Xiaoping, zu dem Zeitpunkt politischer Führer und Revolutionär Chinas, ausgehandelt. Mit den Zugeständnissen der Beibehaltung kapitalistischer Marktwirtschaft sowie liberaler Bürgerrechte, z.B. Presse-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit war dieser Kompromiss auch für Großbritannien akzeptabel. Dennoch wanderten, aus Angst vor Nichteinhaltung dieser Vereinbarungen durch China, zwischen 1984 und 1997 Hundertausende Menschen aus.

Auf die Wirtschaft hatte dies jedoch keine Auswirkung, so erlebte Hong Kong einen weiteren Wirtschaftsboom, wobei auch ein typischer Schritt für einen Industriestaat gegangen wurde. Die Tertiärisierung. So wurden, auf Grund günstigerer Arbeitskräfte und Standortkosten, große Teile der Produktion ins chinesische Binnenland verlegt. Dies hatte zur Folge, dass der Anteil des tertiären Sektors an der Wirtschaftsleistung auf über 80% stieg. Zum Vergleich, heutzutage erreicht China einen Wert von lediglich 43% des BIP.[4]

Dennoch wachsen die Herausforderungen an das, unter chinesischer Führung stehende, Hong Kong, da auch China weiterhin ein konstantes Wirtschaftswachstum verzeichnet und einige Großstädte Chinas sich zum wirtschaftlichen Dreh- und Angelpunkt entwickeln. So soll z.B. Shanghai zu einem globalen Finanzzentrum werden und auch die Containerhäfen auf dem Festland gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Dies hat auch die Hongkonger Regierung wahrgenommen und seither wird an einer noch engeren Zusammenarbeit mit dem Süden Chinas gearbeitet. Infrastrukturell nimmt dies die Form einer 50 km langen Brücke zwischen Hong Kong und Macau bis ins westliche Perlflussdelta an. Die Brücke soll 2015 eröffnet werden. Somit wird die Fahrzeit von Hong Kong nach Macau von vier auf eine Stunde verkürzt.[5] Ein weiterer Schritt um die Verschmelzung zu einer Megalopolis im Südosten Chinas voran zu treiben.

3. Vergleich der marktwirtschaftlichen Situation zwischen China und Hong Kong

Der Vergleich der marktwirtschaftlichen Situation zwischen der Volksrepublik China und Hong Kong ist in verschiedenen Hinsichten sehr von Bedeutung. Zum einen wird in diesem Kapitel die ökonomische und politische Notwendigkeit der Sonderwirtschaftszonen in China heraus gearbeitet. Zum Zweiten werden verschiedene volkswirtschaftliche Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, dessen Wachstum und eine pro Kopf Betrachtung dargestellt, sowie auf die Im- und Exporte beider Länder eingegangen.

Schlussendlich werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Peoples Republic of China und Hong Kong behandelt.

3.1 Ökonomische und politische Notwendigkeit von Sonderwirtschaftszonen

Die Grundidee, die sich hinter Sonderwirtschaftszonen (im Folgenden SWZ genannt) verbirgt, ist darin gelegen, die Regelungen und Beschränkungen, die unter Umständen ein Wirtschaftswachstum schmälern oder ganz verhindern, für diese Freihandelszonen, oftmals zeitlich begrenzt, aufzuheben um so Investitionsanreize zu schaffen. Also eine Steigerung der ökonomischen und politischen Leistungsfähigkeit einer Volksrepublik herbeizuführen.

Auch die Gründung von Unternehmenszusammenschlüssen durch z.B. Joint-Ventures von inländischen, chinesischen Firmen und europäischen Unternehmen soll, durch die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen, größere Attraktivität bekommen. Konkret bedeutet das auch eine andere Wirtschaftspolitik als im Rest des Landes. Das hat z.B. Steuervergünstigungen oder verringerten Veraltungsaufwand für Unternehmen zur Folge.[6] Vor allem dürfen ausländische Unternehmen ihre Gewinne aber in ihr Heimatland zurückführen.

In China resultierte die Einführung von SWZ aus dem politischen und gesellschaftlichen Chaos, das nach Ende der Herrschaft Mao Ze Dongs herrschte. Deng Xiaoping, der „Poinier der Öffnungspolitik“[7] erkannte, dass der Wideraufbau Chinas Wirtschaft weder durch eigene finanzielle Mittel noch durch eigenes Fachwissen zu schaffen war. So war es Deng Xiaoping, der den Anstoß zur Einführung von SWZ gab, die, die so dringend benötigten, ausländischen Investition locken sollte und auch tat. Viele international agierende Unternehmen gingen Joint Ventures mit chinesischen Firmen ein. Die so genannte Konkubinenwirtschaft. Dies war eine Voraussetzung der chinesischen Regierung um sich in den SWZ anzusiedeln. Auch deutsche Unternehmen, wie z.B. Volkswagen waren darunter und verlagerten Teile ihrer Produktion in diese Regionen.[8]

Die SWZ sind allerdings sehr stark exportorientiert, was die geographische Lage ausschließlich in Küstennähe erklärt (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Sonderwirtschaftszonen in China [1]

Neben den vielen Vorteilen von SWZ wie gar keine oder sehr geringe Importsteuern, gesenkte unternehmerische Gewinnsteuer auf 15%, verminderte Bürokratie, gelockerter Kündigungsschutz sowie sehr gute infrastrukturelle Anbindungen bringen sie auch eine Schattenseite mit sich.[9]

Die in den SWZ lebenden Menschen verdienen und leben gut. Das Problem sind die Bereiche außerhalb dieser Gebiete. Hier hat sich an der Armut, vor allem in ländlicheren Gebieten, nichts geändert. Im Gegenteil, Wanderarbeiter, oftmals aus sehr armen Gebieten im chinesischen Hinterland, kommen in die SWZ um vom Reichtum zu profitieren. Somit geht den ländlichen Regionen Arbeitskraft verloren. Ohne Arbeitskraft ist dort auch keine Entwicklung möglich.[10]

Ein weiteres großes Problem stellt die Umweltverschmutzung dar. Durch die rasant gewachsenen Wirtschaftsmetropolen ist zum einen die Anzahl der PKW um ein vielfaches gestiegen, zum anderen nehmen die Abgase der Industrie rapide zu. Hier wird versucht durch Maßnahmen entgegenzuwirken, wie z.B. in Peking nur Fahrzeuge mit einer gelben Schadstoffplakette zuzulassen.[11] Da dies aber nur Neuwagen betrifft und auch die Industrie noch keiner generellen Pflicht zum Umweltschutz unterliegt, scheint es mehr wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.

3.2 Volkswirtschaftliche Indikatoren

In diesem Kapitel wird neben dem Bruttoinlandsprodukt auch das Pro Kopf Einkommen der beiden Regionen betrachtet und analysiert. Des Weiteren wird auf die Im- und Exporte eingegangen.

3.2.1 Bruttoinlandsprodukt

Die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP) lässt sich am besten in Form einer Grafik darstellen. In folgenden Abbildungen ist zu beachten, dass es sich um das nominale BIP handelt, welches sich an, zu dem Zeitpunkt, aktuellen Marktpreisen orientiert. Das bedeutet, dass die exakte Höhe des jeweiligen BIPs abhängig von dem Preisindex ist.

Zudem sind die Zahlen in Milliarden (Mrd.) $ angegeben, weshalb auch der damalige Wechselkurs mit einbezogen wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: BIP Chinas in Mrd. $ [2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: BIP Hong Kongs in Mrd. $ [3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: BIP Hong Kongs in Mrd. $ in Zahlen [4]

Auf den ersten Blick fällt bereits auf, auch wenn beide Kurven stetig ansteigen, dass der Anstieg des BIP von China deutlich stärker scheint, als der Hong Kongs. Dennoch hat Hong Kong im zu vergleichenden Zeitraum, also zwischen 2002 und 2010, das nominale BIP nahezu verdoppelt. Während 2002 das BIP von Hong Kong bei 180 Mrd. $ lag, ist es bis zum Jahr 2010 auf 325,8 Mrd $ angestiegen. Daraus lässt sich eine inflationäre Entwicklung der Volkswirtschaft schließen, die aus dem Mehr an hergestellten Waren und Dienstleistungen resultiert.

Eine ähnliche, jedoch deutlich stärkere, Entwicklung liegt in China vor. Hier stieg das BIP im vergleichbaren Zeitraum von 1453,83 Mrd. $ auf 7991,74 Mrd. $. Also auf mehr als das Fünffache. Dies lässt sich nicht zuletzt auf die prosperierende Entwicklung der, von der chinesischen Regierung, eingeführten Sonderwirtschaftszonen, zurückführen (vgl. Punkt 3.1 / Abb. 1). So kommt es, dass auch hier, mehr noch als in Hong Kong, die Inflation, auf Grund des scheinbar unbegrenzten Wirtschaftswachstums, Einzug hält.

Hilfreich, um das Wachstum des BIP der letzen zehn Jahre im Detail zu betrachten, sind folgende Grafiken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Jährliches Wachstum des realen BIP in China [5]

Beim Betrachten des Wachstum von Chinas BIP im Detail, lässt sich eine stetige Steigerung von 2002 bis 2007 erkennen. 2007 stieg das BIP im Vergleich zum Vorjahr um 14,16%, der Höchstwert in dieser Abbildung.

Doch auch, oder gerade in China schlug die Wirtschaftskrise mit all ihrer Kraft zu. Dies hatte nicht zuletzt die Dämpfung volkswirtschaftlicher Kennzahlen wie das BIP zur Folge. Dennoch ist beeindruckend, mit welcher Konstanz das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik weiter seine Kreise zieht. Das Wachstum geht, wenn auch etwas gedämmt, auch in der Krise stetig weiter. Selbst 2012 wird noch ein Wachstum von 8,23% prognostiziert. Ein enormer Wert unter der Berücksichtigung, dass für Deutschland eine Prognose von 0,9% für 2012 errechnet wurde. Auch in naher Vergangenheit, also nach der Finanzkrise, lag der Maximalwert des Wachstums in Bezug auf das Vorjahr bei 4,2% der Bundesrepublik.

Aus dieser konstant hohen BIP – Zuwachsrate lässt sich so ein, nach wie vor, sehr großes Wirtschaftswachstum definieren, da der BIP – Wachstum als Indikator hierfür gilt, was ihn zu einem der wichtigsten Kennzahlen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung(VGR) macht.

Im Gegensatz dazu Hong Kong.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Jährliches Wachstum des realen BIP in Hong Kong [6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Jährliches Wachstum des realen BIP in Hong Kong in Zahlen [7]

Auf den ersten Blick fallen die beiden Depressionen 2001/02 und 2009 ins Auge.

2002 lässt sich dies durch den Terroranschlag, den 11. September begründen. Dies sei der Grund für den Rückgang des Konsums der Amerikaner gewesen, welcher zu einer Exportflaute in Hong Kong führte,[12] wo doch 22% aller Exporte Hong Kongs in die USA geht.

Ein weiterer Grund für die Minderung des BIP war das Virus des schweren akutem respiratorischem Syndrom (SARS). Dieser Virus entwickelte sich zu einer landesweiten Krise in allen Bereichen und hatte weitgehende Auswirkungen. Sogar für die Arbeitslosenzahl wurde 2001 eine Steigerung von 0,4% auf dann 5,3% bis Ende des Jahres prognostiziert. Letztendlich sind es dann 5,2% geworden. Im darauffolgenden Jahr stieg die Arbeitslosigkeit allerdings noch auf bis zu 7,5%. Im Jahre 2003 erreicht diese Kennzahl dann ihren Höchststand von 7,9%. Daraufhin beginnt die Kehrtwende und die Arbeitslosigkeit sinkt bis heute, mit einer Ausnahme, stetig auf schließlich 3,4% im Jahre 2011.[13]

[...]


[1] Vgl. Reiserat.de, „Die Opiumkriege lohnten sich“, http://www.reiserat.de/reisen_welt/hongkong/geschichte-opium.htm, Stand: 07.08.2012

[2] Vgl. Reiserat.de, „Die Opiumkriege lohnten sich“, http://www.reiserat.de/reisen_welt/hongkong/geschichte-opium.htm, Stand: 07.08.2012

[3] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Hong Kong und Macau – Ein historischer Überblick, http://www.bpb.de/internationales/asien/china/44295/hong-kong-und-macau?p=0, Stand: 25.07.2012

[4] Vgl. Deutsche Bank: Strukturwandel in China, http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000269158.PDF, Stand: 26.07.2012

[5] Vgl. Süddeutsche Zeitung: „Brücke Hong Kong – Macao, China hat die längste“, http://www.sueddeutsche.de/auto/bruecke-hongkong-macao-china-hat-die-laengste-1.69306, Stand: 07.08.2012

[6] Vgl. China 9: „Sonderwirtschaftszonen China“, http://www.china9.de/wirtschaft/sonderwirtschaftszonen.php, Stand: 07.08.2012

[7] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: „Porträt: Deng Xiaoping“, http://www.bpb.de/themen/1J42Y0,0,0,Portr%E4t_Deng_Xiaoping.html, Stand: 07.08.2012

[8] Vgl. China Guide: „Sonderwirtschaftszonen in China“, http://www.china-guide.de/china/wirtschaft/sonderwirtschaftszonen.html, Stand: 07.08.2012

[9] Vgl. Munich Business School: „Sonderwirtschaftszonen in China“, http://www.munich-business-school.de/intercultural/index.php/China_-_Sonderwirtschaftszonen, Stand: 07.08.2012

[10] Vgl. Suite 101: „Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas“, http://suite101.de/article/der-wirtschaftliche-aufstieg-chinas-a51698, Stand: 07.08.2012

[11] Vgl. Peking.de: „Wirtschaft in China“, http://www.peking.de/wirtschaft/wirtschaft-in-china, Stand: 07.08.2012

[12] Vgl. Finanznachrichten.de: „CitiBank senkt BIP-Prognosen für Hong Kong“, http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2001-10/1038742-citibank-senkt-bip-prognosen-fuer-hongkong-009.htm, Stand: 13.11.2012

[13] Vgl. Index Mundi: „Arbeitslosigkeit (%)“,http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?c=hk&v=74&l=de, Stand: 13.11.2012

Details

Seiten
53
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656338949
ISBN (Buch)
9783656349006
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206118
Institution / Hochschule
Deutsche Außenhandels- und Verkehrsakademie DAV Bremen
Note
1,9
Schlagworte
Hong Kong China Kommunismus freie Marktwirtschaft

Autor

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Titel: Möglichkeiten und Grenzen des Prinzips "Ein Land - zwei Systeme" Schwerpunkt Hong Kong