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Geschlechtsspezifische Leistungsgrenzen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 27 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS:

1. Einleitung

2. Tatsächliche Leistungsunterschiede

3. Soziologische Überlegungen

4. Konstitutionelle Unterschiede
4.1. Unterschiede im Körperbau
4.1.1. Auswirkungen
4.2. Physiologische Parameter
4.2.1. Auswirkungen
4.2.2. aerobe /anaerobe Kapazität
4.3. Menstruation & Schwangerschaft

5. Abschlussdiskussion

6. Literaturangaben

1. Einleitung:

Männer können nicht zwei Dinge gleichzeitig tun und Frauen können nicht einparken!

Dies sind nur zwei Beispiele für typische Aussagen, die unser Den­ken teilweise einnehmen. Wir denken in Klischees und erkennen damit etwas Wichtiges: Frauen und Männer sind unterschiedlich. Allgemein sollte man nicht ein Geschlecht als besser oder schlechter bezeichnen, sondern einfach als unterschiedlich.

Ende der 80er Jahre begannen unzählige Wissenschaftler, wie sie teilweise in der vorliegenden Hausarbeit noch genauer zitiert wer­den, mit der Erforschung geschlechtsspezifischer Unterschiede, so­wohl im sportlichen Bereich, als auch im sozio- kulturellen. Seit dem „world jogging movement“ in den 70er Jahren konnten auch Frauen ihre Leistungsfähigkeit beim Marathon unter Beweis stellen, doch sie erreichten nie die Zeiten eines Mannes. Woher kommen diese geschlechtsspezifischen Leistungsgrenzen?

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es immer schwierig sein wird die erbrachten Leistungen von Frauen mit denen der Män­ner zu vergleichen, da dabei die Unterschiede innerhalb der Ge­schlechter unberücksichtigt bleiben. Doch dies auch noch zu be­denken, würde den Rahmen der Arbeit sprengen. Aus diesem Grund werde ich hauptsächlich mit Durchschnittswerten arbeiten und teilweise auf Extrembeispiele hinweisen. Hinzu kommt, dass es wesentlich mehr Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit der Männer, als über die von Frauen gibt – vor allem, weil Männer schon länger an Wettkämpfen teilnehmen – und auch weniger Frauen als Männer Hochleistungssport betreiben.[1]

Es stellt sich nun die Frage, ob Männer tatsächlich überall das stär­kere Geschlecht sind oder ob Frauen jemals so schnell laufen kön­nen wie Männer?

2. Tatsächliche Leistungsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Zu allererst stellen wir uns jedoch die Frage: Wie sehen die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern konkret aus? Welche Leistungen erbringen Frauen gegenüber Männern?

In Tabelle 2.a. sind sich die Weltrekorde im Schwimmen von Frauen und Männern gegenübergestellt.

Tabelle 2.a.:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2.a. Weltrekorde Schwimmen im Vergleich, Quelle: www.dsb.de

Auch wenn die Unterschiede nicht allzu groß sind, sieht man ein­deutig, dass auf sämtlichen Strecken Männer eine höhere Leistung erbringen.

Weit größer werden die Leistungsunterschiede, wenn man seinen Blick auf die Weltrekorde in Leichtathletik - und hier auf die Lauf­distanzen - richtet. (Tabelle 2.b.)

Tabelle 2.b.:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2.b.: Weltrekorde der Laufdistanzen im Vergleich; aus 12: „Biomechanics of Distance Running“; Peter R. Cacanagh, PhD 1990

Von 100m - Distanzen bis zum Marathon erbringen Männer durch­weg die höhere Leistung.

Doch woher kommen diese eindeutigen Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Geschlechter, auf die sogar Notentabellen von Schulen und Universitäten abgestimmt sind?

Ist es gerecht, Sportstudenten und -studentinnen nach dieser offiziellen Notentabelle für den 100m - Lauf im Leichtathletik-Grund­kurs zu bewerten? (Tabelle 2.c.)

Tabelle 2.c.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2.c.: Auszug aus dem Notenspiegel für SportstudentInnen in Baden- Württemberg

Im Zeitalter der Emanzipation werden solche Listen als gerecht an- gesehen, Frauen bekommen beim Kugelstoßen Kugeln, die um mehr als drei Kilogramm leichter sind und der Speer für Frauen ist kürzer und leichter als der der Männer.

Warum ist die sportliche Leistungsfähigkeit von Frauen im Vergleich zu Männern deutlich geringer? Wie lässt sich dieser Leistungs­unterschied begründen? Können wir überhaupt einen absoluten Leistungsvergleich durchführen? Auf diese Fragen soll in der vor­liegenden Hausarbeit nun konkret eingegangen werden.

Um diese Fragen zu beantworten muss jedoch zunächst auf den Begriff der sportlichen Leistungsfähigkeit eingegangen werden. Es lässt sich nicht von der sportlichen Leistungsfähigkeit sprechen, da sie sich aus vielen verschiedenen Teilgrößen zusammensetzt, und nicht nur Technik, Taktik und Kondition eine Rolle spielen, sondern auch gesundheitliche Faktoren und Persönlichkeitsmerkmale. Somit ist die Leistungsfähigkeit durch die maximal zu realisierende Leis­tung in bestimmten Sportarten oder Disziplinen zu kennzeichnen.[2]

[...]


[1] aus 12: “Gender Differences in Distance Running” ; Anne E. Atwater, Seite 321ff

[2] aus 17.: “Sportbiologie”, J. Weineck, Seite 16/17

Details

Seiten
27
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638244367
Dateigröße
739 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v20601
Institution / Hochschule
Universität Konstanz – Sportwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Geschlechtsspezifische Leistungsgrenzen Hauptseminar Sportmedizin

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Titel: Geschlechtsspezifische Leistungsgrenzen