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Globalisierung und Verdrängung der Niedrigqualifizierten vom Schweizer Arbeitsmarkt

Seminararbeit 2010 15 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

2 Die Globalisierung und der Arbeitsmarkt
2.1 Globalisierung der Wirtschaft
2.2 Der Arbeitsmarkt für Niedrigqualifizierte
2.3 Arbeitsmarktsituation unqualifizierter Arbeitskräfte in der Schweiz

3 Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Beschäftigung
3.1 Theoretische Ansätze
3.1.1 Zunahme des Angebots an unqualifizierter Arbeit
3.1.2 Importkonkurrenz aus Schwellenländern
3.1.3 Verlagerung der Produktion ins Ausland
3.2 Auswirkungen in der Schweiz
3.2.1 Stellenverlust und Lohneinbusse
3.2.2 Importkonkurrenz und das Arbeitslosigkeitsrisiko
3.2.3 Abnahme der Nachfrage nach Niedrigqualifizierten
3.3 Schlussfolgerungen

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Erklärung

Zeichenzahl

1 Einführung in die Thematik

Der Begriff Globalisierung, hier definiert als zunehmende Integration von Volkswirtschaften bezüglich des Handels von Gütern und Dienstleistungen (Dollar, 2002, S.11), ist in den letzten Jahren zu einem Schlagwort geworden. Einige betrachten ihn als einen Prozess, der positiv und unvermeidbar ist und die Basis für die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft liefert. Andere betrachten die Globalisierung mit Skepsis oder sogar Angst, da sie glauben, dass sie die Beschäftigung und den Lebensstandard bedroht und die Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern vergrössert.Auch hört man in den Medien und der Öffentlichkeit immer wieder infolge von Globalisierung freigesetzten Arbeitskräften. In diesem Zusammenhang untersucht diese Arbeit, ob die unqualifizierten Arbeitskräfte in der Schweiz aufgrund der wirtschaftlichen Globalisierung schlechter gestellt und vom Arbeitsmarkt verdrängt werden. Der Autor ist der Ansicht, dass die wirtschaftliche Globalisierung für die niedrigqualifizierten Arbeitskräfte eine Bedrohung darstellt und sie vom Schweizer Arbeitsmarkt verdrängt. Diese These wird durcheine Literaturanalyse und das Heranziehen von empirischen Studien, die bezüglich der Globalisierung und der Arbeitslosigkeit in der Schweiz von Wyss (2009,2010) und von Ott und Signer (2002) durchgeführt worden sind, versucht zu überprüfen. Im Kapitel 2 erhält der Leser einen Überblick über die Globalisierung, den Arbeitsmarkt und die Situation der niedrigqualifizierten Arbeitskräfte auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Das zentrale Kapitel 3 widmet sich den Auswirkungen der Globalisierung auf die Beschäftigung von Niedrigqualifizierten. In einem ersten Teil des dritten Kaptitels werden die theoretischen Auswirkungen der Globalisierung auf einen Arbeitsmarkt in den Industriestaaten erläutert. In einem zweiten Teil werden dann die Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt für Niedrigqualifizierte dargestellt und es folgt eine kurze Schlussfolgerung. Schliesslich werden im letzten Kapitel in einem Fazit die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und die Forschungsfrage beantwortet.

2 Die Globalisierung und der Arbeitsmarkt

In den folgenden Unterkapiteln werden auf den Begriff Globalisierungeingegangen, der Arbeitsmarkt für die niedrigqualifizierten Arbeitskräfte näher erläutert und die Entwicklung der Arbeitsmarktsituation unqualifizierter Schweizer Arbeitskräfte aufgezeigt.

2.1 Globalisierung der Wirtschaft

Die Globalisierung ist ein sehr umfassender Begriff, derunter anderem wirtschaftliche, kulturelle, politische und ökologische Aspekte beinhaltet.Da für die Untersuchung die wirtschaftliche Dimension relevant ist, werden die anderen Dimensionen nicht erfasst. In dieser Arbeit wird Globalisierung synonym zu wirtschaftlicher Globalisierung verwendet.

Bassler, Heinrich und Utecht (2010) verstehen unter der wirtschaftlichen Globalisierung „die mit dem Aussenhandel verbundene Internationalität der Arbeitsteilung, die weltweite Vernetzung der Märkte und die weltweite Interdependenz von Produktion, Konsum und Verteilung“ (S.588).

Während nach Bassler et al. (2010) die wirtschaftliche Globalisierung nicht ein Zustand ist, sondern „ein Prozess der Annäherung an die globale Wirtschaft“ (S.588), umfasst sie nach Ott und Signer sowohl einen Zustand als auch einen laufenden Prozess der Bildung und Fortentwicklung der Märkte (Ott &Signer, 2002, S.15).

Der Autor ist der Meinung, dass die Globalisierung als einZustand oder als ein Prozess betrachtet werden kann, da es von der Sichtweise abhängt. Betrachtet man die Globalisierung als eine Momentaufnahme, stellt sie einen Zustand dar. Wird sie über eine Zeitperiode betrachtet, wird eine Ausweitung von Märkten über Ländergrenzen hinweg bis zu weltweiten Märkten festgestellt, also ein Prozess.

2.2 Der Arbeitsmarkt für Niedrigqualifizierte

Auf dem Arbeitsmarkt treffen das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage zusammen. Die Arbeitsgeber bilden dabei die Arbeitsnachfrage, da sie Arbeit nachfragen und die Arbeitnehmer das Angebot, weil sie ihre Arbeit an die Arbeitgeber anbieten. Da die Arbeit aufgrund der unterschiedlichen Qualifikation der Arbeitnehmer sehr heterogen ist, gibt es keinen Gesamtarbeitsmarkt, sondern Einzelmärkte für unterschiedlich qualifizierte Arbeitskräfte(Dümmler, Hotz-Hart& Schmuki, 2006, S.137-138; Eisenhut, 2010, S.181).

Die Abgrenzung qualifizierter und unqualifizierter Arbeit ist problematisch, weil die Qualifikation eines Arbeiters nicht direkt messbar ist. Daher werden Faktoren wie Ausbildung, Beruf etc. herangezogen. Allgemein gelten in den amtlichen Statistiken Personen mit einer Sekundarausbildung 1 als niedrigqualifiziert(Pflüger, 2002, S.29).

2.3 Arbeitsmarktsituation unqualifizierter Arbeitskräfte in der Schweiz

Ein Vergleich der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Löhne für Hochqualifizierte und Niedrigqualifizierte in der Schweiz zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt für Niedrigqualifizierte durch ein tieferes Lohnniveau auszeichnet (Ott &Signer, 2002, S.7). Dieser Sachverhalt lässt sich erklären. Zum einen besteht auf dem Arbeitsmarkt für Niedrigqualifizerte nicht wie auf dem Arbeitsmarkt für Hochqualifizierte eine Knappheit. Zum anderen verfügen die niedrigqualifizierten Arbeitskräfte, die rund einen Fünftel der Schweizer Erwerbsbevölkerung ausmachen, aufgrund der geringeren Ausbildung über weniger Humankapital (Dümmler et al., 2006, S.173-176; Ott &Signer, 2002, S.118). Für die innovativen Produkte und Dienstleistungen, die gegenüber der Konkurrenz Wettbewerbsvorteile ermöglichen, spielt jedoch das verfügbare Humankapital eine entscheidende und zentrale Rolle (Krogh, 2009, S.409). Daher sind die Arbeitgeber auch nicht bereit die angebotene Arbeit der unqualifizierten Arbeitskräfte zu hohen Löhnen nachzufragen, weil sie weniger wertvoll ist.

Betrachtet man die Entwicklung der Löhne und Beschäftigung von Niedrigqualifizierten über eine Zeitperiode, so ist zu beobachten, dass sich die Arbeitsmarktsituation der Niedrigqualifizierten in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich verschlechtert hat. So ist das Verhältnis der Löhne der Hochqualifizierten zu Niedrigqualifizierten zwischen 1991 und 2007 zwar mehr oder weniger konstant geblieben, während jedoch die Arbeitslosigkeit unter Niedrigqualifizierten absolut und im Vergleich zu den Hochqualifizierten jährlich deutlich anstieg. Im Jahr 2007 war in der Schweizrund jeder fünfzehnte Niedrigqualifizierte arbeitslos (Wyss& Weder, 2010, S.7-8).

Bei dieser beunruhigenden Entwicklung können viele Faktoren wie zum Beispiel Migration, technologischer Fortschritt, Globalisierung etc. eine Rolle gespielt haben. Im Rahmen der Seminararbeit steht die Rolle der Globalisierung im Fokus.

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Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656330967
ISBN (Buch)
9783656331384
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205895
Institution / Hochschule
Universität St. Gallen
Note
1
Schlagworte
auswirkung globalisierung schweizer arbeitsmarkt

Autor

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Titel: Globalisierung und Verdrängung der Niedrigqualifizierten vom Schweizer Arbeitsmarkt