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Pflegerische Ansätze bei depressiven Patienten - Recovery Konzept

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik
1.1 Einleitung
1.2 Methodik

2. Überblick Depressionen
2.1 Definition Depression
2.2 Arten von Depressionen
2.3 Ursachen von Depressionen
2.4 Auslöser von Depressionen
2.5 Symptome von Depressionen

3. Die Basis - Grundbedingungen für pflegerisches Handeln

4. Das Recovery-Konzept
4.1 Entstehung und Bedeutung von Recovery
4.2 Prinzipien von Recovery
4.3 Phasen der Genesung
4.4 Anforderung des Recovery an professionell Pflegende

5. Diskussion

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

1.1 Einleitung

„Depressionen sind schlechthin die Krankheit unserer Zeit geworden. Immer mehr Menschen klagen über Energielosigkeit, mangelndes Selbstwertgefühl, Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit.“ (Pfeifer 2004, 1)

In der „modernen“ Literatur werden professionell Pflegende regelmäßig mit zahlreichen Theorien und Konzepten in der psychiatrischen Pflege konfrontiert. All diese neuen Konzepte beschreiben erwünschte Veränderungen in der Pflege und Betreuung psychisch kranker Menschen (Richter et al. 2009, 242). Gründe für diese beginnende Entwicklung sind Unzulänglichkeiten der bestehenden psychiatrischen und pflegerischen Versorgung, welche den Bedürfnissen der Betroffenen oft nicht zu genügen scheint. Gerade im Rahmen interdisziplinärer Behandlungskonzepte, bei denen psychiatrische Pflege zunehmend grenzüberschreitend denken muss, bieten diese Konzepte eine „neue Sicht“ auf die Rolle des Patienten. Im Focus steht der mündige Patient gekennzeichnet durch Eigenkompetenz und Selbstbestimmung ( Überall 2009, 1).

Welche Konzepte können, unter Berücksichtigung dieser Attribute, bei der Behandlung von depressiv erkrankten Menschen Anwendung finden ? Wie bereits erwähnt, existieren eine Vielzahl von Konzepten in der spezialisierten psychiatrischen Pflege. Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit wird insbesondere das Recovery- Konzept beleuchtet.

Zunächst wird im folgenden Kapitel der Begriff Depression definiert, dargestellt und anhand von Auslösern bis hin zu den Ursachen einer Depression grob orientierend aufgearbeitet.

In den dann folgenden Kapiteln wird auf die Grundbedingungen pflegerischen Handelns in der psychiatrischen Pflege eingegangen. Ein Schwerpunkt ist dabei die professionelle Beziehungsgestaltung zwischen Pflegekräften und Patienten sowie die Gestaltung des Milieus.

Es schließt sich eine ausführliche Darstellung des Recovery- Konzepts an. Auf welche Ansätze baut Recovery auf und welche Anforderungen werden innerhalb des Konzepts an professionell Pflegende gestellt ? Die Ergebnisse werden folglich diskutiert und ein Fazit formuliert.

1.2 Methodik

Die Aussagen und Ergebnisse der vorliegenden Arbeit stützen sich alleine auf vorhandene Literatur. Die Literatursuche wurde sowohl in der Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt, der Deutschen Bibliothek und mittels Internetrecherche durchgeführt. Folgende Datenbanken wurden verwendet: EZB, -FRANKA, -GoogleScholar, -GoogleBook, -Pubmed.

Die Online-Suche nach geeigneter Literatur wurde unter den Schlagwörtern: Depression, psychiatri- sche Pflege, Recovery, Empowerment, mündiger Patient, Milieugestaltung und Beziehungsgestaltung durchgeführt.

2. Überblick Depression

2.1 Definition

Depressionen gelten als die häufigste psychische Beeinträchtigung weltweit (Oehler 1998, 36). Der Ursprung für die Bezeichnung Depression liegt im Lateinischen (deprimere, depressum) und bedeutet „herabdrücken“ (Pschyrembel et al. 1986, 335).

„Depression ist ein Zustand der Niedergeschlagenheit und Traurigkeit, in dem das Leben trostlos und seine Anforderungen unerfüllbar erscheinen.“(Corner 1995, 281)

Der Begriff Depression stellt eine unspezifische diagnostische Bezeichnung für eine Störung der Affektivität, d.h. eine Störungen der Stimmungslage, dar. Im Vordergrund steht das depressive Syn - drom mit trauriger Verstimmung, Antriebsarmut, Interessenverlust, Appetit- und Libidoverlust, Schlafstörungen, Gewichtsveränderungen, psychomotorischer Erregung oder Hemmung, Schuldge- danken, Gefühlen der Wertlosigkeit, subjektiven und objektiven Einschränkungen der Konzentra- tion und beim Denken (Pschyrembel et al. 1986, 335). Weitere wesentliche Merkmale sind Herz- schmerzen oder Magen - Darmschmerzen (Oehler 1998, 36). Charakteristisch bei Depressionen ist das gemeinsame Vorkommen von körperlichen und psychischen Symptomen. Es verändern sich Verhalten, Motorik sowie das Erscheinungsbild des Erkrankten/Betroffenen (Reinecker 1994, 179).

Eine Depression besteht, wenn die Symptome eine gewisse Intensität und über einen bestimmten Zeitraum konsistent sind, die Alltagsbewältigung für den Erkrankten/ Betroffenen nicht mehr mög- lich ist sowie mit Beeinträchtigungen im psychosozialen Bereich einhergehen (Essau 2007, 17).

Eine zusammenfassende Begriffserklärung für Depressionen lieferten Jaeggi, Rohner und Wie demann (1999): „Depression ist ein Sammelbegriff für eine Anzahl komplexer Störungsbilder mit Symptomen auf unterschiedlichen Ebenen: 1. emotional, 2. kognitiv, 3. motorisch, 4. motivational, 5. vegetativ. Unterteilen lassen sie sich nach verschiedenen Dimensionen: I. Ätiologie (endogene, somatische, psychogene Depressionen), II. Schweregrad (neurotische vs. psychotische Depressionen), III. Alter, IV. Verlauf (unipolare vs. bipolare Depression), V. Umweltereignisse (Erschöpfungsdepression, Entlastungsdepression).“

2.2 Arten von Depressionen

Aufgrund der verschiedenen Ursachen werden Depressionen häufig unterteilt in:

a) Endogene Depressionen

Hierbei wird unterschieden in unipolare und bipolare Depression.

1. Unipolare Depression: ist die Erkrankungsart, die nur in Form einer Depression auftrittt.
2. Bipolare Depression: ist die Form bei der neben der depressiven Erkrankungsphase auch Phasen mit manischer Symptomatik auftreten.

b ) Psychogene Depressionen

Diese Form der Depression wird unterteilt in reaktive und neurotische Depression, und auch in depressive Entwicklungen.

c) Somatogene Depression

Die somatischen Depressionen werden unterschieden in organische und symptomatische Depressionen (Wolfersdorf 2011, 49).

Auf eine detaillierte und ausführliche Beschreibung der einzelnen Arten bzw. Unterscheidungsfor- men wird in dieser Hausarbeit aufgrund der Schwerpunktwahl des Recovery-Konzeptes verzichtet.

2.3 Ursachen

Eine Depression ist ein multifaktorielles Geschehen, d.h. viele Bedingungen sind an der Entste - hung, der Auslösung und der Aufrechterhaltung einer Depression beteiligt.

Wird von den Ursachen einer Depression gesprochen, meint man die Veranlagungen eines Men- schen die Grundvoraussetzung für diese Erkrankung sind. Das Vorliegen von möglichen Ursachen ist nicht gleichzusetzen mit einer Erkrankung. Es besteht lediglich eine erhöhte Disposition beim Vorhandensein zusätzlicher auslösender Faktoren zu erkranken. Ebenso kann die depressive Erkran- kung als Ergebnis des Zusammentreffens verschiedener Prozesse und Faktoren sein. Dies gilt sowohl für die biologisch-physiologische Ebene, z.B. Vererbung, physiologische Belastungen oder depressionsauslösende Medikamente, als auch für die lebensgeschichtlich-biographischerund aktu- elle psychosoziale Ebene, z.B. Entwicklung von frühen Beziehungen, Beziehungsgestaltung im Erwachsenenalter und bestimmten Persönlichkeitscharakteristika (Wolfersdorf 2011, 37ff).

Genetische Faktoren:

In der wissenschaftlichen Literatur ergeben sich keine eindeutigen Hinweise auf genetische Vererbung psychischer Charakteristika .

Eindeutiger ist die Annahme belegt das die frühkindliche Entwicklung - Persönlichkeitscharakteristika, die Art mit Belastungen umzugehen, erworbene Einstellungen zu Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und negativer Selbstbewertung - Einfluss auf die familiäre Weitergabe von depressiven Erkrankungen haben (ebd. 2011, 38ff).

Psychologische Faktoren:

Das tiefenpsychologische Modell zur Entstehung einer erhöhten Depressionsneigung ist gekennzeichnet durch die herausragende Rolle der frühkindlichen Erfahrung. Dies gilt insbesondere für die Beziehung zur Mutter bzw. anderen frühen Bezugspersonen.

Neben diesem Modell existieren zwei weitere Konzepte.

Zum Einen das Konzept der gelernten Hilflosigkeit von Seligmann. Depression ist innerhalb dieses Konzepts Ausdruck bzw. Folge mangelnder Kontrolle. Hiermit lassen sich vor allem Depressionen bei alten Menschen erklären.

Zum Anderen wurde von Beck das Konzept der Depression als Ausdruck einer kognitiven Störung entwickelt.

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Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656320180
ISBN (Buch)
9783656326205
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205489
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
2,0
Schlagworte
Depression Psychiatrische Pflege Recovery-Konzept

Autor

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