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Sozialisation von Kindern und Jugendlichen im alten Ägypten

Aufwachsen von Kindern in antiken Kulturen

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1.0 Das Familienbild im alten Ägypten
1.1 Die Ehe
1.2 Beziehung zwischen Eltern und Kind

2.0 Eintritt in die Arbeitswelt
2.1 Kinderarbeit
2.2 Mädchenarbeit
2.3 Nach der Arbeit – Freizeitgestaltung und Familienunternehmungen

3.0 Fazit

Literaturangabe

Einleitung

Die Hausarbeit „Sozialisation von Kindern und Jugendlichen im alten Ägypten“ befasst sich mit der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen zur Zeit des alten Ägypten. Der Begriff „ altes Ägypten“ definiert eine Zeitspanne von 2707 v. Chr. bis 1070 v. Chr. Diese Zeitspanne ist historisch unterteilt in das Alte, das Mittlere und das Neue Reich. In diesen Epochen bildete sich das urtümliche ägyptische Leben aus. Frühere Epochen sind leider historisch kaum erfassbar, da die Quellenlage sehr unzureichend ist. In den Epochen nach dem Neuen Reich herrschten in Ägypten große Umstrukturierungen und politische Unruhen, so dass eine fokussierte Betrachtung auf die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen äußert schwierig ist. Die nachfolgende Zeit wurde maßgeblich durch die römische Besetzung Ägyptens geprägt und spiegelt daher nicht ein urtümliches Aufwachsen von ägyptischen Kindern und Jugendlichen wieder, da die römische Besatzungsmacht ihre kulturellen Eigenarten in die ägyptische Gesellschaft integrierte. Daher befasst sich die Hausarbeit nur mit den drei großen historischen Epochen, dem Alten, Mittleren und Neuen Reich.

Ziel der Arbeit ist es herauszustellen wie Kinder und Jugendliche in dieser Kultur gelebt haben, wie sich ihr Alltag gestaltete, welche Rolle der Bildung zu kam und welche Rolle das Kind im familiären Kontext gespielt hat.

Im Folgenden beschäftigt sich die Arbeit nun zuerst mit der Definition der Lebensbedingungen. Hierbei wird zuerst ein Blick auf das damalige Familienbild geworfen. Anschließend wird sich die Arbeit vertiefend mit der Rolle und dem Umgang von Kindern beschäftigen. Hierzu zählen u.a. eine Betrachtung der frühen Kindheit, der Bedeutung von Schule und Bildung und welche Auswirkungen sie auf das spätere berufliche Leben haben und in wie weit sie sogar einen Statuswechsel mitgestalten konnten, sowie die familiäre Bedeutung der Kinder für ihre Eltern. Abschließend wird die Sonderstellung der Königsfamilie und des Hofstaates betrachtet. Hierbei geht es darum die Unterschiede zu anderen, niedrig verankerten Gesellschaftsschichten aufzuzeigen und die besonderen Eigenarten der höfischen Gesellschaft und das ihrer Familien zu charakterisieren. Somit soll die Sonderstellung innerhalb der ägyptischen Gesellschaft verdeutlicht werden und welche Auswirkungen sie auf das gesellschaftliche Gesamtsystem hatte. Diese Aspekte werden durch eine Bearbeitung mit der hermeneutischen Methode transparent und somit sichtbar gemacht.

1.0 Das Familienbild im alten Ägypten

„Die ägyptische Familie war eine Kernfamilie“ (Feucht 1995, S.22). Sie unterscheidet sich damit nicht von einem heutigen bürgerlichen Familienbild. Heutige bürgerliche Erwartungen decken sich somit mit den Vorstellungen im alten Ägypten. So heißt es: „Luft, welche Amun gibt, eine gute Frau, gehorsame Kinder, viel Gut“ (Feucht 1995, S.22). Dieses Zitat belegt den Wunsch nach einer Familie mit Kindern und einem Leben im Wohlstand, ähnlich dem Bilde das wir heute als bürgerliche Familie bezeichnen. Das Heiratsalter war jedoch deutlich jünger. Als Voraussetzung für eine Heirat galt jedoch, die Versorgungsfähigkeit des Mannes für seine zukünftige Frau. Im Durchschnitt wurde daher im Alter von 20 Jahren geheiratet. „Nimm dir eine Frau, wenn du 20 Jahre alt bist, auf daß du einen Sohn habest, während du noch jung bist“ (Feucht 1995, S.23). Aus diesem Zitat geht nicht nur das Heiratsalter hervor, sondern auch der Wunsch früh Nachwuchs zu bekommen. Hierbei ist zu beachten, dass die Lebenserwartung deutlicher geringer war als sie es heute ist. Nach der Hochzeit war es das Ziel eines verheirateten Paares ein eigenes Heim für sich und seine Familie zu erbauen. Konnte man sich kein eigenes Haus leisten, musste man notgedrungen bei Angehörigen leben. Dies galt jedoch nicht als erstrebenswert. „Wohne nicht in einem Haus zusammen mit deinen Schwiegereltern“ (Feucht 1995, S.25).

Mit einer erfolgreichen Haushaltsgründung waren im alten Ägypten nicht nur Privilegien, sondern auch Pflichten verbunden. Diese Pflichten bezogen sich meistens auf die Rolle des Mannes als Vorstand eines Haushaltes. Starb z.B. der Vater, so musste der Sohn seine Mutter und andere Verwandte in seinen eigenen Haushalt aufnehmen. Des Weiteren galten Bedienstete als Mitglieder des Haushaltes, jedoch nicht als Familienangehörige. Der Haushaltsvorstand hatte somit aber auch ihnen gegenüber eine Sorgfaltspflicht.

1.1 Die Ehe

Am Anfang einer eigenen Existenzgründung stand im alten Ägypten die Ehe (vgl. Feucht 1995, S.31). Das heiratsfähige Alter des Mannes wurde bereits auf 20 Jahre im Durchschnitt beziffert, bei Frauen lag es bei Eintritt der Geschlechtsreife. Dieses junge Heiratsalter bei Frauen, wird mit dem Wunsch nach frühestmöglicher Zeugung eines Sohnes begründet. Somit sollte die Fruchtbarkeit der Frau bestmöglich ausgenutzt werden und uneheliche Sexualkontakte vermieden werden (vgl. Feucht 1995, S.33).

Die Bedeutung der Ehe spiegelte sich auch im Rechtssystem des alten Ägyptens wieder. „Die Heirat eines Paares war ein gesetzliches Abkommen, dem eine finanzielle Vereinbarung zu Grunde lag“ (Harvey/Reid 2007, S.77). Neben erbrechtlichen Vorteilen, galten Kinder nur als legitim und anerkannt, wenn sie in einer Ehegemeinschaft gezeugt wurden. Die Rolle der Eltern des heiratswilligen Paares ist ebenfalls rechtlich definiert worden. Eine Hochzeit ohne Zustimmung der jeweiligen Schwiegereltern war nicht möglich. So heißt es: „Lasse deinen Sohn nicht eine Frau nach eigenem Belieben nehmen, damit er nicht das, was du geschaffen hast, zunichte mache“ (Feucht 1995, S.35).

Auch der zwischenmenschliche Umgang zwischen den Ehepartnern wurde geregelt. So wurde vom Ehemann erwartet, dass er seine Partnerin lieben und versorgen solle. Wie hoch die Wertschätzung der Frau im alten Ägypten war spiegelt das nachfolgende Zitat wieder: „Verlasse eine Frau deines Haushaltes nicht, (nur) weil sie kein Kind empfangen hat“ (Feucht 1995, S.36). Der Sinn und Zweck der Ehe lag zwar primär auf der Zeugung von Nachwuchs, im Vergleich wurde die Ehegemeinschaft jedoch über die Verbindlichkeit der Reproduktion gestellt. Um eine gute Existenzgrundlage für die Kinder zu schaffen, sparten die Eltern Geld, um dieses später in die Ausbildung ihrer Kinder investieren zu können (vgl. Harvey/Reid 2007, S.77).

Kinder hatten in der altägyptischen Gesellschaft einen immens hohen Stellenwert. Bevorzugt war jedoch in der geschlechterspezifischen Betrachtung des Nachwuchses ein Sohn, dies belegt folgendes Zitat: „Wenn du angesehen bist und einen Hausstand hast, erzeuge einen Sohn, der Gott erfreut“ (Feucht 1995, S.50). Keinen Sohn zu haben wurde als sehr schmerzlich empfunden. Kinderlosen Paaren wurde sogar gezielt zur Adoption geraten: „Wer keine Kinder hat, soll sich ein anderes holen, eine Waise um sie aufzuziehen“ (Feucht 1995, S.50). Die immense Bedeutung von Kindern gründet in der religiösen Vorstellung der alten Ägypter, dass man durch seine Kinder im Jenseits weiterleben würde. Hierbei standen die Kinder, vorzugsweise wieder der Sohn, in der Verantwortung, nach dem Tod der Eltern, religiöse Kulthandlungen vorzunehmen, um damit die Existenz der Eltern im Jenseits zu sichern. (vgl. Feucht 1995, S.52).

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Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656323891
ISBN (Buch)
9783656326052
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205414
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Schlagworte
altes Äypten Aufwachsen in antiken Kulturen Kindheit in der Antike Kinder in der Antike Kinder im alten Ägypten

Autor

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