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Griechenlands Dasein zwischen Schuldenkrise und innerer Zersplitterung

von Sabrina Reinecke (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 17 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Anmerkungen

2. Einleitung

3. Begriffsklärungen
a. Die griechische Finanzkrise

4. Chronik „Griechenlands Fall“

5. Ursachen der Krise
a. Innergriechische Ursachen
b. EU-basierende Ursachen
c. Weltweite Ursachen

6. Maßnahmen gegen die Krise

7. Situation im Land

8. Die Rolle der Medien

9. Auswirkungen der Krise

10. Prognosen für die Zukunft

11. Fazit

1) Anmerkungen

Ich möchte zu dieser Arbeit vorab einige Worte verlieren. Setze ich meine Fußnote bereits an die Überschrift, dann ist das so zu verstehen, dass sich der gesamte folgende Abschnitt auf diese Quelle bezieht. Sollten Informationen einfließen, die von anderen Orten stammen, dann werden diese zusätzlich gekennzeichnet. Dies soll einer Fußnotenüberfülle entgegenwirken.

2) Einleitung

Früher war Griechenland bekannt für seine antiken Bauwerke, die Hauptstadt Athen oder für griechische Mythen und Götter. Heute ist das Land quasi ein Synonym für Schulden, einen aufgeblähten Beamtenapparat und streitlustige Bürger.

Die griechischen Staatsfinanzen geben schon seit einigen Jahren Anlass zur Sorge. Erst 2009 wurde jedoch die tatsächliche Dimension des Defizits bekannt. Seitdem gibt es regelmäßig neue Katastrophenmeldungen aus dem südeuropäischen Land. [1]

Um die Problematik in Griechenland einmal näher zu beleuchten, wird diese Hausarbeit näher auf die Schuldenproblematik des EU-Mitglieds eingehen.

Dazu wird nach einer kurzen Einleitung zunächst der Begriff der griechischen Finanzkrise näher eingegrenzt und erläutert, um ein Grundverständnis zu schaffen, auf welcher Basis diese Arbeit argumentiert. Anschließend wird der Verlauf der Ereignisse bis hin zum heutigen Zustand in einer Chronik dokumentiert. Im weiteren Verlauf werden Ursachen und Auswirkungen der Krise untersucht und auch Maßnahmen gegen diese werden thematisiert.

Eine besondere Bedeutung kommt in dieser Hausarbeit auch den Medien zu. Es wird unter anderem beleuchtet, wie Griechenland in den Medien dargestellt wird, wie die aktuellen Spekulationen lauten und wie die Prognosen für die Zukunft aussehen.

3) Begriffserklärungen

3.1) DIE GRIECHISCHE FINANZKRISE

Um zunächst einmal einzugrenzen, was diese Hausarbeit meint, wenn sie von der „griechischen Finanzkrise“ spricht, folgt nun eine kurze Begriffserläuterung.[2]

Bei der griechischen Finanzkrise handelt es sich um eine Haushalts- und Staatsschuldenkrise der Republik Griechenland. Diese entwickelte sich schon seit Jahren, wurde allerdings erst seit 2010 verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Bis zu diesem Zeitpunkt, war die Krise mittels falscher Darstellungen und Meldungen über Griechenlands Wirtschaftsdaten von dessen Regierung verschleiert und vertuscht worden. Als dann Anfang 2010 der Staatsbankrot drohte, konnte die Regierung das Schmierentheater nicht länger aufrechterhalten. Im April 2010 wurde Griechenlands wahrer Zustand erstmals öffentlich ersichtlich, da sie am 23.4.2010 offiziell EU-Hilfe beantragten.

Etwa zeitgleich begann das Land mit Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen, um die Auswirkungen einzudämmen, die außer Griechenland selbst auch den Euroraum betrafen.

4) Chronologie: Griechenlands Fall

Um die Entwicklung Griechenlands bis zum heutigen Zustand nachvollziehbar zu machen, werde ich diese nun mit kleinen Ausnahmen monatsweise präsentieren. Dazu werde ich ab Oktober 2009 bis Dezember 2011 für jeden Monat die wichtigsten Ereignisse kurz schildern.[3]

Im Oktober 2009 wurde die griechische Staatsverschuldung hoch auf 12,7% revidiert. Eine Folge dessen war unter anderem, dass die Kreditwürdigkeit Griechenlands im Dezember 2009 herabgestuft wurde. Die EU garantierte Griechenland deshalb im Februar 2010 erstmalig Unterstützung. Diese Aussage wurde mittels einer Erklärung der EU im März 2010 sogar noch erweitert. Griechenland dürfe laut den Eurostaaten nun im äußersten Notfall ein Hilfspaket in Anspruch nehmen.

Im April 2010 wurden dann erstmalig die Rahmenbedingungen für dieses Hilfspaket besprochen. Unter anderem wurde geklärt, dass es sich um ein Dreijahrespaket handeln soll. Auch wurde über das Volumen diskutiert.

Im Mai 2010 floss schließlich Geld nach Griechenland, weshalb das Land als Gegenleistung erstmalig mit Sparmaßnahmen begann. Diese Maßnahmen der Haushaltspolitik führten zu ersten Protesten in der Bevölkerung. Darüber hinaus kam es im Juni 2010 in Griechenland aufgrund dieser Sparpolitik das erste Mal zu Generalstreiken. Die Gewerkschaften riefen die Bevölkerung auf sich gegen die Beschlüsse der Regierung aufzulehnen.

Anfang August 2010 lobte die europäische Zentralbank (EZB) Griechenlands Konsequenz bei der Durchführung der Sparpolitik. Kurz danach erfolgte die Auszahlung der zweiten Summe an Griechenland. Das erste Rettungspaket hatte mit beiden ausgezahlten Summen insgesamt ein Volumen von 110 Mrd. Euro.

Dennoch half auch dieses Geld Griechenland vorerst nicht aus der Krise, wie die Zeit von September bis November 2010 zeigt. In Griechenland kam es zu immer größeren Ausschreitungen in der Bevölkerung. Darüber hinaus verfehlte das Land trotz erster guter Anzeichen seine Sparziele für das Jahr 2010. Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss, dass noch mehr eingespart werden musste, was wiederum zu immer größeren Protesten im Volk führte. Griechenland glitt von diesem Zeitpunkt an mehr und mehr in einen Teufelskreis ab.

Das setzte sich auch im Jahr 2011 fort.

Im Februar des nächsten Jahres nahmen die Kämpfe zwischen Polizei und Demonstranten immer mehr an Härte zu. Tränengas und Schlagstöcke gehörten vermehrt in den Alltag der Polizisten.

Bis einschließlich April 2011 wurde Griechenlands Kreditwürdigkeit immer weiter herabgestuft. Auch die Arbeitslosenrate stieg stetig. All dies führte natürlich nur dazu, das bereits bestehende Haushaltsdefizit zu vergrößern.

Im Zeitraum von Mai bis Juni 2011 stuften die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Griechenlands nochmals herab und gossen somit weiter Öl ins Feuer. Im Parlament herrschte bezüglich der Sparpolitik Griechenlands mehr und mehr Uneinigkeit. Auch die Aufstände im Land nahmen stetig an Gewalt zu.

Im Juli 2011 erhielt Griechenland das zweite Rettungspaket in Höhe von 109 Milliarden Euro, was wiederum im August 2011 dazu führte , dass auch in der EU die Bürger protestierten. Auch die Proteste in Griechenland gingen im Oktober 2011 weiter und legten dort unter anderem zum ersten Mal den Flugverkehr lahm. Daraufhin einigten sich die Banken auf einen Schuldenerlass für Griechenland.

Im November 2011 wurde die Umstrukturierung des griechischen Parlaments beschlossen. Der bis dahin regierende Papandreous wurde durch Papadimos ersetzt, der Griechenlands Situation im Sinne der EU verbessern sollte.

Bis heute steckt Griechenland in der Krise und verhandelt fortlaufend mit dem Ausland. Aktuell steht beispielsweise gerade die Debatte an, ob Griechenland die neuen Sparauflagen akzeptiert, um weitere Finanzhilfen zu erhalten.[4] Problematisch ist dabei unter anderem die Uneinigkeit der drei wichtigsten Koalitionsparteien. Eine Antwort steht noch aus, wird allerdings in den nächsten Tagen gegeben werden.

Es bleibt abzuwarten, wie es mit der griechischen Wirtschaft weitergeht.

5) Ursachen der Krise

Um die Schilderung der Ursachen der Fianzkrise etwas übersichtlicher zu gestalten, kann man diese in innergriechisch, weltweit und EU-intern unterteilen.[5]

5.1) INNERGRIECHISCHE URSACHEN

Als innergriechische Ursache kann dabei zum Beispiel die hohe Haushalts- und Wirtschaftspolitik genannt werden. Auch gibt es in Griechenland überdurchschnittlich hohe Lohnerhöhungen. So wurden beispielsweise 2002 die Löhne im privaten und öffentlichen Bereich um 12 bis 15 Prozent angehoben.[6]

Darüber hinaus herrscht in Griechenland aufgrund der hohen Löhne ein überdurchschnittlicher Konsum. Die Leute geben viel Geld aus und denken wenig darüber nach, weil sie stets Geld in der Hand haben. Problematisch ist an diesem Konsum, dass er nicht durch ausreichende Investitionen gedeckt wird. Aus den griechischen Betrieben und Unternehmen fließt immer nur Geld nach außen. Dieses Geld wird auf dem Markt ausgegeben. Ins Unternehmen selber wird nicht investiert. Da dies für ein Unternehmen auf lange Hinsicht von Nachteil ist, kann darin eine weitere Ursache der griechischen Schuldenproblematik ausgemacht werden.

[...]


[1] Chronik Griechenland, http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland640.html, (17.12.2011)

[2] Wikipedia, Begriff: „Die griechische Finanzkrise“, http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Finanzkrise (Stand vom 20.12.2011)

[3] Chronik Griechenland, a.a.O.

[4] FAZ Online, „Ultimatum bis zum Mittag“, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/griechen land-ultimatum-bis-zum-mittag-11639486.html (Stand vom 06.02.2012)

[5] Wikipedia: „Die griechische Finanzkrise“, Abschnitt 2: Ursachen, http://de.wikipedia.org/ wiki/Griechische_Finanzkrise (Stand vom 17.2.2011)

[6] Ebd.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656320258
ISBN (Buch)
9783656320845
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205323
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,3
Schlagworte
Griechenland Schuldenkrise Finanzkrise EU Hilfe

Autor

  • Sabrina Reinecke (Autor)

    5 Titel veröffentlicht

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