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Das erziehungswissenschaftliche Orientierungspraktikum

Praktikumsbericht

Praktikumsbericht / -arbeit 2010 27 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Überlegungen vor Praktikumsbeginn

2. Rahmenbedingungen des Praktikum
2.1 Standort und Gebäudegestaltung..4 2.2 Schulform...5 2.3 Zustand und Bauweise des Gebäudes
2.4 Zusammensetzung des Kollegiums
2.5 Internationale Kontakte...6 2.6 Außerunterrichtliche Aktivitäten

3. Praktikumstagebuch
3.1 Deutschunterricht in Klasse 12/13
3.2 Religionsunterricht in Klasse 5
3.3 Deutschunterricht in Klasse 6
3.4 Deutschunterricht in Klasse 8
3.5 Religionsunterricht in Klasse 8
3.6 Religionsunterricht in Klasse 12/13

4. Unterrichtsbeobachtungen
4.1 Erste Beobachtungsstunde
4.2 Zweite Beobachtungsstunde
4.3 Dritte Beobachtungsstunde
4.4 Vierte Beobachtungsstunde
4.5 Fünfte Beobachtungsstunde

5. Planung einer Unterrichtsstunde
5.1 Auswahl und Begründung des Themas
5.2 Lernziele
5.3 Wahl der Methoden
5.4 Medieneinsatz
5.5 Strukturierung und Durchführung der Unterrichtsstunde
5.6 Reflexion der Unterrichtsstunde

6. Abschließende Reflexion des Orientierungspraktikums

7. Anhang
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Internetquellen

1. Überlegungen vor Praktikumsbeginn

In wenigen Tagen beginnt mein Orientierungspraktikum am Wilhelm-Busch Gymnasium in Stadthagen, welches ich im Zeitraum vom 14. Februar bis zum 11. März absolvieren werde.

Da es sich hierbei um mein erstes Praktikum in einer Schule handelt, verspüre ich zurzeit gleichzeitig Aufregung aber auch ein wenig Angst. Ich mache mir im Moment viele Gedanken, die mein bevorstehendes Praktikum betreffen. Fragen wie zum Beispiel: Wie reagieren die Schüler und Schülerinnen[1] auf mich? Wie reagieren die Lehrer und Lehrerinnen[2] auf mich? Sind sie freundlich zu mir oder eher genervt? Und wie wird es sein, selbst einmal Unterricht zu gestalten?

Diese und noch viele andere Fragen sind es, die mich zurzeit beschäftigen.

Weiterhin denke ich auch oft an meine eigenen Erfahrungen in der Schule zurück, welche sowohl positiv als auch negativ waren. Positiv ist mir ein teilweise spannender Unterricht sowie sympathische und gleichzeitig kompetente Lehrer im Gedächtnis geblieben. Aber ich habe auch negative Erfahrungen gemacht, die zudem stark dazu beigetragen haben, dass ich selbst den Beruf der Lehrerin gewählt habe. Ich fühlte mich in meiner eigenen Schulzeit teilweise ungerecht behandelt, der Unterricht war teilweise sehr unkreativ und eintönig gestaltet und es mangelte oft an guter Organisation. Dies sind Aspekte, die ich auch in meinem eigenen Praktikum betrachten möchte, um zu sehen, ob ich es aus einer neutraleren Position vielleicht ganz anders sehe.

Ich selber möchte meine Erfahrungen aber auch nutzen, um es als Lehrerin selber vielleicht besser machen zu können. Einige meiner Lehrer, dienen mir hier als positives aber auch negatives Vorbild.

Weiterhin freue ich mich sehr darauf, dass meine persönliche Vorstellung von Schule entweder bestätigt oder doch ins rechte Licht gerückt wird. Bisher bin ich persönlich eher der Ansicht, dass das deutsche Schulsystem eine individuelle Behandlung der SuS nicht zulässt und das auf den SuS durch unsere Gesellschaft ein hoher Leistungsdruck lastet. Dieser Leistungsdruck nimmt spätestens ab der 5.Klasse deutlich zu, sodass die SuS jeglichen Spaß am Lernen schnell verlieren. Dies zeigte zumindest meine persönliche Erfahrung.

Desweiteren ist für mich ein Ziel im Orientierungspraktikum herauszufinden, ob meine Wahl der Schulform und auch die gesamte Wahl des Berufs Lehrerin die richtige Entscheidung für mich war.

Auch bin ich gespannt, wie ich eine Unterrichtssituation als neutrale Beobachterin aber auch möglicherweise aus der Position des Lehrers empfinde.

Grund für meine Entscheidung für das Wilhelm-Busch Gymnasium in Stadthagen war vor allem die Nähe zu meinem Wohnort. Ein weiterer, entscheidender Grund hängt aber wiederum mit meiner eigenen Schulzeit zusammen. Viele meiner Mitschüler und –schülerinnen sind von meiner eigenen Schule auf das Wilhelm-Busch Gymnasium gewechselt, weil meine Schule einen Ruf genoss, der besagte, dass es leichter ist, dass Abitur an anderen Schulen zu machen. Nun würde ich gerne herausfinden, ob die Unterschiede im Unterricht und Bewertungsmaßstab wirklich so gravierend sind, wie es in meiner Schulzeit geheißen hat.

Alles in allem bin ich doch sehr gespannt und positiv gestimmt im Hinblick auf mein bevorstehendes Praktikum.

2. Rahmenbedingungen des Praktikums

2.1 Standort und Gebäudegestaltung

Das Wilhelm-Busch Gymnasium liegt landschaftlich sehr schön aber trotzdem sehr zentral nah an der Innenstadt und dem Bahnhof in Stadthagen. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein weiteres Gymnasium, eine Berufsschule, eine Grundschule und ein großes Schwimmbad. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Wilhelm-Busch Gymnasium vor allem aus umliegenden Dörfern dank zahlreicher Schulbusse sehr gut zu erreichen. Zudem sind ausreichen Parkmöglichkeiten vorhanden, der Bahnhof ist zu Fuß innerhalb von ca. 20 Minuten zu erreichen.

Die Klassenräume sind mit relativ neuem Mobiliar ausgestattet. Für jeden Schüler ist ein einzelner Tisch vorhanden, die sich dadurch auch flexibler im Raum verteilen lassen und den SuS mehr Arbeitsraum bieten. Weiterhin sind in jedem Klassenraum eine Tafel sowie ein Overheadprojektor vorhanden. Die Möglichkeit, Beamer auszuleihen ist ebenfalls gegeben.

Praktisch sind die Regale, die in den Klassenräumen vorhanden sind. Sie enthalten für jeden SuS ein Fach, in dem jeder SuS seine Bücher aufbewahren kann. Weiterhin sind die meisten Klassenräume mit verschiedenen informativen aber auch kreativen Plakaten und ähnlichem gestaltet.

Außerhalb der Klassenräume befinden sich einige Sitzecken, in die die SuS sich zu Gruppenarbeiten und ähnlichem zurückziehen können. Weiterhin gibt es eine große Pausenhalle sowie einen großen Pausenhof mit Sitzmöglichkeiten aber auch diversen Spielmöglichkeiten für die jüngeren SuS. Weiterhin gibt es verschiedene Freizeitbereiche, in denen unter anderem Billard und Tischfußball angeboten wird. Es gibt auch ein Internet-Cafe, in dem die SuS im Internet recherchieren und surfen können.

Desweiteren gibt es neben den Klassenräumen auch fachspezifische Räume, die der Durchführung von Unterricht in den Fächern Kunst, Musik, Physik und Chemie dienen.

Da es sich beim Wilhelm-Busch Gymnasium um eine Ganztagsschule handelt, gibt es neben einer Cafeteria eine Mensa, in der die SuS die Möglichkeit haben, mittags etwas Warmes Essen zu können.

2.2 Schulform

Das Wilhelm-Busch Gymnasium ist seit etwa 27 Jahren eine Ganztagsschule. Der Unterricht findet größtenteils in Doppelstunden von 90 Minuten statt.

Es befindet sich in direkter Konkurrenz zum nahe gelegenen Ratsgymnasium.

2.3 Zustand und Bauweise des Gebäudes

Seit 2002 ist Oberstudiendirektor Heiko Knechtel Leiter des Wilhelm-Busch Gymnasiums. Seitdem wird das gesamte Schulgebäude umgebaut und erweitert. Dadurch befinden sich schon einige Teile der Schule, zum Beispiel der Bereich der Verwaltung aber auch die Cafeteria sowie die Pausenhalle in einem sehr guten, neuen Zustand und sind sehr schön gestaltet. Ältere Gebäudeteile weisen deutliche Gebrauchsspuren auf, sind aber nicht beschädigt oder ähnliches. Auch sie sollen noch in den nächsten Jahren renoviert werden.

2.4 Zusammensetzung des Kollegiums

Das Kollegium des Wilhelm-Busch Gymnasiums besteht aus 117 Lehrern und Lehrerinnen und 11 Referendaren. Das Durchschnittsalter beträgt 42 Jahre.[3] Alles in allem ist es ein sehr junges Kollegium.

2.5 Internationale Kontakte

Das Wilhelm-Busch Gymnasium hält viele Kontakte zu Schulen in der ganzen Welt aufrecht. So werden zum Beispiel Schüleraustausche nach Tschechien, Finnland, Frankreich, und Ungarn sowie in die Schweiz angeboten. Außerdem gibt es Projekte in Barcelona, London und in den USA.[4]

2.6 Außerunterrichtliche Aktivitäten

Am Wilhelm-Busch Gymnasium wird eine Vielfalt von Arbeitsgemeinschaften angeboten. Diese kann abhängig vom Kollegium auch noch erweitert werden. So gab es zeitweise eine Golf-AG. Zurzeit gibt es am Wilhelm-Busch Gymnasium verschiedene Sport-orientierte Arbeitsgemeinschaften, wie zum Beispiel die Badminton-AG oder auch die Kampfsport-AG. Weiterhin gibt es eine Amateurfunk-AG, eine Theater-AG und eine Internet-AG.

Auf der sogenannten Bandnight haben Musikband des Wilhelm-Busch Gymnasiums einmal jährlich die Möglichkeit, sich vor großem Publikum vorzustellen.[5]

3. Praktikumstagebuch

Im Folgenden werde ich 6 Unterrichtsstunden von jeweils 90 Minuten Dauer aus meiner subjektiven Sicht schildern.

3.1 Deutschunterricht in Klasse 12/13

Zu Beginn meines Praktikums begleitete ich Frau L.[6] in einen Deutschkurs, der aus SuS der 12. und 13. Klasse zusammengesetzt ist. Die SuS werden in Deutsch ihre Abiturprüfung auf grundlegendem Niveau beziehungsweise ihre mündliche Prüfung ablegen. Thema der Doppelstunde, in der ich anwesend war, war Lyrik. Speziell die Gedichte Zwielicht von Joseph von Eichendorff und Die Dämmerung von Alfred Liechtenstein.

Zu Beginn der Stunde waren die SuS sehr unruhig, einige schienen auch noch müde zu sein. Dies lag wahrscheinlich daran, dass es die erste Stunde an einem Montag war. Zu Beginn der Stunde klärte Frau L. allgemeine Dinge den Unterricht betreffend. Besonders positiv fiel mir dabei ihre Art auf, mündliche Noten zu verteilen. Die SuS bekamen von der Lehrerin einen Zettel, auf dem sie ihre eigene Einschätzung der mündlichen Note notieren konnten. Frau L. sammelte diese Zettel ein um in der nächsten Stunde eine Rückmeldung dazu zu geben und die mündliche Noten mit den SuS einzeln besprechen. Dadurch vermeidete Frau L. die sonst übliche Besprechung der Noten im Plenum.

Allgemein fiel mir in dem Kurs auf, dass es einen großen Anteil männlicher Schüler gibt. Zudem erklärte mir Frau L. nach der Stunde, dass einige SuS hinsichtlich des Abiturs bereits resigniert hätten, während andere noch versuchten, soviel wie möglich zu lernen. Damit bestätigte sie auch meinen persönlichen Eindruck von dem Kurs.

Als Frau L. dann mit dem eigentlichen Unterricht begann, war der Kurs weiterhin etwas unruhig, die Lehrerin reagierte aber kaum darauf und zog weiterhin ihren Unterricht durch. Frau L. stellte zu erst einmal vor, was in den folgenden Stunden passieren soll. Die SuS sollen eine vergleichende Analyse und Interpretation der beiden motivverwandten Gedichte Zwielicht und Die Dämmerung durchführen. Dazu teilte Frau L. den Kurs in zwei Gruppen ein. Jede der Gruppen sollte sich zuerst einmal in Einzelarbeit mit einem der beiden Gedichte beschäftigen. Um die Arbeit zu erleichtern, wurden erst einmal in einem Klassengespräch Kriterien festgehalten, nach denen die SuS die Gedichte analysieren sollten. Eventuell auftretende Fragen wurden zudem auch geklärt. Während dieser Phase des Unterrichts fiel mir beim Schülerverhalten auf, dass die SuS schnell unruhig wurden, sobald niemand sprach. Redete die Lehrerin oder ein Schüler oder eine Schülerin wurde es zwar ruhiger, aber es war in meinen Augen nicht wirklich leise. Nur wenige SuS beteiligten sich regelmäßig, andere waren u.a. mit ihrem Handy oder ähnlichem beschäftigt. Hierbei handelte es sich meiner Meinung nach um die SuS, die bereits resigniert hatten. Mir persönlich kam es während des Klassengesprächs auch so vor, als würde der Unterricht nur mit einigen wenigen SuS ablaufen, die auch wirklich noch was lernen wollten. Unaufmerksame SuS wurden aber auch nicht von Frau L. ermahnt. Es schien mir so, dass auch sie schon resigniert hatte, die betroffenen SuS noch motivieren zu können.

Die nächste Phase des Unterrichts war eine Einzelarbeitsphase. Die SuS erledigten mehr oder weniger still ihre Aufgaben. Soweit ich das mitkriegen konnte, gab es viele private Nebengespräche. Nach dem Frau L. die SuS erneut zur Arbeit aufforderte, fingen die SuS an zu arbeiten. Trotzdem gab es einige, diesmal aber themenorientierte, Nebengespräche.

[...]


[1] Anmerkung: Im weiteren Verlauf wird die Begrifflichkeit „Schülerinnen und Schüler“ mit SuS abgekürzt.

[2] Anmerkung: Sofern es nicht ausschließlich wichtig ist, wird der vereinfachten Lesart halber die männliche Form „Lehrer“ oder die neutrale Form „Lehrperson“ verwendet, Lehrerinnen sind hierbei trotzdem berücksichtigt

[3] Vgl.: http://www.wilhelm-busch-gymnasium.de/daswbg/index.htm (19.2.2011, 18.46 Uhr)

[4] Vgl.: Ebd.

[5] Vgl.: http://www.wilhelm-busch-gymnasium.de/daswbg/index.htm (19.2.2011, 19.02 Uhr)

[6] Anmerkung: Im Folgenden werden die Namen von Lehrpersonen und SuS anonymisiert.

Details

Seiten
27
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656348672
ISBN (Buch)
9783656348788
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205272
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1-2
Schlagworte
praktikumsbericht orientierungspraktikums
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Titel: Das erziehungswissenschaftliche Orientierungspraktikum