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Bedeutung sozialer Netzwerke im Internet für die Soziale Arbeit

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Social Media – Interaktion im Netz leicht gemacht

3. Eine Auswahl sozialer Netzwerke im Internet

4. Relevanz der Sozialen Arbeit in Bezug auf soziale Netzwerke
4.1 Ethische Implikationen
4.2 Facebook'sche Sozialisation
4.3 Vernetzung der Sozialen Arbeit
4.4 I'll meet you online

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Leitfadeninterview mit Herrn P.

1. Einleitung

„You cannot ignore this trend. You cannot sit this one out. (…) You may go a little slower or a little faster, but you have to move forward.“ (Li/Bernoff 2008, 75)

Seit der Einführung des Web 2.0 ist in Deutschland ein regelrechter Online-Hype ausgebrochen. War der Nutzer vorher nur in der Lage interessante Themen nachzulesen, ein passiver Nutzer, so kann er sich nun als Prosumer[1] aktiv am Onlinegeschehen beteiligen. Durch die neue Online-Generation kommen neue Herausforderungen auf Erziehungsberechtigte, Gesellschaft und die Soziale Arbeit zu. Die neuen Prozesse tangieren aber auch das interne Geschehen zwischen SozialarbeiterInnen und eröffnen neue Wege der Vernetzung, bergen allerdings ebenso Gefahren und erweitern den Handlungshorizont der Sozialen Arbeit. Gegenstand dieser Arbeit ist die Bedeutung sozialer Netzwerke im Internet für die Soziale Arbeit. Vorteile, die durch Soziale Netzwerke entstehen aber auch Gefahren bzw. neue Anpassungsleistungen, die auf Seiten der Sozialen Arbeit erfolgen müssen, sollen näher beleuchtet, kritisch hinterfragt und abgewägt werden.

Zunächst soll der Terminus Social Media kurz skizziert und die neuen Interaktionsmöglichkeiten im Netz beschrieben werden. In einem weiteren Schritt wird ein knapper Überblick über soziale Netzwerke gegeben, wobei das zentrale Netzwerk, auf das sich diese Arbeit stützt, Facebook sein wird. Im Hauptteil werden die relevanten Bedeutungen sozialer Netzwerke für die Soziale Arbeit näher erläutert und diskutiert. Da diese Arbeit auf wenige Seiten begrenzt ist und der Umfang der relevanten Faktoren diese Arbeit sprengen würde, habe ich mich auf die wichtigsten konzentriert. Ferner sei hier anzumerken, dass eine reine Aufzählung der Vor- und Nachteile von sozialen Netzwerken bei diesem Thema kaum möglich ist, da Vorteile ebenso Gefahren bergen und Nachteile wiederum positiv genutzt werden können. Von hoher Relevanz sind die ethischen Implikationen als auch die Sozialisation, die sich durch den Einsatz von Social Media in den letzten Jahren verändert haben – hier soll ebenfalls ein Einblick in die Änderungen gewährt werden. Die Vernetzung der Sozialen Arbeit als auch die Viralität im Netz sind Aspekte, die genauer betrachtet werden. Den Abschluss dieser Arbeit bildet die Synthese, die anhand der gesammelten Argumente erstellt wird und folgende Frage zu beantworten versucht: Welche Auswirkungen haben soziale Netzwerke im Internet auf die Soziale Arbeit?

2. Social Media – Interaktion im Netz leicht gemacht

Der Begriff Web 2.0 entstand 2004 bei einer Konferenz an der Tim O' Reilly und MediaLive International teilnahmen (vgl. O'Reilly 2005). Die primäre Entwicklung des Web 2.0 besteht darin, dass es um den Menschen geht, der nicht nur passiv am Onlinegeschehen teilnimmt, ergo das Web surft, sondern dieses auch verändert und mit seinen eigenen Ideen bereichert (vgl. O'Reilly 2006, 6). Der Terminus Social Media ist einer der neueren Begriffe des Web 2.0, daher wird im weiteren Text auch von einer Synonymität dieser Begriffe ausgegangen.

Wo liegt nun aber der Unterschied zu den klassischen Medien? Überregionale Tageszeitungen senden Informationen primär über die Sachebene[2], während soziale Medien wie Facebook, Twitter etc. überwiegend auf der Beziehungs- oder Selbstoffenbarungsebene kommunizieren (vgl. Pfeiffer 2011, 4ff.). Vor allem der Begriff Selbstoffenbarung ist im Kontext mit Social Media zu einem Schlüsselbegriff geworden, auf den ich im Zusammenhang mit der Veränderung der Sozialisation ausführlicher eingehen werde.

Durch das Web 2.0 ist die Interaktion öffentlicher geworden, durch das Mitteilen persönlicher Anliegen, Stimmungsbefinden oder anderen Vorlieben des Individuums ist die Interaktion im Social Web sozial. Eine unmittelbare Kommunikation mit Freunden oder Verwandten aus dem Ausland ist dank Skype möglich. Die Instant-Messaging-Funktion ermöglicht das Telefonieren via Webcam – hierbei findet nicht nur eine Online-Kommunikation statt, das Telefonat erfolgt zudem face-to-face.

3. Eine Auswahl sozialer Netzwerke im Internet

Die BITKOM Studie aus dem Jahr 2011 ergab, dass 76 Prozent der Internetnutzer in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet sind. Unterschiede gab es dabei hinsichtlich des Alters. Bei den 14-29-jährigen sind 94 Prozent in sozialen Netzwerken aktiv, bei den 30-49-jährigen 76 Prozent und bei den über 50-jährigen nutzt nur jeder zweite ein soziales Netzwerk. Das am häufigsten genutzte soziale Netzwerk in Deutschland – 42 Prozent aller Internetnutzer – ist Facebook (vgl. BITKOM 2011, 4). Bei Facebook sind alle Altersklassen vertreten; dies liegt unter anderem daran, dass Facebook eine versatile Auswahl an Funktionen bietet, die sowohl Jugendliche als auch Erwachsene ansprechen. Ursprünglich wurde Facebook für die Vernetzung von Harvard-Studenten konzipiert. Doch bereits wenige Jahre später ist der Facebook-Boom weltweit ausgebrochen. Zu Beginn waren die Funktionen bei weitem nicht so umfangreich. Facebook war primär ein Portal, um sich mit Freunden zu verlinken, und mit den Freunden seiner Freunde. So ist es möglich, je nach Einstellung, Freundeslisten einzusehen, und einen Überblick über die Verlinkung der eigenen Freunde zu erhalten. Das Hauptfeature von Facebook sind die sogenannten Statusmeldungen. Befindet sich der User auf der „Home“ oder Profil-Seite, erscheint ein Kästchen, indem er aufgefordert wird seine Gedanken – What's on your mind? - virtuell niederzuschreiben.

Heute schon getweeted[3] ? 140 Zeichen zum Ausdruck seiner Gedanken – die Rede ist von Twitter. Wurde vor einigen Jahren noch unterstellt, dass überwiegend Jugendliche soziale Netzwerke nutzen, so ist Twitter das beste Beispiel dafür, dass diese Aussage revidiert werden darf und muss. Politiker, Schauspieler, Profiköche, Non-Profit-Organisationen und viele mehr präsentieren sich auf Twitter. Wie bereits oben erwähnt, beschränkt sich der Mitteilungsdrang auf 140 Zeichen. Tweets können retweeted[4] werden und erzeugen somit die Aufmerksamkeit anderer. Auf Twitter hat der Nutzer keine Freunde sondern Follower[5], ebenso kann er anderen „followen“. Je mehr „Follower“, desto größer ist die Vernetzung untereinander. Besonders für Organisationen in der Sozialen Arbeit ist dies von Vorteil, da mehrere Menschen mit wenig Aufwand erreicht werden können.

4. Relevanz der Sozialen Arbeit in Bezug auf soziale Netzwerke

In diesem Kapitel soll die Relevanz der Sozialen Arbeit in Bezug auf soziale Netzwerke im Internet dargestellt werden. Besonders in der Profession der Sozialen Arbeit ist es wichtig, über die Entwicklungen im Web 2.0 informiert zu sein, zu wissen wo Gefahren bei der Nutzung von Netzwerkdiensten liegen und gegebenenfalls präventiv zu handeln. Fehleinschätzungen in Bezug auf die Reichweite im Social Web (wie weit reichen die Informationen, die ich auf meinem Profil teile?), Nachhaltigkeit und Dynamik von Social Web-Angeboten können eine riskante Nutzung fördern (vgl. Schmidt 2009). Jedoch sei hier anzumerken, dass soziale Netzwerke die Soziale Arbeit auch positiv unterstützen können. Transparenz und Vernetzungsmöglichkeiten können gefördert werden und ebenso besteht die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erreichen.

4.1 Ethische Implikationen

Zieht man soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter heran und erforscht diese näher, wird deutlich, welche ethischen Implikationen dabei für einen Sozialarbeiter entstehen.

[...]


[1] Consumer und Producer in einer Person

[2] Vier Seiten einer Nachricht – Schulz von Thun

[3] „Tweet“ Eine Kurznachricht auf Twitter, die maximal 140 Zeichen beträgt

[4] „Retweet“ bedeutet einen Tweet zu zitieren und weiterzuleiten

[5] „Follower“ Abonennten eines Twitter-Accounts

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668667617
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205100
Institution / Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz
Note
1,3
Schlagworte
Facebook Soziale Arbeit Social Media Soziale Netzwerke Twitter Profession Vernetzung

Autor

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