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Zur Bedeutung von Verbundsystemen im Bereich der Kindermedien aus sozialpädagogischer Sicht

Diplomarbeit 2003 85 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Teil I Der Medienalltag von Kindern
1. Der alltägliche Medienverbund der Kinder
2. Aktuelle Medienangebote für Kinder
2.1 Film und Fernsehen
2.1.1 Fernsehen
2.1.2 Kino- und Videofilm
2.1.3 Konsolen- und Videospiele
2.1.4 Nutzung
2.2 Computer
2.2.1 Computerspiele
2.2.2 Internetangebote
2.2.3 Nutzung
2.3 Printmedien
2.3.1 Kinderbücher
2.3.2 Zeitschriften
2.3.3 Comics
2.3.4 Nutzung
2.4 Hörfunk
2.4.1 Angebote für Kinder
2.4.2 Nutzung
3. Die Bedeutung einzelner Medien für ein Verbundsystem

Teil II Medienverbundsysteme und Merchandising
1. Annäherung an Begriffsgrößen
1.1 Medienverbund
1.2 Merchandising
1.2.1 Geschichtliche Entwicklung
1.3 Lizenzarten
2. Beispiele aus dem Bereich der Kindermedien
2.1 Beispiel 1: „Bob der Baumeister“
2.1.1 Charakteristika der Serie
2.1.2 Die Entstehung
2.1.3 Rechteinhaber und Lizenznehmer
2.1.4 Vermarktungen im Medienverbund
2.1.5 Produkte und Medien des Verbundes
2.1.5.1 Printmedien
2.1.5.2 Tonträger
2.1.5.3 Computer- und Videospiele
2.1.5.4 Spielzeug und Spiele
2.1.5.5 Internet
2.1.5.6 DVD/Video
2.1.5.7 Lebensmittel
2.2 Beispiel 2: „Harry Potter“
2.2.1 Die Autorin Joanne K. Rowling
2.2.2 Die Welt von „Harry Potter“
2.2.3 Rechteinhaber und Lizenznehmer
2.2.4 Vermarktungen im Medienverbund
2.2.5 Produkte und Medien des Verbundes
2.2.5.1 Printmedien
2.2.5.2 Tonträger
2.2.5.3 Computer- und Videospiele
2.2.5.4 Spielzeug und Spiele
2.2.5.5 Internet
2.2.5.6 DVD/Video
2.2.5.7 Lebensmittel

Teil III Sozialpädagogische Aspekte kommerzieller Verbundssysteme
1. Didaktische und kommerzielle Medienverbünde
2. Attraktivität kommerzieller Verbünde für Kinder
3. Bedeutung kommerzieller Verbünde für Pädagogen und Eltern
4. Folgen und Auswirkungen
5. Medienpädagogik und Verbundsysteme
6. Resümee

Quellenverzeichnis

Erklärung

Vorwort

Diese Diplomarbeit analysiert Strukturen der kindlichen Medienwelten und zeigt die Vermarktung von Medienangeboten für Kinder in kommerziellen Verbundsystemen auf.

Teil I beinhaltet die Darstellung des Medienalltags von Kindern, stellt aktuelle Medienangebote für Kinder aus den Bereichen Fernsehen, Film, Computer sowie den Printmedien und dem Hörfunk vor und beleuchtet diese anhand von Statistiken auf deren Nutzung und auf deren Bedeutung für ein Verbundsystem hin.

Teil II erklärt die Begriffe Medienverbund und Merchandising, gibt einen Einstieg in die geschichtliche Entwicklung von Merchandising und zeigt schließlich anhand von zwei konkreten Beispielen aus dem Bereich der Kindermedien („Bob der Baumeister“ und „Harry Potter“) auf, wie diese in einem kommerziellen Medienverbund vermarktet werden.

Teil III beleuchtet sozialpädagogische Aspekte von Verbundsystemen wie deren Attraktivität und Risiken für Kinder und deren Bedeutsamkeit für Eltern bzw. Pädagogen und gibt einen Einblick in die Aufgaben und Ziele der Medienpädagogik.

Um das ganze Ausmaß des kommerziellen Medienverbundes von „Bob der Baumeister“ und „Harry Potter“ aufzuzeigen, sind von einzelnen Produkten Bilder hinzugefügt worden.

Danken möchte ich insbesondere Herrn Korte für die vielfältigen Anregungen und die Betreuung während der Anfertigung der Diplomarbeit und Herrn Wortmann, der sich als Zweitleser zur Verfügung gestellt hat. Des Weiteren geht ein besonderer Dank auch an den Fernsehsender Super RTL und die Mayer`sche Buchhandlung, die mir beide eine Vielzahl von Informationsmaterialien kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

Einleitung

Der Alltag von Kindern und Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Kindheit heute wird eher als Medienkindheit bezeichnet.[1] Die steigende Mediatisierung der kindlichen Erfahrungswelt erhöht die Sorge, dass die Kindheit im klassischen Sinne voll und ganz in einem Dickicht der unterschiedlichsten Medien untergeht.[2]

Multimediale Unterhaltungsangebote mit Film und Fernsehen als Leitmedien werden global vermarktet und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zu jedem dieser Angebote gibt es mittlerweile Begleitprogramme, zum Beispiel im Internet, bei denen sich die Fans interaktiv einschalten können. Vom Fernsehhelden zum Computerhelden, von der Bilderbuchfigur zum Kartenquartett, von der Spielfigur zum Aufkleber. Mittlerweile sind in den meisten Kinderzimmern solche „Medienstars“ zu finden.

Die Popularität bestimmter Charaktere und Motive aus einem Medium wird ausgenutzt und in ein anderes Medium transportiert. So werden Mengen von Heften, Büchern, Spielzeug und Schulmaterial und auch Bekleidung von beispielsweise „Bob der Baumeister“ oder dem Nachwuchszauberer „Harry Potter“ verkauft. Je länger eine dieser Figuren präsent ist, umso mehr Firmen springen auf den lukrativen Vermarktungs-Zug auf und bringen immer neue Produkte heraus.

Dieser Verbund wird durch den Verkauf von Lizenzen - also Nebenrechten - auf unterschiedliche Konsumgüterbereiche ausgeweitet. Die Konsumindustrie handelt schon lange nach dem bewährten Motto „Kümmere dich in der Werbung frühzeitig um die Kleinen, dann hast Du den Kunden von morgen“[3] und hat es somit unverkennbar deutlich auf die Kunden aus dem Kinderzimmer abgesehen.

Teil I Der Medienalltag von Kindern

1. Der alltägliche Medienverbund der Kinder

Die Bedeutung der Medien für Kinder steigt stetig. Wenn die Bedürfnisse von Kindern nicht ernst genommen werden, bieten die Medien dafür Ersatz.[4] Vor allem durch das Fernsehen haben Kinder immer früher die Möglichkeit an der Welt der Erwachsenen teil zunehmen. Allerdings gehen Kinder und Jugendliche heute mit den elektronischen Medien viel selbstverständlicher um, als Erwachsenen gemeinhin glauben.[5] Wobei die Gefahr besteht, dass die Medien-Nutzung übermächtig wird, da sie bei Kindern mittlerweile zu viel Raum gegenüber anderen Tätigkeiten einnimmt.[6] Der Begriff „Medien-Alltag“ nimmt Bezug auf spezielle Freizeitaktivitäten der Kinder. Diese Freizeitaktivitäten werden Kindern in einer Vielzahl von Medien in unterschiedlichster Art und Weise in einem Verbundsystem angeboten.[7] Aus sozialpädagogischer Sicht ist dabei kritisch zu beobachten, dass Kinder heute in einer audiovisuell und multimedial geprägten Umwelt aufwachsen. In praktisch allen Haushalten sind Fernseh- wie Audiogeräte gleich mehrfach vorhanden.[8] Mehr als 90 % der bundesdeutschen Haushalte können über Kabelanschluss oder Satellit auf mehrere Dutzend TV-Programme zugreifen. Familien mit Kindern verfügen im Regelfall über Videorecorder und zunehmend auch DVD-Abspielgeräte.[9] Die Ausstattung mit elektronischen Medien ist in den meisten Haushalten, in denen Kinder aufwachsen, angestiegen. Aus der KIM-Studie 2002 ging hervor, dass die Vollversorgung mit Fernsehern (100%) und Videorecordern (96%) abgeschlossen ist. Die Ausstattung mit Spielekonsolen liegt bei 46%, die der Mobiltelefone bei 79%. Zuwächse sind bei der Computerausstattung mit 67% und der Verbreitung von Internetzugängen mit 47% zu verzeichnen.[10] Die Frage nach der Wichtigkeit und damit nach der Unverzichtbarkeit bestimmter Medien ist für Kinder subjektiv. Jungen und Mädchen in der Altersgruppe von 6 bis 13 Jahren bewerten die Wichtigkeit einzelner Medien fast gleich. Allerdings messen Jungen dem Computer mit 14% eine höhere Bedeutung zu als Mädchen mit 9%. Dafür wird das Medium Buch von doppelt so vielen Mädchen (8%) als unverzichtbar angegeben als von Jungen (4%). Das Fernsehen ist allerdings das Medium, auf welches Jungen mit 77% und Mädchen mit 75% am wenigsten verzichten können.[11] [12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl. Heidtmann, Horst: Aufwachsen im Mediendschungel, Aktuelle Tendenzen der Kindermedienentwicklung, 2002, Seite 12

[2] Vgl. Paus-Haase, Höltershinken, Tietze: Alte und neue Medien im Alltag von jungen Kindern Orientierungshilfen für Eltern und Erzieherinnen, ‚Freiburg, 1990, Seite 27

[3] Vgl. Fehr, Wolfgang: Computerspiele im Medienverbund. In: Fehr, Wolfgang, Fritz, Jürgen (Hrsg.): Handbuch Medien – Computerspiele, Theorie, Forschung, Praxis, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1997, Seite 77

[4] Vgl. Paus-Haase, Höltershinken, Tietze, 1990, Seite 34

[5] Vgl. Fehr, 1997, Seite 77

[6] Vgl. Paus-Haase, Höltershinken, Tietze, 1990, Seite 34

[7] Vgl. Fehr, 1997, Seite 77

[8] Vgl. Heidtmann, 2002, Seite 4

[9] Vgl. ebd. Seite 4

[10] Vgl. KIM-Studie 2002: Medienpädagogischer Forschungsverbund, Kinder und Medien, Computer und Internet, Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13jähriger, Baden Baden 2002, Medienbindung, Seite 16

[11] Vgl. KIM-Studie, 2002, Seite 48

[12] Abb. Medienbindung, KIM-Studie 2002, Seite 48

Details

Seiten
85
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638243643
ISBN (Buch)
9783638700818
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v20507
Institution / Hochschule
Fachhochschule Dortmund – Sozialpädagogik
Note
1,7
Schlagworte
Bedeutung Verbundsystemen Bereich Kindermedien Sicht

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