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Eurythmietherapie und ADHS Symptome - Band 2

Fachbuch 2012 166 Seiten

Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Eurythmietherapie und ADHS (ADHD)-Symptome

1. Begriffsklärung:
1.1 Legende:

2. Anthroposophisches Konzept des menschlichen Organismus und Ansatz einer Pathogenese

3. Beispiel eines ADHS- Auswertungsbogens mit Auswertungskriterien:

4. Quantitative Messungen an Hand der Forschungsziele:

5. Fall 1 Diagnosekriterien - Messergebnisse:

6. Fall 2 Diagnosekriterien - Messergebnisse:

7. Fall 1 und 2 Geschicklichkeitsparcour – Diagnosestunde:

8. Kodes für Tiefensensibilität und für den Gleichgewichtssinn:

9.1 Fall 1 Wesensgliederdiagnose- gestaltende Kräfte GS:
9.2 Fall 1 Übungsbeispiele
9.3 Fall 1 Tagebuch

10.1 Fall 2 Wesensgliederdiagnose - Diagnose der gestaltenden Kräfte DB:
10.2 Fall 2 Übungsbeispiele:
10.3 Fall 2 Tagebuch:

11. Experten Interview:

12. Fall 1: Ärztliche Befunde:

13. Fall 2 Ärztliche Befunde:

14. Fall 1 Vertrag - Freigabe der anonymisierten Daten:

15. Fall 2 Vertrag - Freigabe der anonymisierten Daten:

Eurythmietherapie und ADHS (ADHD)-Symptome

Auswertung von wissenschaftlich gestützten Einzelfallstudien zur Behandlung von hyperaktivem Verhalten Langmair Herbert

2 Fallstudien – Anhang Masterarbeit 2012 Alanus Hochschule Alfter/Bonn

Die Daten sind in MAXQDA+ 2010 gespeichert und können für weitere Forschungszwecke

zur Verfügung gestellt werden.

Videoaufzeichnungen der Übungen ausgeführt durch den Therapeuten können als Modell auf der website www.bewegungspraxis.ch/projekt/eingesehen werden.

In der Arbeit wird aus Gründen der Lesbarkeit darauf verzichtet männliche und weibliche Anredeformen gleichzeitig zu gebrauchen, selbstverständlich gilt immer beides.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

U und M-Gebärde 1

Die Fotos der Eurythmiefiguren stammen von dem

Plakat der Eurythmiefiguren von Annemarie Baeschlin;

Gesamtausgabe GA K 26a:

„Die Eurythmiefiguren von Rudolf Steiner“

Rudof Steiner Verlag, Basel 2007/ 2012

www.steinerverlag.com

1. Begriffsklärung:

Für die in dieser Arbeit verwendeten Grundannahmen siehe Geisteswissenschaftliche Forschung und Band 1/ 1.4 Anthroposophisches Konzept und Menschenbild

Ausdruck= Die Körpersprache ist im Alltag ein bekanntes Phänomen. Diese gibt manchmal klare und deutliche Signale, manchmal weniger klare Signale von dem ab, was ich oder das Gegenüber einbringen möchte. Mit Körpersprache findet dadurch in jedem Gespräch Beziehungsgestaltung statt. Siehe Bauer- Spiegelneuronen. Auf der Bühne hat derjenige der als Persönlichkeit körperlich ganz präsent im Raum anwesend ist einen starke Ausstrahlung einen starken Ausdruck. Man nimmt dem Schauspieler seine körperliche seelische und mentale Präsenz ab, er wirkt nicht gekünstelt.

Aus einem Guss= Sobald in der Eurythmietherapie die Bewegungen so gestaltet werden können, dass der Patient körperlich, seelisch und mental ganz Präsent im Raum ist, entsteht eine Bewegung als ob sie aus einem Guss wäre. Einer der beiden Patienten sagte zu mir: Eurythmie fühlt sich kompakt an.“

Bewegungsempfindungen( Über die) = Meint die Wahrnehmung der Eigenbewegung des Körpers in Bezug zu Raum, Zeit und Spannungsverhältnissen der Muskulatur. = Die erste Dissertation zur Bewegungswahrnehmung war durch Edmund Burke Delabarre, Freiburg:1891 verfasst.

Bewegung/Bewegungsgrundlage der Lautgebärde = Das Kleid der jeweiligen Eurythmiefigur bildet die Bewegungsart der jeweiligen Laut-Gebärde tastend, verlangsamend, schneller werdend, kopfwärts, fusswärts, […]

Gefühl/ Stimmung der Lautgebärde/ Bewegungsqualität = Der Schleier der Eurythmiefigur bildet die Erlebnisqualität der jeweiligen Laut-Gebärde ab. Der Bezug des Bewegenden zum Raum um ihn herum/ Ich ziehe mich aus der Welt zurück, ich fühle mich stark gegenüber dieser Welt, bin überwältigt von Eindrücken, freue mich, […]

Charakter/ Muskelspannung der Lautgebärde/ Bewegungsimpuls = der Charakter ist auf der Eurythmiefigur auf verschiedenen Stellen, oft nur punktuell, angebracht. Er bildet den Bewegungsimpuls der Bewegung ab und zeigt, dass bestimmte Muskelgruppen, bei jeder Lautgebärde wieder anders, durch die jeweiligen Bewegungsintentionen erfasst werden.

Bewegungsfluss= Die Feinabstimmung des globalen Muskeltonus ist intakt. Das Spiel von Antagonisten und Agonisten geht fliessend ineinander über und dadurch entsteht der Eindruck einer fliessenden Armbewegung. Bewegungsfluss bezeichnet aber auch die Energie, die Kraft die in der Bewegung des ganzen Körpers nicht stockt sondern frei fliessen kann.

Biomarker= Biomarker für die Medizin oder Biologie sind messbare Produkte von Organismen, die als Indikatoren [Hinweise d. Verf.] z.B: für Umweltbelastungen oder Krankheiten eingesetzt werde können.2

determinierbar= begrenzen, abgrenzen, bestimmen = lateinisch

Dokumentarische Methode= Ist ein Verfahren der qualitativen Sozialforschung, Handlungen und Aussagen können als Dokument für die Wirklichkeit angesehen und ausgewertet werden.

Durchatmete Gebärde= Die Gebärde sollte in der Eurythmiteherapie bei vielen Lautgebärden so geführt werden, dass eine atmende Bewegung der Arme möglich wird, Arme als Verlängerung des Brustkorbs wahrgenommen werden können. Die Urphänomen von Bewegung ist beugen und strecken, zusammenziehen und ausdehnen, verdichten und lösen. Diese Gebärde hat an dem Punkt, an dem sie von einer Streckung zu einer Beugung wechselt, im Idealfall keine extra Muskelspannungen sondern geht „als ob sie atmen würde“ in die andere Bewegungsrichtung. Zug und Druck, wie es Steiner im Zusammenhang mit der Bewegungsqualität, dem „Gefühl“ bezeichnet, können ebenfalls in diesem Kontext gesehen werden. Anders ausgedrückt, ein Eurythmiker kann seine Bewegungsintentionen ökonomisch verteilen und auf Spannung und Entspannung seiner Muskulatur fliessend reagieren.

Entelechie= „ In der Philosophie versteht man unter Entelechie (entelecheia) die Eigenschaft von etwas, sein Ziel (Telos) in sich selbst zu haben. Der Ausdruck ist aus drei Bestandteilen (en-tel-echeia) zusammengesetzt: en (in) von telos (Ziel), echeia von echein (haben/ halten). Der Begriff wurde von Aristoteles in der Metaphysik IX, 8 eingeführt. Er bezeichnet die Form die sich im Stoff verwirklicht, besonders im Sinne einer dem Stoff innewohnenden Kraft, die ihn zur Selbstverwirklichung bringt.“3

Flow = Flow ist ein Begriff der eine Situation umschreibt, in welcher der Betroffene ein Höchstmass an Leistungen erbringen und sich dabei ganz im Einklang mit sich und der Welt befindet. Er kann seine Anforderungen erfüllen ohne unterfordert oder überfordert zu werden. Siehe Csikszentmihalyi4

Fokus= Der Fokus im Tanz ist die Richtung die sich eine Gruppe oder ein Einzeltänzer gibt, bevor er eine neue Aktion beginnt. Der Schultergürtel des Tänzers und der Blick desselben wird auf dieses Ziel hin gerichtet oder bewusst abgewendet etc. Es bedeutet aber auch die Energie die zur Erreichung dieses Ziels nötig sein wird zu bündeln.

Fusskontakt = Ist der Kontakt den der Fuss mit seinem Untergrund hat. Der Fusskontakt zum Boden kann schwer, flüchtig, nur auf den Zehenballen, schleppend, hüpfend etc. sein. In ihm widerspiegelt sich das Verhältnis zwischen Schwere und Leichte.

Geisteswissenschaftliche Forschung= 1. +/- 40 Wissenschaftsdisziplinen welche unterschiedlichste Lebensbereiche erforschen werden Geisteswissenschaften genannt. Sie befassen sich mit dem normativen oder faktischen Grundlagen menschlichen Denken und Handelns seinen Schöpfungen und deren Folgen .

2. Steiner hat komplementär zu den Naturwissenschaften eine Forschungsmethode entwickelt, die nach naturwissenschaftlichen Erkenntnisprinzip aber mit Beobachtungmitteln wie sie dem Seelisch Geistigen angemessen seien, entwickelt. Jeder Lebensbereich bräuchte demzufolge seine eigene Forschungsmethode:

Die physische Erscheinungswelt bedarf der Naturwissenschaften, welche die hinter der Erscheinung wirkenden Gesetze durch Messen, Wägen und Experimentieren heraus arbeitet.

Die lebendige Erscheinungswelt bedarf einer vergleichenden Phänomenologie, welche die lebendigen Gesetze von Polarität und Steigerung beachtet und sich am Typus orientiert der gestaltbildend auf die Pflanze oder andere Lebewesen einwirkt, einen Organismus entstehen lässt .

Die seelische Erscheinungswelt bedarf einer Orientierung an der polaren Spannung zwischen innen und aussen, zwischen Selbst und Welt und kann nur in dem der Erlebende seine Selbstbeobachtungen schildert erfasst werden.

Die geistige Erscheinungswelt kann nur erfasst werden, wenn der Stil, wahrgenommen wird durch den sich jeder Mensch individuell in seiner Biographie und in seiner leiblichen Erscheinungsform ausdrückt. Steiner schreibt:

Das ist das Wesen der Natur, dass Gesetze und Tätigkeit auseinander fallen, diese von jenem beherrscht erscheint; das hingegen ist das Wesen der Freiheit, dass beide zusammenfallen, dass sich das Wirkende in der Wirkung unmittelbar darlebt und dass das Bewirkte sich selbst regelt.“5

In dieser Arbeit wurde mit den obigen Grundannahmen als Arbeitsgrundlage gearbeitet. 6

Gelenke (offene)= Die Gelenke werden nicht zu stark durchgedrückt, kommen nicht in endgradige Stellung, erhalten dadurch maximale Flexibilität und die Muskulatur bleibt entspannt.

Geführte Gebärde= Eine Gebärde die mit Bewegungsempfinden gefühlt und gleichzeitig durch klare Bewegungsintentionen geführt wird.

Gefüllte Gebärde= Eine Gebärde bei welcher der Bewegungsimpuls gut durch die Oberarme geführt werden kann, die mit Bewegungsempfinden gefühlt und in der „Fülle“ imaginiert werden kann.

Gestalt- Gebärde-Verhältnis= Zwischen den Gebärden der Arme und Hände und dem aufrecht stehendem oder bewegenden Leib kann das Verhältnis zwischen Innen und Aussenwelt sehr differenziert dargestellt werden. Wenn der Bewegende bei einer Gebärde vor allem beugen und strecken beachtet, wird der Betrachter diese Bewegung sehen. Wenn der Bewegende aber eine imaginativ erlebte Vorstellung von Atem, sich erheben über der Welt, sich schwach fühlen gegenüber derselben impulsiert, während er diese Bewegungen ausführt, dann erlebt der Betrachter diese Bewegungsintentionen. So hat schon seit Jahrhunderten Bühnenkunst funktioniert.

Gleichgewichtssinn= dient zur Feststellung der Körperhaltung und der Orientierung im Raum. Er setzt sich aus mehreren Sinnen zusammen:

Gleichgewichtsorgan im Innen-Ohr und im Kleinhirn (vestibuläre Wahrnehmung)

Gehör (visuelle Wahrnehmung)

Gesichtswahrnehmung (auditive Wahrnehmung)

Tastsinn (taktile und haptische Wahrnehmung)

Tiefensensibilität (Muskulatur (propriozeptive Wahrnehmung)

Hermeneutik= „ Hermeneutik [...] ist eine Theorie über die Auslegung von Texten und über das Verstehen. Beim Verstehen verwendet der Mensch Symbole. Er ist in eine Welt der Zeichen und in eine Gemeinschaft eingebunden, die eine gemeinsame Sprache benutzt. Nicht nur in Texte, sondern in alle menschliche Schöpfung ist Sinn eingegangen, den herauszulesen eine hermeneutische Aufgabe ist. In der Antike und im Mittelalter diente die Hermeneutik als Wissenschaft und Kunst der Auslegung grundlegender Texte, besonders der Bibel und Gesetze[ sic.].“7

Innere Beteiligung= bedeutet in der Eurythmie, dass der Bewegende mental und achtsam seine Bewegungen mitbegleitet. Sein Bewegungsempfinden ist dabei wach und sensibilisiert.

Intercoderreliabilität = Die Analyse der Daten oder relevante Ausschnitte derselben, werden von mehreren Kodierern durchgeführt.

Imagination = Eine Bewegungsvorstellung bilden und dieselbe durch ein Bild angereichert im Verhältnis zum Raum im Voraus innerlich erleben und in Bewegung überführen. - Bewegen, als ob es so wäre.

Kinästhetik= Meint die Wahrnehmung der Eigenbewegung des Körpers in Bezug zu Raum, Zeit und Spannungsverhältnissen der Muskulatur. Normal spricht man von Körpergefühl. Die Kinästhetik als Lehre von der Bewegungsempfindung ist eine Erfahrungswissenschaft die von dem US-Amerikaner Frank Withe Hatch gegründet wurde.

Kiebitz-Sprung= die Arme führen eine ruhige M-Bewegung aus, während die Beine kräftig von hinten nach vorne gegeneinander geschlagen werden und dadurch ein Schritt weiter gesprungen wird. -Siehe Übngsbeispiele Nr. 7.1/8.1

Kodieren= Konzepte bilden, welche die beschriebenen Phänomene erklären könnten.

Kodierer= die Person, die das Material analysiert und kodiert

kopfwärts= zum Kopf hin bewegend

fusswärts= von oben nach unten zu Fuss hin bewegend

Kohärenzgefühl=. Das Koheränzgefühl ist in der Salutogenese ein zentraler Begriff und bedeutet, dass Denken, Fühlen und Handeln des Menschen im Einklang mit seiner Lebenswelt sind. Die Welt, ist für den Menschen verstehbar, sinnerfüllt und handhabbar.

Kollektivsymbolik= „ Kollektivsymbolik ist ein Diskurstheoretisches Konzept, an dessen Entwicklung vor allem der Literaturwissenschaftler Jürgen Link beteiligt war.Links zufolge besitzen die Mitglieder einer Gesellschaft einen Vorrat an Kollektivsymbolen. Damit steht ihnen ein Archiv von Bildern zur Verfügung, mit dem sich jeder ein Gesamtbild von der gesellschaftlichen Wirklichkeit bzw. der politischen Landschaft machen kann. Die Kollektivsymbole implizieren spezifische Deutungen der Wirklichkeit.“8

Komorbidität= Begleiterkrankung = In der Medizin werden diagnostisch abgrenzbare Begleiterkrankungen zu einer Grunderkrankung als komorbid bezeichneit.

Kupferstab= 80 cm langer Stab aus Kupfer

Lateralisation des Gehirns= bezeichnet die neuroanatomische Ungleichheit beider Gehirnhälften. Beide Gehirnhälfte haben funktional unterschiedliche Aufgaben übernommen. Die Aufteilung diese Prozesse auf die rechte und linke Gehirnhälfte wird als Laterslisation bezeichnet. Wenn z.B: die Dominanz einer Körperseite vom Kind noch nicht festgelegt wurde liegt der Grund in einer noch nicht geklärten Lateralisation des Gehirns in Bezug zur Motorik.

Offene Gelenke = eine Körperhaltung oder Bewegung, die durch ein lebendiges Zusammenspiel von Agonist und Antagonist bestimmt wird. Es treten keine Verkrampfungen auf, die Gelenke gelangen nicht in endgradige Stellung. Die globale Feinabstimmung der Muskulatur ist intakt.

Offener Schritt = Ausgangsstellung fürs Schreiten/ die Füsse stehen in einem Abstand von 2 Fusslängen voreinander als Ausgangslage zum Schreiten. Das Gewicht des Körpers ist zu 50% verteilt.

Medizinische Kybernetik= „ Medizinische Kybernetik umfasst ein in Entstehung befindliches Arbeitsprogramm für die Anwendung systemtheoretische, nachrichtentheoretischer, konnektionistischer und entscheidungsanalytischer Konzepte für biomedizinische Forschung und klinische Medizin. Die medizinische Kybernetik befasst sich mit der Untersuchung humanbiologischer Wirkungsgefüge, medizinischer Entscheidungsfindung und physiologischer Informationsverarbeitungsprozesse im lebendigen Organismus.“9

Psychosomatisch= „ Mit Psychosomatik [...] wird in der Medizin die Betrachtungsweise und Lehre bezeichnet, in der die geistig-seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen von menschen in Gesundheit und Krankheit in ihrer Eigenart und Verflechtung mit körperlichen Vorgängen und sozialen Lebensbedingungen in Betracht gezogen wird. Ihre Erforschung und Umsetzung in der Krankenbehandlung erfolgt in der Psychosomatischen Medizin.“10

Phänomenologie= Vertreter der Phänomenologie ziehen einen Erkenntnisgewinn aus der unmittelbaren Beschreibung der Ereignisse, dessen was in Erscheinung getreten ist.

Prävention = eine vorausschauende Problemvermeidung.

Praxie= zielgerichtetes und zweckmässiges Handeln, basierend auf Bewegungserfahrung, Bewegungsplanung und zeitlich, sowie räumlicher Koordination von Bewegungsabläufen.

Raumform= In der Eurythmietherapie werden immer wieder, oft geometrische Formen im Raum gelaufen. Diese Raumformen, werden beinah immer mit Laut-Gebärden begleitet. Sterne, Spiralformen, 8-Formen etc .unterstützen die Patienten dabei die Abstimmung ihrer Schritte mit dem übrigen Raum zu strukturieren.

Reliabilität = Zuverlässigkeit der Messungen (Verfahren) hochreliable Messungen sind beinah frei von Zufallsfehlern.

Reliabilitätskoeffizient = der Wert der angibt zu wieviel Prozent die Prognose zutreffend ist. r= 1 die Prognose wäre 100% zutreffend r= 0.7 der Anteil des Messfehlers liegt bei 70% r=0.9 der Anteil des Messfehlers liegt bei 33%

Salutogenense= Die Lehre von der Gesundheit. Im Gegensatz zur Krankheitsfokussierung der westlichen Medizin, versucht ein salutogenetisch praktizierender Arzt den Fokus der Behandlungen auf die Gesundheit des Patienten zu richten. Salutogenese wurde von Antonowsky11 entwickelt. Es gibt aber aiuch andere Forschergruppen, dies ich mit der Resliienz (Widerstandsfähigkeit) von Menschen beschäftigt haben. Das Koheränzgefühl ist in der Salutogenese ein zentraler Begriff und bedeutet, dass Denken, Fühlen und Handeln des Menschen im Einklang mit seiner Lebenswelt sind. Die Welt, ist für den Menschen verstehbar, sinnerfüllt und handhabbar.

Sonnengeflecht= Der Solarplexus liegt zwischen dem 12. Brustwirbel und dem ersten Lendenwirbel an der Hauptschlagader und ist ein Geflecht von sympathischen und parasympathischen Nervenfasern.

Schaukelschritt= Eine Fussbewegung vorwärts, mit Gewichtsverlagerung nach jedem Schritt rückwärts.

Diese Bewegung wird so ausgeführt, dass erst ein Schritt gemacht wird und das Gleichgewicht auf das Spielbein verlegt wird. Danach wird aber nicht weiter geschritten, sondern das Gewicht noch einmal nach rückwärts auf das gerade leicht vom Boden gelöste Spielbein gelegt. Gleichzeitig wird das Knie etwas nach aussen gedreht und gebeugt bis das volle Körpergewicht auf diesem gebeugten Bein ruht. Jetzt kommt das Gewicht wieder aufs andere Bein, dass gerade gebeugte wird aufgerichtet und bewegt als Spielbein einen Schritt weiter. Auf diese Art werden mehre schaukelnden schritte gemacht.

Schlussstand= Die Füsse werden zusammengestellt und die Arme entlang des Körpers gehalten, aber nicht militärisch stramm stehend oder übertrieben locker, sondern die Tiefensensibiltät erhaltend. Die Aufrechte wird nicht durch anspannen einzelner Muskel, sondern durch die Feinabstimmung des globalen Muskeltonus erhalten.

Seitwärts-Galopp = seitwärts mit den Füssen gegeneinander schlagen und dadurch weiter springen.

Spiraldynamik= Das „Bewegungskonzept“ der Spiraldynamik unterstützt den Bewegenden (Tänzer/Patient) ein Verständnis von der Dreidimensionalität seines Körpers beim Bewegen zu entwickeln: „ Sie [die Spiraldynamik d. Verf.] beschreibt die menschliche Anatomie und Bewegung, nicht im traditionellen Sinn, sondern mit dem Polaritäts- und dem Spiralprinzip. Entstanden ist ein wissenschaftlich fundiertes und praxisrelevantes Bewegungskonzept.“12

Schreiten= Langsames Gehen aus obiger Ausgangslage, das Gewicht des Körpers wird vom Spielbein aufs Standbein verlegt (Heben), danach wird der Fuss frei über den Boden in Bewegungsrichtung geführt (Tragen), um danach wieder auf den Boden gestellt zu werden, ohne dass das vollständige Gewicht darauf lastet (Stellen)

Synästhetik = Bezeichnet die Koppelung von zwei oder mehreren Sinnesbereichen, wie Ton und Farbe. Bildgebende Methoden haben gezeigt, dass im Gehirn die Verarbeitungszentren des jeweils anderen Sinnesorgans mit reagieren. Menschen mit diesen Fähigkeiten bezeichnet man als Synästhetiker.

Synopse= Eine Synopse ist eine zusammenfassende, vergleichende Übersicht und Gegenüberstellung gleichartiger Daten und Texte in zwei oder mehr Dokumenten.13

Spiegelneuronen= Definition Bauer14 „Nervenzellen die im eigenen Körper ein bestimmtes Programm realisieren können, die aber auch dann aktiv werden, wenn man beobachtet oder auf andere Weise miterlebt, wie ein anderes Individuum diese Programm in di Tat umsetzt, werden als Spiegelneuronen bezeichnet.“ Diese Spiegelneuronen sind mit unserer Fähigkeit spontan jemand nachahmen zu können, die Empfindungen des Anderen intuitiv erfassen zu können, verbunden.

Statistik = Die Lehre vom Umgang mit quantitativen informationen. Sie ist eine Möglichkeit eine Verbindung zwischen Erfahrung (Empirie) und Theorie herzustellen.15

Tiefensensibilität/ propriozeptive Wahrnehmung = Beschäftigt sich im Gegensatz zur Oberflächensensibilität des Leibes mit dem Leibesinneren, der Eigenwahrnehmung des Körpers, sie gliedert sich in:

Lagewahrnehmung (z.B: Zone der Gebärde)= Die Lagewahrnehmung ermöglicht den eigenen Leib in Bezug zum uns umgebenden Raum wahrzunehmen. Eine spezielle Form der Lagewahrnehmung ist es wie die Arme in Bezug zum Rest des Leibes gestaltet werden.

Bewegungsempfinden (Kinästhetik)= Die Eigenbewegung wahrnehmen können.

Kraftsinn= Die eigenen Kräfte wahrnehmen und dosieren können.

Validität= Übereinstimmung der gewählten Messungen mit dem Gegenstand, der Fragestellung (inhaltsbezogen) - das argumentative Gewicht einer wissenschaftlichen Aussage betreffend.

Variable= Eine statistische Variable ordnet einem Merkmal einer Erhebungseinheit eine Ausprägung zu16

Vergleichende Methode = Definiert sich als ein Verfhren zum systhematischen Vergleich von Untersuchungseinheiten mit dem allgemeinen Ziel einer empirischen Generalisierbarkeit oder der Überprüfung bzw. Formulierung von Hypothesen.17

Weiten= Beugen und Strecken, Verdichten und Lösen sind Urgesetzmässigkeiten die in jeder Bewegung über das Spiel von Agonisten und Antagonisten wirksam sind. Seelisch bedeutet diese Bewegung immer sich nach innen zu wenden oder nach aussen. Wenn sich der Patient seelisch auf dieses Spiel zwischen innen und aussen einlassen kann, dann kann er innerlich „weiten“, wenn sich die Gebärde streckt.

Oberer Mensch = Gemäss der unten beschriebenen zentripetal wirkenden Kräfte kann das Nerven Sinnes mit dem darin wirksamen seelisch geistige angesprochen werden. Dann spricht man vom oberen Menschen.

Unterer Mensch = Gemäss der unten beschriebenen zentrifugal wirkenden Kräfte kann das Stoffwechselgliedmassensystem mit dem darin wirkenden Seelisch Geistigen Anteil angesprochen werden. Dann spricht man vom unteren Menschen.

Zentrifugal wirkenden Kräfte= Wenn die vier Ebenen der gestaltenden Kräfte gesund auf die drei Ebenen der Konstitution zurück wirken18 können Seele und Geist, in diesem Fall stark mit der aktiven zentrifugal wirkenden Gestaltungsbewegung verbunden, zentrifugal über das Stoffwechselgliedmassensystem wirken und Tätigkeit, Bewegung, Wärme entfaltet sich. Auf der leiblichen Ebene werden Lebenskräfte aufgebaut. Auf der seelischen Ebene wird der Mensch aktiv, er will etwas bewirken.

Zentripetal wirkenden Kräfte= Wenn die vier Ebenen der gestaltenden Kräfte gesund auf die drei Ebenen der Konstitution zurück wirken19 können die nur leicht mit ihrer körperlichen Grundlage verbundene, Seelen und Geisteskräfte eine zentripetale Bewegung nach Innen ausführen und sich über die Nervensinnenprozesse mit dem Stoffwechsel Gliedmassensystem verbinden. Auf der leiblichen Ebene werden Lebenskräfte abgebaut. Auf der seelischen Ebene wird der Mensch eher passiv nach aussen, es entsteht Innenraum, er wird innerlich frei um Vorstellungen bilden zu können.

Zentrieren= Seine Kräfte im eigenen Bewegungszentrum bündeln, erst beim stehen, später auch während des Bewegens. sich auf den eigenen Leib konzentrieren, die eigene Muskulatur entspannen und tief durchatmen. Gleichzeitig mental, imaginativ das Gleichgewicht zwischen zentrifugalen und zentripetalen Kräften suchen.

Die obigen Begriffe sind alphabethisch geordnet, dort wo es sinnvollerscheint (Begriffspaare) wird diese Ordnung unterbrochen.

1.1 Legende:

120411 = 11.4.2012

GS/ DB = Kodes von Patienten

2. Anthroposophisches Konzept des menschlichen Organismus und Ansatz einer Pathogenese

J. Schwab hat eine sehr übersichtliche Darstellung dieser Ausdifferenzierung ausgearbeitet und für diese Arbeit zur Verfügung gestellt wurde. Ich habe sie or allem an einer Stelle bei der Übersetzung erweitert um die Gesundheitskräfte im Gegensatz zu den Krankheitskräften noch klarer zu charakterisieren:

ANTHROPOSOPHIC CONCEPT OF THE HUMAN ORGANISM AND PATHOGENESIS

The Four-level Concept of Formative Forces

The anthroposophic concept of man claims that the human organism is not only formed by physical (cellular, molecular) forces but by four levels of formative forces:

1 formative physical forces

2 formative vegetative forces that interact whit physical forcews and bring about and maintain the living form, as in plants

3 a further class of formative forces (anima /soul) that interact whit the vegetative and physical forces, creating the duality of internal-external and the sensory, motor, nervous and cirulatory systems, as in animals.

4 an additional class of formative forces (Geist, spirit) that interacts whit the three pthers and support the emanation of individual mind and the capacity for reflective thinking, as in humans.

The Three-fold Model of The Human Constitution:

When the four levels of formative forces are integrated whit the human polarity of active motor movement and passive sensory perception, a the three-fold constitution of the human being results. It embraces three major system constituents:

two being polar to each other („nerve-sense system“ and „motor-metabolic system“) and one intermediate („rhytmic system“) Thes systems are spread over the entire organism but predominate in certain regions:

The nerve.sense sytem in the haed region, the motor-metabolic system in the limb region, the rythmic system in the respiratory and circulatory organs and thus in the „middle“ region.

In these three subsystems the four levels of formative forces are considered to interrelate differently. In the nerve-sense system, the opper two levels of forces (spirit, soul) are relatively separate from the lower two levels, thus providing the conditions for the origination of self-consciousness, conscious perceptions, and conscious thought processes. In the motor-metabolic system, the intermergence is closer, thus providing the conditions for the execution of personally intendet bodily movements.

In the rhytmic system, the interrelations oft he opper and the lower levels fluctuate between increasing and decreasing intermergence and are associated with the occurence of feelings. The interrelations increase during the rhythmical lung process of inspiration and decrease during expiration.

The model of the threefold human constitution leads tvarious distinct reinterpretations of the conventional teachings of physiology.

The Concept of Periodic Maturation

During the juvenile life span of a humen orgasnism, the major system constituents are considered to go through differentiated maturation periods of more or less 7 years duration.

During the first 7-years period, the rise of body command and dexterity prevail, along with a predominant differentiation of the nerve-sense system.

During the second 7-year period, the growing awareness of the child`s own emotions and increasing experience of his or her own separate inner world prevails, along with a differentiation oft he rhytmic sytsem (eg. the puls/breathing ratio)

During the third period, the development of free will and autonomous personality (adult-hood) prevails, accompanied by the final differentiation oft he motor-metabolic system, starting with the sexual maturation at the beginning of this period.

Specific vulnerabilities are seen in these periods. Fore example, in the second 7-year period, the child is often sensitiv to outer pressure and reacts with symptoms in the metabolic-system (stomache) and/or the nerve-system (headache) since the rhytimical system is not yet strong enough to balance the two other system constitutents. In this period, in grossly anatomical defects but rather in mental/ emotional symptoms (eg. depression or anxiety)

Dislocative Pathogenesis and the Breathed-in-upwards Syndrom:

As a matter of pathogenesis, the region-specific types oft he four-level interrelations can the dislocated into other areas oft he organism. For instance, the specific type oft he four level interrelations that accompanies the lung process of inspiration can shift towards the upper regions oft he organism (breath, neck and head). In such a case, one will encounter a pathological state, which is called the breathing-in-upwards syndrome in the present article.

This dislocation finds ist expression in the respective person as being alert, light, lively, engaged; when more intensified, the person becomes wound op, tense, overexcited, uneasy, and nervous. In an extreme case, one may feel out of control or even psychotic. Whit the contrary dislocation (ie, the breath-out-downwards syndrom), the person would feel like letting go, centered, grounded, and relaxed; when more intensified, the person may feel heavy, dull, indifferent, and depressed. In extreme case, the person may lose consisciousness.

„case report“

Alternative Therapys from juli/aug 2011

Eurythmie Therapy in Anxiety

Jane Hampton Schwab ad. al.

www.ifaemm.de/Abstrakt/PDFs/JS11_1.pdf20

Übersetzung dieses Konzepts, mit für das Thema dieser Arbeit ergänzenden Darstellungen (siehe IV):

Das Vier-Ebenen-Konzept der gestaltenden Kräfte

Das anthroposophische Menschenbild besagt, dass der menschliche Organismus nicht allein von physischen (zellulären, molekularen) Kräften gestaltet wird, sondern von vier Ebenen formender Kräften:

Gestaltende physische Kräfte;

Gestaltende vegetative Kräfte, die mit den physischen Kräften zusammenspielen und die lebendige Gestalt (funktionale Ebene/Leben) hervorbringen und erhalten, so wie in den Pflanzen;

eine weitere Gruppe gestaltender Kräfte (seelische Kräfte), die im Zusammenspiel mit den vegetativen und den physischen Kräften die Dualität von Innen-Außen hervorbringen, sowie die Systeme der Sinne, der Motorik, der Nerven und des Blutkreislaufs, so wie in den Tieren;

eine weitere Gruppe gestaltender Kräfte (Geist/Ichkräfte), die mit den drei anderen zusammenarbeiten und die Ausprägung des individuellen Geistes und die Fähigkeit zum reflektierenden Denken unterstützen, so wie im Menschen.

Das dreigliedrige Modell der menschlichen Konstitution

Wenn die vier Ebenen der gestaltenden Kräfte mit der menschlichen Polarität von aktiver Gestaltungsbewegung und passiver sinnlicher Wahrnehmung zusammengeführt werden, ergibt sich eine dreigliedrige Konstitution des Menschen. Diese umfasst drei große Teilsysteme: Zwei polar entgegengesetzte Bereiche — das Nerven-Sinnes-System und das Stoffwechsel-Giedmaßen-System — und einen dazwischenliegenden Bereich — das Rhythmische System. Diese Teilsysteme erstrecken sich über den ganzen Organismus, herrschen jedoch in gewissen Regionen vor: das Nerven-Sinnes System in der Kopfregion, das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System im Bereich von Bauch und Gliedmaßen, das Rhythmische System in den Atem- und Kreislauforganen, somit in der „Mitte“.

Es wird davon ausgegangen, dass die vier Ebenen der gestaltenden Kräfte in diesen drei Teilsystemen je unterschiedlich zusammenspielen. Im Nerven-Sinnessystem sind die beiden oberen Kräftegruppen (Geist, Seele) relativ getrennt von den beiden unteren, wodurch die Voraussetzung geschaffen wird für die Entstehung von Selbst-Bewusstsein, von bewusster Wahrnehmung und von bewussten Denkvorgängen. Im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System ist die Verbindung enger, was die Voraussetzung für die Ausführung persönlich intendierter Körperbewegungen schafft. Im Rhythmischen System fluktuieren die Wechselbeziehungen der oberen und unteren Ebenen zwischen zu- und abnehmender Vermischung und hängen mit dem Auftreten von Gefühlen zusammen. Im rhythmischen Lungenprozess des Einatmens nehmen diese Wechselbeziehungen zu, während sie sich im Ausatmen verringern.

Das Modell der dreigliedrigen menschlichen Konstitution führt zu verschiedenen Neuinterpretationen konventioneller physiologischer Anschauungen.

Das Konzept der zyklischen Reifung

Es wird davon ausgegangen, dass die Hauptkomponenten des Systems während der Kindheit und Jugend unterschiedliche Reifungszyklen von ungefähr siebenjähriger Dauer durchlaufen:

Im ersten Jahrsiebt überwiegt die Entfaltung von Körperbeherrschung und Geschicklichkeit, gleichzeitig mit einer ausgesprochenen Differenzierung des Nerven-Sinnessystems. Der zweite Jahrsiebt im Leben des Kindes ist gekennzeichnet durch das wachsende Bewusstwerden der eigenen Gefühle und das zunehmende Erleben der eigenen, von aussen abgetrennten, Innenwelt, zusammen mit einer Differenzierung des Rhythmischen Systems (z.B. im Puls-Atem-Verhältnis). Während dem dritten Jahrsiebt herrscht die Entwicklung des freien Willens und der eigenständigen Persönlichkeit vor (erwachsen werden), begleitet von der abschließenden Differenzierung des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems, welche mit der Geschlechtsreife zu Beginn dieses Zyklus einsetzt.

In diesen Lebensabschnitten lassen sich spezifische Verletzlichkeiten beobachten. So sind Kinder zum Beispiel im zweiten Jahrsiebt häufig sehr empfindlich gegenüber Druck aus dem Umfeld und reagieren mit Symptomen im Stoffwechselsystem (Bauchschmerzen) und/oder im Nerven-Sinnessystem (Kopfschmerzen), da das Rhythmische System noch nicht stark genug ist, um die beiden anderen Teilsysteme im Gleichgewicht zu halten. In diesem Lebensabschnitt müssen sich Störungen im Rhythmischen System selbst nicht unbedingt als hauptsächlich anatomische Defekte manifestieren, sondern können eher als mental/emotionale Symptome sichtbar werden (z. Bsp. Depression oder Angstzustände).

Das Konzept der zentripetalen und zentrifugalen Kräfte und ihre Bedeutung für die menschliche Gesundheit

Wenn die vier Ebenen der Gestaltungskräfte gesund auf die drei Ebenen der menschlichen Konstitution einwirken, geschieht dies auf der Ebene der Nerven-Sinnesprozesse so, dass die nur leicht mit ihrer körperlichen Grundlage verbundenen Seelen- und Geisteskräfte eine zentripetale Bewegung nach innen ausführen, wo sie sich mit den Stoffwechsel-Gliedmassensystem verbinden, dessen Kräfte von innen nach aussen strömen und zentrifugal wirken, so dass ein seelischer Innenraum entsteht. Dabei werden Lebenskräfte abgebaut.

Umgekehrt werden dort Lebenskräfte aufgebaut, wo Seele und Geist stark mit der aktiven Gestaltungsbewegung des Menschen verbunden sind. Zentrifugale Kräfte wirken nach aussen, begegnen den wahrnehmenden, zentripetalen Kräften — Geist und Seele — verbinden sich mit ihnen und tasten sich über den Bewegungsorganismus in den äusseren Raum vor. Wärme, Tätigkeit, Bewegung entfaltet sich. Die vier Ebenen der Gestaltungskräfte offenbaren sich in ihrer Tätigkeit in der Konstitution des Menschen zweigliedrig, im oberen und im unteren System des Menschen.

Im Rhythmischen System werden diese beiden Systeme ausgeglichen und überhöht, es entsteht eine Mitte zwischen ihnen dadurch, dass im Lungensystem ein abgeschwächter Nerven-Sinnesprozess (Abbauprozess) und im Herz/Kreislaufsystem ein abgeschwächter Stoffwechsel-Gliedmassenprozess (Aufbauprozess) stattfinden kann. Diese ausgleichende Tätigkeit schafft Gesundheit und Wohlbefinden im physischen Leib.

Dislokation des gesunden Zustandes führt zur Pathogenese

Zur Pathogenese kann es dann kommen, wenn die den verschiedenen Bereichen eigenen Typen der viergliedrigen Wechselbeziehungen in andere Gegenden des Gesamtorganismus verrückt werden. So kann sich etwa die spezifische viergliedrige Wechselbeziehung, die den Lungenprozess des Einatmens begleitet, in den oberen Bereich des Organismus (Brust, Hals und Kopf) verschieben. In einem solchen Fall lässt sich der pathologische Zustand beobachten, welcher als „Einatmungs-dominiertes oberes Syndrom“ bezeichnet wird. Diese Verrückung manifestiert sich in betroffenen Personen als hoch-aufmerksamer, leichter, lebendiger und engagierer Habitus. In intensivierter Form macht das Syndrom die Betroffenen aufgedreht, angespannt, über-erregt und nervös. Im Extremfall fühlen sie sich außer Kontrolle oder sogar psychotisch.

Bei der entgegengesetzten Verrückung (dem „Ausatmungs-dominierten unteren Syndrom“), würden die Betroffenen loslassen, sich zentrieren, „erden“ und entspannen. Bei Intensivierung des Syndroms können sie sich schwer fühlen, dumpf, gleichgültig und depressiv. Im Extremfall können sie sogar das Bewusstsein verlieren.

Diese Verschiebung vom Gesunden zum Kranken hin lässt sich an zahlreichen Phänomenen des menschlichen Organismus studieren. Hier sei noch die Wechselbeziehung zwischen Sympathikus und Parasympathikus im vegetativen Nervensystem erwähnt, in deren Zusammenspiel ebenfalls sichtbar wird, wie aufwachende, anregende, Leben abbauende obere Kräften und untere, Bewusstsein auslöschende, aufbauenden Kräfte ineinander greifen.

So kann etwa jeder Mensch mit Einschlafstörungen wahrnehmen, dass er sich in einem überwachen Zustand (einseitig sympathische Aktivität) befindet, aus dem ihn der Schlaf erlösen kann.

Eurythmietherapie in Anxiety. Alternative Therapie in Health and Medicine

Jane Hampton Schwab ad al

2011; 17 (4): S 58-65

Kasten auf S 64:

anthroposophic concept of the human organisme and pathogenesis

www.ifaemm.de/Abstrakt/PDFs/JS11_1.pdf

Die Video-Demo zu den Übungen zum obigen Fall von J.Schwab

18.7.2011: Eurythmie_all-1.flv (www.ifaemm.de/F5_publi.htm) zu finden unter Zeitschriftenartikel

Corresponding author: Gunver, Sophia Kienle, MD; gunver.kienle@ifaemm.de

3. Beispiel eines ADHS- Auswertungsbogens mit Auswertungskriterien:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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4. Quantitative Messungen an Hand der Forschungsziele:

siehe auch Geschicklichkeitsparcour Auswertung und Diagnosemenue im Anhang Die Messwerte werden in Säulendiagramme dargestellt. Bitte nehmen Sie den Anhang dazu und vergleichen sie Säulendiagramme und Daten mit dem hier notierten. Links steht immer die Ausprägung, z.B: die Zeit welche gemessen wurde, unten steht immer die Erhebungseinheit der verwendeten Variable/ blau ist Fall eins, rot ist Fall 2 /nur am Diagramm zu den Messwerten „ruhig stehen“, werden die drei Messungen von derselben Person zusammen in drei Säulen dargestellt/ Die nummerierte Zuordnung am Anfang der Beschreibung der Übung oberhalb des Säulendiagramms gibt an aus welcher Übungsreihe im Geschicklichkeitsparcour die Übung stammt:

2. Balancieren/Messgrösse Länge der Langbank

10/Balancebalken mit Hindernissen/in Längen gemessen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Intrinsische Motivation/ Skala 1-5 1= keine Motivation 5=äusserst gut

2.Balancieren (Einschätzung der Therapeuten)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Zehenspitzenstand Messgrösse sec

11/ Stoppuhr/ mit geschlossenen Augen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Zehenspitzenstand Messgrösse sec.

12/ Stoppuhr/ Vorwärts-Sprung auf die Zehenspitzen und die Zeit messen bis das Gleichgewicht gefunden ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.Schlusssprung Messgrösse Anzahl Sprünge

7/Langbank-Anzahl Sprünge seitwärts über die Langbank

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.AEAU Sprungtanz Messgrösse Anzahl Sprünge fehlerfrei hintereinander

6 Ohne Therapeut die ganze Reihe 4 Mal 4 wenn möglich mehrmals

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.Balancieren Messgrösse Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Tabelle 1-14 Punkte

4.Schlusssprung Messgrösse sec

Schüler GS

2: GS Interv.

Schüler DB

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Fall 1 Diagnosekriterien - Messergebnisse:

Die für die Säulendiagramme gebrauchten Werte, sind in der Auswertung des Geschicklichkeitsparcours farbig gekennzeichnet.

Dokumentengruppe: Diagnosekriterien

Dokumentenname: GS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Fall 2 Diagnosekriterien - Messergebnisse:

Die für die Säulendiagramme gebrauchten Werte, sind in der Auswertung des Geschicklichkeitsparcours farbig gekennzeichnet.

Messungen aus Diagnosestunde:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Siehe Master Arbeit Seite 2

2 http://de.wikipedia.org/wiki/Biomarker 12. 6. 2012 10:44

3 http://de.wikipedia.org/wiki/Entelechie 8. 8. 2012 09:41

4 Csikszentmihalyi 1997

5 Steiner 1979:117

6 Siehe auch Band 1/ 1.4 Anthroposophisches Konzept und Menschenbild

7 http://de.wikipedia.org/wiki/Hermeneutik 27. 6. 2012 13:21

8 http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektivsymbolik 15. 8. 2012 06:00

9 http://de.wikipedia.org/wiki/Medizinische_Kybernetik 20. 6. 2012 20:24

10 http://de.wikipedia.org/wiki/Psychosomatik 26. 6. 2012 22:28

11 Antonowsky:1997

12 Lauper 2007:6

13 http://de.wikipedia.org/wiki/Synopse 13.8 2012 um 21:37

14 Bauer 2006:23

15 www.de.wikipedia.org/wiki/Statistik 25.6.2012 9:31

16 Wikipedia.org/wiki/Statistische Variable 1.4.2012 12:49

17 www.de.wikipedia.org/wiki/Vergleichende Methode 11.9.2011 19:23

18 siehe Kapitel 1.4

19 siehe Kapitel 1.4

20 Schwab 2011:64

Details

Seiten
166
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656309130
ISBN (Buch)
9783656309284
Dateigröße
14.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204819
Note
Schlagworte
ADHS-Symptome Hyperaktivität Indigokinder Eurythmietherapie Heileurythmie psychiatrische Krankheitsbilder Entwicklungspädiatrie ADHD ADS

Autor

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Titel: Eurythmietherapie und ADHS Symptome - Band 2