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Das Recycling sowjetischer Filme am Beispiel von Planeta Bur

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Inhalt
Planeta Bur (1962)
Voyage to the Prehistoric Planet (1965)
Voyage to the Planet of Prehistoric Women (1968)
Zusammenfassung

Die unterschiedliche Bedeutung der Frau(en)
Die sowjetische Frau: Masha
Die amerikanischen Frauen: Dr. Marsha und die Venusfrauen

Das Prinzip des Compilation Films

Nachwort

Quellen
Bücher
Internetseiten

Einleitung

Die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts waren sehr aufregende Zeiten mit vie­len neuen Entdeckungen und vielen Umbrüchen und Konflikten. Nationen Ost und West standen sich gegenüber und fochten einen Kalten Krieg, der die Menschen auf beiden Seiten in Unruhe und Unsicherheit versetzten. Aber diese Jahre waren auch geprägt von neu entwickelten Lebensstilen, der 68er Bewegung, der Freiheit in der Öffentlichkeit zu rauchen, Spritpreise, die einem kein Loch in die Haushaltskasse fraßen und natürlich von der guten Musik. Dem gegenüber steht der Mauerbau 1961, die Kuba-Krise 1962, die Er­mordung John F. Kennedys 1963 und der Vietnamkrieg. Trotz alledem gab es ein Gebiet, das sowohl Ost als auch West faszinierte: der Traum, das unerreichbare Weltall endlich zu erforschen. Mit Sputnik 1 schaffte die Sowjetunion den ersten Schritt ins All, der klei­ne Satellit wurde am 4. Oktober 1957 in die Umlaufbahn der Atmosphäre geschickt und umkreiste sodann die Erde. Danach folgte, ebenfalls von den Sowjets initiiert, das erste Lebewesen im Weltraum. Die Hündin Laika wurde weltberühmt, berühmter wurde nur Juri Gargarin, der 1961 als erster Mensch ins Weltall geschickt wurde und somit bis dahin dem Mond am nächsten kam. Im Westen, genauer gesagt in den USA, wurden bis dato zwar Versuche gestartet Raketen und Satelliten in die Umlaufbahn zu schicken, jedoch scheiterten viele bereits beim Start. Der amerikanische Präsident John F. Kennedy kün­digte seinem Volk noch vor dieser Errungenschaft an, dass schon bald auch ein Amerika­ner zum Mond und zurück fliegen wird. Einen Monat nach dem Flug des Kosmonauten Gargarins versuchte Alan Shepard in einer Kapsel die Erdumrundung, scheiterte jedoch an der Leistung der Raketen und kehrte schon nach 15 Minuten zurück auf die Erde. 1969 war nun endlich das Jahr in dem am 20. Juli 1969 um 21.35 Uhr Ortszeit (Houston) der amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. Hundert Millionen Zuschauer verfolgten dieses mediale Ereignis und die Mondlandung besiegelte das Duell zwischen Ost und West, zumindest im Hinblick auf den Wettlauf zum Mond.1

Die Landung auf dem Erdtrabanten brachte nicht nur Ruhm und Ehre für die Astronau­ten und ihr Volk, sondern wirkte sich auch direkt auf Gesellschaft und Kultur aus. In der Musik ließen sich Künstler wie Pink Floyd oder David Bowie inspirieren und schrie­ben Alben und Songs wie „The Dark Side of the Moon“ und „Space Oddity“. Modisch wurden die „Moonboots“ kreiert, die von ihrem Äußeren den Stiefeln ähnelten, die die US-amerikanischen Astronauten bei der Landung auf dem Mond trugen. Kubricks Meis­terwerk 2001: Odyssee im Weltraum von 1968 kam ein Jahr vor der Mondlandung in die Kinos und zeigte die Visionen, die die Menschen zu der Zeit hatten in Bezug auf die Erforschung des Weltalls. Sechs Jahre vor Erscheinen dieses Filmes gab es jedoch ei­nen Film aus der Sowjetunion, der sich mit der Thematik der Erforschung eines anderen Planeten auseinandersetzten. Planeta Bur ist ein Science-Fiction Film von Pavel Klus- hantsev2, dessen Filmmaterial in den Folgejahren mehrfach von einigen amerikanischen Regisseuren verwendet wurde, um daraus neue Filme zu kreieren. In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit diesem Film und dessen Neuinterpretationen auseinandersetzten und dabei vor allem einen Bezug zu den Besonderheiten der jeweiligen Nation herstellen. Zu Beginn werde ich zu den einzelnen Filmen eine Inhaltsangabe wiedergeben und dabei schon einmal den unterschiedlichen Umgang mit dem Material aufzeigen. Auf die Rolle der Frauen in den Filmen wird im Folgenden ein Fokus gesetzt und zuletzt wird eine Ein­ordnung in filmische Kategorien versucht.

Inhalt

Planeta Bur (1962)

In dem sowjetischen Science Fiction Film Planeta Bur, der in Deutschland auch mit dem Titel Planet der Stürme erschien geht es um drei sowjetische Raumschiffe, Sirius,Vega und Cappella, die sich auf der Reise zur Venus befin­den. Eines der Raumschiffe wurde noch vor Ankunft von einem Meteoriten zerstört und so reisen nur noch die Sirius und die Vega zu ihrem weit entfernten Ziel. Jedoch gefährdet der Verlust eines Raumschiffes die Mission, denn sie kann nur von dreien erfüllt werden, deswegen entsendet die Erde ein weiteres, die Arktur. Statt auf die Ankunft der neuen Crew zu warten begibt sich ein Teil der Vega-Kosmonau- ten, inklusive dem Roboter John, auf den fremden Planeten, um diesen zu erkunden. Mar­sha, das einzige weibliche Crewmitglied bleibt währenddessen an Bord des Raumschiffs, das die Venus umkreist. Ivan und Kern müssen in einem Sumpf notlanden und verlieren den Kontakt zu der Außenwelt. Die Sirius landet nicht unweit entfernt sicher und begibt sich in einer kleinen Sonde auf die Suche nach den Vermissten. Von weiter Ferne hö­ren beide Teams immer wieder einen unheimlichen Gesang, einer Venusfrau entstammen könnte. Dass es Leben auf der Venus gibt ist jetzt unumstritten, denn die Kosmonauten in der Sonde treffen auf eine Kreatur, die stark an einen Tyrannosaurus Rex erinnert. Im Kampf verlieren sie ihr Fortbewegungsmittel. Zur gleichen Zeit irren Ivan und Ken im­mer noch im Sumpf herum und werden fiebrig. Über Funk erreicht die Crew der Sirius John und erteilt ihm die Aufgabe, den Erkrankten Medizin zu verabreichen. Gleichzeitig entdecken sie eine Stadt in der sie eine Statue von einem Dinosaurier finden, der Rubine als Augen hat. Nachdem beide Mannschaften über John wieder in Kontakt, stehen ist es ein leichtes sie auch wieder zusammenzuführen. Als die Medizin anfängt zu wirken bricht ein Vulkan über den Köpfen der Vegabesatzung aus und die Siriusbesatzung befindet sich auf der anderen Seite des Lavastroms. Die einzige Möglichkeit zu den anderen zu gelan­gen ist John zu opfern. Der Roboter trägt beide Männer über die Lava und wird dadurch zerstört. In diesem Moment erscheint die Rettungssonde und bringt die Vermissten zum Raumschiff zurück. Dort angelangt hören sie ihr Funkgerät ab und es ist Mashas besorgte Stimme zu hören. Sie kündigte an die Vega zu landen, um sich selbst nach der Suche nach ihrem geliebten Ken zu machen. Natürlich wäre die Landung der Vega eine Katastrophe, denn die Landung würde so viel Treibstoff erfordern, dass die Rückkehr zum Heimatpla­neten Erde nicht mehr möglich wäre. Erleichtert stellen sie jedoch fest, dass Masha zur Vernunft gekommen ist und in der Umlaufbahn geblieben ist. Gemeinsam fliegen sie nach Hause und mit einer Stimme aus dem Off hören wir, wie Alexey über seine Entdeckung berichtet. In einem Felsen war das Gesicht einer Frau zu erkennen, was darauf schließen lässt, dass auf der Venus auch intelligentes Leben existiert.3

Voyage to the Prehistoric Planet (1965)

In dem Film Voyage to the Prehistoric Planet, welches Material aus Planeta Bur verwendet, geht es wie im Original auch um drei Raumschiffe, die sich auf dem Weg zum Planeten Venus befinden. Dabei geht auch eines der Gefährte bei einem Zusammenprall mit einem Meteor verloren. Jedoch hat dies keine so drastische Auswirkung auf die Mis­sion wie in der ursprünglichen Fassung. Ein Zusatz, für den sich der Regisseur entschied war, dass die ganze Mission von einem Professor Hartmann, gespielt von Basil Rathbone, geleitet wird. Ohne diesen in ihre Entscheidung mit einzubeziehen, landet ein Teil der Astronauten mit dem Roboter John auf der Venus. Anscheinend missglückt die Landung, denn das andere Team entscheidet sich dazu den Verunglückten zur Rettung zu kom­men. Dr. Marsha, gespielt von Faith Domerque wird an Bord des Raumschiffs gelassen4. Angesichts dessen, dass die amerikanische Schauspielerin 1965 zusätzlich hinzugefügt worden ist, liegt es auf der Hand sie nicht mit den anderen Astronauten hinabsteigen zu lassen, schließlich war es zu damaligen Zeiten schwer eine neue Schauspielerin mit al­ten Filmmaterial agieren zu lassen. Die Venus erscheint in Voyage to the Prehistoric Planet als sehr menschenfeindlichen Ort, das Wetter ist sehr unbeständig, seltsame rep­tilienartige Kreaturen bevölkern den Planeten und eine Pflanze versucht einen der Astro­nauten zu verspeisen. Die verloren gegangen Mitglieder der Astronauten auf der anderen Seite müssen mit dem unebenen Gelände zurechtkommen, aber glücklicherweise haben sie John an ihrer Seite, der ihnen dabei hilft. Marsha, die sich noch in der Umlaufbahn befindet, entdeckt die drei auf ihrem Radar und gibt der Crew der Vega Anweisungen in deren Richtung. Während bei Planeta Bur die Rettungsmission sich gegen % des Films spannungstechnisch steigert, werden bei der amerikanischen Fassung die Verunglückten schon recht bald gerettet und der Rest des Filmes beschäftigt sich mit der Erkundigung des Planeten.

[...]


1 vgl. Harro Zimmer, Darmstadt 2007. S. 134 f.

2 vgl. http://www.imdb.com/title/tt0056352/ [Stand: 12.09.2012]

3 vgl. Planeta Bur, 1962

4 vgl. http://www.imdb.com/title/tt0059887/ [Stand: 12.09.2012]

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656308850
ISBN (Buch)
9783656311133
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204806
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Schlagworte
recycling filme beispiel planeta

Autor

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