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Vorstellung und Vergleich: Harzburger Modell und St. Galler Management-Modell

von Frank Bart (Autor)

Hausarbeit 2010 11 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wozu dienen Führungsmodelle?
2.1 Begriffserklärung
2.2 Ziele von Führungsmodellen

3 Harzburger Modell
3.1 Aufbau und Inhalt des Harzburger Modells
3.2 Stärken und Schwächen

4 St. Galler Management Modell
4.1 Aufbau und Inhalt des St. Galler Management-Modells
4.2 Stärken und Schwächen

5 Vergleich zwischen Harzburger Modell und St. Galler Management-Modell

6 Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In den vergangenen Jahrzenten sind die Anforderungen an die Unternehmensführung durch Globalisierung und zunehmende Komplexität der Wirtschaft stark gestiegen. Antworten, wie Führung unter diesen gesteigerten Anforderungen erfolgreich in der Praxis funktionieren kann, sollen aus Führungsmodellen abgeleitet werden. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Fragestellung: „Wozu dienen Führungsmodelle?“ auseinander. Es werden zwei unterschiedliche Führungsmodelle, das Harzburger Modell und das St. Galler Management Modell, vorgestellt und miteinander vergleichen.

2 Wozu dienen Führungsmodelle?

2.1 Begriffserklärung Führungsmodell

Das Wort Führungsmodell setzt sich aus den Begriffen Führung und Modell zusammen. Führung ist die zielorientierte Gestaltung des Unternehmens bzw. die zielorientierte Beeinflussung der Beschäftigten. Ein Modell dient der Abbildung eines Ausschnitts aus der komplexen Realität in vereinfachter und anschaulicher Weise. Führungsmodelle sollen also Auskunft darüber geben, wie Führung in der Unternehmung funktionieren soll und entsprechende Verhaltensempfehlungen aufzeigen. Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert den Begriff Führungsmodell wie folgt:

„Modelle zur Unterstützung der Führung als Managementfunktion. Normative Denkmodelle, die Aussagen dazu treffen, wie die Funktion „Führung“ unter bestimmten Bedingungen im Unternehmen ausgeübt werden sollte.“ (www.wirtschaftslexikon.gabler.de)

2.2 Ziele von Führungsmodellen

Ziel von Führungsmodellen ist, die komplexen Führungsprozesse der betrieblichen Realität möglichst umfassend zu beschreiben und zu erklären (beschreibender Charakter), dabei geht es nicht um konkrete Einzelheiten, sondern um grundsätzliche Fragestellungen. Sie sollen den Führungskräften für ihr Führungsverhalten in der Praxis Handlungsempfehlungen und Verhaltensanweisungen als Orientierungshilfen geben (empfehlender Charakter) (vgl. Schindewolf, Betriebswirtschaftslehre, Seite 201). Führungsmodelle erheben den Anspruch der Ganzheitlichkeit, d.h. die bestehenden Zusammenhänge zwischen Führungsstilen, Führungsfunktionen und Führungsaufgaben werden berücksichtigt. Sie nehmen Erkenntnisse aus der theoretischen Führungs- und Motivationstheorie auf und bilden die praxisorientierte Ergänzung (vgl. AKAD, FGI 102, Seite 42). Letztlich sollen Führungsmodelle der Steigerung der Effizienz eines Unternehmens dienen.

3 Harzburger Modell

3.1 Aufbau und Inhalt des Harzburger Modells

Unter der Leitung von Reinhard Höhn entstand in den 1950er Jahren im Nachkriegsdeutschland an der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft Bad Harzburg das Harzburger Modell, das auch als „Führung im Mitarbeiterverhältnis“ bezeichnet wird. Es beschäftigt sich mit der Gestaltung des Verhältnisses zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter und soll dazu beitragen, den bis dahin vorherrschenden autoritär-patriarchalischen Führungsstil abzulösen und durch kooperative Führung zu ersetzen. Die betrieblichen Entscheidungen sollen auf der Hierarchieebene getroffen werden, zu denen sie dem Wesen nach gehören (vgl. Jung, Personalwirtschaft, Seite 504) und Mitarbeiter erhalten klar definierte Aufgabenbereiche. Das Harzburger Modell basiert auf dem Management-by-Delegation-Konzept1. Der hierarchische Unternehmensaufbau bleibt erhalten, die Stab-Linien-Organisation wird konsequent angewandt. Wichtig ist, dass die Delegationselemente Kompetenz, Aufgabe und Ver-antwortung übereinstimmen. Diese Art der Delegation soll zur Mitarbeitermotivation beitragen und die Führungsspitze entlasten. Die Verantwortung konzentriert sich somit nicht mehr an der Führungsspitze. Ein funktionierendes Informationssystem und die Bereitschaft auf der Seite des Führungspersonals, Kompetenzen zu delegieren und auf der Seite der Mitarbeiter die Bereitschaft, die damit verbundene Verantwortung zu übernehmen (vgl. AKAD, FGI 102, Seite 43) sind wichtige Voraussetzungen. Das Harzburger Modell geht von einem geänderten Menschenbild aus, das den Mitarbeiter als Menschen sieht, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu arbeiten. Für den Vorgesetzten gilt, dass er, wie beim Management-by-Exception-Konzept2, nur in Ausnahmefällen eingreift, was ihn aber nicht von der Kontrollpflicht entbindet. Das Harzburger Modell nimmt eine Unterscheidung zwischen Führungsverantwortung und Handlungsverantwortung. Führungsverantwortung ist nicht delegierbar. Diese Pflicht obliegt ausschließlich dem Vorgesetzten, die ihm zur Verfügung stehenden Kontrollmöglichkeiten sind die Dienstaufsicht und die Erfolgskontrolle. Handlungsverantwortung ist delegierbar und bezieht sich auf Sachaufgaben. Folglich muss der Mitarbeiter für sein Handeln im delegierten Aufgabenbereich einstehen. Stellenbeschreibung und Führungsanweisung dienen als Führungsinstrumente (vgl. www.wirtschaftslexikon24.net). Die Führungsanweisungen enthalten feste Regeln für das Zusammenwirken von Mitarbeitern und Vorgesetzten und umfassen u.a. die Pflicht des Mitarbeiters gegenüber seines Vorgesetzten, sowie die Pflichten des Vorgesetzten gegenüber seiner Mitarbeiter, Anwendung von Mitarbeitergesprächen und Mitarbeiterbesprechung, Delegations-grundsätze und Stellvertreterregelungen. Die Stellenbeschreibung regelt den Delegationsbereich des

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 MbD = Management by Delegation (Führen durch Delegation): Mitarbeiter Handeln selbstständig und Entscheiden innerhalb der ihnen übertragenen Aufgabenbereiche - vgl. AKAD, FGI102, Seite 40

2 MbE = Management by Exception (Führen durch Ausnahmeregelungen): Vorgesetzte greifen nur in Ausnahmesituationen ein und entscheiden - vgl. AKAD, FGI102, Seite 40

Stelleninhabers, so dass eine klare Abgrenzung der Aufgabenbereiche, Kompetenzen und Verantwortung möglich ist. Die inhaltlichen Entscheidungen, sowohl der Stellenbeschreibung als auch den Führungsanweisungen, bleiben der Unternehmensleitung vorbehalten.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656306535
ISBN (Buch)
9783656310969
Dateigröße
890 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204604
Note
2,0
Schlagworte
Führungsmodelle Harzburger Modell St. Galler Management-Modell

Autor

  • Autor: undefined

    Frank Bart (Autor)

    5 Titel veröffentlicht

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