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Analyse der Erfolgsfaktoren zur Führung von Onlinestores

eCommerce Erfolgsfaktoren

Diplomarbeit 2012 55 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entwicklung des Onlinehandels

3 Erfolg und Ziele im Onlinehandel
3.1 Definition von Erfolg im Onlinehandel
3.2 Definition von Zielen im Onlinehandel

4 Erfolgsfaktoren zur Führung von OnlineStores
4.1 Erfolgsfaktoren zur Generierung von Besuchern
4.2 Erfolgsfaktoren zur Generierung von Umsatz
4.2.1 Design
4.2.2 Usability
4.2.3 Sortiment und Preise
4.2.4 Zahlarten und Lieferung
4.3 Erfolgsfaktoren zur Bindung von Kunden

5 Maßnahmen und Messgrößen zur Zielerreichung
5.1 Maßnahmen und Messgrößen zur Generierung von Besuchern
5.2 Maßnahmen und Messgrößen zur Generierung von Umsatz
5.3 Maßnahmen und Messgrößen zur Bindung von Kunden

6 Fazit

III Literaturverzeichnis

IV Selbständigkeitserklärung

II Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: E-Commerce-Umsatz in Deutschland 1999 bis 2011

Abb. 2: Multi-Channel-Verhalten der Konsumenten

Abb. 3: Nutzerverhalten auf Google Ergebnisseiten

Abb. 4: Startseite Daniel Hechter OnlineStore

Abb. 5: Startseite Schiesser OnlineStore

Abb. 6: Startseite mysportworld OnlineStore

Abb. 7: Nutzergerechte Startseitengestaltung

Abb. 8: Elemente der Warenkorbseite

Abb. 9: Check-Out-Prozessschritt Kundendaten

Abb. 10: Zahlarten im Onlinehandel

Abb. 11: Wirkung vertrauensbildender Maßnahmen

Abb. 12: Ausbau des Payment-Portfolios

Abb. 13: Erfüllung von Forderungskategorien

Abb. 14: Gefragte Werbemaßnahmen

Abb. 15: Ranking Faktoren Google Deutschland 2012

Abb. 16: Google Analytics Code

Abb. 17: Gesamtergebnis Vergleichsportale 2012

Abb. 18: Werbebanner auf stern.de

Abb. 19: Internet Gütesiegel

Abb. 20: Breadcrumb-Navigation Daniel Hechter OnlineStore

Abb. 21: Google Analytics Trichter-Analyse

Abb. 22: Wirkungskette der Kundenbindung

Abb. 23: Google Analytics Returning Visitor

1 Einleitung

Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit wird im Wesentlichen untersucht, wie sich gerade kleine und mittelständische Handelsunternehmen im Onlinehandel positionieren und sich gegenüber zahlreichen konkurrierenden Anbieter behaupten können.

Zukünftig wird der Onlinehandel für Unternehmen immer wichtiger, da sich das Einkaufen in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Immer mehr Verbraucher werden sich zukünftig im Internet über Produkte und Dienstleistungen informieren und dort auch kaufen.

Diese Entwicklung führt zu einer Verschiebung der Wertschöpfung im Handel. Aus diesem Grund werden Handelsunternehmen, welche den Onlinehandel als Absatzkanal nicht nutzen, mittelfristig Marktanteile aufgrund des fehlenden Kontakts zu einem stark wachsenden Kundensegment verlieren.

Der Onlinehandel hat sich in Deutschland bereits als Absatzkanal etabliert und wird vom Verbraucher immer mehr genutzt. Welche rasante Entwicklung der Onlinehandel erlebt hat und wie renommierte Onlinehandel-Experten die Zukunft des Onlinehandels prognostizieren wird im Kapitel 2 “Die Entwicklung des Onlinehandels“ erläutert.

Am Onlinehandel als Absatzkanal führt im Grunde kein Weg mehr dran vorbei. Daher stellt sich die Frage, was macht ein Unternehmen im Onlinehandel erfolgreich? Im Kapitel 3 “Erfolg und Ziele im Onlinehandel“ wird zunächst der Erfolg selbst (Kapitel 3.1 “Definition von Erfolg im Onlinehandel“) definiert und anschließend im Kapitel 3.2 “Definition von Zielen im Onlinehandel“ eruiert, warum Ziele notwendig sind um im Onlinehandel erfolgreich zu sein.

Welche und wie sich Erfolgsfaktoren auf das Generieren von Besuchern und Umsatz sowie auf die Bindung von Kunden auswirken, wird im Kapitel 4 “Erfolgsfaktoren zur Führung von OnlineStores“ analysiert. Die hohe Transparenz im Internet, hohe Retourenquoten, das fehlende Vertrauen und die gewachsene Preissensibilität der Verbraucher sowie kostenintensive Marketing- und Mediainvestments stellen gerade kleine und mittelständische Handelsunternehmen vor neuen Herausforderungen. Insgesamt werden im Rahmen des vierten Kapitels neun Erfolgsfaktoren analysiert, welche sich unterschiedlich auf die definierten Ziele auswirken.

Das Kapitel 5 “Maßnahmen und Messgrößen zur Zielerreichung“ befasst sich damit, wie und welche Maßnahmen sich auf die untersuchten Erfolgsfaktoren auswirken und anhand welcher Kennzahlen eine Auswirkung gemessen werden kann.

2 Die Entwicklung des Onlinehandels

Anerkannte eCommerce-Experten wie Robert Wieland (Geschäftsführer TNS Infratest), Alexander Brem (Professor an der Friedrich-Alexander-Universität), Thomas Bendig (Geschäftsführer des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Kommunikationstechnik), Prof. Dr. Gerrit Heinemann (Leiter des eWeb Research Center an der Hochschule Niederrhein) und Andrej Busch (Geschäftsführer DHL Paket) sind sich darüber einig, dass sich das Einkaufen in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Vor allem muss sich der stationäre Handel auf massive Veränderungen einstellen. Im Rahmen der Studie „Die Zukunft des Handels“ wurde von den genannten Experten die Prognose aufgestellt, dass der Onlinehandel immer wichtiger und in manchen Bereichen den stationären Verkauf sogar völlig verdrängen wird.[1] Bevor diese und weitere Prognosen im Rahmen dieses Kapitels näher erläutert werden, wird zuvor die bisherige Entwicklung des Onlinehandels, speziell im B2C Segment, aufgezeigt.

Die Entwicklung des Onlinehandels startet Mitte der 90er Jahre. Im Jahr 1995 wurde das Internet kommerzialisiert. Der Betrieb des Internetbackbones von der amerikanischen Forschungsgemeinschaft (NSF) wurde in private Hände übergeben. Im selben Jahr wurden die Suchmaschinen Altavista, Lycos und Yahoo gegründet. Ebenfalls wurde das Internetauktionshaus eBay gegründet und der Internetbuchhändler amazon.com hat den Betrieb begonnen. Im Jahr 1998 wurde die Suchmaschine Google gegründet.[2] Diese Ereignisse haben den Onlinehandel, gerade im B2C Segment, besonders geprägt und haben unter anderem dazu beigetragen, dass es sich beim Onlinehandel um einen Wachstumssektor handelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die folgende Abbildung[3] zeigt den tatsächlichen Umsatz im Onlinehandel in Deutschland von 1999 bis 2011 sowie eine Prognose für das Jahr 2012. Im Mittelwert liegt das Wachstum seit 1999 bezogen auf

den Umsatz je Jahr bei 31 Prozent. Im Vergleich zum Onlinehandel wächst der gesamte deutsche Einzelhandel seit 2002 jährlich im Durchschnitt um lediglich 0,42 Prozent.[4] Hierbei ist der Umsatz des Onlinehandels bereits inkludiert, was verdeutlicht, dass der Endverbraucher immer häufiger online statt stationär einkauft. Der Anteil des Onlinehandel-Umsatzes am Einzelhandel-Umsatz lag 2011 insgesamt bei rund 8 Prozent, die Prognosen für 2012 liegen bei 10 Prozent.[5]

Der Onlinehandel bietet immenses Wachstumspotential für Unternehmen, gerade im B2C-Handel. Aktuelle Studien und Prognosen von Experten untermauern diese These. So prognostiziert Prof. Dr. Gerrit Heinemann das sich der Anteil des Onlinehandel-Umsatzes am Einzelhandel-Umsatz bis 2020 auf 20 Prozent erhöht und fügt hinzu, dass diese Prognose pessimistisch sei.[6] Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) hat in Kooperation mit Boniversum die Wirtschaftslage im deutschen interaktiven Handel untersucht und zeigt ebenfalls auf, dass sich der interaktive Handel in Deutschland im Konjunkturboom befindet und bleibt, sowie sich deutlich von der Entwicklung der restlichen deutschen Wirtschaft absetzt.[7]

Der deutsche Einzelhandel profitiert dabei von dieser Entwicklung, so zeigt der IFH Branchenreport “Internethandel“, dass der Onlinehandel der stärkste Wachstumstreiber des deutschen Einzelhandels ist und bleibt.[8] Gerade die Multi-Channel-Effekte, also die Wechselwirkung zwischen OnlineStores und stationären Geschäften, sorgten 2011 dafür, dass die Verbraucher nach vorheriger Recherche im Internet Konsumgüter im Wert von rund 16 Mrd. Euro im stationären Handel gekauft haben.[9]

Das Internet entwickelt sich für Konsumenten zum zentralen Informationsmedium. Der Verbraucher informiert sich über die Artikel, welche er kaufen möchte, zuerst im Internet.[10] Was nah liegt, da es von Zuhause geht und somit einfacher und bequemer für den Verbraucher ist, als erst mit dem Auto oder der Bahn in die nächste Stadt zu fahren, ein Geschäft zu suchen, welches diese Artikel führt und auch auf Lager hat.

Die aufgezeigten Fakten, Expertenmeinungen und Studien belegen, dass der Onlinehandel bzw. der Handel im Internet in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und die Verbraucher das Medium Internet unter anderem auch für den Erwerb von Gütern nutzen. Vor allem jedoch für die Informationsbeschaffung über Güter, welche vom Verbraucher erworben werden wollen. Für Unternehmen, gerade aus der Konsumgüterbranche, bietet das Internet die Möglichkeit die Kunden über ihr Angebot zu informieren und Umsätze zu erwirtschaften. Dafür ist die Präsenz im Internet eine Voraussetzung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Unternehmen im Internet präsent zu sein. Die eigene Unternehmenswebseite kann den Verbraucher über das Angebot und Leistungen informieren, sorgt aber für keinen direkten Umsatz. Ein OnlineStore bietet hingegen beide Möglichkeiten für Unternehmen, da der Konsument zum Einen über Produkte informiert werden kann und zum Anderen diese Produkte auch direkt erwerben kann.

Sofern der Verbraucher im Übrigen einen Kauf direkt in einem OnlineStore tätigt, handelt es sich um einen unpersönlichen Verkauf, da die Interaktion vollständig über das Medium Internet erfolgt und kein persönlicher Kontakt zwischen Konsument und Verkäufer stattfindet.[11] Einige Möglichkeiten des interaktiven Dialogs werden im Kapitel 5.3 “Maßnahmen und Messgrößen zur Bindung von Kunden“ aufgezeigt.

Im Onlinehandel gibt es vielfältige Betriebstypen. Prof. Dr. Gerrit Heinemann kategorisiert die Betriebstypen, welche sich seit der Kommerzialisierung 1995 etabliert haben, in Pure-Onlinehandel, Kooperations-Onlinehandel, Multi-Channel-Handel, Hybrider Onlinehandel und Vertikaler-Onlinehandel.[12]

Zum Pure-Onlinehandel gehören hochspezialisierte Anbieter wie beispielsweise herrenausstatter.de, welche ausschließlich das Internet als Verkaufsplattform nutzen. Die Anbieter im Pure-Onlinehandel werden Pure Player genannt. Der Pure-Onlinehandel hat mit 8,2 Mrd. Euro, 31 Prozent mehr als 2010, den größten Anteil am Umsatz im gesamten Onlinehandel. Dem Kooperations-Onlinehandel werden Verbünde oder Branchenportale mit einheitlicher Store-Brand zugeordnet. Bei einer Store Brand fungiert der Name der Einkaufsplattform als Marke, wie es beispielsweise bei Amazon.de oder Ebay.de der Fall ist.[13] Im Kooperations-Onlinehandel wurden 3,3 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet, was einem Wachstum von rund 10 Prozent zum Vorjahr 2010 entspricht.

Stationäre Einzelhändler wie zum Beispiel Deichmann, welche zusätzlich zu den stationären Geschäften einen OnlineStore führen, zählen zum Multi-Channel-Handel. Der Multi-Channel-Handel hat mit 2,1 Mrd. Euro einen noch relativen geringen Anteil am Gesamtumsatz, kann allerdings die höchsten Wachstumsraten (45 Prozent) verbuchen.

Zum Hybriden-Onlinehandel gehören Versandhandelsunternehmen wie Otto und Neckermann, da der Parallelbetrieb aus klassischen und elektronischen Versand in einem gemeinsamen Distanzhandelskanal stattfindet. Die Versandhandels-untermehmen des Hybriden-Onlinehandels haben hinter den Puren Playern den größten Anteil am gesamten Onlinehandel-Umsatz. Die Wachstumsrate mit 4 Prozent bildet allerdings im Vergleich zu den vier weiteren Betriebstypen das Schlusslicht. Im Vertikalen-Onlinehandel finden sich (Marken-)Hersteller wie zum Beispiel Schiesser und Daniel Hechter, welche mit eigenem OnlineStore das Internet als B2C-Vertriebskanal nutzen.[14] Die vertikalen Onlinehändler konnten 2011 insgesamt 1,1 Mrd. Euro erwirtschaften und bilden somit den kleinsten Anteil am Gesamtumsatz.

Die zweithöchste Wachstumsrate mit 41 Prozent mehr Umsatz bezogen auf das Vorjahr zeigt allerdings auf, dass immer mehr Verbraucher im Internet direkt beim Hersteller kaufen.

Der Onlinehandel ist ein weiterer Vertriebskanal, welcher Anbieter und Konsumenten zusammenbringt. Rund 75 Prozent der Deutschen nutzen das Internet täglich, unter Anderem auch zum Kauf oder um sich vor einem Kauf im stationären Handel zu informieren. Die Internetrecherche leitet stationäre Käufe ein, so informiert sich durchschnittlich jeder vierte Kunde vorab in OnlineStores – Tendenz steigend.[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2[16]

Lesebeispiel: 23,4% der Käufe in stationären Geschäftsstellen geht eine Informationssuche in Online-Shops voraus; diese Käufe entsprechen 32,4% des Umsatzes in stationären Geschäftsstellen.

Für Unternehmen, gerade im B2C-Konumgütermarkt, ohne eigenen OnlineStore oder Nutzung von Marktplätzen wie beispielsweise Amazon.de, kann das zur Folge haben, dass die Verbraucher auf die Produkte der Konkurrenzunternehmen ausweichen, welche einen eigenen OnlineStore führen und/oder andere Absatzwege im Internet nutzen, da diese online präsent sind. Im Umkehrschluss lässt sich festhalten, dass die Gefahr besteht, Marktanteile zu verlieren, wenn das Internet als Vertriebskanal nicht genutzt wird. Unternehmen, welche jetzt nicht die nötigen Prozesse ändern, aufbauen und optimieren um im Onlinehandel erfolgreich agieren zu können, werden nicht von den prognostizierten Wachstumsraten des Onlinehandels profitieren können.

Im Bezug auf die Prognosen der Kanalverschiebung[17] hat eine nicht Nutzung des Absatzkanals Internet den Verlust von Marktanteilen und damit verbundenen Umsatzeinbrüche zur Folge. Letztlich entscheidet der Verbraucher wann und über welche Kanäle er sich informiert und kauft, dabei wird der Kauf über OnlineStores immer mehr zur Selbstverständlichkeit.

3 Erfolg und Ziele im Onlinehandel

3.1 Definition von Erfolg im Onlinehandel

Im Rahmen dieser Diplomarbeit werden die Erfolgsfaktoren zur Führung von OnlineStores analysiert. Um Erfolgsfaktoren analysieren zu können, ist es nötig zu wissen, wie Erfolg definiert ist, da Erfolg ansonsten einen Bewertungsproblem unterliegt.

In der Theorie gibt es zahlreiche Definition von Erfolg, welche i.d.R. das Erreichen von Zielen oder Ergebnissen beinhalten. Die Definition von Silvior Wilhelm Bacak “Erfolg ist das Erreichen von Zielen, die man vorher genauestens bestimmt hat[18] bezieht sich ebenfalls auf das Erreichen von Zielen. Im Gabler Wirtschaftslexikon ist Erfolg als “das i.d.R. in monetären Größen erfasste bzw. ausgedrückte Ergebnis des Wirtschaftens[19] definiert.

Robert Gentz, Rubin Ritter, David Schneider und Frank Biedka (Geschäftsführer Zalando) hätten mit der Zalando GmbH keinen Erfolg, wäre die Profitabilität des Unternehmens anstatt die Eroberung des Marktsegments und Etablierung einer Marke als Ziel gesetzt. Der Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2010 zeigt einen Jahresfehlbetrag von rund 20 Millionen Euro auf.[20]

Nichtsdestotrotz ist Zalando der zurzeit beliebteste Spezialhändler im Fashion-Bereich.[21] Des Weiteren ist Zalando bezogen auf die Anzahl der Online-Käufer der größte deutsche Onlinehändler im Fashion-Bereich, was in der eCommerce-Branche als Erfolg tituliert wird.[22]

Festzuhalten ist, dass die Definition von Erfolg im Onlinehandel abhängig von den gesetzten Zielen ist, da Erfolg sonst nicht bewertet werden kann. Voraussetzung sind hierbei eindeutig definierte und messbare Ziele. Im folgenden Kapitel werden daher entsprechend Ziele im Onlinehandel definiert.

3.2 Definition von Zielen im Onlinehandel

Mangelhaft formulierte Ziele sind häufig eine Ursache für die Gefährdung des Erfolgs, da auf Basis der Definition Strategien und Maßnahmen zur Erreichung der Ziele erstellt werden. Ziele sollten vollständig und operational definiert werden. Des Weiteren sollten Ziele realistisch erreichbar sein und möglichst von allen Beteiligten akzeptiert werden.[23]

Grundlegend ist die strategische Ausgangsposition eines Unternehmens die Basis für die Festlegung dessen Ziele. Strategische Vertriebs- und Marketingziele orientieren sich in der Regel an den Unternehmenszielen eines Unternehmens, welche lt. Meffert in folgende Basiskategorien zusammengefasst werden können.[24]

- Marktleistungsziele (z.B. Produkt- und/oder Servicequalität)
- Marktstellungsziele (z.B. Umsatz und/oder Marktanteile)
- Rentabilitätsziele (z.B. Gewinn und/oder Eigenkapitalrentabilität)
- Finanzielle Ziele (z.B. Liquidität und/oder Kreditwürdigkeit)
- Macht- und Prestigeziele (z.B. Image und/oder Unabhängigkeit)
- Soziale Ziele (z.B. Mitarbeiterzufriedenheit)
- Umweltschutzziele (z.B. Reduzierung von Emissionen)

Die Vielzahl an wirtschaftlich hantierenden Unternehmen im klassischen Handel wie auch im Onlinehandel werden diese Ziele verfolgen und auf dessen Grundlage Strategien und Maßnahmen entwickeln um diese zu erreichen – also erfolgreich zu sein. Bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Erreichung der gesetzten Ziele ist zu berücksichtigen, dass das Erreichen der Marktstellungsziele für das Erreichen von Rentabilitätszielen eine zwingende Voraussetzung ist. Aus diesem Grund werden die Marktstellungsziele im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit fokussiert. Die finanziellen Ziele zeigen die Rahmenbedingungen für das Erreichen der Marktstellungs- und damit verbundenen Rentabilitätszielen auf.[25]

Das Generieren von Umsatz ist, pragmatisch definiert, eine zwingende Voraussetzung für einen erwirtschafteten Gewinn, wobei weitere Faktoren wie beispielsweise die Produktqualität, die finanziellen Mittel und das Image ebenfalls Einfluss auf Marktstellungs- und Rentabilitätsziele haben. Wobei zu beachten ist, dass ein Unternehmen ohne potentiellen Kunden kein Umsatz erwirtschaften kann.

Das Generieren von potentiellen Kunden, welche treue Wiederkäufer werden könnten, kann sowohl im klassischen als auch im Onlinehandel als primäre Aufgabe zur Erreichung von weiteren Zielen deklariert werden. Im Onlinehandel kann nur das Unternehmen potentielle Kunden oder Besucher generieren, welches das Internet als Vertriebskanal beziehungsweise als Plattform seines unpersönlichen Direktvertriebs nutzt. Da die Erfolgsfaktoren zum Führen von OnlineStores analysiert werden, wird nur bedingt auf weitere Möglichkeiten und Plattformen zur Generierung von Umsatz neben dem OnlineStore eingegangen. Damit Ziele im Onlinehandel definiert werden können, muss zuvor die Ausgangssituation des Unternehmens analysiert werden.

So wird ein Pure Player, welcher bereits seit vielen Jahren im Onlinehandel aktiv ist und Umsätze erwirtschaftet andere Ziele verfolgen als ein Unternehmen welches gerade mit einem eigenen OnlineStore vertikalisiert. Dennoch werden beide Unternehmen das Ziel haben, möglichst viele Besucher in den OnlineStore zu bekommen. Des Weiteren verfolgen beide Unternehmen das Ziel, dass die generierten Besucher möglichst viele Produkte kaufen.

Als Kür werden ebenfalls beide Unternehmen versuchen, die gewonnen Kunden an sich zu binden, besonders wenn die im Ziel definierte Anzahl an generierten potentiellen Besuchern erreicht wurde. Zumal das Erreichen des Ziels, Besucher zu generieren, in der Regel mit der Aufwendung von finanziellen Mitteln einhergeht. Das Ziel der Kundebindung zahlt dementsprechend auf weitere Rentabilitätsziele ein.

Die Definition von Zielen im Onlinehandel muss also auf Basis der jeweiligen Ausgangssituation eines Unternehmens erfolgen. Das Generieren von Traffic und Umsatz sowie die langfristige Bindung von Kunden können dabei sowohl Aufgaben wie auch Ziele, sofern entsprechend vollständig und operational formuliert, für Unternehmen mit einem OnlineStore darstellen. Werden diese drei Ziele erreicht, ist das Fundament für Erfolg im Onlinehandel gesetzt. Welche Erfolgsfaktoren dabei diese Ziele beeinflussen, wird im nächsten Kapitel ausführlich analysiert.

4 Erfolgsfaktoren zur Führung von OnlineStores

4.1 Erfolgsfaktoren zur Generierung von Besuchern

Ganz pragmatisch kann formuliert werden, dass ein Betreiber eines OnlineStores keinen Umsatz ohne Besucher erwirtschaften kann. Das stationäre Ladengeschäft kann abhängig von seiner Lage mit Laufkundschaft rechnen. Im Internet gibt es hingegen wenig bis keine Laufkundschaft. Aktuell gibt es allein rund 233 Millionen registrierte Top-Level-Domains[26]. Das Besucher zufällig in einem OnlineStore vorbei schauen, ist daher äußerst unwahrscheinlich. Die Anzahl der Laufkundschaft eines stationären Ladengeschäfts hängt von der Lage ab und ist daher ein Erfolgsfaktor zur Generierung von Besuchern.

Gewerbeobjekte mit einer 2B-Lage können im Regelfall weniger Laufkundschaft verbuchen als mit einer 1A-Lage, also zentral und kundennah, inmitten der viel frequentierten Fußgängerzone gelegen. Wo ist also die 1A-Lage im Internet? Werden die Kriterien der 1A-Lage eines Ladengeschäftes auf die Lage eines OnlineStores im Internet adaptiert, stellt die Präsenz auf viel frequentierten Webseiten die Online-1A-Lage dar. Es ist daher zu eruieren, welche Webseiten als viel frequentiert gelten.

Neben dem Unternehmen “Statista“, dem führenden deutschen Statistikunternehmen im Internet und Partner des renommierten EHI Retail Institute, bietet auch das Onlineportal “Alexa –the Web Information Company“ ausführliche Informationen zu den meist besuchten Webseiten in Deutschland. Auf dem ersten Platz der am häufig besuchten Webseiten in Deutschland ist demnach die Suchmaschine “Google“, gefolgt vom Social Network “Facebook“ und dem Videoportal “YouTube“.[27]

Die AGOF – Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. – stellt zudem die monatlich erscheinende Markt-Media-Studie “internet facts“ kostenlos zur Verfügung. Im Rahmen dieser Studie werden die Struktur- und Reichweitendaten sämtlicher Online-Werbeträger in Deutschland erhoben. Besonders die Daten zur Reichweite sind im Bezug auf die Generierung von Besuchern relevant, da die Reichweite den Anteil an potentiellen Besuchern angibt, welche durch einen Werbeträger erreicht werden. Werbeträger mit einer besonders hohen Reichweite sind zum Beispiel t-online.de, gutefrage.net, web.de und bild.de.[28]

[...]


[1] Vgl. Internet World Business, Ausgabe 12/12 vom 12.06.2012, Seite 22, Wie wir 2020 einkaufen

[2] Vgl. Riehm, U., E-Commerce Begriff, Geschichte, aktueller Stand und Ausblick 2003, Seite 6f

[3] Abb. 1: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3979/umfrage/e-commerce-umsatz-in-deutschland-seit-1999/ (Stand: 10.07.2012)

[4] Vgl. http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/9421/Lde/index.html (Stand: 10.07.2012)

[5] Vgl. Heinemann, G., Wachstumsmotor Online-Handel 2012, Seite 6

[6] Vgl. Heinemann, G., Wachstumsmotor Online-Handel 2012, Seite 6

[7] Vgl. bvh und Boniversum, Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2011/2012, Seite 2

[8] Vgl. IFH Retail Consultants GmbH, Branchenreport Internethandel Jahrgang 2012, Seite 5

[9] Vgl. IFH Retail Consultants GmbH, Branchenreport Internethandel Jahrgang 2012, Seite 7

[10] Vgl. Van Baal, S., Hudetz, K., Das Multi-Channel-Verhalten der Konsumenten 2008, Seite 12

[11] Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M., Marketing 2008, 10. Auflage, Seite 573ff

[12] Vgl. Heinemann, G., Wachstumsmotor Online-Handel 2012, Seite 9

[13] Vgl. Sattler, Völckner, Markenpolitik 2007, S. 157

[14] Vgl. Heinemann, G., Wachstumsmotor Online-Handel 2012, Seite 9

[15] Vgl. Hudetz, K., Kein Handel ohne Internet, in: eCommerce lohnt sich nicht 2012, Seite 40

[16] Abb. 2: http://www.ecc-handel.de/das_multi-channel-verhalten_der_konsumenten.php (Stand: 14.07.2012)

[17] siehe Seite 5, Absatz 2

[18] Bacak, S. W., Der unbeirrbare Wille zum Erfolg 2007, Seite 113

[19] Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/7562/erfolg-v5.html (Stand 15.07.2012)

[20] Vgl. https://www.bundesanzeiger.de , Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2010 v. 13.02.2012 (Stand 15.07.2012)

[21] Vgl. digital media center, Love Performance Elements, Seite 2

[22] Vgl. Zalando verdrängt Tchibo, in: Internet World Business, Ausgabe 14/12 vom 09.07.2012, Seite 22,

[23] Vgl. Patzak G., Rattay, G., Projekt Management 2004, Seite 92

[24] Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M., Marketing 2008, Seite 242

[25] Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M., Marketing 2008, Seite 243

[26] Vgl. http://www.verisigninc.com/assets/domain-name-brief-july2012.pdf (Stand: 19.08.2012)

[27] Vgl. http://www.alexa.com/topsites/countries/DE (Stand 20.07.2012) und http://de.statista.com/statistik/daten/studie/180570/umfrage/meistbesuchte-websites-in-deutschland-nach-anzahl-der-besucher/ (Stand 20.07.2012)

[28] Vgl. AGOF, Studie internet facts 2012-04, Seite 27

Details

Seiten
55
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656308683
ISBN (Buch)
9783656312239
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204486
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,70
Schlagworte
eCommerce onlinehandel Online internet Erfolgsfaktoren

Autor

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