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Kinderrechte und ihre Umsetzung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 15 Seiten

Ethik

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Hauptteil: Kinderrechte sind Menschenrechte
3.1 Was sind Kinder - Definition Kindheit
3.2 Kinder haben Rechte
3.2.1 Geschichte der Kinderrechte
3.2.2 Die Menschenrechtserklärung
3.2.3 Die UN-Kinderrechtskonvention
3.3 Realisation und Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention
3.3.1 International
3.3.1.1 Millenniumsentwicklungsziele
3.3.1.2 Internationale Initiativen und Vereinbarungen
3.3.2 National

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

2 Einleitung

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat im Frühjahr 2006 einen Bericht über die Situation von Kinderarbeitern vorgelegt, worin laut ILO 327 Millionen Kinder erwerbstätig sind, die Arbeitszeit reicht dabei von einer Stunde bis zu mehr als acht Stunden am Tag und dies sieben Mal die Woche. 217 Millionen dieser Kinder benennt die ILO als Kinderarbeiter[1], das heißt, diese Kinder arbeiten regelmäßig mehrere Stunden. Unter ihnen sind jedoch fast 126 Millionen Mädchen und Jungen, die ausgebeutet werden, die Kinder in sog. gefährlicher Arbeit. Das sind Kinder, die Tätigkeiten verrichten, die ihrer Natur nach schädlich für die Sicherheit, die körperliche oder seelische Gesundheit und die sittliche Entwicklung des Kindes sind. Gefahren können auch von übermäßiger Arbeitsbelastung, den physischen Arbeitsbedingungen und der Arbeitsintensität (Arbeitsdauer) ausgehen.[2]

Am erschreckendsten jedoch ist, dass 73 Millionen dieser Kinder unter zehn Jahren sind. Hier stellt sich doch die Frage, wie der Staat und die Eltern diese Ausbeutung oder sogar diesen fast Missbrauch eines Kindes zu lassen können. 1989 wurde deshalb die UN-Kinderrechtskonvention ins Leben gerufen, die den Kindern, „unabhängig von der Rasse, der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, einer Behinderung, der Geburt oder des sonstigen Status des Kindes, seiner Eltern oder seines Vormunds“[3], politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte zuschreibt. 193 Länder der Welt, bis auf die USA und Somalia, haben dieses Dokument ratifiziert und versuchen die Rechte der Kinder in ihrem Land durchzusetzen und zu schützen.

Die folgende Arbeit möchte verdeutlichen, dass Kinder Rechte haben und mit ihnen eine Geschichte ihrer Rechte. Des Weiteren soll kurz der Inhalt der Kinderrechts-konvention erläutert werden, und was diese in dem Zeitraum ihres Bestehens bisher realisieren konnte.

3 Hauptteil: Kinderrechte sind Menschenrechte

3.1 Was sind Kinder - Definition Kindheit

Die Kindheit ist der erste Abschnitt in der physischen, psychischen und sozialen Entwicklung eines Menschen nach seiner Geburt. In dieser Phase werden die Grundlagen für die weitere Persönlichkeitsentwicklung gelegt.

„Kindheit als Ganzes kann als eine Lebensphase charakterisiert werden, in der ein Mensch unter der Obhut und Anleitung von Erwachsenen Schritte der Selbstbestimmung und Selbstbestimmung zu bewältigen hat. Die Kindheit kann in einen frühen und späten Abschnitt unterschieden werden, die jeweils ihre spezifischen und typischen vorrangigen Entwicklungs-aufgaben haben.“[4]

Einerseits wird hier die Kindheit durch die Zeitspanne von der Geburt bis zum Eintritt in das Erwachsenenalter zeitlich definiert, und andererseits sind ihre spezifischen Aufgaben, die auf die Entwicklung des Kindes abgestimmt sind, genau festgelegt. Dazu gehören ganz besonders die Ausprägungen der seelischen und geistlichen Anlagen unter dem Einfluss der Umwelt. Des Weiteren müssen aber bei der Kindheit auch „die Voraussetzungen und die Verhältnisse, unter denen Kinder geboren werden und bis zum 18.Lebensjahr aufwachsen“[5] berücksichtigt werden. Somit besitzt die Kindheit auch einen qualitativen Aspekt.

3.2 Kinder haben Rechte

Gerade in der Zeitspanne der kindlichen Entwicklung bedarf es einem besonderen Schutz des Kindes, deshalb wurde schon zu Zeiten der Genfer Konferenz, im Jahre 1924, über die Notwendigkeit von Kinderrechten debattiert.[6] Erst 1989 verabschiedet jedoch die Generalvollversammlung der Vereinten Nationen eine Konvention, welche allgemein gültige und rechtlich verbindliche Standards für eine Kindheit aufstellt.[7]

Ausgearbeitet wurden diese in einem Zeitraum von zehn Jahren, indem mehrere Entwürfe und Diskussionen zu den verschiedenen Interpretationen von Kindheit in den Kulturen erforscht und verglichen wurden. Man gelangte schließlich zu einem „Konsens zwischen Regierungen, internationalen Organisationen und Nicht-regierungs-Organisationen, demzufolge der Schutz der Rechte der Kinder moralisch geboten ist.“[8]

3.2.1 Geschichte der Kinderrechte

1919: Alarmiert durch die katastrophale Situation der Flüchtlingskinder im Balkan und in Russland nach dem 1. Weltkrieg gründete die Britin Eglantyne Jebb den "Save the Children Fund". Sie entwarf eine Satzung für Kinder, die "Children's Charter", welche später auch in die Genfer Erklärung über die Rechte der Kinder aufgenommen wurde.

1924: Am 24.9.1924 wurde von der Generalversammlung des Völkerbundes in Genf eben diese Erklärung verabschiedet, welche jedoch schon zwanzig Jahre später mit der Auflösung des Völkerbundes 1946 ihre Grundlage verlor. Erstmals wurden Kindern Rechte wie, das Recht auf bevorzugte Handlung in Notlagen oder das Recht auf besondere Hilfe bei Krankheit, Hunger oder Behinderung, anerkannt.

1948:"Allgemeine Erklärung der Menschenrechte": Die Generalversammlung der Vereinten Nationen nahm die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" an, die auch Aussagen zugunsten der Kinder, insbesondere zu deren Schutz, enthielt.

1959: Am 20. November 1959 stimmte die Vollversammlung der Vereinten Nationen der "Deklaration über die Rechte der Kinder" zu, die in ihren Grundzügen auf der "Genfer Deklaration" beruht und sprach den Kindern weitere Rechte, wie das Recht nicht diskriminiert zu werden, zu.

1979: Nachdem das Jahr 1979 von der UN zum internationalen Jahr des Kindes ernannt wurde, wird auch ein Entwurf über die rechtlich verbindliche Konvention ausgearbeitet.

1989: Am 20. November 1989, genau 30 Jahre nach der "Deklaration über die Rechte der Kinder" verabschiedete die UN-Vollversammlung das "Übereinkommen über die Rechte des Kindes", die UN-Kinderrechtskonvention. Sie basiert auf den völkerrechtlich allerdings unverbindlichen Vorläufern der Genfer Erklärung von 1924 und auf der UN-Deklaration von 1959.

[...]


[1] »Kinderarbeit« nach Definition der ILO: »"Kinderarbeit" ist ein engerer Begriff als "erwerbstätige Kinder"; er schließt alle Kinder über 12 Jahren aus, die nur einige Stunden pro Woche eine erlaubte leichte Arbeit verrichten, sowie Kinder über 15 Jahren, deren Arbeit nicht als "gefährlich" eingestuft wird. Internationales Arbeitsamt, S.6

[2] »Gefährliche Arbeit« nach Definition der ILO. vgl. Internationales Arbeitsamt, S.6

[3] Artikel 2 der UN-Kinderrechtskonvention. Kindernothilfe, S.7

[4] Bründel/Hurrelmann, S. 27

[5] UNICEF (1), S.11

[6] siehe dazu auch Absatz 3.2.2.Geschichte der Kinderrechte

[7] Die Konvention ist das erste(!) Menschenrechtsabkommen seit der Erklärung der Menschenrechte vor fast 60 Jahren, welches sich auf diese Standards und die Rechte der Kinder bezieht.

[8] UNICEF (1), S.12

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656303626
ISBN (Buch)
9783656304449
Dateigröße
587 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204196
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Evangelische Theologie
Note
1,0
Schlagworte
Menschenrechte Kinder Ethik

Autor

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Titel: Kinderrechte und ihre Umsetzung