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Untersuchung der Markteffizienz des deutschen Aktienmarktes anhand der Candlestickmethode

Masterarbeit 2012 123 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit

2. Grundlagen der Technischen Analyse
2.1 Abgrenzung zur Fundamentalanalyse
2.2 Dow-Theorie
2.3 Klassische Chartanalyse
2.3.1 Trendformationen
2.3.2 Umkehr- und Bestätigungsformationen
2.3.3 Darstellungsformen von Charts
2.3.3.1 Balkencharts
2.3.3.2 Liniencharts
2.3.3.3 Point & Figure-Charts
2.4 Candlestickanalyse
2.4.1 Darstellungsform
2.4.2 Candlestickformationen

3. Kapitalmarkttheorie
3.1 Portfoliotheorie
3.2 Capital Asset Pricing Model (CAPM)

4. Markteffizienzhypothese

5. Analyse der Markteffizienz der Candlestickmethode
5.1 Emprische Untersuchung der Informationseffizienz von Candlestickformationen des deutschen Aktienmarkts von T. Heckmann
5.2 Analyse der Effizienz von Candlestickformationen des DAX-Futures durch J. Fock, C. Klein und B. Zwergel
5.3 Empirische Untersuchung der Candlestickanalyse des DAX durch R. Montassér
5.4 Empirische Untersuchung von Candlesticks mit einer Haltedauer von einem und drei Tagen durch Rogalski Trading
5.5 Empirische Untersuchung von Candlesticks von G. Maiani am amerikanischen Aktien- und Rentenmarkt
5.6 Empirische Untersuchung von Candlestickformationen des S&P 500 durch T. Bulkowski
5.7 Ergebnisse

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Darstellung eines Aufwärtstrends

Abbildung 2: Darstellung eines Abwärtstrends

Abbildung 3: Darstellung eines Seitwärtstrends

Abbildung 4: Trendwechsel

Abbildung 5: Trendkanal

Abbildung 6: Darstellung von Unterstützungs- und Widerstandslinien

Abbildung 7: Darstellung der Kopf-Schulter-Formation

Abbildung 8: Darstellung des Doppeltops oder der M- Formation

Abbildung 9: Darstellung eines Doppeltiefs oder W-Formation

Abbildung 10: Darstellung eines symmetrischen Dreiecks

Abbildung 11: Darstellung einer bullishen Flagge

Abbildung 12: Darstellung eines bullishen Wimpels

Abbildung 13: Darstellung eines bearishen Rechtecks

Abbildung 14: Darstellung eines Balkencharts

Abbildung 15: Darstellung eines Liniencharts

Abbildung 16: Darstellung eines Point & Figure-Charts

Abbildung 17: Darstellung eines Candlestickcharts

Abbildung 18: Aufbau eines Candlestickcharts

Abbildung 19: Spinning Tops

Abbildung 20: Arten von Dojis

Abbildung 21: Darstellung des Hammers und Hanging Mans

Abbildung 22: Darstellung des Piercing Patterns und Dark Cloud Covers

Abbildung 23: Darstellung des Bullish Engulfing Patterns und Bearish Engulfing Patterns

Abbildung 24: Darstellung des Morning Stars und Evening Stars

Abbildung 25: Darstellung der Rising Three Methods

Abbildung 26: Effizienzkurve

Abbildung 27: Kapitalmarktlinie

Abbildung 28: Wertpapierlinie

Abbildung 29: Ebenen der Informationseffizienz

Abbildung 30:Candlestick-Pattern im µ-/sd-Raum (DAX)

Abbildung 31: Candlestick-Pattern im µ-/sd-Raum (Portfolio)

Abbildung 32: Definition des Rain Drop

Abbildung 33: Abhängigkeit der täglichen Performance mit der Länge des oberen Schattens in Punkten (Weiße Kerzen)

Abbildung 34: Abhängigkeit der täglichen Performance mit der Größe des Körpers in Punkten (Weiße Kerzen)

Abbildung 35: Abhängigkeit der täglichen Performance mit der Größe des Körpers in Punkten (Schwarze Kerzen)

Abbildung 36: Gewinnlänge des Positive Engulfing Pattern

Abbildung 37: Gewinnlänge des Negative Engulfing Pattern

Abbildung 38: Abhängigkeit der wöchentlichen Performance der Größe des Körpers

Abbildung 39: Performance des DAX-Futures und des Euro-Bund-Futures von 1997 bzw. 1994-2001 basierend auf täglichen Candlestickformationen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: DAX-Testportfolio für die empirische Untersuchung

Tabelle 2: Ergebnisse Candlestickanalyse DAX

Tabelle 3: Ergebnisse Candlestickanalyse Portfolio

Tabelle 4: Körpergrößen (real bodies) des DAX-Futures

Tabelle 5: Körpergrößen (real bodies) des Bund-Futures

Tabelle 6: Einfache Ergebnisse des DAX-Futures

Tabelle 7: Ergebnisse des DAX-Futures kombiniert mit dem Indikator MA

Tabelle 8: Ergebnisse des DAX-Futures kombiniert mit dem Momentum, RSI und MACD

Tabelle 9: Verbesserung der Performance der Candlestickformationen mit einer Kerze

Tabelle 10: Verbesserung der Performance der Candlestickformationen mit zwei Kerzen

Tabelle 11: Verbesserung der Performance der Candlestickformationen mit drei Kerzen

Tabelle 12: Verbesserung der Performance der Candlestickformationen in Euro

Tabelle 13: Abhängigkeit der täglichen Performance mit der Länge des oberen Schattens in Punkten (Weiße Kerzen)

Tabelle 14: Abhängigkeit der täglichen Performance mit der Größe des Körpers in Punkten (Weiße Kerzen)

Tabelle 15: Abhängigkeit der täglichen Performance mit der Größe des Körpers in Punkten (Schwarze Kerzen)

Tabelle 16: Gewinnlänge des Positive Engulfing Pattern

Tabelle 17: Gewinnlänge des Negative Engulfing Pattern

Tabelle 18: Abhängigkeit der wöchentlichen Performance der weißen Kerzen und Größe des Körpers

Tabelle 19: Gewinnlänge des Positive Engulfing Pattern (wöchentlich)

Tabelle 20: Gewinnlänge des Positive Harami (wöchentlich)

Tabelle 21: Folgeformationen von weißen Kerzen und Dojis (wöchentlich)

Tabelle 22: Rentabilität von Folgeformationen von weißen Kerzen und Dojis (wöchentlich)

Tabelle 23: Simulation von Handelssignalen basiert auf täglichen Candlestickformationen (BE: Bullish Engulfing Pattern; MS: Morning Star; HM: Hanging Man; HA: Hammer)

Tabelle 24: Häufigste und seltenste auftretende Candlestickformationen

Tabelle 25: Beste Ergebnisse Candlestickformationen

Tabelle 26: Umkehrformationen am Bullenmarkt

Tabelle 27: Fortsetzungsformationen am Bullenmarkt

Tabelle 28: Umkehrformationen am Bärenmarkt

Tabelle 29: Fortsetzungsformationen am Bärenmarkt

Tabelle 30: Performance nach zehn Tagen: Bullenmarkt/Ausbrüche nach oben

Tabelle 31: Performance nach zehn Tagen: Bärenmarkt/Ausbrüche nach oben

Tabelle 32: Performance nach zehn Tagen: Bullenmarkt/Ausbrüche nach unten

Tabelle 33: Performance nach zehn Tagen: Bärenmarkt/Ausbrüche nach unten

Tabelle 34: Ergebnisse Candlestickanalyse

Tabelle 35: Auswertung statistischer Untersuchung von Hammer-Formationen basierend auf der Kursentwicklung nach fünf und zwei Tagen

Tabelle 36: Auswertung statistischer Untersuchung von Hammer-Formationen basierend auf der Kursentwicklung nach fünf und zwei Tagen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Technische Analyse besitzt in der Praxis bei den Prognoseverfahren die höchste Anerkennung. Dies hängt mit den mittlerweile sehr günstigen Echtzeitdaten, den geringen Transaktionskosten und der immer fortschreitenden Computertechnologie zusammen. Hierdurch wurde der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten für die privaten Anleger einfacher und die Technische Analyse entwickelte sich zu dem übergeordneten Werkzeug der Finanzbranche.

Der Investor ist seit ewiger Zeit auf der Suche nach der besten Anlagestrategie, um eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften, die den Markt schlägt. Die Theorie zu diesem Ziel liefert die Kapitalmarkttheorie. Hierbei werden Kursbewegungen nur auf das Ein- treten neuer Informationen zurückgeführt. Laut der Interpretation geben die Wertpapiere zu jedem Zeitpunkt die korrekten Signale für die Portfolioentscheidung des Kapitalan- legers ab.

Es gibt seit vielen Jahren zahlreiche empirische Untersuchungen zur Technischen Analyse, die allerdings vorrangig aus den USA stammen und somit auch auf amerikanischen Zahlen aufbauen. Es ist durch viele wissenschaftliche Erkenntnisse unter den Teilnehmern an den Finanzmärkten erwiesen, dass die technischen Analyseverfahren eine große Bedeutung zur Erzeugung von Handelssignalen einnehmen.

Obwohl die Technische Analyse international eine große Akzeptanz genießt, ist es sehr verwunderlich, dass in Deutschland nur sehr selten empirische Untersuchungen hierzu stattgefunden haben. Bei diesen Untersuchungen handelte es sich bislang nur um einfa- che Modelle, wie der Erkennung von Chartformationen oder Moving-Average- Konzepten.

Aufgrund der geringen empirischen Ergebnisse zur Technischen Analyse in Deutsch- land scheint es selbstverständlich, dass auch der Candlestickanalyse, als Teilbereich der Technischen Analyse, hierzulande eine sehr geringe empirische Beachtung entgegen gebracht wurde.

Die folgende Untersuchung soll klären, welche Resultate die Candlestickmethode am deutschen Aktienmarkt bisher hervorbrachte. Es erfolgt eine Gegenüberstellung der vorhandenen Erkenntnisse zur Effizienz dieser Methode in Deutschland. Hierbei spielen auch die verschiedenen Selektionskriterien, die in den jeweiligen Untersuchungen angewendet wurden, eine große Rolle.

1.2 Zielsetzung

Aus der Problemstellung ergibt sich das Ziel dieser Arbeit. Es soll untersucht werden, wie effizient der deutsche Aktienmarkt ist, wenn er mit Hilfe von Candlestickformationen untersucht wird. Hierbei soll mit bereits vorhandenen empirischen Ergebnissen gezeigt und analysiert werden, ob es möglich ist, mit Candlestickformationen signifikant positive Renditen zu erzielen.

1.3 Gang der Arbeit

Die Vorgehensweise in dieser Arbeit gestaltet sich wie folgt: Zu Beginn (Kapitel 2) werden zunächst die Grundlagen der Technische Analyse erläutert. Hierbei wird auf die Grundannahmen eingegangen. Es erfolgt eine Abgrenzung zur Fundamentalanalyse. Anschließend kommt es zur Beschreibung der Basistheorie der Technischen Analyse, der Dow-Theorie. Es werden die sechs Kernaussagen hierzu näher erörtert. Danach wird die klassische Chartanalyse betrachtet, in der die verschiedenen Trendformationen auf- gezeigt werden. Es erfolgt eine nähere Erläuterung von Umkehr- und Bestätigungsfor- mationen der Technischen Analyse. Abschließend werden in diesem Kapitel die unter- schiedlichen Chartformen betrachtet. Die Candlesticks, als bedeutender Faktor, werden hierbei näher in den Fokus genommen. Neben der Darstellungsform wird auf die ver- schiedenen Candlestickformationen eingegangen.

In Kapitel 3 wird eine kurze Übersicht über die Grundlagen der Kapitalmarkttheorie gegeben. Es werden Einzelheiten zur Portfoliotheorie und zum Capital Asset Pricing Model (CAPM) aufgezeigt.

Das Kapitel 4 beschreibt die verschiedenen Ebenen der Markteffizienzhypothese nach Fama und bringt sie in den Kontext der Arbeit.

Es folgt die Analyse der Markteffizienz des deutschen Aktienmarktes anhand der Candlestickmethode in Kapitel 5, was den Hauptteil dieser Arbeit dargestellt. Hier werden verschiedene empirische Ergebnisse, auch aus den USA, gesammelt und gegenübergestellt. Es kommt zu einem Vergleich der Ergebnisse bezüglich Index, Zeitraum und Datenselektion der verschiedenen Autoren. Nach dem Vergleich wird eine kritischen Betrachtung durchgeführt.

Kapitel 6 fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick für die Zukunft.

2. Grundlagen der Technischen Analyse

Die Technische Analyse besagt, dass sich Wertpapierkurse grundsätzlich in Trends bewegen. Durch außergewöhnliche Ereignisse kommt es zu einer Trendumkehr, welche sich aber an speziellen Konstellationen erkennen lassen.1 Das Wort „Technisch“ rührt von der Beobachtung der Handlungen an den Märkten. Im Gegenzug handelt es sich bei der Fundamentalanalyse um die Analyse der Handelsobjekte.2

„Technische Analyse ist das Studium von Marktbewegungen, in erster Linie durch den Einsatz von Charts, um zukünftige Trends vorherzusagen.“3 Diese Definition wird in der Folge näher erläutert. Es ist von der „Marktbewegung“ die Rede, die sich in die drei Informationsquellen Kurs, Umsatz und Open Interest aufteilt, die einem Techniker zur Verfügung stehen. Der Open Interest bezieht sich nur auf Futures und Optionen und bezeichnet die Summe aller offenen Positionen in einem Termin- oder Optionskontrakt.

Insgesamt beruht die Technische Analyse auf drei Grundannahmen:4

a) Die Marktbewegung diskontiert alles.
b) Kurse bewegen sich in Trends.
c) Die Geschichte wiederholt sich selbst.

Die Annahme, dass die Marktbewegung alles diskontiert, ist einer der Grundsteine der Technischen Analyse. Hierbei ist entscheidend, dass alles, was einen Kurs ausmacht, ob fundamental, politisch oder psychologisch, durch den aktuellen Marktpreis wiedergegeben wird. Daraus entsteht das Resultat, dass eine Untersuchung der Markt- bzw. der Kursbewegung vollzogen werden muss.

Der Anwender der Technischen Analyse bezieht sich auf die Widerspiegelung von Angebot und Nachfrage in der Kursbewegung. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigen die Kurse. Ist das Angebot größer als die Nachfrage, fallen die Kurse. Hierbei handelt es sich um die Basis einer ökonomischen und fundamentalen Vorhersage. Der Techniker dreht diese Behauptung um und gelangt zu dem Ergebnis, dass wenn die Kurse steigen, die sog. Fundamentaldaten „bullish“ sein müssen. Wenn die Kurse fallen, sind sie entsprechend „bearish“. Diese Fundamentaldaten werden im Laufe der Arbeit auch für steigende und fallende Kurse verwendet. Somit studiert der Anwender der Technischen Analyse indirekt die fundamentale Theorie.

Es ist generell nicht entscheidend, warum die Kurse steigen oder fallen. An den zeitigen Punkten von Kurstrends oder an Umkehrpunkten weiß in der Regel niemand, warum sich ein Markt genau in dieser Weise entwickelt. Aber genau hierbei liegt die Logik hinter der ersten Prämisse, nämlich, dass die Märkte alles diskontieren. Somit ist letzten Endes nur ein Studium des Marktpreises relevant, da alles hierin widergespiegelt wird.5

Die zweite Grundannahme, dass sich die Kurse in Trends bewegen, ist für den techni- schen Ansatz unverzichtbar. Hierbei handelt es sich um die frühzeitige Aufgabe in der chartmäßigen Darstellung des Marktes, Trends in den frühen Entwicklungsphasen zu identifizieren, um daraufhin in diese Richtung zu handeln. Die meisten Techniken der Technischen Analyse sind trendfolgend, was besagt, dass sie versuchen, einen existie- renden Trend zu ermitteln und ihm zu folgen. Eine Folgeprämisse hierzu heißt: „Ein Trend in Bewegung setzt sich mit größerer Wahrscheinlichkeit fort, als dass er um- kehrt.“6 Dies lässt sich auch anders sagen: Ein Trend geht solange in eine Richtung, bis er sich umkehrt.

Das Studium der Technischen Analyse hat zu einem großen Teil mit der menschlichen Psychologie zu tun. Viele Kursformationen, die entwickelt wurden, reflektieren be- stimmte Bilder, die bei einem Kurschart vorkommen. Sie visualisieren eine bullishe und bearishe Psychologie des Marktes. Alle diese Muster funktionierten bereits in der Vergangenheit. Somit wird angenommen, dass sie auch in Zukunft funktionieren. Sie hängen somit mit dem Studium der menschlichen Psychologie zusammen, die nicht dazu neigt, sich zu verändern. Somit ist auch die dritte Grundannahme von Bedeutung, dass sich die Geschichte stets selbst wiederholt.7

2.1 Abgrenzung zur Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse beschäftigt sich entgegen der Technischen Analyse mit dem Substanz- und Ertragswert einer Gesellschaft.8 Hierbei geht es vorrangig um die Auswertung von volks- und betriebswirtschaftlichen Daten. Es wird näherungsweise der sog. „Fair Value“ des Wertpapiers berechnet und im Anschluss mit dem aktuellen Marktpreis verglichen. Hieraus resultiert dann das fundamentale Votum, ob das Wertpapier unterbewertet, angemessen bewertet oder überbewertet ist.9

Das zentrale Ziel der Fundamentalanalyse ist somit die Errechnung des inneren Wertes eines Wertpapiers. Um den inneren Wert zu ermitteln, müssen Informationen herange- zogen werden, die hinter einem Wertpapier stecken, wie z. B. der Gewinn, Umsatz etc. Die Fundamentalanalyse versucht somit, die werttreibenden Faktoren eines Wertpapiers zu errechnen. Hierbei handelt es sich um die internen Faktoren des Unternehmens. Aber auch die externen Faktoren eines Unternehmens, wie bspw. die Konjunkturlage oder der Branchenzyklus spielen eine Rolle.10 Die Faktoren lassen sich in verschiedenen Model- len anschauen. Handelt es sich um Marktanalysen, spielen Konjunkturmodelle eine Rol- le, bei Unternehmensanalysen die Discounted Cash Flow-Modelle.11

Wie bereits erwähnt, konzentriert sich die Technische Analyse auf das Studium von Marktbewegungen. Die fundamentale Analyse hingegen beschäftigt sich mit den öko- nomischen Kräften von Angebot und Nachfrage, die zu steigenden, fallenden oder gleichbleibenden Preisen führen. Die fundamentale Analyse analysiert alle bestimmen- den marktbeeinflussenden Faktoren, damit der innere Wert eines Marktes ermittelt wer- den kann. „Der innere Wert ist das, was ein Gut nach fundamentalen Kriterien aktuell wert ist, gegründet auf dem Gesetz von Angebot und Nachfrage.“12 Wenn der innere Wert eines Wertpapiers unter dem aktuellen Marktpreis liegt, dann ist der Markt überteuert und es sollte verkauft werden. Ist der Marktpreis geringer als der innere Wert, so ist der Markt unterbewertet und es sollte investiert werden.

Die Gemeinsamkeit der Fundamentalanalyse mit der Technischen Analyse ist es, die Richtung zu bestimmen, in der sich die Preise bewegen. Die Annäherung erfolgt nur aus unterschiedlichen Richtungen. „Der Fundamentalist studiert die Ursachen von Marktbewegungen, während der Techniker die Auswirkungen untersucht.“13 Somit sind für den Techniker alle Gründe oder Ursachen uninteressant. Der Anwender der Fundamentalanalyse muss dagegen wissen, warum etwas passiert.

In der Realität gibt es zwischen den beiden Arten viele Überschneidungen. Sie liegen allerdings meist miteinander in Konflikt. Zu Beginn von Marktbewegungen analysieren die Anwender der Fundamentalanalyse oft nicht, was der Markt gerade macht. An die- sen Punkten gibt es die meisten Differenzen zwischen den unterschiedlichen Ansätzen. Später laufen sie ab einem bestimmten Punkt wieder gleich, was jedoch für einen Händ- ler häufig zu spät ist. Die Begründung liegt darin, dass die Marktbewegung die Tendenz besitzt, den bekannten Fundamentaldaten vorauszugehen. Genauer gesagt verhält sich die Marktbewegung als Frühindikator der Fundamentals und der vorherrschenden An- sicht. „Während die bereits bekannten fundamentalen Faktoren bereits diskontiert und ‚in den Kursen enthalten‘ sind, reagieren die Kurse in der Gegenwart auf die unbekann- ten Fundamentals.“14

Nach einer bestimmten Zeit entwickelt der Anwender der Technischen Analyse immer mehr Vertrauen in sein Potential, die Charts zu lesen. Ein Techniker beginnt sich an seine Zugehörigkeit zu der nicht vorherrschenden Meinung zu gewöhnen.

Wenn die Grundlagen der Technischen Analyse bekannt sind, wird schnell klar, warum die Techniker an die Überlegenheit ihres Ansatzes gegenüber den Anwendern der fun- damentalen Analyse glauben. Hätte ein Händler die Wahl zwischen beiden Ansätzen, müsste seine Entscheidung auf die Technische Analyse fallen. Denn die Technische Analyse enthält per Definition schon die Fundamentalanalyse.15 Sollte der Marktpreis die Fundamentalanalyse reflektieren, wird das Studium dieser hinfällig. Umgekehrt ist dies jedoch nicht möglich, da die Fundamentalanalyse nicht das Studium der Preisbe- wegungen involviert. „Es ist möglich, die Finanzmärkte allein durch Nutzung des tech- nischen Ansatzes zu traden, hingegen ist zweifelhaft, dass irgendjemand allein auf fun- damentaler Basis erfolgreich traden kann, ohne die technischen Aspekte des Marktes zu berücksichtigen.“16

2.2 Dow-Theorie

Die Dow-Theorie ist die Basis der Technischen Analyse und geht auf die Erkenntnisse von Charles H. Dow zurück. Er entwickelte am Ende des 19. Jahrhunderts in den USA zwei Aktienindizes, welche sich aus 20 Eisenbahn- bzw. zwölf Industrieaktien zusam- mensetzten. Hieraus entstanden die ersten Erkenntnisse der Technischen Analyse, u.a. dass sich Aktienkurse in Trends bewegen und relevante Ereignisse antizipieren. Seine Erkenntnisse veröffentlichte Dow im Wall Street Journal. Nach seinem Tod 1902 wur- den seine Ideen von William Hamilton und Robert Rhea zur heutigen Dow-Theorie weiterentwickelt.17

Im Folgenden werden die sechs Kernaussagen der Dow-Theorie beschrieben und erläutert, wie diese Ideen in die moderne Technische Analyse hineinpassen.

Die erste grundlegende Prämisse von Dow ist, dass die Märkte jeden bekannten, Angebot und Nachfrage beeinflussenden Faktor reflektieren. Die Börse berücksichtigt alle Dinge, wie z. B. Devisenkursschwankungen, inlands- und auslandsbasierende Transaktionen, Zinsänderungen u.v.m.

Die Anwendung der Dow-Theorie kann sowohl auf Marktindizes erfolgen, wie aber auch auf einzelnen Märkten. Die Märkte haben natürlich keinerlei Kenntnis von bevor- stehenden Naturkatastrophen, wie z. B. Erdbeben. Treten diese allerdings ein, reagieren sie schnell auf solche Ereignisse und passen die Auswirkungen auf die Kurse sofort an.

Dows zweite Kernaussage lautet, dass der Trend sich in drei Phasen aufgliedert. Zuerst muss jedoch definiert werden, was Dow als einen Trend definierte. Dow bezeichnete einen Aufwärtstrend als einen Trend, bei dem der Hochpunkt jeder nachfolgenden Kurs- rallye höher liegt als bei der vorangegangenen und zudem jeder Tiefpunkt ebenfalls höher liegt als der Tiefpunkt vorher. Somit ist ein Aufwärtstrend von steigenden Gipfeln und Tälern geprägt. Ein Abwärtstrend ist folglich genau das Gegenteil, nämlich mit sukzessive tieferen Hochs und Tiefs. Diese Definition bildet weiterhin die Basis von Dows Trendanalyse.18

Die Dow-Theorie beinhaltet drei Trends, den primären, den sekundären und den unbe- deutenden Trend. Der Primärtrend setzt er mit Ebbe und Flut gleich, der sekundäre oder mittelfristige Trend beschreibt die Wellen, die die Gezeiten bilden und die unbedeuten- den Trends entsprechen den Kräuselungen auf den Wellen. Im Gegensatz zu den Ver- änderungen der Gezeiten, die einige Stunden dauern, stellt sich Dow die Veränderung der Märkte mit einer Dauer von einem bis mehreren Jahren vor, was dem primären Trend entspricht.19

Beim sekundären Trend handelt es sich in der Regel um Korrekturen, die normalerweise drei Wochen bis hin zu drei Monaten dauern. Hierbei werden die Kurse durch die Korrekturen zwischen ein Drittel und zwei Drittel der vorhergehenden Trendbewegung zurückgeführt, in der Regel aber um ca. die Hälfte der letzten Bewegung.

Der unbedeutende Trend dauert in der Regel weniger als drei Wochen, ist also sehr kurzfristig. Er stellt die Fluktuationen dar, die beim sekundären Trend auftreten.20

Ein weiterer wichtiger Punkt in Dows Theorie sagt aus, dass sich der Primärtrend, also der langfristige Trend, in drei Phasen unterteilt. Er nannte sie die Akkumulationsphase, eine Phase der öffentlichen Beteiligung und eine Distributionsphase. Wenn es zu Käu- fen der informierten und intelligenten Händler kommt, handelt es sich um die Akkumu- lationsphase. Die clevereren Investoren erkennen nach einer Abwärtsbewegung schnell, wenn die Informationen verarbeitet sind und die Kurse wieder Potential haben. In der Phase der öffentlichen Beteiligung fangen die meisten Trendfolger an einzusteigen, da die Kurse schneller ansteigen und es zu guten Nachrichten kommt. In den Zeiten des absoluten Hochs, wenn die Stimmung also am Höhepunkt angekommen ist, kommt es zur Distributionsphase. Hier fangen nun die Käufer der Akkumulationsphase an, ihre Kontrakte als erste wieder abzugeben, bevor es zu anderweitigen Verkäufen kommt.21

Die vierte Kernaussage Dows beschreibt die Tatsache, dass sich die einzelnen Indizes einander bestätigen müssen. Bei Dows Betrachtung der Industrie- und Eisenbahnindizes ist es entscheidend, dass ein Hinweis zum Start eines Bullen- oder Bärenmarktes erst dann Gültigkeit besitzt, sofern beide Indizes das einstimmige Signal hierzu geben. So- mit erfolgt eine gegenseitige Bestätigung. Es müssten daher beide Indizes ein bereits zuvor erreichtes sekundäres Hoch übersteigen, um den Beginn oder die Fortsetzung des Bullenmarktes zu bestätigen. Dow meinte hierzu, dass nicht zwingend beide Signale zur gleichen Zeit stattfinden müssten, aber je kürzer der Abstand, desto stärker ist die Bestä- tigung. Sollten beide Indizes in die entgegengesetzte Richtung tendieren, bleibt der ur- sprüngliche Trend weiterbestehen.22

Nach Dow ist es zudem entscheidend, dass das Volumen den Trend bestätigen muss. Das Volumen hat nach Dow zwar einen zweitrangigen, aber dennoch wichtigen Faktor bei der Bestätigung von Bullen- oder Bärenmärkten. Das Volumen steigt also bei einem primären Aufwärtstrend an, während es bei fallenden Kursen abnimmt. Der Umsatz dagegen steigt bei einem Abwärtstrend an und nimmt bei Rallys ab. Auch der Umsatz wird von Dow als sekundärer Faktor bezeichnet. Die aktuellen Kauf- und Verkaufshinweise werden vollkommen auf die Schlusskurse abgestellt.23

Die letzte Kernaussage der Theorie Dows besagt, dass ein Trend so lange besteht, bis es definitive Signale gibt, dass er sich umgekehrt hat. Ein physikalisches Gesetz besagt, dass ein Objekt, hier ein Trend, solange in Bewegung bleibt, bis externe Kräfte einen Wechsel der Richtung verursachen. In der Technischen Analyse gibt es zahlreiche tech- nische Hilfsmittel, die dabei unterstützen, Umkehrsignale zu erkennen, wie z. B. Unter- stützungs- und Widerstandslinien, Kursformationen oder Trendlinien. Einige Indikato- ren geben sogar frühzeitige Warnsignale durch einen Momentumverlust. In der Regel spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich ein Trend fortsetzt. Dieser Erkenntnis liefert die Regel Dows keinen Widerspruch.

Es handelt sich um eine sehr schwere Aufgabe für die Anwender der Dow-Theorie zu erkennen, ob es sich um eine normale sekundäre Korrektur oder um den ersten Abschnitt eines neuen Trends handelt. Bei der Analyse, ob es sich um ein Umkehrsignal handelt, sind sich viele Anwender nicht einig.24

2.3 Klassische Chartanalyse

2.3.1 Trendformationen

Zu Beginn dieses Kapitels wurde erläutert, dass die Technische Analyse sich vorrangig mit dem Studium von Marktbewegungen anhand von Charts auseinandersetzt. Charts bezeichnen visuelle Darstellungen von Preisbewegungen für einen bestimmten Zeit- raum. Das Ziel eines Charts ist es, Regelmäßigkeiten in Kursverläufen zu erkennen und daraus Handelssignale abzuleiten. Dies erfolgt durch die Hilfe von verschiedenen Werkzeugen. Ein Beispiel hierfür sind die Trendlinien, die das Ziel haben, Kurstrends zu entdecken.25 Auf die Trends und Formationen soll nun näher eingegangen werden.

Die Trendanalyse ist eine der bedeutendsten Aufgaben der Technischen Analyse. Sämtliche Werkzeuge, die in der Technischen Analyse eingesetzt werden, haben die vorrangige Aufgabe, die Bestimmung des Markttrends zu ermitteln. Der Trend stellt im allgemeinen Sinn die Richtung des Marktes dar, in die er sich bewegt. Doch um damit arbeiten zu können, wird eine genauere Definition benötigt. Märkte bewegen sich alles andere als gradlinig in eine Richtung. Sie können sich aufwärts, abwärts oder seitwärts bewegen. Ein Aufwärtstrend wird definiert als eine Folge von mehreren Hochpunkten. Beim Abwärtstrend ist das genaue Gegenteil der Fall. Hierbei kommt es zu einer Serie von neuen Tiefpunkten. Wenn kein Aufwärts- oder Abwärtstrend vorliegt, wird dies als eine trendlose Bewegung oder als Seitwärtstrend bezeichnet.26

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 1: Darstellung eines Aufwärtstrends

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 2: Darstellung eines Abwärtstrends

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 3: Darstellung eines Seitwärtstrends

Um einen Trend zu erhalten, genügen in einem Chart bereits zwei Punkte. Für einen gültigen und verlässlichen Trend, sollte er jedoch weitere Bestätigung erhalten. Je län- ger ein Trend andauert, umso bedeutender ist er. Hierbei sind dann auch geringfügige Über- und Unterschreitungen nicht von Relevanz. Umso häufiger Trendlinien angetestet, also berührt werden, desto signifikanter sind sie. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Steigung. Je steiler der Trend ist, desto unzuverlässiger ist dieser. Hierbei ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich bei einem steilen Anstieg lediglich um einen kurzen, extremen Ausschlag handelt.27

Wird die Trendlinie durchbrochen, wird von einem Trendwechsel gesprochen. Wichtig ist, dass der Durchbruch bei einem hohen Umsatz stattfindet. Nach dem Durchbruch kann sich die Kursbewegung mit einem flacheren oder stärkeren Trend fortsetzen, es kann zu einem Seitwärtstrend kommen oder der Trend kehrt sich zu einem Trendwech- sel um.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: TraderFox GmbH (o. J.). http://www.traderfox.de Abbildung 4: Trendwechsel Wenn sich die Hoch- und die Tiefpunkte eines Kursverlaufs verbinden lassen, wird von einem Trendkanal gesprochen. Das jeweilige Kursgeschehen, was sich innerhalb des Kanals abspielt, wird meist von Spekulanten genutzt, indem bspw. zum Tiefstkurs ge- kauft und zum Höchstkurs wieder verkauft wird. Es wird das Risiko in Kauf genom- men, dass sich der Trend nicht weiter fortsetzt.28 Ansonsten gilt hierbei das Gleiche wie für Trendlinien. Bei Seitwärtskanälen kommt es zudem bei einem Ausbruch mit steigenden Umsätzen zu einem deutlichen Signal.29

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: TraderFox GmbH (o. J.). http://www.traderfox.de Abbildung 5: Trendkanal

Nach einem Ausbruch von Trendlinien oder -kanälen setzt sich die Bewegung des Kurses mit flacherem oder stärkerem Trend fort, es kommt zu einer Seitwärtsbewegung oder der Trend kehrt sich komplett um.30

Wenn sich der Trend nach dem Durchbruch einer Trendlinie fortsetzt, führt dies zu den sog. Trendfächern. Trendfächer setzen sich aus mehreren Trendlinien zusammen, ausgehend von einem Extrempunkt und angelegt an die folgenden Extrempunkte. Der Trend flacht sich ab, ist aber weiterhin intakt. Zu einem Trendfächer kommt es in der Regel am Anfang eines Trends, wo die erste Reaktion zunächst sehr steil ist, der Trend aber dann abflacht und sich langsamer weiter bewegt.31

Kommt es innerhalb einer Aufwärtsbewegung zum Erreichen eines Kursniveaus, wel- ches nicht überschritten werden kann, stellt dieser Hochpunkt einen Widerstand dar. Hierbei ist das Angebot größer als die Nachfrage und stoppt den Aufwärtstrend. Wenn dagegen während einer Abwärtsbewegung ein bestimmtes Kursniveau erreicht wird, welches nicht unterschritten wird, wird dies als Unterstützung bezeichnet. Die Nachfra- ge ist in diesem Fall größer als das Angebot.32 Widerstände und Unterstützungen sind umso stabiler, je länger sie anhalten und je größer der Umsatz auf dem Niveau ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 6: Darstellung von Unterstützungs- und Widerstandslinien

Ein Widerstand oder eine Unterstützung wird durchbrochen, wenn der Kurs etwa um drei bis fünf Prozent über- bzw. unterschritten wird. Zudem sollte ein verlässlicher Durchbruch mit einem hohen Umsatzvolumen geschehen. Nach einem solchen Durch- bruch ist es möglich, dass eine Widerstands- und eine Unterstützungszone die Seiten wechseln. Eine frühere Widerstandszone wird nun zur Unterstützungszone, um Tiefstkurse innerhalb einer Preisbewegung zu bestätigen. Umgekehrt kann dies genauso der Fall sein. Anschließend gelten die gleichen Gegebenheiten wie bisher. Je länger die Unterstützungs- bzw. Widerstandslinie hält, desto stabiler ist sie. Das gleiche gilt für die Umsatzaktivität. Je höher der Umsatz an einer Unterstützungs- bzw. Widerstandszone ist, umso mehr Aktien wechseln den Besitzer und umso stärker ist die jeweilige Zone.33

2.3.2 Umkehr- und Bestätigungsformationen

Verlässliche und stabile Trends gehen im Regelfall nicht schnell zu Ende, sondern be- nötigen ihre Zeit. Während dieser Zeit entstehen Trendumkehrformationen, die eine Veränderung der Angebots- und Nachfragesituation darstellen und den Trendwechsel ankündigen.34

Eine Voraussetzung der Trendumkehr ist, dass ein Bruch des bestehenden Trends erfol- gen muss. Formationen, die einen Wechsel zu einem Abwärtstrend anzeigen, werden Gipfelformationen genannt und sind häufig kürzer und volatiler als sog. Bodenforma- tionen, die eine Umkehr zu einem Aufwärtstrend zeigen. Der Umsatz spielt bei einem Ausbruch aus einer Bodenformation eine deutlich wichtigere Rolle als bei einer Gipfel- formation. Die Kursbewegung ist je größer, desto größer die Formation ist.35

Die bekannteste und verlässlichste Trendumkehrformation ist die Kopf-Schulter- Umkehrformation. Die meisten anderen dieser Art sind eine Variante dieser Formation und leiten sich von ihr ab. Bei der Kopf-Schulter-Umkehrformation hat es zunächst ei- nen langfristigen, primären Aufwärtstrend gegeben. Es existiert eine Reihe von steigen- den Gipfeln und Tälern, die allmählich an Momentum verlieren. Anschließend lässt der Aufwärtstrend nach, wodurch sich das Angebot und die Nachfrage in einem Gleichge- wicht befinden. Die Unterstützungslinien, die in dieser Funktion auch Nackenlinien genannt werden, werden danach durchbrochen und es stellt sich ein Abwärtstrend mit fallenden Gipfeln und Tälern ein. Den absoluten Hochpunkt bildet der Kopf, während der vorangegangene leicht niedrigere Gipfel die linke Schulter und der folgende leicht niedrigere Gipfel die rechte Schulter darstellt.36

Sobald die Nackenlinie durch einen Schlusskurs signifikant durchbrochen wird, ist die Kopf-Schulter-Umkehrformation beendet. Die Trendlinie wurde verletzt und eine weitere Unterstützung wurde gebrochen. Es setzt ein neuer Abwärtstrend ein.37

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 7: Darstellung der Kopf-Schulter-Formation

Die nach der Kopf-Schulter-Formation am meisten vorkommende Umkehrformation ist die Doppelspitze (Doppeltop) bzw. der Doppelboden. Sie sind sehr einfach zu erkennen und werden aus nahe liegenden Gründen auch als M-Formation für das Doppeltop bzw. als W-Formation für den doppelten Boden bezeichnet. Das Merkmal eines Doppeltops ist einfach zu erklären. Nach einem Aufwärtstrend wird zunächst ein neues Hoch mar- kiert. Dies geschieht bei zunehmendem Umsatz. Anschließend lässt der Umsatz nach und der Kurs fällt kurzzeitig. Danach wird das Hoch erneut bestätigt, bevor die Kurse wieder anfangen zu fallen. Der Trendwechsel ist allerdings erst vollzogen, wenn der Tiefpunkt, der nach dem ersten Top entstanden ist, gebrochen ist. Dieser Punkt galt bis dahin als Unterstützung.38

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 8: Darstellung des Doppeltops oder der M- Formation Beim Doppelboden handelt es sich um die spiegelbildliche Betrachtung des Doppeltops. Hierbei gelangt der Kurs nach einem Abwärtstrend zu einer Unterstützung, welche den ersten Boden bildet. Nach einem kurzen Ansteigen, gelangt der Kurs zu einem Widerstand und kommt zu dem Kurs des ersten Bodens zurück. Der Trendwechsel nach oben ist auch hier erst erfolgt, wenn der Widerstand durchbrochen wurde.39

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 9: Darstellung eines Doppeltiefs oder W-Formation

Eine Trendbestätigungsformation, die auch Fortsetzungsformation oder Konsolidie- rungsformation genannt wird, besagt, dass eine Seitwärtsbewegung auf dem Chart nichts anderes darstellt als eine Unterbrechung des vorherrschenden Trends. Es wird also eine Kursbewegung erwartet, die in der gleichen Richtung erfolgen wird, wie der Trend, der der Formation vorausgegangen war.

Zusätzlich unterscheidet die Trendbestätigungsformation von der Trendumkehrfunktion die kürzere Zeitdauer. Während Umkehrformationen einen Wechsel im primären Trend verkörpern, sind Fortsetzungsformationen eher kurzfristig und werden als eine Formation des sekundären oder tertiären Trend bezeichnet.40 Beispiele für eine Trendbestätigungsformation sind Dreiecke, Rechtecke, Flaggen und Wimpel.

Dreiecksformationen sind die am meisten erscheinenden Trendbestätigungsformationen. Sie enthalten eine Reihe von Kursschwankungen von abnehmender Intensität. Die Dauer beträgt etwa zwei bis drei Monate. Während dieser Zeit fällt der Umsatz. Beim Ausbruch ist der Umsatz dann umso höher. Das Dreieck sollte mindestens vier Umkehrpunkte enthalten.41 Es gibt drei Typen von Dreiecken: das symmetrische, das aufsteigende und das absteigende Dreieck. Jeder der Typen hat eine leicht unterschiedliche Form und eine andere Bedeutung für den zukünftigen Kursverlauf.42

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 10: Darstellung eines symmetrischen Dreiecks

Auch die Flaggen und Wimpel sind weit verbreitete Formationen. Sie stellen kurzzeiti- ge Kursunterbrechungen einer dynamischen Marktbewegung dar. Ein wichtiges Merk- mal hierbei ist, dass eine scharfe und nahezu senkrechte Bewegung vorausgegangen ist. Hierbei kann es sich sowohl um einen starken Aufwärtstrend oder um einen energischen Abwärtstrend handeln.43 Sie erfolgen aber immer mit hohen Umsätzen. Dieser Anstieg oder Abfall stellt entsprechend den Mast für die Flagge oder den Wimpel dar. Die an- schließende Seitwärtsbewegung macht die Formation perfekt. Während dieser Konsoli- dierung nimmt der Umsatz ab. Die Formation ist dann beendet, wenn sich der Trend bestätigt.44

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 11: Darstellung einer bullishen Flagge

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 12: Darstellung eines bullishen Wimpels Das Rechteck ist relativ leicht auf einem Kurschart zu erkennen. Es stellt eine Unterbre- chung eines Trends dar. In dieser Zeit laufen die Kurse seitwärts zwischen zwei hori- zontalen Linien weiter. In der Dow-Theorie wird das Rechteck als Linie bezeichnet.45

Der Umsatz nimmt während der Unterbrechung ab, um beim Ausbruch wieder deutlich anzusteigen. Rechteckformationen haben eine Zeitdauer von ein bis drei Monaten.46

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 13: Darstellung eines bearishen Rechtecks

2.3.3 Darstellungsformen von Charts

Es gibt eine Reihe von Charttypen in der Technischen Analyse, von denen der Bal- kenchart am meisten verwendet wird. Zusätzlich existieren aber noch eine Reihe weite- rer Charttypen, die von den Anwendern der Technischen Analyse benutzt werden, wie z. B. Liniencharts, Point & Figure-Charts und seit neuester Zeit auch die Candlestick- charts.47

Die Charttypen werden im Folgenden näher erläutert, während der Schwerpunkt auf der Candlestickanalyse liegen soll.

2.3.3.1 Balkencharts

Der Balkenchart hat seinen Namen daher, weil die Schwankungsbreite jeden Abschnitts durch einen senkrechten Balken dargestellt wird. Beispielsweise wird beim Tagesbal- kenchart die Schwankungsbreite eines jeden Tages gezeigt. Auf einem Balkenchart las- sen sich der Eröffnungskurs, der Tageshöchstkurs, der Tagestiefstkurs und der Tages- schlusskurs betrachten. Der Schlusskurs erfolgt durch einen waagerechten Strich auf der rechten Seite des Balkens, der Eröffnungskurs ist auf der linken Seite des Balkens dar- gestellt.48

Die Abbildung eines Balkencharts für einen Tag ist sehr einfach. Es handelt sich hierbei um ein Kurs-/Zeit-Diagramm. Die y-Achse zeigt den Kurs des Kontrakts an, während die x-Achse den Zeitverlauf darstellt. Der Techniker hat also nur einen vertikalen Bal- ken am zugehörigen Tag vom Tageshoch bis zum Tagestief zu zeichnen. Als nächstes wird ein Strich auf der rechten Seite des Balkens hinzugefügt, um den Schlusskurs des Tages zu erkennen. Auf der linken Seite kommt entsprechend der Strich für den Eröff- nungskurs. So wird das Ganze für die kommenden Tage fortgeführt, indem immer einen Tag weiter nach rechts gegangen wird. Nach Abschluss einer Handelswoche, bleibt der Raum des betreffenden Tages frei.49

Dieses Vorgehen lässt sich entsprechend auch für längerfristige Balkencharts durchführen, bspw. für Wochen- oder Monatsbasis.50

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Ahrendt, D. (o. J.), http://www.geldanlage.de Abbildung 14: Darstellung eines Balkencharts

2.3.3.2 Liniencharts

Beim Linienchart handelt es sich um die einfachste Form der charttechnischen Darstellung. Es werden hier lediglich die Kurse am Ende von bestimmten Zeitintervallen, z. B. Tage oder Stunden gezeigt und mit einer Linie verbunden.51

Für viele Anwender der Technischen Analyse stellt ein Schlusskurs den wichtigsten Kurs des Tages dar. Daher ist der Linienchart für viele Chartisten eine geeignete Dar- stellung.52

Der Vorteil dieser Anwendung ist, dass eine lange Zeitreihe relativ übersichtlich gezeigt werden kann. Der Nachteil am Linienchart ist, dass die Wirkungen des Zusammenspiels zwischen Angebot und Nachfrage in der zugrunde liegenden Zeit nur mittelbar darge- legt werden.53

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Ahrendt, D. (o. J.), http://www.geldanlage.de Abbildung 15: Darstellung eines Liniencharts

2.3.3.3 Point & Figure-Charts

Bei den Point & Figure-Charts gibt es einige Abweichungen zu den anderen Chartfor- men. Der größte Unterschied hierbei ist, dass keine Zeitachse existiert. Sie konzentrie- ren sich ausschließlich auf den Preisbewegungen. Somit soll ein störendes Marktrau- schen entfernt werden und ein deutliches Gesamtbild der Preisentwicklung gezeigt wer- den.54

Der Point & Figure-Chart zeigt eine Darstellung von Marktbewegungen in komprimier- ter Form. Es existieren abwechselnde X- und O- Säulen. Die X-Säulen stehen für stei- gende Kurse, während die O-Kurse für fallende Kurse stehen. Hierbei lassen sich Kauf- und Verkaufssignale leichter erkennen als bei einem schwarzen Balken. Dieser Charttyp ist sehr flexibel.55

Es wird also nach einem erfolgreichen Überwinden auf Schlusskursbasis ein neues X oder O eingetragen. Wenn es zu einer Trendwende kommt, wird eine Umkehrmenge erreicht.

Somit werden also nur neue Marken im Chart eingetragen, wenn es im Kontrakt zu einem gesunden Auf- oder Abwärtstrend kommt. In einer Konsolidierungsphase passiert charttechnisch gar nichts.

Die Point & Figure-Charts sind, entgegen einer allgemeinen Meinung, besonders gut für kurzfristiges Trading geeignet. Entscheidend hierbei ist allerdings die Kästchengröße, die beim Zeichnen des Charts gebildet wird.56

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Investor Verlag (2010), http://www.technische-analyse-portal.de Abbildung 16: Darstellung eines Point & Figure-Charts

2.4 Candlestickanalyse

Die Candlesticks sind eine Chart- und Analysetechnik, die von den Japanern schon seit Jahrhunderten eingesetzt werden. Der Name „Candlesticks“ heißt übersetzt „Leuchter“ und bezieht sich eigentlich auf zwei verschiedene, aber verwandte Gegenstände. Es handelt sich zum einen um eine Darstellungsweise von Aktien- und Futurekursen für die Chartanalyse, zum anderen ist es eine Kunst, bestimmte Abfolgen von Kerzen in definierten und geprüften Kombinationen zu identifizieren. Die beiden Möglichkeiten können jedoch sowohl unabhängig als auch gemeinsam benutzt werden.57 Die Ker- zencharts gehen zurück in das 18. Jahrhundert auf Munehisa Homma, einer der ersten und wohl berühmtesten Japaner, der die Preisbewegungen der Vergangenheit zum Vor- hersagen zukünftiger Preisbewegungen nutzten. Homma verdiente ein riesiges Vermö- gen mit dem Reishandel.58

Heutzutage lassen sich Candlesticks mit zahlreichen technischen Indikatoren verglei- chen. Technische Indikatoren sind Mittel, um gegenwärtige Trends im Markt zu analy- sieren, in der Hoffnung zukünftige Trends voraussagen zu können. Hierbei handelt es sich um mathematische oder statistische Berechnungen auf der Grundlage von Kurs- und/oder Volumenzeitreihen. Beispiele hierfür sind die Durchschnittspreise von Schlusskursen (moving average) oder der Relative-Stärke-Index (RSI), der Preisbewe- gungen anzeigt.59

Allerdings sind die häufigsten vorkommenden Indikatoren die sog. Trendfolger, wie bspw. der gleitende Durchschnitt. Wird die Linie des gleitenden Durchschnitts durch- brochen, steht ein Trendwechsel bevor. Hierbei muss auch das Momentum genannt werden, das die Geschwindigkeit beschreibt, die einen Kurs entwickelt. Auch der RSI zählt hierzu.60

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Forex Formation Blog (2012), http://blog.forexformation.com/ Abbildung 17: Darstellung eines Candlestickcharts Candlestickcharts zeigen genauso wie die Balkencharts Preislücken an. Allerdings werden diese Preislücken bei Candlestickcharts „Fenster“ („windows“) genannt, die sich während einer Preisbewegung öffnen und schließen. Ein Fenster während einer Aufwärtsbewegung wird daher als „rising window“ und bei einer Abwärtsbewegung als „falling window“ bezeichnet.

Gegenüber Balkencharts haben Candlesticks drei entscheidende Vorteile:61

- Lesbarkeit: Candlestickcharts geben mehr Einblick in die Beziehung zwischen Eröffnungs- und Schlusskursen. Hierbei handelt es sich zwar um ein kurzfristi- ges Phänomen, es kann den Händler jedoch auf eine mögliche Änderung in der Psychologie des Marktes hinweisen, die zu einer Trendumkehr des Preises füh- ren kann.
- Einfachere und schnellere Interpretation des Marktes: Existieren mehr schwarze Kerzen als weiße Kerzen? Das allein sagt einem Händler, ob eine Aktie oder ein Index thesauriert oder ausschüttet. Umkehr- und Fortsetzungsformationen lassen sich aufgrund ihrer Farbe und ihrer Schattierung zwischen positiven und negativen Tagen besser erkennen.
- Spezifische Muster geben Einsicht in die Marktpsychologie: Als Beispiel sei ein Doji genannt, welcher sich am Tiefpunkt gebildet hat. Dieser wird gefolgt von einer langen weißen Kerze, welche für die Händler ein Signal ist, dass sich der Trend dreht und höhere Preise erwartet werden. Eine enorme Vielfalt von Candlestickmustern zeigen einem Händler, wie sich Angebot und Nachfrage weiter entwickeln.

2.4.1 Darstellungsform

Der rechteckige Hauptteil der Candlesticks wird als der „Körper“ bezeichnet. Er zeigt in Form des Abstandes die höchste und niedrigste Notierung der Handelsperiode an. Ein schwarzer Körper drückt einen Schlusskurs aus, der tiefer liegt, als der Eröffnungskurs. Ein weißer Körper hingegen zeigt einen Schlusskurs an, der über dem Eröffnungskurs liegt.

Oberhalb und unterhalb des Körpers befinden sich dünne Linien, die als „Schatten“ be- zeichnet werden. Diese zeigen die Kursspitzen der Handelsperiode an. Der Schatten oberhalb eines Körpers wird als der „oberer Schatten“ und der Schatten unterhalb eines Körpers als der „unterer Schatten“ bezeichnet. Der obere Schatten stellt den Höchst- stand der Handelsperiode und der untere Schatten den Tiefststand der Handelsperiode dar.62

Bei einer weißen Kerze kontrollieren also die Bullen den Markt, da hier der Schlusskurs in der Nähe des Höchststandes liegt und der Eröffnungskurs in der Nähe des Tiefstandes. Bei einer schwarzen Kerze haben die Bären die Oberhand, da der Eröffnungskurs nahe am Höchststand liegt und der Schlusskurs unweit vom Tiefstand.

Der Zeitrahmen, in dem die Kerzencharts gezeichnet werden können, ist nahezu beliebig, also für Intraday-, Tages- oder Wochencharts.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Weygand, H. (2007), http://www.finanznachrichten.de Abbildung 18: Aufbau eines Candlestickcharts

2.4.2 Candlestickformationen

Es gibt verschiedene Kombinationen von Körpern und Schatten, die eine unterschiedliche Bedeutung haben. Zuerst werden die Grundformen genannt. Sie sind für die Candlestickanalyse unverzichtbar. Alle anderen Candlestickformationen werden aus den Grundformen zusammengesetzt.63

Wenn Tage eine große Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs haben, haben sie einen großen Körper und werden als „Long Days“ (Lange Tage) bezeichnet. Auf der anderen Seite haben Tage, an denen der Unterschied klein, einen kleinen Körper und werden „Short Days“ (Kurze Tage) genannt. Hierbei wird aber zunächst nur von der Größe des Körpers gesprochen und kein Bezug auf Höchst- und Tiefkurse genommen.64

Spinning Tops bezeichnen Kerzen, die einen kleinen Körper besitzen und einen oberen und unteren Schatten aufweisen, die jeweils länger als der Körper sind. Die Farbe des Körpers ist egal. Wenn Handelstage durch Spinning Tops geprägt sind, spielt meist eine große Unentschlossenheit der Händler eine Rolle.65

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entnommen aus: Rhoads, R. (2008), S. 109 Abbildung 19: Spinning Tops

Wenn die Kurse der Eröffnung und des Schlusses nahezu identisch sind, wird von sogenannten Dojis gesprochen. Die Schatten der Dojis können unterschiedlich lang sein. Entscheidend ist es jedoch, dass der Körper sehr klein ist, so dass die Eröffnungs- und Schlusskurse fast gleich sind.66

Es gibt verschiedene Arten von Dojis. Der Dragonfly-Doji besitzt einen langen unteren Schatten. Hierbei liegen die Eröffnungsnotierung, das Tageshoch und der Schlusskurs am Hoch seiner Kursspanne. Das Gegenteil ist der Gravestone-Doji. Hier liegen der Eröffnungs- und Schlusskurs direkt am Tagestief. Bei diesem Doji handelt es sich um ein sehr gutes Umkehrsignal.67 Beim Long Legged Doji liegen Eröffnungs- und Schlusskurs etwa in der Mitte zwischen dem Höchst- und Tiefstkurs.

[...]


1 Vgl. Loistl, O. (1996), S. 51

2 Vgl. Hielscher, U. (1999), S. 173

3 Murphy, J. (2011), S. 21

4 Murphy, J. (2011), S. 22

5 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 23

6 Murphy, J. (2011), S. 24

7 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 24

8 Vgl. Welcker (1986), S. 13

9 Vgl. Priermeier, T. (2006), S. 8

10 Vgl. Braun, J. (2007), S. 7

11 Vgl. Steiner, M. (2012), S. 231

12 Murphy, J. (2011), S. 24

13 Murphy, J. (2011), S. 24

14 Murphy, J. (2011), S. 25

15 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 25

16 Murphy, J. (2011), S. 25

17 Vgl. Braun, J. (2007), S. 41

18 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 43

19 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 43

20 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 43

21 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 44

22 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 44

23 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 45

24 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 47

25 Vgl. Priermeier, T. (1998), S. 16

26 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 63

27 Vgl. Braun, J. (2007), S. 44

28 Vgl. Braun, J. (2007), S. 45

29 Vgl. Schiller, W. (1971), S. 60

30 Vgl. Cesar, G. (1996), S. 97

31 Vgl. Welcker, J. (1982), S. 93

32 Vgl. Welcker, J. (1982), S. 104

33 Vgl. Braun, J. (2007), S. 47

34 Vgl. Braun, J. (2007), S. 50

35 Vgl. Cesar, G. (1996), S. 103

36 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 115

37 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 117

38 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 128

39 Vgl. Braun, J. (2007), S. 51

40 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 139

41 Vgl. Braun, J. (2007), S. 48

42 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 140

43 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 151

44 Vgl. Braun, J. (2007), S. 48

45 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 157

46 Vgl. Braun, J. (2007), S. 49

47 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 51

48 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 52

49 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 57

50 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 61

51 Vgl. Montassér, R. (2000), S. 64

52 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 52

53 Vgl. Loistl, O. (1996), S. 67

54 Vgl. Daeubner, P. (2005), S. 22

55 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 52

56 Vgl. Daeubner, P. (2005), S. 23

57 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 293

58 Vgl. Nison, S. (2011), S. 31

59 Vgl. Rhoads, R. (2008), S. 42

60 Vgl. Paesler, O. (2009), S. 13 ff.

61 Vgl. Corbitt, W. (2012), S. 18

62 Vgl. Nison, S. (2011), S. 42

63 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 296

64 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 295

65 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 295

66 Vgl. Murphy, J. (2011), S. 295

67 Vgl. Nison, S. (2011), S. 317

Details

Seiten
123
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656319764
ISBN (Buch)
9783656320555
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204080
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,7
Schlagworte
Markteffizienz DAX Kerzencharts Kapitalmarkttheorie CAPM Portfoliotheorie Markteffizienzhypothese

Autor

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Titel: Untersuchung der Markteffizienz des deutschen Aktienmarktes anhand der Candlestickmethode