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Kriegsberichterstattung 1870/1871 - Wie schildern Georg Hiltl und Ludwig Pietsch die Geschehnisse in Frankreich?

Forschungsarbeit 2011 43 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Worum geht es – Der deutsch-französische Krieg 1870/
2.1. Die Vorgeschichte
2.2. Der Anlass
2.3. Der Krieg
2.4. Die Folgen

3. Vorstellung der Autoren
3.1. Georg Hiltl
3.2. Ludwig Pietsch

4. Allgemeine Charakterisierung der Texte

5. Untersuchung der Berichte von Georg Hiltl
5.1. Welche Sprache benutzt er?
5.2. Beschreibungen
5.2.1. der Landschaft
5.2.2. des Feindes
5.2.3. der „Deutschen”
5.2.4. der Schlachten
5.2.4.1. Das Gefecht von Weißenburg
5.2.4.2. Die Schlacht bei Wörth
5.2.4.3. Bombardement und Kapitulation von Paris

6. Untersuchung der Berichte von Ludwig Pietsch
6.1. Welche Sprache benutzt er?
6.2. Beschreibungen
6.2.1. der Landschaft
6.2.2des Feindes
6.2.3. der „Deutschen”
6.2.4. der Schlachten
6.2.4.1. In Speyer und Landau: Erste Schlachtenstudien – Die Schlacht von Weißenburg
6.2.4.2. Die Schlacht von Wörth
6.2.4.3. Das letzte Schlachtfeld bei Paris

7. Zusammenfassung und Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lang ist es her. 1870 kämpften Preußen, der Norddeutsche Bund und die drei Süddeutschen Staaten gemeinsam gegen Frankreich und konnten 1871 einen Sieg erringen. Dabei kam es nach der Festnahme von Napoleon III nicht nur zum Ende des Zweiten Kaiserreiches in Frankreich, sondern auch zur Gründung des Deutschen Reiches.

Die vorliegende Seminararbeit wird sich mit der Kriegsberichterstattung in der Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71 befassen. Denn auch damals war es nicht anders als heute. Passierte irgendwo auf der Welt etwas, dauerte es nicht lange, bis auch darüber berichtet wurde. Viele Journalisten machten sich also auch 1870 auf den Weg nach Frankreich, um dort über die Geschehnisse auf dem Schlachtfeld und drum herum zu berichten. Das passierte allerdings nicht immer ganz objektiv. Oft wurden die deutschen Soldaten als Helden gefeiert und die französischen beschimpft. Manchmal hatten die Berichte sogar etwas von Propaganda. Und doch ist die Textgattung des Kriegsberichtes eine der interessantesten, die mir je begegnete, denn kein Geschichtsbuch kann lebendiger und authentischer von den Geschehnissen berichten, als die Menschen, die hautnah dabei waren.

In der vorliegenden Arbeit werden Kriegsberichte der Autoren Georg Hiltl und Ludwig Pietsch untersucht und miteinander verglichen. Mit welchen Schilderungen stimmen die Autoren überein? Welche Unterschiede weisen ihre Texte auf? Wie nehmen sie Land und Leute war? Wie wird mit den Themen Schlacht und Tod umgegangen? All’ diese Fragen sollen am Ende der Arbeit beantwortet werden können und auch dazu dienen, die Gattung des Kriegsberichtes näher zu erläutern.

Doch zunächst wird noch einmal ein kleiner Überblick gegeben, was in den Jahren 1870 und 1871 überhaupt passierte. Was war der Auslöser des Krieges, wie war der Verlauf und was waren die Folgen? Es folgt eine kurze Vorstellung der beiden Autoren, denn Georg Hiltl und Ludwig Pietsch sind für die heutigen Leser weitaus unbekannt. Danach werden die vorliegenden Kriegsberichte charakterisiert. Wie sind sie aufgebaut? Wie teilen die Autoren die Kapitel ein und warum waren die Autoren eigentlich in Frankreich vor Ort?

Mit dem fünften Kapitel beginnt der eigentliche Hauptteil der Arbeit. Zuerst werden die Kriegsberichte von Georg Hiltl näher untersucht. Was für eine Sprache benutzt er? Wie nimmt er die Landschaft war? Auch sein Blick auf die deutschen Soldaten und den Feind wird dargestellt. Danach geht es etwas genauer um das Thema der Schlachten. Exemplarisch werden die Schlacht von Weißenburg und die Schlacht bei Wörth zu Beginn des Krieges sowie das Bombardement vor Paris zum Ende des Krieges untersucht. Interessant wird sein, ob Hiltl die Schlachten zu Beginn und zum Ende des Feldzuges unterschiedlich wahrnimmt. Ähnlich sieht das Kapitel rund um die Kriegsberichte von Ludwig Pietsch aus. Nachdem ein Blick auf seine Sprache und die Beschreibungen von Landschaft, Freund und Feind geworfen wurde, geht es ebenfalls an exemplarischen Beispielen um die Schilderung der Gefechte. Ausgewählt wurden die ersten Schlachtenstudien von Speyer und Landau, sowie in Weißenburg und Wörth zu Beginn des Krieges und ebenfalls Beobachtungen zur Belagerung vor Paris.

Nach dem Hauptteil folgt das Schlusskapitel, indem nicht nur eine Zusammenfassung gegeben wird, sondern letztendlich auch der finale Vergleich der beiden Autoren stattfindet.

2. Worum geht es? – Der deutsch-französische Krieg 1870/71

2.1. Die Vorgeschichte

Dem deutsch-französischen Krieg gehen eine Menge Geschehnisse voraus, die man wissen muss, um den eigentlichen Konflikt zu verstehen. Denn der Krieg ist natürlich nicht aus dem Nichts entstanden. So muss man wissen, dass es Deutschland, so wie wir es heute kennen, vor dem deutsch-französischen Krieg nicht gab. Vielmehr gab es viele Kleinstaaten, sowie größere Staaten wie Preußen und Österreich, deren Völker zwar mehr oder weniger eine ähnliche Abstammung, Sprache und Geschichte hatten, aber dennoch nicht ein geeintes Land darstellten.

Ebenso gab es zu der Zeit vor dem Krieg mehrere Konflikte innerhalb Europas.

Einer davon war der Streit von Österreich und Preußen mit Dänemark, das 1863 durch einen Beschluss seines Reichstages die Einverleibung Schleswigs nach Dänemark vorsah.[1] Nachdem Dänemark einer Aufforderung auf Unterlassung nicht nachgekommen war, kam es zum Krieg, bei dem Preußen und Österreich die Abtretung der Herzogtümer Schleswig und Holstein erwirkten.[2] Doch zwischen Preußen und Österreich kam es zum Streit. Während Österreich aus Schleswig–Holstein einen eigenen Bundesstaat machen wollte, spekulierte Bismarck auf eine Eingemeindung nach Preußen. Da er den Konflikt mit Österreich vorhersah, bereitete er sich auf einen Krieg vor und bekam für den Fall der Fälle von Frankreich in Person von Napoleon III ein Neutralitätsversprechen.[3]

1866 kam es zur erwarteten Eskalation. Zusammen mit 17 norddeutschen Kleinstaaten und Italien kämpfte Preußen gegen Österreich und den Rest von Deutschland und erlangte einen Sieg. Als Resultat annektierte Preußen Schleswig, Holstein, Frankfurt am Main, Hannover, Nassau und Kurhessen. Ein Jahr später gründeten die Staaten nördlich des Rheins den Norddeutschen Bund, der sich aus insgesamt 21 Kleinstaaten und freien Städten zusammensetzte.[4]

Doch damit nicht genug. Der preußische Ministerpräsident und gleichzeitige Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck wollte auch Bayern, Baden, Württemberg und Hessen für den Bund gewinnen. Doch bei diesem Vorhaben hielten die Franzosen dann nicht mehr die Füße still. Napoleon III befürchtete einen möglichen französischen Machtverlust bei einem von Deutschland beherrschten Preußen. Außerdem forderte Frankreich für die Neutralität im Krieg zwischen Dänemark und Deutschland Gebietsabtretungen im Rhein-Gebiet und trieb damit den Norddeutschen Bund und die süddeutschen Gebiete aus Versehen immer weiter zusammen. Denn Bismarck arrangierte so genannte “Schutz- und Trutzbündnisse” zwischen dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten, um sich gegen den drohenden Feind aus Frankreich abzusichern.[5]

2.2. Der Anlass

War die Stimmung zwischen Preußen und Frankreich ohnehin schon aufgeheizt, führte, wie so oft in der Geschichte, ein Schlüsselerlebnis zum Ausbruch des Krieges. Als mit dem Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen ein entfernter Verwandter des preußischen Königs für den spanischen Königsthron nominiert wurde, sahen sich die Franzosen erneut um Macht innerhalb Europas beraubt.[6] Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich schließlich dem Norddeutschen Bund den Krieg, um eine weitere Einigung Deutschlands zu verhindern. Doch damit erreichten sie genau das Gegenteil.[7]

2.3. Der Krieg

Denn nicht etwa eine Verhinderung der deutschen Einheit, sondern eine Vorantreibung derselben wurde durch den Krieg bezweckt. Sofort nach der Kriegserklärung vereinigten sich die norddeutschen und die süddeutschen Staaten zu einer kämpfenden Masse. 400.000 deutsche Soldaten sollen 200.000 französischen gegenübergestanden haben. Der Krieg zog sich nach mehreren schnellen Erfolgen im August und September 1870 noch bis in den Februar 1871 hinein und endete mit einem Waffenstillstand.[8] Die heftigsten Schlachten fanden zu Beginn des Krieges in Weißenburg, Wörth und Sedan statt.[9]

2.4. Die Folgen

Am 10. Mai 1871 unterzeichneten die Kriegsnationen einen Friedensvertrag, der nicht nur festhielt, dass Frankreich fünf Milliarden Franc Kriegsentschädigung zahlen musste, sondern auch Elsaß und Lothringen abtreten musste. Doch eine andere Kriegsfolge war viel wichtiger. Die süddeutschen Staaten, die an der Seite des Norddeutschen Bundes siegreich kämpften, traten dem Bund bei und bildeten nun einen geeinten deutschen Nationalstaat mit König Wilhelm I von Preußen als deutschem Kaiser. Dieses wichtige Ereignis spielte sich aber schon vor dem eigentlichen Kriegsende ab. Am 18. Januar 1871 wurde in Versailles das Deutsche Reich ausgerufen, die eigentliche Entscheidung zum Zusammenschluss fiel bereits am 1. Januar 1871.[10]

3. Vorstellung der Autoren

3.1. Georg Hiltl

Georg Hiltl ist ein Schriftsteller, der bisher nicht oft untersucht worden ist und über den in Literatur und Internet sehr wenig zu finden ist. Einzig auf den Internetseiten der Deutschen Nationalbibliothek lässt sich finden, dass Hiltl von 1826 und 1878 lebte und neben der Schriftstellerei auch die Schauspielerei betrieb. Er soll vor allem Romane und wissenschaftliche Schriften verfasst haben. Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek lassen sich 15 Publikationen finden, darunter natürlich „Der französische Krieg von 1870 und 1871" (1873), aber auch Werke mit dem Namen „Der Kammerdiener des Kaisers” (1867) und „Preußische Königsgeschichten” (1875).[11]

Und auch wenn die freie Internet-Enzyklopädie Wikipedia nicht als zuverlässige Quelle gilt und normalerweise nicht in wissenschaftlichen Schriften zitiert werden sollte, finden sich zumindest dort ein paar wenige weitere Informationen über den behandelten Autor. So steht dort, dass er sowohl in Berlin geboren wurde, als auch dort starb.[12] Eine bayerische Herkunft, die der Nachname vermuten lassen würde, scheint damit ausgeschlossen. Außerdem steht dort, dass er sich sehr für das Thema der mittelalterlichen Waffen interessierte[13], was durch seine Veröffentlichung mit dem Titel „Waffensammlung S[eine]r Königlichen Hoheit des Prinzen Carl von Preussen” (1876) bestätigt sein dürfte.[14] Seine Karriere habe er mit der Übersetzung von französischen Schriften begonnen, bevor er große Erfolge mit historischen Werken gefeiert habe, die allerdings keinen höheren Ansprüchen genügt haben sollen.[15]

3.2. Ludwig Pietsch

Ein bisschen mehr als über Georg Hiltl, ist über den zweiten Autor Ludwig Pietsch zu finden und das auch in zuverlässigeren Quellen. So findet sich beispielsweise im “Großen Brockhaus” von 1933 ein Eintrag über den Autor. Dort heißt es, Pietsch sei am 25. Dezember 1824 in Danzig geboren worden und starb am 27. November 1911 in Berlin.[16] Zum Zeitpunkt des Krieges war er also 45 bzw. 46 Jahre alt. Er war Maler, Zeichner, Schriftsteller und schrieb auch Texte journalistischer Art. So begann er, nach einer fundierten Ausbildung bei der Danziger Kunst- und Gewerbeschule seine schreibende Karriere erst recht spät, nämlich im Jahre 1864 bei der Vossischen Zeitung.[17] Genau für dieses Blatt berichtete er während des deutsch-französischen Krieges über die dritte Armee.[18] Später schrieb er in Berlin über gesellschaftliche Ereignisse und genoss in dieser Rolle große Beliebtheit in der Stadt.[19] Außerdem waren natürlich Kunst, Mode und Reisen Themen seiner Veröffentlichungen. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Berichte über die Ereignisse in Frankreich manchmal wie ein Reisebericht wirken.

Beispiele seiner herausgegebenen Bücher sind: „Aus Welt und Kunst” (1867, zwei Bände), „Orientfahrten” (1870), „Von Berlin nach Paris” (1871) „Wallfahrt nach Olympia” (1879), und „Wie ich Schriftsteller geworden bin” (1893/94, zwei Bände). Zur besseren Charakterisierung sei ein Zitat des Journalisten Walther Kiaulehn erwähnt. Er schrieb über ihn:

Pietsch war ein begabter Maler, den seine gesellschaftlichen und kennerischen Talente immer mehr von der Staffelei abzogen. Er war der Intimus der Bürgerhäuser, in denen die Kunst geliebt wurde. Witzig und galant plauderte über alles, über Familien und neue Bilder, über Ausstellungen, über die Kleider der Damen, Soupers und Atelierbesuche.[20]

Genau dieses von Kiaulehn angesprochene Plaudern findet man auch in Pietschs Kriegsberichten, in denen ein Großteil des Textes Beschreibungen von Landschaft, Leuten und Begebenheiten fernab des Schlachtfeldes einnehmen (siehe Kapitel 4).

4. Allgemeine Charakterisierung der Texte

Georg Hiltls Aufzeichnungen beginnen nicht etwa mit der Reise nach Frankreich oder der ersten Schlacht, wie man es vermuten würde, sondern mit einer Einleitung über „Kaiser Napoleon III und die Kriegspartei.” Es folgen weitere Hintergrundinformationen, die Hiltl erst nach dem Krieg hinzugefügt haben wird. So geht es etwa um die Thronkandidatur des Prinzen von Hohenzollern, die Kriegserklärung und die Stimmung in Deutschland vor dem Krieg. Erst das achte Kapitel trägt den Titel „Kriegsvorspiel. Gefecht von Saarbrücken.” Davor hat Hiltl bereits auf 85 Seiten über die Umstände und die weiteren Hintergründe des Krieges berichtet.

Insgesamt sind Hiltls Kriegsberichte in zwei Bücher eingeteilt. Das erste Buch endet mit der Gefangennahme von Napoleon III nach der Schlacht von Sedan. 360 Seiten hat Hiltl da schon geschrieben. Das zweite Buch fast noch einmal 370 Seiten und handelt von der Einnahme der Städte Straßburg und Metz sowie der Belagerung von Paris. Selbstverständlich ist auch das Kriegsende im Buch beschrieben. Charakteristisch für Hiltl sind die langen Kapitel, die im Schnitt um die 30 Seiten fassen. Am Beginn jedes Kapitels fasst er in Stichworten zusammen, worum es im Detail in diesem Abschnitt des Berichts gehen wird.

Neben den Texten sorgt Georg Hiltl auch für eine visuelle Umsetzung des Krieges. Auffällig sind die zahlreichen Zeichnungen, die seinen Berichten beigefügt sind, aber nicht von Hiltl selbst, sondern größtenteils von Woldemar Friedrich stammen. Außerdem sind dem Buch am Ende noch Übersichtskarten beigefügt, anhand derer der Leser sich die Wege der Heere und den geographischen Standpunkt der Soldaten zum Zeitpunkt der Kämpfe besser vorstellen kann.

So viel zu Hiltl für den Moment. Eine genaue Untersuchung von Sprache und Inhalt seiner Berichte folgt in Kapitel fünf.

Der Preuße Ludwig Pietsch soll während des Krieges über die dritten Armee berichten. Dazu fährt er Anfang August ins Kriegsgebiet. Seine Berichte beginnen mit einer Zugfahrt am 3. August 1870. Eine Einleitung über die bisherigen Geschehnisse, wie Hiltl sie seinen Berichten vorausschickt, gibt es bei Pietsch nicht. Ein Grund könnte das schnelle Erscheinungsdatum nach dem Krieg sein. Pietschs Aufzeichnungen erschienen bereits 1871, während die erste Ausgabe von Hiltls Texten bis 1873 auf sich warten ließ.

Pietschs Texte haben Tagebuchcharakter und enden am 3. März 1871, dem Tag, an dem die deutschen Truppen aus Paris abzogen. Auch er führt, genau wie zuvor Hiltl, jedem Kapitel eine kleine Zusammenfassung des Inhalts voran, die den Aufenthaltsort und die wichtigen Geschehnisse schon einmal zur Sprache bringt. Die einzelnen Kapitel bewegen sich in einem Rahmen zwischen acht und 15 Seiten und sind damit um einiges kürzer als die Texte bei Georg Hiltl. Auch Zeichnungen gibt es bei Pietsch nicht. Das ist umso auffälliger, weil wir ja wissen, dass Pietsch auch als Maler und Zeichner sein Geld verdiente. Auch Übersichtskarten, wie es sie bei Hiltl gibt, sind bei Pietsch im Anschluss an die Texte nicht zu finden. Weitere Informationen zu den Berichten von Ludwig Pietsch folgen im sechsten Kapitel.

5. Untersuchung der Berichte von Georg Hiltl

5.1. Welche Sprache benutzt er?

Insgesamt benutzt Georg Hiltl eine leicht verständliche Sprache. Auffällig sind die zahlreichen Metaphern rund um das Thema Krieg und Schlachten, die er immer wieder verwendet. So beginnt ein Tag einmal mit einer Schlacht, die er einen “blutigen Tagesgruß”[21] nennt und einmal muss er sich nach einem Gefecht die “blutgetränkten” Berge ansehen.[22]

Neben Metaphern benutzt Hiltl auch weitere sprachliche Mittel, am Häufigsten Personifikationen. Die Hörner, die immer ein Vorbote von schlimmen Schlachten sind, rufen[23] zum Beispiel, während der Tod nach einem besonders schweren Gefecht seine Ernte erhält.[24] Am Ende der Schlacht schweigt das Feuer[25], wo vorher noch die Batterien gejagt haben[26] und am Ende des Krieges starren die zerschossenen Mauern in den Himmel.[27] Im gesamten Text lassen sich noch unzählige weitere Beispiele solcher Art finden. Und auch Vergleiche fehlen in seinem Text nicht. Die Soldaten stürzen sich beispielsweise wie ein Schwarm Bienen in den Kampf[28] und ein Schloss, auf dem ein wilder Kampf tobt, sieht mit einem Mal aus wie ein Krater.[29]

Auffällig ist auch die häufige Verwendung von Adjektiven, wenn es um die Gefechte geht. So donnern einige Schüsse und Kugeln sausen den Soldaten um die Köpfe herum.[30] Manchmal sind die Schüsse des Feindes auch wohlgezielt[31] und zerreißen dadurch die Pferde.[32]

[...]


[1] Vgl. Möhring/Schmidt, S.227.

[2] Vgl. Ebd., S.227.

[3] Vgl. Ebd., S.227.

[4] Vgl. Ebd., S.227.

[5] Vgl. Ebd., S.228.

[6] Vgl. Ebd., S. 228.

[7] Vgl. Helmert, S.179.

[8] Vgl. Möhring/Schmidt, S.228.

[9] Vgl. Helmert, S.196 ff.

[10] Vgl. Möhring/Schmidt, S.228.

[11] Deutsche Nationalbibliothek: http://d-nb.info/gnd/100803822

[12] Wikipedia Hiltl: http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Hiltl

[13] Ebd.

[14] Deutsche Nationalbibliothek: http://d-nb.info/gnd/100803822

[15] Wikipedia Hiltl: http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Hiltl

[16] Brockhaus, S.564.

[17] Ebd., S.564.

[18] Pietsch, S.20.

[19] Brockhaus, S.564.

[20] Kiaulehn, S.324.

[21] Hiltl, S.132.

[22] Ebd., S.161.

[23] Ebd., S.135.

[24] Ebd., S.146.

[25] Ebd., S.157.

[26] Ebd., S.158.

[27] Ebd., S.728.

[28] Ebd., S.137.

[29] Ebd. S.144.

[30] Ebd., S.136.

[31] Ebd., S.144.

[32] Ebd., S.146.

Details

Seiten
43
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656307990
ISBN (Buch)
9783656311331
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204029
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Germanistisches Institut
Note
1,0
Schlagworte
Kriegsberichterstattung deutsch-französischer Krieg Georg Hiltl Ludwig Pietsch Napoleon III Otto von Bismarck Schlachten Krieg Kriegsbericht

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