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Die Idolenlehre nach Francis Bacons "Novum Organon"

Eine Untersuchung zum Umfang dieser Lehre, der Leistung Bacons und der sinnvollen Ausschaltung aller Idole

Hausarbeit 2011 14 Seiten

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die alte Wissenschaft und der Unterschied zur neuen Wissenschaft
2.1 Der Stand der Wissenschaft
2.2 Die wesentlichen Veränderungen in der neuen Wissenschaft

3 Die Idolenlehre
3.1 Die vier Arten der Idole
3.1.1 Die Idole des Stammes
3.1.2 Die Idole der Höhle
3.1.3 Die Idole des Marktes
3.1.4 Die Idole des Theaters
3.2 Die Beseitigung der Idole
3.3 Der Sinn einer gänzlichen Ausschaltung der Idole
3.4 Die Leistung Bacons

4 Fazit

Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Sekundärliteratur:

1 Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit wird Francis Bacons 1620 veröffentlichtes Hauptwerk Instauratio magna – Große Erneuerung der Wissenschaften untersucht. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der 2. Teil des insgesamt 6-bändig geplanten unvollendeten Werkes. Dieser Teil trägt den Titel Novum Organon – Neues Organon oder Die wahre Anleitung zur Interpretation der Natur.

In Bacons Werk soll ein neuer Weg des wissenschaftlichen Arbeitens gezeigt werden, der stark zusammengefasst darin besteht die zur Zeit der Entstehung der Instauratio gängige Methode der Deduktion durch die spezielle durch Bacon dargelegte induktive Methode zu ersetzen. Die Voraussetzung dafür, dass diese induktive Methode funktionieren kann, ist aber, dass die im Novum Organon dargelegte Idolenlehre berücksichtigt wird.

Die Idolenlehre soll wegen ihrer so wichtigen Rolle für die Wissenschaftskonzeption Bacons, die unser heutiges Wissenschaftsverständnis stark geprägt und bestimmt hat, im Fokus dieser Arbeit stehen. Es soll untersucht werden, was von der Idolenlehre erfasst wird und welche Leistung Bacon damit erbracht hat. Außerdem soll die Frage erörtert werden, ob es tatsächlich sinnvoll ist die Idole komplett auszuschalten, wie Bacon es fordert.[1]

2 Die alte Wissenschaft und der Unterschied zur neuen Wissenschaft

Zunächst ist es für eine adäquate Beurteilung der Forderungen Bacons wichtig zu wissen, wie er den aktuellen Zustand der Wissenschaft einschätzt und beurteilt und wieso er dies tut. Dies ermöglicht es die Gründe für eine bestimmte Beurteilung besser nachzuvollziehen. Anschließend wird die baconische Erneuerung der Wissenschaft dargestellt, wobei die Veränderungen, die er einführen will, im Fokus stehen.

2.1 Der Stand der Wissenschaft

Bacon vergleicht die Wissenschaft zu seiner Zeit mit einem „äußerlich prächtigen Bau ohne sicheres Fundament.“[2] Die in der Wissenschaft verwandten Begriffe versieht er daher mit den Etiketten der „Willkür und Unbeständigkeit.“[3] Den Hauptfehler sieht er darin, dass sich die Menschen nur auf ihren Verstand und die Mittel der Dialektik verlassen, um Probleme zu verhandeln, anstatt geeignetere Hilfsmittel zu verwenden, „die an sich im menschlichen Bereich liegen“[4]. Die Syllogismen, die die Dialektiker als Beweise anführen sind nach Bacon „trügerisch“[5], da sie aus Sätzen und Worten bestehen, die sich auf die unzulänglich abstrahierten Begriffe beziehen.[6]

Er stellt fest, dass zwar „zahlenmäßig viel, wertmäßig [jedoch] wenig Neues und Gutes“[7] entwickelt wird. Dies liege vor allem daran, dass die Forschung derzeit nur aus einem System von Lehrern und Schülern bestehe und demzufolge keine neuen Erfinder hervorbringe.[8] Altes werde oft nur in neuem Glanz veröffentlicht und mit vielen Worten ausgeschmückt und zusammengefasst.[9] Diese Meinung wird deutlich, wenn er erklärt, dass einige Menschen „gewisse Schriftsteller rühmen und sie in sklavischer Weise […] umkreisen.“[10] Er macht damit auf den Missstand aufmerksam, dass es ein anerkanntes Vorgehen war, sich bei einer Argumentation auf sogenannte Autoritäten zu stützen, also auf anerkannte Wissenschaftler eines bestimmten Fachgebiets. Dazu passt auch, dass die Stagnation, die in der Wissenschaft vorliegt, „aus dem Selbstvertrauen einiger und aus der Sorglosigkeit und Trägheit der übrigen entstanden ist.“[11]

Bacon fügt jedoch hinzu, dass es auch Forscher gegeben hat, die sozusagen gegen den Strom der allgemein anerkannten Meinung angeschwommen sind. Diese hatten aber gegen die Menge, die einfache und leicht verständliche Lehren bevorzugt, keine Chance. Deshalb haben unkomplizierte Lehren „am meisten Aussicht auf Erfolg, da sie sich die Zustimmung erschleichen oder erschmeicheln.“[12]

[...]


[1] Vgl. Bacon, Francis: Neues Organon, Teilband 1, Hrsg.: Wolfgang Krohn, Hamburg 1999², S. 145.

[2] Bacon, a.a.O., S. 5.

[3] Bacon, a.a.O., S. 3.

[4] Bacon, a.a.O., S. 3.

[5] Bacon, a.a.O., S. 43.

[6] Vgl. Bacon, a.a.O., S. 3, 5, 43.

[7] Bacon, a.a.O., S. 15.

[8] Vgl. Bacon, a.a.O., S. 15.

[9] Vgl. Bacon, a.a.O., S. 83.

[10] Bacon, a.a.O., S. 17.

[11] Bacon, a.a.O., S. 17.

[12] Bacon, a.a.O., S. 19.

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656288459
ISBN (Buch)
9783656290377
Dateigröße
9.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202937
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Philosophie
Note
1,7
Schlagworte
Bacon Novum Organon Wissenschaftstheorie Idolenlehre

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