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Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus

Mit besonderer Berücksichtigung der Stadt Viersen

Facharbeit (Schule) 2012 18 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kindheit und Jugend während des Nationalsozialismus

mit besonderer Berücksichtigung der Stadt Viersen

1. Ursachen der faschistischen Machtergreifung

2. Propaganda und die nationalsozialistische Erziehung/ Kindheit und Jugend der deutschen Bevölkerung während des Nationalsozialismus
2.1. Nationalsozialistische Anthropologie und Erziehungslehre
2.2. Hitlers Jugendideal
2.3. Das deutsche Mädchen/ die deutsche Frau
2.4. Das Schulwesen, geprägt vom Nationalsozialismus

3. Hitlerjugend und BDM

4. Kindheit und Jugend der jüdischen Bevölkerung während des Nationalsozialismus
4.1. Die Lebensumstände
4.2. Das Schulwesen

Fazit

Einleitung

Ich habe mich für das Thema „Kindheit und Jugend während des Nationalsozialismus mit besonderer Berücksichtigung der Stadt Viersen“ entschieden, da mich die Thematik des Nationalsozialismus weitgehend beschäftigt. Ein weiterer Aspekt ist das Interesse, mich mit der Erziehung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen. Die Entscheidung, die Ausarbeitung teils auf die Stadt Viersen zu beziehen, wurde durch die persönliche Verbindung, die ich zu Viersen, meiner Heimatstadt habe, bedingt. Außerdem dient dies jedoch auch als Eingrenzung des weitreichenden Themenkomplexes. Die parallele Darstellung der jüdischen Kindheit und Jugend und der Deutschen dient zur Veranschaulichung der Differenz zwischen diesen zwei Gruppierungen und verdeutlicht die Absurdität der Rassentrennung. Menschen wurden von einander unterschieden und in zwei Gruppen eingeteilt, die überlegene, arische, deutsche Rasse und die minderwertige, unbedeutende jüdische Rasse, die keinerlei Wert besitzt. In diesem Zusammenhang stellt sich für mich die Frage, wie es zu so einem Denken und Handeln kommen konnte. Wurde das nationalsozialistische Gedankengut schon bei der Erziehung eingeprägt? Und wenn ja, welche Ziele verfolgte diese Ideologie und inwiefern wurden die Kinder und Jugendlichen von dieser beeinflusst? Zudem würde ich gerne auf die Folgen der Unterdrückung und Verfolgung der jüdischen Kinder zu sprechen kommen. Wie haben sie es erlebt? Haben sie dieses Handeln verstanden und nachvollziehen können? Auf diese Fragen werde ich versuchen, mit Hilfe der folgenden Gliederung, im Laufe dieser Arbeit einzugehen und sie zu beantworten:

1. Machtübernahme durch die NSDAP und Hitler
2. Propaganda und nationalsozialistische Erziehung
3. Kindheit und Jugend der deutschen Bevölkerung (teilweise bezogen auf die Stadt Viersen)
4. Kindheit und Jugend der jüdischen Bevölkerung (teilweise bezogen auf die Stadt Viersen)

Diese Gliederung baut auf einander auf, was zur Aufgabe hat, das Verständnis des Prozesses der Ausrottung der jüdischen, beziehungsweise nicht-arischen Rasse und der Privilegierung der Deutschen, zu veranschaulichen.

Kindheit und Jugend während des Nationalsozialismus

mit besonderer Berücksichtigung der Stadt Viersen

Zu Beginn meiner Arbeit werde ich die Machtübernahme der nationalsozialistischen Partei, der NSDAP, und Adolf Hitlers erläutern. Außerdem die Fragen, wie es dazu kommen konnte, das diese Partei an die Macht kam und Adolf Hitler überhaupt zum Reichskanzler gewählt werden konnte. Dabei werde ich ebenfalls auf die Entwicklung in Viersen eingehen.

1. Ursachen der faschistischen Machtergreifung

Zur Zeit der Weimarer Republik wollten rechtskonservative Gruppen die Ergebnisse des Ersten Weltkrieges revidieren und den Versailler Vertrag bekämpfen. Im Jahre 1925 wurde der General Paul von Hindenburg, ein eingefleischter Monarchist, zum Reichskanzler erwählt. Die Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 brachte für Deutschland verheerende Folgen mit sich: Im Jahre 1932 stieg die Arbeitslosigkeit auf 44%, es folgten ebenfalls schwere politische Erschütterungen, da die Wahlen keine regierungsfähige Mehrheit ergaben.

In Mitten dieser Hoffnungslosigkeit, der Not und des Elends schafften die Arbeiterparteien es nicht, dem Volk einen Ausweg aus dieser Situation zu zeigen. Durch die beim sechsten Weltkongress formulierte " Sozialfaschismus"-Theorie wurde das Vorgehen gegen den Hitler-Faschismus verhindert. Außerdem überwanden viele Konservative ihre Abneigung gegen Hitler, da sie aus Angst vor den Kommunisten auf die Nationalsozialisten umschwenkten. Auch am Niederrhein wurde Hitler nach und nach immer mehr unterstützt, da die Bevölkerung ihn im den "lang ersehnten, starken Mann" sah, der endlich Ordnung schaffte. Die NSDAP fand ihre politische und finanzielle Unterstützung in industriellen Kreisen.

Bis zum Jahre 1926 blieb Viersen unberührt von der Propaganda der NSDAP. Ihre erste Tätigkeit in diesem Gebiet war eine Vortragsveranstaltung am 24. September 1927 in dem Hotel Gansen, welche von der Ortsgruppe der Stadt Mönchengladbach organisiert wurde. Die Hauptthematik, die bei dieser Veranstaltung ausgeführt wurde, war der Nationalsozialismus, als Deutschlands einzige Rettung. Im April des Jahres 1931 wurde jedoch auch eine Ortsgruppe in Viersen gegründet, die ihre finanzielle Einnahmequelle in den Großveranstaltungen in der Festhalle fand.[1]

Viele Anhänger von konservativen Parteien überwanden ihre Abneigung und Zweifel gegenüber Hitler, aufgrund der Angst, die sie vor den Konservativen bekamen. Diese Angst war unter Anderem bedingt durch den Reichstagsbrand am 28. Februar 1933, der von den Nationalsozialisten gestiftet und den Kommunisten angehängt wurde. In Folge dessen wurde eine „Reichstagsverordnung“, die die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft setzte und die Opposition entfähigte, verfasst. Diese Verordnung galt offiziell zum Schutze der Bevölkerung, befähigte jedoch jeden Menschen, ohne jegliche Anklage noch Beweise festzunehmen und in „Schutzhaft“ zu nehmen. Mit Hilfe dieses Rechtes wurden tausende von Konservativen oder anderen politischen Gegnern ohne Grund verhaftet, misshandelt, wenn nicht sogar getötet.

Viele Viersener leisteten Widerstand und demonstrierten gegen die Gesetze, doch die NSDAP ließ sich nicht Einschüchtern, nutzte ihre Macht gegen die Demonstranten aus und setze ihre Propaganda fort.

Die Situation spitzte sich zu, als es am 31. Januar 1933 zu großen Demonstrationen kam, da viele Bürger die Gefahr in Hitlers Politik erkannten. Am selben Tag fielen Schüsse und tragen Teilnehmer dieser Protestaktionen. Abends marschierten die NSDAP- Anhänger durch die Innenstadt und zerstörten jüdische Geschäfte, indem sie die Fensterscheiben eintraten und verschmutzen. Die Nationalsozialistische Partei gewann immer mehr an Macht und übernahm in Kürze auch in Viersen die politische Führungsposition.[2]

[...]


[1] Vgl. Arie Nabrings; „ Der kurze Weg zur Macht“; S.7-10

[2] Vgl. Heinrich Ernst; „Widerstand und Verfolgung“ ; S. 3-62;

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656335597
ISBN (Buch)
9783656336327
Dateigröße
2.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202782
Note
13 Punkte (1-)
Schlagworte
Kindheit Jugend Viersen zweiter Weltkrieg Hitler Erziehung Juden Hitlerjugend NRW

Autor

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Titel: Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus