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Kinderlyrik in der Romantik

Hausarbeit 2007 14 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kinderlyrik

3. Romantik

4. Kinderlyrik in der Romantik

5. Beispiele für romantische Kinderlyrik
5.1 Die Riesen
5.2 Morgenlied von den Schäfchen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Kinderlyrik. Speziell möchte ich dabei die Zeit der Romantik in Augenschein nehmen.

Im ersten Teil der Arbeit geht es allgemein um den Terminus der Kinderlyrik. Ich werde beschreiben, wie dieser Begriff definiert wird, und welche verschiedenen Formen der Lyrik für Kinder es gibt. Dabei wird auch knapp dargestellt, wie sich die Kinderlyrik im Laufe der Zeit verändert hat.

Im zweiten Teil werde ich mich dann mit der Epoche der Romantik und der Stellung der Kinderlyrik zu dieser Zeit beschäftigen. Zunächst werde ich dabei einen kurzen Überblick über die Epoche der Romantik allgemein geben, bevor ich mich der Kinderlyrik widme. Um die Hintergründe zu verstehen werde ich erst das Kindheitsbild, das in der Romantik vorherrschte, beschreiben. Daraus ergeben sich dann nämlich unter anderem die Themen für die Kinderlyrik dieser Zeit, die ich dann im Folgenden näher erläutern möchte.

Die herausgearbeiteten Merkmale der romantischen Kinderlyrik möchte ich zum Schluss an zwei Werken dieser Zeit verdeutlichen. Die ausgewählten Gedichte werde ich dann aufgrund sowohl formaler, als auch thematischer Merkmale, in die Epoche einordnen.

Grundsätzlich möchte ich im Folgenden herausarbeiten, welche typischen Merkmale Kinderlyrik allgemein und speziell in der Romantik hatte.

2. Kinderlyrik

Bevor ich mich mit dem Begriff Kinderlyrik beschäftige, möchte ich zunächst allgemein den Begriff Lyrik klären. Denn Kinderlyrik ist ein Teilgebiet der Lyrik, eben Lyrik, die „irgendwie mit Kinder zu tun hat“[1] .

Lyrik ist neben Epik und Dramatik eine der drei literarischen Gattungen. Das Lyrische hat eine poetisch-stilistische Grundhaltung und ist „schlicht und einfach literarische Rede in Versen“[2] . Typische Merkmale von Lyrik sind Reim, Gliederung in Verse und Strophen und ein bestimmter, häufig singbarer Rhythmus. Außerdem ist die Sprache, die die Lyrik gebraucht, oft nicht eindeutig. Sie lässt viele Interpretationen zu, ist bildreich und regt so die Fantasie an.

Eine Untergruppe der Lyrik ist also die Kinderlyrik. Aber wie genau kann man diese definieren? Formal gesehen hat Kinderlyrik „die gleichen Strukturen wie die Erwachsenenlyrik, auch wenn sie gewissen Einschränkungen unterliegt“[3] . Häufig formulierte Qualitätsmerkmale sind: „Wenn du für Kinder schreiben willst, musst du für Erwachsene schreiben – nur besser“ oder „Ein guter Text für Kinder muss auch ein guter Text für Erwachsene sein, einen Unterschied gibt es gar nicht“[4] .

Natürlich gibt es aber auch typische Merkmale von Kinderliteratur. „Gedichte für Kinder bilden einen vergleichsweise überschaubaren Textcorpus“[5] und bedienen sich meist einer leicht verständlichen, angebrachten Sprache. Sie sollen oft Freude an Klang, Reim und Rhythmus und am Enträtseln poetischer Bilder vermitteln.

Der Begriff Kinderlyrik umfasst ein so weites Feld, dass man verschiedene Typen kinderlyrischer Texte unterscheidet:

Kinderreim/Kindervers

Kindergedicht

Kinderlied

Kinderspiel/Spielvers

Sprachspiel

Die Grenzen zwischen den Formen verlaufen fließend, weshalb eine genaue Definition der einzelnen Bereiche schwierig ist.

Kinderreime, Kinderspiele und Sprachspiele lassen sich zusammengefasst beschreiben, da sie sich recht ähnlich sind. Es sind meist kurze Verse von einfacher Form. Abzählverse, Fingerspiele und Kniereiter gehören zum Beispiel zu dieser Gruppe. Oft sind Handlungen und Interaktionen mit den Reimen verbunden, weshalb sie oft in Spielen mit kleinen Kindern vorkommen und auch häufig mündlich überliefert werden. Bei der Länge der Kinderreime spielen auch oft Quantitäten aus der Umwelt des Kindes eine Rolle. Dazu gehören zum Beispiel Körperteile, Wochentage, Jahreszeiten oder Buchstaben.

Die Form des Kinderliedes wird bestimmt durch die Verbindung von Text und Musik. Kinderlieder sind im Prinzip nichts anderes als Gedichte, die, oft auch erst viel später, mit einer Melodie unterlegt sind. „Eine Fülle von Volksliedern (wird) inzwischen ebenso dem Kinderliedgut (...) zugerechnet.“[6] Und auch die sogenannten Spiellieder gehören in diese Gruppe. Dabei sind die Lieder mit einer Handlung verbunden und es wird oft im Kreis gespielt. Die meisten Kinder werden zumindest aus Schule und Kindergarten Spiele kennen wie Plumpssack oder Häschen in der Grube. „Viele Texte der Kinderlyrik fordern von ihrer sprachlichen und formalen Gestaltung her einen liedhaften Vortrag geradezu heraus.“[7]

Eine noch umfangreichere Gruppe bilden die Kindergedichte. Diese unterscheiden sich von den Kinderreimen zunächst dadurch, „dass sie überwiegend von Erwachsenen für Kinder geschrieben und schriftlich tradiert werden“[8] . Hierbei wird auch oft eine Unterscheidung zwischen Gedichten für Kinder und Kindergedichten gemacht.[9] Gedichte für Kinder werden dabei verstanden als nicht explizit für diese geschrieben, sie werden aber von ihnen begriffen und geschätzt. Kindergedichte dagegen sind eigens für Kinder verfasste Gedichte. Diese Begriffsunterscheidung hat sich aber allgemein nicht durchsetzen können und man versteht den Terminus Kindergedicht als Oberbegriff.

Kindergedichte orientieren sich „an Gestaltungsformen der Lyrik für Erwachsene“[10] und haben jeweils einen thematischen Schwerpunkt. Im Laufe der Zeit und in den verschiedenen Epochen haben sich diese Themen natürlich stetig geändert. Oft werden auch abgeschlossene Handlungen und Geschehnisse geschildert, so dass das Gedicht eine Geschichte erzählt.

In den Anfängen der Kinderlyrik fand man noch überwiegend pädagogische Absichten in den Gedichten, heutzutage gibt es vermehrt auch sogenannte Nonsens-Gedichte für Kinder. Ein wichtiges Kriterium der Kinderdichtung war aber immer, dass die Kinder als Erwachsene von morgen angesprochen werden. „Das Kind wird also ernst genommen.“[11]

Ein auffallendes Merkmal der Kinderlyrik, das sich aus den vielen verschiedenen Untergruppen ergibt, ist, dass

„alle Formen sinnlicher Wahrnehmung – stärker als im Erwachsenenbereich – eingeschlossen (sind): Sprechen, Hören, Sehen, Spielen, Greifen, Fühlen, Singen, Musizieren, Sich-Bewegen“[12] .

[...]


[1] Thiele, Jens / Steitz-Kallenbach, Jörg: Handbuch Kinderliteratur. Grundwissen für Ausbildung und

Praxis. Freiburg 2003. S. 160.

[2] Jeßing, S. 80.

[3] Kliewer, Heinz-Jürgen / Kliewer, Ursula (Hg.): Die Wundertüte. Alte und neue Gedichte für Kinder.

Überarbeitete und ergänzte Neuausgabe. Stuttgart 2005. S. 316.

[4] Kliewer. S. 326.

[5] Kliewer. S. 323.

[6] Thiele. S.169.

[7] Franz, Kurt: „Kinderlyrik“. In: Günter Lange (Hg.): Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur.

Bd.1. Baltmannsweiler 2000. S. 201-227, S. 208.

[8] Thiele. S. 164.

[9] vgl. Krüss, James (Hg.): So viele Tage wie das Jahr hat. Gedichte für Kinder und Kenner. 2. Aufl.

Gütersloh, u.a. 1971. S. 284.

[10] Thiele. S. 165.

[11] Krüss. S. 291.

[12] Kurt, S. 201.

Details

Seiten
14
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656289968
ISBN (Buch)
9783656290742
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202692
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Schlagworte
Kinderlyrik Germanistik Literaturwissenschaft Romantik

Autor

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Titel: Kinderlyrik in der Romantik