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Entstehung und Bedeutung von SaaS (Software as a Service)

SaaS und Cloudcomputing aus Sicht des Service-Gedankens

Seminararbeit 2011 17 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Einführung in das Themengebiet
1.2. Problem- und Zielstellung
1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2. Software as a Service
2.1. Entstehung und Entwicklung von SaaS
2.2. Von ASP zu SaaS
2.3. Cloud-Computing
2.3.1. Infrastruktur as a Service
2.3.2. Platform as a Service

3. Bedeutung von SaaS
3.1. SaaS im Altag
3.2. SaaS für Unternehmen
3.3. Kritik an SaaS

4. Fazit und Ausblick

5. Quellen-Angaben.

1. Einleitung

Die breitbandige Vernetzung der Welt und damit einhergehende jederzeit und überall zur Verfügung stehende Anbindung bietet genau die richtigen Parameter um Software als einen Service zur Verfügung zu stellen. Diese Geschäftsmodell nennt sich „Software as a Service" kurz „SaaS" und entstand um die Jahrtausend­wende als Weiterentwicklung des „Application Service Providing" kurz „ASP". Je­doch war „ASP" aus guten Gründen kein sehr erfolgreiches Konzept und darf daher von Struktur und Aufbau nicht mit SaaS gleichgesetzt werden.

1.1. Einführung in das Themengebiet

Der Grundgedanke hinter SaaS ist es dem Nutzer eine Standardsoftwarelösung als Dienstleistung über das Internet zur Verfügung zu stellen. Zur Nutzung benötigt der Anwender lediglich einen Internet-Zugang und einen Webbrowser. Man spricht bei SaaS auch häufig von der „Software aus der Steckdose", da man bei diesem Mo­dell keine komplexe Hardware benötigt und auch Installations- sowie Wartungs­aufwand entfallen.

Der nächste Schritt in der Evolution von Software as a Service ist das so genannte Cloud-Computing. Da der Bedarf an SaaS-Lösungen immer größer wird und die Anbieter hohen Kundenwachstum zu verzeichnen habe, ist auch die Anforderung Rechnen- und Speicherleistung angestiegen. Die benötigte Leistungen bei gleich­zeitiger Minimierung von Ausfällen und Wartungsaufwand kann am besten durch komplexe Vernetzung von Hardware zu einer großen Service-„Wolke" erzielt wer­den. Der Begriff Cloud-Computing umschreibt die Art (Dienst-)Leistungen generiert werden - nämlich: es passiert da draußen „in den Wolken" und nicht mehr auf dem eigenen Computer oder auf unternehmensinternen Servern. Cloud-Computing ist auch eine Beschreibung für „Everything-as-a-Service" auch „XaaS" genannt.

1.2. Problem- und Zielstellung

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Entstehungsgeschichte von SaaS sowie die Bedeutung des Modells für Anwender und Anbieter.

Neben der Entstehung dürfen jedoch auch der aktuelle Stand sowie die möglich Weiterentwicklung des Modells nicht fehlen. Die Entwicklung von SaaS steht nicht still und wird in der aktuellen Evolutionsstufe nicht mehr singulär betrachtet, son­dern als Bestandteil des Cloud-Computing, dem aktuell eine große Aufmerksam geschenkt wird.

Grundlegend grenzt sich die SaaS-Sichtweise der Softwarenutzung von einer loka­len Installation ab und stellt damit ein klassisches Outsourcing[1] der Bereitstellung von Anwendungen für den Anwender da. Aus Sicht des Anbieters entsteht ein Ge­schäftsmodell für die Bereitstellung den Vertrieb von Anwendungen über das Inter­net zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet auch, dass die herkömmlichen Lizenz­Modelle nicht mehr funktionieren und neue Vertriebs-ansätze entstanden sind, die vor allem Kosten-Einsparungen und Skalierbarkeit für KMU und Startups mit sich bringen.

Neben dem Hype um die Vorteile von SaaS und Cloud-Computing gibt es aber auch Nachteile bzw. Probleme für Anwender und Anbieter. Die beiden größten Probleme, Ausfallsicherheit und Datenschutz, müssen daher bei der Auswahl von SaaS-Lösungen berücksichtig werden und bedürfen einer eindeutigen vertraglichen Regelung.

1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Um ein grundlegendes Verständnis für SaaS zu schaffen, behandelt diese Arbeit im ersten Schritt die Entstehung von SaaS und die Abgrenzung zu ASP. Auf diesen Grundlagen wird weiterhin die Entwicklung zum Cloud-Computing und dessen Be­deutung für SaaS erläutert. Darauf folgt die Analyse der Bedeutung des SaaS- Model für Anwender und Anbieter im B2B-Bereich mit den daraus entstehenden Vorteilen und Problemen für beide Seiten, sowie die Nutzung von SaaS im Alltag.

2. Software as a Service

„SaaS is any Standard application delivered over the platform of the Web to a user, typically accessing the application through a browser"

(Siemens IT Solutions and Services 2009)

Im Gegensatz zu einer klassischen Software, welche der Benutzer auf seinem ei­genen Rechner einspielen muss und auch für Instandhaltung und Aktualisierung verantwortlich ist, werden bei SaaS alle diese Aufgaben von einem Anbieter (im IT- Outsourcing „Provider" genannt) übernommen. Der Kunde bzw. Anwender benötigt lediglich einen Internetzugang und ein Gerät mit Webbrowser. Rechenleistung und Daten werden somit nicht mehr beim Anwender lokal gespeichert und verarbeitet, sondern beim Provider der SaaS-Lösung. Anwendung und Daten stehen somit glo­bal zur Verfügung und der Anwender ist nicht mehr örtlich gebunden. Der Kunde hat auch keine großen Investitionskosten für Software-Lizenzen, sondern zahlt nur für die Nutzung das so lange und so viel benötigt wird.

SaaS-Lösungen sind im Prinzip Webapplikationen[2], die sich dank AJAX[3] genauso schnell und elegant bedienen lassen wie lokal installierte Software. Diese schnelle und elegante Bedienungsmöglichkeit - was essentiell für die Akzeptanz bei den Anwendern ist - zusammen mit der wachsenden Bandbreite des Internets sind die beiden Grundlegenden Bausteine für den Erfolg von SaaS.

Die Grundidee von SaaS ähnelt hierbei sehr stark dem Konzept von Strom aus der Steckdose. Kaum jemand hat zu Hause oder im Unternehmen einen Strom­generator der teuer eingekauft und aufwendig instandgehalten werden muss. Wer Strom braucht bezieht diesen aus der Steckdose und bezahlt nur so viel wie ver­braucht wurde.

2.1. Entstehung und Entwicklung von SaaS

Seit der Erfindung des Computers versuchen Unternehmen mit Hilfe von Software­Lösungen die internen Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Der Bedarf nach Optimierung von Prozessen hat Standard-Softwarelösungen für verschiedene Zwecke hervorgebracht. Viele Anbieter sind damit groß geworden diese Software zu entwickeln und über Nutzungslizenzen an die Unternehmen zu verkaufen. Mit der Administration, Instanthaltung und Aktualisierung werden dabei meist eigene IT-Abteilungen mit Experten-Wissen aufgebaut. Neben den hohen Kosten für die IT-Abteilungen entsteht das Problem der hohen Anschaffungskosten für Soft- und Hardware und die damit einhergehenden Risiken.

Mit Hilfe der Weiterentwicklung und Ausbau des Internets in den 1990er Jahren entstand die Möglichkeit die Bereitstellung von Software als Dienstleistung durch externe Anbieter zu nutzen. Das Modell wird ASP (Application-Service-Provider) genannt und ist dem SaaS-Model sehr ähnlich, da der Nutzer auch hier auf eine Software zugreift, die auf den Servern des Providers gespeichert ist und über das Internet abgerufen werden kann. Dies scheiterte jedoch nicht zuletzt an sehr hohen Kosten und nicht erfüllbarer Versprechen der Provider, da man versuchte den Un­ternehmen ressourcenhungrige Anwendungen über dünne Leitungen anzubieten, welche ursprünglich für die traditionelle, inhouse Client-Server-Architektur[4] entwi­ckelt wurden. ASP-Modelle werden daher heute kaum noch genutzt.

Dennoch entwickelte sich gleichzeitig das Modell des Outsourcen von Software­dienstleistungen weiter. Dadurch dass, die Internet-Browser-Technologie immer besser wurde und die Programmiersprachen für Webanwendungen sich rasant entwickelten, entstanden ganz neue Möglichkeiten des Outsourcen von Software.

Beginnend mit dem Nutzen des Webs für Email-Dienste, Planungstools, Groupware und Publikations-Systeme entstanden auch Ende der 1990er Jahre die ersten Web-Lösungen für Business-Standardsoftware. Als Vorreiter und SaaS­Pioniere gelten Unternehmen wie salesforce.com (CRM) und projectplace.com (Projektmanagement). Diese brachten vielversprechende Produkte auf den Markt die durch ständige Weiterentwicklung und Individualisierungsmöglichkeiten schnell großen Anklang fanden.

Als eines der ersten Unternehmen stellte salesforce.com, welches 1999 gegründet wurde, eine eigenständig entwickelte CRM-Software über das Internet als Dienst­leistung zur Verfügung. Auf den hohen Bedarf an Individualisierung reagierte sales­force sehr schnell mit einer eigenen Cloud-Computing-Plattform namens force.com. Auf dieser Plattform läuft mittlerweile nicht nur das sehr erfolgreiche Salesforce, sondern weitere Anbieter haben auch die Möglichkeit eigene Anwendungen über diese zu entwickeln und zu vertrieben

Wie wichtig SaaS als Wachstumsmarkt ist, kann man am Beispiel Salesforce.com sehr gut erkennen. Das Unternehmen gilt als Marktführer und wurde 2009 vom Wirtschaftsmagazin Forbes als das am drittschnellsten wachsende Technologie­Unternehmen eingestuft.

2.2. Von ASP zu SaaS

Die Idee von SaaS ist nicht neu und ähnelt wie bereits angesprochen sehr dem ASP-Model. Doch was ist der Unterschied und warum wird ASP als einer der größ­ten Flops in der jüngeren IT-Geschichte gehandelt?

Im Gegensatz zum SaaS-Model basiert das ASP-Model im Grunde darauf, dass die Provider sich Lizenzen einer bestehenden Software kaufen, diese auf einem Server installieren und an die Unternehmen weiterverkaufen. Das ASP arbeitet somit recht nah am klassischen Lizenzmodell. Auch Bezahlung und Vertragswerk sind den klassischen Modellen recht ähnlich. Da die Kunden individuellen Anpas­sungsbedarf an die Software haben, mussten demnach für jeden Kunden zwar eine externe, aber dennoch separate Infrastruktur bereitgestellt werden. Die Verwaltung und Instandhaltung wurde somit schnell zu kostspielig und skalen-Effekte wirkten sich negativ auf Umsatz und Gewinn der Provider aus.

Das Hauptproblem lag also an dem sogenannten „Single-Tenant-Modell“, bei dem jeder Kunde über seine eigene Infrastruktur verfügt, die jedoch nicht im eigenen Haus ist. Betrachtet mit dem Strom-Beispiel[5], würde jedem Kunden sein eigener separater Generator im Kraftwerk bereit gestellt werden. Ein SaaS-Anbieter hinge­gen generiert einfach genug Strom den er an alle Kunden nach Bedarf verteilt. Das Modell nennt sich „Multi-Tenant“ und reduziert den Wartungs-, Instandhaltungs-, und Update-Aufwand für den Anbieter enorm. Die Verfügbarkeit und Sicherheit steigt gleichzeitig an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Quelle: www.cvi.co.jp

2.3. Cloud-Computing

Man sollte SaaS mittlerweile nicht mehr nur singulär betrachten, sondern als ein Bestandteil von Cloud-Compunting. Der Begriff Cloud-Computing ist von der Fach­welt noch nicht ganz genau definiert, da eine Einigkeit darüber was genau Cloud­Computing ist fehlt. Auch wenn man Cloud-Computing noch nicht als Konzept be­greifen kann, ist es dennoch eine mittlerweile weit verbreitete IT-Strategie.

Cloud-Computing ist nicht nur eine Weiterentwicklung von SaaS, vielmehr ist das SaaS-Konzept ein Bestandteil des Cloud-Computingt. Dabei geht Cloud-Computing jedoch noch viel weiter über SaaS hinaus darüber hinaus. Grundsätzlich beschreibt der Begriff jedoch, dass Programme, Rechenleistung und vor allem Daten nicht mehr privat eingespeichert werden, sondern über die „Wolke" bezogen werden,

[...]


[1] Outsourcing wird als Oberbegriff für alle Leistungen verwendet, die extern erbracht oder als Dienstleistung bezogen werden. Im Kontext dieser Arbeit bezieht sich Outsourcing ausschließlich auf Dienstleistungen aus dem Umfeld der Informationsverarbeitung, also auf IT-Outsourcing. Weiterführende Informationen: http://www.bitkom.org/de/themen/36127.aspx

[2] Eine Webanwendung oder Webapplikation ist ein Computer-Programm, das auf einem Webserver ausgeführt wird, wobei eine Interaktion mit dem Benutzer über einen Webbrowser erfolgt.
(Wikipedia)

[3] Ajax feidjæks] ist ein Apronym für die Wortfolge „Asynchronous JavaScript and XML". Es bezeichnet ein Konzept der asynchronen Datenübertragung zwischen einem Browser und dem Server. Dieses er­möglicht es, HTTP-Anfragen durchzuführen, während eine HTML-Seite angezeigt wird, und die Seite zu verändern, ohne sie komplett neu zu laden. Viele Anwendungen von Ajax werden dazu eingesetzt, im Webbrowser ein desktopähnliches Verhalten zu simulieren.
(Wikipedia)

[4] Das Client-Server-Modell beschreibt eine Möglichkeit, Aufgaben und Dienstleistungen innerhalb eines Netzwerkes zu verteilen. Die Aufgaben werden von Programmen erledigt, die in Clients und Server un­terteilt werden. Der Client kann auf Wunsch eine Aufgabe vom Server anfordern. Der Server, der sich auf dem gleichen oder einem beliebigen anderen Rechner im Netzwerk befindet, beantwortet die An­forderung.
(Wikipedia)

[5] Kapitel 2 - Seite 3

Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668713574
ISBN (Buch)
9783668713581
Dateigröße
767 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202633
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
SaaS Software as a Service Cloudcomputing Platform as a Service

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