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Darstellung der Liebe im Werk Diego de San Pedro und Fernando de Rojas

Ein Vergleich der Romane Cárcel de Amor und La Celestina

Hausarbeit 2010 8 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

0.Einleitung

Die im Mittelalter entstandenen Werke Diego de San Pedros und Fernando de Rojas gehören beide zu den wichtigsten und einflussreichsten Werken spanischer Geschichte und haben einen besonderen Stellenwert für die Weltliteratur. Besonders auffällig ist die Ausgestaltung der Liebe in den jeweiligen Werken. Obwohl temporär nicht allzu viel Raum zwischen den beiden Werken zu liegen scheint, ist die Form der Liebeskonzeption verschiedenartig ausgearbeitet und thematisiert. Diese Hausarbeit soll sich mit den gegensätzlichen Liebesthematiken und Formen auseinandersetzen und die grundlegenden Unterschiede beider Werke darlegen. Besonderen Wert wird dabei auf die Rollenverteilung/ -ausarbeitung gelegt, der Schwerpunkt ist dabei der intertextuellen Analyse angedacht. Dieser Analyse wird natürlich eine gattungstheoretische Einordnung beider Werke vorangehen und den Stellenwert der Novela Sentimental bzw. der Tragicomedia zu seiner Zeit klären.

1.Hauptteil

1.1 Zu den Autoren

Diego de San Pedro zählt sich zu den Autoren, von denen nur sehr wenige Informationen und Lebensdaten überliefert sind. Man geht davon aus, dass er jüdischer Abstammung war und zur zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lebte und ebenso literarisch aktiv war. „Er hatte Verbindungen zum Hof von Isabela la Católica“[1] , ebenso war man der Überzeugung, dass sein Nachlass, das „Liebesgefängnis“ für die Hofdamen von Königin Isabel bestimmt war.

Diego de San Pedro war nicht nur Lyriker und schrieb eine Reihe lyrischer Gedichte mit theologisch-philosophischen Inhalten und Diskursen, sondern er versuchte sich auch an einzelnen Prosawerken, wie dem zuerst erschienenen Tractado de Amores de Arnalte y Lucenda, dem darauffolgenden Cárcel de Amor sowie seinem letzten Stück, Sermón, welche allesamt in Wiegendrucken erstmals um 1491/92 datiert werden konnten. Somit war der Sentimentale Roman früh genauso beliebt, wie der Ritterroman (»novela de caballerías«). Auch die novela pastoril, der handelsübliche Schäferroman reihte sich schnell zu den neu aufstrebenden Gattungen in Spanien ein. Trotzdem aber fanden unter anderem auch die Werke Diego de San Pedros erstmals nicht nur Anklang und zeugten von großer Beliebtheit, vielmehr trafen sie aufgrund von Verlächerlichung religiöser Lebensformen auf heftigen Widerstand und wurden sogar „1632 auf den Index der verbotenen Bücher aufgestellt.“[2]

Ebenfalls sehr bedeutsam und zweifellos zugehörig zu den größten Werken spanischer Weltliteratur ist die Tragikomödie » La Celestina «, die vermutlich aus Fernando de Rojas Feder stammt und zuerst gleichbedeutend mit dem Begriff der Kupplerin geworden war. Fernando de Rojas lebte zwischen 1461 und 1541 und war jüdischer Abstammung, wie auch bei Diego de San Pedro angenommen. Die Entstehungsgeschichte der Celestina datiert man um 1499 in Burgos. 1501 entstehen in Toledo und Sevilla zwei weitere Ausgaben mit dem Titel Comedia de Calisto y Melibea. Bis hin ins Jahr 1634 wird die Celestina hundert Mal neu aufgelegt und in sämtliche Sprachen übersetzt. Obwohl die Kupplerin mit ihrem medizinischen Wissen nicht im Zentrum des Werkes steht, sondern die Zuneigung zweier Liebenden, ähnlich wie im Cárcel de Amor, erscheint und ersetzt ihr Name 1502 endgültig den vorher gewählten Titel.

1.2 Gattungseinordnung: Diego de San Pedros »Cárcel de Amor« und die Bedeutung der novela sentimental

Die novela sentimental, die sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts als vorherrschende Gattung etablierte, beschäftigt sich mit der Thematik der unglücklichen und unerwiderten Liebesbeziehung. Die Liebe und vor allem die Leidenschaft stehen in der novela sentimental im Vordergrund und bedienen sich allegorischer Gestalten und imaginärer Orte.

„Vor allem das Problem der unerwiderten, also unglücklichen Liebe, das seinerseits wieder aus dem Gegensatz zwischen dem egoistischen Begehren bzw. dem Besitzanspruch und der altruistischen Hingabe bzw. dem Respekt vor der Freiheit des anderen entsteht.“[3]

[...]


[1] Rohland de Langbehn, Regula: Zur Interpretation der Romane des Diego de San Pedro. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag 1970, S.9

[2] Rohland de Langbehn, Regula: Zur Interpretation der Romane des Diego de San Pedro. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag 1970, S.15

[3] Neuschäfer, Hans-Jörg (Hg.): Spanische Literaturgeschichte. Stuttgart/Weitmar: Metzler³2006. S.129

Details

Seiten
8
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656286455
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202534
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Fakultät für Philologie Romanistik/Spanisch
Note
2,0
Schlagworte
Diego de San Pedro Novela La Celestina Cárcel de Amor

Autor

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