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Inwiefern lässt sich das Devianzverhalten jugendlicher Migranten über einen Kulturkonflikt erklären?

Hausarbeit 2012 28 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kriminalitätsbelastung jugendlicher Migranten und einheimischer jugendlicher Deutscher im Hell- und Dunkelfeld

3. Phänomen Jugendkriminalität

4. Relativierung der Hell- und Dunkelfelddaten

5. Dramatisierung kultureller Vielfalt

6. Schlussfolgerung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einem im öffentlichen Diskurs stets wiederkeh- renden Thema: Der Kriminalität jugendlicher Migranten1. Dies wird meist unter dem Begriff Ausländerjugendkriminalität zusammengefasst, wobei sämtliche rechtliche und historische Unterschiede bzgl. des Migrantenstatus2 vernachlässigt werden und der Be- griff kriminell als Merkmal einer Person verwendet wird. Die Debatte wird meist durch schwere Gewalttaten ausgelöst, die im öffentlichen Raum wie zum Beispiel einer U- Bahnstation stattfinden. Werden diese Taten durch Videoaufzeichnungen festgehalten, verbreiten die Massenmedien diese innerhalb kürzester Zeit und machen sie jedermann zugänglich. Im Weiteren wird die Thematik von Politikern aufgenommen, um sich als Repräsentant einer Law- and Order - Politik Wählerstimmen zu sichern. Dabei machen sich die Wahlkämpfer die durch solche Taten ausgelöste Kriminalitätsfurcht der Bevöl- kerung bewusst zu Nutze. Dies ist eine nützliche Strategie, denn in der Kriminalitäts- furcht der Bevölkerung spiegelt sich eine Vielzahl von Ängsten wieder, die nur sehr bedingt mit der real vorhandenen Kriminalität zusammenhängt. In unserer hoch indivi- dualisierten und pluralisierten Gesellschaft kumulieren Unsicherheiten bzgl. des Ar- beitsplatzes, der Gesundheit, des Verlustes des sozialen Status, Versorgungsängste im Alter sowie Ängste bzgl. der allgemeinen ökonomischen wie ökologischen Lage. Fi- nanzkrise und Klimawandel tun ihr Übriges. Kriminalitätsfurcht selber hingegen lässt sich in den meisten Fällen weder auf selbst erlebte Viktimisierung3 noch auf eine objek- tive Steigerung der Kriminalität zurückführen (vgl. Jünschke/Spindler, 2003: 322f.). Kriminalitätsfurcht kann aber dazu missbraucht werden, von den oben genannten ge- sellschaftlichen Ängsten abzulenken. Dabei wird das Bild einer immer brutaler werdenden Jugend aufgebaut, die unser aller Zusammenleben gefährdet. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entwicklungsphase der Jugend werden dabei außer Acht gelassen, Statistiken falsch interpretiert und selbst von führenden Sozialwissenschaftlern Erklärungsansätze geliefert, die äußerst zweifelhaft sind.

Ich möchte mit dieser Arbeit keine Ursachenanalyse für das komplexe Phänomen der Kriminalität jugendlicher Migranten leisten. Dafür reicht der Rahmen bei Weitem nicht aus. Ich werde ausgehend der Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik [PKS] sowie von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen zunächst einen Überblick des derzeitigen Standes der Jugendkriminalität von Migranten geben. Hierzu vergleiche ich sie mit der Altersgruppe der einheimischen4 Deutschen. Im Anschluss betrachte ich das gesamte Phänomen der Jugendkriminalität unter der Voranstellung des Kriminalitätsbegriffes, um die Komplexität dessen zu vermitteln, sowie die wichtigsten wissenschaftlichen Befunde, um einen differenzierten Blick auf statistische Daten sowie Forschungsergebnisse zu ermöglichen. Daran anknüpfend gehe ich intensiv auf die bedeutsamsten Kritikpunkte an der Aussagekraft der PKS ein, da gerade diese benutzt wird, um der Bevölkerung ein vermeintlich realistisches Bild der aktuellen Kriminalitätslage darzulegen. Danach komme ich zur Diskussion und kritischen Auseinandersetzung eines in der öffentlichen Darstellung der Jugendkriminalität von Migranten oft rezipierten Erklärungsansatzes: Der Kulturkonflikttheorie. In der Schlussfolgerung führe ich die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gebe einen Ausblick über mögliche Folgen bei einer sich nicht ändernden Gesamtdarstellung der Kriminalität jugendlicher Migranten sowie Ansatzpunkte, die zu einem Wandel beitragen könnten.

2. Kriminalitätsbelastung jugendlicher Migranten und einheimischer jugendlicher Deutscher im Hell- und Dunkelfeld

Ein Instrument zur Darstellung der Entwicklung der Jugendkriminalität ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Diese erscheint jährlich seit 1953. In ihr wird das sogenannte Hellfeld dargestellt. Dieses weist jede von der Polizei entgegengenommene sowie selbst initiierte Anzeige aus. Ausgenommen hiervon sind Staatsschutz5 - und Verkehrsdelikte. Die vom Zoll bearbeiten Rauschgiftdelikte werden indessen in die PKS aufgenommen. Des Weiteren werden Tatverdächtige (TV) unter anderem nach Geschlecht, Alter, Nationalität und Delikt aufgezeichnet. Tatverdächtig ist jeder, bei dem zureichende tatsächliche Anhaltspunkte darauf hindeuten, eine mit Strafe bedrohte Handlung vorgenommen zu haben. Nicht eingearbeitet in die PKS ist, wie das eingeleitete Verfahren tatsächlich abgeschlossen wurde. Sollte ein TV im späteren Verlauf von einem Gericht wegen der ihm vorgeworfenen Straftat freigesprochen werden, findet dieses keinen Eingang in die Statistik (vgl. Schwind, 2006: S. 21).

Straftaten, die den Strafverfolgungsbehörden nicht bekannt werden, sind nicht in der PKS enthalten. Die Gesamtheit dieser wird als Dunkelfeld6 bezeichnet. Es gibt verschiedenste Verfahren dieses `aufzuhellen´. Als Ergebnis dieser lässt sich unter anderem eine größeres Dunkel- als Hellfeld sowie die von Delikt zu Delikt verschiedene Größe des Dunkelfeldes konstatieren. Im Bereich der Jugendkriminalität ist dieses aufgrund der vielen geringen Delikte7, diese werden oftmals nicht zur Anzeige gebracht, besonders groß. Weiterhin rücken Menschen mit einer hohen Delinquenzbelastung prozentual schneller in den Fokus der Polizei bzw. werden von dieser als TV ermittelt und erscheinen somit im Hellfeld (ebd: S. 34f.). Bei der

Interpretation der PKS ist im Hinblick auf die Vergleichbarkeit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und einheimischen deutschen Jugendlichen die Unterteilung der PKS in jugendliche TV nach ihrer Staatsangehörigkeit und nicht dem Migrationshintergrund zu beachten. Somit gibt sie keinen Aufschluss darüber, wie viele Jugendliche Deutsche mit Migrationshintergrund in der PKS wiederzufinden sind.

Zunächst wird die Entwicklung der Jugendkriminalität anhand der von der PKS gelieferten Daten seit 1984 beschrieben. Dies ist der Zeitpunkt, ab dem nichtdeutsche jugendliche TV gesondert registriert werden. Im Jahr 1984 wurden für deutsche Jugendliche 133.975 und für Nichtdeutsche 23.385 Straftaten registriert (vgl. BKA, 1984: S. 28). Im Jahr 1993 wurde erstmalig eine aussagekräftige PKS für das gesamte Bundesgebiet veröffentlicht. Hier treten deutsche Jugendliche mit 150.651 und nichtdeutsche Jugendliche mit 57.293 Delikten in Erscheinung (vgl. BKA, 1993: S. 72). Nach einer stetigen Steigerung gab es im Jahr 2004 bei den deutschen Jugendlichen einen vorläufigen Höhepunkt mit 246.679 Straftaten. Bis zum Jahr 2010 ist wiederum ein Rückgang auf 189.907 Taten zu verzeichnen. Der Höhepunkt nichtdeutscher jugendlicher TV befindet sich im Jahr 1997 mit 62.049 aufgeführten Straftaten. Im Anschluss gab es einen relativ kontinuierlichen Rückgang auf 41.636 Taten im Jahr 2010 (vgl. BKA, 2010: S. 88).

Trotz des beschriebenen Rückganges der nichtdeutschen und deutschen jugendlichen TV ist festzustellen, dass sich die Zahl der Nichtdeutschen seit 1984 nahezu verdoppelt hat und auch die der deutschen TV im Langzeitvergleich drastisch angestiegen ist. Noch deutlicher wird dies, wenn man die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) bezogen auf Gewaltkriminalität - hierzu werden Straftaten wie Mord, Totschlag, gefährliche und schwere Körperverletzung, Vergewaltigung und Raub gezählt - von 1993-2006 betrachtet. Die TVBZ erläutert, wie viele Jugendliche pro 100.000 ihrer Altersklasse mit einer Straftat in der PKS registriert wurden. Sowohl für deutsche (TVBZ 1993: 486,9; TVBZ 2006: 983,9) als auch für nichtdeutsche TV (TVBZ 1993: 1.605,4; TVBZ 2006: 2.863,6) ist im Bereich der Gewaltkriminalität in dem genannten Zeitraum eine beachtliche Steigerung zu verzeichnen. Allerdings ist die Zunahme insbesondere auf eine höhere Registrierung von Raubtaten sowie Körperverletzungsdelikten zurückzuführen. Bei Mord- und schweren Sexualdelikten gibt es keine Steigerungen. Vor allem jugendliche Türken fallen im Bereich von Körperverletzungen und Raubtaten auf. Trotz eines Anteils von lediglich 3,4 Prozent an der Altersklasse der in Deutschland lebenden Jugendlichen ist ihre TVBZ im Bezug auf die Gewaltkriminalität 3,5 mal so hoch wie die der Deutschen und um 19 % höher als die aller Nichtdeutschen (vgl. Baier/Pfeiffer, 2008: S. 73f.).

Um ein differenzierteres Bild der Jugendkriminalität einheimischer Deutscher und Migranten zu erlangen, ist es nötig, Dunkelfeldstudien heranzuziehen. Diese haben den Vorteil, dass der weitere Migrationshintergrund erfragt werden kann. Auf diese Faktoren wird allerdings erst im späteren Verlauf der Arbeit eingegangen. Eine Untersuchung von Albrecht und Pfeiffer aus dem Jahr 1979 ergab eine im Vergleich zu Deutschen um bis zu achtundachtzigprozentige Höherbelastung jugendliche Ausländer im Bezug auf die registrierte Kriminalität. Eine Forschungsarbeit von der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Berlin von der Autorengruppe Ausländerforschung 1980 kam zu dem Ergebnis, dass die Kriminalitätsbelastungsziffer [KBZ; Zahl der ermittelten TV pro 100.000 Einwohner] ausländischer männlicher Jugendlicher seit 1977 doppelt so hoch war wie die der deutschen Vergleichsgruppe. Studien von Gebauer1981, Villmow1983 und Thiele1985 ergaben ebenfalls eine Höherbelastung ausländischer männlicher Jugendlicher (vgl. Schwind, 2006: S. 476). Studien im zurückliegenden Jahrzehnt [Naplava 2003, 2005; Babka von Gostomski 2003; Wetzel et. al. 2001] ermittelten bezogen auf die Gesamtkriminalitätsbelastung, also auf sämtliche Delikte, keine großen Differenzen zwischen deutschen Jugendlichen und jugendlichen mit Migrationshintergrund. Allerdings wurde eine höhere Belastung jugendlicher mit Migrationshintergrund, insbesondere bei einem türkischen und jugoslawischen Hintergrund, bezogen auf Gewaltstraftaten festgestellt (vgl. Naplava, 2011: S. 208f.).

Ebenso sind männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund bei den Intensivtätern überrepräsentiert. Um das Problem zu verdeutlichen, soll an dieser Stelle der Blick auf die Stadt Berlin gerichtet werden. Die Staatsanwaltschaft Berlin nimmt Personen in die Intensivtäterliste auf, wenn diese in dem Zeitraum eines Jahres mit 10 schweren Straftaten von der Polizei registriert wurden. Eine Studie aus dem Jahr 2007 im Auftrag der Berliner Landeskommission gegen Gewalt ergab, dass 264 Intensivtäter, davon waren 95% männlich, für 7.000 Straftaten verantwortlich waren. Ca. 70% hatten einen Migrationshintergrund. Im Jahr 2009 wurden ca. 550 Intensivtäter bei der Staatsanwaltschaft Berlin aufgelistet. Zu dieser Zeit hatten 71% Prozent aller in Berlin registrierten Intensivtäter laut Polizei einen Migrationshintergrund. Bei denen von der Staatsanwaltschaft geführten Täter liegt der Anteil bei 80%. Im Stadtteil Neukölln liegt diese Zahl laut Polizei bei mehr als 90%. Hier wohnten 2009 zudem 214 der 550 Intensivtäter (vgl. Heisig, 2010: S. 31f.).

Trotz dieser Zahlen bleibt festzuhalten: Sowohl für einheimische deutsche Jugendliche als für Jugendliche mit Migrationshintergrund gilt, dass gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung nur ein kleiner Prozentsatz strafrechtlich auffällt und dies überwiegend aufgrund von Straftaten mit niedriger Gewichtigkeit (vgl. BKA, 2010: S. 86f.). Weiterhin zeigen Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstitutes Hannover [KFN] zum Dunkelfeld, dass es seit 1998 zu keinem signifikanten Anstieg der Jugendkriminalität insgesamt, der Jugendgewalt und der Intensivtäter gekommen ist. Der statistische Anstieg im Bereich der Gewaltkriminalität in der PKS ist insbesondere auf eine höhere Anzeigebereitschaft und sinkende Toleranz gegenüber Gewalt zurückzuführen. Somit könnte es sein, dass die Kriminalität vom Dunkel- ins Hellfeld verlagert wurde (Baier et. al. 2010: S. 319f.).

Allerdings lassen sich Untersuchungen zum Dunkelfeld nicht verallgemeinern, da diese sich nie auf die gesamte Bundesrepublik beziehen. So gibt es an der Untersuchung des KFN durchaus Kritik anzumerken. Gerade die Pauschalisierung, dass die Jugendgewalt in Deutschland insgesamt nicht gestiegen sei, ist nicht hinzunehmen. Als Hauptkritikpunkt ist die Zusammensetzung der Befragten zu benennen. Es hat sich hier ausschließlich um Schüler der 9. Klasse gehandelt. Doch verlassen gerade in Berlin kriminelle Jugendliche die Schule bereits vor der 9. Klasse oder sind konstant abstinent. Weiter waren 50% der Befragten weiblich. Dabei begehen nach sämtlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen jugendliche Frauen weitaus weniger Straftaten als Männer8. Die Argumentation, dass die erhöhten Fallzahlen im Bereich der Gewaltkriminalität hauptsächlich auf eine vermehrte Anzeigebereitschaft zurückzuführen seien, ist ebenfalls irreführend. Dies würde nämlich eine langjährige Stagnation der Taten auf hohem Niveau bedeuten. Nebenbei wird abnehmende Kriminalität nie mit einer Abnahme der Anzeigebereitschaft erläutert (vgl. Heisig, 2010: S. 138f.).

Der nächste Punkt befasst sich mit den wichtigsten wissenschaftlichen Befunden zur Jugendkriminalität, um die beschriebenen Daten richtig einordnen zu können.

3. Phänomen Jugendkriminalität

Der Begriff Kriminalität wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Der strafrechtliche formelle Kriminalitätsbegriff meint jenes durch ein Strafgesetz mit Strafe bedrohte Verhalten. Hiervon teilweise zu unterscheiden, ist der natürliche Kriminalitätsbegriff, welcher all jene Handlungen umfasst, die in allen Kulturkreisen, seit Menschheitsgedenken, als unsittlich angesehen werden. Hierzu zählen Delikte wie Mord, Raub, Diebstahl und Vergewaltigung. Als Drittes ist der soziologische materielle Kriminalitätsbegriff zu nennen. Dieser schließt sowohl den strafrechtlichen und den natürlichen Kriminalitätsbegriff ein. Mit dieser Ausweitung wird jegliches sozialschädliches und sozialabweichendes Verhalten impliziert (vgl. Schwind, 2006: S. 3f.). Dieses wird unter dem Begriff der Devianz9 subsumiert. Somit wird einmal ein Verhalten bezeichnet, dass einen Bruch gegen gesellschaftlich bestehende Werte und Normen zur Folge hat, unabhängig davon, ob hierdurch gegen ein Strafgesetz verstoßen wurde. Zweitens einen Vorgang, der von Menschen oder Institutionen, welche über eine normgebende Funktion verfügen, zum Beispiel die Legislative, als abweichend angesehen wird. Anhand der zweiten Definition wird der Zuschreibungsprozess bei kriminellem Verhalten deutlich.

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text ausschließlich die männliche Form verwendet. Es seien aber in jedem Fall beide Genera angesprochen.

2 „Zu den Personen mit Migrationshintergrund gehört die ausländische Bevölkerung - unabhängig davon, ob sie im Inland oder im Ausland geboren wurde - sowie alle Zugewanderten unabhängig von ihrer Nati- onalität. Daneben zählen zu den Personen mit Migrationshintergrund auch die in Deutschland geborenen eingebürgerten Ausländer sowie eine Reihe von in Deutschland Geborenen mit deutscher Staatsangehö- rigkeit, bei denen sich der Migrationshintergrund aus dem Migrationsstatus der Eltern ableitet.“ (Statisti- sches Bundesamt, o.J: o.S.)

3 Viktimologie: Vom lateinischen Wort >victima< = das Opfer, ist die Wissenschaft vom Opfer. Dementsprechend bezeichnet Viktimisierung den Prozess des Opferwerdens (vgl. Schwind, 2006: S. 381).

4 Wenn im Folgenden von einheimischen Deutschen oder einheimischen deutschen Jugendlichen die Rede ist, sind solche gemeint, die keinen Migrationshintergrund haben.

5 „Die registrierte Staatsschutzkriminalität wird jährlich vom Bundeskriminalamt als Sonderstatistik ‚Polizeilichen Kriminalstatistik -Staatsschutzdelikte (PKS-S)’ erstellt, die jedoch als Verschlusssache behandelt wird und somit nicht öffentlich zugänglich ist. Hierdurch wird eine kritische Beobachtung und Kommentierung durch Wissenschaft und Forschung erschwert.“ (Pfau, Markus, o.J: O.S.)

6 Weiterhin existiert seit kurzem der Begriff des Dämmerfeldes. Dieser beinhaltet die Straftaten, die der Polizei zwar bekannt sind, aber nicht förmlich aufgenommen wurden. Dies kann z.B. Strafvereitelungen im Amt oder sogenannte Antragsdelikte, die nur auf Antrag des Opfers aufgenommen werden (wie z.B. Beleidigungen), als Voraussetzung haben (vgl. Antholz, 2010: S. 409f.).

7 Auf die Deliktstruktur wird im Folgenden noch eingegangen.

8 Die durch Frauen begangenen Gewalttaten sind in den letzten Jahren im Vergleich zu den Männern prozentual wesentlich stärker angestiegen. Deutliche Unterschiede sind allerdings immer noch zu verzeichnen (vgl. Günter, 2011: S. 139).

9 Lateinisch deviare=vom Weg abkommen (vgl. Peters, 2008: S. 207)

Details

Seiten
28
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656284925
ISBN (Buch)
9783656285649
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202236
Institution / Hochschule
Hochschule Emden/Leer – Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Note
1,0
Schlagworte
inwiefern devianzverhalten migranten kulturkonflikt

Autor

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